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r. 290,

Freitag den is De^ni^e! 1932.

Fuldaer (Amtliches krelsblatt)

egebenheiten aus aller Welt

Zur Luzerner Eisenbahn-Katastrophe

*

befahlen ihm, den Revolver wegzuwerfen.

was

Situations-Skizze mit der Unglücksftelle (Pfeil).

Rauhe Haut ?

Hen Bier.

rCREMEMOUSONl

prüft, ob der Spreng ft off, der sich zweifellos in der alten Zentrifuge befunden hat, noch aus den Kriegszeiten dort liegen geblieben ist oder aus irgendeinem Anlaß dort versteckt oder zu S a b o t a g e z w e ck e n in die Zentrifuge ge­egt worden ift. Die Möglichkeit der Sabotage be­steht, obwohl die Untersuchung nach einer derarti­gen bestimmten Richtung noch nicht geführt wor­den ift.

Israelitischer Gottesdienst.

Samstag, 17. Dez.: Vorabends 4.15 Morgens 8.

Nachmittags 3.30. Sabbat-Ausgang 5.15. — W»chen- Gottesdienft: Morgens 7.10. Nachmittags 4.15.

etzke Fahrt des „GutoytT-fiapitäns.

Trauerfeier für Commodore Johnson.

gn der Halle des Schnelldampfers „Europa", am Mittwoch mit der Leiche des nach einer vddarm-Operation auf hoher See verstorbenen itäns Johnson an Bord von Newyork nach neu heimkehrte, fand die Trauerfeier für den torbenen r.n Beisein zahlreicher Vertreter von jeieiett, Behörden und Verbänden sowie einer 'irdköpstgLn Menge statt. Nach der Trauer- »rache des Seeamtspaftors Schneider gab Prä- nt Heincken vom Norddeutschen Lloyd einen erblick über das an Arbeit und Erfolgen ergewöhnlich reiche Leben des Verstorbenen, bekanntlich als Führer der „Europa" das ue Band des Ozeans gewann. Nach der uerseier wurde die Leiche nach Groß-Stein- > bei Lübeck, dem Heimatort Commodore John- i überführt.

ihre Befürchtungen über den Einmannbetrieb auf den Lokomotiven.

Der zwischen R e h n a und Köchelsdors bei Schwerin auf der Landstraße erschossen aufgefun-- bene SA.-Mann Kroll hat, wie einwandfrei fest- gestellt ist, Selbstmord verübt.

blieb der große Theatersaal vor eigent­lichem Feuerschaden bewahrt. Als fcanburiadje wird Brand st iftung vermutet. Mrmtrde festgestellt, daß in den Abendstunden ein

Wmch verübt worden war. Die Diebe hatten WM die Gelder abgesehen, die aus dem heuti- WWirtenvorverkauf eingegangen waren. Sie Mltfaber nichts vor, und allem Anschein nach «n sie aus Zorn hierüber absichtlich den Brand -Wlegk.

Ein billiges Volksslugzeug.

Einschließlich Motor noch keine tausend Mark. Ein Konstruktionserfolg der Rhön - Rofsitten- Gesellschast.

Ans R o s s i 11 e n wird gemeldet: Der von der Deutschen Ostmesse her wohlbekannte Rossitte- ner motorisierte „Z ö g l i n g" (Konstrukteur Dipl.- Ang. Meyer-Rossitten) wurde am Dienstag von Dipl.-Jng. Hesselbach in Rossitten mit gutem Er­folge eingeflogen. Die Anlaufftrecke beim Start betrug 100 Meter, der Auslauf bei der Landunn nur 20 Meter. Nach dem vorläufigen Urteil wird die Maschine sehr gut zur Umschulung vom Segelflug zum Motorflug ge­eignet sein. Die Schule Rossitten wird die Ma­schine weiter entwickeln und hofft, die ersten Schu­lungsversuche in der kommenden Schulungssai'on in Rossitten durchführen zu können. Man hofft, den Gesteh un g sp reis der Maschine (einschl. Motor) wesentlich unter 1000 Mark halten zu können. Die Maschine stellt in­sofern ein Volksflugzeug bar, als die Vereine sie sich selbst bauen können, denn das Flugzeug ist dem bekannten Gleitflugtyp „Zögling" der Rhön- Rossittengesellschaft nahe verwandt, der von den Vereinen zu Tausenden von Exemplaren gebaut worden ist.

