Fuldaer Land und Nachbargebiek
— pefersberg (Kr. Fulda). Man schreibt uns: Der Werbeabend, der am Sonntag in dem großen Saal der Turnhalle in Petersberg von dem Gesangverein „Ge- mütlichkeit" Petersberg und dem gesamten Musikkorps der Freiw. Sanitätskolonne Fulda veranstaltet wurde, war für die gastgebenden Vereine ein voller Erfolg. Schon das Programm, das Tonschöpfungen bekannter Meister zeigte, deutete darauf hin, daß etwas besonders Schönes geboten werden sollte. Der Saal wir bis auf den letzten Platz gefüllt, als die Musikkapelle mit dem Marsch „Unter dem Siegesbanner" die Feier eröffnete. Mit Verständnis und großer Aufmerksamkeit lauschten die Gäste den exakt vorgetragenen gesanglichen vnd musikalischen Darbietungen und belohnten die Vortragenden stets mit großem Beifall. Besonderen Applaus erhielt die Musikkapelle nach der Ouvertüre zur Operette „Der Bettelstundent" von Millöcker und nach dem Großen Potpourri „Musikalisches Aktienunternehmen" vvn Louradi. Nach Verlauf der Veranstaltung wurde allgemein der Wunsch geäußert, in Zukunft öfters mit solchen Darbietungen aufzuwarten. Zum Schlüsse versuchten einige radaulustige Elemente den bi« dahin harmonisch verlaufenen Abend zu stören. Es muß Sache der Vcr- einsvorstände fein, solchen „Rüpels", die allgemein bekannt sind, den Zutritt zu Veranstaltungen zu versagen.
Arbeitsdienst für die Notleidenden.
— Treischfeld (Krs. Hünfeld.) Ein geschäftiges Leben entfalteten in den letzten Wochen und langen Winterabenden unsere Jungfrauen. Niemand schloß sich aus. Man wollte nicht zurückstehen, wo es galt, die große Not lindern zu Helsen. Die alten Truhen und Kasten hatte man durchstöbert. Da fand sich noch mancher Stoffrest. Auch im Schrank hing noch manches abgelegte Kleidungsstück. Dieses hatte man zu den Arbeitsabenden mitgebracht. Ein reges Schaffen begann nun. Es wurde getrennt, gewaschen und gebügelt, zu- geschnitten und genäht. Bald waren die schönsten und brauchbarsten Kleidungsstücke entstanden: Röckchen und Schürzchen, Kittel und Kleidchen. Alles war wie neu aus dem Laden. Ein Teil dieser angefertigten Kleidungsstücke wurde an ein Kinderheim der Nazareth- Schwestern der sächsischen Diaspora gesandt, der Rest w-rd armen Kindern der Heimat auf den Weihnachtsgabentisch gelegt werden. — Auch ein Arbeitsdienst um Gotteslohn. — So manches liegt wohl auch anderorts noch in Kisten und Kästen unbeachtet und wertlos und so viele frieren! Könnte man nicht überall dieses nutzbar machen und in dieser so traurigen Zeit noch Freude bereiten?
Aufdeckung von Schwarzbrennerelen.
— Brückenau (Rhön). Durch Beamte der Zollsahndungsstellen Ludwigshafen und Würzburg wurden gemeinsam mit dem hiesigen Zollamt bei' verschiedenen Branntweinbrennereien des Bezirks Haussuchungen oor- genommen. Es wurden große Bestände schwarz gebrannten Schnapses und unangemeldeter Maische gefunden und sichergestellt. Einige Personen, die in die Sache verwickelt sind, wurden verhaftet. Sie sehen ebenso wie die Brennereibesitzer schweren Strafen entgegen. Es sollen viele tausend Mark Steuerbeträge hinterzogen worden fein. Wie wir hierzu weiter erfahren, sollen namentlich in dem an der Grenze nach Preußen liegenden Kothen einige Personen verhaftet worden sein.
