Zahrg. 59.
Donnerstag, 22. Dez. 1932
Jlr. 295
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Oesterreich ist ein deutsches Land
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Der österreichische Bundes-Präsident über die österreichisch-deutschen Beziehungen. — Ei« ersreuliches Bekenntnis.
Der innere Friede.
Tiach der stillen Ciquibalion der Papenschen Erb- — Die Amnestie im Reichsrat nicht beanstandet. — Deihnachtspause des Reichstags gesichert.
Die dem deutschen Volke von der neuen Reichs- reqierunq versprochene Weihnachtsgabe liegt nun auf dem Tisch. Viel bleibt nicht mehr übrig von der Aera von Popen. Die Notverordnungen, die Schleichers Vorgänger am 15, und 28. Juli erließ, sind aufgehoben und durch eine einheitliche Notverordnung erseht worden. In Wegfall kommen die Bestimmungen über Versammlungsauflösung, über die Einschränkung der Demonstrationsfreiheit, di« Berorünungen über Zeitungsverbote, Auflagenachrichten, militärähnliche Verbände und beschränkte Uniformverbote. Die Sondergerichte, die mit ihren drakonischen Strofmaßnahmen in breiten Volks- kreisen lebhaften Unwillen hervorricfen, verschwinden endgültig. Die ordentlichen Gerichte werden wieder in ihre gesetzlichen Rechte eingestellt. _
Schleichers neue Verordnung, welche die gesamte Materie in 19 Paragraphen neu regelt, trägt das Aushängeschild: „Erhaltung des inneren Friedens". Reichskanzler von Schleicher weiß sehr wohl, daß sich das deutsche Volk in der Zwangs- >acke der Notverordnungen nicht wohl fühlt. Schon als er die Führung der Regierung übernahm, ließ er durchblicken, daß die Rückkehr zu „normalen Verhältnissen" unumgänglich sei. Seit den letzten Wahlen ist auch eine spürbare Entspannung oer politischen Situation eingetreten. Gewiß fehlt noch mancherlei zur Wiederherstellung der „normalen Verhältnisse". Aber Herr von Schleicher meint, daß Ruhe und Ordnung eher in einer Atmosphäre bürgerlicher Freiheit gedeihen.
. Im übrigen stellt auch die neue Notverordnung noch nicht alle verfassungsmäßigen Freiheiten wieder her. Gewisse Vorsichtsmaßnahmen mußten getroffen werden. Dem Ermessen der obersten Landesbehörden bleibt es auch weiterhin überlassen, unter bestimmten Dorausseßungen Vereine aufzulösen und Zeitungsoerbote zu erlassen. Der Kanzler scheint fest entschlossen zu sein, zuzupacken, wenn von irgendeiner Seite aus der Versuch gemacht werden sollte, die gewährte Freiheit zu mißbrauchen. Schleichers neue Notverordnung liquidiert u. a. auch das Republikschußgefeß, das am 31. Dezember sang- und klanglos abgelaufen wäre. Einige wesentliche Bestimmungen des alten Repu- blikschußgeseßes mußten in die neue Notverordnung übernommen werden. Der Schuß des Reichspräsidenten, der Symbole des Staates und der Wehrmacht blechen weiterhin garantiert.
Wir stehen also mitten in einer Liquidation der Papenschen Erbschaft. Das kunstvoll errichtete Notverordnungswerk der Aera Papen ist zu einem guten Teile bereits wieder abgebaut worden. Teils mit, teils ohne Mitwirkung des Reichstags begrub man jene „Errungenschaften", die von vornherein aus den stärksten Widerstand breiter Volksschichten stießen.
Die nächsten Wochen werden erst zeigen, ob die gewährten Freiheiten von Dauer sein können. D>e Freiheit kann immer nur nach dem beurteilt werden, was der Staatsbürger aus ihr macht. Die augenblickliche Entspannung der politischen Situation soll nicht darüber Hinwegtäuschen, daß Spannungsmöglichkeiten im Volke noch reichlich vorhanden sind. Es braucht nur erinnert zu werden an die jüngsten Hungerrevolten in einigen deutschen Großstädten.
