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Die Toten der Eis-Katastrophe von Senheim a.d. Mosel.

wißheit. Bekanntlich gehören auch fünf R deutsche zu der Expedition.

Eine geheimnisvolle Seuche, mögl weise das Gelbe Fieber, wütet unter den ini> schen Farmern des Lares-Tales, nahe bei 6 in Peru. 300 Menschen sind der Seuche b« erlegen.

= Eichenzell (Kr. Fulda). Der Auszüger Adalbert Reith feiert am 20. Dezember seinen 71. Geburtstag. Am 7. Dez. hat der Bahnhofsvorsteher a. D. Nikolaus Heilmann im Kreise seiner Kinder und Enkel seinen 72. Geburtstag begehen können. Beide Geburtstagskinder sind geistig und körperlich noch erstaunlich rüstig. In die­sem Zusammenhang seien die ältesten Ortsbürger er­wähnt. Es sind dies: Amandus L e i b o l d, 87" Jahre alt; Georg Hohmann, 84 Jahre; Bonifaz Müller, 8'2 Jahre; Ottilia Hohmann, 82 Jahre; Magnus Lei­bold, 81 Jahre; Josef Zeier, 80 Jahre; Magnus Eeith, 77 Jahre; Martha Dehler, 77 Jahre und Friedrich Schönherr, 76 Jahre. Möge allen ein fried­licher, sorgenloser Lebensabend beschieden sein.

Nach verwegener Flucht feflgenommen.

— Hanau o. w. Nachts statteten Einbrecher den Fir­men Wolwerth und Himmler in der Nürnbergerstraße einen Besuch ab. Durch die Wachsamkeit eines Haus­angestellten wurden die Täter aber verscheucht und flüchteten über ein steiles Dach in ein Nachbarhaus. Dort stiegen sie durch ein Abortfenster in die Wohnung des Spenglsrmeifters Pforr ein, dessen Mutter durch den Lärm wach wurde und sofort ihren Sohn benach­richtigte. Entschlossen hielt der Sohn die Einbrecher solange im Zimmer fest, bis die Polizei auf der Bild­fläche erschien und die verwegenen Diebe festnahm. Die körperliche Untersuchung der beiden Täter förderte eine Menge Einbrecherwerkzeuge an den Tag. Zweifellos hat man in den beiden Festgenommenen jene Einbre­cher zu suchen, die in letzter Zeit starke Beunruhigung in die Bevölkerung trugen und schwere Einbrüche be­gingen. ______________

* Große Branntweinsteuer-Hinterziehung auf- gedeckt. Der Dortmunder Zollfahndungsstelle ist es in Zusammenarbeit mit dem Finanzamt gelun­gen, eine langjährige Branntweinsteuer-Hinterzie­hung auf dem Gute des Rittergutsbesitzers Paul Schulz-Gahmen in Lünen - Gahmen auf» zuÄecken. In der Gutsbrennerei ist etwa vier Jahre lang in großem Umfange heimlich Brannt­wein erzeugt und der Versteuerung entzogen wor­den. Der dem Staat zugefügte Schaden geht in die hunderttausende. Der Besitzer, sein Sohn und ein Brenner sind festgenommen worden. Die bei­den Letzgenannten wurden/nachdem sie umfassende Geständnisse abgelegt hatten, auf freien Fuß gesetzt. Der Fall erregt weit über die Grenzen Westfalens um so größeres Aufsehen, als der B e s i tz e r V or- sitzender des Reichsverband-s deut­scher Korn-Branntweinbrennereien ehemaliger Reichstags« b geordnet er und Mitglied der Monopolverwaltung ist. Im Zu­sammenhang mit der Steuerhinterziehungsangele­genheit dürsten gegen mehrere der Beteiligten Verfahren wegen Erpressung eingelestet werden.

~ Marburg). Am Sonntag, den 18.