Austeilung einer Domäne im Kreise Eschwege.
— Eschwege. Unter der Leitung des Kulturamts Eschwege wird jetzt die Aufteilung der Domäne Sitte« feld vorgenommen. Die bisherigen Pachtstellen sollen an die Pachter verkauft werden. Der Restbesitz wird bann in der Weise aufgeteilt, daß die Gutsarbeiter, denen die Arbeiterwohnungen als Eigentum übergeben werden, so viel Land erhalten, um sich selbst ernähren zu können. Das Land wird ihnen zu niedrigen Preisen überlassen. Neben den Arbeiterstellen werden aber auch größere Bauernwirtschaften entstehen, die in der Hauptsache Viehzucht betreiben sollen.
Neues aus Frankfurt.
--- Unglaubliche Leichtgläubigkeit eines jungen IHäb- chens. Hier wurde in einem Cafe in der Taunusstraße ein ganz gerissener Heiratsschwindler von der Polizei festgenommen. Es handelt sich um den 33 Jahre alten, in Kettwig geborenen Kaufmann Josef Pabelik. Erft kürzlich lernte er in einem Citse an der Konstablerwache ein junges Mädchen kennen und spendierte ihm einige Tasten Kaffee. Er verabredete sich bann für den nächsten Sonntag. Schon nach ganz kurzer Bekanntschaft erzählte er dem Mädchen, daß er dringend eine größere Summe Geldes benötige. Tatsächlich gab ihm das Mädchen auch zunächst einen Betrag in Höhe von 500 Mark. Bald stellte er jedoch weitere Forderungen und erhielt nochmals 150 Mark. Der „Kavalier" machte dem Mädchen dann den Vorschlag, sich ihr Gehalt im voraus bezahlen zu lassen, da er noch Geld haben müßte. Nunmehr wurde das Mädchen jedoch mißtrauig und erkundigte sich bei der Polizei. Pabelik wurde darauf in einem Cafe in der Taunusstraße feftgenommen. Es ist anzunehmen, daß er noch weitere Mädchen auf ähnliche Art geschädigt hat. P. ist schon mehrfach wegen Betrugs vorbestraft.
— Ein Sind verbrüht. In der Hufnagelstraße stürzte ein siebenjähriger Schüler in der elterlichen Küche rücklings in eine Wanne mit kochender Seifenlauge. Dem
Kinde wurden Gesäß, Rücken undArme schwer verbrannt, so daß er in hoffnungslosem Zustande in das Krankenhaus kam.
wieder ein schwerer Roub-UeberfaN.
Das Opfer schwer verletzt.
Der 50 Jahre alte Kaufmann August Scheuer- l i n g, der eine Motorradfirma im Hause Zeil 10 vertritt, war am Dienstagabend kurz vor 8 Uhr noch in feinem Büro beschäftigt, als es an der zum Hausflur führenden Tür klopfte. Auf die Frage des Scheuer- ling, wer da fei, wurde ihm zur Antwort, daß der Draußenstehende Sachen für eine Firma Schneider abholen wolle. Scheuerling öffnete aber die Tür nicht, er forderte vielmehr den Unbekannten auf, am andern Tage wiederzukommen. Im gleichen Augenblick schlug der Draußenstehende mit einem Hammer die eine Glasscheibe der Tür ein, öffnete durch die so entstandene Oefsnung die Tür von innen und drang auf den Vorplatz. Darauf versetzte er dem überraschten Scheuerling mehrere wuchtige Schläge mit einem Hammer über den Kopf. Zwischen beiden entspann sich ein kurzer Kampf. Der Täter wollte dem UeberfaHenen die Brieftasche aus dem Rock reißen, sand aber nur einige Gefchäftspapiere, die er sogleich fortwarf. Um die gleiche Zeit betrat ein im gleichen Haus wohnender Mieter den Hausflur, der den Vorgang bemerkte. Der Täter ließ nun von feinem Opfer ab und ergriff die Flucht. Der hinzukommende Mieter bemühte sich zunächst um b»n erheblich verletzten Scheuerling, der dem Heiliggeist-Hofpital zugeführt wurde, wo er sofort operiert werden mußte. Er hat vier bis fünf Schläge auf den Kopf erhalten, so daß die Schädeldecke durchschlagen wurde. Mit welcher Wucht die Schläge geführt wurden, geht daraus hcrvor, daß der Hammerstiel abbrach. Es gelang dem Täter nicht, fein Opfer zu berauben. Auffallender Weife hat am Montag, also am Tage vor der Tat, abends gegen %7 Uhr bei Scheuerling eine Person angerufen, die vorgab, für einen Kraftwagen Interesse zu haben und noch nach Geschäftsschluß die Sache besprechen wolle. Die Kriminalpolizei ist der Ansicht, daß der unbekannte Anrufer mit der Person des Täters ioentisch ist.