Der innere Friede, den uns General von Schleicher zum Weihnachtsfeste notverordnet, bleibt vorläufig nur ein frommer Wunsch. Aber es wäre ja nicht das erste Mal, daß das deutsche Volk in klarer Erkenntnis der Gefahrenlage Disziplin übt. Dann kann es wohl geschehen, daß fromme Wünsche, die vorläufig noch außerhalb des Bereiches der Verwirklichungsmöglichkeit liegen, doch in die Tat um gefetzt werden können. Wir wünschen alle, daß die politische Entspannung, die am Vorabend des Weihnachtsfestes eingetreten ist, recht lange Bestand haben möge.
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Die Amnestie hat im leßten Augenblick kurz öor dem Zusammentritt des Reichsrates noch einige kritische Augenblicke durchmachen müssen, die der Reichsregierung sogar Veranlassung zum Aussehen des SOS-Signals gaben. Von den süddeut- lchen Ländern hielten Württemberg und Baden, die einem Einlenken nicht abgeneigt schienen, auf einmal an dem ursprünglich geplanten Einspruch Mt Auch die dringlichsten Telephongespräche, vor allem zwilchen Stuttgart und Berlin, blieben ohne Wirkung. So gab es vm Dienstag vormittag in der Wilhelmstraße sehr besorgte Gesichter. Man unterstrich amtlicherseits mit Nachdruck, daß eine Einberufung des Reichstages, die einem Veto des Reichsrates zu folgen drohte, wahrscheinlich zu seiner Auflösung führen müßte, da das Reichskabinett keineswegs gewillt sei, auf demagogische Obstruk- kionsanträg» der gegnerischen Parteien stillziz- 'chweigen. Gegen Mittag trat jedoch eine Entspannung ein. Mit dem Stimmverhältnis 44:19 nahm Ar Reichsrat bei drei Stimmenthaltungen den amnestieentwurf an. Der Weihnachtsfriede war damit gesichert. Die Abgeordneten, die sich schon w't gemischten Gefühlen einer stürmischen Weih- nachtssißung qeqenübersahen, konnten erleichtert ?nch Hause fahren. Auch in den politischen Zirkeln Oer Reichshauptstadt war man mit diesem Aus- 9ang ober besser gesagt mit dieser vorläufigen Ver- düng des offenen Konflikts recht zufrieden, selbst die Anhänger und Befürworter einer erneu* ?n Reichstagsauflösung halten den Januar für Einen günstigen Wahltermin, da der croße Um*
wtb. Paris, 21. Dez. (Eig. Meld.) Ein Sonderkorrespondent des Excelsior haAe in Wien eine Unterredung mit dem österreichischen Bundespräsidenten Miklas, der ihm gegenüber mit Nachdruck betonte, daß die Nachfolgestaaten der österreichischungarischen Monarchie zur wirtschaftlichen Einigung gelangen müßten. Hierzu hätten zwei Pläne vorgelegen, die sogenannte deutsch- österreichische Zollunion und der Plan Tardieus, der die Einigung der Donauländer vorgesehen, aber Deutschland ausgeschlossen hätte. Aber kein Plan werde Mittel- oder Osteuropa, retten können, wenn er im voraus irgend ein Land a u s s ch l i e ß e. Das politische Mißtrauen und die wirtschaftlichen Meinungsverschiedenheiten hät-
cnb. Berlin, 21. Dez. (Eig. Meld.) DieWin- terhilseaktion der Reichsregierung, über die in der Kabinettssitzung heute nachmittag endgültig Beschluß gefaßt werden soll, toirfb in unterrichteten Kreisen als eine Nothilfe mahn ahme angesehen, deren Bedeutung nicht untechchätzt werden dürfe. Im Vergleich zu ähnlichen Maßnahmen anderer Länder kann sestgesteM werden, daß Deutschland allen anderen weit voraus ist und weit mehr leistet, als alle anderen Staaten. Man muß dabei bedenken, daß für die Flei sch - und Kohlenverbilligungsaktion rund 37 Millionen eingesetzt werden müssen und daß dazu noch rund neun Million en für das Notwerk für dse deutsche Jugend zu rechnen sind. Die Schwierigkeiten für die Wintershölfe werden dadurch noch gesteigert, daß nach Mitteilung unterrichteter Kreise nach den letzten Berechnungen die Zahl der Arbeitslosen erheblich zugenommen hat. Es wird sich wahrscheinlich um eine Steigerung von rund 200 000 bis 250 000 Arbeitslose handeln. Im vergangenen Jahr betrug die Steigerung im gleichen Zeitraum 300 000. Für diese neuen Unterstützungsempfänger müssen nun nicht nur die erforderlichen Mittel der Arbeitslosenversicherung bereitgestellt werden, sondern sie müssen auch für die Winterhllfsaktion berücksichtigt werden. 1 i
