Einzelbild herunterladen
 

STS «

KW

EM-

4

4 n

K .* MFW

U- 7* M ««

X/wVi».

“Ta.

WDK x. __ ?WW^WP

* .? > i '' *♦ .' E ' M

->

Turnen und Sport

Turnen,

vezirksturnlag in Fulda.

Man schreibt uns:

Am Sonntagnachmittag fand in Fulda — Gasthaus »Zur Krone" — der Vertretertag des Turnbezirks Fulda statt. Der Bezirksvertreter, Turn- und Sportlehrer Schillin»-<Urchrain, begrüßte die zahlreich Erschienenen, oesond. auch die Mitglieder des Gauvorstandes und gab die Tagesordnung bekannt. Die anschließenden Berichte des Bezirksvorstandes und . der Fachwarte zeigten auf allen Gebieten reges Aufwärtsstreben und gute Leistun­gen. Der Gesamtvorstand wurde wiedergewählt.

Die Vorbereitung des Bezirkswetturne ns 1933 wurde einstimmig dem Turn- und Sportverein Hainzell übertragen. Das Bezirks-Wettschwimmen wurde laut Abstimmung dem Turn- und Fechtklub zu- gesprochen. Die genauen Termine im Juni werden noch bekanntgegeben. Ort und Zeit des Bez.-Spiel- und Ju- gendtages festzusetzen, bleibt den Fachwarten überlassen. Alle Veranstaltungen werden, der Notzeit entsprechend, in einfachem, schlichtem Rahmen abgehalten. Erfreu­licherweise hat sich die Handballspielbewegung in dem Bezirk gut entwickelt. Gauoberturnwart Lohfink-Turn- gemeinde Fulda, richtete an die Versammlung die Bitte, bei Abnahme der Prüfungen für das Turn- und Sport­abzeichen genau und gewissenhaft vorzugehen. Auch Gausportwart Deuter gab hierzu aufklärende Erläuterun­gen. Die Vertreter wurden gebeten, bei den diesjähri­gen Bestandserhebungen am 1. Januar 1933 die Richt­linien im Kreisblatt Nr. 50, Seite 406, genau zu be­achten und die festgelegten Termine einzuhalten. P.

Firtzbatl.

Austria Wien kommt nach Fulda.

Den Bemühungen Borusfias ist es gelungen, eine, vielleicht foaar d i e europäiidv Svikcnrnannschaft — 21 u ft r i a Wien — zum Dreikönigsfeste zu einem Ge- fellschaftsspiele während ihres Deutschlandtournees zu verpflichten. Viel Worte über die Bedeutung dieses Spieles für jeden Sportfreund sind überflüssig, denn noch sind die Namen Sindelar, Rausch und Schall nach dem England-Oesterreich-Spiele in aller Munde. Wir dürfen nicht nur. Borussia, sondern die ganze sportlich interessierte Fuldaer Einwohnerschaft zu diesem Abschluß beglückwünschen. Höchstwahrschein­lich werden wir in Fulda aber bereits am N e u j a h rs- t a g e Gelegenheit haben, den Mainbezirksmei­ster — Fußball sportoerein Frankfurt endlich einmal in Fulda zu sehen, und vielleicht gelingt es auch noch Phönix Karlsruhe für den zweiten Weih- nachtsfeiertag zu verpflichten. Aus einem solchen Lehr­kursus muh unsere heimische Mannschaft naturgemäß reiche Ernte erzielen und sich für die nächsten unmittelbar aufeinanderfolgenden 8 Verbandsspiele reiche Erfahrun­gen aneignen.

Tabelle der ersten Bezirksklasse.

Die genaue

Tabelle

dieser $

klasse

lautet

nunmehr

nach Erledigung aller Einsprüche

wie

folgt:

Vereine

Sp.

gern.

untsch.

oerL

Tore

Punkte

Germania Fulda 10

7

1

2

45:11

15:5

Neuhof

9

6

2

1

25:19

14:4

Horas

10

5

2

3

34:19

12:8

Bebra

10

5

2

3

19:15

12:8

Lauterbach

9

5

1

3

21:15

11:7

Elm

10

4

1

5

19: >4

9:11

Alsfeld

8

4

—

4

11:26

8:8

Künzell

9

2

2

5

15:19

6:12

Schlüchtern

8

2

1

5

15:30

5:11

Sterbfritz

9

—-

—

9

10:36

0:18

— Mittelkalbach 1. 2N—vachrain 1. 2N. 0:0. Die- ses Spiel fand in Mittelkalbach unter guter Leitung des Schiri Schürgens-Flieden statt. Bachrain war in der ersten Hälfte überlegen, konnte aber gegen die reichlich harte Abwehr der Platzmannschaft kein Tor erzielen.

