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NILS
21. Dezember
Beilage zur Fuldaer Zeitung
Deutsche Jugend im Arbeitsdienst
Oder zum Thema
Dritte ein« Art Amokläufer/
verbildeten Besucher Eindruck.
S-
Ar« im
deutschen Volke zukommen lassen, und Haffen wir die Bereitstellung der nötigen Gelder, daß weitere beiten durch den freiwilligen Arbeitsdienst auch hiesigen Bezirk verwirklicht werden können.
Wilhelm Fischer-Erfurtshausen, Abiturient, Heimich H e b e r l e - Langenstein, Techniker.
wenn der Morgenstern noch lange hinter den Bergen schläft, da geht im Land schon ein mächtiges Singen und Klingen an. Die große Glocke ruft und ladet über Berg und Tal. Auf allen Bergen wird's lebendig, überall beginnen die Fensterscheiben zu leuchten, und schon kommen Lichter und Fackeln den Berg herunter, einzeln und in langen Reihen. Aus den hohen Kirchensenstern scheint auch bereits Helles Licht, und alles strömt der Kirche zu. Wie einst die Hirten von den Hügeln um Bethlehem ins Tal herniederstiegen, so ziehen auch da die Leute heran, das Herz voll Glauben und Liebe. Und drinnen in der Kirche ist alles übersät von Lichtern und Flämmchen. Da rauscht schon die Orgel in feierlichen Klängen, und es beginnt das Rorate oder „güldenes Amt". — Das gute christliche Volk kann die heilige Weihnacht kaum mehr erwarten, es feiert schon eine kleine Weihnacht voraus in den „güldenen Aemtern". Diese Vorweihnachtsfeier gilt aber hauptsächlich der lieben Gottesmutter Maria, die uns um Weihnachten die
5-6000 geschulte Lagerführer verfügbar zu haben. In aller Stille, unbeachtet von einem großen Teil der Oeffentlichkeit, vollzieht sich, zumeist fern dem Häusermeer der Großstädte, eine Erziehungsarbeit von weittragende r Bedeutung. Wenn man einen Besucher eines gut geleiteten Führerschulungskurses fragt, was auf ihn den stärksten Eindruck gemacht habe, so wird man zumeist hören: der kameradschaftliche Gei st, der ich nach einigen Wochen bereits zwischen den Vertretern der verschiedenen weltanschaulichen Richtungen einstellt. Was sich in den Straßen der Städte, in Versammlungslokalen und in der Presse oft erbittert bekämpft, findet hier zu einander. Man schleift sich ab. Man hat Gelegenheit, die Argumente des „Gegners" kennenzulernen. Politische Gegensätze verlieren die überscharfen Kanten. Der Wille zur nationalen Gemeinschaft wird klar, zur übergeordneten Haltung des Staates, zu den volksverbindenden Aufgaben der Allgemeinheit. In streng geordneter Lebens-, Arbeits- und Bildungsgemeinschaft werden hier Brücken geschlagen, keimt die Erkenntnis auf:' Teil eines Volkes, eines Staates zu fein. Vielleicht ist dieser Brückenschlag — jenseits von den wirt- schaftlichen Zweckbestimmungen — seelisch und staatspoli- tisch das wichtigste Positivum des freiwilligen Arbeits- dienstes, fein bleibender und zukunftsträchtiger Wert.
Verlages Eduard Bloch, Berlin. Zur Aufführung ist an sich der Bezug von 10 Exemplaren vorgeschrieben, jedoch ist es neuerdings möglich, durch den sogenannten Notbezug das Aufführungsrecht durch den Bezug von 5 Textbüchern zu erwerben. Jedes Einzelbuch kostet 1,60 Mark, fo daß es jedem Verein möglich ist, die Kosten für die Rollen aufzubringen. Zur Aufführung sind erforderlich
11 oder weniger männliche und 3 oder weniger weibliche Spieler, d h. es können einige Rollen von demselben Spieler gespielt werden. Es ist z. B. möglich, daß die zwei weiblichen Nebenrollen von derselben Person gespielt werden, welche die Hauptrolle spielt. So wird also die Aufführung nicht an dem Mangel an Spielern scheitern.
