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15. Dezember.

Beilage zur Fuldaer Zeitung

andfrauenjugend und Siedlung

Lügner und Betrüger reichen sich die Hände.

Still ist das Kreuz zerfallen Wohl zu der halben Nacht, Aus starrer Dornenkrone Wildrosen sind erwacht. Nun hat der Heiland wieder Den Schritt zu Tal gelenkt, Die Menschen lächeln gütig Christ hat sich neu geschenkt.

1 Ein Vergnügen erwarten, ist auch ein Vergnügen. Lessing.

Die Verbreitung der Soktee«. Im wesentlichen gehören die Kakteen in ihrer amerikanischen Heimat den Tropen an, und ihr Verbreitungsgebiet liegt zwi- schen dem 40. Grad nördlicher und dem 40. Grad süd­licher Breite. Doch gehen einige Arten auch den Mis- souri hinauf bis etwa zum 49. Breitegrad. Hinsicht- lich der Meere-höhe legen sie sich freilich weniger Be- schränkungen auf, und eine Art, Opuntia ovallei, über- schreitet sogar die Schneegrenze, geht andererseits aber auch nicht tiefer herunter, als 2200 Meter. Di« höchst­erreichte Grenze waren 4300 Meter, also noch um 500 Meter höher als der Großglockner.

Nun springen Rosen aus dem tiefsten Schnee Und kühle Flocken huschen weich im weichen Wind, Nun blühet Loblied aus verwelktem Weh Und jede alltagsharte Hand liebkost uns lind. Es rieseln ferne Flöten klar im Tau, Wie sanfte Quelle ihr verschämtes Glück erzählt, Und Gott verströmt im endlos weiten Blau: Seit wir gewißlich aller Ewigkeit vermählt.

Das Landvolk hat lange der Siedlung mit großer Zurückhaltung gegenüber gestanden. Das entspricht neben mancherlei Gründen der gesunden Vorsicht be» bäuerlichen Menschen. Doch jetzt, wo die Siedlung immer mehr als Lebensfrage des deutschen Volkes erkannt wird, nächst auch der Siedlungswille nachgeborener Bauern­söhne.

Nicht so ist es bei der Landfrauenjugend. Sie steht der Siedlungsaufgabe verhältnismäßig noch fern. Und das ist zu verstehen. Die Aufgaben einer Landfrau sind so vielfältig, daß die Heranwachsende Landfrauenjugend davor zurückschrecken möchte. Sie kennt die Last einer Landfrau nur zu gut aus Anschauung und eigener Er­fahrung. In der Siedlung kommen zu den kaum zu be­wältigenden Aufgaben einer Landfrau noch die Schwie­rigkeiten desNeuen Anfangens". Die Landjugend hat genügend Wirklichkeitssinn, um sich ausrechnen zu können, wieviel schwerer die Ausgaben einer Siedlerfrau sind, ge­genüber den Aufgaben einer Frau auf einem alten Hof mit eingefahrener Wirtschafts- und Lebensweise. Hier stehen wir vor einer schwierigen Frage der bäuerlichen viedlung. Der erwachte Siedlungswille der jungen

Dos Leben wird gegen Abend, wie die Träume 8°gen Morgen, immer klarer und geordneter, und das M eine wahre Wohltat. Weber.

Keine Weisheit, die auf Erden gelehrt werden kann, vermag uns das zu geben, was uns ein Wort, ein Blick der Mutter gibt. " W. Raabe.

Ganz früh wurde geweckt. Das Dunkel der Nacht lag noch draußen. Die Sterne schauten groß und still ins Fenster. Und gleich war der Gedanke da: Zur Christ- tntite! Verschwunden war die Müdigkeit, das Gefühl von lunfel und Kälte.

Unten wartete der alte Schäfer mit der großen La­ch«. Hieß es doch einen halbstündigen Weg gchen

kehr kann unendlich beglückend wirken und herrliche Früchte reifen. Wer diese Schätze gegenseitigen inneren Geniehens nie kennen lernte, wer fein Ohr dem Ruf« des äußeren Lebens nie verschließen konnte und der Un- rast lärmenden Vergnügens die Stunden stiller, innerer Einkehr opferte, der brachte sich selbst um die schönsten Stunden des Lebens. Es ist das freilich nicht immer eigenste Schuld. Veranlagung gibt da oft mit lauter Stimme die Richtung an, aber auch Veranlagung läßt sich eindämmen, wenn der feste Wille dazu besteht. Lei­der zeigt die Erfahrung, daß Vergnügungs- und Genuß­süchtige in geistiger Beziehung Schwächlinge sind, denen fester Wille mangelt.

