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Zahrg. 59.

Mittwoch, 30. November 1932

jte. rrs

Gibt Schleicher aus?

starrd.

*

Franz v. Popen wieder Reichskanzler?

erneut aufgelöst werden? Alles fraglich1

Stündlich wechselt die Lage

anders kommen!

an die Vereinigten Staaten

Die Kriegsschulden der Wett

r

R

200.0 Mill. Doll.

31.6 Mill. Doll.

39,6 Mill. Doll.

Schuldner Großbritannien Frankreich Belgien Italien

wort der Nationalsozialisten noch verstärkt worden^ Unter diesen Umständen ist die Kandida­tur des Reichswehrminister wieder in den Hinter- grund getreten und hie Dinge sind wieder auf den Ausgangspunkt zurückgekehrt, auf dem sie sich am letzten Samstag befanden.

Rate des 15. Dezbr. Bisher gezahlt: 95,5 Mill. Doll. 1351,7 Mill. Doll.

19,26 Mill. Doll.

2.12 Mill. Doll.

1,25 Mill. Dol.

Heber die Wendung, die die Dinge gegen 1 Uhr am Dienstag mittag genommen haben, siehe unterLetzte Nachrichten".

Statistik der ungeheuren Summen, die europäische Staaten als sogenanntepoli­tische Schulden" an die Vereinigten Staaten zu zahlen haben. Die Summen sind in je­weils verschiedener Höhe als Halbjahres­raten zu begleichen. Zur einfacheren lieber« sicht sind sie hierkapitalisiert", d. h. es ist errechnet, welches der Nominalwert wäre, wenn die Summen nach Abrechnung eines Zinssatzes von 5,5 Prozent jetzt bezahlt würden. $n Wirklichkeit vermögen aber die Staaten noch nicht einmal die Halbfah- resraten aufzubringen, die am 15. Dezem­ber fällig sind. Im Zusammenhang mit der Unnachgiebigkeit Amerikas hat der Pfund­kurs sich in den letzten Tagen wieder er­heblich abgeschwächt.

Hoftentlich kommt bei diesen ersten Versuchen, auch in der Agrarpolitik die Linie Brüning fortzusetzen, etwas wesentliches heraus.

unmöglich wie es in England unmöglich sein würde. Auf den Einwurf des Berichterstatters, daß die Regierung durchdie Gewehre der Armee geschützt sei, sagte Hitler, Gewehre könn­ten vielleicht in Rußland Wert haben, aber nicht in Deutschland. Der Sturz der Re­gierung könne auf verschiedene Arten Zustande­kommen. In diesem Winter werde sich die Arbeitslosigkeit erhöhen, und es werde große soziale Unruhen, Streiks und ähnliches ge­ben. Das Wichtigste sei aber, daß die Regierung einem katastrophalen Zusammenbruch ihrer Finanz- und Wirtschaftspläne >g e g e n ü b e r st e h e n werde. Hitler sagte, daß er bei den letzten Verhandlungen über die Regie­rungsbildung von Anfang an gewußt habe, daß es sich um eine große Komödie handele, die dazu erfunden sei, um dem deutschen Volk vorzutäuschen, daß man gerecht handele. Der Plan sei fehlge- fchlagen. Er sei nicht getäuscht worden und auch das deutsche Volk sei nicht getäuscht worden.

mfb. Berlin, 29. Nov. (Eig. Meld.) Der Reichs. Minister für Ernährung und Landwirtschaft hat ei­nen grundlegenden Erlaß über die Durch­führung von Absiedlungen im Rahmen der land­wirtschaftlichen Entschuldungsmaßnahmen im L<i- hikfegtzbiet herausgegeben. Der Erlaß geht von der Erwägung aus, daß die Entschuldung landwirt­schaftlicher Betriebe vielfach dadurch ermöglicht werden kann, daß Teile der Landflächen abge­trennt und für Zwecke der landwirtschaftlichen Siedlung verwendet werden. Diese Möglichkeit, in der in einer Reihe von Fällen bereits mit gutem Erfolg Gebrauch gemacht ist. dient sowohl dem landabgebenden Betriebe, der dadurch oft wirt­schaftlicher gestaltet werden kann, als auch benach­barten Kleinbetrieben, die durch eine Landzulaqe wesentlich gestärkt werden. Ferner ist bei der Abnahme größerer Teilflächen häufig auch die Möglichkeit vorhanden, eine Anzahl bäuerlicher Neusiedlungen zu schaffen.