Dezember, starb, kurz vor dem vollendeten 80. Lebens- iu m • arn 28. Januar 1853 geborene Witwe Maria

Rath. Nied, geb. Fischer, Schwester des am 15. Dezem­

Ueber das Schicksal der vermißten französischen F i l m e x p e d i t i o n , die sich auf dem Dampfer „Sita" befindet, hat man bisher noch keine Ge-

Einbruch in ein Missionshaus.

— Limburg. Nachts statteten Einbrecher dem hiesigen Missionshaus der Pallotiner einen Besuch ab. Wahrscheinlich hatten sie es auf Kleider und Nah­rungsmittel abgesehen. Was ihnen in die Hände fiel, konnte im einzelnen noch nicht genau festgestellt werden. Es befindet sich aber ein größerer Geldbetrag darunter. Von den Tätern fehlt jede Spur. Die Pallotiner üben in großem Umfange Liebestätigkeit aus und an ihren Pfor­ten werden täglich zahlreiche Notleidende gespeist.

Ein Teilnehmer der Kaiser-Proklamation Versailles gestorben.

Der Landwirt Friedrich Wilsroth in Meus bei Merseburg, einer der letzten Zeugen der Kaiser-Proklo von 1871, ist im 84. Lebensjahre gesto

Die Königin von Dänemark.

die gegenwärtig mit ihrem Gatten, König stian X., zu Besuch am Londoner Hof weilt, !•< in Londoner Geschäftshäusern ihre Weihnacht taufe. Bekanntlich legt das dänische Könige Wert auf die allergrößte Unausfälligkeit Schlichtheit. g

Freistaat Hessen.

Ausschreitungen in jüdischen Warenhäusern.

Störung des Weihnachtsfriedens in Gießen und Mainz.

— Darmstadt. Das Landeskriminalpolizeiamt teilt mit: Am gestrigen Goldenen Sonntag sind in jüdi­schen Warenhäusern schwere Ausschreitungen be- gangen worden, denen offenkundig politische Ten­denzen zugrunde liegen. In der Hauptgeschäftszeit um 5 Uhr nachmittags wurden in Gießen in drei jüdi­schen Warenhäusern Tränengasbomben gewor­fen, gezeichnet M. G. E. (das Fabrikzeichen einer be­kannten Firma, die Schreckschußpistolen herstellt). Als Täter wurde ein 18jähriger S A-M a n n, der Volontär Wenzel, festgenommen, der Mitglied der nationalsozia­listischen Betriebszellenorganisation ist. Bei seiner Ver-

(Rhön) Herr Joseph Kiel von hier. Wie wir h explodierte eine Flasche mit flüssiger Luft, verletzte 41 Jahre alten Kiel schwer und richtete beträchtlichen terialschaden an. In der folgenden Nacht starb Schwerverletzte im Krankenhaus zu Salzungen. Witwe des Verunglückten, der sich wegen seines.bie! Wesens allseitiger Wertschätzung erfreute, sowie st vier kleinen Kindern wendet sich die allgemeine nähme der Bevölkerung zu.