* Unabhängigkeit der Philippinen innerhalb von acht Jahren. Aus Washington wird gemeldet: Der Amerikanische Senat beschloß am Mittwoch mit 40 gegen 38 Stimmen, den Philippinen die Unabhän­gigkeit innerhalb von acht Jahren zu gewähren.

* Weihnachts Welt-Rundfunkrede König Ge­orgs. Der englische König Georg wird am Weih- nachtstage zwischen 15 und 16 Uhr MEZ. eine Rundfunkrede halten, die von allen Sendern des ganzen Weltreichs übernommen werden wird.

Von den Gewerkschaften.

Gewerkschaktsring fordert allgemeine Mielssenkung und Förderung des Kleinwohnungsbaues!

Der Gewerkschaftsring fordert in einer längeren (Eingabe an die zuständigen Ministerien allgemeine Mietsfenkung und Förderung des Kteinwohnungs- baues. Zwischen den starren Wohnungsmieten auf der einen und den gewaltigen Einkommens-Verlusten durch Gehalts- und Lohnabbau, durch Kurzarbeit und Arbeits­losigkeit auf der anderen Seite, entwickele sich ein im- mer größer werdender Gegensatz, der dringend ei­nes Ausgleiches bedürfe. Die Wohnungsmi-ten lägen tm Durchschnitt rund 22 Proz. über dem Vorkriegs- nineau; die Neubaumieten überschritten dieses) Prozent­satz noch in erheblicher Weise. Die starke Nachfrage nach Kleinwohnungen bringe die Gefahr einer Steigerung ber Mieten für diese immer näher. — Neben der allge­meinen Mietssenkung auf das Vorkriegsniveau zur Hebung des gesunkenen Lebensstandards sei darum die verstärkte Förderung des Kleinwohnungsbaues not­wendig, Der Gewerkschaftsring verlangt in einer weiteren Eingabe an die in Betracht kommenden Mini­sterien die Ausdehnung des Vollstreckungsschutzes usw. auf die arbeitslosen Mieter. Bisher wurde dieser Vollstreckungsschutz etc. nur dem Hausbesitz und der Landwirtschaft gewährt. Ebenso müsse ein wirk- [amer Schutz vor Exmissionen durch den Hauswirt ge-

* Auf der Flucht augeschossen und schwer ver­letzt. Ein im Alter von 25 Jahren stehender Bur­sche, der schon oft mit dem Gesetz in Konflikt ge­kommen und nunmehr wiederum bei einem Dieb­stahl ertappt worden war, wurde nnn einem Po- lizeibeamten dem Amtsgericht in Mayen zuge­führt. Als der Beamte ihm die Handschellen löste, ergriff der Dieb sofort die Flucht. Es entspann sich eine wilde Jagd durch verschiedene Straßen der Stadt, bis es endlich dem Polizeibeamten gelang, den Flüchtling durch einen Schuß nie- derzu st recken. In schwerverletztem Zustande wurde der Getroffene dem Krankenhaus zugeführt.

* Eine aufregende Szene im amerikanischen Repräsentantenhaus. In der Sitzung des ameri­kanischen Repräsentantenhauses kam es am Diens­tag zu einem aufregenden Vorfall. Mitten in der Verhandlung erhob sich auf der P u b l i k u ms- tribüne ein Unbekannter, der einen Re­volver zog und ihn gegen die Abge­ordneten richtete, wohei er schrie, er ver­lange für einige Minuten das Wort. Der Vor­fall hatte auf der Tribüne eine Panik zufolge; die Besucher flüchteten zum Ausgang und auch mehrere Abgeordnete eilten aus dem Saal heraus. Die Debatte wurde unterbrochen. Beamte des Hauses umringten den unheimlichen Besucher, sie

SommunalvolikUches.