Das Spiel ist für die Derbandsbiihne gedacht, kann je- doch auf jeder anderen Bühne gespielt werden, da ein Studierzimmer, ein Garten, eineStraße und auch für das Vorspiel die Hölle durch einfachste stilisierte Hilfsmittel angebeutet werden können. Auch die Kostümfrage kann nicht allzuschwer gelöst werden. Es sind Gewänder des ausgehenden Mittelalters, die man sich leicht mit einigem Geschick herstellen kann. Da das Spiel etwa 2 Stunden dauert, wäre ein ganzer Theaterabend damit ausgefüllt. Wenn der Spielleiter vorher eine kurze Einführung in die Art des Spieles und feine Entstehung gibt, vielleicht noch aus dem alten Volksbuch vom Doktor Faust einen kurzen Abschnitt vorlesen oder ein entsprechendes Sieb fingen läßt, oder wenn er eine Musikkapelle zur Verfügung hat, so ist der Theaterabend fertig. Keineswegs aber sollte man noch ein anderes kurzes Stück, etwa einen Schwank, eine Groteske, auf deutsch Schmarren, ober bergl. spielen lassen, bamit die üblichen 3% bis 4 Stunben bes Theateradenbs heraus kommen. Auf biefe Weise wirb der ganze Eindruck verwischt, und der Abend kann für den Zuschauer zu einer wirklichen Qual roerben.
Das Stück kann bei einigermaßen guten Leistungen einer Spielgruppe von jebem Verein gespielt werden, nur sollte man sich nicht schon beim ersten Spiel überhaupt daran wagen, denn einiges Können wird doch vorausgesetzt. Es spielt auch keine Rolle, ob bas Spiel in ber Stabt ober auf bem Sanbe ausgeführt werben soll. Inhalt unb 3bee machen sicherlich auf jeben un-
Aührer-Schulung ist notwendig.
Don offiziöser Seite wird uns folgender Aufsatz zum Abdruck zur Verfügung gestellt:
Der Arbeitsbienstgedanke setzt sich durch. Aus der Not unserer Tage geboren, hat er überraschend schnell in verschiedensten weltanschaulichen Lagern an Boden gewonnen. Zusehends breitet er sich aus, erfaßt selbst Kreise, die ihm lange Zeit widerstrebten. Auch in Zukunft, so undurchsichtig sie sich vor unseren Augen breitet, wird die Idee des Arbeitsdienstes unter allen Maßnahmen zugunsten der jungen Generation eine besonders wichtige Rolle spielen. Seine endgültige Durchsetzung aber unb bie planvolle Weiterführung ist nicht zuletzt eine Führerfrage geworben. Sollten die weitaus- greifenben Ziele des freiwilligen Arbeitsdienstes auf volkserzieherischem, arbeitspädagogischem und wirtschaftlichem Gebiet voll erreicht werden, dann wird auf die Auswahl der Lagerführer entscheidender Wert gelegt werden müssen. Ein Heer von Arbeitsdienstwilligen arbeitet, aufgestellt zumeist in kleine Lagergemeinschaften, in allen deutschen Gauen. Was in den Lagern an werktätiger Arbeit geleistet wird, welcher Geist unter den Arbeitskameraden herrscht, ob es gelingt, parteiischer Zerklüftung unb jeglichem Egoismus entgegenzuwirken, — alles bas hängt zu sehr wesentlichen Teilen von der Persönlichkeit und den Fähigkeiten des Lagerführers ab.
So wertvoll die freiwillige tatkräftige Mitarbeit großer Organisationen an der Durchführung des Arbeitsdienstes ist, bie Führerausdilbung muhte der Staat im Interesse der Sache selbst in die Hand nehmen. In allen Gebieten Deutschlands wird heute eine staatliche Führerschulung durchgeführt. Eine Reihe von Kursen sind bereits abgeschlossen worden. In solchen Kursen werden etwa6Wochenlang4 0—6 0 geeignete junge Leute, die bereits im Arbeitsdienst praktisch tätig waren, zu enger Arbeits- und Bil- bungsgerneinschaft zusammengefaßt. Auf Vorchlag der intereffierten Verbände entsenden die Bezirkskommissare für den freiwilligen Arbeitsdienst diese jungen Leute zu den Kursen. Aber auch außerhalb des Derbandslebens Stehende werden unmittelbar von den Bezirkskommifsa- ren zur Führerschulung geschickt.
