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unb Mützchen unb wie bie nisblichen kleinen Sachen alle heißen, bie ihr Liebling trägt, in dieser Weise auszu- fdmrüden. Als heimliche Melkerin bes CChriflfh'bteiu* ist bie Mutter wirklich gar nicht zu entbehren, beson­ders wenn sie bebenkt, wieviel Kinberfreube ihre fleißige Arbeit auslöst.

Zu ben modernen M »bedingen, bie eine Mutter selbst Herstellen kann, gchört auch bie Anfertigung von Kragen unb Muff, bazu ein Barett aus Krimmerwolle in Weiß ober Schwarz-Weiß.Für wenig Gelb viel Freude", sagte mir eine Mutter, indem sie mir ihre Weihnachtsarbeiten zeigte und sich bie Freude der Kin­der ausmalte.

Albertine Albrecht (Düsseldorf).

Dle Frau und die Politik.

Reformen unb bie Stellung bet Frau im öffentlichen unb Berufsleben.

Es besteht die Gefahr, daß in den politischen Krisen­zeiten der Gegenwart mit ihren großen Kämpfen um Inhalt und Form der Staatsführung, um Reichs-, 23er- faffungs- und Derwaltungsreform bestimmte Frauen- fragen stark in Mitleidenschaft gezogen, man möchte fast sagen, wie so vieles anderes ins Nichts zurückentwickelt werden. Um dieses im einzelnen klarzustellen unb Ge­genmaßnahmen vorzubereiten, hat in ben letzten Tagen tm Reichstag eine Sitzung des geschäftsführenden Vor st and es des Reichsfrauenbeirats der Deutschen Zentrumspartei zusammen mit den weiblichen Mitgliedern der Zentrumsfraktion des Reichs­tags und des preußischen Landtags und einzelnen Füh­rerinnen von Frauen- und Frauenberufsverbänden statt- gefunden.

Frau Ministerialrat Dr. Weber gab als Vor­sitzende einige große richtunggebende Gesichtspunkte, unter denen wir die Gesamtentwicklung betrachten müßten. Es geht bei dem Kampf um die Erhaltung des Frauen- etnflufses im öffentlichen und Berufsleben nicht nur um die Verteidigung von Frauenrechten, sondern um die Wahrung einer sachlich berechtigten Linie. Die Zu- rückdrängung des Fraueneinflusies auf allen Gebieten ist um der Sache willen verhängnisvoll. Es werden söge- nannte Sparmaßnahmen getroffen, die in Wirklichkeit erhöhte Ausgaben zur Folge haben. Es wird beim Abbau nicht organisch verfahren. An einer Stelle wird abgebaut; dafür muß an anderen Stellen der Apparat vergrößert werden. Sachgebiete, die zueinander gehören, werden auseinandergerissen. Der Einfluß der Frau in der Verwaltung ist aufs schwerste gefährdet. Be­sonders für das weibliche Bildungswesen auf allen Ge­bieten werden anscheinend riesengroße Hindernisse unb Hemmnisse auf gebaut; auch für alle sozialpolitischen unb für bie Fürsorge- unb Wohlfahrtsfragen.

Im einzelnen berichteten Frau Maria Schmitz über bie Gesamtlage im Mäbchenschulwesen, Frau Ober- ftubienbirettorin Wronka über Fragen ber Höheren Schulen unb Lehrerinnenbildung, Dr. Amalie Lauer über bie Lage im Fach- unb Berufsschulwesen, Direk» torin Eh lert über ben weiblichen freiwilligen Arbeits- bienft, Lanbtagsabgeorbnete Helene Wessel über Für- sorgeerziehung, Reichstagsabgeorbnete Christ. Teufch über bie Wahlrechtsreform.