— Lorsch. Am Sonntag trug man die sterbl Ueberreste der Frau Elisabeth Schachert vom zenbachshof zu Grabe. Eine fast unübersehbare von Leidtragenden gab der Verstorbenen die letzte t Man mag daraus die Beliebtheit ersehen, die sich ganz ausgezeichnete, gute Frau in allen Kreisen un engeren Heimatbezirkes erfreute. Von grundgüü Wesen, still und bescheiden, ohne viel Aufhebens von zu machen, hat sie im Stillen unendlich viel Gutes leistet. Für jeden hatte sie ein liebes, freundliches - für viele, die zu ihr kamen, eine offene Hand, wahrhaftig dazu hatte sie in den letzten zwei Not zehnten, die hinter uns liegen, reichlich Gelege, Man hörte sie niemals davon sprechen, aber man k< ihr gutes und vornehmes Herz und die herzgewinr Art, mit der sie zu spenden verstand. Unser Her- wird gewiß auch ihr, nach seiner Verheißung, Barw zigkeit schenken. Die Verstorbene übernahm von tl Eltern bei ihrer Verheiratung mit dem langjähr, dienstvollen Kreistagsabgeordneten und Bauermul Herrn Wilhelm Schuchert, den Lützenbachshof schen Geisa und Bremen, den sie bis vor Jahresfrist ihrem Gatten führte. Es lag nicht in Gottes Fug daß sie sich der wohlverdienten, beschaulichen Ruhe » erfreuen konnte. Ein hartnäckiges Leiden stellte bald ein, so daß sie sich viele Wochen einer Krankende behandlung unterziehen mußte. Vor vierzehn *a etwa wurde sie wieder nachhause entlassen, da 1 allen unerwartet die Trauernachricht von ihrem Heimgang. Allgemein ist die Teilnahme, die man P schwergeprüften" Gatten bezeugt. Möge sie ruhe» Gottes heiligem Frieden!

Autounglück auf vereister Landstraße.

I , = Büdesheim (Rheingau.) Auf der vereisten Land- straße nach Walluf geriet der Wagen der Baronin Langwerth von Simmern ins Rutschen und prallte mit einem aus entgegengesetzter Richtung kom­menden Lastkraftwagen zusammen. Die am Steuer des Personenwagens sitzende Baronesse Langwerth von Simmern trug schwere Kopfverletzungen und Schnitt­wunden im Gesicht davon, während die Baronin eine Gehirnerschütterung erlitt. (Eine weitere mitfahrende Dame wurde gleichfalls schwer verletzt. Die Baronin Langwerth von Simmern ist die Gattin des ehemaligen Reichskommissars für die besetzten rheinischen Gebiete in Koblenz.

Flugzeugnotlandung im Spessart.

= Aschaffenburg. Der Spessart, der erst vor kur- zem der Schauplatz des Flugzeugunglücks bei Cchtertal war, das bekanntlich fünf Tote zur Folge hatte, wäre beinahe wliejder einem Flieger zum Verhängnis ge­worden. — Der ungarische Gesandtschaftsfekretär von Herkelendy hatte in London das ehemalige Flugzeug des Prinzen von Wales übernommen, um es nach Bu­dapest zu überführen. Kurz nach Aschaffenburg stellte der Flugzeugführer einen Maschinendefekt fest. Er suchte nach einem freien Platz zum Landen. Bei Un- terafferbach ging das Flugzeug nieder. Dabei wurde die Maschine an Höhen- und Seitensteuer sowie an den Tragflächen leicht beschädigt. Der Führer kam ohne Verletzung davon.

Lorn Lastauto tödlich überfahren.

= Aschaffenburg. Der einen Malztransport der Brauerei Eder begleitende Heinrich Straulino von hier ist in der Nahe von Straßbessenbach tödlich verunglückt. Er wwd wahrscheinlich vom Lastauto hinten herunterge- fallen und überfahren worden sein, was vom Kraft­fahrer aber nicht bemerkt wurde, bis ihn ein Radfahrer davon verständigte.

von einem Fuhrwerk kokgedrückt.

— Aschaffenburg. In W indischbuchen geriet der 21jährige Knecht Eduard Horn beim Sandfahren zwischen sein Fahrzeug und einem großen Steinblock. Horn erlitt schwere innere Verletzungen und starb nach I kurzer Zeit.

