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NILSl

30. November

die national-politische Bedeutung von Sprachfragen, ja, oft genug habe«, sogar d,e Deutschen in den Gebieten ärgster Bedrohung ganz fal­sch« Vorstellungen. Man hört auch von ihnen immer wieder die verhängnisvolle irrtümkche Meinung, es wäre nicht so tragisch zu nehmen, wenn sie dem Druck fremder Sprachen nachgäben. Gewiß ist im volkspoli- tischen Sinne schon derjenige ein Deutscher, der sich zu den Deutschen rechnet, ganz gleich in welchem Staat und unter welcher Sprache er lebt. Denn der deutsche Gedanke reicht weit in Menschengruppen hinein, die aus ihrer Vergangenheit in deutscher Lust leben, auch wo sie fremd« Sprachen sprechen, und er reicht weit m Menschengruppen hinein, vor denen das Deutschtum in einer volleren Sprachbeherrschung erst noch als Aufgabe liegt. Aber erst aus der Hinwendung zum geistigen Raum des deutschen Volkstums, der von deut­schen Lauten umschlossen ist und in deutschen Büchern seine reinste Prägung erhalten hat, erwächst allen Deutschen, gleich wo und unter welchen Bedingungen sie leben, ihre deutsche Wesensart und die verantwor- tungsbereite Liede zu ihrem Volkstum.

Es bleibt daher eine der wesentlichsten Aufgaben der Stunde, dafür zu sorgen, daß ein neues und tiefe­res Wissen um die Grundbeziehungen zwischen Sprache und Volkstum Allgemeinbesitz wird. Erst aus dem Wissen, was die Sprache für uns leistet, wie wir der Sprache verpflichtet sind, wird in uns der Wille auf­brechen, auch unseren Pflichten gegenüber der Sprache zu genügen. Wir müssen darum überall, wo deut­sche Menschen wohnen, durch die Gassen laufen und in feurigen Zungen predigen, wie tief die Leistung der Sprache bis in unser innerstes Seelentum reicht. Die deutsche Sprache ist die Mutter unserer Deutschheit. Wer für sie kämpft, kämpft für die deutsche Seele.

Iub: Was hat denn nun der Präses in dieser heiklen Situation gemacht?

Schorsch: Unter keinen Umständen konnten die Kommunisten in geschlossenem Zug mit ihren Abzeichen an der kirchlichen Beerdigung teilnehmen. Ja den Friedhof durften sie nicht einmal betreten, da er aus­schließlich Kircheneigentum ist. Aber es kam noch eine andere Sache dazu. Die Angehörigen des Toten hatten keinen Totenschein. Und da keine polizeiliche Erlaub­nis zur Beerdigung vorlag, hat sie der Präser ver­schoben. Er hat nur das Sterbeamt gehalten, an dem ja die Kommunisten nicht teilnahmen.

Iub: Ja, der Geistliche darf ohne polizeiliche Er­laubnis keine Beerdigung vornehmen, zumal hier ein Unglücksfall vorlag. Der Präses hätte sich strafbar gemacht.

Schorsch: Und die Kommunisten muften unverrich­teter Sache wieder abziehen. Am anderen Tage fand dann die kirchliche Beerdigung in korrekter Weise statt.

Iub: Durch die kirchliche Beerdigung gibt zwar die Kirche kein Urteil über das Los des Toten im Jenseits ab, aber sie ist doch eine segensreiche Ehrenbezeigung der Kirche für ihre getreuen Kinder. Darum will ich als treuer Katholik immer nach den Geboten der Kirche leben, damit ich auch einmal mit den kirch­lichen Ehren und dem kirchlichen Segen zu Grabe ge» tragen werde.

Das Geländesport-Kuratorium

Die Stellungnahmen der Jugendverbände und -führer zum Reichskuratorium für Jugendertüchtigung mehren sich. Ungeteilt scheint die Freude nirgends zu sein. Den Grund dieser Skepsis bringt unter den vorliegenden Aeußerungen am besten der Turnerjugendführer Karl Münkel zum Ausdruck, wenn er in der Turnzeitung des Mittelrheinkreises schreibt:

Den Typus des neuen deutschen Menschen wird nicht die Regierung, noch weniger werden ihn ehemalige Offi­ziere prägen. Der neue deutsche Mensch ist bereits im Werden, er wurde schon lange vor dieser Verordnung ge­boren. Was der Regierung bleibt, ist, seine soldatische Haltung zu fördern Alle« weitere überlasse sie den Bünden. Wer in staubigen Truhen nach längst Vergessenem kramt, über den gehen die Wellen der Zeit rasch hinweg. Er wird, in Aeußerlichkeiten stecken bleibend, nie zu den Quellen vordringen, die ewig junges Leben gebärend, die Ge­schichte eines Volkes machen."

