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NIL

erbarme dich des Hungers

Du

deren Nacht kein Stern der Hoffnung blinkt.

In

An wichtiges Kapitel für die Weihnachtszeit

stehst im Licht, Du bist des Glückes Kind,

Du

Es

In

großen Topf auf kochendem Wasser geschlagen, bis die Masse ganz steif geworden ist. Dann nimmt man für die Glasur der Plätzchen eine Tasse der Eiweißmasse bei­seite, um sie dann mit den abgezogenen und geriebenen Mandel und dem geriebenen Vanille zu vermischen. Hat man den Teig dann durchgearbeitet, so wird er auf dem gut mit Zucker bestreuten Brett fingerdick ausgerollt. Mit einem Likörgläschen sticht man kleine Plätzchen her­aus, die mit der beiseite gestellten Eiweißmasse bestri­chen und goldbraun in der Röhre gebacken werden.

vom Glück verlassen, kein Strahl der Hoffnung

stehst im Licht, in den Gassen, sind so viele, die deren Finsternis dringt,

gen und ihm dort sein Feierkleid anzulegen 7 Erkennst du die Gefahren, di« jedes kleine Glied dieser großen Kette zu bestehen hatte? Weißt du jetzt etwas von der sozialen Not so vieler Heimarbeiter und klingt dir nicht das gottergeben« Glückauf des Bergmanns in die Oh­ren, ehe er auf dem Förderkorb hinabsaust in die Tiefe?

Drum halte trauliche Zwiesprache mit deiner Weih­nachtstanne; mit ein klein wenig Mühe lernst du ihre Sprache. Du wirst sie verstehen und vielleicht im kom­menden Jahr«, wenn wieder Weihnacht ist, mit beson­derer Liebe derer gedenken, die den Weg des Christbaum vom deutschen Gebirge bis in die deutsche Stadt m-t emsiger Sorgfalt und unendlichem Fleiß sorgen und bereiten halfen.

Schwindsucht unter ihnen mit besonders harter Hand auszuräumen pflegt?

Auch die Geschichte des eisernen Fußes, der den Christbaum ausrecht hält, verschweigt dir deine Tanne nicht. In trauter Zwiesprache haben die beiden sich er­zählt von rauchenden Hochöfen und den schwarzen Bergmännern, die Tag für Tag hinunter fahren in den gewaltigen Schacht, um Kohlen und Erz herauszuholen, den Grundstoff für den schlichten Dreifuß, in dem un­ser Christbaum ruht, wenn er nicht in einem hübschen Gärtlein steht, das dann von des Schreiners kunstvoller Hand bereitet ist.

Siehst du nun in Gedanken die Arbeiterbataillone an dir vorüberdefilieren, die notwendig waren, um den kleinen, bunten Baum vom Wald in di« Stadt zu brin-

Tiroler Plähel.

Man bearbeitet einen Teig aus einem halben Pfund Butter, dreihundert Gramm Zucker, vier Eiern und einem Pstmd Mehl, dem man die abgeriebene Schale einer Zitrone hinzufügt. Ist der Teig durchgearbeitet, so daß er sich glatt anfühlt, dann wird er etwas kalt gestellt, dann dünn ausgerollt und mit den bekannten Plätzchenförmchen ausgestochen. Man bestreicht die Plätzchen vor dem Backen mit Eidotter, wer ihnen ein

Hilf denen, die vom Glück verlassen sind.

Walter Baland.

Du stehst im Licht!

Du stehst im Licht, fern aller Not, die durch die Lande schreitet

Und immer neue, finstere Schatten breitet.

Die höhnend mit dem Glück der Manschen ringt Und selbst die Besten in die Kniee zwigt.

Was ist, hat Gottes Erde uns gegeben, Ein Jeder hat das Recht davon zu leben.

Ar. 289

Beilage zur Fuldaer Aeikuug

15. Dezember.

Verunglückte Weihnachtspakete. Wenn das der Absender

Was uns der Chr stbaum erzählt.