Im Zusammenhang bamit bebaücrte ber Reichs- frauenbeirat ber Deutschen Zentrumspartei auf bas leb­hafteste bas Ausscheiben von Frau Oberregierungsrat Ermler, der einzigen katholischen Frau in der preu­ßischen Schulverwaltung, deren Erfahrung unb Sach­kenntnis gerabe für das weibliche Volksschulwesen so bedeutsam war. Frau Ministerialrat Weber, bie ins Kultusministerium überfiebelt, wird weiterhin bie Auf­gabengebiete bearbeiten, bie sie bereits im Wohlfahrts­ministerium verwaltet hat.

Zur eingehenben Beratung und Durcharbeitung ber behanbelten Fragen würben bret Kommissionen gebilbet für: Bilbungs- unb Schulfragen, Fürsorge unb Wohl­fahrtsfragen, Derfassungs- unb Wahlrechtsreform. Die Ergebnisse biefer Kommissionen sollen in benMitteilun­gen" des Reichsfrauenbeirats, in der Tagespresse, auch in den Frauenbeilagen der Zeitungen eingehend behan­delt werden. L. B.

Weihnachts-Gebäck.

Line leckere Plauderei.

Von Robert M ö sing er- Frankfurt a. M

Weihnachtsgebäck: Ein süßes Duett steigt allen

großen und kleinen Leckermäulern in die Nase, wenn davon nur die Rede ist, ganz zu schweigen von der Freude, die im Hause herrscht, wenn bie Mutter eines der Kleinen, sorgfältig mit einem großen Zettel ver­sehen, zum Gewürzhändler schickt, um Zimmet, Kar- damum. Anis, Potasche, Rosenwasser und manche an- bere schöne Dinge zu holen, bie man im Lufe bes Jahres kaum einmal braucht! Aber um bie Weihnachts­zeit werden sie notwendig, wenn unterm brennenden Christbaum das knusperige Gebäck nicht fehlen soll, das beinahe unendlich in seiner Mannigfaltigkeit allen deutschen Landschaften eigen ist. Nun hat jede Gegend ihr besonderes Gebäck, ja beinahe jede Stabt bringt eine Speialität, auf bie die Hausfrauen stolz sind. Es würde natürlich zu weit führen, wollte man im Rah­men einer kurzen Plauderei auch nur einen Bruchteil des deutschen Weihnachtsgebäckes auszählen! Stunden- lang müßte man erzählen, um doch nicht zum Ziele zu kommen. So seien denn ein paar markante, beson­ders berühmte oder auch besonders wohlschmeckende Bäckereien ausgezählt, mit dem gleichzeitigen Hinweis, wie sie die wackere Hausfrau verfertigt. Selbstver- stündlich wird niemand alle Backwerke Herstellen können, denn leider spielt die Kostensrage bei der heutigen Weihnachtsbäckerei eine Rolle von nicht untergeord­neter Bedeutung. Billig sind sie alle nicht die kleinen Leckereien, und jede Sparsamkeit geht aus Kosten der Qualität! Deshalb lieber nur ein Gebäck vorzüglich zu­bereitet, wie ein halbes Dutzend, dem bie wesentlichen Bestanbteile fehlen!

Wer je einmal zur Weihnachtszeit nach Bayern ge­kommen ist, ber wird sicher freudig festgestellt haben, daß in keinem Hause der gute, braune, knusprige

Lebkuchen fehlt, ben man in Nürnberg in köstlicher Feinheit fabriziert. Wer aber einigermaßen geschickt ist, kann das lieblich nach Honig buftenbe Gebäck auch im eigenen Hause Herstellen. Es gehören dazu 1000 Gramm Zucker ober Honig, 1000 Gramm Mehl, 810 Eier, 500 Gramm geriebene Mandeln, 250 Gramm Zi­tronat, 10 Gramm Zimmt, 10 Gramm Nelken, 2 Zi­tronen und etwas Pfeffer. Man rührt den Zucker oder Honig mit Eigelb schaumig, gibt das gesamte Ge­würz dazu, läßt das Mehl nachlaufen und fügt schließ­lich den Schnee der Eier dazu. Dann streicht man den Teig aus Oblaten, sticht ihn mit herzförmigen Förmchen aus und bäckt ihn am anderen Tage mit ziemlicher Hitze. Wer Phantasie besitzt, kann auch Männlem und Frauen aus dem Teig schneiden, überhaupt die kuriose­sten Dinge Herstellen, die bei Jung und Alt viel Freude wachen! Ein wenig Zuckerguß noch narb dem Backen gibt dem Kuchen das festliche Aussehen. Sie halten sich gut 8 Wochen frisch, wenn man sie in einer gutschließen- d-n Blechschachtel aufbewahrt.