Im ganzen bedeuten diese Kurse eine harte Schule für die Teilnehmer. Von früh bis spät sind sie ausgefüllt; praktische Werkarbeit verbindet sich mit geistiger Schulung. Spaten unb Hacke sink» ebensogut Werkzeuge wie Buch unb Feber. Der Unterricht insbesonbere erstreckt sich nicht nur auf die technischen Fächer. Was muh ein Arbeitsbienstführer nicht alles können, um später ein Lager einrichten unb technisch unb organisatorisch leiten zu können! Der Unterricht umfaßt auch regelmäßig Staatsdürgerkunbe ober ähnliche Gebiete . Zur Erreichung ber volkserzieherischen unb staatspolitischen Aufgaben des freiwilligen Arbeitsdienstes ist es von größter Bedeutung, daß die künftigen Führer objektiv und überparteilich mit den Fundamenten und den Schicksalsfragen unseres Volkes und Staates vertraut gemacht werden. Neuerdings werden auch sogenannte Nach schu- lungskurse abgehalten, um Leute, die sich bereits als praktische Lagerleiter bewährt haben, in etwa 1—2 Wochen zu einer Schulungsgemeinde zusammenzusassen.
Das Ziel ist, im nächsten Frühjahr etwa
»Führer-Auslese" im Führerlager.
lieber die Wirklichkeit gibt folgender Bericht eines Arbeitsdicnftwilligen Aufschluß:
Die Führerfrage ist heute das wichtigste Problem im freiwilligen Arbeitsdienst. Bon ihr hängt in erster Linie ab, was aus diesem ersten großzügigen Versuch zur Eingliederung der jungen Generation in den Staat wird. Mit Recht sind daher in den letzten Monaten überall Schulungskurse zur Führerbildung im Arbeitsdienst eingerichtet worden, aber leider scheinen sie noch nicht immer ganz zu funktionieren. Die „Tägliche Rundschau" ist in der Gage, einen drastrschen Bericht aus bem soeben zu Enbe gegangenen ersten Führerlager für Brandenburg in Löwenberg- Mark zu veröffentlichen, der zwar gewiß nicht verallge- meiner! werden kann, aber doch fo stark mit Meldungen
Lasset uns singen!
Drei Lieder weiß ich und sonst keins
In jedem Sang ist davon eins:
Mein Herr ist auferstanden, Gelöst sind wir aus Banden.
Mein Herr ist weh gestorben, Das hat uns Heil erworben.
Mein Herr, o süß ist solcher Wein, Ward uns ein kleines Kindelein —
Ich kann es nicht ermessen. Ich kann es nicht vergessen.
Heul' singe ich das Lied allein:
Gott war ein Kind, so arm, so klein.
Und hat mein ganzes Leben Zu diesem Lied gegeben.
Ruth Schaumann.
wahre Christfreude mit dem lieben Christkindlein bringen soll. Sie hat das Christkind schon bei sich, unb barum fingen unb jubeln ihr bie Gläubigen zu unb bitten herzinnig, sie möchte es auch ihnen schenken Der heilige Abvent ist so recht die Frühlingszeit auf Weihnachten. Zart und liebinnig tönen bie süßen Frauenlieder beim „güldenen Amt".
Ave Maria klare,
Du lichter Morgenstern, Du bist ein' Freud' sürwahre Des Himmels und der Erd'. Erwählt von Ewigkeit Zu fein ein’ Muttergottes Zu Trost der Christenheit.
Wir alle wollen der Mahnung des heiligen Paulus nachkommen, die er zu dieser Frist an uns richtet:
„Freuet euch im Herrn allezeit, unb noch einmal sag' ich euch, freuet euch!"
Schulungs-Kursus des Mndthorfibundes vom 23. bis 28. Januar 1933 in Fulda. Anmeldungen schon seht an Dr. Sauer, Fulda, Redaktion der „Fuldaer Zeitung".
tneraben", Dienstmädchen usw. Daß bie Freude an der Werkarbeit darunter litt, ist wohl klar . . .
