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Bon der 3ti

die die Geburtenkontrolle nimmt

Hochzeit zu

begehen.

nie; tue Böses, Sprichwort.

Tue Gutes, dein Nachbar erfährt es man weih es auf hundert Meilen.

Sicher würde die Stadtverwaltung gerne Abhilfe schaffen, wenn sie nicht olles verfügbare Geld zur Unter­stützung der Notleidenden brauchte.

'llüdtüu^Mend

•müsanlem Beiprogramm. — Nachmittags 4 Uhr Märdien- unde mit Lichtbildern für Kinder. — Audi Nldifmltqlleder iben Zulrlll. — Siehe Anzeige am Mittwoch.

-r Leichenzug hinauf zum dompfarrlichen Fried­hof. Es nahmen daran teil, der Hvchwüäsigste Herr Bischof Dr. Joseph Damian, di« Herren Ge­neralvikar Günther, Domdechant Dr. Leimbach, weitere Mitglieder des Domkapitels und Profes­soren des Priesterseminars, Franziskaner vom na­hen Frauenberg, Benediktiner, die Barmherzigen Brüder von der hiesigen und mehreren auswärti­gen Niederlassungen, Oberbürgermeister Dr. Dan- zebrink als Vertreter der Stadt Fulda, Landrat Freiherr o. Gagern als Vertreter des Landkreises Fulda, Direktor Dr. Gunkel im Auftrage des Lan­deshauptmanns in Kassel und des Landeskranken­hauses Fulda. Als Vertreter der Stadt Wiesba­den war Landesoberinspektor Müller und als Vertreter der Stadt Kassel Stadtoberinspektor Mller gekommen. Der Verstorbene wurde als er­ster Vorsteher des Herz-Jesu-Heims in der Reihe von 8 seiner Mitbrüder auf der eigenen Ruhe­stätte der Barmherzigen $ rüber beigesetzt. Bruder Franziskus, in der Welt Wilhelm Kegenhof, hat ein fegens- und tatenreiches Leben vollbracht! Die Beerdigung nahm Herr Dompfarrer Schüler un­ter Assistenz zweier Domkapläne vor. 10 Tage vor seiner Beisetzung trat ein bösartiges inneres Leiden auf, das alle ärztliche Kunst nicht beseitigen konnte. Nun ruht Bruder Franziskus, der über 30 Jahre das Ordenskleid getragen, aus von einem arbeitsreichen Leben. Möge Gott ihm ein reicher Vergelter fein! _____

Zum Tode des ehrw. Bruder Vorstehers der Barmherzigen Brüder zu Fulda.

Die Kapelle des Herz-Jesu-Heims sah am Frei­tag morgen in der Frühe viele Freunde des ver­storbenen Bruder Franziskus und des Hauses vereinigt zum Trauergottesdienste. Besonders stark war vertreten die Kongregation der Barm­herzigen Schwestern. Von Montabaur war der Generalobere der Genossenschaft der Barmherzi­gen Brüder erschienen, auch mehrere General­assistenten und der frühere hiesige Vorsteher Bru­der Willigis, zurzeit Vorsteher in Montabaur, wa­ren zugegen. Das feierliche levitierte Requiem zelebrierte der Hausgeistliche P. Hippolytus vom Kloster Frauenberg, während die lateinischen Trauergesänge von dem Chor der Barmherzigen Brüder und Insassen des Hauses ausgesührt wur­den. Für die Seelenruhe des leider früh und rasch verstorbenen Bruder Vorstehers opferten all« Ge­nossenschaftsmitglieder und viele Gläubigen die hl. Kommunion auf. Nach einer Oebetsstunde vor der in der Kapelle im Palmenschmuck aufge­bahrten Leiche zog am Nachmittag unter den weh­mütigen Klängen des Anstaltsglöckleins ein lan-