Von Robert M ö s i n g e r -Frankfurt a. M.

Nun strahlt bald wieder in jedem deutschen Haus der Weihnachtsbaum und bei dem weichen Lichte fei­ner unzähligen Kerzen singt die Familie die lieben, alten Weisen, vom Englein, das vom Himmel kommt oder von der stillen und heiligen Nacht . . .! Wenn so Weihnachtszauber das deutsche Haus erfüllt, bann, liebe Leser, lauscht in stillen Stunden auch einmal der hei­matlichen Geschichte, die dir deine Weihnachtstanne er­zählt.

Sie hat viel erlebt schon in der längeren oder kür­zeren Zeit ihres Erdenwallens. Sie wird dir berich­ten von dem Förster, der einst die kleinen Sämlein dem waldigen Erdreich anvertraute, der sie jahrelang hegte und pflegte vor Ungeziefer und Wildfraß, bis aus dem kleinen schmäcküigen Tännlein irgendwo im lieben deut­schen Vaterlande fn Thüringen, im Harz, im Speffart ober Schwarzwald oder gar in den Bayerischen Ber­gen ein großer Baum wurde, den man eines Tages mit einem kleinen Axthieb zeichnete. Dann kamen die Holziäller und s<blugen die Tanne um, Bauernwagen mit schweren Pferden schleiften hunderte und tausende zu einem großen langgestreckten Gebäude, wo aus vie­len, schier unendlichen Ei'enbändern hunderte von Wa­gen standen .bewegt und eilenden Laus versetzt, von einem riesigen, schwarzen Ungetüm, das daOpsend und tauchend mit zwei mächtigen Lichtern durch die Nacht lauste, betreut von zwei Männern, die unentwegt Ausschau hielten, ob der Weg auch frei sei und keine geheime Gefahr in sich berge. So rollte Zug auf Zug mit Weihnachtstannen, von ihrem würzigen Duft um­weht, in die deutschen Städte in Nord und Süd, denn überall, wo,die deutsche Zunge klingt, gehört in jedes Haus ein Christbaum

Reue Erlebnisse schildert dir der Christbaum, Wie­der greifen fleißige Hände nach den harzigen Stäm­men, wieder fahren Fuhrleute die grüne Last jetzt meist in pferdelchen Wagen zu den einzelnen Verkaufs- Plätzen, wo der kleine Händler fein kärglich Brot mit dem Verkauf der Tannen verdient.

Zu ihm kommt Christkindleins Stellvertreter, sei es der Vater, sei es die Mutter oder gar das liebe Groß­mütterlein und handelt um die schönste Tanne, die bann unter bem Arm in irgend ein Haus wandert, wo sie in der sorgfältig verschlossenen Stube ober auf bem Speicher ein heimlich Dasein fristet, bis Christkindleins Helfershelfer ihr ein goldfchimmerndes Gewand anle-

wüßte.... 3m wechnachkslazarelk der poft. weih- nadjfsfenOnngen, die ihn nicht erreichte«.

Für die deutsche Reichspost stehen schwere Tage be­vor, denn trotz aller Mahnungen, die Weihnachts­pakete recht frühzeitig fertig zu machen, pflegt die Hochflut der Sendungen erst m den allerletzten Tagen vor dem Fest einzusetzen. Die Post bemüht sich bann durch Einlegung besonderer Gepäck-Eilzüge allen Empfängern das ihnen zugedachte Christpaket noch rechtzeitig aus den Gabentisch zu legen, eine Arbeit, die, so schwer sie auch ist, im allgemeinen auch gelingen würde, wenn nicht viele Absender bei der Fertigma- chung ihrer Pakete gar zu sorglos wären. Denn unter den Riesenbergen von Paketen, die in unser liebes Vaterland, in das Ausland und nach Uebersee gesandt werden und von den beinahe ebenso vielen, die irgend­woher aus der Welt zu uns kommen, befinden sich nicht alle in wirklich reisefähigem Zustand. Diese halbzer- rissenen und bescbädigt ankommenden Pakete bei den abgehenden ist die Sache nicht so schlimm, da die An­nahmebeamten schlecht verpackte Pakete von vornherein nicht zulasten sind eine rechte Plage, denn obwohl die Post im allgemeinen Verluste, die durch schlechte Verpackungen enfftehen, nicht ersetzt, bemüht sie sich doch, auch beschädigte Pakete in möglichst gutem Zu­stand abzuliesern.

