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Zahrg. 59

Donnerstag, 1. Dez. 1932

r. 277

Das enqlitoe Unterhaus lehnte den Mißtrauens- antraa der Arbeiterpartei gegen die Wirt­schaftspolitik der Regierung ab und nahm die Ent, jchließung zur Antwortadreffe an den König an. ,

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Baisse spekulierenden Börsenhyänen, sondern mir denken dabei auch an solche Schichten und Grup­pen, die, unkontrollierbar durch die Oeffentlichkett, im Dunkeln und hinter den Kulissen ihre Schie­bungen und Winkelzüge vollziehen, weil sie aus einer politischen Baisse parteipolitische Vorteile zu erreichen hoffen. Beiden Gruppen geht es ja gar nicht um das Wohl des Ganzen und um die In­teressen des Landes und Volkes, sondern um ihren eigenen materiellen oder parteiegoistischen Nut­zen. Cs ist höchste Zeit, daß mit einer Klärung der politischen Situation auch solchen verderbli­chen Manövern und denjenigen, die sie betreiben, die Betätigungsbasis entzogen wird.

Wie immer die Dinge sich in den nächsten Ta­gen gestalten mögen: eines ist sicher, daß nämlich der neue politische Kurs ein wesentlich anderer sein m u ß, als der bisher betriebene

Es möge eine Regierung kommen, wie im- immer sie aussähe und von wem immer sie ge­führt sei: es gibt kein Zurück mehr in die Politik der Experimente! Die Ab­kehr von dieser Erperimentierungspolltik ist die Vorausseßung für eine Beruhigung unserer poli­tischen und wirtschaftlichen Verhältnisse, Störun­gen und Spekulationen ä la baisse, ob politisch oder wirtschaftlich, müssen deshalb mit allen tauglichen Mitteln ausgeschaltet werden.

Dr. Gerike weiß auch nichts.

wtb. Berlin, 30. Nov. (Eig. Meld.) Ein Ber- liner Mittagsblatt veröffentlicht einen Bericht über eine Rede, die der Präsident des Deutschen Land­gemeindetages, Landrat a. D. Dr. Gerike, gestern in Halle gehalten bat. Wie uns hierzu vom Landgemeindeverband mitgeteilt wird ist der Bericht völlig sinnentstellend und ten- denzlos. Dr. Gerike hat sich mit keinem Work ganz offen als unterrichtet ausgegeben über eine bevor st eben de Einsetzung des Kabinetts von Papen. Der. Gerike hat deshalb auch nichts über den Inhalt des Regierungsprogramms im neuen Ka­binett von Papen sagen können. Er hat lediglich darauf hingewiesen, daß man in jedem Falle von dem neuen Reichskabinett eine wesentlich verstärkte Förderung der Arbeits- cheschaffung erwarten könne.

Wer im gegenwärtigen Augenblick der ehr­lichen Verwirklichung des Samm­lungsgedankens entgegenarbeitet, wird beim Eintritt in einen beispiellosen Notwin­ter mitschuldig an sozialen und politi- s ch e n E n t w i ck l u n g e n, für die die Zentrums­partei zusammen mit allen anderen Sammlungs­willigen jede Verantwortung ablehnt.

wtb. kattowih. 30. November. (Eig. Meld ) Die Dienstagausgabe der Kattowitzer Zeitung ist wegen zweier ArtikelPogrome in Lemberg" und Nachlänge zum Oswag-Prozeß " beschlagnahmt worden.

* Das Ergebnis der belgischen Srnakswahlen. Das Ergebnis der belgischen Senatswahlen zeigt folgendes Bild: Katholiken gewinnen 2 Sitze, So­zialisten gewinnen 2 Siße, Flämische Nationali­sten verlieren 2 Siße, Liberalen verlieren 2 Siße, Kommunisten 0. Der Senat bat die feststehende Mitgliederzahl von 153. Davon sind am Sonn­tag 93 Senatoren vom Vock neu gewählt wor­den; dazu werden noch 40 Senatoren von den Provinzialräten gewählt. Von diesen beiden Grup. pen, also von den 133 Senatoren, werden dann noch weitere 20 Senatoren hinzugewählt.

Der englische Botschafter in Washington hatte am Montag eine Unterredung mit dem Schaß­amtssekretär. Wie verlautet, wird eine Rege­lung d e r D e z e m b e r z a h l u n g auf der Grundlage ausgearbeitet, daß England 65 Millio­nen Dollar Zinsen zahlt, und daß das amerika­nische Schaßamt die 30 Millionen Dollar betra­gende Amortisationszahlung stundet.