Ein Kamerad erkrankt an Blinddarmentzündung, wird in die Kreisstadt transportiert und operiert. Der Leiter lehnte es ab, sich zu verabschieden, er hat niemals über das Ergehen berichtet. Dagegen erlitt er am Ende einen anderen wahrhaft großen Seelenschrnerz, der von dem Gros der Belegschaft gebührend mitgesuhlt wurde:
Die Behörde hatte es abgelehnt, zum Abschied Bier zu stiften. Nach sechs Wochen kein amtliches Abschieds- hier! Soll man es glauben? Infolgedessen zerstreute sich mangels anderer Bindungen das Völklein in sechs Lokale, um die eventuellen Ersparnisse aus 30 Pig. Taschengeld zu verflüssigen
aus anderen Lagern übereinstimmt, daß rechtzeitig bie Hand auf b<n wunden Punkt gelegt werben muh. Denn so geht es in der Tat nicht!
Wir geben aus dem Bericht, dessen Verfasser eingangs schildert, wie sehr er sich Gewissensskrupel darüber gemacht habe, ob er ein „Führer" unb somit berechtigt zur Teilnahme an dem Führerausbildungskursus sei, einige Absätze wieder:
„Die Sache war halb so wild. Sie wurde sogar recht zahm. Da gab es nämlich wohlbeleibte und würdige Familienväter, die mit dem „Herrn Kursusleiter" verständige Gespräche über Gehaltsklassen, Penlionierungs- aussichten und Kontrolleurposten führten. Da gab es Kameraden mit Plattfüßen, die keinen Schaftstiefel vertrugen, mit Bruchbändern, die bas Arbeiten schlechthin verhinberten, mit zarter Haut, bie beim Berühren von Schipenstielen Ausschlag bekamen, ehemalige Kaufleute, bie noch nie im Leben irgend etwas mit Jugendbewegung ober körperlicher Arbeit zu tun hatten, ahnungslose Kinber der unberührten ländlichen Hilfsschule. Ein buntbewegtes Bild!
Eine nie versiegende Quelle edler Ueberraschungen bot die Person des titel stolzen Lagerleiters, dessen Aufgabe es war, 60 Persönlichkeiten zu „bilden", die der arbeitslosen deutschen Jugend Führer sein sollen. Für ihn gab es außer den noch ungeklärten Gehalts- und Pensionsfragen sowie der Bedeutung der dienstlichen Formulare, über die er „dozieren" sollte, „keine Probleme". Für alles andere hatte er eine verschwenderische Fülle von „Beispielen aus der Praxis"
Etwa auf dem Gbiet der Behandlung von Fürsorgezöglingen? „Fürsorge gar nicht aufnehmen! Habe drei Stück gehabt: einer war Päderast, einer Kleptomane, ber
ber Drückeberger? „Man nehme eine Schüfst! Linsen unb eine Schüssel Erbsen, schütte sie zusammen unb los e ben Simulanten auslesen. Am anberen Tag melbet er sich unter Garantie in ben Graben!" — Freizeit, Un- terhaltung im Lager? In Frage kommen Tricks vom Zauberkönig aus der Friedrichstraße. Stockt der Fluß ber Darbietungen, so entsinnt sich der Herr Surfusleiter eines Gedichtes „aus feiner Stubentenzeit", das er zufällig in ber Brieftasche trägt; Hochzeitsnachtsepisobe von massivster Wirkung, aus der 10. Muse.
Der glückliche Zufall hate m die Näh« der Arbeit»- stelle ein Wirtshaus verlegt, wohin man bie dienstliche Tätigkeit nach ermübenbem Zusehen verlegen konnte. Diese bestand in Festlegung von Plus- unb Minuspunkten nach geheimen Systemen. Dabei würben Horchpostcn verwendet, Zwischenträger, bestellte .La
dern weinenden Bäumchen auf die Achsel und flüstert ihm ins Ohr: „Gerade du wirst ein Christbäumlem!"
