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irr. 2S0 ^Arvetter^>venrssonntag.

- ! Eingangslied: 3f. 30, 30.

Du Volk von Sion, sieh«, der fierr wird to-m* mpn die Heiden ,zu erlösen. Und der Herr wird £incn majestätischen Rus kundtun in der Freude eures Herzens.

Epistel: Röm. 15, 413.

Brüder! Alles, was geschrieben ist, ist zu eurer Belehrung geschrieben, damit wir durch die Ge­duld und den Trost, den wir aus den Schriften lcköpsen Hoffnung haben. Gott aber, der Spen­der der' Geduld und des Trostes, verleihe euch, dasi ihr ein und desselben Sinnes untereinander leid nach dem Vorbild Jesu Christi, damit ihr «in- mutig mit einem Munde, den Gott und Vater un- e-rs Herrn Jesus Christus verherrlicht. Daher nehme ein jeder von euch sich des andern an, wie euch Christus sich um euch angenommen hat, zu khren Gottes. Denn: Christus hat sich der Be. Meidung unterworfen um der Wahrhaftigkeit Got. tes willen, um die den Vätern gegebenen Der- Heilungen zu erfüllen-, die Heiden aber verherr­lichen Gott um seiner Barmherzigkeit willen, wie geschrieben steht: Darum will ich dich preisen un­ter den Heiden, o Herr, und deinem Namen lob- 'ingen. Und wiederum heißt es: Frohlocket, ihr Heiden, mit seinem Volke. Und abermals: Lo­bet den Herrn, ihr Heiden alle, und preiset ihn, ihr Völker. Ferner sagt Isaias: Kommen wird der Sproß Jesse und sich erheben, um über dir Heiden zu herrschen, auf ihn werden die Heiden hoffen. Gott aber, der Spender der Hoffnung, erfülle euch m:t jeglicher Freude und mit Frie­den durch den Glauben, damit ihr überströmt von Hoffnung und von der Kraft des Heiligen ©el­ftes.

Evangelium: Match. 11, 210.

Johannes, der Vorläufer Jesu.

Betrachtung zum Sonntagsevangelium.

Merkwürdig, so bald in der Kirche da» erste Adventslied erklungen ist:Tauet. Himmel, den Gerechten", da fp-ürt man schon den heimlichen Färber des Weihnachtsfestes. Man sieht hier und da den Adventskranz mit seinen Lichtern als Dor. baten des Weihnachtsbaumes, die Kinder fangen an, vm Weihnachten zu singen und zu sagen, und die Somtagsevangelien künden von dem Täufer Johannes, dem Vorläufer Jesu.

3m Lande Israels mögen sie damals aufge» horcht haben, als die Kunde von dem merkwürdi­gen Manne in der Wüste zu den Menschen kam, rtm dem Manne, der so ganz anders gekleidet war und lebte wie es dieMenschen gewohnt waren. Cr redete eindringlich und ohne Umschweife und mahnte zur Buße Gar mancher mag die Nase gerümpft haben über das verwildert« Aussehen des Mannes, der in seinen Bußpredigten kein Matt vor den Mund nahm. Ander« mögen nachdenklich geworden sein und den prophetischen Geist ge­spürt haben, der in den Augen und der Red« des »iohannes war. In fo manchen Gesprächen zu Jerusalem und in den anderen Städten mag die Rede gewesen sein von dem Prediger in der Wüste, viele Menschen mögen unruhig und aufmerksam geworden sein, er war eine innerliche Spannung, {in Aufhorchen ins Land gekommen.

Cs ist ähnlich so gewesen wie im Herbst, wenn der Landmann sät. Dann reißt er mit dem Pflug? den Boden auf und bereitet ihn vor, damit der ^ame nachher gedeihen kann. Ohne den wohlbe­reiteten Boden kann das Samenkorn nicht wachsen. Johannes war der Pflüger, der den Acker der Men- i^enherzen bereitet«, damit die Frohbotschaft Christi den rechten Boden fand. Und darin liegt auch der ^>nn, den das Auftreten de» Vorläufers für uns "Ute noch hat. Brauchen wir denn heute noch tIe Bußpredigt des Johannes?