Man wird sehen, ob auch die Wähler sich aus Dauer mit Hitlers Reden begnügen. Er fcbeint nach allem das Reden dem Han- en sthr stark vorzuziehen.

Iuden-Pogrome in Polen.

Die antisemitischen Ausschreitungen in Polen halten an. In Lemberg wurde der in einer Mes­serstecherei von einem Juden getötete polnische Student bei ungeheurer Beteiligung des Publi­kums begraben. Auf eine heimkehrende Gruppe ist aus einem Haustor ein Schuß abgegeben wor­den, der einen Studenten zu Boden streckte. Angeblich fiel der Schuß von einem kommunistischen Provokateur jüdischer Nationali­tät. Daraufhin begannen von neuem b t e antisemitischen K u n d g e b un g e n. Po­lizei mußte wiederholt eingreifen.

Auf den Warschauer Hochschulen kam es ebenfalls zu Ausschreitungen. Die jüdischen Ho- rer wurden von den polnischen nationalistischen Studenten aus dem Hörsaal herausgeprügelt. Die il n i v e r s i t ä t wurde g e sch l o ss e n. Auf der Wilnaer Universität wurden drei jüdische Studen­ten während einer Schlägerei schwer verletzt.

In Czenstochau wurden Juden überfallen und verprügelt-^

M^ch. Berlin, 30. November. (Eig. Meld.) In ^itischen Kreisen erwartet man die Entscheidung Er -je Persönlichkeit des neuen Reichskanzlers En für heute (Mittwoch).

Das Zentrum ist einig.

[»intnüliae Vertrauenskundgebung für den Parte». Ehes Dr. Kaas.

Die Sentrumsfrottion des Reichstages hat in t ihrer Sitzung vom 29. November den Bericht des Parteiführers über die Verhandlungen der letzten Wochen und die darin zum Ausdruck gebrachte Stellungnahme der Partei zur politischen Lage entgegengenommen.

Die Fraktion billigt einmütig die von Mster Verantwortung um Volk und Staat ge­tragene Haltung der Parteiführung und spricht ihr, insbesondere dem Parteiführer Dr. Kaas, auf­richtigen Dank und volles Vertrauen aus.

MJn Uebereinstimmung mit der Partei- und I Fraktionsleitung hält die Fraktion an dem Ziele der Schaffung einer Not- und Ar- L beitsgemeinschaft zwischen allen in Metracht kommenden Parteien fest.

Nur auf diesem Wege kann dem Reiche in die­ser gefahrvollen Zeit eine sichere, vom Volksver- BtaHien getragene Verfassungstreue und soziale s Staatsführung und dem erschütterten Wirtschafts­leben die nowendige Beruhigung gegeben werden.

Hitler unterwegs.

Adolf Hitler ist am Dienstag abend 9.20 Uhr aus München abgefahren. Es wird angenommen, daß sich der Führer der NSDAP., bevor er im thüringischen Kommunalwahlkampf spricht, nach Berlin begeben wird.

Vorläufig ist der Dfaf nach Weimar gefah­ren, wo auch Goering, Dr. Frick und Strasser sich eingefunden hatten. Er hat hier in einem H o- tei Wohnung genommen um von dort ausdie weiteren Dispositionen" für seine anläßlich der Thü­ringer Kommunalwahlen stattfindenden Besuche thüringischer Städte zu treffen.

Schleicher rechnet allerdings damit, daß die Besprechungen mit Hitler Mittwoch nachmitag zu­stande kommt. Vermutungen, daß die Besprechung außerhalb Berlins oder durch einen Mittelsmann des Generals von Schleicher stattfinden könnte, sind nach unseren Informationen abwegig. Mit dem Flugzeug kann man in 2 Stunden von Wei­mar nach Berlin kommen.

Der neue Betitelet Bayerns in Berlin.

cnb. München, 30. November. (Eig. Meld.) Der stellvertretende Bevollmächtigte zum Reichsrat, Mr« nifterialbireftor Sper, ist mit Wirkung vom 1. Dezember d. I. bis auf weiteres mit der Füh­rung der Geschäfte der Bayerischen Gesandtschaft in Berlin und der stellvertretenden Führung der Bayerischen Stimmen im Reichsrat betraut wor­den. Bekanntlich ist fein Vorgänger, Herr von Preger, tn den wohlverdienten Ruhestand ge­treten. _____________

bekommt man ein Bild von den ungeheuren und I unverantwortlichen Machenschaften jener Stören­friede, die Ruhe und Frieden eines ganzen Volkes auf das Spiel setzen, nur um aus dem Wirrwarr selber Nutzen ziehen zu können.