Aehnlich, wenn auch in der Tonart etwas gröber, ar­gumentiertDer junge Sturmtrupp", das Kampfblatt der Hitler-Jugend. Unter der UeberschriftJugend- ertüchtigungslager der neue ft e Bluff des Herrenklubs", wird erklärt, daßdie Sehn­sucht der deutschen Jugend nicht nur eine Sehnsucht nach Jugendertüchtigungslagern ist, sondern eine Sehnsucht nach einer gesunden wirtschaftlichen Existenzmöglichkeit, die es der Jugend von heute ermöglicht, morgen als deut­sche Männer eine gesunde Familie zu ernähren". Die Erfüllung dieser Sehnsucht gehe nur über die restlose Beseitigung des kapitalistischen Wirtschaftssystems: über alle Halbheiten der Regierung werde die Zukunft hin- weggehen.

DerZwiespru ch", das Nachrichtenblatt der hün­dischen Jugend, kommentiert die Zusammensetzung des Reichskuratoriums:In diesen Tagen ist die Liste der Mitglieder des Reichskuratoriums bekannt geworden. Wir nehmen an, daß ihre Veröffentlichung nicht überall Verständnis finden wird. Unter der langen Reihe von Ministerial- und Ländervertretern finden sich nur we- nige Namen, mit denen sich irgendeine greifbare Vorstellung von Geländesport und jungmannschaftlicher Erziehung ver­bindet." . L

Der Hauptvorstand der S o z i a l i st i s ch e n A r b e i- terjugend hat laut Mitteilung derSozialistischen Jugendkorrespondenz" beschlossen, daß eine Beteiligung des Verbandes an den Lehrgängen des Reichskurato­riums n i ch t in Frage komme. Zur Rechtfertigung vor den eigenen Mitgliedern war diese Stellungnahme wohl unvermeidlich: in seiner Antwort an das Reichskurato­rium soll sich der Hauptvorstand der Arbeiterjugend nicht ganz so eindeutig ablehnend ausgedrückt haben, sondern darauf verwiesen haben, daß für die wehrsportliche Er­ziehung innerhalb der sozialistischen Jugendorganisatio­nen das Reichsbanner zuständig fei, das sich demgemäß auch an der Arbeit des Reichskuratoriums beteiligen werde.

Verantwortlich fürDas Biati bet Jugend": Dr. oec. oubl Ioievb Sauer- Fulda

Boomte, hf f»'e Aufgabe

tliA n>ei6.

will"

wenigstens so. Und

Antwort darauf

»Alle Räder stehen still

Wenn dein starker Arm es einen Dünkel oder er tat HhnF °Uer &er als grimmige

Stile Mäuler stehen still

Dom Werf des Bauerntums.

was ist Standes-hrs?

Man hat heutzutage vielfach einen verkehrten Be- «rüf von Standesehre. Die einzelnen Stände glau- [ tot ihre Standesehre dadurch zu sichern, daß sie ^leut und eindringlich die Bedeutung k ihres Standes in den Vordergrund stel- l(in, haß sie schriftlich und mündlich auf seine Wich- Iflghit Hinweisen und Beachtung fordern; meist folgt I Samt noch der Anspruch auf besondere Berücksichtigung m wiriichafttichen Belangen. Das alles ist falsch. Sei- t Mn Stand ehrt, wer seine Arbeit adelt. Seinen Staub ehrt, wer sich für die Ehre seines Standes Der»

I nicht gewisfenschaft erfüllt, der entehrt seinen Stand, k unb jeder Bauer, der faule Eier auf den Markt bringt, I der schadet seinem Stande mehr, als zehn Druckseiten | enter Bauernzeitschrift über die Bedeutung des Bau- B «Handes wieder gut machen können. Wir sind in I dieser Hinsicht in ein Zeitalter allgemeiner Geschwät- k jigteü hineingeraten und sollten uns doch endlich bar« > m besinnen, daß es aas die Tat und nur aus sie | «Nimmt. Auf das Gerade über Standesehre und