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ENB. Berlin, 21. Dez. (Eig. Meldg.) In den leßten Tagen sind in der Presse verschiedentliche Behauptungen für die landwirtschaftlichen Markt- Forsckungs-Jnstitute und deren Beziehungen zum Reichsernährungsministerium enthalten, die ift wesentlichen Punkten nicht den Tatsachen entsprechen. Vom Reichsernährungsministerium wird festgestellt, daß das von Prof. Dr. Brandt geleitete Markt- Forschungs-Jnstitut an der landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin in keinerlei Zusammenhang mit dem Ministerium steht. In welchem Umfange die deutsche Zentralgenossenschaftskasse das Institut in Zukunft noch finanziell unterstüßen wird, ist im Ministerium nicht bekannt. Die von
schwung der Wählermassen bisher doch nur in einem schwer abschätzbaren Maße eingetreten ist. Es besteht vorläufig noch immer die Gefahr, daß nationalsozialistilche Verluste durch kommunistische Gewinne wett gemacht werden, so daß die Sperrmehrheit der äußersten Rechten und Linken auch einen evtl, neuen Reichstag zur Untätigkeit verurteilen müßte. Der jetzige Waffenstillstand kann .zwar jederzeit aufgekündigt werden, aber er ist doch immerhin eine Hinauszögerung des Krieges, die besonders für den Erfolg der wirtschaftlichen Ankurbelung und des immer noch umkämpften Ar- beitsbefchaffungsprogramms nicht unerheblich ist
Eine berechtigte Entschließung.
Der Berliner Vertreter, Oberbürgermeister Sahm, hatte für den Fall, daß der Reichsrat keinen Einspruch gegen die Amnestie erhebe, folgende Entschließung eingebracht:
„Gegen den Erlaß einer neuen Reichsamnestie und namentlich gegen den Umfang des vom Reichstag beschlossenen Gesetzes trägt der Reichsrat ernste Bedenken. Rechtssicherheit und Rechtsbewußtsein, die Grundlagen jeder staatlichen Ordnung, erleiden Schaden, wenn Gesetzesverletzungen so schwerer Art in so großer Zahl straffrei bleiben. Der Reichsrat hat es demgemäß stets als seine Aufgabe betrachtet, bei der Ausübung seines Einspruchrechtes Amnestiegesetzentwürfen gegenüber einen strengen Maßstab anzulegen, um die Rechtsordnung vor Erschütterungen zu bewahren. Bei der Beratung des jetzt beschlossenen Gesetzes hat er daher auch den schwer- wiegenden Gründen, die für die Ellnlegung des .Einspruches sprechen, ernste Beachtung geschenkt. Dazu kommen die grundsätzlichen Be
ten beide Pläne zu Fall gebracht. Zur Anschluh- frage habe Präsident Miklas dem Korrespondenten auseinandergesetzt, was Oesterreich mit Deutschland verbinde. Besonders mit Süddeutschland seien es tausend Jahre gemeinsamer Geschichte und Blutsbande. Die Oester- reicher seien eben auch eindeutscherStamm und niemals würden sie sich von ihren deutschen Brüdern trennen lassen. Im übrigen sprach sich der österreichische Bundespräsident energisch dafür aus, daß es notwendig sei, nicht nur die Schuldenfrage, sondern auch die Arbeitslosenfrage zu regeln, wenn man Eurcma den wirtschaftlichen Wiederaufstieg bringen wolle.
Dr. Baade geleitete Reichsforschungsstelle für landwirtschaftliches Marktwesen soll in der jetzigen Form nicht bestehen bleiben. Es ist auch nicht beabsichtigt, bei der Umorganisation freiwerdende Reichsmittel dem deutschen Landwirtschaftsrat zur Verfügung zu stellen.
Deim Reichsernährungsministerium ist ferner nicht bekannt, welche Mittel von der Landwirtschaft für berussständige O r- ganisationen aufgebracht werden. Die Beschaffung dieser Mittel ist lediglich Angelegenheit der Selbstverwaltung dieser Organisationen. Soweit Reichsmittel für bestimmte Zwecke (Tuberkulose-Tilgungsverfahren, Schulwesen, Tierzucht, Milchkontrollvereine chsw.) zur Verfügung gestellt werden, unterliegt ihre Verwendung schärfster Kontrolle nach den Grundsätzen der Rechnungsprüfungen durch den Rechnungshof des Reichs. Soweit Mittel vom p r e u ß i s ch e N L a n d w i r t s ch a f t s m i n i st e- rium bereit gestellt werden, gelten bei der Der- wendungskontrolle die Grundsätze der preußischen Oberrechnungskammer.