Die aber, denen Gott die Gabe der Innerlichkeit als kostbares Geschenk in die Wiege legte, sollen die Gabe hochhalten und damit wuchern, damit sie am Ende der Laufbahn sagen können, wie jener Knecht in der Bibel: Zwei Talente hast du mir gegeben. Herr, siehe, ich habe zwei dazu gewonnen."

Die heilige Quelle, aus der wir edle Begeisterung, wertvolle Gedanken und große Vorsätze schöpfen, rinnt in uns verborgen. Wir vernehmen ihr Rieseln nicht in dem lärmenden Hasten des Weltlebens und nicht im Hör- fal hoher Wissenschaften, sondern in den stillen Stunden der Einsamkeit, der inneren Einkehr.

Einkamkeit ist uns von Anfang an wesensverwandt. An ihrer Hand treten wir in das Leben: ihre Arme um­fangen uns, wenn es von uns flieht.

Warum also die teure Freundin fliehen?

LhrisMeder.

Kurt Bock.

Nun springt das Brünnlein Liebelob Aus Schutt und dürrem Stein, Der Rabenschrei stirbt fern im Wald, Nun woll'n wir fröhlich sein.

' Die Lichtlein brennen allzumal. Die Schatten sind dahin Nun gib mir deqie sachte Hand, Da ich geborgen bin.

Die große Glockenmelodie Schwingt über aller Not, Es fällt ein linder Himmelstau Und schneiet rosenrot.

Stille Stunden."

Von Dina Ern st berge r.

Alleinsein bringt kaum Schaden! Wenigstens nicht Menschen, die innerlich reich sind. Einsamkeit wird sehr verschieden empfunden. Dem einen ist der Begriff unan­genehm, bitter, bedrückend, der andere empfindet es wohl­tuend, tröstend, befreiend; der eine sucht sie als seine liebste Freundin, dem andern ist sie verhaßt; er flieht sie wie das Unglück.

Die Einsamkeit sucht sich wertvolle Seelen aus; dort zieht sie am liebsten ein, und wo sie wohnt, da spendet sie reiche innere Werte. Wem die Einsamkeit nichts zu geben vermag als Langeweile, der stellt sich geistig und seelisch ein Armutszeugnis aus. denn wer ein reiches, in­neres Geben lebt, der sucht die Einsamkeit. Ihm wird sie fast so notwendig wie die Nahrung. Sie vertieft und in ihr bekommt alles Erlebte erst die richtige Weihe. Wahrhaft großen Menschen ist die Einsamkeit Genuß. Sie finden in ihr die Verwirklichung von Glück und Freude. Im Alleinsein beginnen für sie die verborgenen reichen Quellen ihres Inneren zu rieseln. Dagegen wer­den wir bei Dergnügungsjägern, die von einer Zerstreu­ung zur anderen jagen, immer hastend, immer unbefrie­digt, vergebens nach innerem Reichtum suchen. Die Ein- samkeit kann uns überreich machen und bettelarm. Je nachdem. Tiefer veranlagte Seelen, schaffende Geister, innerlich emporftrebenbe Menschen müssen Stunden der Einsamkeit haben. Es ist dies die Zeit des innerlichen Wachsens, des Schöpfens ihrer besten Kräfte, des seeli­schen Emporringens aus der Niederung zur Gottesnähe.

Der Mensch mag die Einsamkeit fliehen, ob er aber da. mit der Langeweile und einem bitteren, vereinsamenden Gefühl entfliehen kann, ist noch eine andere Frage. Sehr häufig finden wir die Langeweile im Festsaal, mitten unter reichgeputzten Menschen. Könnte man oft das Ge­plauder der Menge belauschen, würde man staunen, wie die edle Sprache mißbraucht wird; wie inhaltlos die Menschen sich manchmal unterhalten, und wie arm und beklagenswert sie sind. Reich ist letzten Endes doch nur, wer inneren Reichtum besitzt. Alles andere hat wenig Wert.

