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Fuldaer Land und Aachbargebiet

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Dr. G. Aschmann,

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Fahrers.

Ber-

Die Trockenlegung der Zuldersee als Ursache der Erdbeben?

schließen.

Kaum in Südafrika, brach der Burenkrieg

Das Schächtverbot angenommen.

'rast treten soll, wenn es

praktftchen Auswirkungen.)

leßung nis.

Brandstiftung aus Rache.

Dem Nachbarn die Scheuene angezündek.

Nlinisierialdireklor Dr. Suren, der bisher im preußischen Jnnenministeri war, ist zum Staatskommifsar für das $ fahrtswesen ernannt worden.

Aus Wederhessen.

Schweres Mokorradunglück.

vom Motorrad mikgeschleisl. — Genickbruch des

alte (Ehefrau des Chauffeurs Finis sich selbst erhängt hat. Der Ehemann wurde im Lause des Montags, nachdem die Untersuchung einwandfrei den Selbstmord ergeben hatte, wieder sreigelassen.

des Postgeheimnisses zu fünf Monaten Zefäng-

Wen trifft die Schuld?

Sohn greift gewalttätig in die Streitigkeiten seiner Eltern ein.

DerGesetzgebungsausschuß des Thüringer tags nahm mit den Stimmen der Nativ sozial ist en und des Landbundes die Linke das Gesetz über den TierschuA, das rituelle Schlachten von Tieren C? verboten sein soll, an. Zur Vermeid' Schädigungen der Thüringer Landwirtft des Fleischergewerbes hat jedoch der i einen Antrag gestellt, nach dem das Scho erst dann m Kraft treten soll, wenn es den umliegenden Landern, besonders in ein geführt ist. (Also har die ganze Sa-

gangen haben und es wurden gegen ihn neun Monate Gefängnis beantragt. Das Gericht verurteilte den An­geklagten lediglich wegen eines Falles des Betrugs, und zwar zu zwei Monaten Gefängnis, weil er bei einer Anweisungsunterschrift eine Täuschungs- Handlung vornahm.

— Michelstadt i. 0. Der 23jährige Sohn des hiesigen Oberrealschuldieners hat seinem schlafenden Vater in der Nacht etwa einen halben Liter Salzsäure über das Gesicht gegossen. Außerdem hatte er n o ch ein Beil bei sich, so daß der Verdacht der Tütungs- absicht sehr nahe liegt. Die Ursache soll in schon länger bestehenden Familienstreitigkeiten der Eltern zu finden sein, wobei der Täter die Partei für seine Mutter, die am Freitag das Haus verlassen hatte, ergriffen hat Cs steht zu erwarten, daß das Augenlicht dem Verleb­ten, der unter starken Schmerzen zu leiden hat er­halten bleiben kann. Der Täter wurde dem hiesigen Amtsgericht zugeführt.

Dr. Julius von Keller, bisher deutscher Gesandter in Buenos mit Wirkung vom 1. Januar 1933 das ständigen deutschen Vertreters beim 2 übernehmen.

Kleine Nachrichten.

Der Geraer Fehlbetrag, der vor letzung d> es Staatsbeauftragten Dr. Sw" über zwei Millionen RM. betrug, ist durch rose Sparmaßnahmen auf etwa 780 UW herabgedrückt worden. Die Einsparungen k auf allen Gebieten, besonders bei den pe aufwendungen, beim Wohlfahrts wes en, ver büdung und dem Straßenbau vorgenomme von der Regierung festgesetzte Bürgersteue grenze verbot einen weiteren Ausgleich des der nach wie vor zu äußerster Sparsamre«!

Aus Geisa und Umgebui

Ein Arbeitsbeschaffungsprogramm der khüringk Regierung.