Eduard Bernstein, der greise Vorkämpfer der sozialdemokratis, wegung in Deutschland, ist im Alter von 82 ren gestorben. Bernstein war der geistige ? des sogenannten „Revisionismus", der gemäl Richtung, der bei den inneren Aussetzungen Sozialdemokratie am Ende des vorigen Iah derts eine so große Rolle spielte. Von 190! 1928 gehörte er mehrmals dem Reichstag ar

ber 1920 verstorbenen hochw. Herrn Dechant Dr. Anton Fischer von Poppenhausen; sie starb am Tage feiner Beringung. Die Schwester der beiden, Anna Ma­ria, die Haushälterin des Herrn Dechant, lebt noch- sie ist geboren am 16. Nov. 1850. Noch im legten Som­mer konnte sie die Kirche besuchen, jetzt ist sie durch Beinbruch ans Haus gefesselt. In diesem Zusammen- hang verdienen noch erwähnt zu werden folgende noch lebende Greise und Greisinnen: Unser allverehrter Senior Joh. Ludwig Horst, geb. den 15. Dez. 1845, früher Heiligenmeister und Kirchenrechner. Er war 1871 mit in Paris und beherrscht heute noch einen ziemlich reichen französischen Wortschatz; bei seinem fabelhaften Gedächt- nis ist er sozusagen eine lebendige Dorschronik. Trotz seines schlechten Augenlichtes besucht er noch täglich den Gottesdienst. Ebenso ist tägliche Kirchenbesucherin Maria Anno Nau, geb. 23. Jan. 1846, obwohl sie vor drei Jah­ren einen Oberschenkelbruch erlitten hat. Ein 70jähriger Bruder ist Pfarrer in Amerika. Cs folgen: Johannes Änderns Schick, geb. 20. Nov. 1849. Konrad Maus, geb. 4. April 1852. Theresia Krähling, gebs 18. Oft. 1852. Wilhelm Rhiel, geb. 11. Dez. 1852. Heinrich Karl Gelzhäuser, geb. 15. Febr. 1852. Heinrich Jo­sef Nau, geb. 15. März 1853. Die genannten 11 Perso­nen zählen zusammen 888 Jahre, ein Patriarchenalter. Möge ihnen noch ein langer, glücklicher Lebensabend be­schieden sein.

Was geht in der Kasseler S A. vor?

— Kassel. Wie die Preisestelle des Gaues Hessen- Nassau-Nord der NSDAP, zu den Veröffentlichungen der Berliner „Montagspost" über Meutereien in ber S A mitteilt, handelt es sich um Uebernahrne von mafl-en Behauptungen des sozialdemokratischen „Kasseler Volksblattes". Eine Meuterei in der SA. habe nicht stattgefunden;, die Stürme feien nach. wie vor vollzählig (?) versammelt. Lediglich ein Sturm­bannführer sei wegen Dienstvergehens vorläufig seines Amtes enthoben worden. Alles andere feien unhalt­bare Gerüchte und Kombinationen, die jeder Wahrheit entbehrten. (Na, Na! Was hat denn der Sturmbann­führer verbrochen? Ist es richtig, daß Kartoffeln, die bei den Bauern für die sog. nationalfoziali- st i f ch e Winterhilfe gesammelt wurden, verkauft wor­den sind, um Geld für die Be Zahlung von SA.-Uniformen zu bekommen?)

Das gemeinsame Grab mik den fünf Kindersärgen.

dem Dövfchen Senheim a. i>. M tummelten sich die Kinder auf dem zugefrorenen Dorfteich. Plötzlich gab die dünne Eisdecke nach und 10 der Kinder versanken im Wasser. Fünf von ihnen, vier Mädchen und ein Knabe konnten nicht mehr gerettet werden. Das furchtbare Unglück möge überall zur Warnung werden, unter allen Umständen die Jugendlichen von ihrem Wagemut zurück­zuhalten, und sie erst dann auf das Eis zu lassen, wenn die Gewähr gegeben ist, daß sich etne tragfahige Decke gebildet hat. 01 '

Aus der Thüringischen Rhöu Aus Geisa und Umgebung.