Nach Halbzeit beschränkte sich Bachrain angesichts des Verhaltens der Platzelf daraus, das 0:0-Resultat zu hal­ten. B.

Sportoerein 1910 e. v. Neuhof — Fußballverein Bebra 2:0 (0:0).

Das Spiel, bei dem die Zuschauer voll und ganz aus ihre Kosten kamen, war von Anfang bis Ende äußerst spannend. Beide Mannschaften kämpften mit großem Elan und lieferten trotz glatten Bod^is ein hochwertiges Spiel, bei dem das Glück mitunter eine große Rolle spielte. Bebra erwies sich dem Gegenüber als minde­stens ebenbürtig und nur der guten Verteidigung Neu­hofs ist es zu danken, daß der Gegner zu keinem Er­folge kam. Während Neuhofs Sturm Chancen auf Chancen vergab. Selbst vor leerem Tor vermochten die Stürmer den Ball nicht anzudringen. Andererseits schien Bebras Schlußmann fast unüberwindbar. Mit Recht kann man ihn als besten Mann des Feldes bezeich­ne«: an beiden Toren war er schuldlos.

Dem Schiedsrichter Helfrich- Bronnzell stellten sich die Mannschaften. Neuhof mußte Ersatz für den Torwart und Linksaußen stellen, während Bebra im Linksaußen ebenfalls Ersatz hatten.

Bebra hatte Anstoß, verlor jedoch den Ball an den Gegner. Der erste 2lngriff der Neuhöser landete ins Aus. Bebra spurtete mächtig und zwang Neuhof in die Defensive. Fast 10 Minuten währte die Umklammerung, bis Neuhof zum Angriff Überging, dem man serien­weise Vorstöße folgen ließ.

Nach Wiederbeginn schälte sich abermals eine leichte Ueberlegenheit Neuhofs heraus. Bebras Hintermann­schaft vereitelte vorerst jeden Erfolg. Kreß in der Ver­teidigung, arbeitete sich durch und gab eine Vorlage an den Mittelstürmer, der zum Verdruß der Zuschauer aus kurzer Entfernung freistehend über die Latte knallte. Erst in der 62. Minute war Bebras Schlußmann erst­malig geschlagen. Nachdem ein Kopfball den Weg ins Tor fand, schlug ihn Bebras Verteidiger mit der Hand heraus. Molzberger schoß den Elfmeter in feiner Ma­nier wuchtig in die linke untere Torecke.

Nach diesem Erfolg begann das Spiel mit noch grö­ßerem Elan, aber die allzuplazierten Schüsse gingen meist neben den Pfosten oder wurden sicher abgewehrt. Selbst im Liegen wehrte Bebras Hüter einen scharfen Ball mit dem Fuß ab. Bebra überstand die bangen Minuten und ging dann zum Angriff über. Jetzt hatte Neuhof sein Tor zu verteidigen. Bebra setzte alles auf eine Karte um den Ausgleich zu erzielen — aber die zwei Verteidiger Kreß und Diegrnüller 2, waren nicht zu überwinden, wie auch der Ersatztorwart alle Hoff­nungen rechtfertigte. Dann konnte Neuhof in den letz­ten 10 Minuten wieder diktieren. Eine vorzügliche Kombination von Gerhard und Auth — brachte den Ball von 5 Meter Entfernung durch Auth in der 86. Minute unhaltbar in die rechte untere Torecke.

Das Spiel trug einen fairen Charakter, ein Verdienst des Schiedsrichters. Die Gäste hatten ihre Stärke vor ollem im Torwart und in der Verteidigung. Aber auch die Läuferreihe hatte eine große Rolle. Im Sturm befriedigte das Jnnenttio, während die beiden Außen etwas abfielen.