Was dem Bayern sein Lebkuchen, ist dem Rheinlän­der der Spekulatius, ben man vielfach auch zur Schmückung bes Christbaumes verwendet. Auch hier benötigt bie Hausfrau roieber 1000 Gramm-Mehl, 1000 Gramm Zucker, 500 Gramm Butter, 6 Eier, 5 Gramm Zimmt, 5 Gramm Hirschhornsalz unb nach Geschmack 1 bis 2 abgeriebene Zitronen. Man vermengt bie Butter mit bem Mehl, gibt nach unb nach alle Gewürze unb Zutaten dazu und läßt den Teig bann in lauwarmer Stube bis zum andern Morgen stehen. Wer ihn beson­ders mürbe wünscht, knete die Masse am andern mor­gen noch einmal durch und läßt sie abermals einen Tag stehen. Dann wird der Teig mit den Händen ausgebreitet, etwa messerrückendick. Mit allerlei klei­nen Förmchen sticht man ihn aus und backt ihn auf gewachsen! Blech hellgelb. In 8 Tagen ist der Speku­latius weich und namentlich zu Tee ein köstliches Ge­bäck

Im Hause von Goethes Eltern auf dem Großen Hirschgraben in Frankfurt a. M. wurde allzeit gut ge­geben und getrunken, wie wir aus den Briefen Johann Wolfgangs an feine Mutter, die gute Frau Aja, wissen. Durch einen glücklichen Zufall ist uns ihr Originalrezept zu den guten Frankfurter Brenten erhalten, da es Ottilie von Goethe an die ihr befreundete Fa- milie von Liitrow nach Wien gesandt hatte. Das be­rühmte Rezept lautet:Ein Pfund mit etwas Rosen­wasser feingestoßene Mandeln werden mit einem Pfund gestoßenen Zucker auf schwachem Feuer unter beständi­gem Rühren solange geröstet, bis sie sich trocken an­fühlen. Dies wird dann in ein anderes, mit Zucker bestreutes Gefäß getan, mit einem Tuche bedeckt und an einem kühlen Ort aufbewahrt. Den folgenden Tag ar­beitet man diese Masse auf bem Brett mit einem Eiweiß und 4 Lot feinem Mehl glatt, rollt sie Zweimesserrücken, dick aus und drückt selbe mit den mit Mehlbestreuten Holzformen aus. Nachdem sie nun noch 24 Stunden trocken liegen bleiben, werden sie auf einem heiß mit Wachs bestrichenen Blech gebacken!Kein Geringerer wie Grillparzer, dem Frau von Littrow alljährlich zu Weihnachten Frankfurter Brenten zu schenken pflegte, bie nach dem Rezept der Mutter Goethes gebacken mä­ren, spricht sich sehr lobend über das köstliche Backwerk aus. Nur im Jahre 1866 müssen sie nicht recht weich gewesen sein. Schreibt er doch damals an Frau von Littrow-BischofDas Frankfurter Backwerk, wo ich mich zum ersten Male in meinem Leben mit Goethe an demselben Gegenstände messen konnte, freilich nur im Beißen, hat mir aufs Neue gezeigt, wie dieser doch ein ganz anderer Kerl bis in sein hohes Alter war, als ich. Jedenfalls hatte er bessere Zähne!"

