gegen die englische Verwaltung. Cs gelang dann trotzdem den Engländern, indische Delegierte, welche mit diesem nationalistischen Kongreß nicht sympatisierten, im Winter 1930-31 noch London zu bringen, zur ersten Runden-Tisch-Konferenz. Diese erste Konferenz widmete sich besonders dem Problem, wie im künftigen Indien die Fürstentümer zu behandeln wären. Das positive Ergebnis dieser ersten Konferenz bestand in dem Einverständnis der meisten Fürsten, sich als Bundes- floaten einem bundes staatlichen I n d i e n einzuordnen. Dann folgte im März 1931 ein sehr wichtiger Schritt nach vorwärts: es gelang Lord Irwin ein Abkommen mit Gandhi zu schließen, worauf Gandhi sich sogar bereit erklärte, an der zweiten Jndienkonferenz in London, September 1931, teilzunehmen. Hier aber platzten die Segen» lätze in voller Wucht aufeinander. Gandhi fand seine Erwartungen nicht erfüllt, kehrte nach In- dien zurück und begann den Kampf gegen die englische Herrschaft von neuem. Die Engländer nahmen ihn fest und internierten ihin in der Nähe von Puna.
tsiese dritte Konferenz hat infolgedessen sehr viel weniger Delegierte aus Indien auszuweisen als die vorige. Aber die Engländer betrachten sie trotzdem als die wichtigste und abschließende. Sie wollen nur die Resultate dieser Konferenz noch abwarten und dann auf jeden Fall dem englischen Parlament (welches der wirkliche Souverän Indiens ist) einen Verfassungsentwurf vorlegen, der bann, Gesetz geworden, Indien als künftige Staatsform aufoktroyiert werden soll. Die Engländer hoffen schon jm nächsten Fri'h'ahr Io weit zu sein.
Volitif ist Schicksal.
wash ngton und Genf. — Die interalliierten Schulden. — Herriot und Macdonald amtsmüde?
Poiltik ist Schicksal. Das hat die Welt seit Versailles mit Schaudern erfahren, Politik schob ganze Völker gleich Schachfiguren von Staat zu Staat, Politik versetzte Grenzsteine und schuf neue Grenzen. Und Politik stellte der Wirtschaft neue Ziele oder schuf ihr unüberwindliche Hindernisse. So sind die Augen der Welt voll Erwartung und Sorge auf die Männer gerichtet, bei denen die Fäden der großen Politik zusammensaufen. Es ist nur ein kleiner Kreis. Ihre Namen sind bekannt. Um sie schwingen sich die Hoffnungen von Millionen; und vor ihren Entscheidungen bangen die Mittleren, Kleineren und Kleinsten unter den Staaten und Völkern der Welt.
Drüben fenseits des Ozeans fand in dem sagenhaften Weißen Hause zu Washington die erste Begegnung der beiden Konkurrenten im vergangenen Wahlkampf Amerikas statt. Es war die lange angesagte Besprechung zwischen Hoover und Roosevelt in der Kriegsfchuldensrage, dem Problem, das eines der größten und weltbewegendsten dieser Epoche ist. Kein Wort ist darüber an die Oeffentlichkeit gedrungen Das amtliche Kommu- niguee besagt nichts. Und doch scheint es so, daß hinsichtlich der Schuldenftreichung der größte Vessimismns am Platze ist. Die USA. haben unter Berücksichtigung der Barvorschüsse und des gelieferten Heeresmaterials folgende Forderungen an die einzelnen Staaten:
an England 4,227 Milliarden Dollar
an Frankreich 3,405 Milliarden Dollar
an Italien 1,648 Milliarden Dollar
an Belgien 0,379 Milliarden Dollar.
find dies die Summen, die die europäischen Mächte gestrichen sehen möchten, weil sie glauben, daß nur dadurch die Weltdepression behoben und ein neuer wirtschaftlicher Aufstieg erreicht werden könnte.