Da müßen wir uns klar werden über die Frage: »-Vollen wir Weihnachten feiern? Das heißt nicht, Vah wir einen Christbaum anzünden und Geschenke vehmen und geben wollen. Nein, das heißt, daß hrchus an diesem Feste auch in uns geboren ?!rb' daß wir innerlich teilhaben am Geheimnis ovr ewigen Liebe, das uns dieses Fest verkündet und das auch uns innerlich umwandelt zu wahrhaf-

Christen, zu solchen, die wirklich teilhaben an grtftus. Das heißt roeter, daß wir den Frie- en in uns finden und ihn weitertragen auch in mere Familie und di« Umwelt. Wenn wir das er wollen, dann müssen wir mit dem Teufel der Feindseligkeit, der Gier und des Hasses in uns

Beilage zur

fertig werden, wir müssen ihn überwinden. Das aber heißt für uns: Buße tun, damit unsere Seele frei werde und Weihnachtsfreude und Weihnacht», fried« in sie einkehren kann. Buße tun heißt den Boden bereiten, den die Weihnachtsbobschaft braucht, um auch in uns wirksam zu werden. Ohne Buße gibt es keine Weihnacht, so wie es ohne Pflug kein rechtes Saatfeld gibt und ohne Johannes kei­nen Christus.

Das ist die ewige Botschaft des Johannes, des Vorläufers Christi.

s. O.

Gedanke« zum Uliffionsfonnfag 1932.

Don P. I. Paas M. A.

Wenn auf hoher See ein Schiff in Not gerät, so geht der Funker an seinen Apparat und sendet in die Welt hinaus die drei Laut«: S. D. S. Es sind die Anfangsbuchstaben der englischen Worte: Save nur soulsl Rettet unsere Seelen! Und auf den Fittichen des Aethers werden die drei Laut? um die ganze Erde getragen: S. O. S., S. O. S. aber nicht all« Menschen hören ste. Nur der hört sie, der einen richtigen Empfangsapparat besitzt. Aber in seinem Geiste rufen sie schreckliche Bilder hervor, von einem untergehenden Schiff, von Men­schen, die mit den Wellen um ihr Leben ringen. Und er springt auf und setzt alles in Bewegung, um den Schiffbrüchigen Hiffe zu senden.

S. O. S. SRettet unfere Seelen! Ei­gentlich ist die ganze Lust erfüllt von diesem Rufen. Sie kommen von jenseits der Meere, aus den Län. dern der Heiden. Aus den Herzen von vielen Mil- lionen Menschen, die in der Nacht des Heidentums leben. S. D. S. Rettet unsere Seelen!

Aber nicht alle hören diese Rufe. Nur der hört ste. der den rechten Empfangsapparat besitzt. Drei Teile gehören zu diesem Empfangsapparat: der

pädagogische Tagung des ftal

Die pädagogisch« Kommission des Katholischen Akademikerverbandes veranstaltete am 26. und 27. November in Saabrücken eine pädagogische Ta­gung mit dem ThemaUm Sein und For­mung der Jugend". Bei ihrer Eröffnung am Samstag nachmittag konnte der Vorsitzende des Ortsverbandes. Eisenbahnpräsident Nicklaus, eine über Erwarten große Zahl von Teilnehmern be­grüßen. an ihrer Spitz« den Bischof von Trier, Dr. Franz Rudolf Bornewasser, den saarländischen Minister Kobmann und den Leiter der Abteilung für Kultus und Schule, Ministerialdirektor Dr. Colling. Nachdem der Vorsitzende des Gesamtver. bände». Prälat Dr. Münch-KAn, tye Grüße und Wünsche der Berbandszentrale überbracht und in großen Zügen die Gegenwartslage umrissen hatte, hielt Bischof Dr. Bornewasser in der ihm eigenen packenden Weise eine Ansprache, in der er neben der oberhirtlichen Sorge um unsere Jugend auch eine warme Zuversicht auf die gefunden, zum Lichte drängenden Kräfte in den ftmuen Menschen der gegenwärtigen Zeit zum Ausdruck brachte.

