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Schon ob 12. Dezember Weihnachts-Rückfahrkarten.

Die Reichsbahn hat die Ausgabe der Festtags- rückiahrkarten au Weihnachten durch eine längere Boroerkaufsfrist erleichtert. Bereits von Montag, den 12 Dezember ab, sind die Festtags- riickfahrkarten in den Fahrkartenausgaben und den MCR-Büros zu haben. Auch Platzkarten sind von diesem Tage an in den MER-Stellen zu erhalten. Bekanntlich ist in diesem Jahre die Geltungsdauer der Festtaasrückfahrkarten zu Weihnachten und Neujahr auf drei Wochen festgesetzt, und zwar gel­ten diele Karten zur Hinfahrt vom 21. Dezember 0 Uhr an allen Tagen bis zum 1. Januar 24 Uhr (fck Hinfahrt muß am 1. Januar um 24 Uhr be- ? endet sein). Zur Rückfahrt: vom 23. Dezember 12 Uhr an allen Tagen bis zum 10. Januar 24 Uhr (die Rückfahrt muß am 10. Januar 24 Uhr be­endet sein). Sie sind um 33^ Prozent v. H. ge­genüber den normalen Fahrpreisen ermäßigt und werden für alle Verkehrsverbindungen der Reichs­bahn ausgegeben, für die die Ausgabe von Fahr­karten des gewöhnlichen Verkehrs möglich ist. Bei Benutzung von Eil- und Schnellzügen ist der volle tarifmäßige Eil- oder Schnellzugszuschlag zu zahlen.

Fulda, den 30 November 1932.

Sorge der Stadl-Väter.

-r Absinken der gemeindlichen Reichssteuer- überweisungen.

«on dem schlechten Stand der Reichsfinanzen die Gemeindefinanzen, und zwar ! । fflC des starken Rückganges der Reichs- »- u e r Überweisungen «Einkommen-, Kör- -rschafts- und Umsatzsteuer) an die Gemeinden be- fntfen worden. Wie wir erfahren, steht ein nguer Ministerialerlaß zu erwarten, in . m auf Grund neu vorgenommener Schäßunqen Moon den Gemeinden im Rechnungsjahr 1932 NI läufig ZU erwartenden Ueberweisungen aus der Eckkommen- und Körperschaftssteuer des Reiches ae'chätzt und bekann gegeben werden. Genaue «naaben liegen noch nicht vor und können natur- n-mäß auch in dem Erlaß nicht gemacht werden, ift aber bestimmt damit zu rechnen, daß die t dem neuen Erlaß zu gebenden vorläufigen »oberweisunqsbe träge aus der Einkom­men- und Körperschaftssteuer für die Gemeinden, ie fjc nach den bis jetzt vorliegenden Festsiettun- m berechnet werden konnten, um m i n d e st e n s ein Viertel niedriger sein werden, als sie now in dem Er'aß vom 2. Juli 1932 in der ent­sprechenden Festsetzung der Ueberweisungen pro Rechnungsanteil geschäht worden waren.

Hoffen und wünschen wir, daß die Bilanz am Ende des Rechnungsjahres 1932 für die Gemein­den nickt nock ungünstiger ist.

verwallungsral der Reichsbahn.

~-r Einnahmerückgang der Reichsbahn beläuft sich gegen 1929 auf fast 50 Prozent.

Rom 28. bis 30. Roo. 1932 tagte der Ver 'altungsrat der Deutschen Reichsbahngesellschaft I n Berlin.

In den Beratungen über das Finanz- Ergebnis wurde festgestellt, daß sich in den ver­flossenen 10 Monaten des Jahres 1932 der Rück­zug der Ein na hme n gegenüber dem Vorjahre auf 26,6 Prozent, gegenüber dem Jahre '929 auf 46,5 Prozent beläuft.