Und das Bild rundet sich vollends, wenn man hört, daß jenes Manöver am Dienstag, das aut eine bewußte Störung der bis dah:n als absolut aussichtsreich anzusehenden Verhandlungen mit Schleicher angelegt war, von Kräften ausging, die den Deutschnationalen nahestehen und die auch unmittelbar in der Reichskanzlei selber sich haben eine Basis schaffen können, dann ist man auf das stärkste bedrückt, daß die Not eines großen Vdlkes derart mißbraucht wer­den kann und darf.

Falsche Gerüchte über Aenßerungen des Reichsautzenministers.

cnb. Berlin, 30. November. (Eig. Meld.) In einem Berliner Morgenblatt werden unter allem Vorbehalt Gerüchte wiedergegeben, wonach der Reichsaußenminister Fr-ei Herr von Neurath bei 'einet gestrigen Unterredung mit dem Reichs- präsibenten Bedenken gegen eine Kanz­lerschaft des Generals von Schleicher aus außenpolitischen Gründen erhoben haben soll. Von zuständiger Stelle werden diese Gerüchte mit allem Nachdruck scharf demen­tier t. Freiherr von Neurath hat derartige oder ähnliche Aeußerungen n i ch t getan.

........ *

Was geht uns heute auch in diesem Augen-- blick größter innerer Not das Auslandsurteil an. Vor Brünings Sturz hätte man die Wert­urteile des Auslands beachten sollen. Jetzt ist die Stunde zu weit vorgerückt, um noch solche zarten Rücksichten zu nehmen.

Störungsfeuer oder Börfenmuvöver?

Ein Epilog zu dem Meldungs-Durcheinander.

Das politische Berlin hat anläßlich früherer Re­gierungskrisen schon ein tolles Durcheinander er­lebt. 'Gerüchtemacherei war auch früher schon im Schwung. Aber daß von den Offiziellen jemals so widerspruchsvolle Informationen ausgegeben wur­den wie am Dienstag, ist noch nicht vorgekommen. Die Umgebung von Papens hat bis in die Wittags- stunden des Dienstag hinein erklärt, Herr von Papen sei zwar noch nicht formell beauftragt, ober man könne doch damit rechnen, daß auch ber Ver-, such der Kabinettsbildung durch Schleicher bereits gescheitert sei. Praktisch bleibe deshalb nur noch die Wiederbetrauung des Herrn von Papen übrig. Zur gleichen Stunde konnte man aus der Umge­bung Herrn von Schleicher hören, daß Herr von Schleicher feinen Versuch der Kabinettsbildung noch nicht aufgegeben habe, daß der Versuch auch als aussichtsreich zu betrachten fei und deshalb fei bei aller Unsicherheit die Betrauung des Herrn von Schleicher mit dem Kanzleramt noch immer am wahrscheinlichsten. Die hauptstädtische Presse hat unter diesen Umständen von Stunde zu Stunde geschwankt und hat schließlich informativ getippt, je nachdem, welche Seite ihr vertrauens­würdiger erschien.

Der Außenstehende ist bei diesem Spiel vielfach zu der Auffassung gekommen, daß es sich um planmäßig angelegte politische Itrigen handle. Wir glauben gut unterrichtet zu fein, wenn wir sagen, daß diese Auffassung nur scheinbar begründet ist. Es gibt noch gar kein klares Ziel. Dieneue, Staatsführung, in deren Programm dieAutorität" steht, sucht .unb sucht. Und Herr von Schleicher bleibt für die Außen- I stehenden auch heute noch undurchsichtig. Wer aber etwas genauer zusieht, erkennt bereits, daß die wirkliche historische Bedeutung der Verhandlungen im Laufe des November 1932 wie­der bei Herrn von Schleicher liegt. Dieser Mann tut keinen übereilten Schritt. Er hat stets Be- I wegungsfreiheit. Er hält sich bis zuletzt die Mög­lichkeit offen, einen scharfen Verfas­sung s k o n f l i k t zu verhindern. Um in stärker wird dann sein Einfluß sein, wenn es doch zu einem Verfassungskonflikt kommt, und um so stärker wird auch die Position der Regierung sein, die diesen Verfassungskonflikt durchzufechten hätte. *

Don einem parlamentarischen Mitarbeiter wird uns geschrieben:

Die um die Mittagsstunde des Dienstag in der Reichshauptstadt verbreitete Mitteilung, daß die Nationalsozialisten es abgelehnt hätten, mit Gene­ral Schleicher wegen der Tolerierung einer etwa von ihm geführten Regierung zu verhandeln, daß daraufhin General Schleicher seinen Auftrag an Öen Herrn Reichspräsidenten zurückgegeben hätte und nunmehr die Wiederbetrauung des Herrn von Papen in Aussicht stehe, hat geradezu alarmierend I gewirkt.