Welch göttliche Stunden inneren Genießens lebt da­gegen der, welcher im einsamen Zimmer, während an­dere die Nacht durchschwelgen, den Reichtum seines In­nern öffnet und in der Erinnerung genießt, ober edlen Gedanken Raum gibt im Universum herumzufliegen und das zu suchen, was den Erdenstaub nicht trägt; was hoch, unendlich hoch über all dem steht, was der gewöhnliche Mensch Leben und Genuß nennt. Im Alleinsein findet der Geist innerlicher den Weg zur alten Heimat, von der er ausgegangen ist. Der Todesgedanke ist solchen nicht grauenvoll.

Stärke des Charakters, Kraft des Denkens, edles Wol­len und Erkennen zeitigt nicht der Strudel des äußeren Lebens, wo es weder ruhiges Besinnen noch festes An- fchauen gibt, solch edle Früchte entwickeln sich in der Ein­samkeit. Ich habe in meinem Leben viele Einsame, be­sonders Frauen, gefunden, deren Leben überreich war an Entbehrungen und Opfern, aber auch überreich an inne­rem Genießen, an Glück und Freude. Manch solche würde nichts, gar nichts bewegen können, ihr inneres Geben ge­gen das eines genießenden Geldfürsten einzutaufchen. Es ist dies wohl der beste Beweis, welch segensoolle Wirkun­gen die Einsamkeit auf innerliche Menschen ausübt.

Die größte Gelehrsamkeit, das beste Wissen kam noch immer aus der einsamen Klosterzelle. Gehen wir Jahr­tausende der Vergangenheit zurück, und wir finden, daß von dort ein unermeßlicher Segen an großen Gedanken, edlem Wissen und Tun zu uns kam. Die Abgeschlossen­heit von dem hastenden Treiben der Welt, das Denken und Schauen in sich weckt das Geistige in uns und zieht uns empor aus dem neblichen, bazillengeschwängerten Tiefland zur reinen Höhenluft.

Wenn ich vom Segen der Einsamkeit sprech«, so ist damit nicht immer gemeint, daß man ganz allein sein muß. Auch im kleinen Kreis gleichgesinnter, Innerer Menschen weht der Geist glückspendender Einsamkeit. Oft in noch höherem Maße, als im völligen Alleinsein, weil hier einer aus den andern veredelnd wirken kann. Es ist da» oft ein gegenseitiges Emporziehen. Solcher 23er-

Der Mensch soll nicht über seine Zeit klagen; dabei kommt nichts heraus. Die Zeit ist schlecht: wohlan, er 'ft da, sie besser zu machen. Carlyle.

Die Christmette.

Der Glanz der Bescherung war vorüber.

3m weihnachtlichen Wald.

Ein Begebnis, wie es in fetten Jahren nicht vorkommt.

Bartel, der Steinmetz, zog das Fabriktor hinter sich zu. Den Geberfad mit den Werkzeugen schlug er über die Schulter und senkte die Hände tief in die Rocktaschen. Feiern muhten die fleißigen arbeitsgewohnten Hände, und hätten doch so gerne zu Meißel und Schlaghammer gegriffen, aber die Arbeit war rar geworden! Er schritt durch das kleine Dorf, das sich um die Fabrik gesiedelt hatte. Dem Wald strebte er zu und meinte, in Öen weiten schneebedeckten Hallen würde ihm das Herz leichter werden.--Im Wald hatte der Nordwest

den Schnee zu hohen Wehen getürmt, versonnen zog Bartel Strich um Strich in die weiße Schneewand. Dann griffen feine Hände fester zu, er ballte den Schnee zusammen und nach kurzer Zeit stand vor ihm ein Schneeberg, ganz anzuschauen wie ein herrlicher weißer Marmorblock.---Das Handwerkzeug lag ihm bald

wie von selbst in den Händen und aus den weichen, weißen Schneemassen formten sich schier wie durch ein Wunder die Umrisse eines Bildwerkes. Er schaffte und schasste und das Herz wurde ihm seltsam leicht. Nun trat er zurück, um fein Werk anzuschauen, griff wieder in den Schnee und formte ein vielzackiges Krönlein um das Bild zu schmücken.--Ein altes Weiblein ging

vorbei, schwer drückte sie eine Holzlast nieder. Als sie das Bildwerk sah, hielt sie an in ihrem Weg, sprach ein kurzer Gebet und Bartel schien es, sie ging leichter und aufrechter ihre» Weg». Auch Bartel zog die Mütze vom Haar, denn das da vor ihm stand, von seinen Händen flüchtig, wie durch ein Wunder aus dem Schnee­block geschnitten, war ein Madonnenbild!

