1922 gegen die Annahme des englisch» träges. Die Ernennung Buckleyz. S? sehr volkstümlich ist, hat große Neben vorgerusen.
* Aufhebung des prohibilionsges, Anfang Dezember? Aus Newyork rvi. Die republikanischen u. die demokratis des Repräsentantenhauses haben befett nach dem Wiederzusammentritt dez die Abstimmung über die Aushebung bitionsgesetzes stattfinden zu lassen. ' mung ist bereits für den 5. Dezember
* Umbesetzung von Schlichtungsstellen Reichsarbeitsminister hat am heutigen g den staatlichen Schlichter für den Bezirk len, Professor Dr. Brahms, zum Schlicht-,. Bezirke Brandenburg und Schlesien bestell Brahms tritt sein neues Amt am 1. i i. Der Schlichter für das Rheinland, Landger Dr. Jütten, wird den Schlichterb'ezirk W übernehmen und zwar mit dem Sitz in Dü Die Schlichtungsstelle Dortmund bleibt fed stehen. Brahms übernimmt den Schlicht, Brandenburg als Nachfolger des Reichsarl nisters a. D. Wiffel und den Bezirk Schlei Nachfolger des Oberpräsidenten Philip.
* Der kommunistische Geheimsender funkt Am Montagnachmittag wurde der kommunistis, heimsender, um dessen Ermittlung die Behörk längerer Zeit bemüht sind, erneut gehört. Es etwa 45 Minuten lang kommunistische Propl Reden gehalten.
Letzte Nachrichten der,Fuldaer Zeitung*. General v. Schleicher macht neue Versuche.
Die Entscheidung erst am Mittwoch. — Für die NSDAP, kann nur Adolf Hitler verhandeln. — Wo bleibt die Notgemeinschaft, die das deutsche Volk vor schwerem Schaden bewahrt?
wtb. Berlin, 29. Nov. (Eig. Meld.) Während der Mittagsstunden wird von zuständiger Stelle betont, daß die Meldung eines Berliner Mittagsblattes (die sich aber auf Informationen des halbamtlichen Nachrichten-Dienstes stützte), als lei die Entscheidung bereits für Reichskanzler von Papen gefallen, falsch ist. Damit wird unsere Darstellung bestätigt, daß alles erst noch von der Entscheidung des Reichspräsidenten abhängt. Diese letzte Entscheidung ist nach den letzten Informationen nicht mehr für heute, sondern doch wohl erst morgen zu erwarten. Bon unterrichteter Seite wird noch hinzugefügt, daß die Besprechungen des Generals von Schleicher weitergehen. Diese Auskunft ist vielleicht damit in Verbindung zu bringen, daß Minister Frick mit feiner heutigen Absage der Besprechung zu Britt die Mitteilung verbunden hat, daß Verhandlungen nur von Adolf Hitler geführt werden könnten. Steht Hitler zu einer Besprechung zur Verfügung, so wäre es möglich, daß General von Schleicher unter Umständen morgen vormittag erst noch mit ihm spricht. Das könnte auch die Verzögerung in der Entscheidung des Reichspräsidenten erklären.
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wtb. Berlin, 29. Nov. (Eig. Meld.) Der Reichskommissar für das preußische Ministerium des Innern hat an Stelle des Ministerialdirektors im preußischen Ministerium für Dolkswohlfahrt, Dr. Peters, den Ministerialdirektor im preußischen Ministerium des Innern, Dr. Suren zum preußischen Staatskommissar für die Regelung der Wohlfahrtspflege mit Wirkung vom 1. Dezember 1932 ernannt.
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VDZ. Berlin, 29. Nov. (Eig. Meld.) Der Vor- stand der neuen Zentrumsfraktion des Reichstages trat am Dienstagvormittag unter dem Borsitz des Abgeordneten Dr. Perlttius zur Besprechung der politischen Lage zusammen. Die Beratungen dienen auch der Vorbereitung der am Nachmittag stattfindenden Sitzung der Zentrumsfraktion selbst.