Die thüringische Staatsregierung gibt JE ein Arbeitsbeschaffungsprogramm bekannt, für 5 Millionen R m. vorgesehen sind, die re der thüringischen Wirtschaft, dem Bauhandv dem Gewerbe und dem Handel zufließen fo

— Fritzlar. In der Nacht zum Montag fuhr der Schuhmacher Dippel aus Unshausen mit seinem Motorrad auf der Landstraße Unshausen—Hebel zwei Fußgänger an. Der eine der Fußgänger namens Pfann- kuch wurde etwa 15 Meter weit mitgeschleift und erlitt einen doppelten Schädelbruch sowie sonstige Verletzun­gen. Der Motorradfahrer stürzte so unglücklich, daß er mit einem Genickbruch tot liegen blieb. Dem zweiten Fußgänger wurde lediglich der Mantel zerrissen. Der schwerverletzte Pfannkuch wurde in das Kasseler Lan­deskrankenhaus übergeführt.

Richt Mord, sondern Selbstmord.

— Hofgeismar. Die Untersuchung in der bereits ge­meldeten Ehetragödie haben ergeben, daß die 26 Jahre

Rechtfertigung der Abschreckungstheorie.

Die Terror-Notverordnung hat gewirkt.

— Lad Homburg. Wegen öffentlicher Aufreizung zu einer Gewalttat verurteilte das Kleine Schöffengericht den Konditor Moller aus Bad Homburg zu einer Gefängnisstrafe von einem Monat. Arn 11. Juli kam es in Homburg vor dem Arbeitsamt zu Erwerbslosen- ansammlungen. Als ein älterer Mann aus dem Ar­beitsamt kam, wurde ihm von dem Angeklagten die Krawatte abgerissen, an der eine Hakenkreuznadel steckte. Der Zeuge wurde dann noch von anderen Personen ver­prügelt und erlitt eine leichte Gehirnerschütterung. Daß sich M. an der Schlägerei beteiligte, konnte nicht er­wiesen werden, dagegen ergab es sich, daß M. dem po­litischen Gegner zugerufen hatte: „Du Hund, willst Du das Abzeichen abnehmen!" Der Vor­sitzende in der Verhandlung, Land- und Amtsgerichtsrat Heymann, betonte während der Verhandlung des Ange­klagten, daß dieser Fall die letzte Sache aus den Iuli- vorgüngen in seiner Abteilung sei. Mit Eintritt der Notverordnung seien keine neuen Fälle

= Worms. Der Landwirt Emil Heizmann aus Dalsheim (Kreis Worms) war durch Handschlag als Vertreter und Gehilfe seines als Postagent des Dor­fes angestellten Vaters verpflichtet. Er brach das in ihn gesetzte Vertrauen und öffnete oder unterschlug Briefe und Pakete, die ihm in amtlicher Eigenschaft anvertraut worden waren. Die Große Strafkammer in Ma>nz verurteilte ihn wegen Vergehens im Amte und ~

Technik und verkehr.

Interessante Brems-Experimente bei der Reich»

In diesen Tagen fanden auf der Strecke Elfte Dresden interessante Versuche der Reichsbann i der Erprobung neuer Brems-Methoden oienie-'. 120 Kim. Geschwindigkeit wurde geslissenMM fignal überfahren. Was geschah? Zunächst l, Lokomotiv-Dach ein rotglühendes „ft“'*' ? ' gleich gellte ein wilder Hupenschrei durch oa räusch. Beides wurde auch diesmal zur -P sehen und überhört. Das Hauptsignal nahte die „Katastrophe". Im letzten Augenblick gnil elektrische Zugbeeinflussung ein und setzte von die Knorrbremse in Tätigkeit. Daneben gwt t eine automatische Zwangsbremsung, die ö11™ Kontakte vor dem Blocksignal jeden Zug im J Stehen bringen kann. Schließlich gibt es noch Schutzmethode, das „optische Bremsen". Die x. haben vorn einen nach oben gerichteten «ckstw sen Lichtstrahlen in den 'Raumspiegel an masten treffen. Steht der Spiegel aur „ er die Strahlen auf eine Selen-Zelle an de zurück, und auf elektrischem Wege erfo Zwangsbremsung. Die Versuche sind na schlossen. Der Klärung bedarf vor allem ob diese automatischen Bremsvorrichtung' eisten Lokomotiven funktionieren.