Die Gesamteinnahmen aus dem Personen- u n d Gepäckverkehr blieben bisher gegen­über 1931 um 22,1 Prozent, gegenüber 1929 um “6,5 Prozent zurück. Die Gesamteinnahmen aus °em Güterverkehr sind gegenüber 1931 um Prozent gegenüber 1929 um 51,2 Prozent zu­rückgeblieben. Die Finanzierung der ge- Affien für die Arbeitsbeschaffung vorgesehenen » <-80 Milionen Reichsmark ist nunmehr gesi­chert. Der Verwaltungsrat verfügte, nachdem : kr in der September-Sitzung über die SBenDen* düng der 180 Millionen Reichsmark Beschluß ge- tsaßt hatte, nunmehr auch über die Verteilung der "och restlichen 100 Millionen Reichsmark. Sie werden für Oberbau, sonstige bauliche Anlagen, "r Fahr-euge, Maschinen, sowie für Neubauten verwendet.

AinUichk an Eisenbahniibergüngen.

—l/-‘ . Die Schranken werden entfernt.

Um, die Verkehrssicherheit an den Kreuzungen «er Eisenbahn mit den Landstraßen zu erhöhen, y« die Reichsbahn ilt Zusammenarbeit mit Kraft- soyrverbänden schon seit mehreren Jahren Set« :"che mit Warnlichtern gemacht, die an- von Bahnschranken treten können. Die 5Ber- ^E>en ergeben, daß die Bl'inklächtsignale ein Vodvertiger Ersatz für Schranken sind und auch "vs,den VerkehrsverhäLnkssen in Deutschland ein« ?^uhrt meiden können. Vorläufig sotten in Dentsch- ^nd rund 100 Elsenbahnübergänge mit <5-_snf 1 ?<f)tfignalen anstelle von Bahnschranken aus« glättet werden. Im Ausland werden optische nss9na!e bei Bahnübergängen schon in größerer verwandt. Die erste selbständige Warnlicht- iui^^ Ltn Bezirk der Reichsbahndirektion Frank- ü- M. wird in den nächsten Wochen an der Kreuzung der Straße Oberhöchstadt-Bad . "den an der Nebenbahn Frankfurt-Cron- 9 ausgestelU. Die jetzt dort vorhandenen ^syrankenbäume werden dann entfernt. Die neue A^vUi'ichranbage kündigt dem Fahrzeugführer die ffn;i*äu|ng bet Tag und Nacht schon aus größerer ’nnung m ausfallender Weise durch opiische lufnV*1 ^Biinkkcht) an. Sie zeigt dem Fahrzeug- auch eindentig, ob die Kreuzung von ihm MD,.^sahr befahren werden kann oder nicht. Die - «".Mlzeichen werden in doppelter Art gegeben.

1" e s Blinklicht sagt dem Fahrzeugführer, t o t»a m Kreuzung ohne Gefahr befahren kann, trt ^2 B linklicht dagegen, daß ein Eisenbahn- der Kreuzung nähert und er vor der halten muß. Das rote Licht (Gesahr- doppelt so schnell als das weiße, are n eruch farbenblinden Personen eine tr U"^rscheidung ermöglicht. Auf jeder Seite ^^reuzung, wird eine weit leuchtende Sigual- Md/-, ^sgesteM. Der die Bahnstrecke befah- schaltet das rote Blinklicht ein und auch 5 aus- Das Einschalten geschieht so zeitig, "bet Kreuzung oder kurz davor be- Fahrzeug ohne jede Gefahr die Kreu-

Donnersfag, den 1. Dezember 1932.

Fuldaer Zeitung. (Amtliches Srelsblatt)

zung passieren kann. Um die Kreuzung auf grö­ßere Entfernung hm auch bei einem ausrahms- toei-ien Versagen der Lichtanlage kenntlich zu machen, sind die Signaliiaternen mit einer rot- weißen viereckigen Umrahmung versehen. Darüber ist das bei unbeschränkten Uebergängen übliche Warnkreuz angebracht. Umrahmung und Warn­kreuz sind „r ü ck st r ah l e n b“ nach Art der be­kannten Fahrradrückstrahler, so daß sie auch bei Dunkelheit — besonders von den Führern von Kraftfahrzeugen — gesehen werden können.

Zugendpflege in Preußen.

Mit der Aufhebung des preußischen Wohlfahrts- ministeriums schien auch die staatliche Jugendpflege bedroht. Wir dürfen nun feststellen, daß die staatl. Jugendpflege auch weiter gefördert werden soll. Sie untersteht nunmehr dem preußischen Ministe­rium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, das auch die bewährten Leiter des Jugendpflege­referates, Ministerialrat Dr. Ritter und Frau Ministerialrätin Dr. Weber, mit übernommen hat. Auch dürfte der preußische Landesbeirat für Ju­gendpflege, Jugendbewegung und Leibesübung be­stehen bleiben.