Geburlen betroffen

werden. Der Wohnungsbedarf, der 1929 noch 339 000 Wohnungen erstehen ließ, wird, wenn die immer schwä­cher werdenden Jahrgänge in das heiratsfähige Alter aufrücken und bann die Ehefchließungsziffer gewaltig fallen wird, ganz rapide absinken. Das bedeutet na­türlich eine ungemein schwere Hemmung für das wich­tigste . Schlüsselgewerbe. „Wir müssen damit rechnen, daß bei einer weiteren Verschärfung des Geburtenrück­ganges ... die wahre Not des Hausbesitzers erst be­ginnen wird. Die Hauswirte werden vielleicht schon im Jahre 1945 an die Zeiten der Zwangswirtschaft wie an ein goldenes, verflossenes Zeitalter zurückdenken. Hun­derte von Hypothekenmillionen werden verloren gehen. Der heute immerhin gewährleistete normale Kreislauf von Mietzins und Hausausgaben wird auf das ärgste gestört fein." (Deutsches Wohnungs-Archiv 1931, Heft 10.) Falsch ist es also, wie man heute noch zu lesen und zu hören bekommt, daß beim Eintreten besserer Verhältnisse durch Forcierung des Wohnungsbaues die Wirtschaft angekurbelt werden könne. Im größeren volkswirtschaftlichen Interesse liegt es, die ländliche Siedlungstätigkeit zu fördern und zu festigen, was sich auch bevölkerungspolitisch im günstigen Sinne auswirken würde.

Es liegt auf der Hand, daß besonders

die Sozialversicherung

des deutschen Volkes schwer vom Geburtenrückgang und der zunehmenden lleberalterung unseres Volkskörpers betroffen wird. Die Rentenbelastung wird um das Doppelte anfteigen, die Zahl der Beitragspflichtigen wird fallen. Kommt heute auf 11 Erwerbsfähige 1 Rentner, fo werden es nach etwa 50 Jahren nur noch 4 Er­werbsfähige fein. Besser ist die Angestelltenversicherung dran, die als junger Versicherungszweig von der Ueber- alterung des deutschen Volkes nicht so bald betroffen wird, wie die viel ältere Invalidenversicherung. Un­geheuer schwer ist es, wenn auch nicht ganz unmög­lich, daß ein Volk mit schwindender Wachstumsenergie sich wieder aufrafft zu einer Stärkung seines Lebens­willens in Hinsicht auf ein Steigen feiner Geburten­häufigkeit. Nur eines kann uns helfen zu verhüten, daß unser Volk weiter auf absteigender Linie hinglei­tet: Die Wiedererweckung verlorengegangener religiöfer Werte, die Erhaltung und

Stärkung des im Religiösen wurzelnden deutschen Gemütes,

das schon immer die tiefste Quelle unseres Kinderreich­tums war.

Das Referat fand aufmerksame und dankbare Zuhörer. Bankdirektor Enders faßte die An­erkennung der Versammlung in herzlichen Dankes- toorten zusammen.

Der Vortrag von Dr. Frei war der erste eines Vortragszyklus über Ursache und Bedeutung des Geburtenrückgangs. Am kommenden Dienstag, dem 29. November, abends 8.30 Uhr, wird das gleiche Thema in bezug auf die Bedeutung fürunser Volkstum von Herrn Medizinalrat Dr. No- bel und unter besonderer Herausstellung

Viehzählung.

Am 1. Dezember d. I. findet auf Anordnung der Reichsregierung eine Viehzählung statt, die sich auf Pferde (ohne Militärpferde), Maultiere, Maulesel und Esel, Rindvieh, Schafe, Schweine, Ziegen, Federvieh und Bieneilstöcke erstreik. Gleichzeitig wird im Preußen eine Zählung der Kaninchen und der in den Monaten September, Oktober und November 1932 geborenen Kälber durchgeführt. (Siehe Amtliche Bekanntmachung.)

Der Dolf5verein ruft!

Bekanntlich veranstaltet die hiesige Ortsgruppe des Volksoereins für das katholische Deutschland am Sonntag abend im Stadts aal eine öf­fentliche Versammlung, in der der Lei­ter des Instituts für Geseüschafts- und Wirt­schaftsordnung an der Volksvereinszentrale in München-Gladbach, Dr Rommen, über das Thema „Die Friedensordnung der christlichen Eefellichaft im Lichte der EnzyklikaOuadragesimo anno" sprichst. Am Montag schließt sich eine soziologische Schul ungs- und Bildungstagunq in der Harmonie an. zu der alle fozial-interes- sierten Katholiken eingeladen sind. Am Montag vormittag von 10—11 spricht Dr. Rommen über „die heutige Gestalt der sozialen Frage und die Antwort von F a s z i s m u s und Sozialismus", am Nachmittag über „bie so­ziale Frage unserer Zeit und unsere Ant­wort: Die berufsständifcheOrdnung". Beide Referate sind mit einer Aussprache verbun­den.