Neuhofs Hauptstärke war die Läuferreihe Belz 1- Molzberger-Coester. Aber auch die Verteidigung, Kretz- Diegmüller 2 waren in glänzender Form. Ersatztor­wart Lauer bekam nicht allzuviel zu tuen, aber selbst ganz gefährliche Schüsse hielt er mit äußerster Sicher­heit. Nur im Sturm wollte nichts klappen, obwohl er annehmbar spielte. Gerhard scheint der gegebene Mit­telstürmer und war auch mit Auth und Kreß Otto die treibende Kraft. Diegmüller 1 auf Halbrechts erreichte seine gewohnte Form nicht ganz, und Belz 2 auf unge­wohntem Linksaußenposten fiel gleichfalls etwas ab.

Ru.

Sportbrief aus Geisa.

I. tt. Spa Geisa 1. M.—Spa Wolf Wölferbütt 1. 211 7:0.

Der Sportverein Wolf mußte in Geisa ohne seinen bewährten Mittelstürmer antreten. Die ersten 20 Mi­nuten waren aber trotzdem fast ausgeglichen. Dann aber wurde die Ueberlegenheit der Einhemischen zusehens

größer. In der 25. Minute gehen die Schwarz-Weißen im Anschluß an einen Eckball durch den Halbrechten in Führung. Grün-Weiß wird nun immer weiter zurück- gedrängt und bald kommt der Ball mit Ausnahme von einigen Durchbrüchen kaum noch über die Mittellinie. Kurz vor Halbzeit erzielt der Halbrechte das zweite Tor für Geisa. Nach dem Seitenwechsel haben hie Gäste zunächst wieder mächtig aufgedreht. 10 Minuten lang sind sich beide Gegner vollkommen gleichwertig. Nach- dem aber Geisas Halbrechter den Torstand um weitere 2 Tore verbessert ist, ist der Siegeswille des Spv. Wolf gebrochen. In gleichmäßigen Abständen senden der Mittelstürmer und der Halblinke noch dreimal ein, so daß das Spiel mit 7:0 für Geisa endet.

Die Gäste haben sich bis zum Schlußpfiff redliche Mühe gegeben, wenigstens das Ehrentor zu erzielen, aber allzu große Unentschlossenheit im Sturm einerseits und das hervorragende Abwehrspiel des gegnerischen Tor- mannes andererseits machten alle guten Locgekegen- heiien zunichte.

Bei den Turnern war ebenfalls feder ganz auf fei­nem Posten. Auch das Zusammenspiel der Sturmer hat sich gegenüber früheren Spielen sehr gebessert. Nur das manchmal allzu harte Spiel einzelner muß mit der Zeit noch ganz verschwinden.

Der Schiri leitete sicher und korrekt E. D.

DM-Spork.

Handball.

D3fi. Großenlüder 1. 211.— lufp. Hainzell 1. 2TI. 1:12. DIS. Großenlüder 2. 21t.—lufp. Hainzell 2. 2N. 0:4.

Arn Sonntag weilte der lufp. Hainzell zum Freund­schaftsrückspiel in Großenlüder. Das erste Treffen hatte Hainzell knapp mit 4:3 und 2:1 für sich entscheiden kön­nen. Die Hainzeller waren gut in Form, aber euch Großenlüder zeigte gute Ansätze und wird es mit eifri­gem Training noch weiterbringen. P.

Soziales.

=' Die Hessen-Rassauische Lebensversicherungsanstall und Nassauische Landesversicherungsbank in Wiesbaden werden lt. Beschluß ihrer Verwaltungsräte in ihrem GeschäftsgeLiet der Winterhilfe zulammen Mk. 4 200 zur Verfügung stellen. (Hoffentlich folgen viele ähnliche Anstalten diesem Beispiel.)

Aeues in Kürze.

In der Nacht zum Sonntag wurde auf der Landstraße Köln-Frechen ein 49jähriger Kraftdroschkenführer erschossen auf- gefunden. Man nimmt an, daß er von einem Fahr­gast erschossen wurde, da er vom Bahnhof aus eine Fahrt in den Landkreis Köln angetreten hatte.