Wie gespannt die Augen b<w Welt — aber auch der Staatsmänner Europas — auf die kommende Entscheidung in Washington gerichtet sind, zeigt sich u. a. darin, daß man von einer Amtsmüdigkeit sowohl des englischen als auch des französischen Ministerpräsidenten spricht. Macdonald, dessen Leiden ihn seit Wochen sehr behindert, schein! sich mit Rücktrittsgedanken zu tragen. Die politischen Schwierigkeiten der englischen Regierung haben sich feit Ottawa dauernd gemehrt. Wenn Hoover endgültig die Forderung auf Verlängerung des Schuldenmoratoriums zurückweist, wird der englische Haushalt, der mit genauer Not in Ordnung gebracht werden konnte, wieder einen erheblichen Fehlbetrag aufweisen. Es scheint, als ob Macdonald nicht mehr die Kraft in sich fühlt, diese Schwierigkeiten in eigener Verantwortung zu überwinden.
Aber, auch für den französischen Ministerpräsidenten sind es trotz des sagenhaften Goldbestandes der Bank von Frankreich Haushaltsschwierigkeiten, die Herriot in absehbarer Zeit zu Fall bringen könnten. Allerdings dürfte er auch dann der verantwortliche Leiter der französischen Außenpolitik bleiben. Denn hinter seinem „Abrüstungs"-Plan steht Frankreich. Damit aber sind wir in Genf. Auch nach hier schweifen die Augen der Völker voller Sorge. Der Fortgang der Genfer Gleich- berechtigunasbesprechungen läßt die englisch-amerikanische Absicht einer sog. privaten Fünf-Mächte- Konferenz immer deutlicher werden. Der deutsch? Außenminister Frhr. von Neurath kämpft dort einen schweren Kampf gegen die Staatsmänner der übrigen Großmächte. Sowohl die Amerikaner als auch die Engländer versuchen zu vermitteln. Ab>>r Herriot bleibt steif und fest und steht auf dem Standpunkt, daß die Gleichberechtigungsfrage nur im Zusammenhänge mit der Sicherheits- und Ab- rüstungsfrage auf der Grundlage des großen fran- zösifchen Planes behandelt werden könne. Wenn man sich in die Kräfteverhältnisse der Armeen des Kontingents und der Flotten der Welt vertieft, so wirkt die These von der französischen „Sicherheit" wie ein Hohn auf die durch Versailles, St. Germain, Trianon usw. zwangsweise abgerüsteten Staaten. Der deutsche Feldmarschall von Moltke, her Sieger von Königgrätz und Sedan hat es einmal ausgesprochen, daß der ewige Friede ein Traum sei. Auch der Welt von heute erscheint er traumhaft, wenn sie die Bilder der Riesentanks, der Monstre-Geschütze und der Ueberdreadnaugths sieht. Ein Völkerbund, dessen Mitglieder in der erhobenen rechten Hand mit Palmenzweigen wedeln, während sie in der ßin.'en, auf dem Rücken verborgen, die gewaltigsten Kriegsinstrumente der Welt tragen, ist keine Institution, die der Welt
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den ewigen Frieden glaubhaft erscheinen macht. Und wir sehen es ja: während seine Verireter in Genf tagen, marschieren japanische Kolonnen, fahren japanische Panzerzüge und knattern im fernen Osten die Gewehre.
Die Welt ist voller Widerspruch und Gärung. Die Menschen in dieser Welt aber sehnen sich nach Sicherheit und Ruhe. Was wunder, daß ihre Augen auf die Männer gerichtet sind, von denen es scheint, daß sie die Geschicke der Welt in der Hand halten. Politik ist Schicksal. Und die Träger der Politik — eben die Staatsmänner der Welt — tragen dieses Schicksal in ihrer Hand. — So scheint es! Und doch ist dem nicht so. Es gibt Kräfte, denen auch der größte Staatsmann untertan ist. Es sind Naturkräste der Völker, die sich auf die Dauer nicht vergewaltigen lassen. Sie steigen aus dem brodelnden Hexenkessel der Gegenwart empor, sie sprengen die Fesseln der mit
Der Preußische Landtag beendete am Freitag die Aussprache über das Kapitel „R e g i-e r u n g der Reichskommissare in Preußen". Die Abstimmungen sollen erst später erfeigen.