Die Veranstaltung des Dolksvereins dürfte das Interesse aller finden, die mit Ernst nach einem Auswege aus der wirtschaftlichen und seelischen Not unserer Zeit suchen, besonders auch des Hand­werks, dessen Führung seit Jahr und Tag für eine berufsständische Ordnung der Dinge in der Form des Ständestaates eintritt. Mögen daher die beiden Veranstaltungen auch von den katholischen Handwerkern Fuldas recht zahlreich besucht wer­den.

Die öffentliche Kundgebung am Sonntag abend ist von musikalischen Darbietungen der Kapelle Bioneck umrahmt. Bei der soziologischen Bildungs- tagunq am Montag hat der Hochwürdigste Herr Bischof zu dem Nachmittagsreferat sein Erschei­nen zugesaqt. Es fei darauf hingewiesen, daß die Herren Lehrer zur Teilnahme an der Schulungs­tagung am Montag auf Antrag beurlaubt werden.

Der Geburken-Rückgang als Mrlschaflsproblem.

Em Vortrag von Berufsschulleiter Dr. Frei im Fuldaer Sathol. Saufm. Verein

Was kriegen wir zu Weihnachten, Vati?

„Besuch“.

Woher denn?

.Aus England, aus Italien, ans ganz Europa* I

Ach so, jetzt weiß ich's ry-

schon, du willst bei ‘T * * 0

einen Radio kaufen. Kostet der viel Geld, Vati?

„Ja, .aber wir können ein ganzes Jahr daran bezahlen, dann spür ich’s nicht so im Geldbeutel. Und weil's jetzt vor Weihnachten noch andere Unkosten gibt, brauche ich eist im Januar die erste Zahlung zu machen“.

„Oh, da freue ich mich drauf, Vati, da kann id» dann auch das Kasperle-Theater hören“.

Machen auch Sie sich diese Zahlungserleichterung zunutze, Sie brauchen vor Weihnachten keinerlei Zahlung zu leisten. “

unserer Weltanschauung von Subregens Dr. Flügel behandelt VT ist anzunehmen, daß dieser Abend bie nh-n' Beachtung findet. Gäste find willkommen"^

Berufsschulleiter Dr. Frei hielt am vergan- I genen Dienstag im K. K. V. einen sehr auftchluß- reichen Vortrag. Da die Ausführungen allgemei­nes Interesse verdienen, veröffentlichen wir sie im Auszug.

Die Geburteneinschränkung, die schon von jeher ihren fruchtbarsten Boden in der Großstadt ge­sunden hat, hat schon in den letzten Jahren vor dem Kriege auch unser« deutsche Landbevölkerung ergriffen. Ihr Ausmaß ist so erschreckend groß, daß der Ge­burtenrückgang tiefgreifende Aenderungen im Aufbau unseres Dolkskörpers heute schon hervorgerufen hat und noch mehr für die Zukunft einschneidende Wandlungen in den kultu­rellen, sozialen und wirtschaftlichen Ver­hältnissen nach sich ziehen wird. Besonders der wirtschaftliche Aufbau wird durch den Geburtenrückgang derart weitgehend in den nächsten Jahren und Jahr­zehnten betroffen werden, daß ohne Uebertreibung von einem beginnenden Umstellungsprozeß der Wirtschaft ge­sprochen werden kann. Diese tief in das Wirtschafts­gefüge unseres Landes hineingreifenden Veränderungen können richtig erst gewürdigt werden, wenn mir einen Einblick in das vom Statistischen Reichsamt unterbrei­tete Zahlenmaterial über die Bevölkerungsbewegung des deutschen Volkes erhalten.