Und wie es Bartel und dem altert Weiblein ergan­gen war, die einen seltsamen Trost durch das Bild­werk aus Schnee empfingen, so erging es vielen, die das silberglitzernde Gnadenbild im Walde sahen. H. K.

Lebensweisheit.

Von allen Unglücksfällen, die uns im Geben er­reichen können, ist häusliche Uneinigkeit der größte. Alle andern Mißgeschicke, von welcher Bedeutung sie auch sein mögen, haben zum mindesten einen Trost, den, in dem Greife der Familie eine Milderung zu sindcn. Aber wo das fehlt, was bleibt da noch übrig.

Heribert Rau.

Das Löschblatt.

Jeder Mensch, der die Not der Arbeitslosigkeit kennen gelernt hat, wird einmal Augenblicke tiefster Mutlosigkeit durchlebt haben. Man kommt sich von Gott und der Welt verlassen vor. Und eine Gnade vom Himmel ifis bann manchmal, die einen vor Verzweiflung rettet.

Ich denke noch heute mit Entsetzen und Reue an eine Nacht, wo mir jeder Ausweg unmöglich schien: kein Pfennig im Haus, Mietschulden und eine unglückselig zufammengestellte Tagespost mit Absagen auf Bewer­bungen meines Mannes, zurückgefchickten Arbeiten für mich. Tatsächlich meinten wir, aus unserem Verant- wortungsbewuhtsein gegen unfern Jungen heraus nicht mehr weiterleben zu dürfen.

Es war eine grausam schwere Nacht. Die Atemzüge des schlafenden Kindes riffen meinen Mann und mich immer wieder aus dumpfer Grübelei. Das Kind hatte gebetet, wie an vielen, vielen Abenden schon:Lieber Gott, hilf dem lieben Vater, daß alles wieder gut wird,.."

Und wir verzweifelten an Gottes Güte und Gerech­tigkeit! Denn das Geben ist so: man braucht Essen und ein Bett und Wärme. Diese Dinge kosten Geld. Fehlt das, hören eben die Voraussetzungen einer Existenzmög­lichkeit automatisch auf. Oder aber, ein Geben vom Mit- leid anderer genährt beginnt. Und bas ist unwürdig eines gesunden Menschen; das raubt die Selbstachtung; bas kann zu wiberstandsloser Gewohnheit führen, daß Wille zur Arbeit und gesunder Stolz erstickt werden. Am schlimmsten aber ist die Gefahr für bas Kind. Es wird aus dem natürlichen Familienbegriff, daß die Eltern für ihre Kinder sorgen, herausgedrückt. Hier und da und dort werden Freunde für die Bedürfnisse des Kin­des auffommen. So kann feine Charakterentwicklung verschoben werden, ins Ungesunde, Unfreie, Ungerade; ins Unehrliche und Heuchlerische aus Berechnung; ins Gedrückte, Gezwungene aus Dankbarkeit.

So waren etwa unsere Nachtgedanken, die uns am Geben verzweifeln lassen wollten. Ich hatte den Feder­halter in der Hand, den letzten Ueberschlag unserer Aus- sichten zu machen, um bann zu begründen, daß man gehen muß, wenn die große Lücke da ist. Unter mei­ner Hand lag ein Löschblatt. Ein Spiegelten hatte der Junge auf das Schreibzeug gelegt. Wie es so oft ist in ganz großen Augenblicken: man tut, sieht, hört lächer­lichste Kleinigkeiten. .

Ich nahm das Spiegelten. Spielte barmt rote ein Kind, brehte es um, beguckte mit alles rnechanist, geistesabwesend. Dann erfdjrat id). 5t hatte bot not keine geile geschrieben und las @e[d)riebenes? Meine ©trift!

In meiner gedankenlosen Spielen hatte it das Söftblatt gehoben, den Spiegel entgegengebalten und ba las it:16. III. Honorar" und da las id):Dank"

Blitzschnell ordneten sich meine Gedanken: Der un­sagbar schwere Vorfrühlingsmonat mit der Krankheit des Kindes stand vor mir. Mit all feinen Sorgen ums Brot, mit feinen Aengsten um das Kind. Wie ba tm letzten Augenblick das Geld kam, verdientes Geld, das schon bald 6 Monate erwartet wurde und jetzt kam, als Hilfe, wie vom Himmel für diese Zeit bestimmt.--

Ich ging ans Bett unseres Kindes und wußte, daß eine höhere Macht sein Händchen den Spiegel auf das Schreibzeug legen ließ.