Zum Schluß noch ein in Süddeutschland bekanntes ^Gebäck, die beliebten Baseler Leckerli (Basler Guts ober Basler Christkinblesbrot). 750 Gramm Zuk- ker werben mit 200 Gramm geriebenen Mandeln, 4 Eiern und 6 Löffeln Rosenwasser ya Stunde gerührt, bis sich bie Masse völlig ausgelöst hat. 20 Gramm Zimmt, 10 Gramm Muskat, 10 Gramm gestoßene Nelken, 2 Gramm Pfeffer, die abgeriebene Schale von zwei Zitronen und 50 Gramm Orangeat ober Zitronat sind bie wesentlichsten Gewürze, die man gut mit ber Zuckermasse verrührt. Dazu kommen dann noch zwei Pfund Mehl, 200 Gramm Butter und eine kleine Prise Hirschhornsalz. Aus bem festen Teig sticht man Fi- guren, bie in mäßig warmem Ofen hellgelb gebacken werden. Nach Belieben lassen sich bie Leckerli auch mit buntem Streuzucker verzieren. Vierzehn Tage vor Weihnachten bereitet, sind sie am Heiligen Abend von köstlicher Weichheit, denn nicht umsonst sagt von ihnen das Sprichwort:

Wer e Basler Leckerli hätt gesse,

Der meint schier, er sei im Himmel gwese."

Weihnachtsringel. 30 Gramm Butter, 1 Ei, 150 Gramm Zucker, 60 Gramm geriebene Schokolade, 3 Eß­löffel Rum und Vs Päckchen Backpulver werden mit 300 Gramm Mehl zu einem Teig verarbeitet. Der Teig wird zweimesserrückendick ausgerollt, Ringel daraus ausgestochen, dieselben mit Eiklar bestrichen unb bei mä­ßiger Hitze gebacken.

Die praktische Hausfrau.

Aussrischen der Sammetkleiber.

Sammetkleiber lassen sich im Haushalt sehr einfach unb leicht auffrischen, wenn man sie beim Waschen in den Dunst ber Waschküche hängt. Auch ein Lüften ber Sammetkleiber in ber nebeligen Nachtluft verleiht ihnen wieber eine schöne frische Farbe.

Die Hausfrau prüft die Buller.

Butter wirb auch heute noch gerne verfälscht. Man prüft Butter auf reinen Geschmack unb auf Beimischung verfälschenber Bestandteile mit Hilfe einer Pellkartoffel. Ein wenig Butter wird auf die warme Pellkartoffel ge­strichen, dann ißt man dieselbe. Man wird erstaunt fein mit welcher Sicherheit man alle fremden Beimengungen erkennen kann. Auch verdorbene Butter läßt sich auf diese Weise einwandfrei feststellen.

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Vellage zur Fuldaer Zeitung

277

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Kleinigkeiten mißachten, heißt den Sinn

UN.

odische Verwandlungskünste

Ölst Du nie erkältet sein

Welt nicht verstehen, ist ein Vorbeigehen an der _J>öpferfraft Gottes, ber auch im Kleinen seinen all- mächtigen Willen erkennen läßt.

öffne

Der rechte Platz.

ein Knopf. Ein an sich ganz bedeu- Vielleicht liegt er irgendwo auf der

dich, uns

Kleinigkeiten.

Rosa Hamacher- Boppard.

Erde, mit neuem Bewegen: ben Hellanb ber Menschen herfür!

Angelus S i I e f i u s.

Es fehlt mir tllngslosts Ding.

Rorate coeli . . .

fet uns munter fein, warten und wachen, schlafe vor Trägheit ein;

uns alles aufs herrlichste machen;

f6 er kann nicht mehr ferne fern.

scheu, Püsschen. Spitzen und Rüschen,. Wolle ist die Losung. Für wenig Geld viel Freude.