Sinoroieff gestorben.
wtb. Moskau, 29. Nov. (Eig. Meld.) Der ehemalige Vorsitzende des Executiv-Komitees der Dritten Internationale, Sinowieff, ist im Alter von 49 Jahren gestorben. Wie es heißt, ist er einem Herzleiden erlegen.
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Sinowieff war einer der nächstenMit- 6 rb ei ter Lenins, mit dem zusammen er 1917 nach Rußland zurückkehrte. Er ist 1883 geboren and stand seit 1901 in der kommunistischen Bewegung. Er war Mitorganisator des Cxecutiv-Ko- mitees der kommunistischen Internationale, deren Vorsitzender er bis 1926 war. Nach dem Umsturz in Rußland hat er sich auch verschiedentlich in Deutschland aufgehalten. Nachdem er 1926 in die Opposition getreten und aus dem Polit-Büro ausgeschlossen worden war, legte er den Vorsitz der kommunistischen Internationale nieder und trat zeitweilig politisch zurück. In der letzten Zeit arbeitete er in der Zentrale des Genossenschaftswe- üns.
Frankreich und Rutzland.
Der Inhalt des franzöfifch-sowjetrufsifchen Richt- angriffsvertrages.
Im Ministerrat in Paris wurde der von Her- riot unterbreitete Wortlaut des französisch-russischen Nichtangriffs- und Schiedsgerichtsvertrages angenommen, der im wesentlichen dem zwischen Polen und Rußland abgeschlossenen Vertrage entspricht. Der Vertrag wird am Dienstag in Paris unterzeichnet werden.
Das Abkommen, das die seit 1930 geführten französisch-russischen Verhandlungen krönt, setzt sich aus einem Vorwort und fünf Artikeln zusammen. In dem Vorwort wird darauf hingewiesen, daß das Abkommen den Völkerbundsvertrag unberührt läßt und den Kelloggvertrag bestätigt.
Arikel 1 enthält die Verpflichtung beider Länder, in keinem Fall weder allein noch gemeinsam mit anderen Mächten einander anzugreifen und die Unverletzbarkeit der Gebiete einschließlich der Schutzgebiete zu achten.
Artikel 2 bestimmt: Wenn eine der beiden Mächte von einer dritten Macht angegriffen wird, ist die andere Vertragspartei verpflichtet, den Angreifer weder mittelbar norfi unmittelbar zu unterstützen. Wenn eine der Vertragsparteien eine dritte Macht angreift, ist die andere Vertragsmacht berechtigt, das Abkommen sofort zu kündigen.
Artikel 3 bestätigt die Verpflichtungen Frankreichs als Mitglied des Völkerbundes.
In Artikel 4 verpflichteten sich beide Mächte, feinem internationalen Abkommen beizutreten, das den Kauf oder Verkauf von Waren und die Eröffnung von Krediten in einem der beiden Länder praktisch unterbindet. Sie verpflichten sich außerdem, keine Maßnahmen zu treffen, die die Gegenpartei von der Beteiligung am Außenhandel völlig ausschließen. Damit werden Maßnahmen wie der von russischer Seite am 20. Oktober 1930 gefaßte Beschluß, unmöglich, wonach kein Auftrag mehr an Frankreich vergeben werden dürfte. Der Artikel weist ferner auf den Wunsch der beiden Regierungen hin, ihre gegenseitigen Handelsbeziehungen durch einen Handelsvertrag zu regeln. - In Artikel 5 verpflichtet sich die russische Regierung, jede Handlung zu unterlassen, die eine Bewegung oder Propaganda unterstützen könnte, deren Ziel es ist, die Oberhoheit und Unabhängigkeit der Gegenpartei zu untergraben oder deren polnische und soziale Herrschaft zu stürzen bezw. zu ändern. Sie verpflichtet sich außerdem, keine
Organisationen auf russischem Gebiet zu dulden oder zu unterstützen, die sich das Recht anmaßen, die Rolle einer Regierung oder Regierungsvertretung französischer Kolonien oder Schutzgebiete zu spielen.
Das Schiedsgerichtsabkommen ist nach dem Vorbild des deutsch-russischen Schiedsgerichlsvertra- ges ausgearbeitet.