Das geht aber nur, wenn man sich die Mühe macht, ein sogenanntes Paketlazarett einzurichten, in dem all diese Patienten einer sorgsamen Behandlung unterzo­gen werden. Ein ganzer Stab von flinken Beamten fft dort beschäftigt, um die zerrissenen Kartons zusammen­zuflicken, Adressen zu rekonstruieren und neuaufzukle- ben, Riesenmengen von Kordel und Bindfaden sind notwendig, um auseinanbergegangenen Paketen den nö­tigen Zusammenhalt zu verleihen und manche zerbro­chene Kiste muß überhaupt umgepackt werden, um Halbwegs manierlich den Empfänger zu erreichen, Und was macht man in diesem Lazarett der Weihnachts­pakete für sonderbare Beobachtungen? Man sollte es z. B. nicht glauben, daß es Absender gibt, die der nai­ven Auffassung sind, man könne hundert und mehr Eier einfach auseinaderschichten und in einer Kiste fortschicken. Der schönste Eierpfannkuchen ist natürlich die Folge. Daß Porzellan und Glas sehr sorgfältig in Holzwolle und Papier gepackt werden muß, wissen auch nicht alle, ja selbst der schönste Ch»iststollen muß not- leiden, wenn er einfach in Papier verpackt auf die Reise geschickt wirb. Manchmal tut es diesen helfenden

den vielen Kuchen, Würsten und sonstigen feinen Sachen, di« da Tag für Tag umgepackt werden mäffen. Aber nicht nur die äußere Form der Pakete muß verbessert werden, es heißt auch viele Stunden Adreßbücher wälzen, um fehlende Anschriften zu ergänzen, telefoni­sche oder gar telegraphische Rückfragen sind notwendig, um befonbers eilige Pakete an Ort und Stelle zu brin­gen, und um all die Sünden wieder gut zu machen, die sich in der Regel der Absender zu Schulden kommen ließ.

Noch längst nicht fft die Notwendigkeit, eine zweite Adresse in das Paket zu legen, Gemeingut aller Pa­ketversender geworden und es ist deshalb auch nicht ver­wunderlich, daß trotz aller Bemühungen der Reichs­post in jedem Jahre einige Pakete unbestellbar bleiben, weil sie ohne jedes Empfänger- oder Absende-Merkmal eintreffen. Dies gilt vor allem von Paketen, die vom Lande hereinkommen, die vielleicht einmal naß gewor­den sind und was dergleichen Unfälle mehr sind, die einer Wethnachtsfendung zustoßen können. Selbstver­ständlich werden auch die unbestellbaren Pakete eine Zeitlang aufbewahrt, da sich manchmal der Empfänger oder Absender noch meldet, geschieht dies nicht, dann wird der Jnhall von der Postverwaltung verwertet, so gut es eben gehen mag. Der Absender erhält dann den erlösten Betrag, wenn er sich meldet und wenn er di« Auflieferung glaubhaft nachweisen kann.

Allergrößte Sorgfalt bei Versendung der Weih­nachtspakete fft also notwendig, das sollten sich vor allem auch unsere Hausfrauen merken, die in den nächsten Tagen vor bem Fest ihre Sendungen zu lieben Freunden und Verwandten aufgeben wollen. Wenn jeder die Sorgfalt bei der Verpackung seiner Weih­nachtspakete anwenden wollte, die nötig ist, dann wäre die Arbeit der Postweihnachtsmänner und ihres Lazaretts überhaupt unnötig, und bann gäbe es auch wohl nur wenige, die sich über die beschädigte An­kunft eines Weihnachtspaketes beschweren müßten.