— Geisa. (BestandenesExamen.) Herr ftub. I pharm. Escher, Praktikant an der Hirschapotheke zu Geisa, bestand als Einziger der Kandidaten der Rhön seine pharmazeutische Vorprüfung mit gutem Erfolg in | Weimar. Herr Escher war ursprünglich Papiertechniker und wandte sich später der Pharmazie zu. Als hervor- I ragender Kunstturner hat er besonders unter der sport­begeisterten Jugend zahlreiche Freunde. Wir gratulieren ihm zu seinem schönen beruflichen Erfolg!

= Geisa. (Weihnachtstheater der Klein­kind e r s ch u l e!). Am vergangenen Sonntag fand wie alljährlich zu Weihnachten ein Theaterabend der von den Englischen Fräulein geleiteten Kleinkinderschule statt. Nach einem von der ehrw. MaterM arieTherese verfaßten, von einer Schülerin der Töchterschule vorge­tragenen Prolog wickelte sich das reichhaltige Programm der Kleinen in buntem Wechsel ab. Erstaunlich war die Vielfältigkeit des Gebotenen, wunderbar die Sicherheit ber jungen „Künstlerschar". Mit ganzer Seele waren bie Kleinen und Kleinsten dabei, so daß das Spiel ihnen wirklich zum Erlebnis wurde, so sehr, daß sie's gar nicht notwendig hatten, sich sklavisch an den Text zu klammern. So fiel aus ureigenstem Empfinden heraus manche Zwischenbemerkung, die selbstverständlich, weil sie erdge­wachsen war, jedesmal bei den Großen stürmische Heiter­keit auslöste. Es ist unmöglich, im Rahmen eines kurzen Rückblicks Einzelheiten zu bringen, aber die kleine Lina Müller und ihr Schwesterchen muß man doch füglich er­wähnen, weil sie sich ihrer schweren Rollen mit großer Sicherheit und vollem Verständnis entledigten. Die letzte Nummer vereinigte nochmals die ganze Schar unter dem brennenden Weihnachtsbaum. Den glänzenden, über­glücklichen Kinderaugen konnte man die Freude über die wohlgelungene Veranstaltung anmerken, bei der sie dabei fein und mitwirken durften. Herr Dechant Martin dankte zum Schluffe den guten Schwestern für die außer- gewöhnliche Mühe und Arbeit, die sie sich mit den Kin­dern gemacht und für die genußreichen und erbaulichen Stunden, bie sie den Eltern und den anderen zahlreich Erschienenen bereitet haben.

— Lorsch. (T ö d l i ch v e r u n g l ü rf t.) Am Sams­tag früh verunglückte aus der Schachtanlage Hattorf

Bäder und Kurorte.

— Fachinger wasser soll billiger werden! Aus Ber­kin wird gemeldet: Im Preußischen Landtag beschäf­tigte sich die Sentrumsfrattion in einem Antrag mit der volksgesundheitlichen Bedeutung des Fachinger Mineralwassers und weist darauf hin, daß die minder­bemittelten Volksschichten infolge des außerordentlich hohen Preises dieses Mineralbrunnens — die % Liter­slasche wird vielfach mit 60—70 Pfg. verkauft — nicht in der Lage sei, das gesundheitlich wertvolle Mineralwasser zu kaufen. Das wird nicht nur von allen Freunden zur Förderung der Volksgesundheit, sondern auch von den Anhängern der Antialkoholbewegung sehr bedauert. Un­ter Hinweis daraus, daß der Fachinger Mineralbrunnen Eigentum des Staates sei, wird das Staatsministe­rium ersucht, dem Landtag den Vertrag bekannt zu ge­ben, der zwischen dem preußischen Staat und der Der- triebsgesellschaft für Fachinger Mineralwasser abgeschlos­sen ist und dafür zu sorgen, daß der Verkaufspreis im Interesse der Volksgesundheit erheblich gesenkt wird, da­mit auch die breiten Volksschichten, besonders die Kran­ken, mehr als bisher in ber Lage find, sich dieses heil­kräftige Wasser zu besorgen.