Das grundlegend« Referat- über

Die geistige und seelische Lage bet heukigen Jugend"

hielt Universitötsprofesior Dr. Hermann Platz, Bonn. Die Leitgedanken waren folgende: Die Zeitströmungen und Eigenbewegungen, in denen unsere Jugend steht, stellen einen geistigen und seelischen Umbruch dar, der bald mehr positiv, bald mehr negativ, bald mehr als vorüber­gehender Generations-, bald als Epochenwechsel er­scheint. Von den Aelteren her gesehen, erscheint er vielfach negativ: geistige und sitt, siche Ungebundenheit. Ueberbetonung des Leib­lich-Sportlichen und Technisch-Materiellen, natio­naler oder pazifistischer Ueberschwang. Aber in alledem liegt auch viel Positives. Der junge Mensch von heute steht der Wirklichkeit und Wahrheit in «sich und um sich näher. Sein Freiheits- und Geltungsbedürfnis ist auch der Wille, sich gegen die Gewalt der unpersönlichen Zeitmächte, gegen Schlagwortherrschaft und Zwangs'äufigkeit zu be­haupten. Vorliebe für Sport und Technik ist neuer Sinn für Wirklichkeiten, die man beherrschen muß. wenn man durchkommen will. In der Ueberbeto-

aer Zeitung

rechte Glaubensgei st, der überzeugt ist von dem unschätzbaren Wert« der unsterblichen Seelen, Seeleneifer, der nicht nur an sich selbst denkt und an feine nächste Umgebung, sondern auch der fern­sten Seelen sich annimmt, Opfergeist, der bereit ist, feine Kraft und sein Gut einzusetzen für das große Werk.

S. O. S. Rettet unsere Seelen! Der Weltmis­sionssonntag soll uns nach dem Wunsche des Hl. Vaters wieder an die betrübende Tatsache er­innern, daß es heute, fast 2000 Jahre, nachdem der Misiionsbefehl Christi ergangen ist, noch mehr als eine Milliarde Heiden auf der Welt gibt. Er soll uns wieder an unsere Pflicht erin­nern, mitzuarbeiten an der Rettung dieser Seelen. Er soll ein Tag des Gebetes und des Opfers sein. Uns alle will er ermahnen, den großen Päipftlichen Werten beizutreten, die der Ausbreitung des Glau­bens auf der ganzen Welt dienen: dem Päpstlichen Werk der Glaubensverbreitung, dem Werk der hl. Kindheit und dem Werk vom hl. Petrus für die Heranbildung eingeborener Priester.

Wer den wahren Geist des Glaubens hat, der wird trotz der Not der Zeit die Notrufe der See­len nicht überhören und dem dringenden Aufruf des Hl. Vaters nach Kräften Folge leisten. Größer als alle leibliche Not ist seelische Not. In größter seelischer Not aber ist jener, der Gott nicht kennt. Denn niemand muß für so arm und so nackt an. gesehen werden, niemand für so schwach und hun­gernd und dürstend, als jene, die der Erkenntnis und der Gnade Gottes bar sind." Pius XI., der diese Worte in seinem Missionsrundschreiben des Jahres 1926 sprach, erklärt deshalb, sein Herz sind« feine Ruhe und es sei ihm. als vernehme er das erschütternde Wort des Propheten Isaias:Rufe und lasse nicht nach! Wie eine Posaune erhebe deine Stimme." Am Weltmikrophon steht der Papst. Vom Vatikan gehen di« Wellen des Mis- sionsruses aus: S. O. S. S. O. S.

olische« Akademikerverbandes.

mmfl von Nation und Volkstum liegt auch g e funbe Ablehnung der großstädtischen Asphaltkultuv, der abstrakt morali. sierenden Schul- und Kanzelweis­heit. des alles neutralisierenden, zerredenden und zerfetzenden Lide, r a l i s m u.» und Sozialismus. Der Mensch und sein Schicksal, der Sinn für gei­stige Werte ist ganz neu und stark ins Blick­feld der Jugend getreten. Die religiösen ^Hori­zonte sind wieder aufgerisien. Freilich äußert sich diese Religiosität oft anders. Sie ist nicht mehr ein selbstverständliches Annehmen und Weiterrei­chen überkommener Dinge, selten beglücktes Ruben, vielmehr stürmisches Verlangen, dialektisches Rin- gen. Sie ist offener dem göttlichen Zuspruch, aber kritischer menschlicher Formung gegenüber. Sie möchte sich freihalten von Halbheiten und Kom­promissen und die Last Gottes auf sich nehmen. Da Weltkriegs- und Nachkriegszeit Ursache und Schnittpunkt zwischen alter und neuer Generation darftellen, findet sich dieser Jugendumbruch in al­len Ländern. Unterschiede im einzelnen zwischen deuttcher und französischer Jugend wurden vom Redner dargestellt. Zum Schluß wurde noch über die jugendlichen Lebens- und Werksormen gespro. chen.