Phantasien
um eine neue Fünf-Mächle-Sonferenz.
ENB. Berlin. 21. Dez. (Eig. Meld.) In einem Berliner Vormittagsblatt ist davon die Rede, daß im Laufe des Januar in London eine neue Fünf- Mächte-Konferenz zusammentreten werde. Das Blatt spricht weiter von Gerüchten, daß der Reichskanzler selbst zu dieser Konferenz gehen würde und berichtet, daß diese Gerüchte „von zuständiger Stelle" dementiert worden seien, und daß Freiherr von Neurath Deutschland auf dieser Konferenz vertreten werde. Von amtlicher Seite wird zu diesem Bericht erklärt, daß von der ganzen Sache nicht das Geringste bekannt sei. Weder weiß man in amtlichen Kreisen etwas von einer geplanten Konferenz im Januar noch dem-ufolge von einer Reise des Außenministers nach London oder gar von derartigen Richtigstellungen von Gerüchten durch zuständige Stellen, von denen das Blatt gesprochen hat. Im übrigen wäre es auch völlig unverständlich, was eine neue Fünf-Mächte- Konferenz bezwecken sollte, nachdem die Gleichberechtigungsfrage bereinigt worden ist.
denken, die nach der Auffassung des Reichsrat jeder Erstreckung einer Reichsamnestie auf Landesstrafsachen entgegenstehen. Wenn er gleichwohl in seiner Mehrheilt zu dem Ergebnis gelangt ist, von einem Einspruch abzusehen, so geschah dies aus folgenden Erwägungen:
Auch durch einen Einspruch würde das Zustandekommen des Gesetzes nicht verhindert, sondern nur hinausgeichoben werden. Eine solche Hinausschiebung aber würde die der politischen Entspannung und der Beruhigung dienende Wirkung der Amnestie vereiteln, die allein den schweren Nachteilen als ein Ausgleich gegenüber« steht. Die mit der Hinausschiebung zwangsläufig verbundene Ungewißheit und Beunruhigung würde ferner für die Strafrechtspflege und den Strafvollzug weitere schwere Nachteile mit sich bringen.
Aus diesen Erwägungen hat der Reichsrat geglaubt, unter den gegebenen Verhältnissen von der Erhebung des Einspruchs absehen zu sollen." Diese Entschließung wurde mit Mehche^i angenommen. \
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wtb. Berlin, 21. Dez. (Eig. Meld.) Das A m n e st i e g e s e tz ist vom Reichspräsidenten u n- ter zeichn et worden.
Damit ist die Möglichkeit geschaffen, daß die Personen, die unter die Amnestie fallen, noch bis Weihnachten in Freiheit gefetzt werden können. Wie verlautet, sollen die Haftentlassungen bereits am Donnerstag beginnen.
Die Angaben über die Zahl der von der Amnestie Betroffenen schwanken sehr stark. Man
Am nächsten dürften die Informationen den Tatsachen kommen, nach denen der Gesamtkreis der von der Amnestie erfaßten Personen sich auf etwa 15 000 beziffert. Davon werden etwa 9 000 Personen aus der Haft entlassen werden, für einige weitere Tausend treten Strafmilderungen ein, und außerdem wird eine große Anzahl schwebender Verfahren eingestellt.
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Der Aeltestenrat des Reichstages beschloß am Dienstagabend gegen die Stimmen der Kommunisten und Sozialdemokraten, vor Weihnachten keine Reichstagssitzung mehr stattfinden zu lassen. Der Aeltestenrat wird zwischen Weihnachten und Neujahr nochmals zusammentreten, um bann Zeitpunkt und Tagesordnung der nächsten Sitzung fest» zusetzen, die nicht vor Anfang Januar stattfinden dürfte.
Verordnung der Reichsregsernng über Aufhebung der Sondergerichte.
cnb. Berlin, 21. Dez. (Eig. Meld.) Die Ver- orbnung der Reichsregierung über die Aufhebung der Sondergerichte ist heute stn Reichsgesetzblatt veröffentlicht worden. Die Tätigkeit der Sonder- gerichte endet danach mit dem Ablauf des 2L Dezember 1932.