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Der Abschluß der Nichtangriffspakt-Verhandlungen Sowjetruhlands mit Frankreich und Polen wird in Berliner politischen Kreisen als ein Erfolg der Sowjetpolitik bewertet. Das deutsch- russische Verhältnis wird durch die neuen Pakte nicht berührt. ________________
Phosgen-Gas tm Hörsaal.
In einem Hörsaal des Physiologischen Institutes der Universität Halle ereignete sich Montag vormittag ein aufregender Vorfall. Als man damit beschäftigt war, einige Stahlflaschen, in denen sich Reste von Phosgen befanden, versandtfertig zu machen, wurde eine Flasche aus ungeklärter Ursache undicht. Das außerordentlich giftige Phosqenga.s strömte aus und verbreitete sich sehr schnell im Hörsaal, der von den Studenten fluchtartig verlassen wurde. Der Feuerwehr, die mit schwerem Gasschutzgerät vorging, gelang es, das Ventil abzudichten und so jede weitere Gefahr zu beseitigen. Gesundheitlichen Schaden hat niemand erlitten.
wtb. Brüssel, 29. Nov. (Eig. Meldg.) Die neue belgische Kammer wird sich aus 79 Katholiken, 73 Sozialisten, 24 Liberalen, 6 Frankisten und 3 Kommunisten zusammensetzen. Katholiken und Liberale, die bisher die Mehrheit bildeten, sind aufs neue in der Lage, die Regierung mit Mehrheit zu stellen.
wtb. Dien, 29. Nov. (Eig. Meldg.) Oesterreich wird die am 1. Dezember fälligen Zins^ scheine und am 26. Oktober verlosten Schuldverschreibungen der Dölkerbundsanleihe ab 1. Dezember in Dollarnoten einlösen.
* Treuernennungen zum verwalkungsrak der Reichsbahn. Die Reichsregierung hat die mit Ende des Jahres aus b-m Verwaltunosrat der Deutschen Reichsbahngesellschaft ausscheidenden Mitglieder Dr. Meter, Dr. Schmitz, Dr. Silverberg, Hermann und Kaiser wieder zu Mitgliedern des Verwaltungsrates ernannt.
* Der deutschnationalen Reichslagsfraktion beigetreten. Die Deutschnationale Pressestelle teilt mit: Die- beiden -Abgeordneten des Württembergi- schen Bauern- und Weingärtnerbundes, Freiherr von Stauffenberg und Haag und der auf der Liste des Thüringischen Landbundes gewählte Abgeord- nete Abicht find der deutschnationalen Reichstagsfraktion beigetreten. — Auch im letzten Reichstag hatten sich die drei Abgeordneten der Hugen'berg- Fraktion zugesellt.
* Zur Verhaftung von Ludwig Renn. Der Schriftsteller Arnold Vieth von Gollßenau, genannt Ludwig Renn, der, wie bereits gemeldet, ber der Durchsuchung der marxistischen Arbeitsschule in der Schicklerstraße in Berlin festgenommen war, wurde dem Vernehmungsrichter unter der Beschuldigung vorgeführt, Umsturzpläne und "Auszeichnungen und Schriften verbreitet zu haben. Gegen chn wurde Haftbefehl wegen Vorbereitung zum Hochverrat erlassen. — Zn den Kreisen der ehemaligen Frontsoldate'r wird man das Schicksal Renns mit Anteilnahme verfolgen. Er hat m seinem Werk „Der Krieg" das Erlebnis der Frontkämpfer in einer s o einzigartigen Weise gestaltet, daß menschliches Mitgefühl seiner ehemakgen Kameraden ihm auch gehört, wenn er jetzt kommunistischen Ideen nachjagt. Man wird Einzelheiten über seine hochverräterischen Pläne abwarten müssen. Bekanntlich wurden auch zeitweilig die „Boxheimer Dokumente" der Nazi als Hochverrat angesehen, und später hat sie das Reichsgericht nicht 8um Ausgangspunkt eines Hochverratsverfahrens gemacht, sondern das Verfahren emge» stellt.