Schwerer Reinsall für einen Skenerbekrüger.
— Villmenrod (Oberwesterwaldkreis). Em hiesiger Landwirt und Mühlenbesitzer glaubte durch verschiedene Manipulationen dem Reich» Steuern hinterziehen zu können. Lange Jahre gelang das ihm auch. Auf einem auswärt. Bankinstitut unterhielt er ein anonymes Konto, das 10 000 RM. aufwies. Außerdem hatte er auf die Namen feiner Kinder Sparguthaben in Hohe von etwa 20 000 RM. Seine Vermögenssteuererklärung wies über diese Beträge keinen Psenmg aus. Da er keine Buchführung kannte, wurde bei ihm geschätzt. Dem Steuerausschuß stiegen jedoch nach Aussage des Vertreters des als Nebenkläger zugelassenen Finanzamts starke Bedenken auf. Eines Tages kam man denn auch dahin- ter, daß der pfiffige Mühlenbesitzer bedeutende Vermögenswerte der Versteuerung hinterzogen hatte.
Die Folge war, daß er sich jetzt vor dem Strafrichter zu verantworten hatte. Der Staatsanwalt beantragte nach der Beweisaufnahme entsprechend den Anträgen des Nebenklägers 600 RM. Geldstrafe wegen Steuerhinterziehung und Einzug der Hälfte des anonymen Kontos (5000 RM.). Das Gericht ging aber darüber hinaus und erkannte außerdem au chnoch auf fünf Monate Gefängnis wegen Steuerhinterziehung.
Freistaat Hessen.
Bringt Euer Geld zur Sparkaffei
— Nidda. In dem Orte Echzell wurde einem Landwirt das erst durch strengste Sparsamkeit angefam- meite Pachtgeld in Höhe von 1500 Mark gestohlen. Wie der Diebstahl möglich war und wer der Täter ist, weiß man noch nicht. Der Vorfall ermahnt erneut dazu, größere Geldbeträge nicht zu Haufe aufzubewahren, sondern sie zur Kasse zu bringen.
Eine Glocke beim Läuten abgestürzt.
— Grünberg. In der Kirche des Nachbardorfes Groß-Eichen fiel, während die Gemeinde in der Kirche zur Andacht versammelt war, die Glocke beim Schlußgeläute aus dem Kirchturm herab. Als ein Glück ist es anzusehen, daß die Decke des Kirchenschiffs von der Glocke nicht durchschlagen und dadurch ein schweres Unglück für die Kirchenbesucher verhütet wurde. Der Absturz der Glocke ist auf einen Bruch in der Aufhang- vorrichtung zurückzuführen.
Hochspannungs-Kurzschluß durch einen Fischreiher.
— Hungen. Mit einem gewaltigen und weithin sichtbaren Feuerschein ging abends in der Richtung nach Nidda zu plötzlich Überall das Licht aus. Bei der Suche nach der Ursache fand man zwischen den Orten Utphe und Unter-Widdersheim die Hochspannungsleitung geborsten vor, nicht weit davon lag verkohlt ein Fischreiher, der offenbar in der Dunkelheit gegen die Leitung geflogen war und den Kurzschluß verursacht hatte.