— Großenbach (Kr. Hünfeld). Die dritte Advents­woche brachte unserer Psarrgemeinde die große Gnade einer Missionserneuerung. Herr Oblatenpater Liers, der ja durch seine frühere' segensreiche 12jährige Tätigkeit im Kloster Hünfeld Land und Leute unferes Kreises sehr gut kennt, hat es verstanden, die Herzen der Pfarrangehörigen nachhaltig auf ihr ewiges Ziel hinzu­weifen. Am Morgen und Mittag waren die Predigten für die ganze Gemeinde, am Abend waren ungefähr 60 Jünglinge und Jungmänner begeistert um ihren Mis­sionar geschart. Sie lauschten mit großer Sammlung feinen Worten, wenn er ihre Pflichten schilderte, wenn er sie vor den modernen Gefahren warnte, wenn er sie aus ihr ewiges Ziel hinwies. Den Glanzpunkt bildete der vergangene Sonntag: Generalkommunion der gan­zen Gemeinde am Morgen, Weihe an die Muttergottes am Mittag vor dem reichgezierten Morienaltar, das Fuldaer Bekenntnis der Jungmannschaft zu Christus, ihrem König, ihre Aufnahme in die Sturmschar Jefu Christi, die Weihe des Christuswimpeks durch den Mis­sionspater. Möge die ganze Pfarrgemeinde unter der Fahne Jesu Christi den guten Kampf kämpfen und bis Zum Ende unter dieser Fahne ausharren nach dem Wahlspruch der Papstgarbe: „Tapfer und treu".

Südkurhessens erster Schafmarkt.

— Wächtersbach. Die von feiten der Stadt- bezw. TOarftüerroalfunn unternommenen Versuche, den jeweili­gen Wächtersbacher Nuhviehmiirkten einen periodischen Schafmarkt für das südliche Kurhessen anzugliedern, ha­ben zu annehmbaren Erfolgen geführt. Die städtischen Körperschaften Haden daher beschlossen, die Schafmärkte künftig ständig abzuhalten.

Neues aus Frankfurt.

— „Senckenberg" in Rot. Frankfurts volkstüm­lichste Stiftung, die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft mit dem mustergültigen Museum, hatte vor rund zehn Jahren mehr als 13 000 Mitglieder. Durch die Not der Zeit ist die Ziffer auf etwas mehr als 4000 heruntergegangen. Infolgedessen ist die Gesellschaft in schwerste finanzielle Bedrängnis geraten. Einzelne Ab­teilungen hätten ihre Arbeiten bereits einstellen müs­sen, wenn nicht der Ehrenpräsident, Geheimrat Arthur von Weinberg, immer und immer wieder reiche Mittel zur Verfügung gestellt hätte. Trotzdem weist der neue Haushaltsplan für 1933 einen Fehlbetrag von 32 000 Mark auf, dessen Deckung vorerst unmöglich erscheint. — Dem Senckenberg-Museum sind im verflossenen Jahre wieder reiche Schenkungen zugeflosfen. Freiherr von Goldschmidt-Rothschild schenkte eine schöne Löwen­gruppe aus Ostafrika. Aus Madagaskar brachte Prof. Bluntschli eine Fülle von Tieren mit. Kustos Dr. Haas bereiste Mittelafrika und sammelte hier Tausende von Objeckten für das Museum. Erhebliche Bereicherun­gen erfuhr auch die mineralogische und paläontologische Sammlung. Das Museum wurde 1931-32 von mehr als 50 000 Personen besucht. Die neue Forschungsstätte „Senckenberg am Meer" entwickelt sich sehr günstig.