Straße, mag sein, daß irgendwo ein kleines Kind mit ihm spielt. Ich aber muß alle anderen Knöpfe an dem Kleid abtrennen, weil dieser eine fehlt. Keineswegs kann ihn jeder beliebige erfetzen. In die Gemeinschaft der anderen paßt eben nur der eine. In fünf Läden war kein gleicher zu finden, sogar ein ähnlicher konnte nicht aufgetrieben werden. So wird der Meine Knopf wich­tig. Ein jedes Ding am rechten Ort gewinnt eben an Wert. Und daraus resultiert mit aller Deutlichkeit: Halte Ordnung und sie wird dich halten. Das ist eine tiefe Wahrheit. Denn auch ber Mensch hat seinen Platz rm Leben. Nicht immer so, wie er ihn sich gerabe wünscht. Aber darauf kommt es schließlich nicht an. Wichtiger erscheint es vielmehr, daß ber Mensch das Leben mit starker Hand meistert, nicht nur in ben grunblegenben Fragen, sondern vor allem auch in ben Kleinigkeiten, bie sich oft bedeutungsvoll auswachsen.

Hebe auf . . i

Gerne erinnern wir uns einer schönen Erzählung aus ber Kinderzeit, bie wir immer wieder mit beson­derem Eifer gelesen haben.Hebe auf, was Sott Dir vor die Türe legt" hieß es da und bie Heldin ber Ge­schichte handelte nach diesem Wahlfpruch, denn aus ganz kleinen, bescheidenen Anfängen hatte sich das tap­fere Mädchen zu einer der Großen der Erde emporge- arbeitet. Es war eine Geschichte, wie sie Kinder gerne hören, in der sich Fleiß, Strebsamkeit, Bescheidenheit und Frömmigkeit letzten Endes belohnt sehen. Nun gilt nicht alles, was für Kinder gut ist, auch für Erwach­sene. Aber manchmal stimmt es eben doch, besonders, wenn uns Gott etwasvor die Türe legt", das wir bann getrost aufheben sollen, um bas Päcklein zu öff­nen, ben Knoten zu lösen unb ber Dinge mit ®ebuß> unb Gottvertrauen zu harren, bie ba kommen sollen. Ist es doch garnicht nötig, daß wir immer gleich schen, wie sich die Dinge endgültig gestalten. Das kann man nun einmal nicht. Aber zupacken sollen wir, nicht ängstlich und verzagt, sondern frisch unb fröhlich, so wie bies orbentlichen Christenmenschen geziemt, bie be­wußt und ohne falsche Angst ihre Lebensstraße ziehen. Warum auch zaghaft sein, warum gleich immer an den Dingen zweifeln? Was nutzt schon ber Pessimismus, der sich heute überall in der Welt breit macht? Er ver­bittert nur die Menschenfeele, macht sie kopfscheu unb 'ebensmüde, aber das Päckchen vor der Türe muß des­halb doch aufgehoben und ausgepackt werden. Da Hilst nun alles nichts . , .

werden in den meisten Fällen aus diese Weise Wirkun­gen erzielt, als ob es sich um die kostbarsten Kleider handele. Die Als-ob-Mode ist auf Effekt berechnet, wenn die Findigkeit unb Fixigkeit ber Herstellerin nicht versagt. Man kann bei diesen Kleidern, wenn man ihre Farben- unb Formenwahl betrachtet, fast von einem intuitiven Erfassen der Dinge reden, die den Wert und die Schönheit eines Kleidungsstückes ausmachen, das aus der Hand einer geschickten Hausfrau hervorgegan- gen ist.