*

Der Direktor Kindgen der Bankfirma Stahl- schmidt A. - G. -Bonn wurde im Zusammen­hang mit der Effektenschiebung eines Go­desberger Majors verhaftet.

♦

In Leipzig zündete eine Hausange­stellte nach einem Streit mit ihrer Dienst- Herrschaft die Wohnungseinrichtung an. Dann setzte sie ihre Kleider in Brand und st ü r z t e sich aus dem F e n st e r auf die Straße, wo sie schwerverletzt liegen blieb.

♦

Unweit Görnitz bei Leipzig verübte ein 20 Jahre alter Bettler an einem dreijährigen Arbei- tertöchterchen einen Lustmord. Der Täter konnte noch nicht ergriffen werden.

♦

Auf dem französischen Flugplatz Villacoublay st ü r zt e ei nSchraubenflugzeug ab. Der Pilot war auf der Stelle tot.

2« Weihnachten viel hilügec als ^gleichwertige OHackenadihel hei

Joseph dcfunitt, luida, lOeiagra^ftaitdiung)

Kleinverkauf: Marktstraße 32 (am Buttermarkt) Fernsprecher Nr. 2011.

Das gute Buch.

Neues von der Arbeit der Bonner Buchgemeinde.

Es wird immer klarer ersichtlich, daß die Buchge­meinde über den beengenden Alltag hinweg das ver­pflichtende Erbe jahrtausendealter Kultur in ihrem Schrifttum pflegen will. Sie strebt danach, zum Eck­stein im gewaltigen Gebäude katholischer deutscher Kul- tur zu werden, sie will Freude bringen,. die Mensch«« bereichern, ihren Blick weiten und sie für das Leben ermutigen und verstehender machen.

Die Buchgemeinde pflegt bekanntlich das Buch le­bendiger Belehrung, das Buch religiöser Vertiefung, das Buch guter Unterhaltung, Ihre Bücher sind wahrhaftig in ihrer Grundhaltung, d. h. sie sind in Sache und Form ein Ergebnis redlichen Forschens und Mühens, erfüllt vom Atem Gottes, lensnah, einfach und klar.

In diesem Jahre hat das Werk von Dr. Heinrich Lützeler „Die christliche Kunst des Abendlandes" eine Kritik gefunden, auf die die Buchgemeinde stolz fein darf. So schreibt Dr. Hanschke: „Hier haben wir end­lich ein Werk, das mit einer Festigkeit der Haltung doch eine Weite des Verstehens verbindet. Ein Buch, das auf gesicherter Forschung steht und doch mit aller Leiden- schäft einer Weltanschauung dient. Die abschließende Be­trachtung über die Lage der christtichen Kunst in der Ge­genwart bewahrt die vorzügliche Haltung des Werkes, das sich durch die Fiebernähe des Gegenwärtigen nicht um den reinen hellen Blick für das Wesentliche und Notwendige bringen läßt, aber auch nicht lamentierend sich wegwendet zu vergangener Größe, sondern liebend auch heute die Stimme des Ewigen vernimmt. Der Besitz dieses Werkes in der eigenen Bücherei der Fa­milie ist deswegen von Wert, well es zugleich umfassend und weltanschaulich bedeutend ist und daher immer Fragen beantworten und Anregungen geben kann" . . .

Der neue deutsche Heilige Albertus sand eine über­aus fesselnde Würdigung in dem soeben erschienenen

Verlagswerk der Buchgemeinde „Albertus Magnus". „Das ist Albert der Große ohne Einschränkung, nicht in ein verengtes Blickfeld gestellt, ganz er selbst, — wie er in seiner Zeit gestanden, wie er, diese überragend, ein Zeitenloser geworden ist, der auch unserer Zeit viel zu geben hat." Welch ein Mann des an großen Män­nern und Frauen reichen 13. Jahrhunderts! Welch em scher, Politiker und Heiliger!