— Elters (Kr. Fulda). Am 19. und 20. November fand in Elters das Bezirksführerinnentref- fen der Marianifchen Jungfrauenkongre- g a t i o n e n des Bezirks Margretenhaun statt. Die Prä- fektinnen der Vereine von Dipperz, Hofbieber, Friefen- baufen, Dietershaufen und Margretenhaun waren bei den Elterser Jungfrauen zu Gast, um mit ihnen zu be­raten über Ziel, Art und Mittel der Kongregation zur Erziehung eines gottgebuobenen Frauengeschlechtes, da­mit klaren Augen in den Wirrnissen unserer Zeit steht. Die Tagung war umrahmt von Liedern des Ortsver­eins. Die einschlägigen Vorträge lagen in der Hand der Präfektinnen und des Bezirkspräses. Ein heiteres Spiel bildete den fröhlichen Abschluß. Die Frucht der Tagung liegt in der Zukunft.

— Wüstenfüchsen (Rhön). Man schreibt uns: Schon seit längerer Zeit ging hier das Gerücht um, daß die Be­völkerung mit einem großen SA-Aufmarsch, verbunden mit Appell, beglückt werden sollte In den „Sieg-Heil"- Kreisen sprach man sogar von ungefähr 500 SA-Leuten, die an dem „Marsch auf Wüstenfüchsen" teilnehmen wür­den. Am Sonntagmittag kam bann der große Augen­blick. Alle Neugierigen, die sich auf den Schauplatz des verheißenen Geschehens begeben hatten, wurden etwas enttäuscht, denn die 23 Leute, die aus dem Bezirk „Hohe Rhön" erschienen waren, vermochten weder durch ihre Zahl, noch durch ihr Auftreten der Bevölkerung be­sonderen Respekt einzuflößen. Etwas verschüchtert zogen es die SA-Leute vor, etwas weiter vom Dorfe weg zu ziehen und dort ihre schlecht eingepauklsn Hebungen 'vor­zuführen. Auf dem Rückmarsch wurden ste am Eingang des Ortes von ihren feindlichen Brüdern von der Lin­ken, mit denen sie sonst anläßlich der Wahlkämpfe beim Ankleben der Wahlplakate aus einem Kleistertopf kleb­ten, empfangen und durch den Ort hindurch mit einem Pfeifkonzert begleitet. Armes deutsches Volk!

Die Jtotlage der Land-Apotheken.

= Schlüchtern. Die Ungunst der Zeitverhältwsse wirkt sich in starkem Maße auf die Lebensfähigkeit der Apotheken auf dem Lande aus und beeinträchtigt manche von ihnen in der Existenz. So mußte die Apotheke in Zeitlofs geschlossen werden, weil sie nicht mehr ren­tierte; ein anderer Betrieb in der Nähe wird folgen. Dieses Schicksal ist zu einem nicht geringen Teile der Heberhandnahme des wilden Arzneiverkaufs durch Hau­sierer und andere Stellen zu verdanken.

= Wilkenberg. In Windifchbuchen wurde ... der vergangenen Woche die große Scheune des Büktzer- meifters Berberich mit dem gesamten Inhalt eingeäschert. Der Schaden betrug etwa 15 000 Mk. Nunmehr ist es der Gendarmerie gelungen, die Brandursache aufzuklä­ren. Unter dem Verdacht, den Brand gelegt zu haben, wurde der Nachbar des Bürgermeisters, der 32jährige Gastwirt Fr. Weniger, verhaftet, der inzwischen ein Geständnis ablegte. Er scheint bie Tat aus Rache begangen zu haben. Er hatte in die Scheune des Bürgermeisters glühende Kohlen geworfen, wobei er sich die Finger der linken Hand verbrannte. Da er sich bei der Löschung des Brandes sehr zurückhaltend benahm und die folgenden Tage sich nur wenig sehen ließ, verstärkten sich die Verdachtsmomente immer mehr.

mehr anhängig geworden. „Da soll man no gen bie Abschreckungstheorie etwa gen!", äußerte der Verhandlungsleiter.

aber durch die Zahlungsunfähigkeit zweier Unterneh­men in finanzielle Schwierigkeiten.