All« diese Meldungen haben sich als unrirfi- I t i a erwiesen. Es bleibt nur die Frage offen, ob es sich um ein bewußtes Störungsseuer oder um ein raffiniert angelegtes BörlenMa­növer handelte. Eines wäre so schlimm wie das andere. In dieser, ohnehin mit Explosivstoff ge­kannten Zeit auch noch derartige unoerantmort- liche und, wie'sich ja auch in der Tat herausstellte, unbegründete Gerüchte zu verbreiten, ist eine Fri­volität ohnegleichen. Man muß an die Reichsre­gierung die dringende Forderung stellen, daß sie I den Urhebern dieser Alarmmeldung nachgeht, daß sie dabei aber nicht allzusehr in die Ferne schweift!.. .

Ohnehin scheint die gegenwärtige Zeit den Baissespekulanten besonders reichlich Ge­legenheit zum Wühlen in ihrem Sinne zu geben. I Wir meinen damit nicht nur jene bestimmten, aus

Mißtrauensvotums im Reichstag nicht zu scheuen, da es einer solchen Mißtrauenserklärung nicht un­terworfen werden kann.

Ein solches Kabinett soll lediglich über ein paar Monate Hinweghelsen, b i s z u m F r ü h j a h r die dann ja doch unvermeidliche Reichstagsauslösung mit nachfolgenden Neuwahlen, vorgenommen würde.

Die Lage ist so ernst und gefahrdrohend, daß auch ein geschäftsführendes Kabinett v. Papen keine Erleichterung der Spannungen bringen könnte. Welcher Art diese Spannungen sind, er­gab sich aus ber Tatsache, baß auf bie an sich I ja falsche Nachricht von . ber fffiieberbetrauung des Herrn v. Papen mit dem Kanzleramte in den großen Berliner Betrieben eine wahre explosivartige Erregung zu bemerken war, die sich in stürmischen Nachfragen bei den Zeitungen und bei allen in Betracht kommenden Stellen wegen der Richtigkeit dieser Nachricht äu­ßerte.

Man müßte das schwerste Risiko gewär­tigen, wenn eine solche Maßnahme, bie nun ein­mal von bem größten Teil bes Volkes als eine Kampfmaßnahme betrachtet würde, vorgenommen iber gar noch erzwungen würde. kann es deshalb verstehen, daß noch das Aller­äußerste versucht wird, um wirklich eine nor­male Lösung des gegenwärtigen Konfliktes her- beizuführen.

Hilgenbergs Rolle.

Mit einer Zähigkeit ohnegleichen suchen die Deutschnalionalcn das Zustandekommen eines Der- söhnungskabinetts zu verhindern. Wenn es nach ihnen ginge, müßte der Reichspräsident Herrn von Popen allen Warnungen zum Trotz urtb gerade deswegen, weil er von 90 Prozent des deutschen Volkes abgelehnt wirb, wieder mit der Führung des Kanzleramtes beauftragen, da­mit man nach dem von Herrn von Oldenburg- I a n u 1 ch a u ja seiber geprägten Wort dem deut­schen Volle eine Regierungsweise aufbrennen tönne, bei dem ihm Hören und Sehen vergeht"!

Das ist ein Spiel mit bem Feuer, w:e man es sich schlimmer unb frevelhafter gar nicht vorstellen kann. Sogar Kreise, die an sich mit den Deutsch- nationalen sympathisieren, bekommen das Grauen vor einer solchen sturen Wahnsinnspolitik. In derD.A. Z." (Nr. 560 v. 29. Nov.) wird auf die Machenschaften ber Deutschnationalen mit be­sonderer Betonung hingewiesen und .festgestellt, daß deutschnationale Bemühungen dahin gingen:

auf jeden Fall das Kabinett Papen in seiner bisherigen Form und mit noch schärfer herausgestellten Zielen zu erhalten."

Das gleiche Blatt stellt fest, daß die Deutsch- nationalen sich mit aller Entschiedenheit gegen die Ersetzung des Reichsernährungsministers, des Freiherrn von Braun, durch eine andere Per­sönlichkeit wenden. Herr von Braun hätte nach wie vor das volle Vertrauen des Reichsland- bundesund, nicht zu vergessen, der Deutsch- nationalen Volkspartei". Ferner wird ausdrücklich folgendes festgestellt:

Die Empfehlung, den Reichstag mit Hilfe des Artikels 48 zwangsvertagen zu lassen und aus diese Weise den Konflikt mit dem Parlament zu .löse n, stammt von deutschnationaller Seite."