Für 1933 kündigt die Buchgemeinde als erster Band eine Reisebeschreibung „Der lachende Pazifik" an. Man wird das Buch in einem Atemzug lesen, man lieft es mit den Sinnen. Diese zarten und grellen Farben, diese verhaltenen und leidenschaftlich ausbrechenden Laute des Pazifiks strömen in den europäischen Menschen wie Rausch, hallen nach, längst noch, wenn das letzte Wort ausgenommen ist. — Von Ceylon ab tut sich die östliche Welt auf. Es folgt die Fahrt über den Ozean, der Be­such Malakkas und endlich das Ziel, der Aufenthalte in Japan und China. Hier zeigt uns jede größere Stadt ihr Gesicht. Man erlebt mit dem Verfasser ihre Tage und Nächte, ihr offenes und verhülltes Treiben, ihre uralten, aus der Mythologie und legendären Geschichte hervorgegangenen Volksgebräuche, ihre Heiligkeiten, ihre Greuel. Um einen wimmelt das Volk der Ja­paner und Chinesen mit dem ewigen Lächeln, überragt vom Koloß des Buddha, der auf feines Lotosblume fein uraltes Wissen wahrt. Bis in die Geheimnisse des Lamatempels bringt man vor und ungeheuerliche Erleb­nisse teilen sich mit. Aber alles, was der Verfasser des Buches Anton 8übte schildert, ist echt und ohne die ge­ringste Aufpeiffchung ins Sensationelle oorgetragen.

Weit über dem Durchschnitt wird auch die Heiligen­legende stehen, betitelt „Das Jahr der Heiligen", deren 1. Band die Buchgemeinde 1933 veröffentlichen wird. Dr. Hans Hümmeler besitzt als Autor für diese Legen­den „den zeitgemäßen Gesichtswinkel aus tiefer Zeit­kenntnis und nicht minder aus grundkathkolischer und deutscher Haltung heraus". Er läßt die Heilgen Apostel und Märtyrer, Bischöfe und Kirchenlehrer, heil. Frauen,

Priester und Ordensleute, Fürsten, Arbeiter und Solda­ten als lebendige Menschen an uns oorüberziehen, sie schweben nicht in irgend einer staubfreien, verklärten Ferne. Gerade durch ihre zeitgemäße Form haben diese Legenden eine heilge Aufgabe zu erfüllen.

In der Belletristik bringt die Buchgemeinde die Ge­schichte einer Jugend, betitelt „Der Vorhang fällt", von der Arbeiterschriftstellerin Hertha Pohl. Welch eine Jugend! Glanz und Armut, Reich der Phantasie und rauhe Wirklichkeit. Das Kind Eva leidet. Sie gehört wie ihre Großmutter zu den Menschen von der Sonnen­seite; aber sie muß auch mit dem Schatten fertig werden, mit den unbarmherzigen Mitschülerinnen, mit den be­fremdenden und erregenden Ferien in Berlin, mit ihrer kurzen Lehrzeit bei einer Schneiderin, mit ihrer jungen Liebe und endlich mit dem Tode der Großmutter. Der Vorhang fällt, dahinter Kindheit und Jugend liegen mit dem Zauber erträumten und gelebten Glückes und dem Geschmack nach Tränen.

Erne große Auswahl von bedeutenden Büchern er­gänzt die Originaloeröffentlichungen der Buchgemeinde. Namen wie Hans Earosja, Peter Dörfler, Anton Gabele, Theodor Haecker, Wilhelm Kiefer, Alphons Nobel, - Heinz Steguweit, Hermann Stehr, Felix Zimmermanns, Sigrid Unbfet u. a. m. sprechen für den Geist der Buch- gemeinde-Werke. In der Reihe von über 100 Büchern sind aufbauend eine ganze Reihe neuer Werke enthalten, so etwa der letzte Band der Apollonia-Trilogie „Um das kommende Geschlecht" von Peter Dörfler, „Franziskus" von Felix Zimmermanns, „Das neue Land" von Fried­rich Schnack, „Der arme Mann" von Anton Gabele, „Der Totentanz des Mont Pele" von Dörthe, Ulmer- Stichel, und endlich „Augusta van Dorpe" von Wilhelm Kiefer.