— Direktor Brokat aus dem Vorstand der Berliner Verkehrsgefellschast abberufen. Der Aussichtsrat der Ber­liner Verkehrsgesellschaft beschloß am Mittwoch, den zur­zeit beurlaubten Direktor Brolat mit sofortiger Wirkung als Vorstandsmitglied der BVG abzuberuon. Bis zum Atlvaf seines Vertrags erhält Brolat fe-,! Zehalt weiter, um bann pensioniert zu werben falls nicht ber Ausgang bes gegen ihn schwebenben Strafverfahrens wegen Meineides eine anderweitige Regelung nach sich zteben sollte. Ein kornunistischer Antrag. Brolat fristlos zu entlassen, wurde abgelehnt.

Theaterbrand in Worms.

Bon einem schweren Brandunglück wurde Mitt­woch abend das Wormser Städtische Spiel“ und Festhaus betroffen. Gegen 9.30 Uhr abends ertönte Großfeueralarm, und noch ehe hie Feuerwehren angerückt waren, stand das Büh- unhaus in Hellen Flammen. Der Brand war im Requisi enhaus ausgebrochen und fraß sich bis zum Dachstuhl empor, der krachend bald darauf ein- stürste Die Feuerwehr bekämpfte dos rasende Gement von allen vier Seiten und auch vom Zv- stauerraum aus. der durch das Wasser stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Gegen 11.30 Uhr nachts konnte die Gefahr als endgültig beseitigt i Krachtet werden. Während das Bühnen- hae? vollkommen ausgebrannt, ist

wie in San Diego. Das sage ich Ihnen: mit dieser Sache will ich nichts zu tun haben.. Ich bin Bürger ber Vereinigten Staaten und halte die Gesetze des Lan­des. Nehmen Sie ein Stück Papier und schreiben Sie. Ich heiße in diesem Lande Joie Torre, wohne auf ber Estanzia Santa Cruz bei Canon in New Mexiko, Lin­coln County. In San Diego kennen wir uns nicht. Wenn Sie burchkommen, sehen wir uns auf meiner Farm wieder."

Das waren gute und wiederum auch sehr trübe Aus­sichten für Arno.

ffltb. Dörms, 15 Dez. (Eig. Meldg.) Bei dem orand hn Stadttheater ist ein Schaden von über 100 000 M> a r r entstanden

schassen werben Die Zwangslage, in der , .h mawber Hauswirt befindet, wird von den Betronencn nicht wr- könnt, aber die unbefchr-ilst che und unverHulbete Not­lage ber arbeitslosen Mieter erfordere genannte Si­cherungsmaßnahmen dringend'

Der Erste Ingenieur nickte. „Ja bindet dem Neger starke Seile an die Füße, und dann reißen wir. Wir können ihn so nicht langsam sterben lassen, das ist nod) schlimmer."

(Einige Trimmer machten sich daran, den Befehl aus- zuführen.

Da trat ihnen Arno entgegen. „Halt! Das hier ist ein Mensch, Ich will versuchen, ihn zu retten."

Gottes Namen, Mann", sagte der Zweite. „Hätf ich nicht Frau und vier Kinder — ich machte mit."

Keine Hand rührte sich zu Arnos Beistand, der Hacke und Schippe verschmähte und sich allein auf seine gewaltigen Fäuste verließ. Behutsam löste er Brocken auf Brocken ab. Hier und da rief er zurück nach Holz, das er in die entstehenden Hohlräume schob, um so gut wie möglich die oberen Lagen abzustützen.