Der Erlaß macht es den Leitern der Landstel­len zur Pflicht, in geeigneten Fällen die abzutren­nenden Teilflächen möglichst beschleunigt der land­wirtschaftlichen Siedlung zuzuführen.

Die durch diesen Erlaß hergestellte Verbindung der Osthilfe- und der Siedlungsmaßnahmen dürfte im Interesse aller Beteiligten zu einer beschleunig­ten Durchführung der Entschuldungsmaßnahmen beitragen.

schlechtesten weg. Während für Frankreich eine Durchschnittsverzinsung von 1,6 Prozent, für Jta- lien eine solche von 0,4 Prozent festgesetzt wurde, mußte England seine Rückzahlungen mit 3,3 Proz. verzinsen.

Ein Zahlenüberblick über die Höhe der Abzah­lungsraten für die Hauptschuldnerländer Amerikas (Zahlungstermine: 15. Juni und 15. Dezember) und über die Höhe der bisher an Amerika geleiste- len Abzahlungen ergibt foloende Reihe:

Hugenberg hat fein Ziel erreicht? Die Nationalsozialisten haben fich selbst ansgeschaltet unb warten wieder einmal ans einen looprozentigen Sieg in vier Monaten? Der Reichstag wird Es kann anch

Schuldnerländer der USA. sind neben Groß­britannien, Frankreich, Belgien und Italien auch Rumänien, Jugoslawien. Griechenland, Polen, Tschechoslowakei, Estland, Finnland, Lettland, Li­tauen und Ungarn. Durch das Hooverjahr sind am' 1. Juli 1931 Schuldenzahlungen im Gesamt­betrag von 253 Millionen Dollar gestundet wor- den. Schon durch den Youngplan und dann noch einmal durch das Lausanner Abkommen ist das Schuldenproblem mit dem Reparationsproblem verkoppelt roorben

Hitler als Prophet.

Aus L o n d o n wird durch T. U. gemeldet:

In einer Unterredung mit dem Vertreter des Daily Expreß" erklärte Wolf Hitler, daß nach feiner Ansicht in nicht mehr als vier Monaten d as.kommende Präsidial­kabinett wieder gestürzt und dann der Tag der N a t i o n a l s o z i a l i st e n g e k o m- m e n fein werd e. (Abwarten!) Man könne ein Land nicht gegen den Willen von 90 v. H. seines Volkes regieren. Das fei in Deutschland genau so

Das Zentrum hätte sich mit von Schleicher als Kanzler abgefunden. Er will unbedingt m i t dem Volke regieren. In seiner Absicht lag es, weni­ger ein traqsähiaes Kabinett dernationalen Kon- lentration" zu bilden, sondern mehr eine Regie­rung dersozialen Konzentration", an der in erster Linie W i r t s ch a s t und A r b e i t- "ehmer schäft beteiligt wären. Das hätte zur Voraussetzung gehabt, daß ein Kabinett Schleicher von vornherein gegen alle Berfa 1- 'ungserperimente wie gegen die Vornahme großer politischer Reformen erklärte und sich auf die wesentlichste Aufgabe beschränkte, die wieder­um Unternehmer wie Arbeitnehmer vordringlichst beschäftigt, nämlich auf die Bekämpfung der Ar­beitslosigkeit durch eine großzügige finanziell, wirt­schaftlich und sozial tragbare Arbeitsbeschaffung.

Vor dem Eingang der letzten Nachrichten war die Lage so:

Der einflußreiche General v. Schleicher hat bis ,um Montag abend als Reichskanzler-Kandidat gegolten. Er hat am Montag mit den Sozial­demokraten und den Freien Gewerkschaften verhandelt, ferner zwei Stunden mit dem Führer bes Zentrums, dem Prälaten Dr. Saas gesprochen. Heber den Besuch der freien Gewerkschaftler Sei­nart und Eggert bei von Schleicher gibt der Allge­meine deutsche Gewerkschaftsbund folgenden Bericht aus:

, Reichswehrminister von Schleicher hat Ver­treter des Vorstandes des ADGB. zu sich gebeten. In der Besprechung, an der Theodor Geipart und Wilhelm Eggert teilnahmen, wurden die vordring­lichsten wirtschaftspolitischen und sozialpolitischen Fragen erörtert. Die Vertreter der Gewerkschaften haben als die wichtigste Aufgabe die Arbeits- Hf tiflff unq im Wege öffentlicher Arbeiten be­zeichnet und außerdem erneut die Aufhebung der tohnpolitifchen Bestimmungen der Notverordnung vom 5. September gefordert: sie haben sich auch für eine unter wirtschaftlichen und sozialen Ge- Wspunkten durchgeführte Siedlung eingesetzt.

Bezüglich der Verhandlungen mit den Sozial­demokraten lesen mir in der gut unterrichteten Frankfurter Zeitung:

Sie Aussprache, die Herr von Schleicher mit

Dr. Vreitscheid hatte und die ändert- halb Stunden in Anspruch nahm, bezeugt eben­falls den Wunsche nicht im luftleeren Raum regie­ren zu wollen. Selbstverständlich muß sich aber Herr von Schleicher ebenso sehr wie Herr Dr. Preitscheid von vornherein darüber klar gewesen seist, daß der Schwerpunkt der Verhandlungen, die Herr von Schleicher zu führen hat, unmöglich bei der Sozialdemokratie liegen kann. Daß sich die Führer der SPD., nachdem einmal die Partei die Vorteile einer reinen Oppositionsstellung genießt, nicht vor den Regierungswagen spannen lassen würden, der nun aus dem Sumpf ge­logen werden soll, in den er ohn e Schuld derSPD. geraten i st (denn schließ­lich war es Herr von Schleicher und nicht die SPD., der das Kabinett Brüning gestürzt hat), verstand sich von selbst und war aus den bisherigen sozialdemokratischen Aeuße- tungen mehr als deutlich herauszulesen. Soviel wir wissen, sind denn auch bei dieser Unterhaltung keine präzisen Fragen gestellt worden, sondern es kam anscheinend Herrn von Schleicher nur darauf an, die Stimmung der SPD. angesichts der durch die Demission des Kabinetts veränderten Lage ken; nen zu lernen. In führenden Kreisen der SPD. dürfte man auf dem Standpunkt stehen, daß sich in kurzer Zeit zeigen muß, welche Konseguen- ien eine neue Regierung aus den unter Herrn von Popen sichtbar gewordenen Grundfehlern der Re­gierungspolitik ziehen werde. Die sozialdemokrat'- ftien Äugen scheinen dabei auch auf Preußen ge­richtet zu fein.

Die Ost-Siedlung.

Der halbamtliche Draht meldet:

cnb. Berlin, 29. Nov. (Eig. Meld.) Die Aussonderung nicht eNtschül^ungsfähiger land­wirtschaftlicher Betriebe im Osthilfegebiet hat, wie wtb.-Handelisdlenst erfährt, in der letzten Zeit starke Fortschritte gemacht, womit auch der Siedlung wieder ein starker Auftrieb verstehen wird. Bisher sind, wie verlautet, bereits zirka 300 000 Morgen für die Siedlung geeigneter Län­dereien aus dem Besitz nicht entschuüdungsfählger Betriebe bereitgefteMt worden. Zur Durchfüh­rung der Siedlung ist, wie Wester verlautet, Kulturamtspräsident Boddin-Kassel als Ministerialdiregent in das Reichsmimstermm für Ernährung und Landwirtschaft berufen war- den.

Antisemitismus in Polen.

wtb. Warschau, 29. Nov. (Eig. Meld.) In Lemberg kam es Montag zu schweren antise­mitischen Ausschreitungen bei S t u d e n t en, denen sich P ö b e l a n s ch l o ß, die für die Tötung eines Studenten durch einen Juden Vergeltung nehmen wollten. An verschiedenen Punkten der Stadt wurden die Juden von Banden überfallen und schwer verprügelt. In zahlreichen jüdischen Geschäften wurden die Scheiben eingeschlagen. Die Polizei bemühte sich, größtenteils vergeblich, die Ruhe aufrecht zu erhalten. Die Rettungsgesell­schaft mußte in 80 Fällen eingreifen. Es handelt sich durchweg um jüdische Verletzte. Für den Ernst der Ausschreitungen sprachen die von den Behör­den weitestgehend verhängten Maßregeln.