* SA.-Fiihver bei einem Wirtshausstreit von einem Polizeibeamten erschossen. Jn Brackwede kam es nachts vor einer Wirtschaft zu einem Zusammenstoß zwischen Gästen des Lokals. Hierbei wurde der SA.-Führer Elbraechter aus Brack- wede von dem auf Urüaub befindlichen aus Dort- mund stammenden Poliizeiwachtmeister Lulterklas, der Zivilfkleidung trug, durch einen Bauchschuß so schwer verletzt, daß bald darauf der Tod eintrat. Der Poldzeibeamte, der festgenommen wurde, gibt an, in Notwehr gehandelt zu haben.
* Bei einer Armenspartasse 24 000 Mark unterschlagen. Ber der Armensparkasse in B e r n k a st e l war man Verfehlungen auf ote Spur gekommen, die ein Kassengehiöfe ausgeführt hatte. Zn einem Zeitraum von sieben Jahren war es ihm gelungen, durch Falschbuchungen etwa 24'000 M k. zu u nter sch tag en. Bet einer außerordentlichen Revision konnten diese Verfehlungen aufgedeckt werden. Der ungetreue Kassen- gehuife hatte sich jetzt wegen der Unterschlagungen vor Gericht zu verantworten und wurde z u einem Jahr neun MonatenGefängnis v erurterlt.
* Selbstmörderin verursacht den lob eines Kindes. In der Wohnung des Prof. Dr. Schäfer in München beging in der Nacht zum Montag eine Hausangestellte Selbstmord durch Gasvergiftung. Das Gas drang aus der Küche in einen anschließenden Raum und verursachte auch den Tod des dreizehnjährigen Sohnes der Familie Schäfer.
* Zwei neue Erdbeben im Ruhrgebiet verspürt. Montagfrüh verzeichneten die Seismographen der B och u m e r Erdbebenwarte wiederum zwei kleine Nahbeben, von denen das Erste nach Meldungen aus Essen auch von Personen deutlich verspürt worden ist. Das erste Beben begann um 5 Uhr, das 2. um 6 Uhr 42 Min. 6 Sek. Bei beiden Beben setzte nach etwa 14 Sekunden die zweite Bewegungsphaje ein, was einer Entfernung des
Bebenherdes von etwa 125 Kilometern entspricht und den Schluß zuläßt, daß der gleiche Herd bei dem Beben in der legten Woche, also Holland, in Frage kommt. Die größten Bewegungen betrugen in Bochum 1/25 Millimeter, also etwa halb soviel wie bei den Beben am Mittwoch. Nach dreiviertel Minuten war in beiden Fällen der Boden wieder ruhig. Wie aus verschiedenen Orten der holländischen Provinz Limburg und Nord-Brabant gemeldet wird, wurden die Erdstöße dort sehr deutlich wahrgenommen. Besonders stark waren die Stöße in der Stadt Herzogenbusch zu verspüren.
* Hamburger Arzt wegen Herstellung minderwertiger Seren verhaftet. Unter der Beschuldigung, minderwertige Seren hergestellt u. mit gefälschten Kontrollplomben zum Vertrieb gebracht zu haben, wurde in Hamburg der Arzt Dr. Enoch verhaftet. Der Verhaftete unternahm einen Selb st Mordversuch, indem er sich am linken Unterarm eine kleine Verletzung beibrachte und den Inhalt einer Ampulle mit Tetanus-Bakterien in die Wunde goß, um so eine Starrkrampf-Infektion hervorzurufen. Dr. Enoch wurde in bedenklichem Zustand dem Hafenkrankenhaus zugeführt.
Henry Ford hat sich, wie aus Detroit gemeldet wird, wegen eines Bruchleidens einer Operation unterziehen müssen. Sie ist gut verlaufen.