Die höchste absolute Zahl von Lebendgebore- nen verzeichnen wir 1902 mit 1242 000 Geburten Trotz steigender Bevölkerung und beträchtlichen Anwach­sens der Zahl der gebärfähigen Ehefrauen (von 64 auf 8.4 Mill, von 1902—1931) ist die Geburtenzahl für das vergangene Jahr herabgefunken auf 1030 000 und wird für das laufende Jahr mit 940 000 berechnet. Die auf das Taufend der Bevölkerung bezogene Ziffer der Lebendgeborenen fiel von 40.5 im Durchschnitt der Jahre 1871—75 auf 15.9 für 1931 und wird voraus­sichtlich 14.8 für 1932 betragen, d. h. sie ist beträchtlich abgesunken unter das Niveau von Frankreich, dem klas­sischen Lande der Geburtenbeschränkung, das mit 18.1 Geburten auf Tausend feine Geburtenziffer stabilisiert hat.

Den Geburtenrückgang kennzeichnet besser die ehe­liche Fruchtbarkeitsziffer, d. h. die Angabe I der Zahl der jährlich Geborenen auf 1000 Ehefrauen. I Danach hatte 1880 jede verheiratete deutsche Frau im gebärfähigen Alter etwa alle 3 Jahre mit der Geburt eines Kindes zu rechnen; heute erwartet sie nur alle

I 9—10 Jahre die Ankunft eines Kindes. Diese Ent­wicklung war aber noch nicht beunruhigend, solange die Sterblichkeitskurve im gleichen, ja vielleicht noch stär­kerem Tempo sank als die Geburtenhäufigkeit. Dieses

I war bis etwa 8 Jahre vor dem Kriege der Fall. Auch I heute noch haben wir eine erfreulich niedrige Sterbe- I Häufigkeit, nämlich 11.2 auf das Taufend der Bevöl- I kerung; mit dem Sinken der Geburtenhäufigkeit vermag sie jedoch nicht mehr den gleichen Schritt zu hallen.

Der Geburlenüberfchuß,

auf den es letzten Ender ankommt, ist entsprechend immer I tiefer gefallen. Er betrug im Jahre 1902 : 902 000 oder

15.6 a. T.; im Jahre 1931 dagegen haben wir einen I Ueberschuß von nur 305 000 oder nur 4.7 a. T. ver­zeichnet. Die Bedeutung des Geburtenrückganges er­hellt noch aus anderen Zahlen. Nach Berechnungen des Statistischen Reichsamtes sind für die Erhaltung (nicht Vermehrung!) eines Volkes 3.4 Kinder für jede Ehe er­forderlich. In Wirklichkeit haben wir durchschnittlich nur 2.4 Kinder je Ehe, ein Satz, der in den kulturiragen­den, höheren Volksschichten noch viel geringer, in (bio­logisch!) minderwertigen Schichten dagegen viel höher ist. Die Tatsache des Geburtenrückganges tritt heute in der Bevölkerungsbewegung jedoch noch nicht augenfällig in Erscheinung, eine Folge des anormalen Alters­aufbaues unserer Bevölkerung. Die Attersklassen­schichtung weist nämlich infolge der jetzt im erwerbsfähi­gen Atter stehenden starkbesetzten Vorkriegsjahrgänge eine entsprechend starke Ausweitung in den mittleren Al­tersstufen auf, die deshalb unverhältnismäßig groß ist, weil die jugendlichen Jahrgänge durch den Ausfall von Geburten während des Krieges und dem immer stärker anwachsenden Geburtenrückgang der Nachkriegszeit zu schwach besetzt sind. Ebenfalls verzeichnen wir als wei­teres Merkmal ein ständiges Wachsen der Jahrgänge des Greisenatters (über 65 Jahre), was in erster Linie auf die Verlängerung des Durchschnittsalters des deutschen Menschen zurückzuführen ist.