— Rebel begünstigt einen frechen Diebstahl. Unter dem Schutze des überaus dichten Nebels, der seit Mit­tag über ber Stadt lagert, wurde abends kurz nach 18 Uhr in der Westendstraße ein unglaublich frecher Dieb­stahl verübt. Eine soeben aus Amerika heimge­kehrte Frankfurterin ließ ihre beiden großen Schiffskoffer durch zwei Dienstmänner nach ihrer Woh­nung in der Westendstraße fahren. Während die Män­ner den ersten etwa 2'4 Zentner schweren Koffer in das Haus schafften, wurde der andere rund 3 Zentner schwere Koffer in dem dichten Nebel von Dieben fortgeschleppt. Alle sofort aufgenommenen Nachforschungen biteben ergebnislos. Der Koffer enthielt außer Kleidern, Män­teln, Wäsche, Büchern noch viele Geschäftspapiere im Gesamtwerte von 5000 Mark.

Fuldaer Land und Nachbaraebiet!

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ungefähr zur gleichen Zeit ebenfalls in drei jüdischen Wa­renhäusern Tranengasbomben geworfen, ohne daß die Bomben selbst gefunden werden konnten. Die Ergreifung der Tater steht bevor. Verschiedene Anhaltspunkte lassen darauf schließen, daß anderwärts ähnliche Anschläge ge­plant waren, so daß der dringende Verdacht besteht, daß diese Störungen des Weihnachtsfriedens planmäßig vorbereitet worden sind.

Aus Oberhessen.

kreis Marburg-Kirchhain,

— Warburg. Mit Rücksicht auf bie historische Be­deutung des Kreises Kirchhain hatte der Kirchhainer Magistrat bei dem Kreisausschuß Marburg beantragt, die Kreisbezeichnung Marburg-Kirchhain beizubehalten. In der letzten Sitzung hat der Kreisausschuß diesem Antrag stattgegeben, so daß nunmehr das Staatsmini- jterium die letzte Entscheidung zu treffen hat.

Nachlässige Geschäftsführung bei einer Darlehnskasie.

Unterschlagungen von 90 000 Mk.

— Marburg. Ein interessanter Prozeß, dessen Dauer man auf einige Tage schätzt, rollt vor dem Gro­ßen Schöffengericht aus Marburg, das zu diesem Zweck nach Schlierbach kommt. Es handelt sich bei dem Pro­zeß um die Klarstellung von Fehlbeträgen und Unter­schlagungen von 90 000 Mark bei der Schlirbacher Spar- und Darlehnskasie. Angeklagt sind vorläufig der ehemalige Geschäftsführer der Kaffe Jakob Vietor das Vorstandsmitglied Wickeri und das Mitglied Siebert. 3u dem Prozeß, dessen Voruntersuchung allein !%• Jahre in Anspruch nahm, sind 50 Zeugen geladen. Der angeklagte Rechner Vietor, ber seit mehr als 20 Jahren der Kasse als Geschäftsführer vorsteht, besaß selbst ein größeres Getreidegeschäft, obwohl die Kasse auch die Mitglieder mit Getreide- und Düngemitteln versorgte. Er genoß ein so starkes Vertrauen, daß es vorkam, daß die Landwirte jahrelang nicht abrechnete,i. Obwohl die Unterschleife nachweislich seit der Inflation begonnen hat, wurde bei den verschiedenen Revisionen niemals eine Unregelmäßigkeit entdeckt. Die Nachläs- stgkeit in der Geschäftsführung war außerordentlich groß. So tagten Aufsichtsrat und Vorstand nie in der gesetzlich vorgeschriebenen Weise. Durch eine im vorigen Jahr unvermutet oorgenommene Revision wurden bann die Unregelmäßigkeiten feftgcftellt, wobei sich beispielsweise ergab, daß von über 100 Mitgliederguittungsbüchern noch nicht zehn stimmten. Die Verhandlung, die in ei- nem Schlierbacher Lokal ftattfinbet, wird ergeben, ob nicht auch noch ein Verschulden weiterer leitender Per­sonen des Vereins vorliegt.