Die Verwandlungskunst in ber Mode geht von ein- fachm Voraussetzungen aus. Wenn man einen glatt anliegenden, unten entsprechend erweiterten Kleiberrock mit einem breiten Streifen passenden Stoffes versieht unb vorn selben Material eine Dorderbahn hineinar- beitet, so hat man die notwendige Grundlage für das neue Modekleid geschaffen. Nun wird die Taille knapp anliegend in einem beliebigen Stoff, am besten in dem­jenigen, ber zum Besatz bes Futterrockes diente, gear­beitet unb auf ben Rock festgeheftet. Es kommt nun darauf an, ben Futterrock mit überfallendem Stoff zu versehen, je nach Geschmack und Geldmitteln aus neuem Material bestehend. Alsdann kann man an bie Aus­schmückung der Taille Herangehen. Hohe Stulpen, er* breiterte Schulterlinie, blusige Aermelweite von der Schulter bis jum Ellbogen, weißes Krägelchen und Stulpen aus Pistole oder Seide. Die Vorderseite zeigt reiche Knopfverzierung, übereinandergeschlagene Vor­derteile mit doppelter Knvpsreihe, Knopfleiste auf ben Stulpen so hoch wie möglich unb zuletzt bie auf ben Futterrock durch dicht gesetzte Knöpfe befestigten Stoff­teile. Dazu kommt noch ein breiter Gürtel mit einer hübschen Schnalle unb ber in gleichem Stoff wie das Kleid gearbeitete Pompadour. Dieses Kleid ist allen Frauen zu empfehlen, die nicht viele Ausgaben für ihre Toilette machen dürfen und doch hübsch angezogen sein wollen. Wie schpn angebeutet, läßt sich dieses Kleid vielfach variieren unb bei richtiger Farbenwahl ist es von reizender Wirkung. Aehnlich verhält es sich mit einem anderen VerwandlungsMeid. Ein hübscher Fal­ten- ober Glockenrock wirb als vorhanden vorausgesetzt. Dazu kann man verschiedene Blusen mit andersfarbigen Westen tragen. Auch kommt es auf den Schoß ber Blusen an, um bie Wirkung, bie man gerade haben will, herauszubringen.

Es zeigt sich, daß wir vorläufig auf Neuheiten in der Mode nicht zu rechnen brauchen, wenigstens nicht auf solche, bie kostspielig sinb. Es wirb vielmehr Wert gelegt auf bie praktische Seite der Mode. Da ist z. B. bie Verzierung der Kleider, Blusen und Jacken durch Strick- unb Häkelarbeit in Wolle unb Seibe. Schon lange haben wir eine Beteiligung ber Frauen an der Mode-Herstellung nach dieser Richtung hin zu verzeichnen. Je mehr die Zeit voranschreitet und das Weihnachtsfest näherrückt, je mehr haben wir ein Zu­nehmen ber Handarbeitslust im Sinne moderner Kleid­gestaltung zu verzeichnen. Halsbort unb Stulpen-, Gürtel und Umrandungen, alles wird mit gestrickten oder gehäkelten Zutaten versehen. Auch hier ist bie Farbenwahl von besonderer Bedeutung. Ganz aller­liebst wird bei dieser Methode bie Kindergarberobe aus- gestaltet. Die fleißige Mutter muß ja ihr helles Ent­zücken daran haben, Blüschen und Röckchen, Mäntelchen

licket die Lampen, machet sie lichte, et zu eurem Herzen die Tür;

auf allerlei Lieder, Gedichte, mit Freuden und Jubel herfür.

scheine, erscheine, du Heiland der Erden. Herrscher bes Himmels, Schöpfer ber Welt; fonft kann keiner ben Banben entmerben, mit welchen ber Feind uns gefangen hält, träufelt ihr Himmel, gebt uns im Regen

6 ber Gerechtigkeit, unsere Zier;

3e weiter die Kleidermode von heute aus ihren un- ieredtentmren unb oft unbegreiflichen Wegen dahin», schreitet, je mehr zeigt sie, daß sie ein getreues Abbild Meter unruhigen Zeit ist. Aus ber anfänglich so sehr Müstnt und spielerisch anmutenden Schl ei schen-, Müffchen-, Spitzen- unb Rüschenmode ist