Weiter unb weiter schreitet die Nacht. In Stadt unb Dorf ist ein Lichtlein nach bem anbern schlafen gegangen, unb die Hellen Fenster an ben Häusern haben fast sämtlich ihre Augen geschlossen. Der Vollmonb steht aber setzt mitten über der Welt unb gießt eine solche Flut seines märchenhaft grünen Lichtes auf bie Erbe her» nieber, baß alle Schatten bamit zugebeckt werben. Hinter ben Bergen herauf steigen neue prangende Sternbilder: bie „Senfe", ber „Rechen", bie „Triangel", bas „Rab". Sie funkeln wie Ebelfteine unb äugeln fo lebhaft bem Monbe zu, als ob sie im eifrigsten Gespräch mit ihm wären. Es ist zu weit fort, als baß man hören konnte, von was sie reben. Aber benten kann man sich's. Don was sollen sie benn reben als vom na« henben lieben Christfest?
Unb weiter schreitet bie Nacht, langsam wanbelt sie dem Morgen zu. In aller Herrgottsfrüh aber, wenn bas Dunkel noch keinen Rührer tut, wenn bie Vöglein brau« fcen im Wald ihr Köpflein noch tief zwischen ben Beinen im warmen Gefieber drinnen stecken haben, unb
In der Tat, diese Beispiele genügen. Und die solchermaßen staatlich gebildeten „Führer" sollen nun auf die arbeitswillige deutsche Jugend losgelassen werden? Und da soll man noch Respekt behalten vor ben Füh- rerbiplomen, bie laut amtlicher Mittleilung zwei Dritteln ber Teilnehmer bes Löwenberger Führerkursus zuerkannt wurden? Soll nicht fürchten, baß bie „durchgefallenen" Führeranwärter dies Geschick am Ende des- halb mit erlitten, weil sie über Pensionierungsfragen nicht mitreben konnten (ober wollten)?
Vorschläge für den Theater-Abend.
Was sollen wir spielen?
Auf ber Suche nach geeigneten Stücken für die Laien- s bühne ist es oft notwendig, auf ältere Stoffe zurückzu- Sreifen. Die neueren Sachen, selbst viele, die etwa im Aühnenvolksbund erschienen sind, eignen sich meist' nur für bestimmte Kreise ober stellen Anforderungen, denen . die wenigsten Spielscharen aus unseren Iugendoereinen gewachsen sind. Oft bilden auch die Bühnenverhältnisse das große Hindernis einer stilgemäßen Aufführung gerade ber Stücke, bie für bas neue Laienspiel an sich ge« i eignet wären.
Der Spielleiter wirb barum gern auf ein Stück zu- ^Df greifen, bas im Laufe ber Zeit bie Probe bestanden | hat unb auch für die heutige Bühne, vor allem bie Iu- genbbühne, noch in Frage kommt. Es fall beshalb in ? diesem Zusammenhang auf ein Stück hingewiesen wer- den, bas eigentlich aus bem Volke selbst heraus entstan- den ist. Gemeint ist bie bramatische Gestaltung bes Le- \ bensschicksals bes berühmten Doktor Faust, ber lange \ Jahrhunderte bie Phantasie bes Volkes beschäftigt hat. In vielerlei Bearbeitungen ist fein Leben auf bie Bühne gebracht worben. Vor allem war es bas Puppenfpiel, bas l W einer großen Volkstümlichkeit in früheren Jahrhunber- *en geworben ist unb auch heute noch auf jeben unoer- bildeten Theaterfreund, ber echte Volkskunst sehen will, ! °'"en großen Einbruck macht. Gerabe bas Lebensschick- ’at bes Erzzauberers unb Teufelsbeschwörers Faust wurde in immer neuen Bearbeitungen Grundlage ber i ”erfd)iebenen Puppenspiele. Die Volkstümlichkeit bes I «tückes gewann später baburd), baß man eine luftige y öttson, ben Kafper, einfügte, ber zunächst bie Pausen | "Uszusüllen hatte durch seine Spässe, dann aber immer ^°hr in das Spiel selbst eingriff unb zu ber zweiten i Hauptperson neben Doktor Faust selbst würbe.