Wfffeit des einzelnen Stande« gibt fein Mensch | nicht etwas. Jeder Stand hat die Ehre, deren er sich f Mi erweist, und jeder einzelne Mensch muß sich dar- U Stet Hot sein, daß er als Angehöriger eines Standes I »mmimrtlich ist für die Ehre diese? Stande«. Das | heißt für den Bauern: So bald er nicht mehr unter k feineqleichen ist, also wenn er sich in der Stadt auf­hält ober in der Eisenbahn fährt, bann ist er nicht U Msir der Bauer X von P, sondern er ist der Vertre- - ter bej Bauernstandes den anderen Menschen gegen- ifbet unb muß sich dementsprechend benehmen, wenn Ws/tiMs aus Standesehre hält. Das heißt nicht et- oa, baft er nunvornehm" werden soll undgebil- I tun, sondern das heißt, daß er ein Bauer Herben E tn Kleidung und Rede, aber ein rechter Bauer, j anderen Menschen Hochachtung bzwingt eben Wtthalb, weil er ein rechter Bauer ist und sonst nichts.

Millich kann das Bewußtsein der Standesehre N übertrieben werden und wird dann zum Stan- "**bün(el. Es gibt einen Herrendünkel und einen «uernbünM, wie es einen Beamtendünkel gibt und «neu Offiziersdünkel gab. Der damals vom A r - b-Uer sagte:

Begräbnis!

Zwiegespräch zweier llungmänner über die kirchliche Beerdigung.

tA1** Drüß Gott, Iub, bist du wieder von der ^kschcht zurück?

5ub. , Wie du sichst, Schorsch. Im Winter ist e* Wnften daheim bei Muttern.

forsch: Ja, Iub. daheim ist daheim.

Doch sag mal, Schorsch, es ist sa in unserem ^en ^lerhanb passiert, während ich fort war?

Was meinst du denn?

ItrJn'si ^a' mit dem Oskar! Er war ja nicht in un- da iKJöere,n- °ber er ist doch Landsmann von uns und | mQn doch das größte Interesse daran.

'Ä. Ja, d«r Oskar hat einen tragischen Tod auf h' ttt unter ein Lastauto gekommen und war 6,r stelle tot, der arme Kerl.

b e n e^s gehört, er wär« eingeschrie-

t e i 11 g I i e b b er kommuni st ischen Par- totfer in,"-n' dat mich darum gewundert, daß ihn Praies kirchlich beerdigt hat.

$ir Unser ganzer Verein war auch erstaunt. | wen darum bei unserem Präses angefragt, ob

I toenn mein starker Arm es will"

I hatte ebenfalls einen Dünkel. Einen Dünkel hat k der Dauer, der glaubt, alli anderen Dolksgenof- wären Faulenzer und Ausbeuter und er allein Ilitlu. meint, die Welt fei eigentlich nur für (IW- rn da, und die anderen Menschen seien über» ; /W Eine verkehrte Auffassung von Standesehre auch der Bauer, der sich Eßzimmer und dergsei- r, Dinae anfdvrfff He er nie braucht, der denbes- > uj? Herrn herauszubeißen sucht unb meint, es efchafft, wenn er dafür gehalten wird. Da?

denn das Verbot nicht mehr bestände, daß Mitglieder von kirchlich verbotenen Vereinen und Verbänden kirch­lich nicht beerdigt werden dürsten.

Iub: Der Kommunismus ist eine kirchlich verbotene Organisation. Doch was hat beim der Präses geant­wortet?

Schorsch: Er sagte, bar Verbot bestehe nach wie vor in feiner ganzen Schwere. Er hätte auch bei ben Angehörigen Erkundigungen eingezogen, ob Oskar ein­geschriebenes Mitglied sei, aber nichts Sichere« fest­stellen können. Aber bei Oskar, so sagte er, käme noch etwas andere« in Betracht.

Iub: Nun, was soll bas denn sein?

Schorsch: Du weißt dach, wie Oskar ums Leben ge­kommen ist, baß er aus der Stelle tot war.

- Iub: Gewiß, aber was hat bas mit der kirchlichen Beerdigung zu tun?