Vielleicht ist gerade über das Buch von Wilhelm Kiefer etwas ju sagen, bedeutet er doch eine große Hoff­nung in der neuen Literatur. Zwei Novellen birgt feine „Augusta van Dorpe", beide in einer faszinierenden Ge­walt, die ihresgleichen sucht. Thomas Mann hat sich

über die erste Novelle „Augusta van Dorpe" glanzend geäußert. Es ist die Geschichte eines flämischen Mäd­chens, das im Krieg in die Dienste einer deutschen Herr­schaft eintritt. Sie ist 16 Jahre alt, ein Gemisch au® Dumpfheit, Angst, sauberer Geschäftigkeft, untermensch­licher Triebhaftigkeit mit Einbruch guter, instinktsicherer Erkenntnis. Das Schicksal dieses Mädchens hat Wilhelm Kiefer mit geradezu dämonischer Kunst geschildert. Df® zweite Novelle „Peter von Hagenbach und die Vers«MM- a rung zu Breisach" beruht auf historischen '

Auch hier wieder die Probe von einer unerhörten dich­terischen Begabung. Wilhelm Hausenstein sagt von die'er Novelle, daß sie „geradezu gewaltige Stellen" habe.

Die Buchgemeinde sieht es durchaus mit als ihre Aufgabe an, jungen Talenten zur algemeinen Anerken­nung zu verhelfen. Vor den vertrauten Namen allver- ehrter deuffcher Autoren, deren wir oben eine Reihe aufführten, beugt sich jeder in Ehrfurcht. Aber auch der jungen Dichtergeneration muß der Boden geebnet wer­den, und in dieser Meinung nennen wir noch beson­ders neben Wilhelm Kiefer Frau Dörthe Ulmer-Sttche! und Anton Gabele. Beide sind erst feit einigen Jahre» bekanntgeworden, besonders Anton Gabele, als er gleich mit seinem ersten Roman „Im Schatten des Schick'als den Iugendpreis deuffcher Erzähler erhielt. Auch sei» neues Buch „Der arme Mann" verdient die Gesolgfchatt von allen denen, die in der Literatur mehr als leere Unterhaltung suchen. Den Namen Anton Gabele mu8 man sich merken, haben wir doch noch Großes von ihm zu erwarten. Auch Dörthe Ulmer-Stichel boweißt >» , ihrem neuen Buch „Der Totentanz des Mont Pele eine bannende Erzählerkunst, eine Vertrautheit mit der gan* 3en Weite und Tiefe menschlichen Empfindens. MU ihr und den anderen genannten Autoren sieht man eine .■ neue Dlchtergeneration am Werk, der man Vertraue sanken darf. Die Buchgemeinde will ihr <ine. 9?, Heimstatt sein, sie will Dichtern und Denkern und oer großen Gefolgschaft ihrer Mitglieder bienen.

Dr. Hetta Wolff- ■ X

Aus Kunst und 1

Spirituosen und £ikäce

Weinbrand, Rum, Arrac, Korn, Kümmel, Nordhäuser, Steinhäger, Zwetsch, Kirsch, Pfeffermünz, Goldwasser, Cherry-Brandy, Boonekamp und Liköre aller Art in wirklicher Qualitätsware — die nicht zum Scheine einer besonderen Billigkeit auf den gesetzlich zulässigen Mindest- Alkoholgehalt gebracht wurden — sondern den für die Qualität der Ware wünschenswerten Alkoholgehalt haben, kaufen Sie

Ei

Di «i

Die Feier an der Düste des Ingenieurs Eiffel, die am Fuß des gewaltigen. Eisen-Bauwerks auf- gestellt ist.

Paris gedachte jetzt des 100. Geburtstages von Gustav Eiffel, dessen gigantisches Projekt einer 300 Meter hohen Turmes einst von aller Welt als undurchführbar verspottet wurde.

Schriftleiter: Dr. ohll. Johannes Kramer.

Verantwortlich für allgemeine und kommunale Po­litik Dr. phil. Johannes Kramer, für Heimat, Iu- fenbblatt und religiöse Beilage Dr. oec. pubL Io- eph Sauer, für den übrigen Text Dr. rer. pol. Karl Au st ermann, alle In Fulda. Verantwortlich für die Anzeigen: Direktor der Fuldaer Actiendruckerei I. Parzeiter.

Prof. Dr. Friedrich Satte,

der hochverdiente frühere Leiter und Förderer de Berliner Islamischen Kunst-Abteilung, wurde zur Präsidenten des neugebildeten internationale Ausschusses für Persische Archäologie und Sun1 ernannt.