Aus diesem

anormalen Bevölfcrungsaufbau

ergeben sich zwei Konsequenzen:

1. Die heute sehr niedrige Sterbeziffer von 11.2 a. T. der Bevölkerung ist hauptsächlich auf die überaus stark besetzten mittleren Jahrgänge zurückzuführen, die erfahrungsgemäß weniger vom Tode bedroht sind als die Kinder- und Greifenjahrgänge. Auf dem deutschen Volke ruht, wie der verdienstvolle Bevöl­kerungsstatistiker Prof. Burgdörfer ausführt, eine „Hy­pothek des Todes", die in ein bis zwei Jahrzehnten zur Einlösung kommen wird, nämlich dann, wenn die star­ken mittleren Jahrgänge in das Greisenatter aufrücken. Entsprechend wird die Sterbeziffer hinaufschnellen. Hät­ten wir einen normal. Beoölkerungsaufbau, fo wäre nach Berechnungen des Statistischen Reichsamtes die (soge­nannte bereinigte) Sterbeziffer 17.4 a. T. und nicht 11.2 a. T.

2. Unser heutiger Geburtenüberschuß, fo niedrig er noch ist, ist noch zu günstig, da er ein Bevölke­rungswachstum vvrtäufcht, das nicht vorhan­den ist. Entsprechend der starken Besetzung, die die im erwerbsfähigen Älter stehenden Jahrgänge aufweisen, haben wir eine anormal große Zahl von Ehen, die in den nächsten Jahren, sobald die schwachen Nach- kriegsjahrgönge in das heiratsfähige Atter gelangen, ab­finken werden. Die Eheschließungsziffer, die heute 7.9 a. T. beträgt, wird im Durchschnitt bes Jahrzehnts 1940—50 auf 5.4 a. T. absinken. Die bereinigte Ge­burtenziffer, d. h. also die Ziffer bei normalem Aufbau der Bevölkerung ist nicht mehr 15.9, sondern 13.4 a. T. Infolgedessen ergibt sich, daß wir

statt einem vermeintlichen Geburtenüberschuß von 4.7 a. T. ein Geburtendefizit von — 4 a. I.

zu verzeichnen haben. Es fehlen heute schon knapp 25 Prozent am Geburten-Soll, das erst den Bestand unserer Bevölkerung gewährleistet. Wir dürfen nicht etwa die Hoffnung haben, daß eine Besserung der wirt­schaftlichen Verhältnisse die Geburtenziffer wieder an= steigen läßt, denn die Geburtenbeschränkung ist nicht als vorübergehende, sondern als Dauerer­scheinung zu werten.

Die hauptsächlichen Gründe für die willentliche Sleinhaltung der Familie liegen nämlich weniger in wirtschaftlichen Notständen, fonbern in der Wand­lung der Volksseele und einer familienfeindlichen Tendenz.

Der rechenhafte, streberisch gesinnte Mensch von heute empfindet das Kind als eine unwirtschaftliche Kapital­anlage, als ein schlechtes Geschäft, als ein Bleige­wicht für fein berufliches und gesellschaft­liches Fortkommen und für den vollen Genuß all der Freuden, die ihm unsere Kultur und Zivilisation gewähren. Die Umkehr von einer ganz diesseits orien­tierten Auffassung zu einer wieder mehr von religiösen Werten durchtränkten Gedankenwelt erscheint selbst dem Optimisten für die nächste Zeit, selbst wenn Besserung der Wirtschaftsoerhältnifse eintritt, unwahrscheinlich.

vom iraturhettvereln.

Man schreibt uns:

In der letzten Monatsversammlung bici - Kuder einen Vortrag über: „Krampf den (Venenentzündung, offene Beine) «L0'.'(«i. naturgemäße Behandlung". Der sRI>h„ ,e* berte zunächst den Aufbau der Blutzirkulatinn"^ Körpers. Da das Blut in den Beinoenen bcqauf frÜSl müsse, kommt es bei unhygienischem Verhallen hie bei vielem Stehen im Beruf (Kellner, Verkäufer ferner, wenn die Blutzirkulation durch runde Et U'a* bänder, enganliegende Kleidungsstücke an den bei Stauungen in den Unterleibsorganen ISckm schaff) sehr leicht zu Blutstauungen, durch die fkh9?’ Venen ausdehnen zu sogen. Krampfadern. $Cfonh schlimm sei es, wenn bas venöse Blut stark mit StoffV? ! selschlacken angefüllt sei, da es bann leicht iU q düng in den Krampfadern und zu ®el*m-' 1 ren (offenen Beinen) komme. Leider werden diese Unterschenkelgeschwüre vernachlässigt, da viele hÄ davon Betroffenen die Furcht hegen, sie seien verloren wenn diese Geschwüre heilen, da sie schlechte Stoffe dem Blute ausscheiben. In dieser Ansicht ftedt m0M ein richtiger Kern, nur die Schlußfolgerung ift faif*. richtig ist, daß durch diese Geschwüre eine Menqe F rn' figfeit, die aus dem Blut undGewede stammt, nach auften 1 befördert, und daß diese Absonderung auch Slosfwecklel- schlacken enthält. Wird nun eine solche Wunde etwa mit einem undurchlässigen Verbände oder gar Pflaster be. deckt, so kommen diese Stoffe nicht mehr nach außen- die Folge ist eine allgemeine Verschlimmerung. Die Ans. scheidungsstellen unseres Körpers sind Haut, Darm, Nie- ren, Lunge und nicht etwa die offenen Beine, diese siich^ nichts natürliches, sondern krankhaft. Die Äufgabe de. Heilenden fei es, den Körper instand zu fetzen, der krank, machenden Einflüsse Herr zu werden; dann erst heilen die Geschwüre ab.

Zu diesen inneren Ursachen, zu denen auch noch der allzu große Gebrauch der Genußmittel (Reizmittel: Al- kohol, Tabak. Bohnenkaffee, chin. Tee) zählen, kommen äußere Ursachen, kleine Verletzungen durch Stoßen, Straf- zen, Platzen überdehnter Krampfadern usw. Diese kleinen Wunden vergrößern sich bald, da sie nicht genügend mit gesundem, sauerstoffreichem Blute versorgt werden und heilen schlecht. Ihre Vernachlässigung verursacht Be­schwerden. Jucken, Schmerzen, Kältegefühl, Müdigkeit im kranken Bein. Besonders unangenehm sind diese Ge­schwüre bei Zuckerkranken, Herz- und Leberleidenden.

Bei der Heilung solcher Geschwüre muß man Geduld haben. Wichtig ist die Umstellung in der Er­nährung, anstatt saurer Kost (Fleisch, Ei, Mehlspeise) muß mehr basenreiche, kochsalzarme Kost (Kartofseln, Gemüse, Salate, Obst, rohes Sauerkraut u. bgl.) genossen werden. Sodann kommen noch lokale Anwendungen der Wundbehandlung in Betracht. Bei hohem Atter, wo die Widerstands- und Reaktionskraft des Körpers zu Ende fei, kann Heilung kaum erwartet werden. Dann bilde das Geschwür tatsächlich das Ventil, durch das di« Natur die Stoffwechselgiste ausscheidet.

Nun besprach Redner die eigentliche Venenent» Jünbung. Man beschulbigt die zunehmende Ver- euchung unserer Atmungsluft durch Ben­zin- und Benzoldämpfe, Autoabgafe, wie sich solche besonders in den Städten bemerkbar machen (hier ist die Ziffer derartiger Kranker am höchsten) al» eine derUrsachen der immer häufiger auftretenben Venen­entzündung. Nach der „Deutsch, med. Wochenschrift" hat der Dozent H. Küntzel dadurch bei Ratten und Kaninchen Thrombose und Emboliebereitschast bewirkt, daß er die Tiere 20—30 Minuten, Autoauspuffgase einatmen ließ. Zum Schluß kam Redner auf die Behandlung der Krampfadern durch Operieren (Herausschneiden) und der jetzt geübten, durch Einspritzung einer 60 Proz. sterilen Traubenzuckerlösung, hervorgerufenen Verödung der Krampfadern zu sprechen. — Wie man gar mancher Krankheit durch eine naturgemäße Lebensweise vorbeu­gen könne, so kann man auch diesen Leiden vorbeugen. Alles, was die Blutzirkulation in den Unterleibsorganen und Beinen hemme, müsse vermieden werden. Daher seien Wanderungen, Sport, Turnen, Luftbäder und bgl. immer von großem Vorteil.