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jung politischer Kreise nichts anderes übrig, als den Reichstag vorläufig wieder aus- z usch alten. Wie das geschehen kann, darüber sind schon in den letzten Tagen Ueberlegungen an­gestellt worden. Als eine Möglichkeit wurde biie Vertagung des Reichstages, vielleicht um 6 Monate, auf Grunddes Artikels 48 b e z e i ch n e t. Für eine solche Absicht oft aber bisher an keiner Stelle eine Bestätigung zu er­langen und so spricht die Wahrscheinlichkeit im Augenblsick noch dafür, daß der Reichstag etneutaufgellöft wird.

Gegen 12 Uhr mittags verlautet merk­würdigerweise wieder folgendes:

1 Die 'Gründe für den angeblichen Verzicht des Generals von Schleicher find noch nicht ganz durchsichtig. Schließlich hat auch der Reichs- > lyehrminllter v o n. v o r n h e r e i n g e w u ß t, daß er von den Rat. ionalsozial ifte n trotz al­ler persönlichen Verbindungen keine volle Un­ter st ützung erwarten konnte.' Seine Bemü­hungen um eine Lösung erstrecken sich deshalb ja auch auf außerparlamentarische Volls- kräfte. Vorläufig bleibt deshalb auch noch ein er­heblicher Grund zu der Annahme übrig, daß Ge­neral von Schleicher, so unfern er sich für das Kanzleramt zu Verfügung stellen würde, die Lö­sung noch keineswegs ganz aufgegeben hat, die man noch Montag abend von einer Regierung un­ter seiner FÄhrung erhoffte. Es läßt sich deshalb nur noch einmal feststellen, daß die letzte Ent­scheidung beim Reichspräsidenten liegt.

Am Dienstagvormittag standen die Dmge vorübergehend wieder auf dem Punkt, auf dem sie am Samstag, standen, als man, trotz des Drängens Hugenbergs auf Beibehaltung der Papen-Linie, überraschenderweise einen Vermitt­lungsversuch unternahm, der zur Beauftragung Schleichers führte. Der Entschluß war nach Be­sprechungen mit Krupp von Bohlen-Halbach ge­faßt worden, der t m Interesse der Wirt­schaft von Experimenten und Konflikten abge­raten hatte. Ein Erfolg des Versuches schien aus- zubleiben. Hat Hugenberg durch das Verhalten ei­nes Teils der Parteien, die Hugenbergs Pläne ab­lehnen, gesiegt? Es hieß: Durch die Abstinenz der NSDAP, ist von Schleicher in die Lgge, versetzt worden, einer Beauftragung als Kanzler auszuweichen. Von Pap en ist dabei, eine Kabinettssitzung einzuberufen. Er wollte wieder. Kanzler werden, und er. wird es wieder werden, Im Laufe des Nachmittags oder Abends wird die entscheidende Konferenz beim Reichspräsi­denten stattfinden.

Aus offiziöser Quelle verlautete weiter dazu:

Es ist zweifellos, daß ein neues Kabinett von Papen durch die Auswechslung einer Reihe von Kabinetts Mitgliedern ein stark verändertes Gesicht erzielen wird. So spricht man z. B. davon, daß auch in einem Kabinett unter der bisherigen Führung im Reichsinnenministerium eine Wandlung vollzogen werden würde, ist sich aber darüber klar, daß die Schwierigkeiten, denen Herr von Papen bei den Parteien begegnet, dadurch natürlich bei weitem nicht ausgeräumt werden. Vielmehr muß damit gerechnet werden, daß das neue Kabi­nett ganz von selbst in eine scharfe Kampfstellung gegen den Reichstag kommen wird. Es bleibt dann nach Auffas-

Bon Stunde zu Stunde zeigten am -. nSfog vormittag die aus Berlin ein- uirfenben Meldungen grundverschiedene «Inder hinsichtlich der Regierungskrise. Manche.

in früheren Zeiten auf die Kulifsenpolitik des «ai-lamentarismus bei Kabinettsbildungen auf A sogenanntenKuhhandel" geschimpft hatten, «tunen olles zurück. Im Zeichen dera u t o- Nären Staatsführung" die angeLlu., h/ifer fein soll als der Parlamentarismus, er- l«ben wir zur Zeit ein Hin und Her, einen Mangel «n klarer Linienführung, wie er bislang in Deutsch- ? nb unbekannt war. Das Spiel vollzieht sich auf der Drehbühne, die geradezu in saufender Bewe- ist. Die Meldungen auf der ersten und zwei­ten Seite dieses Blattes bezeugen diesen Tatbe-

MaerZertung

Anzeiger für die Stadl Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Areisblalt.______

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ZAHLEN IN 'MILLIONEN CM.