Der Angeklagte sollte in Frankfurt eine Serie von Betrügereien be-

aus. G. ließ sich von den englischen Truppen anwer­ben. Als er sich im Oktober 1899 um die Rettung einer englischen Batterie bemühte, wurde er durch Bauch- und Kopfschuß schwer verwundet. Man beförderte ihn zum Hauptmann. Durch die Heirat einer Engländerin er­langte er das englische Staatsbürgerrecht. Als der Boreraufstand ausbrach, meldete sich G. nach China. Eine Zeitland war er unter Graf Walderfee tätig, später ist. er unter Wanshikai Gendarmerieoberst ge­worden. Im russisch-japanischen Krieg wurde er von General Nogi bei Mukden als Spion gefangen ge­nommen und zum Tode verurteilt. Es gelang ihm aber, der Exekution zu entgehen. Damals schon hatte G. Verbindung mit dem deutschen Nachrichtendienst auf- genommen. Bei Kriegsausbruch 1914 kam er nach Paris, nachdem er vorher in Nord- und Südamerika geweilt hatte. Im November 1914 wurde er in Paris unter dem Verdacht der Spionage verhaftet. Man ver­urteilte ihn, aber er wurde in eine Irrenanstalt über­führt, aus der er 1916 floh. Auf Grund eines engli­schen Militärpatents gelangte er nach London. Als er sich aber weigerte, Militärdienst zu tun, internierte man ihn. Man hat ihn nach dem Krieg bann nach Oester- reich abgeschoben. In Wien wurde er Verkaufschef ei­nes Künstlerhauses, wobei ihm seine Kenntnisse in acht europäischen und sechs orientalischen Sprachen sehr zu statten kamen. Er organisierte alsdann Kunstausstel­lungen in Stockholm, Paris, Brüssel und Newyork, kam

hohe Steuern vertreiben die Unternehmen aus Kassel.

= Kassel. Die Gesellschafterversammlung der Scbmidt- schen Heißdampf G. m. b. H. in Kassel-Wilhelmshöhe hat beschlossen, den Verwaltungssitz von Kassel-Wilhelms- höhe nach Niederzwehren zu verlegen. Veranlassung zu diesem Beschluß gab die Veranlagung der Gesellschaft zur städtischen Gewerbekapitalsteuer mit 80 000 RM. Diese hohe Summe erklärt sich daraus, daß die Gesellschaft aus ihren Amerika-Geschäften bedeutende Zahlungen in Dol­lars freibekommen hat, die nun Kassel der Gewerbe­kapitalsteuer unterliegen. Verhandlungen zwischen der Gesellschaft und der Stadtverwaltung um Erleichterung bei der Zahlung dieser Sondersteuer sind gescheitert, da die Stadt angesichts der Notlage sich ablehnend verhalten mußte. Die Gemeinde Niederzwehren erhebt keine Ge­werbekapitalsteuer, sondern nur eine Gewerbeertrags­steuer, weshalb es die Gesellschafteroersammlung vorge­zogen hat, den Verwaltungssitz nach Niederzwehren zu verlegen. Wie verlautet, wird sich am Mittwoch die Finanzkommission der Stadtverwaltung mit dieser Ange­legenheit beschäftigen, doch dürfte der Beschluß der Ge­sellschaft nicht mehr rückgängig gemacht werden können, da diese bereits Grundstücke in Niederzwehren erworben hat.

Oben: Autostraße auf dem Neuland der Zuldersee.

Unken: Neugewonnenes Land auf dem wieringer Polder.