Dr. Franz Meißner- Berlin.

Noch ein paar Weihnachls-Rezepke.

Von Betty G r o tz-Kulmbach.

Zeigenplähchen.

Weihnachtsmännern der Reichspost sogar leib, wenn sie sehen müssen, baß das freundlich lächelnde Gesicht einer Weihnachtspuppe in Trümmer gegangen fft und es macht ihnen auch gewiß keine Freude, wenn sie an­stelle einer ausgelaufenen Honigbüchse einen verschmutz­ten, fiebrigen Kasten roeiterbeförbern müssen. Mancher Empfänger hat allerdings auch gar keine Ahnung ba- von, daß fein Weihnachtspaket im Poftlazarett behan­delt wurde, denn bei aller Arbeit und bei aller Hetze, die in diesen Räumen herrscht, bemühen sich bi« Beam­ten, die Pakete so nett und weihnachtlich wieder her­zurichten, wie sie vom Absender aufgegeben wurden. In diesen Räumen des Weihnachtspostlazaretts riecht es übrigens auch ganz weihnachtlich, kein Wunder bei

gen.

Hörst du auch weiter die stille Geschichte deiner Weih, nachtstanne, die dir nun von den Glasbläsern im Thü­ringer Wald erzählt, die oft in glühender Hitze all die bunten Kugeln vielfach noch in Handarbeit Herstellen, bie jetzt im Glanze der Kerzen schimmern? Weißt du, baß die Weihnachtstanne berichtet von mühevoller Kin- berarbeit, von ganz kleinen Händen, die mit Farbtopf und Lack Stunden um Stunden ihres jungen Lebens da­mit verbringen, um bei Hungerlöhnen die bunten, glit- Ifrigen Dinger herzustellen, die jetzt so graziös schau­fln? Hörst du auch das erschreckend ernste Lied der Weihnachtstanne, das von Not und Tod unter den Stasbläfern spricht, weißt du, bah der Würgengel

Der mißverstandene Kinderwunsch

Die Geschichte einer Enttäuschung, erzählt von Margaret Hohmann.

Karla hatte im Sommer bei Tante Guste, die sie Ute "annte, am liebsten mit einem weißen Schäfchen gespielt. Um den Hals dieses lockigen Wolltieres durfte sie eine schleife mit einem Glöckchen binden, und nun stand sie, ®enn sich das Kleine ach wie gern zu Mutter und Herde iurückschlich, am Gartenzaun und wartete bis es von Mbft wiederkam, oder wenn sie zeterte, von Tante Ute Ocholt wurde.

Zur Erklärung dies, Karla war noch ein kleines Dum­merchen Sie ging noch nicht zur Schule, wo die vielen Weisheiten gelehrt werden und die Torheiten der frühe­ren Jugend das Hasenpanier ergreifen.

Karlas Mutter, die ihr kleines Mädchen natürlich sehr ^eb hatte, beobachtete öfters, wenn bas Kind sie nicht in bst Nähe glaubte, wie sich her kleine Körper an ben mol« ^en bes Schäfchens schmiegte, sie ihren schwarzen Lo- aenkopf in bie Nähe bes Mähmaules brachte, unb bann Mit Entzücken unb Behagen ben tierischen Urlauten, ober bfm mahlenben Geräusch zerkauenber Kräuter lauschte, ">e nun ganz bicht an ihr Ohr bringen mußten.

Cs gab Tiere aller Art auf bem Hof von Tante Ute.

im Gartenhaus sogar ganz winzig kleine, süße Dackel "nd weiße Kaninchen mit roten Augen. Karla spielte ^°hl eine Weile mit ben Krummbeinen unb ergötzte sich Qni Hopsen ber Karnickel, aber sie kehrte immer halb zu ster großen Liebe, dem weißen Schaf, zurück.