Schorsch: Doch manches! Siehst du, Iub, wenn Oskar längere Zeit krank gewesen wäre und hätte ben Priester zurückgewiesen, bann hätte ihm bas kirchliche Begräbnis verweigert werden müssen. So aber ist er plötzlich vor den Richterstuhl Gottes gerufen war- ben, es war ihm gar nicht möglich, einen Priester kom­men zu lassen. Soweit ich ben Oskar kannte, hätte er gerne vor dem Sterben einen Priester gehabt. So hat auch der Präses gemeint.

Iub: Ja, der Oskar war ein armer Kerl. Er hatte keine Eltern mehr unb fein Heim unb bei feiner Ju- gend hat er wohl bi« gottlosen Bestrebungen des Kom­munismus nicht recht gekannt. Ich habe auch niemals gehört, baß er öffentlich für den Kommunismus ein­getreten wäre. Unser Präses sagte, wenn er öffentlich für den Kommunismus agitiert und geworben hätte, hätte er auch bei einem plötzlichen Todesfall nicht kirch- lich beerdigt werben fönnen. Da« war z. B. bei dem nationa?ozialistijsch«n Abgeordneten Gemeind er der Fall, der bei einer Wahlrede vom Schlaganfall getroffen wurde. Er ist firchlich nicht be­erdigt worden.

Iub: Wie war denn da» Begräbnis? Haben die Kommunisten feine Abordnung dazu geschickt?

Schorsch: O, da, war eine Aufregung in unserem Dors! Am Begräbnismorgen kamen zahlreiche Kom­munisten aus der Umgegend z. T. in Kluft unb mit kommunistischen Abzeichen. Aus der Kreisstadt war ein Lastauto gekommen, die rot« Fahne gehißt, vollbela­den mit Äomrnunifien und weißgekleideten Mädchen mit roten Schärpen.

Iub: Wer die durften doch nach ben kirchlichen Be­stimmungen nicht mit dem kirchlichen Leichenzug gehen!

Schorsch:Rein, unser Präses hatte schon vorher bekannt gegeben, daß bei der Beerdigung keinerlei kom­munistische Fahnen ober sonstige Abzeichen verbotener Parteien getragen werden dürsten.

alles hat mit Standesehre nichts zu tun. Wer die besondere Ausgabe des Bauernstandes im Volke kennt und daran mitarbeitet, wer sich verantwortlich weiß für die Ehre des Bauernstandes, der ist ein Träger der Standesehre und ein rechter Bauer, der sich seines Bauerntums nie zu schämen braucht, auch wenn er nvt dem » <"««* -K-- einem fei­

nen Hause in der Stadt Kartoffeln ablädt.

Spiel-Kalender für die v re usbühne.

Unter dieser Ueberschrift möchten wir in der Hauptspielzeit der Laienbühne die uns aus dem Leserkreis desBlaff der Jugend" zugehenden brauchbaren Vorschläge über die Ausgestaltung derTheaterabende" veröffentlichen. Wir bitten um rege Mitarbeit. Jeder Spielleiter, der glaubt, ein wertvolles Stück entdeckt zu ha­ben, möge uns eine kurze Notiz mit Angabe des Verlags, der Zahl der Spieler unb des Grundgedankens der Handlung senden.

Spietabend in der Weihnachtszeit.

Die Aufführung fff gedacht etwa für einen Jung­männerverein, bei dem im Spiel die Jugenbart seiner Mitglieder zur Geltung kommen soll. Umrahmt könnte der Abend sein vom geeigneten Lied ober entsprechender Musik. Liedart, nicht Tanz- ober Marschart sollte führen.

1. Stück: Heinz Steguweit,Die fröh­lichen drei Könige", Textbuch 1,50 Rm.: Rollen je . Rm. 1,25 Aufführungsrecht vom Verlag: Bühnen- volksbund in Berlin. Erforderlich sind vier männliche unb ein weiblicher Spieler. Spielzeit 40 Minuten.

Es handelt sich nicht um die drei Könige der biblischen Geschichte, sondern um drei Handwerksmeister, die ar­men Leuten in der Not helfen und dadurch dem Christ­kind in einem armen Kind von der Straße begegnen. Das Stück spielt zwar in der Großstadt. Aber heute ist ja die Not so allgemein, baß wir e« getrost auf dem Dorf spielen können. Wer will, kann so ein paar Einführungsworte vorausschicken.

2. Stück: Gümbel-Seiling:Bruder L u st i g". Verlag Breitkops und Härtel in Leipzig. Rollenexemplar Mk.,50. Das Spiel hat 6 männ­liche unb 3 weiblich« Rollen. Spieldauer etwa eine Stunde.