Reicher Beifall der Zuhörer dankte dem Redner für seine klaren, lehrreichen Ausführungen. Ein Aussprache beschloß den Borttagsabend.

— Familiennachrichlen. Expedient Franz W i e • g a r b und Frau, Therese geb. Hartung, Horaserweg 69, fönhen am 29 Nov. ihre Silberne Hochzeit fei­ern. — Am 28. Nov. ift es Oberpostfchaffner Fl. G r ö sch und Frau, Therese geb. Neumann, Kapuzinerstr. 21, vergönnt, das Fest ber Silbernen ' '

Zuschriften uns unserem Leserkreis.

Wieder einmal ist es der Cdelzellerweg, der mich veranlaßt, diese Zeilen zu schreiben. Wenn auch die Straße jetzt einigermaßen in Ordnung ist — Schlaglöcher hat sie ja noch genug —, so ist es jetzt die Beleuchtung, die wirklich sehr viel zu wünschen übrig läßt. Don Dal. Mehler bis zur Lackfabrik Stern brennt an der Ecke Wallweg eine Laterne. Es stehen zwar auf dem Wege noch 2 Laternenpfähle, aber sie haben keine Laterne. Meiner Ansicht nach müßte gerade auf ab- feitsgelegenen Straßen die Beleuchtung mindestens fo gut fein wie in belebten. Ueberbaupt finde ich, daß die Edelzellerstraße sehr stiefmütterlich behandelt wird.

Eine Anwohnerin vom Edelzellerweg.

(von der Weltstadt zum Land, vom Großbürgertum zum ungelernten Arbeiter usw.) interessierten besonders die Angaben, die den Angestellten, besonders den kauf­männischen Angestellten betrafen. Nach verschiedenen Erhebungen von Angestellten-Gewerkschaften liegt die durchschnittliche Kinderzahl für letzteren mit etwa 50 Prozent unter dem Reichsdurchschnitt und beträgt etwa 1.2 Kinder für die Familie.

Die tiefere Betrachtung des statistischen Zahlenmate­rials lehrt uns also, daß wir aufgehört haben, ein wach­

Obstbaum-Zählung.

Aus die in der heutigen Ausgabe der Zeitung veröffentlichte Bekanntmachung über die am 1. Dezember d. Js. stattfindende Obstbaumzählung wird besonders Hingeiviesen. Die Zählung dient aasichließlich der Förderung des deutschen Obst­baues und Obstabsatzes und darf nicht zu irgendwelchen steuerlichen Maßnah- m e n benutzt werden. Es liegt mithin im eigenen Interesse sämtlicher Obstbaumbesitzer — Pächter und Verwalter —, wenn sie die von ihnen er­betenen Auskünfte bereitwillig und wahrheits­gemäß erteilen.

sende» Volk zu sein und daß wir in wenigen Jahren ein (inberarmes Volk unb ein Volk mit ausgeprägt grei­senhaften Zügen sein werden.

Im zweiten Teil zeigte ber Vortragende

die Auswirkungen

die derartige Strutfurroanblungen für das wirtschaftliche Gefüge bes Volkskörpers bedeuten. Er behandelte be­sonders vier Gebiete: Die zukünftige Gestaltung des Ver- hättnisses zwischen Produktion und Konsumtion, den Ärbeitsmarkt, den Baumarkt und die Sozialversicherung. Der nicht allein als deutsches, sondern als europäisches (mit Ausnahme der östlichen und südöstlichen Länder) unb zum Teil auch als außereuropäisches Problem an- zusprechenbe Geburtenrückgang hat in ben Volkswirt­schaften, die in ber Hauptsache inbustriell orientiert sind, zu einer im früheren regulären Altersaufbau nicht ge­kannten Verschärfung der Spannung zwischen Pro- duktions- und Konsumtionskapazität geführt. Der Pro- dukfionsapparat unserer deutschen Wirtschaft spürt heute schon die Lücke im Heer der Nurkonsumenten, bas bas Kinbervolk darstellt. Es ist eine volkswirt­schaftliche Tatsache, baß die erzeugten Güter nicht allein von den im Produktionsprozeß tätigen Menschen konsu­miert werben können. Durch ben Ausfall von etwa 8 Mill. Kindern und Iugendlich en, die wir heute weniger in der Alfersschichfung unserer Bevölke­rung aufweisen als vor dem Kriege, ist das gesunde Verhältnis zwischen Produktion und Konsumtion gestört. „Wenn jetzt im Fieber der Krise Gütermengen zerstört werden, für die der Absatzmarkt fehlt, so sind Das die Güter, die hätten von den Kindern konsumiert werden sollen, die ungeboren blieben." (Osservatore Romano 9. 9. 1932.)