Abg. Kaspar (Komm.) ersuchte den Landtag, von sich aus die B e v ö l k e r u n g zumSteuer- streik gegen die „faschistischen Kommissare" aufzurufen, die weder das Leipziger Urteil noch Parlamentsbeschlüsse achteten.
Abg. Dr. Hamburger (Soz.) sprach von einer Verhöhnung des im Leipziger Urteil ausge sprochenen Appells auf Verständigung durch die Reichsstellen. Die Zerschlagung der nationalsozialistisch-kommunistischen Mehrheit sei die Voraussetzung für die Wiederherstellung des demokratischen Rechts und die Beseitigung jeder Art von Diktasirr im deutschen Volke. Nach dem 24. November stehe fest, daß Deutschland nicht faschistisch werde.
In einer viel beachteten Erklärung führte n a - mens der Zentrumsfraktion Abg. Dr. Lauscher aus, das Zentrum sehe sich auch nach dem Erlaß vom 18. November genötigt, erneut und entschieden Rechtsverwahrung einzulegen „gegen die willkürliche Handhabung der Reichsverfassun g", die in den Maßnahmen der Reichsregierung liege. Sie halte im Interesse von Staat und Reich für ihre und des Landtags dringendste Aufgabe, den jetzigen unerträglichen Zustand zu beseitigen durch schleunige Wiederher st ellungversassun gs- mäßiger Regierung.s Verhältnisse.
Auch Abg. Schwarzhaupt (DBP.) ermahnte die Parteien, „die nach Lage der Dinge zunächst die Verantwortung tragen", endlich daran zu gehen, einen Ministerpräsidenten zu wählen. Wenn eine parlamentarische Regierung auf Schwierigkeiten stoße, müsse man ein preußisches Beamtenkabinett oder ein parteipolitisih nicht gebundenes bilden,
Nach Ausführungen des Abg. Sandtner (Komm) 'olgte die Erörterung des Abschnitts Finanznot der Gemeinden und Crwerbslosenfragen. Frau Christmann (Soz.) wandte sich gegen den rigorosen Abbau der Sozialpolitik unter dem Regime Papen, ür den auch die Auflösung des Wohlfahrtsmini- feriums kennzeichnend fei. Abg. Lingens (Z.) childerte die Not der Landgemeinden und Kreise, insbesondere im besetzten Gebiet. Er verlangte Loslösung der Arbeitslosenhilfe von den kommunalen Haushaltsplänen.
Abg. Könen (Komm.) wies die Maßnahmen der Reichskommissare und der Regierung von Papen ür die Gemeinden und Erwerbslosen als völlig unzureichend zurück.
Abg. Hinkler (NS.) sagte in einer Polemik gegen die Kommunisten, ein Sowjetöeutschland werde erst kommen, wenn der letzte Nationalsozialist kämpfend zusammengebrochen sei. Ewig werde der Reichskanzler von Papen und der Reichskommissar nicht ehrenamtlicher Propagandachef der Kommunisten sein können. Die jetzige ungesetzliche Re- gierungsart müsse beschleunigt, evtl, über eine ordnungsmäßige Reichsgewalt, die tragbar sei, bereinigt werden: sonst gebe es ein Ende mit Schreckln.
Da im Landtag Zentrum und Nationalsozia'i- ten eine Mehrheit haben, hatte sich in dieser Debatte nach den Worten Hinklers abermals eine Mehrheit für die Wiederherstellung einer verfassungsmäßigen Regierung offenbart, wenigstens was das Ziel an» langt.