Die Verjährung droht.

Von Landgerichtsdirektor Dr. Barth-Zwickau.

Nach dem Recht des Bürgerlichen Gesetzbuches verjähren mit dem Ende des Kalenderjahrs eine große Zahl von Rechtsansprüchen. Deshalb ift es für weite Kreise der Gläubiger von Wichtigkeit, dte einschlagenden Bestimmungen unseres Rechts über die Verjährung zu kennen, nur bei dieser Kenntnis können noch vor Jghresschluß die geeigneten Schritte ergriffen werden, um sich gegen die Fol­gen der Verjährung zu schützen.

Der Schwerpunkt der Verjährung liegt nicht darin, daß dem Berechtigten sein gutes Recht ent­zogen wird. Ihr Zweck ist vielmehr, daß der Be­helligung mit alten Ansprüchen ein Ziel gesetzt werden soll. Der Verkehr erträgt es nicht daß lange Zeit nicht geltend gemachte, mit in der Ver­gangenheit zurückliegende Tatsachen in einem Zeit­punkt zum Gegenstand eines Anspruchs gemacht werden, in denen der Gegner infolge der verdunkelnden Macht der Zeit nicht mehr oder doch nur schwer in der Lage ist, die ihn zur Seite stehenden Einwendungen gegen den An­spruch zu beweisen. Neben diesem rechtspolizeilichen Zweck hat die Verjährung noch eine wirtschafts­

politische Bedeutung. Für die große Masse von Ansprüchen aus Geschäften des täglichen Verkehrs werden kurze Verjährungsfristen bestimmt, und den einzelnen zur rechtzeitigen Einzie­hung seiner geschäftlichen Außen- stände und zur baldigen Wiedervervollständ gung feines Betriebsfonds zu zwingen, auf so! Weise auch den Verlust an Zinsen hiutanzuste^ und indirekt den schnellen Umsatz zu fördern.

Welche Ansprüche unterliegen nun der Vers rung? Von wenigen Ausnahmen abgesehen fi alle Rechtsansprüche der Verjährung unterroorh Unverjährbar sind die Ansprüche aus eingetragen Rechten im Grundbuch, auch Auseinandersetzung einer Gemeinschaft, insbesondere Erbengemein­schaft, sowie eine Reihe von Ansprüchen auf dem Gebiete des Nachbarrechts. Auch die familienrecht« licken Ansprüche, soweit sie auf die Herstellung des dem Verhältnis entsprechenden Zustandes für d i e Zukunft gerichtet sind (z. B. auf Unter­haltsbeiträge für die Zukunft) unterliegen nickt der Verjährung.

Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt 30 Jahre Aber die dreißigjährige Dauer der Verjäh­rung ist nach dem Rechte des Bürgerlichen Gesetz, buckes nur die rechtliche nickt die tatsächliche Re«

Warnung!

Neuerdings versucht die Firma Keuchel u. Co. Danzig, Hundsqasse 11—12, Angebote auf Lose der Danziger D o m b a u - W e i h n a cht s- lotterte, veranstaltet von der „British Jnter- national-Assotiation AG. in Zoppot-Danzig", bei der die Gewinne z. T. von dem Ergebnis eines Pferderennems in Nizza abhängig sind, u. a. an katholische Pfarrämter in Deutschland anzubieten. Der Vertrieb und das Spielen dieser Lose ist auf Grund des Gesetzes betr. Spiel in außerpreußiscken Lotterien und Ausspielungen verboten.

Mehr eicht!

Zahlreiche Verbände, Derkehrsverbände vor al­lem, haben an die kommunalen Spitzen-Organisa- tionen folgende Eingabe gerichtet:

Im Rahmen der durch die schlechte Wirtschafts­lage bedingten Sparmaßnahmen sahen sich die Kommunen veranlaßt, die Straßenbeleuch­tung weitestgehend e i n z u s ch r ä n k e n. Sie erzielen hierdurch zweifellos gewisse Ersparnisse, die aber, an dem Gesamtetat gemessen, verschwin­dend gering sind In keinem Verhältnis stehen diese Ersparnisse zu den Gefahren, die dam't für Eigentum und Leben des Staatsbürgers her­aufbeschworen werden Die Reduzierung der Stra­ßenbeleuchtung ist bereits schon so weit fortgeschrit­ten, daß die Sicherheit sogar in den Großstädten in Frage gestellt ist. Die unterzeichneten Ver­bände fühlen sich der Allgemeinheit gegenüber ver­pflichtet, auf diesen Uebelstand im besonderen hin­zuweisen.