Schwerer Unfall beim freiwilligen Arbeitsdienst.
— hihkirchen (Oberh.) Beim Steinsprengen des Freiwilligen Arbeitsdienstes zwischen Kefenrod und B i n d s a ch s e n löste sich nach einem Schuß, als die Leute bereits wieder an der Arbeit waren, ein etwa sechs Zentner schwerer Stein, der einem 22jährigen jungen
Advenls-Traum.
Dämmerung liegt über den weiten Wiesen vor meinem Fenster. Hohl klingt die Glocke des Frcmsn- berg-Klosters durch die Nebelschwaden, die vom Flusse her den Berg hinaufwallen. Schon halb im Traum, sehe ich die grauen Massen wie ein endloses Heer körperloser Wesen leise raunend an mir vorüberziehen...
Ms dem Nebel tauchen Menschengestalten. Das Raunen ist zu einem Orkan von Jammerrufen und Wehklagen angeschwollen. Hier zieht das Heer der Unerlösten, ein buntes Gewimmel von Völkern aller Zonen und Zeiten im undurchdringlichen Nebel des Irrtums. Der Paria Indiens und der Sohn der Wüste, der Römer und der Germane, der Weltmensch und der Asket, sie alle streben zusammen einem fernen Ziele zu: der Erlösung! — Dort ist eine Gruppe in lebhafter Beratung. Es sind die Heerführer, die sich über den rechten Weg besprechen. Der moderne, gottlose Gelehrte erklärt gerade seine Ansicht:
„... und hat je das religiöse Ringen zu einem Erfolg geführt? Noch heute wogt der Streit um Vorrang und Wahrheit. Christuskirche und Moschee, Buddhatempel und Synagoge stehen im Gegensatz zu- einander. Papst, Dalailama und Patriarch beanspruchen die Völkerführung. Afrikanische Götter, indische Götter, Christengott und Judengott stehen miteinander im Ringen. — Und bei all dem wächst der Fanatismus, der Haß der Leidenschaft. Es droht ein Kampf Aller gegen Alle. Die Menschheit wird sich selbst zerreiben, statt zu sagen: Fort mit wesenlosen Idolen! Fort mit allen Religionen! Wir wollen unsere Kraft auf das lenken, was uns von Natur gegeben ist, auf die Schätze der Erde, die Kräfte der Wasser, den Reichtum des Bodens. Wir können nur in der Natur mit unseres Geistes Kraft die Wahrheit erkennen, die Geheimnisse des Seins und Werdens ergründen."
Sokrates: „Scheint es nicht so, meine Freunde," läßt sich der alte, kahlköpfige Philosoph vernehmen, „daß wir allem, was wir sehen, nicht auf den Grund bringen können, daß wir es höchstens versuchen, um schließlich doch nur zu erkennen: Alles was wir wissen, ist, daß wir nichts wissen?" — Und ein Mensch der Gotik antwortet ihm.
Dr. Faust: „Habe nun, ach, Philosophie, Juristerei und Medizin und leider auch Theologie durchaus studiert mit heißem Bemüh'n. — Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor."
Sokrates: „Wir sehen also, daß wir nicht imstande sind, die Wahrheit zu erkennen, daß wir im Bemühen selbst nur um Irdisches, nichts Vollkomm- nes, erreichen können. Mir scheint also nur das Streben nach Tugend zur Vollkommenheit zu führen; denn wer einmal das Gute erkannt hat, der tut es auch."