(Ein furchtbares, fast hoffnungsloses Werk war es, das er begonnen hatte. Die Kohlenmassen oben hingen regelrecht über, nur durch den eigenen Druck gehalten, um abzustürzen, sobald die Unterlagen sich verlängerten.

Bis zur Brust hatte Arno den Neger frei. Einen Augenblick hielt er lauschend an und vernahm ein rö­chelndes Stöhnen: Der Mann lebte also. Nun hieß es doppelt vorsichtig sein: denn der letzte und gefähr­lichste Teil ber Arbeit kam erst.

Eben hatte er wieder einen Balkenstumpf einge­zwängt, da hörte er ein Knistern über sich, ein leises Rieseln, und dann wußte er, daß der Tod über ihm war. Aber fein Geist arbeitete mit ruhiger Klarheit. Er ließ sich auf die Knie nieder und krümmte seinen Rücken über den am Boden Liegenden, indem er den Kopf soweit wie möglich nach unten senkte.

Und dann kam der Sturz der Kohlen.

Doll Grauen stand das Maschinenpersonal fern und sah untätig zu, wie zwei Kameraden in den Tod gingen.

Kaum waren die Kohlen zur Ruhe gekommen, als wiederum der Zweite Ingenieur mit dem Finger zeigte: „Jetzt können wir heran, es stürzt nichts weiter mehr "

Nun begann ein fieberhaftes Arbeiten, bis man sie hatte, die beiden Verunglückten. Ohnmächtig und furcht­bar blutend; aber es steckte noch Leben in ihnen.

Sie wurden in das Schtffslazarett gebracht.

*

In diesem Augenblick lief der Zweite Ingenieur an den beiden Männern vorbei zum Eingang des Ma- fchinenraumes. Hier standen bereits aufgeregt gesti­kulierende Passagiere und Matrosen.

Dem Ingenieur folgte ein Heizer von Arnos Wache. Der gewahrte ihn, und fuhr auf ihn zu: „Was stehst du hier! Leg' mit Hand an! Der Nigger Habakuk liegt im Bunker verschüttet, wahrscheinlich erschlagen. Komm her — pack mit an!"

Als Arno an ber Unglücksstelle anlangte, standen dort die Ingenieure, Heizer und Trimmer, soweit sie an den Feuern und bei der Maschine abkömmlich waren.

Eine Bunkerverschalung, wahrscheinlich aus alters­morschem Holz bestehend, war gebrochen, die Kohlen ins Rutschen gekommen und hatten den Neger ver- fdjtittet, wahrscheinlich erschlagen. Nur die Beine des Mannes ragten unter den Kohlenbrocken hervor.

Der Ersts Ingenieur stand mit gerunzelter Stirn, furchtbar fluchend, aber ratlos dabei, und niemand griff zu; denn sobald man über dem Neger zu räumen begann, kamen neue Kohlenmassen ins Rutschen und mußten auch die Retter bedecken.

Der Zweite Ingenieur murmelte grimmig: „Ich had's ja gesagt, man soll diesen alten Reserveketten­kasten an der Backbord des Bunkers nicht stehen lassen, sondern abreißen. Nun haben wir die Bescherung. Bis wir die überhängenden Kohlenmassen nicht abgestützt haben, können wir an den armen Teufel von Nigger nicht heran. Hoffentlich ist er schon tot. Vielleicht ist's bas beste, aufs Ganze zu gehen."

Premnitz aufhalten, ist nunmehr der Fegende Teil zu der Ansicht gelangt, daß es Mm eine S p r e n g ft o f f e x p l o s i o n ge­best hat. Man rechnet nur nach in geringem mit der Möglichkeit, daß auch eine Raum- eefplofion stattgefunden hat.. Dabei ist noch zu 'rufen, ob die Sprengstoffexlosion oder die unter tmständen außerdem zu verzeichnende Raumgas- fplosion den ersten Anlaß zu den verheerenden Wirkungen gab. Zur Frage der Sprengstofsexplo- un wird von der Sachverständigenkommission ge-

Dlick auf eine Tunnel-Einfahrt der St. Gotthard - Strecke.