Nach Pros. Dr. Platz sprach Studiendirektor Dr. Dirking. Herten i. W. der Leiter der pädago- gischen Kommission de» Verbandes, über

die Erziehergeneratton und ihre Aufgaben".

Er ging aus von der Tatsache, daß der Krieg für die sogen. Frontgeneration das ent. scheidende Erlebnis der Krisis wurde: als Opfer» bereitschast, Gemeinschaftsgeist, als Herrschen und Dienen zu gleichem Zweck. Nach ihr wuchs die so­genannte Krieasjugendgeneration auf, deren erlebnismäßige Bildung am weitesten ge­spannt ist. Sie hat die Entwicklung des Umbruchs und auch des Zerfalls mitgemacht, aber gleichzei­tig das Neuwerden der heutigen Jugend mitvor­bereitet. Sie hat nach der guten und nach der schlechten Seite hin die Andersartigkeit der heutigen Jugend im verstärkten Maße hervorgerufen. Dann führte der Redner die Generationsreihen fort bis in die heu­tige Jugend, von der Pofessor Platz vorher gespro-

4. Dezember

ch«n hatte. Sie floh in Sport und Technik als in eine Wirklichkeit, die der Äugend wirklich gehört. Verwandt mit dieser Neigung ist der Hang zur Sachlichkeit überhaupt. Die Jugend ist distanziert von ethischen und geistigen Problemen. Entschei­dend bei ihr ist die Tatsache, daß die höher« Schul« und auch sonst das Leben den jungen Menschen nicht mehr zu sei­nem Arbeitsplatz in der Gemein« schäft führt. Damit hängt zusammen di« Gleichgültigkeit in der Berufswahl. Hier setzte der Redner seine Forderungen an. Di« erste ist die Aufforderung, den jungen Menschen in seiner beruflichen Not zu verstehen, ihm zu helfen und .zuletzt ihn aufzurusen, an der Neugestaltung der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Ding« mitzuarbeiten. Der Erzieher muß Kontakt mit der gegenwärtigen Jugend haben, er muß sie »er« stehen, er muß als Erzieher der Wende selbst teil­haben am gemeinsamen Willen der Neuge­staltung, er muß die natürlichen Hemmnisse, die sich zwischen dem Aelteren und dem Jüngeren immer wieder einstellen, aus dem Wege räumen. Der Erzieher muß in der heutigen Zeit einfach und großzügig sein. Er muß im Gegensatz zu den vielen Problemen und ihrem Wirrwarr zu einem ganz einfachen theologischen Erkennen und Er­leben vom Sinn des Lebens zurückkehren. Dazu gehört, daß wir im täglichen Leben auch dem haus­backenen Verstand wieder zu Recht verhelfen. Dar­aus ergab sich als dritte Forderung eine Neugestal­tung disziplinarischer Maßnahmen in Elternhaus und Schule Diese drei Grundsorderunqen fanden dann ihre Anwendung auf das nationale und so­ziale Gebiet. Zum Schluß erstrahlte das Erzieher- ideal in dem gläubigen deutschen Menschen, dem geglaubt wird, weil er selbst glaubt, der Gefolg­schaft bekommt, weil er selbst dient. *

Der Sonntagmorgen vereinigte di« Teilnehmer der Tagung in einer Pontifikalmesse in der Christ­königskirche. Nachmittags wurde die Vortragsreihe fortgesetzt. Im Anschlüsse an das Referat von Prof. Dr. Platz beleuchtete Oberstudiendirektorin Dr. Anni Bender, München-Gladbach,

di« besonder« £ag« der weiblichen Jugend J und unsere Ausgaben".