In der weiteren Aussprache meinte Frau Wochenheim (Soz.), die Neuregelung der Arbeitslosenversicherung und der Fürsorgeerziehung zeige, wie unsozial und mangelhaft die jetzige Reichsgesitz- gebutzg sei. Die SPD. wolle durch Erreichung eines arbeitsfähigen Parlaments die Bürokratie von der Gesetzgebung wieder ausschalten.
kaltem Verstand gesetzten Grenzen und lähmen die Kräfte der gewaltigsten Armeen. Kein Staatsmann kann an ihnen vorbeigehen. Aber die Größe des Staatsmannes macht es aus, daß er diese Kräfte in Rechnung stellt, und es nicht versucht, sich dem lebendigen Strom entgegenzustemmen.
So kann erst die Geschichte erweisen, ob die Politiker, die heute das Schicksal der Welt in Händen halten, Staatsmänner waren oder — schlechte Flickschuster! ■■
* Die „Rote Fahne" drei Wochen verboten. Der Polizeipräsident von Berlin hat die „Rote Fahne" wegen außerordentlich schwerer Verstöße gegen das Republikschutzgesetz und auf Grund des § 6 der Verordnung des Reichspräsidenten vom 14. Ium 1932 mit Wirkung vom 26. November bis 16. Dezember verboten.
Abg. Rütten (Z.) begründete die Forderungen seiner Partei für die Erwerbslosen und zur Behebung der kommunalen Finanznot. Dann wunde die Weiterberatung auf Samstag vertagt, wo auch die Abstimmungen ftatffinben sollen.
Abg. Fechner (Soz.) hatte als Kommunalreferent seiner Fraktion noch ausführlich die Möglichkeiten einer Beseitigung her gemeindlichen Nöte besprochen.
In der gestrigen Landtagssitzung hat das Haus mit einer Mehrheit alter Parte ien gegen d i e N a ti o n al s o z i a l t st e n den seinerzeit vom Präsidenten Kerrl gegen den staatsparteilichen Abgeordneten Nuschle verhängten Ausschuß aufgehoben. Eine Mehrheit, die von den Deutschnationalen bis zu den Kommunisten reicht, hat also den Präsidenten Kerrl desaouiert.
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Der sozialdemokratische Redner, Dr. Hamburger machte u. a. Mitteilungen von bemerkenswerten Aeußerungen des Reichs- k ommissars Dr. Bracht, über die der nationalsozialistische Abgeordnete Hinkler in einer Unterausschußsitzung berichtet hatte. Danach wären der Landtagspräsident Kerrl und der Abgeordnete Hinkler bei dem Reichskommissar gewesen und hätten ihn gefragt,
warum denn das Reich überhaupt vor den Staatsgerichtshof gegangen sei,
wenn es doch die Entscheidung des Staatsgerichtshofes nicht durchzuführen gedenke. Darauf habe Dr. Bracht erwidert: Wir h a be n eben angenommen, daß mir vor dem Staatsge» richtshof v ol lst än di g Recht bekommen würden; hätten wir vorausgesehen, daß dies nicht der Fall sei, so wären wir überhaupt nicht vor den Staatsgerichtshof gegan- 2_en!"
Diese Mitteilungen lösten große Bewegung aus.
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Das Preußische. Staatsministerium (Regierung Braun) hat jetzt Richtlinien für die Weiterführung der Geschäfte beschlossen, In denen u. a. festgestellt wird, daß nach der Entscheidung des Staatsgerichtshofes allein Ministerpräsident Braun und die preußischen Staatsminister die preußische Staatsregierung, die preußische Landesregierung und das preußische Staatsministerium bildeten.
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pdz. Berlin, 26. Nov. (Eig. Meld.) Der Preußische Landtag erledigte in seiner heutigen Plenarsitzung zunächst kleine Vorlagen.
Mit den Stimmen der Nationalsozialisten und Kommunisten werden Beschlüsse des Geschäftsordnungsausschusses bestätigt, wonach m etwa 50 Fällen die Strafverfolgung hauptsächlich nationalsozialistischer und kommunistischer Abgeordneter abgelehnt werden soll.