In der Mitte links: Karle der Zuldersee mik den krockengeleglen Gebieten.

. den Halogen gewinnt die Anschauung immer mehr Raum, daß die kürzlichen Erdbeben in n u nö Westdeutschland in ursächlichem Zusammenhang mit der Trockenlegung der Zuiüer'ee stehen. Aber auch unabhängig von diesen Theorien hat die Trockenlegung und die damit einaetre- tene plötzliche Aenderung aller Lebensbedingungen schwere Gefahren hervorgerufen. Massenhaft sterben die Husche infolge des abnehmenden Salzgehaltes des Wassers und gleichzeitig breiten sich überall riesige Muckenschwarme aus, sodaß man mit Malaria-Epidemien rechnen muß ’

Neues aus Frankfurt.

— Sieben Primizfeiern an einem Tage. In den er­sten Tagen des Dezember werben im Limburger Prie­sterseminar burch ben Bischof 23 junge Theologen zu Priestern geweiht. Es ist bies bie bisher größte Zahl ber am Bischofssitz vollzogenen Weihen von einem Jahr­gang. Unter ben jungen Priestern befinben sich allein sieben Frankfurter, bie alter Trabition gemäß am Sonntag barauf in ihrer Mutterkirche baheim bas erste hl. Meßopfern feiern. Diese Feiern finben statt in Griesheim, in St. Elisabeth zu Bockenheim, im Dom, in St. Joseph unb Heiligkreuz in Bornheim, in Eschers­heim unb in St. Bernarbus. Es ist bas ein für bas ka­tholische Frankfurt noch nie bagewesenes Ereignis, baß an einem Sonntag in sieben katholischen Kirchen bas I erste hl. Meßopfer von Neupriestern gefeiert wirb.

I = Großer Tumult in ber Stadtverordnetenversamm­lung. Vor Beginn ber Stabtverorbnetenversammlung

I durchzogen Scharen von Erwerbslosen bie bas Rathaus umgebenben Straßen unter fortwährenben Rusen „Hun­ger! Hunger!" Währenb aber auf ber Straße noch eine gewisse Drbnung aufrecht erhalten werben konnte, kam es im Stabtverorbnetensitzungssaal zu tumultuarischen Szenen. Von vornherein würben Anträge auf Winter­beihilfe von ben meisten Rebnern mit politischer Selben« schaftlichkeit behanbelt, so baß Zurufe von ben Tribünen herab immer häufiger würben. Als ein Tribünen­besucher von ber Galerie entfernt werben sollte, nüber» setzte er sich schließlich, so daß bie völlige Räumung ber Galerien angeorbnet wurde. Diese vollzog sich unter unbeschreiblichem Lärm nur sehr langsam unb zumeist unter Anwenbung von Gewalt. Nachdem bie Drbnung wieder hergestellt war, konnten die Stadtverorbneten ihre Beratungen fortsetzen.

Der „Mandarin" nnker Anklage.

Ein Abenteurer erzählt.