Mittelpunkt des Stückes fff Bruder Lustig, ein Soldat mit einem hölzernen Bein, ein munterer, etwas leichtsinniger Gesell, der nach Beendigung des Krie­ges als fahrender Bursch durch die Lande zieht. Sankt Petrus will ihn für den Himmel gewinnen, er hilft ihm wiederholt wird aber von dem Schelm betro­gen. Durch eine List aber kommt er bann doch in ben Himmel. Ein wunderkräftiger Mantel, ben ihm Sankt Petrus geschenkt hat, verhilft ihm dazu. Ist ein humorvoller, schelmischer Bursch für diese dank­bare Rolle vorhanden, so gewinnt bas Stück unwei­gerlich di« Teilnahme der Zuschauer.

Eigentlich sollten die beiden Stücke für einen Abend genügen. Mit ben Pausen, dem Bühnenum­bau und der Umrahmungsmusik füllt die Darbietung etwa zwei einhalb bis zwei dreiviertel Stunden aus Wer den Abend noch weiter auszudehnen wünscht, kann noch ein Märchenstück hinzunehmen, etwaDie Zauber­geige" von Blachetta ober dessenSchweinehirt": Spieldauer für jedes der beiden Stücke etwa 30 Mi­nuten. Nötig ist diese Zugabe ober nicht.

Mitteilung des Vindlhorstdundes.

Einladung zu dem (Bautreffen der Mndfhorstbünde im Slnzlggau am 11. Dezember In Gelnhausen.

Die Führerschaft der Windthorstbünde im Kinziggau, der die Kreise Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern umfaßt, hat die Bundesbrüder und die übrige aktive katholische Jungmannschaft zu einem Tref­fen nach Gelnhausen eingeladen. Es soll am 11. Dezem­ber stattfinden.

Vorläufige Anschrift der Gauleitung des Kinziggaues: Bbr. Nessel, Hanau, Hafenplatz 8.

Volk und Sprache.

Von Dr. Georg Schmidt-Rohr.

Vor einiger Zeit hielt der Verfasser aus der Deutschen Welle einen Vortrag überVolk und Svrache". Nur aus einem klaren Wissen des ganzen Volkes über die Volksdeutsche Bedeutung von Sprachsragen kann den auslanddeutschen Minderheiten der hart« Wille zur Beharrung stn geistigen Erbe ihrer Väter erwachsen. Wir brin gen daher die wesentlichen Gedankengäng« der Vortrages zur Kenntnis unserer Leser.

E« erscheint unmittelbar deutlich unb ist ost genug h, schönen Worten ausgesprochen worden, daß die Völ­ker verschieden sind, verschieden in ihrer Geistigkeit unb ihrer Seelenart, in ihremseelischen Antlitz". Und diese Verschiedenheit ist oft in Beziehung gesetzt war- ben zur Verschiedenheit ihrer Sprache. Aber selten wird erkannt, wie tief bie Macht ber Sprache reicht. Selten wird gesehen, daß sich die geistig-seelische Derschiedenhest der Völker in den Spro- chen nicht nur ausdrückt, sondern daß diese geistig-seeli­sche ©onberart der Völker erst durch die Sprachen er­zeugt, geschaffen, bedingt fit. Daß wir Deutsche werden unserer inneren Artung und un­serem Willen nach, geschieht vor allem durchnnsere deutsche Sprache. Es rft nicht das Gegenteil der Fall. Wir müssen nicht etwa deutsch sprechen, weil wir nach unserer inneren Veranlagung, die unabhängig von der Sprache ist, schon Deutsch« wären.

Wenn man auch sehr gut von der einen Sprache n bie andere übersetzen kann, wenn man auch sehr gut dieselben" Welterscheinungen in verschiedenen Spra- chen meinen kann, so werden diese Welterscheinungen doch von vornherein mit der Anwendung beftimmter nationaler Sprachen in bestimmter Weise gesehen. Es ist wohl immer die gleiche Sache gemeint, aber sie wird auf verschiedene, auf unterschiedliche Eigenschaften h n erkannt und beurteilt. Indern ein Engländer, ein Franzose, ein Deutscher das gleiche spielende Kind happy heureux, glücklich nennen, sehen sie da« Kind wodl unter einem ähnlichen Gesichtswinkel, aber doch immer noch in einer anderen Weise, in einer anderen Wertschätzung, die anders ist um die nationale Be­sonderheit der Sprachoölker. * Sie beurteilen bas Kind etwa so verschieden, al« wenn wir es das eine Mal glücklich, das andere Mal zufrieden nennen. Wörter wie sky, sciel, Himmel: peace, poix, Friede bezeichnen zwar immer wieder genau die glichen Weltbegeben- hesten, aber sie bedeuten etwas Verschiedenes, sie beuten diese Wettgegebenhetten in verschiedener Weise, sie

entgolten immer schon eine besondere, einem Volke ei­gentümliche, vom Menschen vollzogene Stellungnahme und Deurteilungsweise dieser Weltgegenstände.