Der Landtag sitzt bann bie politische Aussprache fort.
Abgeordnete Frau Franz (Kommunistin), Breslau, wendet sich in dem Schlußwort M den kommunistischen Anträgen über Gemeindefinanzen und Erwerbslosinfrage vor allem gegen dre Sozialdemokraten, die auch keinen Ausweg aus der Finanznot gezeigt hätten.
Bei der folgenden Aussprache über den Berliner Verkehrsstreik und die im Zusammenhang damit ergangenen Sondergerichtsurteile richtet Abg. Engel (Nat.-Soz.) heftige Angriffe gegen die sozialdemokratischen und deutschnationalen leitenden Beamten der Berliner Berkehrsge- sellschaft. Seine Ausführungen waren natIona l-d o ls che w ist i s ch in Rein-Kultur; feierlich sagte er: „Die profitgierige kapitalistische Clique von Hugenberg und Dingeldey leiste dem Bol- fchewismus Zutreiberdienste.
Die preußische Regierung protestiert vor dem preustscheu Landtag gegen die «Reichskommissare".
Der Wohlfahrtsminister des Kabinetts Braun, Hirtfiefer (*) bei feiner Rede im Preußischen Landtag, der ersten, die ein preußischer Minister seit der Aktion des Reiches gegen Preußen vor den Abgeordneten hielt. Hirtfiefer forderte, daß schnellstens von den Reichsstellen der Entscheidung des Leipziger Reichsgerichtes Rechnung getragen werde.
Die gekühlte AttMai wie bringen wir die Aepsel durch warum die Maiblumen das ganze Iah. «, 61s im Kampf um die Kontingente. — n hilft der Wirtschaft.
Von Dr. Kurt Fenner.
Die Fortschritte im Bauwesen, boson Wicklung der Zentralheizung, ferner die
des Verkehrs haben wie auf so vielen ander so auch auf dem des Gartenbaus tiefgreijer jungen zur Folge gehabt. Nicht immer in Sinne. So ist die Einlagerung der Ernte schwierig geworden, weil der dazu erforbertl nicht in dem Maße wie früfjer zur Versi weil die Zentralheizung die Kühlhaltung ftei zu einem Problem werden läßt, weil auch Der und Kleinhändler vor dem wirtschaftlichen «>-• rückscheuen.
Die Frage ist von einer Bedeutung, die n unterschätzen geneigt sein mag. Denn wer denkt daß die Erzeugnisse des deutschen Gar baues heute Immer noch einen Wert von meh einer Milliarde Reichsmark besitzen? Summe wurde von dem Reichsernährungsmini rechnet. In diesem Gewerbe finden über 300 000 schen ihr Brot. Und man darf es wirklich als sinnig bezeichnen, wenn alljährlich im Herbst das sche Obst hier und da zu Schleuderpreisen a Markt geworfen werden mutz, nur infolge Fehlen Einlagerungsmöglichkeiten, während bereits im Winter wieder Mangel an Obst eintritt. M auf diesem Gebiete dank den Fortschritten der technik schon erreicht worden. Wir sind h« Deutschland in der Lage, wahrend des ganzen blühende Maiblumen zu liefern. Auf die gleiche und Weise können andere Blumen bei uns dauer zogen werden.