Frick und Straffer kamen nicht.

Völkerbund tagt am 6. Dezember.

Am Montag abend war man dabei chie Mi - tiieberlifte des Kabinetts v. Schleicher zu bistu- tjeren. Arn Dienstag vormittag hat sich die Lage Eingehend geändert. Die Nationalsozialisten bat- ten den für Dienstag in Aussicht genommenen B->- !uch von S t r a f f e r unb Frick beim Reichswehr- dünister wieher absagen lassen. Den ®runb baüir sieht man in politischen Kreisen bar- jn- daß sich die unversöhnlicheRichtung *n n er b a l b der NSDAP., die nach dem Aus- ^hg der Verhandlungen Adolf Hitlers unter ,f inen Umständen taktieren will, d urti» ^setzt hat. Der Reichswehrminister wollte das l^ünzieramt ohnehin nur mit innerem Widerstreben Rernebmen. Diese Einstellung ist durch die Ant­

Amerika lehnt eine Stundung der interalliier­ten Kriegsschulden vorerst ab. Diese Tatsache lenkt wieder einmal den Blick auf die Herkunft der poli­tischen Verschuldung der Welt.

Zum Kriegführen gehört Geld. Kriegskredite stellten von 1914 an Großbritannien unb Frank­reich den verbündeten Mächten zur Verfügung. Später trat als Geldgeber der Verbündeten vor allem Amerika hervor. Nach Kriegsende waren fast alle alliierten Mächte an die Vereinigten Staaten stark verschuldet, vor allem Großbritan­nien mit 4277 Millionen Dollar, Frankreich mit 3405 Millionen, Italien mit 1648 Millionen und Belgien mit 379,1 Millionen Dollar. . Die Ver­pflichtungen der übrigen alliierten Mächte wie Rumänien,, Jugoslawien usw. lagen weit niedri­ger. In der gleichen Weise hatte wiederum Groß­

britannien Kriegskredite in der Geiamthöhe von 42 Milliarden Rm. an die verbündeten Mächte herausgegeben. Frankreich verborgte nur insge­samt 3,4 Milliarden Rm. Jedenfalls war am Ende des Weltkriegs ein unübersichtliches System politischer Schuldenverpflichtungen entstanden Zunächst glaubte niemand daran, daß die Schul­den zurückerstattet werden mußten-

Eine allgemeine Schuldenstreichung für die sich Großbritannien einfetzte, wurde von Amerika ab- gelehnt. So blieb nichts anderes übrig, als durch fog. Fundierungsabkommen die Art und Weife der Schuldenrückzahlung, die Verzinsung, Tilgung usw. sestzulegen. Bei dieser Gelegenheit ließen sich die USA herbei, einen großen Teil der Schul­den nachzulassen. Bei der Regelung der durch­schnittlichen Zinssätze kam Großbritannien am

Die außerordentliche Vollversammlung des Völ­kerbundsrats ist für Dienstag, den 6. Dezember, nach Genf einberufen worden.

* Vereinheitlichung des Wechfetrechtes vor dem Reichsrat. Der Reichsrat hält am Donnerstag­abend wiederum eine Vollsitzung ab. Als wichtigster Punkt steht auf der Tagesordnung die Wiedereinbringung der auf internationalen Ab­kommen beruhenden Gesetzentwürfe über die Ver­einheitlichung des Wechsel- und Scheckrechtes. Der Reichsrat hatte sich mit diesen Entwürfen schon mehrfach beschäftigt und sie verabschiedet. Im Reichstage konnten die Gesetzentwürfe infolge der Parlamentsauflösung nicht erledigt wer­den. Sie sotten nun unverändert dem neuen Reichstag vorgelegt werden. , _.J\