* Lin Kolonialwarenhändler Generalgouverneur von Irland. Aus London wird gemeldet: König Georg hat den Kolonialwarenhändler Donald Buck- ley aus dem irischen Städtchen Maynnoch zum Generalgouverneur von Irland ernannt. Die Ernennung erfolgte verfassungsgemäß auf Vorschlag der rischen Regierung. Buckley legte bereits am Samstag den Treueid auf König Georg ab. Buckley ist ein Freund de Daleras und hat an der irischen Osterrevolution von 1916 teilgenommen. Er wurde lange Zeit interniert und schloß sich nach seiner Freilassung wieder der irischen republikanischen Armee an. Er wurde zweimal zum Abgeordneten im Irischen Landtag gewählt und stimmte
Ja ereignisreicher Seit ist die Zeitung unentbehrlii
Handel und Wirtschaft.
Berliner Effekten-Börse.
verstimmt.
wtb. Berlin, 29. Nov. (Eig. Meld.) Vor Beginn des offiziellen Verkehrs an der heutigen Effektenbörse stand völlig im Zeichen der Nachrichten über die großen Schwierigkeiten des Herrn v. Sch lei- ch e r bei seinen Besprechungen zur Vorbereitung der Regierungsbildung. Aus der Absage Strassers, die ein Zeichen für die weiter unnachgiebige Haltung der N. S. D. A. P. war, schloß man, daß nun wohl ein Kampf-Kabinett Papen kommen werde, wodurch ein scharfer Konflikt mit dem Reichstag nahezu unvermeidlich geworden wäre. Diese Mutmaßungen — vorläufig ist noch keine Entscheidung gefallen — wirkten sich auf die Stimmung kräftig aus. Während von feiten des Publikums noch kleine Kauforders Vorlagen, die ihre Ursache in günstigen Wirtschastsmeldungen, in Vermehrung der Belegschaft bei Bemberg, den steigenden Sparkasseneinlagen und der flüssigen Bilanz bei Schwarzkopf-Maschinen hatten, schritt die Spekulation unbeeinflußt durch die günstige markttechnische Lage — die Lombard- und Executionsverkäufe kamen in Fortfall, da morgen Zahltag ist —- zu Abgaben. Die Kurr- gestaltung war uneinheitlich. Eigentlich schwach wären nur die von der Spekulation^hevürzugten Werte/ 3m Verlaufe blieb die Unternehmungslust tm Großen und Ganzen klein, die Abweichungen gegen den Anfang waren nicht ganz einheitlich, blieben aber in den weitaus meisten Fällen recht unbedeutend. Renten lagen heute ziemlich einheitlich schwächer. Deutsche Anleihen bröckelten leicht ab, Reichsschuldbuchforderungen und Reichsbankvorzugsaktien gaben bis zu einem halben Prozent nach. Variabel gehandelte Jndustrieobligationen verloren bis zu 1 Prozent. Pfandbriefe usw. zeigten kein ganz einheitliches Ansehen, da hier verschiedentlich noch Publikumsorders zur Ausführung gelangten. Ausländer zeigten ein unregelmäßiges Aussehen, Bosnier gaben erneut V» Prozent nach, während Tehuantepek, bei denen die öprozentigen gestern plus plus waren, weiter fest tendierten; heute wurden die 4öprozentigen nach anfänglicher plus plus-Notiz % Prozent höher festgesetzt. Am Berliner Geldmarkt machte die Versteifung weiter Fortschritte, Tagesgeld zog an der unteren Grenze auf 4 X Prozent an und war nur noch vereinzelt mit 4% Prozent erhältlich. Monatsgeld blieb 5—7. Privatdiskonten waren stärker angeboten, Reichswechsel und Reichsschatz- anweisungen blieben geschästslos.
— Die Indexziffer der Großhandelspreise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 23. November berechnete Großhandelsindexziffer ist mit 93,8 gegenüber der Vorwoche (94,1) um 0,3 v. H. gesunken. Die Index- zisern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 87,6 (minus 0,7 v. H ), Kolonialwaren 81,0 (minus 0,5 v. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 87,8 (minus 0,1 v. H.j und industrielle Fertigwaren 114,0 (minus 0,2 o. H ).