Der Gelehrte: „Du irrst, Sokrates. Versucht nicht oft der Mensch zu den Sternen der Tugeckd emporzufiiegen und zerbrechen ihm nicht immer auf halbem Weg die Schwingen, daß er in den Weltsumpf zurückfällt? Sagt nicht selbst die Phädra bei deinem Freund Euripides: .... Ganz gegen unseren Willen scheinen wir stets das zu tun, >r»as uns Verderben bringt. Das Gute kennen wir und habcn's vor und tun es dennoch nicht. Doch was nutzt, wie auch der religiöse Kamps, diese Jagd nach sinnlosen Idealen? Ist es nicht weit richtiger, seinen naturgegebenen Anlagen und Trieben zu folgen und sein: Kraft zu benutzen, um Ehre, Macht und Reichtum zu erwerben?"
Pc»lykrates: „Mch ich dachte so und häufte mir Macht und Ruhm und lebte nach meinen Gelüsten. Doch der Neid der Götter entriß mir mein Glück, und all mein Streben war umsonst."
Sokrates: „Wir hören vom Ringen der Menschheit nach dem Wahren, von ihrer religiösen und sittlichen Not. Müssen wir da nicht, liebe Freund«, zu - erkennen suchen, wo dieses dreifache Weh, diese unglückliche Lage des Menschengeschlechtes herrührt?"
Der Gelehrte: „Die erste Erklärung dafür gibt uns wohl die persische Religion, in der der Gott des Guten und der Gott des Bösen — der das Leid bringt — miteinander ringen. — Doch es kann mir ein vollkommenes Wesen geben, und die Wissenschaft hat bann auch biete Art ber Erklärung bald abgetan. Mir scheint das Menschheitsübel vielmehr in ber natürlichen Beschaffenheit der Welt selbst begründet zu sein."
Buddha: „Das meine ich auch. Die Welt ist aus sich selbst entstanden und mit sich selbst unzufrieden. Darum ist alles nur Leid."
Sokrates: „Kann denn ein Wesen, das aus sich selbst entsteht, unvollkommen fein? Nein! Nur
Mann aus Hitzkirchen den Fuß bis zur Ferse wegriß. Der Bedauernswerte wurde nach dem Vüdinger Krankenhaus und von da in die Gießener Klinik überführt.
300 R21t. Belohnung für (Ermittlung ber Bombenwerfer.
— Mainz. Wie gemeldet, wurden am Sonntag in drei hiesigen Geschäftshäusern Tränengasanschläge verübt. Das Hessische Pollzeiarnt hat für die Bezeichnung der Täter oder für Angaben, die zu deren Ermittlung führen, 300 RM. Belohnung ausgesetzt, die unter Ausschluß des Rechtsweges verteilt werden.
Unglaublich niedrige Landpreise.
— Aus Nassau. Bei Landversteigerungen wurden Preise geboten und zum Teil auch dafür zugeschlagen, wie dies noch nie zu verzeichnen war. Gute Parzellen wurden die Rute für 50 Pf. erworben. In Pottum (Kreis Westerburg) kam ein ganzes Anwesen von 50 Morgen Landbesitz mit Stall und Scheune sowie Wohnhaus zur Versteigerung, woraus das Höchstgebot 6000 Mark- waren. Diesem Gebot konnte der Zuschlag nicht erteilt werden, da der Preis nicht den vierten Teil des Wertes erreichte. _________
Turnen und Sport.
FutzbaNergebnifse in Westdeutschland.
Bei den Pokalspielen in Westdeutschland gab es wieder einige Ueberraschungen. So wurde im Rheinbezirk der VfR. Köln von dem zweitklassigen VmB. 06 Köln 4:2 besiegt. Im Ruhrbezirk gewann Germania Herne gegen BV. Mtenessen 1:0, und in Westfalen verlor die tm Vorjahr so erfolgreiche Arminia Bielefeld gegen Borussia Rheine 2:1.
Weitere Pokal-Ergebnisse von Bedeutung sind: Siegburger SB. gegen Bonner FV. 1:2 (nach Verlängerung), Troisdorf SV. gegen Kölner BC. 5:4 (nach Verlängerung), Alemannia Aachen gegen Düren 03 nur 4:3, Düsseldorf 99 gegen VfL. Venrath 1:4, Spvgg. Barmen gegen Fortuna Düsseldorf 0:4.