In den letzten Jahren ist die Zahl der Stra­ßenverkehrsunfälle und die Häufigkeit der durch Fahrzeuge aller Art verursachten Un­glücksfälle infolge der überall durchgeführten Ver­kehrsregelung und der allmählichen Gewöhnung des Publikums nickt unbeträchtlich zurückqeganqen. Verschiedene Anzeichen sprechen dafür, daß diese erfreuliche Entwicklung zum Stillstand kommen muß, wenn die Kommunen sich nicht dazu entschlie­ßen, die Straßenbeleuchtung in dem vor den Spar­maßnahmen gewohnten Umfange wieder einzufüh­ren. Es läßt sich beobachten, daß die Abnahme der Straßenverkehrsunfälle in letzter Zeit in keiner Weife mit der überaus starken Schrumpfung des Kraftverkehrs Schritt hält. Im besonderen haben die Straßenverkehrsunfälle in den Winter Monaten gegenüber denen im Sommer, wo der Verkehr am größten ist, relativ am wenigsten ab­genommen.

Besonders bedenklich muß stimmen der Scha­den, den die persönliche Sicherheit des Staatsbür­gers in erschreckendem Umfange erlitten hat. Es vergeht kaum ein Tag, wo nicht mehrfach über Autodiebstähle, Einbrüche. Ueberfülle auf Passan­ten usw. berichtet wird. Zweifelsohne hat eine Zeit steigender Armut und Not sowie politischer Hochspannung an sich ein Anwachsen der Krimi­nalität zur Folge. Eine um so vordringlichere Auf­gabe muß es daher für jede Gemeinde.sein, nichts unversucht zu lassen, was die gefährdete Sicherheit wieder erhöht.

In diesem Zusammenhang dürfen wir Hinwei­sen, daß durch das zweifellos Ihnen bekannte Reichsgerichtsurteil (Aktenzeichen VI 276'29 vom 24. 10. 29) die Haftung der Kommunen fiir Schäden, die wegen mangelhafter Straßenbeleuch­tung verursacht sind, festgestellt ist.

Die unterzeichneten Verbände erblicken in einer ausreichenden Beleuchtung der Straßen ein hervor­ragendes Mittel, um die Sicherheit des Verkehrs und den persönlichen Sckutz in den Städten und Gemeinden zu heben Sie hoffen, daß die kom­munalen Verbünde sich dem Ernst des der Eingabe zugrundeliegenden Tatsachenmaterials nicht ver- fch'ießen werden und sprechen die Bitte aus, den Mitgliedern die Wiedereinführung der Straßen- beleuchunq in vollem Umsange anzuempfehlen.

= Die Zusammenkunft der ehemal. Lehrer und Schü­lerinnen des Priv. Lyzeums der evangel. Gemeinde fin­det bereits Donnerstag, den 1. Dezember, abends 8.15 Uhr im evangel. Gemeindehaus statt.

= Theaterabend des Spielvereins Germania 09 e. V. Sonntag, den 4. Dez., veranstaltet der Spielverein Ger­mania im kath. Gesellenhaus einen Theaterabend. Die Aufführung des Saftigen preisgekrönten Lustspiels „Pen­sion Tullius" mit Gelang bürgt dafür, daß allen Be- fuchern einige frohe Stunden bereitet werden sollen, zu- mal die zum Teil recht schwierigen Rollen von Dar­stellern vorgesübrt werden, die auf der Vereinsbühne wiederholt mit Erfolg aufgetreten sind. Ein reichhalti­ges Beiprogramm füllt den Abend aus. Außer Musik­vorträgen wird noch ein weiterer einaktiger Schwank „Dumm, dümmer, am dümmsten" zur Unterhaltung bei­tragen. Die Eintrittspreise sind den finanziellen Ver­hältnissen angepaßt. Karten sind im Vorverkauf bei den Mitgliedern des Vereins zu haben. An der Abendkasse keine Erhöhung der Preise. Der finanzielle Erfolg soll für die Jugendpflege im Verein verwandt werden.