Cs liegt in der Eigenart der weiblichen Stahnr der Erzieherin wie der zu Erziehenden be­gründet, daß das gegenwärtige Bild der weiblichen Jugend nicht so rein, losgelöst von Familie, Schul« und Umwest und in einer so auf wissenschaftlicher Forschung beruhenden Eindeutigkeit dargestellt werden kann wie das der männlichen Jugend« Unter dieser einschränkenden Voraussetzung zeich­nete die Rednerin die heutige Lage des Mädchen» nach ihrer politischen, kulturellen, typisch-fraulichen und religiösen Sette hin. Politisch sind di« Mädchen weniger aufgewühlt als di« Jungen, aber doch stark beteiligt vor allem durch die wirtschaftliche Not der Familie und die Bedrohung ihres künftigen Berufes. Nach der kulturellen Seite hin läßt sich die stärkst« Berührung mit der männlichen Ju­gend feststellen: Freud« am Leiblichen, an Sport, Technik und Vereinfachung des Leben», starkes Interesse für soziale Fragen, und zwar nicht in der Form der Sozialpolitik, son« dern als soziales Wollen, Hilfsbereitschaft, Sam­meln, Betreuen. Geistig ist das Mädchen weniger vom Zeitgeiste der Sachlichkeit und Unptoblemati! beeinflußt als der Junge. Bei der Darstellung der typisch-fraulichen Seite bejahte die Referentin di« weibliche Eigenart und Tätigkeit, behandelte bi« Stellung de» Mädchen» zum jungen Mann« sowi« Beruf und Frauenschicklal, von innen her gesehen. In religiöser Hinsicht unterschied sie vier Gruppen- die religiösen Sucher, di« Werkschaffenden, die Gleichgültigen unb die Abgefallenen. Aus dieser Grundlage erhob sie ihre Forderungen für die Er­ziehung in Familie und Schule: vor allem kla« rerDkick für d>ie gegebene Lage, ju. gendgemäße Atmosphäre und da» Gepräge absoluter Wahrhaftigkeit in Denken und Handeln: Aktivierung be» Geistes nach der Seite des Edlen, dauernd Gülti­gen; Aktivierung der Seele durch ethische Ziel­setzung sowie lebendiges Wort und Vorbild im Re« ligiöstn. Von entscheidender Bedeutung bleibt stets die Erziehungspersönlichkeit._________________

_ Im Allgemeinen:

V DieQualltätebezeichnung

y einer Ware!

1 Im Besonderen:

Da* Zeichen einer führenden

Fuldaer Radiofirma!

Brief aus Afrika.

Am 3. Dezember ist das Fest des hl. Franzis­kus .Taoerius, de» großen Heidenmissionars. In °en kath. Kirchen der Diözese ist am Sonntag Kollekte für die Hcidenmissionen. Wir lasten hier einen Heidenmissionar aus unserer Heimat, P. Albert Fröhlich in Andara-Südwestasrika, zu Wort kommen.

I f» mni)ara liegt weit abseits von der großen Welt, I über cn 0Dn Südwestafrika, droben am Okawango, k ®ro Klm. von der letzten Post- und Bahnstation ^^oiontein entfernt. Eine wasserlose und wegelose trennt das Okawango-Land von dem übrigen frifn $er Okawango ist Grenzfluß zwischen Südwest- E' fljti , u*^* Angola, lieber schroffe Felsen und wildzer- hfa. e Schluchten bahnt er sich den Weg. An einer I hone nur ^lelt der Fluß traumverloren unter Palmen- k Ufer?, unb Urwaldriesen, und dort steht am sanften (?ang die Missionsstation Andara, bestehend aus her "Jlir die Missionare, Haus für die Schwestern, klei- uche und den nötigen Schuppen. Außer den Whano n^etDDhnern gibt es keine Weißen in dem Dfa- B.0=tanb. Die Eingeborenen, Hambukuschu genannt, Ub>.I mit der Kultur noch wenig in Berührung gekom- die [eben in ihren Hütten aus Ried-Matten am F6 *"Aang. bebauen mit einer primitiven Hacke ihren