Bei den westdeutschen Meisterschaftskämpfen fällt die 2:0-Niederlage des Duisburger SV. durch Duisburg 99 auf. Damit dürste der Altmeister erledigt fein. In der Gruppe B des Niederrheinbezirks festigte Hamborn 07 durch einen knappen 2:1-Sieg über Rasensport Oberhausen seine Spitzenstellung. In Westfalen ließ sich der VfB. Bielefeld ganz unerwartet 1:4 von Unna 08 schlagen. Fortuna Düsseldorf stellte in einem Gesellschaftstreffen durch einen 7:0-Sieg über SC. 03 Kassel ihre gute Form erneut unter Beweis.
Der Staatsgerichtshof für bas Deutsche Reich hat am Dienstag den Sächsischen Staat zur Ent- schädigungs,Zahlung an die evangelische Landeskirche verurteilt.
*
Ab 1. Januar 1933 tritt, in Mecklenburg-Stre- litz die Schlachtsteuer in Kraft.
Von den Gewerkschaften.
= Um die Aushebung ber Notverordnungen. Vom Christlichen Metallarbeiterverband wird uns geschrieben: Die Frage der Aufhebung der Notverordnungen beschäftigt heute das deutsche Volk, vor allem die Arbeitslosen und Sozialrentner. „Der Deutsche Metallarbeiter", bas Blatt des Christlichen Metallarbeiterverbandes, der größten Organisation der christlichen Gewerkschaften, formuliert in Nr. 52 nach einer Würdigung der Aufhebung des sozialpolitischen Telles ber Notverordnungen durch den Reichstag und der Aufhebung des lohnpolitischen Teiles durch die Regierung die Forderung nach Aufhebung der andern Teile ber Notverordnungen. Das Blatt schreibt: „Wir sind uns dabei bewußt, daß diese finanziell tief einschneidenden Aenderungen nicht im Handumdrehen erledigt werden können. Vor allem setzen mir uns ein für eine Vereinfachung und Verbilligung der gesamten Sozialversicherung. Agitatorische Augenblicksbedürfnisse können bei allem nicht beeinflussend ober gar entscheidend sein. Aber es gilt, ein unerhörtes soziales Unrecht wieder gut zu machen. Wir müssen dabei sehr positiv zum Ausdruck bringen, daß wir nicht geneigt sind, dasjenige unter der Regierung Schleicher etwa in einem günstigen Lichte zu sehen, was wir unter der Regierung Papen scharf bekämpften. Uns treibt allein das Recht und der Lebenswille des Volkes und kein noch so schöner Aspekt aus irgendeinem partei- Solitischen Blickwinkel. So bleibt als dringliche orberung bie balbige unb tragbare Re- vision ber Notverordnung vom 15. Juni mit der rigorosen Senkung der Einkommen der Arbeitslosen und Kleinrentner und der sozialpolitischen Härten ber Notverorbnung vom 8. Dezember 1931.
Kalender.
Im Verlag Wilhelm Köhler in Minden i. Wests, sind auch für 1933 die bekannten Kalender: Deutscher Kalender für 1933, Flottenkalender für 193.3 und Kolo- nial-Kalender 1933 erschienen. Viele Abbildungen sind dem Text beigegeben. Jeder, der für Kolonien und Flotte und verwandte Angelegenheiten Interesse hat, wird diese Kalender gern in die Hand nehmen. Die Preise sind volkstümlich niedrig, lieber die einschlägigen Fragen erfährt man aus den Kalendern alles Wissenswerte. Mit Unterhaltungsstoff, meist spannend und abenteuerlich, ist nicht gegeizt.
ein göttliches Wesen kann aus sich selbst entstehen, unb das ist immer vollkommen. — Mir scheint also, wir haben in der Philosophie keine Erklärung für unsere seelische Zerrissenheit gefunden. Wohlan, laßt uns die Religionen befragen, ob eine von ihnen in der Tat den Menschen erlöst!"