Das Frankfurter Schöffengericht verhandelte gegen den des Betrugs beschuldigten 1874 in Wien geborenen Kunsthändler Grading er. Der Angeklagte schil- berte in der Verhandlung seinen Lebenslauf, ber das Publikum aufhorchen ließ und in Spannung versetzte. Der Kunsthändler mürbe im Wiener Findelhaus gebo­ren unb fälschlicherweise als unehelich eingetragen, wäh­rend seine Mutter damals mit einem Amerikaner ver­wählt gewesen fein soll. G. hat sich bann später oft des Namens des Amerikaners bedient, was ihn nun auch vor bie Schranken bes Gerichts in Frankfurt brachte. Die Mutter bes Angeklagten gab ben Sohn einem Kunstmaler in Pflege, ber ihn mit feinem Beruf ver­traut machte. In dem Haufe hatte er Verkehr mit aus­ländischen Studenten, unb hierdurch eignete er sich Sprachkenntnisse im Englischen, Französischen unb Ita­lienischen an. Die beiden Söhne eines hohen chinesischen Würdenträgers weihten ihn in die chinesische Sprache ein. Das Schicksal verschlug den Angeklagten im Alter I von etwa fünfzehn Jahren nach London. Von hier ging er als Maschinistengehilfe auf einen großen Pafsa- I gierbampfer. Sein Bestreben war, baz Maschinisten- examen zu machen. Das Gelb hierzu verdiente er sich während ber Seereise burch Bildermalen für die Passa- I giere. Nachdem G. bas Examen an ber Marinetechni­schen Hochschule in London bestanden hatte, betätigte er I sich noch ein Jahr lang in verschiedenen englischen Wer- fen, um dann einer Einladung eines der chinesischen I Freunde, ber inzwischen Minister geworben war, nach Peking zu folgen. Er bekam eine Stelle im Auswärt- I gen Amt und wurde schließlich mit einem Mandarinen­knopf ausgezeichnet. Dann fand er Gelegenheit, sich einer chinesischen Expedition nach Praetoria zur Lösung der chinesischen Arbeiterfrage in den Randminen anzu-

Freistaat Hessen.

Das Rolwehrrechk.

Gerichtliches Nachspiel einer politischen Schlägerei.

— Gießen. Am 11. Juni kam es in dem Nachbar­orte Lollar zwischen mehreren Nationalsozialisten unb politischen Gegnern zu einem Konflikt, als bie Mitglie­der ber NSDAP, nach einem vergeblichen Versuch, eine öffentliche Versammlung abzuhalten, abrücken wollten. Der Wortstreit führte zu einer Schlägerei, bie burch einen 18 Jahre alten politischen Gegner der NSDAP, heraufbeschworen wurde unb in bereu Verlauf bie Na­tionalsozialisten von ihren Gegnern Prügel erhielten, sich baraufhin aber zur Wehr setzten. Der Vorfall hatte gestern vor bem Gericht in Gießen ein Nachspiel, bei dem drei Gegner der NSDAP, zu Gefängnisstrafen von je 3 Monaten verurteilt wurden, während gegen ben vierten Angeklagten wegen Mangels an ausreichenben Beweisen Freispruch erging. Den Mitgliedern ber NSDAP, wurde bas Notwehrrecht zugesprochen.

Zusammenstoß zwischen SA- unb Reichsbannerieulen.

= Wainz. Jrn Juni b. I. kam es in bem rhein- hessischen Dorfe Schornsheim zu einem Zusammen­stoß zwischen Nationalsozialisten unb Reichsbannerleuten. SA-Leute wurden auf dem Wege von Wörrstadt nach Schornsheim mit Steinen beworfen unb einer von ihnen mißhanbelt. Hierauf brangen einige SA-Leute in bas Sofas bes Reichsbanner ein, demolierten bie Türen unb mißhanbelten bort zwei Reichsbannerleute. Sechs Na­tionalsozialisten unb ein Reichsbannermann hatten sich jetzt unter ber Anklage bes schweren Sanbfriebensbrurfjs in Tateinheit mit Gewalttätigkeiten vor ber Großen Strafkammer zu verantworten. Drei National­sozia l i ft e n mürben zu je 9 Monaten, einer zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Üb­rigen Angeklagten würben freigesprochen.

Beim Dachtdienst ertrunken.

— Mainz. Im Rhein bei Rübesheim ist jetzt bie Leiche bes Arbeiters Wilhelm Mehling, ber bei ben Partlandzementwerken Amöneburg beschäftigt war, ge- länbet worben. Mehling versah in ber Nacht zum 30. Oktober auf ben Zementkähnen Wachtbienst, wobei er anscheinenb ins Wasser gefallen unb ertrunken ist.

Den Bock zum Gärtner gemacht.

bisherige Botschaftsrat an der . schäft m Angora, ist als Diriaent abteilung der Reichsregierung berufen