| .. Natürlich kann bie heutige Laienbühne nicht eines °>eier alten Faustspiele, auch nicht in der Form der Pup- ^"spiele, einfach übernehmen. Wir besitzen aber eine I '°.hr gute Bearbeitung der alten Puppenspiele, die eigens s die Iugendbühne von Erich Scharff unter dem | *«* „Doktor Faust" zusammengestellt ist. Erschienen t * 11 in der Reihe der „Norddeutsche Laienspiele" des
Ein Eiszäpflein knallt, dem sehnsuchtskranken Bäum- s chen ist eine Träne aus bem Auge gefallen. Das haben i die Sterne gesehen unb gleich fliegt einer herunter in großen Bogen über Himmel unb Walb, unb fliegt just
Menschen. Wir Jungen wollen keine Unterstützungen, wir rollen Beschäftigung, und die bot uns der freiwillige Arbeitsdienst. Deshalb ließ uns der freiwillige Arbeitsdienst wieder an eine Zukunft glauben. Dadurch, daß die Jugend wieder eine bejahende Einstellung zu Gegenwart, Staat unb Volk erhält, wird sie dem Staate wieder gegeben. Gibt man der Jugend keine Arbeit, so wird sie leicht an der wirtschaftlichen Krise der Jetztzeit fcheiiern unb sich mit umstürzlerischen Ideen beschäftigen. Möge die segensreiche Einrichtung des freiwilligen Arbeitsdienstes weiter seine Früchte dem .... auf
Kampf um die karge Heimatscholle.
Dränage von Ackerländereien und vorfluibefchaf- fung durch den sreiwitt. Arbeitsdienst in Erfurtshausen, kreis Marburg.
Zwei Apbeitsdienstwillige schreiben uns:
Auf bem Arbeitsmarkt spielt heute der freiwillige Ar- beitsdienft eine wichtige Rolle. Tausende erwerbslo.e Jugendliche im Alter von 18—25 Jahren konnten in bem nunmehr hinter uns liegenden Jahre im freiwilligen Arbeitsdienst Beschäftigung finden.
Im fteiwilligen Arbeitsdienst wurden auch die Ent- wässerungs- und Vorflutarbeiten in ber Gemarkung Er furtshausen durchgeführt. Rund 40 Arbeitsfreiwillige haben in der 11 Wochen langen Bauperiode ein hohes Maß von wirklich volkswirtschaftlich wertvoller Arbeit geleistet. Hier haben fleißige Hände rund 30 Hektar e n tw äff er un g sb e- dürftiges Ackerland durch Röhrendränage unter der sachkundigen Leitung des Kreiskulturbaumeisters Giesler und den bewährten Vorarbeitern Roder, Kirch- Hain und Trier, Niederwald innerhalb der vom Arbeits- amt festgesetzten Frist trocken gelegt.
Die Arbeiten haben allseitige Anerkennung der Er- furtshäufer Bevölkerung gefunden. Vor der Dränage war es in regenreichen Jahren kaum möglich, bie Steifer mit Pferd und Wagen zu betreten. Nach erfolgter Entwässerung zeigte sich gleich nach wenigen Tagen der Erfolg. Kaum waren die Dränagegräben fertiggeftellt, tarn auch schon ber Landwirt zur Bestellung feines Ackers. Jetzt zeigen sich auf dem Acker noch kürzerem Regen keine Wassertümpel mehr. Sämtliches über- ichüsfige Tage- und Grundwasser wird nunmehr von den unterirdischen Rohrkanälen aufgefaut und den Dörflich anlagen zugeführt. Eine Auswinterung von Winter- getreide, wie dies vor der Dränage der Steifer ohne Ausnahme Jahr für Jahr der Fall war, wird nunmehr faum noch möglich fein.
Trotz des länger anhaltenden Regens und des starken SBafferanbranges in den Dränagegräben waren die Slrbeitsfreiroilligen immer wohlauf. Auch die Leistungen waren gut.
Jeder der Arbeitsdienstwilligen suchte sein Bestes in jeder Weise an Arbeit und Humor herzugeben. Die Einigkeit unter den Jugendlichen und das gute Verhält- nis zu den Vorarbeitern verdient ganz befonbers her- oorgehoben zu werden. Die Arbeitsbienstwilligen, d'.e sich aus ben verschiedensten Berufsständen gruppierten, waren aus Langenstein, Niederwald, Schweinsberg, Erfurtshausen unb Mardorf. Wo Vater und Brüder er- werbslos waren, da brachte der Jüngste vom freimütigen Arbeitsdienst jeden Samstag den Wochenverdienst mit nach Hause.