Mein Mann sagte nichts. Aber ich kannte feine ge­bauten nach meiner Erklärung auch fo: es war ein Dan­ken, daß der Kampf vorüber war. Männer leiden mehr als wir Frauen noch, weil sie zu größerer Passivität verurteilt sind, die im stärksten Gegensatz zu ihrem na- türliche nunb moralischen Mannestum steht.

Der nächste Morgen brachte meinem Mann eine Aus­hilfsarbeit für 10 Tage. Für uns ein Glück. Für uns ein Beweis: Ist die Not am größten, ist Gottes Hilf« am nächsten.

Niemals wagte ich, diese ZusammenhängeZufall zu nennen.

Vielleicht läßt Gott nur den aus feiner Hand, der für blinden Zufall" hielt, was göttliche Gnade ihm wider­fahren ließ. 8- ®

durch Schnee und wieder Schnee bis zur nahen Dorf­kirche. Und doch wäre eine wirkliche Weihnacht denk­bar gewesen ohne diesen Gang zur Christmette? Also stapften wir durch den Schnee eins nach dem andern, die zwei kleinen Brüder voraus, bann wir drei Schwe- ftern. Ach, dieser Weg durch die dunkle Winternacht, über uns die Sterne, um uns die weißeSchnee-Einsamkeit! Die ganze Seligkeit der ersten Weihnacht ging mit uns, die Seligkeit der Hirten, die (Engelmunb zur Krippe ge­rufen. Fast keines sprach ein Wort. Durch einen Hohlweg ging es. Rechts und links türmte sich der Schnee. Und immer das kleine Licht der blinden Laterne voran. Wie das Sternlein, das die Weisen wies zum Christwunder in dem fernen, kleinen Stall. Auf den Pfaden der Hirten und Weifen gingen wir, und die Kindessicherheit, die sie finden ließ, ließ uns nicht straucheln im Dunkel der Win- ternacht.

Schon lief der ferne Glockenton wie ein Freudenzit­tern durch die klare Stille.Wir kommen, wir kommen!" jubelten unser« Seelen. Das Feldkreuz stand dunkel und groß in der heiligen Nacht. Nun hatten wir nicht mehr weit. Eine Linkswendung und das Dorf tauchte auf mit feinen kleinen, blinkenden Fenstern, die alle fchon wach geworden waren vom heimlichen Warten.

In der Kirche war es wirklich wie einstens in Bethle­hem. Da war der kleine Stall mit dem Fachwerkgiebel gerade wie der Stall des armen Kötters am Eingang des Dorfes. Im Hintergrund Ochs und Esel vor dem duftenden Heu. Fast meinte man ihren wärmenden Atem zu spüren. Und in andächtigem Schauen das hei­lige Paar: in rührender Unbeholfenheit St. Joseph, als könne fein Geist, auf Nahes und Nächstes gerichtet, das Wunder dieser Stunde noch nicht voll begreifen. Blond und innig die jungfräuliche Mutter, fo mütterlich innig, daß es einem wohl und warm ums Herz wurde, wenn man sie nur ansah. Und das Kindlein! Jedem streckte es die Händlern entgegen; jedem schien es sagen zu wol­len:Ich danke dir, daß du getommemn bist."

Um dies Kripplein knieten sie alle, die einfachen, gu­ten Menschen, die so selbstverständlich stark und tapfer im Alltag gingen und sich einen Kinderblick bewahrt hatten.

Und die Orgel spielte die uralte Weise:

Als ich bei meinen Schafen wacht', Da ward mir frohe Kund' gebracht, Des bin ich froh!"

Ja, rote die erste selige Weihnacht der Hirten war diese Christfeier in der schlichten Dorfkirche der Heimat. Und es war jedes Jahr so.

Und wenn der Lärm der Großstadt um mich brandet und die Not der Zeit nach mir greifen will, stecke ich das Lichtlein der Erinnerung an und gehe in feinem Schein durch die Wunderfeligkeit der Winterweihnacht, bis ich das Kind gefunden habe und feinen Frieden.

Gertrud Eyermann.