Garten oder jagen mit ihrer Lanze im weiten, endlosen Wald, oder suchen Beeren, Früchte, Raupen und Mäuse. Seit 1909 ist die kath. Mission unter diesem Dolk tätig. Bischof Gotthard in Windhoek ist der Gründer der Oka- wango-Mission. Heute hat sie schon drei Missionsstatio­nen. Andara ist eine der größten. Sie umfaßt in einem Gebiet ungefähr 60 Klm. flußaufwärts und 60 Klm. flußabwärts ungefähr 200 Christen und 2000 Heiden. Die Hälfte der Christen sind kleine Kinder und alte Leute. Im allgemeinen sind die Hambukuschu heute dem Christentum nicht mehr abgeneigt. In der Todesstunde verweigert kaum ein Heide den Empfang der Taufe. Dor einem Jahr ging das Gespenst des Hungers durch das Land und wurde täglich schrecklicher. Gestalten, mehr Leichen als Menschen, schlichen durch den Busch, um eine wilde Baumsrucht oder etwas Rinde als Nah­rung zu suchen. Der Missionar und die Missionsschwe­stern zogen rastlos durch das Land, um die Sterben­den für da» Himmelreich zu retten. 50 laufen haben wir in den Monaten Dezember 31 und Januar 32 gespendet, gewiß eine reiche Ernte bei diesem so dünn gesäten Völkchen. Würden die Alten nach einem langen Leben im Heidentum die Forderungen der christlichen Re­ligion nicht so schwer empfinden, da» ganze Land würde bald christlich. So aber beruht unsere Hoffnung auf unseren Schulen und auf der Jugend. Eine Anzahl Jungen ist ständig bei uns auf der Mission. Die Kate-

chumenen-Zahl (Tausbewerber) hat einen erfreulichen Aufschwung genommen und die 60 bereits überschritten. Gewiß mögen die Beweggründe bei manchem nicht die edelsten sein, immerhin bereiten mir viele durch ihren Eifer große Freude. Noch vor Weihnachten gedenke ich einige, die schon seit Jahren getreu zum Unterricht kommen, zu taufen. Um die vielen getauften Kinder, weit draußen im Land besser zu erfassen, ließ ich neben den 3 bestehenden noch 2 Außenschulen erbauen. 2 von den eingeborenen Katecheten haben diese Schulen mit zu betreuen. Am Sonntag nach Mariä Himmelfahrt führte ich 16 schwarze Kinder, 5 Buben und 11 Mäd­chen, zur ersten hl. Kommunion. Das war ein Ernte­tag für unsere Mission, ein Tag der Freude, wie ihn Andara wohl noch nicht gesehen hat.

Mit der neuen Ernte im Mai-Juni war endlich auch die Hungersnot vorbei. Doch war der Regen auch im letzten Jahre wieder sehr knapp und wie viele andere Teile Afrika» wurden auch wir am Okawango von der Heuschreckenplage heimgesucht. Eines Mittags war der Himmel fast verfinstert, in solchen Schwärmen tarnen die Tiere. In manchen Feldern haben sie großen Scha­den angerichtet, so daß bald wieder die alte Not am Okawango herrschen wird.

Sonntags kommen immer auch sehr viele Heiden zum Gottesdienst. Leider ist das Missionskirchlein viel zu klein. Dann sitzen sie auf dem Hof, um das Kirch­

lein herum, ober schauen durch das Fenster dem Gottes­dienst zu. Seit einigen Monaten haben wir mit dem Formen von Backsteinen für eine neue größere Kirche begonnen. Trotzdem habe ich im Juni das Chörchen unseres alten Kirchleins noch einmal mit frischen Far­ben ausgemalt, denn bis das neue Gotteshaus fertig wird, konnten wir nicht mehr warten. Zugleich sollte diese Arbeit eine Vorübung für die Ausmalung der künftigen neuen Kirche sein. Auch Bruchsteine, Holz und Kalk haben wir selbst. Die Arbeitskräfte sind hier nicht zu teuer. Unsere Arbeiter bekommen 8 Shilling im Monat und die Eingeborenenkost, d. h. Maismehl-Brei mittags und abends und ab und zu etwas Fleisch. Des­halb denke ich mit 5000 Mk. die ganze Kirche (21 mal 8 Meter) zu bauen. (Wer gibt ein Scherflein? Die Missionsversorgung des Oblatenklosters zu Hünfeld über­mittelt es gerne nach Afrika.) Weihnachten 1933 (oll die Kirche fertig fein.

Das sind einige Erlebnisse aus der Welt bes Heidenmissionars. Tretet dem Franziskus-Tave. rius-Misfionsverein bei und arbeitet alle mit an dem Werk der Heidenbekehrung. Die Ernte ist groß, der Arbeiter aber sind wenig«. Bittet den Herrn der Ernte, daß er mehr Arbeiter vom Markt des Lebens in den Weinberg rufe und daß er die Arbeit und die Arbeiter jegn«. ....