Der Eilenbahnzusammenstoß im Gütschtunnel bei Luzern ist einer der schwersten Unglücksfäll«. von denen die Schweizer Bundesbahnen in den letzten Jahren heimqesucht wurden. Die Kata- strophe ist darauf zurückzuführen, daß durch den Gütschtunnel die Züge auf denselben Gleisen in beiden Richtungen verkehren.

*

ie", sagte Oexle zu Arno, als die beiden JjBiner alle!^ waren. „Ich will Ihnen gleich von vorn- -irein einmaletmas sagen: Das Mädel da ist ein Wlbes Füllen,'sund bann, es ist eigentlich so gut wie jdfrlobt mit u m Nachbarn; ben soll es auch bei- Raten. Hole mi& ber Henker, wenn ich weiß, was bie­te Spiel, das c\mit Ihnen treibt, zu bedeuten hat! Augenblick [dfont’s ihm ja ernst zu (ein damit; »er es hat ben brigo gern, und Sie müssen mir Rundheraus erkläre^ baß Sie dieses Spielwerk nicht (Uitmachen."

ohne Widerspruch geschah. Die Waffe war ge­laden. Der Unbekannte roucbe abgeführt und in Haft genommen.

3ff Has Erplosionsunglück in dem 3. G. Far- »en-öerf auf Sabotage zurückzuführen? Bon Sachverständigen, &>e sich immer noch an der ungluckMelle in der I. G. Farben-Kunstseidenfa- »nk mj f" • " '•

- Als am Dienstag die „Europa" mit der Leiche des Commodore Johnson an Bord sich der Reede xon Southampton näherte, begaben sch Ka­pitäne englischer Pafsagierdampser, englische Lot­sen und Hafenbeamte an Bord und legten Kränze Aut Sarge des verstorbenen Kapitäns der Europa" nieder.

Neue Rekordfahrt der „Bremen".

Nach einer Radiomeldung aus Newyork legte bet Schnelldampfer „Bremen", das Schwester- schlff der „Europa", auf seiner letzten Ausreise bit Fahrt über den Nordatlantik in vierTagen 15 Stunden 56 Minuten zurück und ver­besserte somit seine bisher kürzeste Reisedauer ber reinen Ozeanfahrt um 47 Minuten. Die Durchichnittsgeschwindigkeit des Schiffes betrug 27,57 Seemeilen.

iifptl Vater und Sohn

Roman von Alfred Manns.

\ Copyright Dy Karl Köhl-r & To., B«r!m.Z,hlendors

Die Aufräumungsarbeiten im Gütsch-Turmel waren am Mittwoch spätabends so gut wie be­endet. Nach Mitteilung der Kreisdirektion Luzern soll am Donnerstagvormittag der Verkehr durch den Tunnel wieder aufgenommen werden.

lieber die Ursache des Ueberfahrens des Halte­signals durch den Züricher Schnellzug werden jetzt verschiedene Mutmaßungen laut, deren Rich­tigkeit aber nicht erwiesen ist, da der Lokomotiv­führer, der allein Auskunft darüber geben könnte, sich unter den Toten befindet. Zur Zeit der Ein­fahrt des Züricher Zuges wurde zwischen Luzern und Emmenbrücke für die Maschinenfabrik Krien ein Transport von außergewöhnlich großen Röh­ren ausgeführt. Man nimmt nun an, daß der Zugführer vom rechten Zugfenster aus den außer­gewöhnlichen Transport beobachtete, was schließ­lich auch zu seinen Pflichten gehörte, und daß er dabei das Haltesignal übersehen hat. Erst beim Ueberfahren der Weiche wurde er auf die Ge­fahr aufmerksam, versuchte dann zu bremsen, bet der kurzen Entfernung war der Zusammenstoß aber nicht mehr zu verhindern. Die Schweizer Presse verhehlt in diesem Zusammenhang nicht

Der Neger sah am schlimmsten aus. Sein Gesicht war eine einzige Wunde, doch er atmete ruhig. Bereits während man ihn auf das Bett legte, schlug er die un­verletzten Augen auf, zählte: „eins, zwei, drei. vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun, — knok out", grinste, sagte: „P fee jou again", und fiel in eine neue kurze Ohnmacht.