— Gebr. Ungereifter AG Wanfried b. Lschwege. Die oGV genehmigte einstimmig die Regularien und beschloß, wie bereits gemeldet, auf die 5000 RM. V.-A. 6 Proz. und auf 295 000 RM. St.-A. 3 Proz. Dividende zu verteilen. Ferner wurde beschlossen, die Satzungen des Unternehmens dahin zu ändern, daß der AR in Zukunft aus mindestens 3 Mitgliedern bestehen soll. Die AR-Wahl ergab die Wiederwahl des bisherigen AR. Heber das neue Geschäftsjahr wurde auf Anfrage erklärt, daß sich der Umsatz gehalten habe.
— Kammgarnspinnerei a. d. Werra, A. Niederschmalkalden. Das aus der Kammgarnspinnerei Wernshausen (Werra), die früher der Norddeutschen Wollkämmerei gehörte, heroorgegangene Werk hat in letzter Zeit infolge recht guten Auftragseinganges verschiedentlich Neueinstellungen vornehmen können. Zur Zeit liegen Bestellungen für einige Monate vor.
— Kasseler Genossenschaftsbank e. G. m. b. h. in Liquidation. Aus die von der Bank anerkannten Forderungen wird jetzt eine 7. Quote in Höhe von 5 Prozent verteilt werden. Die Ausschüttung beginnt am 12. Dezember 1932. Die Summe der in Frage kommenden Forderungen betrug 103 871 Rm. Mit dieser weiteren Quotenausschüttung sind insgesamt 40 Prozent auf das Guthaben der Gläubiger bisher zur Verteilung gelangt.
— Landwirtschaftliche An- und Verkaufsgesellschaft „Hessenland" Kassel. In der AR.-Sitzung der Landwirtschaftlichen An- und Verkaufsgesellschaft Hessenland G. m. b. H. wurde der Abschluß per 30. Juni 1932 vor- Öt. Einschließlich des Umsatzes der Arbeitsgemein-
: in Fulda und in Kirchhain betrug der G e - amtumfaß 2 994333 (3550191) Ztr. im Werte von 18 875 207 (21 915 827) RM. Hiervon entfallen 1 122 715 (1594 230) RM. auf die Arbeitsgemeinschaft Fulda und 1 751 048 (2 191 265) RM. auf die Arbeitsgemeinschaft Kirchhain. Hieraus ergab sich ein Roh- geroinn von 1 176 207 (1 195 586) RM. = 6.23 (5.45) Prozent des Umsatzes. Abschreibungen wurden in Höhe von 94 308 (66 709) RM. vorgenommen, so daß ein Reingewinn von 101721 (137 989) RM. bleibt Hier
von werden zur teilweisen Tilgung der abzutrogeü eigenen Verpflichtungen wieder 40 000 RM. vorweg rückgestellt, so daß 61 721 (97 989) RM. zur Versitz, der auf den 7. Dezember nach Kassel einberufenen i sellschafteroersammlung bleiben. In den ersten Mono des lausenden Geschäftsjahres 1932-33 hat sich bas i samtgeschäst verhältnismäßig befriedigend angelassen, daß es den Anschein gewinnt, als ob sich in allen Gr pen eine Besserung durchzuringen beginnt, die wem in den Kreisen, als in den Umsätzen zum Ausd, kommt.
Dom Einzelhandel.
Zum Austritt des Warenhausverbandes aus der Haupt- gemeinschasl des deutschen Einzelhandels.
Der Vorstand und die Generalversammlung des Warenhausverbandes haben den Austritt aus der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels einstimmig gebilligt.
Der Warenhausverband nimmt von jetzt ab die Interessen seiner Mitglieder bei den Behörden und vor der ; Öffentlichkeit als Spitzenverband selbständig wahr. Er ist auch zu weiterer Zusammenarbeit mit dem übrigen Einzelhandel in dem bestehenden Sonderausschuß für Wettbewerbsfragen unter der Voraussetzung bereit, daß er in Zukunft in diesem Ausschuß durch eine eigene Delegation vertreten sein kann.