Ausgabe der Frauen geworden, die energisch ba- verlangt, mit dem Ernst der Zeit und dem Geld- «utel aus eine Linie gebracht zu werden. Heute treten fier SDlobegeftaltung hauptsächlich praktische Gründe den Vordergrund, und aus der Zufallsmode unb den ^inett unb großen modischen Wünschen ersteht bie ^e.niüch wirkende Sorge für das Kleid, das über Kot der Zeit hinwegtäuschen soll. Der Anzug der u ift immer Aushängeschild für Familien unb für «swohlfahrt gewesen. Sobald diese beiden eine ab- lienbe Linie zeigen, hat noch immer die Frau es ver- , n- rnit Klugheit und Geschick bas Manko zu Der- *n- Daher die Verwendung jedes noch zu gebrau- en Stückchens Stoffes und daher auch die oerblüf- (n Wirkungen, wenn vorhandene Kleider aufneu" oanbert werden, ober aus den Zutaten verfchiede- fterfunft ein hübscher und eleganter Anzug ent- Jen ist. Durch bie Handfertigkeit ber Frau, ihren wen Spürsinn, haben wir es zu einer burchaus Widjen Verwanblungskunst der beut- *n Frau gebracht, zu der allgemein bekannten * des Als-ob-Kleides, die in ihren Geheim­er unergründlich ist. Es braucht ja auch nicht jeder daß jenes reizende Nachmittags- und Tee- > bas Frau X. so anmutig trägt, aus einem hell- en leichten Sommermäntelchen in Verbindung mit «»blauem Lindener Samt entstanden ist und daß genanntes großes Abendkleid von Frau I. aus rjorbtem Spitzenstoff und leicht fallendem Flamenga rötlicher Tönung aus zwei abgelegten Gesellschafts- hervorgezaubert wurde. Fliederfarbige Klei- weißer Seide garniert, hellgrüne Abenbstoffe, Ito ^warz vermischt, sehr hübsch ausnehmen, gte wahagonisarbige, gemusterte Wollstoffe fesseln Auge und sind ein Beweis für den kultivierten ber Modeherstellerinnen.

e modischem Verwandlungskünste zeigen sich eben Sernä^ bei den Kleidern für Nachmittag und Abend Olsten. Denn nirgendwo können so viele 23aria- L ?p8lich ^macht werden, als gerade hier.

i, «e i ft bie Losung, bie auch für Gesell- * ,eine besondere Bedeutung erhalten hat. Ein- herrscht vor. Selbst elegante Theater- unb Fest- »erben aus wollenen Stoffen hergestellt. Jn- ttnUnb schon zugleich erscheinen daher Farben ntod r &er Stoffe. Ans ber Buntheit ber Sotr- ;n UL $ f*ns Elefantengrau, Braun, Blau, Gelb, -reden »Up*cr "eben dem unvermeidlichen Schwarz , »y- Au der Musterung herrschen neben Blumen- Mtt« ^s'e°Muftern geometrische Zeichnungen vor, Uem i,icr bQS Karo zu nennen, in großem und **id>ten e»101 Diesen Mustern begegnet man auch fter Q, .rdmnell- und Tweeb-Stoffen. Was als Druck- i»ere J ÖQmt Verwendung finbet, ist auf bie «Uno. 3 ®aforiQl5 berechnet und von dekorativer bemusterte Stoffe werden mit solchen in Sjtm liebsten zusammengebracht. Tatsächlich

host Du schon elinmail eine Stecknadel vermißt? ic winzig kleine Stecknadel, wenn Du sie gerade fenbig gebraucht hast? Oder wenn man sein Ta- tuch vergessen hat, ganz zu schweigen von dem ienknöpichcn, das plötzlich spurlos verschwunden ift, lernt man die Kleinigkeiten erst richtig schätzen.

IröpfAen Tinte ist gewiß auch eine Kleinigkeit, t es sich an ber richtigen Stelle, nämlich im Tinten- befindet. Wichtig wird es auf einer weißen Da- tischdecke, auf dem seidenen Kleid ober sonst irgenb- , wo es nicht hingehört. Eine Schneeflocke ist ge- g, unscheinbar, ein Sternchen, bas vom Himmel imt. aber trotzdem braucht sie der Schöpfer, um die rlichste Winterlandschaft aufzubauen, um Baum und :auch ebenso zu schützen vor ber barbarischen Kälte, . bie Wintersaaten, bie unter ber weißen Decke

NILS

1. Dezember. ...