— Die Sanarienzüchtervereinignng Fulda-Rhäntal veranstaltet in der Zeit vom 3.—5. Dezember eine Vo­gelschau in der „Alten Post" 300 Stück Kanarienvögel aller Art sowie Wellensittiche, Wildvögel und Bastarden wollen so manches Kinderherz und auch die Erwachsenen und Liebhaber erfreuen. Die Eintrittspreise sind der heutigen schweren Zeit angemessen. Jeder Besucher hat die Möglichkeit, noch auf seine Eintrittskarte einen Ka- narienhahn zu gewinnen. Beachten Sie bitte die am Freitag, den 2. Dezember, in dieser Zeitung erscheinende Anzeige.

Anser Volk vor dem Abgrund.

Vicht der Versailler Vertrag bedroht unser Volkstum, sondern der unaufhaltsam fortschreitende Geburtenrückgang. — Naturwissenschaftler und Theologe nehmen zu dieser Lebensfrage unserer Ration Stellung. — Ein Vortragsabend im Fuldaer ft. ft. v.

Im Fuldaer KKV. wurde gestern abend ein Vor­tragszyklus über das Problem des Geburtenrückgangs in Westeuropa, insbesondere in Deutschland, beendet. In der letzten Versammlung hatte Berussschulleiter Dr. Frei die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser bedrohlichen Erscheinung in einem klaren und durch reiches statistisches Material unterbauten Referat bargelegt. Gestern abend nahm nun ein Naturwis­senschaftler, Kreisarzt Medizinalrat Dr. Nobel, und ein Theologe, Subregens Dr. Flügel, zu der Frage Stellung. Die zahlreiche Zuhörerschaft folgte den Ausführungen der beiden Redner mit größter Anteil­nahme. Von besonderem Interesse ist die Tatsache, daß der Naturwissenschaftler und der Theologe trotz des verschiedenen Ausgangspunktes zu demselben Ergebnis kamen: Der tiefste Grund des Ge­burtenrückganges ist nicht die wirtschaft­liche Notlage, sondern die materialistische, ganz im Diesseits wurzelnde Weltan­schauung. Auch wenn die Zeiten wieder besser werden, wird der Geburtenrück­gang anhalten, weil derrechenhafte Gei st des modernen Menschen die Opfer scheut, die eine größere Familienzahl bedingt.

Medizinalrat Dr. Nobel sprach in seinem groß an­gelegten, aber knapp zusammengefaßten Vortrag über

„Die Bedeutung des Geburtenrückgangs unter be­sonderer Berücksichtigung der Gefährdung unserer Kultur und Rasse."

Er ging davon aus, daß viele die durch den Geburten­rückgang verursachte Gefahr für den Bestand unserer Nation leider in ihrer ganzen Schwere nicht erkennen, weil der anormale Bevölkerungsaufbau die bewußte Geburtenbeschränkung noch nicht voll in Erscheinung tre­ten läßt. An Hand von geschichtlichen Beispielen zeigte er dann, daß die Behauptungen, die Geburtenzahl gehe bei zunehmendem Wohl st and oder in Zei - tengroßerNot eines Volkes zurück, nicht unbedingt richtig sind. Das chinesische Volk hat z. B. in seiner Jahrtausende alten Geschichte Zeiten des Wohl­standes und furchtbarer Not erlebt; es hat sich aber stän­dig weiter vermehrt. Andere Völker, wie z. B. die Griechen und vor allem die Römer find nach einer großartigen Blütezeit untergegangen infolge des Gebur­tenrückgangs. Die verschiedene Entwicklung liegt ledig­lich darin begründet, daß das chinesische Volk eine g e- ordnete Weltanschauung hat, in deren Mittel­punkt die Familie steht, während den Römern diese sitt­liche Weltanschauung fehlte, und zuletzt nur noch jeder an dem teilhaben wollte, was das Leben schön und an­genehm macht; jedes Kind bedeutet solchen Menschen eine Last.