Der Gelehrte: „Wozu die Religionen? Sind nicht alle menschlichen Bestrebungen Erlösungsversuche? Ist nicht Wissenschaft, Kunst und jede Kulturbewegung ein Versuch, die Menschheit aus dem Bewußtsein ihres eigenen Ungenügend herauszureißen?"
Der Phrygier: „Ja, diese Versuche führen aber nicht zum Ziel. Nur die Religion vermag es, den Menschen über sich selbst empor zu heben unb Gott ähnlicher zu machen. — Wenn im Frühling aus Cybele, der Mutter Erde, ihr Sohn Attis im Blühen der Wiesen, im Grünen der Saaten ersteht, dann stürmen wir unter dem Pfeifen der Flöten, dem Schla- gen ber Zymbesti unb Kastagnetten bergauf, bergab, bis wir in heiliger Raserei der gebärenden Göttin ähnlich werden, die uns zum Tanke schützen unb uns gute Ernte schenken soll."
Der Germanische Priester: „In heiligen Hainen am runengeschmückten Opferste n zuckten blutige Leiber, um die Gottheit zu versöhnen. Doch unsere Sühnopfer nahm die Gottheit nicht an. Ihr Zorn blieb. Unsere menschliche Macht ist zu gering, um Gott zu versöhnen. Wir brauchen Hilfe von oben, einen, ber Mittler ist zwischen uns und der Gottheit."
Sokrates: „Meintest du damit nicht, ehrwürdiger Priester, daß ein altes selbstoerschuldetes Mißverhältnis zwischen Gott und Menschheit besteht, eine alte Schuld, bie ihr mit Blut zu sühnen suchtet und bie so groß ist, baß wir uns nicht selbst erlösen können, säubern eines Mittlers bedürfen!"
Horaz: „Wen wird ein Jupiter senden, bas alte Vergehen zu sühnen? Wir flehen:—steige doch endlich hernieder, wolkenumkleidet Apoll' —
Der Jude: „Im Tempel zu Jerusalem wirb 'eine alte, heilige Schrift aufbewahrt, bie bas ganze Menschheits-Weh erklärt. Unser aller Elternpaar fiel in eine Urschulb, bie sich auf alle Menschen vererbt» unb ihnen den Kummer, bie Sorge, bie Seelennot brachte. Doch unser Gott hat uns burch große Pro- pheten bie Erlösung von dieser Schuld verheißen. Der
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Harpener Bergbau Ilse Bergbau Kali Aschersleben Mannesmann Riebek
Staatspapiere 6°/o Reichsanleihe 27 Anl. Abi. Schuld do. ohne Ausl. 4rt,o Oestr. Goldr.
4% Ungarn Goldr.
Bold, Pfdbr. u. Anl.
6°/o Pr. Ldspfbr. R. 19 6% Pr. Ldspfbr. K. 21 6°>o Pr. Goldkom. Obi
R. 20
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Gold.-Pfdb. R. 13 6°/o Frkft. Pfdb. B., Gold.-Pfdb. E. 16
6<>/oL.K.Kass.G.K.Ob 6°/o L. Kr. Kass.
Gold-Pfdo. 26 R. 1 6°/o L. Kr. Kass.
Gold-Pfdb. 26 R. X 6% L. Kr. Kass.
Gold-Pfdb. 27 R. 4 6°/o Mein. Hyp.-B.
Gold-Pfdbr E. 18
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Industrie-Aktien
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Elektr. Licht u. Kraft Farbenindustrie Frankt Hof Goldschmidt Hammersen Holzmann Ph.