Jedoch nicht nur materiellen Nutzen hatte ber freiwillige Arbeitsdienst. Durch die Beschäftigung an fr-.- scher Lust, bei jedem Wind und Wetter, wurde der Körper gestählt unb abgehärtet. Der gesunde Appetit eines jeden sorgte roieber für neue Kräfte. Was bie Arbeit als Sport nicht erreichte, das erfaßte ober begeisterte ein Fußballspiel. Mit Sang und Klang ging es Mittwoch und Samstagnachmittags aufs Spielfeld.
Neben dieser Körperschulung schuf ber freiwillige Ar. beitsdienst auch geistige, ideelle Werte. Bei der großen I Gruppe von Arbeitsfteiwilligen aus den verschiedensten Berufsgruppen wurden Erfahrungen, Erlebnisse und Ansichten auf jedem Gebiet untereinander ausgetauscht. Kreiskulturbaumeister Giesler nahm öfters Gelegenheit, außer den sonst zur Belehrung stehenden Vorträgen auf ben verschiebensten Gebieten bie Arbeiten, mit denen die Arbeitsdienstwittigen beschäftigt waren, besonders zu erklären, so daß dadurch in ganz besonderer Weise die I Freude in uns an der Arbeit wach gerufen wurde. Viele I oon uns, bie noch nie in einer Arbeitsgemeinschaft tätig I gewesen sind, bie noch nie in ber Frembe waren, hatten sich ichnell an einander gewöhnt.
Doch noch mehr wie Erziehung wurde uns der frei« I willige Arbeitsdienst; er wurde uns eine Hoffnung. Mancher hatte schon bie Hoffnung verloren, jemals Ar- beit unb Verdienst zu finben. Der Jugendliche geht mit feinen Plänen, seiner Hoffnung in die Welt: er will I einen Lebenszweck haben. Der Täfigkeitstrieb steckt im
Vor-Weihnachten.
ffs ist in ben langen, lichten Nächten. Die Sonne | j» schon zeitig am Nachmittag schlafen gegangen, weil ihr zu falt war. Fieberrot hat ihr letzter Schein auf I den Bergkämmen verglüht. Unb alsbald kroch aus den I Mästen und Schlüffen bie graue Dämmerung. Allein 1 bevor es noch richtig dunkel wurde, streckte schon ber
Vollmonb seinen großen Kopf über bie Winbscheibe unb lachte mit seinem breiten Schmalzgesicht vergnügt zur Erde nieber. Aus ber Erbe steigt ein eiskalter, leichter Dunstnebel, spinnt über Felb unb Au, spinnt um bie Häuser unb Türme, ist aber so duftig und dünn, daß mm ihn faum wahrnirnrnt. Nur wo die elektrischen Strahenlampen grelle Lichtkeile hereinwerfen, sieht «an bas zarte Gespinst, unb es tanzen unb wirbeln darin Millionen flimmernber Froststäubchen, zwischendurch an ben Zäunen, ben Bäumen, ben Rainen glitzern ebenso viele Millionen winziger Eiskriställchen. Sie leuchten auf unb verlöschen wie Johanneskäferchen unb strahlen wieder unb fiebern in brennenblidjter Ungebuw, als ob sie auf etwas herrliches warteten unb es nicht mehr erwarten könnten. — Hinter bem flimmeniben, durchsichtigen Nebelschleier steht ber nachtblaue Walb, unb über bem Walde stehen so nahe unb boch in märdjen- | Hafter Ferne himmelhoch bie schneeweißen strahlenden
Berge. Ein wunderbarer zauberischer Glan; träumt auf ihren Kanten und Kämmen, als ob sie ihr Licht weither von unbekannten, überirdischen Welten empfingen, lief und ruhig schläft der alte Wald. Nur die Tannen- uiminchen am Waldrand sind noch munter und spähen sehnsüchtig an ben monbflimmernben, schneeigen Rain hinab. Ein Häslein huscht unter ihnen durch. Da recken Äe die Kopfe, und eins frägt bann ganz leise: „Ob sie 1 heute noch kommen?"
„Sei still," mault ein zweites: „dich mag überhaupt niemand. Bist viel zu ruppig unb struppig zu einem
I Christbäumchen."