Sie hielt es für selbstverständlich, daß manes" in le Stabt mitnähme, un dmachte kinbliche Vorschläge, wo "*s", in ber Dreitreppenwohnung schlafen solle. Am sebsten hätte sie es gehabt, wennes" in ihrem Bettchen bMler ben Mullgarbinen gelegen und sie, Karlas selbst

bem kleinen Sofa, bas in ihrer Kinberstude ftanb.

! Die Mutter hörte sich die Vorschläge ihres Lieblings

an und sagte nichts darauf, sie lächelte und dachte, feien wir nur erst zu Hause, da sind die Spielzeuge in bem weißlacknen Schrank roieber neu, da sind die Spielkame­raden der Nachbarschaft, und da ist ber Kanarienvogel, ben Karla bisher mit ihrer innigsten Liebe umhegt hatte.

Der Abschied kam. Karla ging überall hin und machte ihrAddeknixchen", den Hunden, ben Kaninchen, den klei­nen Schweinen, den Pferden, Hühnern, Kälbern, nur ihr Mähschäfchen war im Augenblick nicht zu finden. Die Mutter eilte,komm Herzchen, der Zug wartet nicht, steig in den Wagen".

Wo ist mein Schaf, es soll doch mit", meinte die Kleine unb ließ sich zappelnb von Tante Ute in den Wa­gen heben.

Ich schicke es mit der Post", beruhigte die.Wo wollt Ihr es denn im Zuge lassen. Wo Menschen sind, darf doch kein Mähschaf sein, das erlaubt der Mann mit der roten Mütze nicht".

Das half. Karla wurde ruhigDu schickst es, Tante Ute---bestimmt". Die Tante nickte.Dann ist es

but", meinte Karla gnäbig und ber Wagen fuhr unter Winken von beiben Seiten bavon.

Zu Hause gab es viel Neues. Der kleine Vogel war tot. Er mußte beerbigt werben. Dann hatte man sein Grab im Garten zu pflegen unb täglich neue Blumen zu pflanzen. Schließlich würbe als Ersatz nicht ein Kanarien­vogel, sondern ein Pärchen Wellensittiche gekauft. Das gab nun einen Riesenspaß unb Tante Ute mit ihren Scha­fen, Hunben, Kaninchen unb Schweinen, rückte ins Land Vergessenheit.

Eines Abends, es war nicht lange vor dem Weih­nachtsfest, war Karla von einem Schaufenster gar nicht wegzubringen. Sie sagte nichts, sondern starrte nur mit

Nachdem man sechs Eiweiß zu Schnee geschlagen hat, gibt man ein Pfund Zucker dazu, um nun die Masse eine halbe Stunde zu rühren. Ein Pfund Feigen wird in kleine Stäbchen geschnitten unb ein Pfund Mandeln abgezogen unb gestiftelt. Feigen, Mandeln und etwas Vanillezucker kommen bann unter bie Eiweißmasse. Dann setzt man auf Backoblaten kleine Häuschen und backt die Plätzchen möglichst hell.

Vanille-Plätzchen.

Zu diesem guten unb verhältnismäßig billigen Ge­bäck benötigt man 6 Eiweiß, ein Pfunb Staubzucker, eine Stange Vanille und ein Pfund Mandeln. Die sechs Ei­weiß werden mit bem Puberzucker in einem ausreichend

entzücktem Blick auf ein riesiges Schaf, das mit richtiger Wolle bekleidet fast wie ein lebendes zwischen all dem toten Spielkram stand. Darauf saß eine von den Pup­pen der Käthe Kruse mit roten Kinderbacken wie gerüstet für eine Fahrt ins -Blaue.

Die Mutter beobachtete ihr kleines Mädchen, aber da es nichts sagte, schwieg sie auch.