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Bankaktien
Commerzbank Danatbank D.-D-Bank D Eft u. W. Bk Dresdner Bank Frankfurter Bank Frankt Hyp.-Bank Meininger Kyp.-Bk. Reichsbank
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Cass. Straßenbahn Hapag Nordd. Lloyd
::,3 iio,76 60,76 61,85
Eine neue ikaNeni
Der Duce (mit schwarzer Mühe) bei der Bestch- figung des Haupfplahes der neuen Skadf Lifforia, die mitten in dem fruchtbaren Ackerland errichtet wurde, das man durch dte Trockenlegung der Pon- tinischsn Sümpfe gewann. Früher war dieses Gebiet, das unweit von Rom liegt, ein Herd der ge- fährlichen Malaria-Krankheit. Jetzt ist hier ein Siedlungsgebiet für 200 000 Bauern geschaffen worden.
Berliner
Devisenkurse
19 Dezember
Geld
Brie!
Newyork
4,209
4,217
Brüssel
68,22
68,34
Holland
169,18
169,52
London
13,93
13,97
Paris
16,425
16,465
Schweix
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81,11
Spanien
84,35
84,41
Italien
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21,58
Dänemark
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72,27
Norwegen
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12,466 12,485
61.95 62.05
Schriftleiter: Dr. pbiL Johannes Kramer.
Verantwortlich für allgemeine und kommunale Politik Dr. phil. Johannes Kramer, für Heimat, Jugendblatt und religiöse Beilage Dr. oec. publ. 3®< seph Sauer, für den übrigen Text Dr. rer. pol. Karl Au st ermann, alle in Fulda. Verantwortlich für die Anzeigen: Direktor der Fuldaer Actiendruckeret I. P a r z e 11 e r. W
Erlöser wird aus unserem Volk hervorgehen, und W müssen wir erwarten. Das ist ber Weg, den ich weisen kann und der uns zum ersehnten Ziele füg» Doch wann wird dieser Weg ein Ende nehmen, wantz wird der Erlöser kommen?"
In undurchdringlichem Nebel steht immer noch Heer der Unerlösten voll banger Erwartung. Ob W Führer jetzt den Weg gesunden haben? Ja, sie h<w«G ihn erkannt:
Di« Führer: „Die Botschaft Israel- führt zu dem Erlöser. Doch ist ber Weg noch weit, uns« Warten noch lange..."
Da braust's aus grauem Nebel wie ein Ruf empor:
Die Unerlösten: „Wir warten viele taustt» Jahre unb schreien um Erlösung! Wann wird der verheißene Messias kommen? Tauet Himmel btn ®e* rechten, Wolken regnet ihn herab!"... W
Unb plötzlich wird es hell unb licht. Die Nebel zerreißen. Der Christenmensch tritt strahlend in oft Unerlösten Mitte. Und seine Worte stillen alle Sehw sucht, gießen milden Frieden in die Herzen.
Der Christenmensch: Der Erlöser ist erschie« nen. Der Messias ist Jesus Christus, der b® Menschheit von ihrer Schuld befreit. Euch Menschen au» Vorzeit und Altertum, die ihr den wahren gesucht unb nicht gefunden habt, dir mittelalterliche Mensch, der du die Wahrheit in Handln hieltest, si« aber nicht bewahrtest, und auch euch Menschen de Neuzeit, die ihr den Gott in Wissenschaft und Techn« seht, euch allen schenkt Jesus seine Erlösergnade. Folg" mir zum Stalle Bethlehems unb empfangt die Gaben, die Jesus allen, die sie haben wollen, gibt: Erlösung, Frieden! ..."
Die Gestalten verschwimmen im milden Licht. Sie werben wohl auf ber Reise nach Bethlehem sen^ — Dumpf klingt eine Glocke. Sie weckt mich aus bet™ Traum. Vor meinem Fenster ist es Nacht geworden.—
Eine ernste Mahnung gab mir ber Traum. Christ gibt bir seine Hilf' unb Gnade gern, doch mußt y* selbst auch dämm ringen, denn so schon singen feilt Engel in heiliger Weihenacht:
„Friede den Menschen auf Erben, , die eines guten Willens sind!"
Walterwinand Husch- J