Die letzten Kerzen am Weihnachtsbaum waren erloschen. Nur das Lichtlein vor der Krippe zog in bas Dunkel noch einen letzten, weihen Kreis. Mit heißen Bäckchen stiegen wir Kinder die alte, breite Holztreppe hinauf zu den Schlaf- tämmerlein. Morgen hieß es ja früh bei der Hand sein, um zur Christmette zu gehen. Und in dem seligen Träumen von Lichterglanz und Befcherungsjubel stand immer wieder dieses kleine, Helle Wort: Christmette!

männlichen Bauerngeneration kann nur verwirklicht wer­den, wenn die Landfrauenjugend in gleichem Maße für die Siedlung bereit ist. Die bäuerliche Siedlung ent- scheidet sich geradezu an der Bereitschaft und Fähigkeit der Jungbäuerinnen, die Siedlung zu meistern. Darum gilt es heute in voller Anerkennung der erwähnten Schwierigkeiten, die junge Frauengeneration des Lan­des mehr und mehr für die Siedlung zu interessieren und sie fähig zu machen für die Aufgaben einer Sieb- lerfrau. Durch Iungbäuerinnenkurse in der Siedler- schule Haus Matgendorf. Post Thürkow, Mecklen- bürg, soll dies geschehen.

Diese Kurse haben das Ziel, Bauerntöchter über 18 Jahren für eine denkbar einfache, wesensechte bäuerliche Lebensführung aufzuschliehen. Der methodische Aus- gangspunkt dieser Kurse sind deshalb die bäuerlichen Lebensgemeinschaften und der bäuerliche Wirtfchasts- betrieb.

In etwa 12 Wochen erhalten die Kurfusteilnehmerin- nen eine grundlegende nicht fertige Schulung in allen Zweigen des bäuerlichen Haushaltes. Durch planmäßige Besprechungen wird das tägliche praktische Tun und das Geben in der Hausgemeinschaft geistig ge- klärt und vertieft. Die Besprechungen beziehen sich weiter auf Fragen christlichen bäuerlichen Gebens und bäuerlicher Familiengestaltung; auf Wirtschafts- und volkspolitische Aufgaben des Bauernstandes und auf Kulturgüter, die für bas Landvolk und seine Bildung von Bedeutung sind.

Nach den Kursuswochen in Haus Matgendorf stellen sich die Teilnehmerinnen 59 Monate in den Dienst gu­ter katholischer Siedlerfamilien, die von der Schule eigens dafür ausgewählt sind. Die Schülerinnen helfen der Frau des Hauses bei allen Arbeiten. Dadurch, daß sie sich dienend in die Verhältnisse der Siedler­familie stellen, lernen sie die Siedlung kennen und ihre Schwierigkeiten meistern. Die Schule bleibt während der Dienstzeit mit den Schülerinnen in ständiger Ver­bindung und von Zeit zu Zeit kommen diese zu beson- deren Kursen nach Haus Matgendorf zurück. Die Kurse werden abgehalten vom Zenttalverdand der kath. Jung» frauenoereinigungen Deutschlands.

Der nächste Kursus beginnt am Montag, den 16. Januar 1933.

Die näheren Bedingungen sind zu erfahren vom Bundeshaus AbteilungLand", Düssel­dorf, Prinz-Georgstr. 44.

Wenn der schwer Gedrückte klagt:

Wenn der schwer Gedrückte klagt: Hilfe, Hoffnung sei versagt, Bleibet heilsam fort und fort Immer noch ein freundlich Wort.

Goethe.

Die $tau in der Küche.

Jroiebelgemüfe. Mittelgroße Zwiebeln werden ge­schält und in Viertel geschnitten und einige Male mit kochendem Wasser überbrüht. Dann füllt man kräftig« Rindsleischbrühe in einen irdenen Topf, gibt die Zwie­beln hinein, sowie einige Löffel in Butter braun ge­röstete Semmelkrummen und eine Prise weißen Pfef­fer. Dies muh zusammen schmoren, bis di« Zwiebeln ganz weich sind.

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Creme Mouson brauchen Sie nun nie mehr misten,denn dieTube hat in der kleinsten Tasche Platz. Ob in Gesell­schaft - im Restaurant - oder imTheater.eine Minute Al­leinsein genügt, um durch Einreiben mitCreme Mouson dem Teint ein reines, mattes Aussehen zu geben.