Dieser Ausfall fällt um so schwerer ins Gewicht, als der Produktionsapparat auf eine wachsende Bevölkerung eingestellt ist und durch die über das normale Maß hinausgehende starke Besetzung der er­werbsfähigen Jahrgänge eine entsprechend große Aus­weitung erfuhr. Die Folge ift, daß der erhebliche Teil der Arbeitslosigkeit, der feine Entstehung dieser Atters- umschichtung unb ihrer Folgen verdankt, weniger kon­junkturell als strukturell bedingt erklärt werden muß. Unter dem Geburtenrückgang leiben heute schon die Wirffchaftszweige, die besonders für den Äinberbebar produzieren (Kinderkonfektion, Industrie für Schul­bedarf u. a.) In einer späteren Wirtschaft, die in einem noch viel stärkeren Maße als heute für einen vorwiegend Erwachsenenbedarf produzieren muß, werden durch die Verringerung der jugendlichen Jahrgänge besonders die Produktionszweige betroffen werden, bei denen die Ar­beit als Produktionsfaktor eine größere Rolle spielt; denn Sinberbebarf erfordert mehr Arbeitsaufwand, Er- roadjfenenbebarf mehr Kapitalaufwand. Vom Gebur­tenrückgang werden also, wenn die jetzt in ihrer Zahl zurückgegangenen Jugendlichen in das erwerbsfähige Alter einrücken, weniger die Industrien betroffen wer­den, deren Produktionsprozeß in erster Linie durch bas Kapital als Produktionsfaktor bestimmt ist, z. B. alle Industrien, die auf Befriedigung von kulturellen unb Luxusbedürfnisfen eingestellt sind: Fremdenverkehrs-, Vergnügung»-, Auto-, Radio-, Filmindustrie u. a.

Welches ist nun ber Weg, um einer zuwachsenden Bevölkerung Arbeitsplätze und Verdienst zu geben? Nicht durch eine Geburtenbeschränkung, die zu einer Verminderung der Bevölkerung führt, son- dem durch

Schaffung neuer Arbettsmöglichkeilen,

die in der Hauptsache durch eine internationale Ver­flechtung der Wirtschaft unb besonders durch Schaffung einer Exportindustrie entstehen können, wird für die Dauer die Aufnahme einer wachsenden Bevölkerung in den Wirtschaftsprozeß möglich fein. Grundlegende Vor­aussetzung dafür aber ift der durch keine politischen und wirtschaftlichen Hemmungen gestörte freie Austausch der auseinander angewiesenen Wirtschaften der Länder. Der Sieg der wirtschaftlichen Vernunft schasst allein diese Voraussetzung.

Die Auswirkungen des Geburtenrückganges auf den Ardeiismarkk

können natürlich erst in der Zukunft liegen, da jetzt für ihn die Jugendlichen bis 15 Jahre noch nicht in Frage kommen. Bis 1940 werden wir im ganzen noch eine Zunahme derErwerbsfähigenvon insgesamt 1 Mill, zu verzeichnen haben. Erst im Jahrzehnt von 1940—50 wird der Aussall an Arbeitskräften durch den Geburtenrückgang so erheblich, daß der Arbeitsmarkt spürbar entlastet wird. Eine dauernde Entlastung bes Arbeitsmarktes von der Bevölkerungsseite her wird aber solange nicht eintreten, als der Umstellungsprozeß von einer Periode jugendlichen Wachstums in der Wirt­schaft auf eine „Erwachsenen"-Wirtschast vollzogen fein wird.

Erschreckend wird der Vaumarkt vom Rückgang der

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