Rom i st ein Warnungszeichen und ein Spiegel unserer Zeit. Rom wurde gestürzt von gesünderen Völkern. Westeuropa ist heute in der­selben Sage wie Rom in der Kaiserzeit In diesem Zu­sammenhang kam Dr. Nobel auf die Polenfrage zu sprechen und wies überzeugend nach, daß der Kampf im Osten von dem Volk gewonnen werden wird, das die meisten Kinder hat, und das ist Polen.

Der Redner erklärte dann die GefahreinerVer- fchlechterung unserer Rasse durch die Gebur­tenbeschränkung, die am stärksten bei den Oberschichten auftritt. Die Oberschicht ift aber in der Regel eine Aus­lese der Begabteren eines Volkes. @eburtenbetd)i\iafung

bedeutet also Ausmerzung wertvollster Erb­eigenschaften. Auf der anderen Seite werden heute Millionen für die Psychopathen und Asozialen ausgegeben, die sich wegen ihrer Hem­mungslosigkeit sehr rasch vermehren, so daß die Zahl der Erbkranken in unserem Volke unverhältnismäßig ftarfeanfteigt. Noch im Jahre 1930 wurden in Deutsch- land 190 Millionen für d i e Betreuung ber Erbkranken aufgewendet. Die Unterhaltung e i n es Fürsorgezöglings z. B. kostete soviel, wie ein ungelern­ter Arbeiter mit fünfköpfiger Familie verdiente.

Zum Schluß streifte der Redner kurz die Maßnah. men, die der Staat ergreifen kann, um den Geburten­rückgang einzudämmen/ Am aussichtsr'eichsten ist noch eine planmäßige Oftfieblung. Doch werben alle staatlichen Vorschriften wirknnaslos bleiben, wenn es nicht gelingt, unser Volk in christlichem Sinne zu er« neuern unb in einer sittlichen Weltanschauung zu ver­ankern.

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Als zweiter Rebner behanbelte Subregens Dr. Flü­gel bas Thema:

„Weltanschauung unb Geburtenrückgang".

Er gab zunächst in prägnanten Formulierungen einen Uederblick über bie Grünbe, die als Ursache ber Gebur- tenbeschränkung angegeben werben, um bann aber über« zeugenb nachzuweisen, daß der Geburtenrückgang letzt­lich mit ber g e i st i g e n H a l t u n g bes mobernen Men- schert zusammenhängt. Die Wirtschaft ist Herrin, und ber Geist ber R e ch e n h a f t i g k e i t beherrscht auch bas Geschlechtsleben. Das Kinb wirb aus dem Ge- fichtspunkt ber Kosten unb bes Nutzens betrachtet. Bourgeois unb Proletarier, beides Spröhlinge des Li­beralismus, sind sich hierin ganz einig. An bie Stelle Gottes ist ber Götze bes Aufstiegs, bes Geschäfts, ber Rentabilität getreten. Auch bie katholischen Kreise sind fchon von bieser Gesinnung erfaßt. Heilmittel ist nur bie getftige Erneuerung im Sinne eines sich Go11 verantwortlich wessenben Christentums. Ueber den Geist ber Re - chenhaftigkeit muß der Gei st der Unter­würfigkeit unter Gottes Gesetz siegen.

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Starker Beifall zeigte, wie sehr die Referenten ihre Zuhörer gepackt hatten. Bankbirektor Enders gab als Vorsitzender dem Dank des Vereins in herzlichen Wor- ten Ausdruck.

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Gespannt sieht man auf bie Tür . . . Wer tritt herein? Nikolaus? Das Christkind? Nein, noch nicht. Vorerst ist es der Weihnachtsmonat selbst. Süß unb be­haglich buftet es vor ihm her. Er zeigt uns bie heutige Anzeige von Kaisers Kaffee-Geschäft; „Am Donnerstag, ben 1. Dezember Beginn ber Ausgabe unserer Weih­nachts-Bonbonnieren."

Kein Wunder, wenn die anderen Hunde sich nach mir umsehen.

Ja, man kann mit den Blaupunkt■ Stickereien fabelhafte Effekte erzielen: Herrchen meint allerdings, wir sollten für die Gutscheine lieber Gratis•

Zigaretten nehmen. Aber so sind die Männer, sie denken immer zuerst an sich !

Slau^uiiht ö mit ifticl^reien und <SMda.ten -SSiCdem

I W A L D O R F ASTORIA G • M • B • h!