Zwecks gründlicher Erforschung der kühltechni Verfahren, die für die Unterstützung des Garte in Frage kommen, haben der Verein deutscher $ genteure und der Verein deutscher Chemiker einen ausschuß gebildet, der über seine Arbeiten kürzlich richt reftattet hat. Nach Dr. Ude ist die Wiff heute durchaus in der Lage, für die Einhaltung der bei der Einlagerung von Obst, Gemüse und Blumen in Frage kommenden Wärmegrade Sorge zp tragen, so groß der Bereich der Temperaturen auch fein mag. Das ist jedoch nur eins der mannigfachen P bleme. Es kommt nicht nur darauf an, beispielsweise hochwertiges Obst bis zur nächsten Ernte schmackhaft zu erhalten oder die Blumensamen durch Gefrieren am Reimen zu verhindern. Wichtig und schwieriger noch h't die Aufgabe, für den richtigen Feuchtigkeitsg«. halt der Luft Sorge zu tragen. Bisher hatte man sich damit begnügt, durch Messungen die Ziffern festzustel- len und für die ganze Dauer der Lagerung festzuhalten. Die neuere Forschung hat aber ergeben, daß sich dar Verhalten des aufbewahrten Gutes in dieser Hinsicht ändert, und man ist dazu übergegangen, diese Gxfiwan- Jungen durch Haarhygrometer zu ermitteln und sich darauf einzurichten, also dafür zu sorgen, datz die Lust im Kühlraum immer um ein Geringerer trockener ist al» die Oberfläche der aufbewahrten Früchte.
Ein besonderes Augenmerk mutz auf die chemische Zusammensetzung der Lust im Kühlraum gerichtet oerben. Auch Blumen und Früchte atmen. Sie nehmen Sauerstoff auf und stoßen Kohlensäure aus. Wenn die Lust allzu schr durch diese Umsetzung verdorben ist, ersticken beispielsweise Dlumenkeime, und die Aepsel leiden an innerer Bräune. Es mutz also für die — nicht nur einseitige — Zufuhr von frischer Lust gesorgt werden. Als besonders wirksam wird das Absaugen der verdorbenen Atmosphäre bezeichnet.
Der Klärung bedarf noch die Frage, an welchem Orte die Frischhaltung erfolgen soll, bei dem Erzeuger oder am Markte. Aus der einen Seite wird betont, datz der Produzent die Möglichkeit besitzen müsse, selbst im eigenen Betriebe die Sager pflege durchzuführen und über seine Ware zu einer ihm geeignet erscheinenden Zeit zu verfügen. Hiergegen wird die vielfache Raumnot ins Feld geführt, und zweifellos spricht noch man- cher andere Grund dafür, daß die Lagerhaltung mit Hilfe der Kältetechnik im wesentlichen an den Mittelpunkten des Verbrauchs, also in den städtischen Kühlhäusern erfolgen mutz. Einstweilen werden von jenem sachverständigen Ausschuß nach beiden Richtungen Versuche angestellt. Ferner ist die Erforschung der wissenschaftlichen Grundlagen auf das kältetechnische und biologische Gebiet ausgedehnt worden, wie es deutscher Gründlichkeit entspricht.
Solche Arbeiten sind durchaus zu begrüßen. Richt nur im volkswirtschaftlichen Interesse, um der ein- strömenden Auslandsware das Wasser abzugraben, sondern auch um jener Resignationsstimmung den Garaus zu machen, die am liebsten die Hände fatalistisch in den Schoß legen möchte. Wir dürsen uns der Gaben erfreuen, die uns die Mutter Natur bietet, und wir dürfen uns der Hilfsmittel bedienen, die uns der Fortschritt der Technik verschafft. Daß die Verbesserung der menschlichen Ernährung in dieser Hinsicht auf dem richtigen Wege ist, beweisen die von dem Institut für landwirtschaftliche Marktforschung an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin seit drei Jahren durchgeführten Großversuche mit inländischem Obst und Gemüse.
Lohngeld-Raub«.
Wie aus 23 entfielt gemeldet wird, drangen Freitagabend zwei Unbekannte in die Baubude des Tunnelbahnbaues unterhalb des Bahnhofs Bor- sigwerke in der Nähe der 23erwe-Schächte und verlangten von dem dort anwesenden Polier die Herausgabe der zur Auszahlung bereitliegenden Lohngelder. Ein Bandit hielt dem Polier die Pistole auf die Brust. Unterdessin riß der andere eine Geldkassette auf, die jedoch leer war. Dann nahm er einen Lohnbeutel mit Lohngelderp, der m einem Regal war, an sich, und beide Täter flüchteten hierauf. Der Lohnbeutek enthielt 320 Mark.
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