Von nun an war bes Kinbes täglicher Weg zu biefem Fenster. Und hatte sie anfangs eine Scheu vor diesem Tier zu überwinden gehabt, so verschwand bie allmäh­lich unb sie klatschte jedesmal vor Fröhlichkeit in bie Hänbe, wenn siees" wiebersah.

Karlas Eltern waren nicht sehr mit Glücksgütern ge­segnet, aber sie beschlossen es hoch biesen großen unb, wie es schien einzigen, Wunsch ihrer Kleinen zu erfüllen unb bas Schaf als Weihnachtsgeschenk zu erstehen.

Die Sache würbe natürlich sehr geheimnisvoll betrie­ben. Bis zum letzten Tag blieb bas Tier im Schaufen- fter, benn man hatte in bem Spiellaben nur bies eine Exemplar und das Fehlen hätte Karla auf einen vielleicht ganz nahe liegenden Verdacht bringen können (so dachten bie Eltern) unb so holt« erst am Abend vor ber Besche­rung ber Vater selbst es in bie Wohnung im britten Stock.

Der Baurn brannte! Die Kripp« hatte barunter ihren Platz gefunben und auf der Erde, als ob es sich aus dem Walde hierher verirrt hätte, stand das große, wollige Schaf.

Ein Glöckchen klang ... die Tür öffnet sich und lang­sam, fast andächtig schob sich bie Kleine in bie Weih- nadjtsftube. Die Mutter spielte bie schonen Lieber, eine Männerstimme mischte sich mit der Hellen einer Frau und ein pipsendes Kinberstimmchen brängte sich lieb bazwi- schen. Dann ging es an ein Bewundern. Karla sah bas Schäfchen, zeigte mit bem Finger barauf unb lachte bie Eltern glückselig an unb sagteba is es". Sie bückte sich und rückte ihm näher, betrachtete es von allen Seiten,

hübsches buntes Aussehen verleihen will, benutze den bekannten farbigen Streuzucker.

Aachener Spekulatius.

Vor allem eine Vorbemerkung! Teig zu Spekulatius muß sehr mürbe fein, es gilt also ihn ordentlich durch­zuarbeiten. Je mehr man sich habet Mühe gibt, um so besser wird er. Man benötigt eineinhalb Pfund Mehl, 300350 Gramm Zucker, 300 Gramm Butter, zwei Eier und ein Achtel Mandeln. Ferner einige Lösel Milch, eine Messerspitze Ammonium, bie abgeriebene Schale einer Zitrone. Aus biesen Rohmaterialien wird ein mürber Teig bereitet, ben man am besten zweimal burcharbeitet, ehe man ihn messerrückenbick ausrollt, um bann entroeber mit befonberen Spekulatiusförmchen ober mit ben Förmchen, bie man für das Buttergebackene ver­wendet, den Teig auszustechen. Man kann den Speku­latius vor dem Backen noch mit Milch bestreichen. Gold­gelb gebacken sieht ber Spekulatius am schönsten aus.

Aufbewahrung des Weihnachls-Gedskkes.

Von Mathilde S a n d r i 11 e r-Dreslau.

Das beste Weihnachtsgebäck schmeckt nicht, wenn man nicht für eine sachgemäße Aufbewahrung unb Frisch­haltung sorgt. Vor allem muß man wissen, baß alle Weihnachtsplätzchen, die weich werden sollen, einige Tage kühl stehen müssen. Im warmen Zimmer bleiben sie hart und spröde. Knusperiges Gebäck wird am besten in gutschließenden Blechdosen aufbewahrt, bie besser sind wie bie Porzellangebäckkasten, die sich eigentlich mehr zur Frischhaltung von Kuchen eignen. Nun haben diese Kasten aber den großen Nachteil, daß sie für Kuchen meist zu klein ausgefallen sind. Man hilft sich deshalb mit ber Suppenterrine ober mit einem leeren Einmach­top s, die gut abgedeckt jeden Kuchen einige Tage frisch halten, besonders bann, wenn man außen um den Tops ein feuchtes Tuch legt, mit dem er auch zweckmäßiger­weise zugebunden wird. Wird irgendwelches Gebäck in Blechkasten zur Aufbewahrung gebracht, darf man diese nicht eher schließen, bis das Gebäck völlig erkaltet ist. Alle 34 Tage sind die gefüllten Kasten zu lüften.