Hält man dazu, daß im deutschnationalen Hu- genberg'schen Pressedienst (dem Schnelldienst vom 28. November) sogar von der Möglichkeit eines Verbots bei Reichstags gesprochen wurde, bann

i M Hot- und ArveilsgememWasl!

Die ZenlrumsfraMon des Reichstags ruft noch einmal nach -en Sammlungswilligen und warnt vor den Gewalt-Volitikern

Die Sühne für Brünings Sturz.

Die rechtsgerichteten Staatsmänner warten auf Adolf Hitler.

Erscheint sechsmal toodjentlid). Wochenbeilagen:Die Well Bilö" und .Luchendlatter". Rotationsdruck urch Verlag »er Fuldaer Äct.endruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- .. (ettung 3153. FulSaer Actiendruckerei 3151 und 3152. "

». Reichspräsident von Hindenburg empfing am ,enstag den aus Genf zuruckgekehrten Reichs- ^Utzenminister Freiherr von Neurath ^n Vortrag.

Heschöfissührendes Kabinett v. papen?

man mit aller Regierungs- und Verhand- . ^Weisheit nun fetzt wirklich am Ende ist, zei- " b;e in Regierungskreisen umlaufenden Erwö- yei1- das geschäftsführende Kabinett r nert zu belassen.

iJKan erinnert sich, daß der Eingriff des Rei- Dründ^ Creußen in der Hauptsache mit der Be- -lef * unternommen wurde, daß die preußische uftzführende Regierung nicht bie no.- ®arantie für die zweckentsprechende Fiib- H|| g, ,er Amtsgeschäfte gäbe. Unb nun weiß man uar keinen anderen Ausweg, als in glei- eine geschäftsführende Regie- bestellen, um auf diesem Wege der Ent- r uug auszuweichen.

bie diese Pläne vertreten, glauben zu sollen, daß eine geschästsfüh- -Regierung v. Papen viel stärker sei. als ^^E?uläres Kabinett es wäre. Denn ein geschäfts- 1 etU)t5 Kabinett braucht den Ausgang eines

Er will lieber reden als handeln.

CNB. Berlin, 30. Nov. (Eig. Meld.) Im Zu- »mmenhang mit der Meldung, daß Adolf Hitler -Ächt nach Berlin, sondern nach Weimar gereist ist, Meibt derAngriff":Entgegen anderslauten- 7n Gerüchten ist der Führer heute vormittag nicht 'n Berlin eingetroffen. Da man auf der (Segen- we immer noch nicht geneigt ist, persönliche Ab- ntiflungen hinter die Schicksalsfragen der Nation ^tückzustellen, ist ja auch nicht einzusehen, welchen Zweck neue Verhandlungen haben sollten. Vorerst scheint jedenfalls der Wahlkampf in Thüringen ®id)tiger. Adolf Hitler hat sich deshalb nach Wei- ®lQr begeben."

les sogenanntenationale Deutschland hat L tat Mhsommer dieses Jahres den bewährten WWnsmann Heinrich Brüning, der in bet unb bet Wirtschaftspolitik trotz größ- | let Schwierigkeiten Deutschland vorwärts L führte, gestürzt. Die politische Torheit wissender * unb unwissender Kreise des deutschen Volkes schuf Nb*i die erforderliche Rückendeckung. Man hat ßch aber dabei denaufbauwilligen Kräften" des Hakenkreuzes ausgeliefert. Am L August und erneut in diesen Novembertagen K hat man endlich gemerft, was das in Wirklichkeit , für Kräfte waren. Jetzt wird in Bersin die Ankunft

Hitlers erwartet, ber sich Zeit s liiinmt. Er ist von München nach Weimar itzesahren. Er läßt bie Freunde von gesternzap- -Än". Das halbamtliche Nachrichtenbüro versendet y*r Zeit Meldungen über das, was in der U m - jebung des nationalsozialistischen Führers ver­altet. Er selbst hat seine Absicht noch nicht kund Mw. Man vertreibe sich die Wartezeit mit dem ^achdenken darüber, was man mit bem Sturz Drünings dem Deutschen Reich und bem deutschen W angetan hat.

Anzeiger für die Stabt Iulba unb ben Canbtreis Julba. Amtliches Kreisblatt