Arno fdjien, von vorn betrachtet, unverletzt zu sein, und war doch sehr schwer verwundet. Ein kantiger Kohlenbrocken hatte ihn am Hinterkopf getroffen.

Ein Arzt befand sich nicht an Bord. Der Kapitän hatte zu feinen eigenen medizinischen Kenntnissen wenig Vertrauen. Doch der Erste Offizier hatte vor kurzem einen gründlichen Samariterfurfus durchgemacht. Er Zog sich einen weißen Kittel an und wollte sich in das Lazarett begeben.

Da trat ihm Bärdchen entgegen. Es war toten­bleich, und in feinen Augen standen dicke Tränen, doch um den Mund spielte ein energischer Zug: „Wenn Ihr keine Kajüte für den Helden habt, bann bringt ihn in meine. Ich werde ihn pflegen und gehe sowiest nicht ins Bett. Wenn die Nigger auch Menschen sind, Nigger sind sie darum doch und passen nicht zu uns."

Seppel Oexle, der neben der Tochter stand manbft sich zum Kapitän. „Herr Kapitän, soviel ich weiß, ist noch eine Kajütte frei. Sie dürfen den weißen Gentle­man nicht in diesem Derschlag hier lassen. Ich zahle für ihn."

Der Kapitän biß sich auf die Lippen, f fühlte sich beschämt. „Selbstverständlich kommt der Trimmer in die freie Kajüte, und selbstverständlich werden Sie das nicht bezahlen. Herr -^exle."

Behutsam wurde Arno aufgehoben und umgebettet

Dann begann der Erste Offizier seine schwere Arbeit. Er säuberte den Hinterkopf, rasierte ihn und sah zu sei­ner Freude, daß ein großer Bruch nicht stattgefunden hatte, wohl aber Splitterungen. Nun fragte es sich, ob die Splitter auch innen faßen. — Der stellvertretend« Arzt mußte sich damit begüngcn, die von außen erkenn­baren Splitter herauszuschneiden oder mit ber Pinzette auszuheben.

(Fortfetzung folgt.)

Arno reichte dem Zchwaben die Hand. „Seien Sie ""besorgt. Ich bin ach nicht mehr frei."

| Seppel war zufriede, und bestellte ein paar Fla-

JKit hochmütiger Miene reichte der Steward dem »immer das Getränk. El kannte diese amerikanischen beimatbesucher, die sich wenig um gesellschaftliche For- pn kümmerten und nicht wußten, daß es eigentlich toei Arten von Menschen gift, nämlich solche, mit denen Safütenpaifagier verkehchn darf, und solche, bei ^"en das nicht der Fall ist. i

s Oexle hob sein Glas. „Uhj gute Freundschaft. - ’"gen Sie mir nur, wie wolstp Sie ins Land kom- Haben Sie denn Paß, Midavit und was sonst nötig ist?"

geglaubt, esPndet sich wohl eine Gelegenheit, abzukommen."

I -And wen nicht?"

Arno ballte die Fäuste. Sie wohn ja die wenigen .Uhchen Mannschaften mit dem nächten regelmäßigen zurückschlcken. Aber das darimicht sein' Ich »°ube, wo das Schiff hierbleibt und d- Reederei bas "°gegeld erspart wird, pafien sie nicht st genau auf- -O Freund, da find Sie gewaltig im&rrtum' An ganzen Westküste ist die Polizei mrgmbs [o scharf

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