Die Frau in der Küche.

f Gänseklein. (Für 4 Personen, 2 Stunden.) Zu­taten: 1 Gänseklein (Hals, Flügel, Kopf, Herz, Ma­gen sowie die abgebrühten und enthäuteten Beine, um bie bie sehr sauber gereinigten Fettdärme gewickelt sind), 2 Zwiebeln, 2 Aepsel, Pfeffer unb Gewürzkörner, ein Stückchen Lorbeerblatt, je 1 Stengel Majoran unb Thy­mian, 1 Eßlöffel Salz, gut % Liter Fleischbrühe aus 2 Maggi's Fleischbrühwürfeln, 1 Teelöffel Maismehl. Zubereitung: Das sauber vorbereitete Gänseklein wirb mit ben zerschnittenen Zwiebeln unb Aepseln, ben Gewürzen, Salz unb Kräutern in einen Topf gegeben, bie kochenbe Fleischbrühe barüber gegossen unb langsam weich gebünstet. Dann nimmt man bie Fleischstücke her­aus, rührt bie Soße burch, verbickt sie mit bem Maismehl unb gibt sie über bas Klein, bas mit Salz- ober Pell­kartoffeln zu Tisch gebracht wird.

Weiße Zähne: Chlorodont

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berührte es aber nicht. Die Eltern, glücklich ihr Mädel- chen zufrieben zu wissen, stauben an ben kleinen Gaben, die sie sich gegenseitig beschert, unb vergaßen für eine Weile ihre Kleine.

Da hörten sie unter bem Baum ganz tief ein leises Schluchzen. Karla hatte bas Schaf weit von sich geschoben und saß mit tieftraurigem, beinahe beleidigtem Gesicht­chen da.Kind, Kind" beide Eltern waren erschreckt was ist denn?"--Es macht nicht mäh,

mäh, wenn ich es streichle" kam es stockend aus einem unverstandenen Kinderherzenunb, oh, oh, unb is so kalt."

Ja, da war nichts zu machen. Die Mutter mußte, selbst traurig über bas Versagen bes Hauptgeschenkes, das kleine Geschöpf trösten, besten Tränen in solch herz- zerreißenbes Schluchzen münbeten, als ob bie ganze Welt in Trümmer gegangen wäre. Man stellte bas Unglücks­schaf fort, und so wurde der Abend doch noch fein. Karla spielte mit Puppe Ursula, bie ein neues Kleib anhatte, unb wiegte sie in Schlummer, bis bem kleinen Mütter­chen selbst bie Augen zufielen.

Erst viele Jahre später, als Karla schon ein großes Mäbchen war, gestand sie ihrer Mutter auf deren Frage nach diesem seltsamen Weihnachtsabend,ia.fj sie damals gedacht, Tante Ute hätte das Schaf geschlckl, es wäre so lange bis zum Fest im Glashause aufgehoben unb würbe sie am heiligen Abend mitmäh, mäh" empfangen. Als bann bas Tier in ber Nähe unbeweglich blieb, kam ber Zusammenbruch einer großen Borfreube unb überflutete ein kleines Herz.

Als bas große Mäbchen Karla später von biefer ihrer ersten Enttäuschung sprach, hatte sie noch fast Tränen in den Augen unb monbte sich ab, baß bie Mutter ihre Albernheit nicht sähe. Die aber machte sich so ihre Ge- bauten über Kinberwünsche unb Kinder-Tränen und nahm sich vor, die nicht leicht zu nehmen.