Indem wir von unserer Sprachgemeinschaft die Be­griffe übernehmen, abernehmen wir die Bauteile der Denkens selbst. Und diese Begriffe muffen in der Form übernommen und verwandt werden, wie das innerhalb unseres Volkes üblich rft.

Di« volkspolittfche Bedeutsamkeit von Sprach­fragen wird ene Nar, wenn wir an die harte Wirk­lichkeit denken, daß der Kampf um die Erhaltung unseres Volkstum« sa in sehr vielen Gebieten der Erde wesentlich rin Kamps um die Erhaltung deutscher Sprache ist. Kamps für ein Volkstum ist nicht Kamps füe eine Mutig einheitliche Menschengrupp«, nicht von vornherein Kamps für einen bestimmten Staat von einer bestimmten Staatsform. Kampf für ein Volks­tum ist wesentlich Kamps für die Erhaltung eine« geistig-seelischen Art, Kamps für die freie (Entfal­tung eines Volkes im geistigen Baum einer Sprache, die der Form gewordene Volksgeist ist, Kampf, wir wir ihn in aller Deutlichkeit als Schicksal dieser Stunde erleben.

Aus diesem Grunde ist es nötig, daß wir uns in der rechten Weffe auf Sprache besinnen als aus bi» Mutter unseres Volkstums, daß wir er­kennen, daß Sprach« mehr ist als nur ein Klinklang­spiel, mehr als «in System von Zeichen, mit dem wir unsere ganz aus eigenem Vermögen gewachsenen Ge­danken mitteilen. Der Ausgabe dieser Notzeit kann unser deutsches Volk nur genügen, wenn es in allen seinen Gliedern von einem klareren unb deutlicheren Wissen darüber durchlebt wird, wie sehr Sprache und Volkstum dasselbe sind, nur auf etwas anderes hin an­gesehen, welch heilig-mütterlichen Amtes bie Sprache waltet, die un» erst zu Menschen und bie uns erst zu deutschen Menschen, zu Deutschen macht.

Nur wenn das ganze Volk von solchem Wissen durchdrungen ist, das bie geläufige Scheinansicht über die Sprach« als ein bloßes Gerät, als ein bloßes Mit­tel der Verständigung mit andern überwunden hat, wird sich die voll« völkische Kraft hinter jene deutschen Brüder stellen, die in ihrem Sprachentum bedroht sind, die in den mannigfaltigsten Formen um ihr sprachliche» Erbe gebracht werden sollen.

Noch ist solch«» Wissen um bie Sprache nur der Besitz weniger, ben Deutschen im Reich ist kaum eine Ahnung aufgedämmert über

flöt Euch liegt die Welt!"

21us den werkumbauten Höfen, Graßstadtstraßen, dumpf und schwer, Aus dem Qualm der Feueröfen Tönt ein Helles Schreiten her.

In das Grolln der Eisenbahnen Klingt der Helle Marschgesang, Hände recken hoch die Fahnen, Vorwärts geht'» im straffen Gang.

Alle Straßen gehn ins Weite, Unsere Sehnsucht eilt voran. Junge Menschen, Seit' an Seite, Bauernjunge, Arbeitsmann.

Gottes Licht um Stirn und Leiber, Weltwind um die Glieder weht.

Seid nicht länger dumpfe Bleiber, Wenn der Kampf um's Weltall geht!

Unserer Leiber starke Regung Quillt in frühlingssrischem Mut, Treibt in flutender Bewegung Kraft und Wille, Geist und Blut.

Die gebändigten Gewalten Siegen im umgrenzten Feld. KampfgestShlte Kraftgestalten, Vor euch liegt die neue Welt.

Heinrich Lersch in derWe»kjugend"

Beilage zur Fuldaer Zeitung

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