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Der innerpolitische Weihnachtsfriede wird, wie die „Tägliche Rundschau" erfährt, von einem Teil der Regierungsmitalieber, unter ihnen vorn Reichskanzler von Schleicher, zu einem kurzen Urlaub über bie Feiertage ausgenutzt werben.
Deuksch-englische Zollverhandlung verlagl
ERB, Berlin, 21. Dez. (Eig. Meld.) Zwischen einer deutschen unb einer englischen Regierungs- belegation haben in Berlin Verhanblungen statt- gesimden über bie Frage ber Zollbehandlung gewisser Waren in England, die für die deutsche Ausfuhr von besonderem Interesse sind, sowie über Vorschläge hinsichtlich der Kohlenmengen, die aus England nach Deutschland zur Einfuhr zugelassen werben sollen. Nachdem ein erster Meinungsaustausch über di« Möglichkeit von gegenfeisigen Zu- geständnisfen zum Abschluß gekommen ist, hat bie englische Delegation heute Berlin verlassen. Die Ergebnisse werben bett beiderseitigen Regierungen unterbreitet und die Verhandlungen nach den Feiertagen wieder aufgenommen werden.
Ernste französische Finanzlage.
Bei der iw-?••••■ - -s Finanz- und Budget- Ministeriums an den neuen Fingnzminister Cheroch haben die bisherigen Ressortminister Germain- Martin und Palmade in einer durch Havas verbreiteten Erklärung äuf den Ernst der Finanzlage hingewiesen. Sie teilen mit, daß in der Zeit vom Juni bis November die Steuer eingänge um 3 Milliarden Fr a n t e n b i n t e r b e m Voranschlag zurückgeblieben feien unb daß sich am 14. Dezember, dem Tage des Rücktritts des Kabinetts Herriot, an barem Gelds nur noch 605 Millionen in der Staatskasse befanden.
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wtb. London. 21. Dez. (Eig. Meld.) Die heutige Morgenpresse beurteilt die Bemühungen Hoovers, die Kriegsschuldenrevision in Gang zu bringen, durchaus skeptisch.
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wto. London, 21. Dez. (Eig. Meld.) Das Unterhaus hat die Vorlage über die Beteiligung Groß-Britanniens an der am 15. Juli in Genf beschlossenen Finanz. Hilfe für Oesterreich angenommen.
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wtb. Paris, 21. Dez. (Eig. Meld.) , Das französische Parlament ist endgültig für Donnerstag 15 Uhr einberufen worden, um die Regierungserklärung entgegenzunehmen.
Ne Vertagung des Wna-Slreils.
Die Telegraphen-Agentur der Sowjetunion läßt sich aus Schanghai melden, daß sich bie chinesischen Zeitungen in allen Städten Chinas heftig für den Austritt Chinas aus dem Völkerbund einsetzen, weil unter den jetzigen Umständen der Austritt Chinas aus dem Völkerbund der einzig richtige Weg sei.
* Reue Ladenplündungen in Berlin. In Ber» l i n kam es auch am Dienstag wieder an zwei Stellen zu Plünderungen von Ladengeschäften. So erschienen in einem Konfektionsgeschäft in Schöneberg 15 junge Burschen, von denen zwei die Inhaber mit Pistolen bedrohten. Die übrigen 'uchten sich inzwischen Mäntel und Anzüge aus. Die Täter entkamen unter Mitnahme von 10 Mänteln und etwa 15 Anzügen. .Im Norden der Stadt erschienen nach Einbruch der Dunkelheit mehrere junge Burschen vor einer Gänseschl ächterei. Sie schnitten die vor den Schaufenstern hängenden Gänse ab. Insgesamt wurden 26 Gänse gestohlen. Auch hier enttarnen die Täter, — Infolge der täglichen Ladenplünderungen sind nunmehr vom Polizeipräsidenten neue Maßnahmen getroffen worden. Zur Förderung der Aufklärung jeder einzelnen in der Zeit vom 21, bis 24. ds. Mts. in Berlin etwa noch vorkommenden Plünderung eines Lebensmittelgeschäftes wird eine Belohnung von je 300 Mark ausgesetzt.
Die Winterhilfe des Reiches.
Das Reichs-Ernährungs-Ministerium und die Markt-Forfchungs- Institute. — Das Kapitel der Zuwendungen an Organifationen.