-' ■ ,W
--- Stillstand im llmsahrückgang des TexlileinzelW- dels. Nach den statistischen Erhebungen des Reichsbw- des des Textileinzelhandels betrug der Umsatz des TeM- einzelhandels im Gesamtdurchschnitt für das deutsche Wirtschaftsgebiet, wie die Textilwoche mitteilt, wertmäßig 76,2 Prozent de Umsatzes im gleichen Monat des Dm- jahres. Die Indexziffer der wertmäßigen Umsätze zeigt beim Vergleich der Oktoberumsätze mit denen des Notjahres erstmalig eine Steigerung.
— I
Frankfurter Produktenbörse.
=• Frankfurter Getreidemarkt vom 28. Ttooembifc Für Weizen und Roggen bestand niedrigeres ^tb«. Cs wurden bezahlt für je 100 Kilo Weizenmehl Ma, Roggen 162.5, Gerste 180—187.5, Hafer 137—140, für je 100 Kilo Weizenmehl fübb. Spez. 29.25—30.25, nti* derrhefnische Spez. 29.25—29.75, Roggenmehl 23.25 w 24.50, Weizenkleie 8—8.15, Roggenkleie 8.5, SoyaschN» 11, Palmkuchen 8.75—9, Erdnußkuchen 12.75, Heu «•’ bis 4.8, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreht und gebündelt 2.25—2.50, Treber 10.75.
veichstaguug des deutschen Viehhandels.
Am Freitag, den 25. November, fand in B erlin d>« 32. Generalversammlung des Bundes der Viehhanm statt, nachdem bereits am Donnerstag die Beratung des Bundesvorstandes und des Bundesausschusses vora gingen. Die Tagung, die aus allen Teilen des RkW" sehr stark besucht mar, wurde mit einer Begrüßung- spräche des stellvertretenden Vorsitzenden 6 b erle>^“, chen eröffnet. Er schilderte die außerordentliche läge des Viehhandels st andes, der infolge । ner engen Verbundenheit mit ber Landwirtschaft oon v Wirtschaftskrise besonders schwer betroffen sei.
Die Beratungen begannen mit der für ben 33ie(f bei wichtigen Frage der S e u ch e n b e kü m p s u n g. . Bunbestag nahm verschiedene Anträge an, bie 9e**9 sind, eine Entlastung von den auf dem Viehhandel ru- ^ den veterinärpolizeilichen Gebühren für ,u suchungen, Entladeuntersuchungen, Impfung, Marriu» wachung usw. zu erreichen.
Zu dem Thema „Viehhandel und ®eno'l . schäften" gelangte eine Entschließung zur Slnnoi; . in der zum Ausdruck kommt, daß der Diehharwe dem Standpunkt steht, daß ein mit lauteren sührter Konkurrenzkampf zwischen Viehverwertun^^ nossenschasten und freiem Handel auf gleicher steue * und wirtschaftlicher Basis auch der ßanbroirtfrf)Oit«f# lich sei. Der Viehhandel erhebt ober schärfsten 4^ gegen die einseitige Subventionierung der tungsgenossenschaften in offenbar verschleierter ufl ’ ng das Reichsernährungsministerium bei der DurchwU staatlicher Aktionen einseitig der Genossenscyac> Reichsviehverwertung überträgt, muß vom als unerträglich bezeichnet werden. Mit Bedauern feftgeftellt, daß das Reichsernährungsminiftenum berechtigten Wunsche des Viehhandels nach einer scheu Behandlung ohne genügendes Verstänbms 9™l übersteht.
Auf steuerlichem Gebiete wurden gleichfalls ® tige Beschlüsse gefaßt. Vor allem wird die 2Pr°3" flirt satzsteuer für den Viehumsatz als untragbar e Eine Herabsetzung wird dringend gefordert. Weiter träge beschäftigten sich mit der Wanderg e w steuer, die als den gegenwärtigen mehr entsprechend angesehen wird, zumal bei 2,cr dergewerbesteuer die Vergünstigungen der Steu | scheine nicht gegeben sind. „ .p
Eine Reihe von Anträgen behandelte Bes rungsfragen der Reichsbahn. Es wurde über die Gebührentarife der Kleinbahnen und uDLy>S| Nebengebühren der Reichsbahn geklagt. Ferner ein Gebührenabbau an den städtischen Viehhöfen Bundesversammlung für dringend notwendig aiWg