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27. November

VeUage zur Fuldaer Zeitung

Kur'straBe 5

Teleohon 2412

wir hineinspringen, daß wir christusförrnig wer­den, wenn wir uns selbst aufgeben, mit diesem Glauben allein können wir in den Nöten des Le­bens fertig werden. Wir hängen dann nicht mehr an irdischen Gätern, darum können wir ihren Ver­lust verschmerzen. Und sind wir noch so arm, wir besitzen doch alles; erfahren wir noch so viel Trau­riges, wir können doch immerdar fröhlich sein (2'Kor. 6, 10). Denn wir wissen ja:Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Mächte noch Höhe nach Tiefe noch irgend etwas anderes Geschaffenes wird uns scheiden können von der Liebe Gottes, die da ist in Christus Jesus, unserm Herrn" (Röm. 8, 38 f.).

nur ungläubige Laien, sondern ebenso ausgespro­chen ungläubige Bischöfe geduldet. Er­innert sei nur an die Haltung selbst des Erzbischofs von Canterbury anläßlich der Lambeth Conference bei der Frage der Geburtenbeschränk u.n g. Ein Sturm der Entrüstung ging damals selbst durch die noch gläubige Laienwelt. Gleichlaufend be­weist die Statistik, daß man von Jahr zu Jahr mehr auf die Taufe der Kinder ver. z i ch t e t. Das führende Organ der englischen Ka­tholiken, The Universa, erklärt« vor einigen Jah­ren, man könne kaum an eineRückkehr Eng. lands zum Glauben" denken, von der Kardinal Mercier an den Erzbischof von Canterbury ge­schrieben hab«. Im günstigsten Fall werde das Bild einmal so aussehen: Ein Achtel Englands ka­tholisch, ein Zwangzigstel protestantisch und der Rest:Eine Nation ohne Gott". Solchen Auslassungen gegenüber gewinnt das genannte Manifest die rechte Beleuchtung, wenn es sich mit einer geradezu begeisternden Hingabe zu der O x - ford-Bewegung bekennt jener wirklichen Bewegung", die 1933 hundert Jahre alt wird und aus der die weltberühmten Kardinäle W i s e mann und Newman hervorgingen, zwei der feinsten Köpfe des gesamten Katho­lizismus im 19. Jahrhundert über­haupt.

Zu dieser Haltung der vollen Gottgeborgen- beit will uns Christen der Advent erziehen- Das ist die Haltung, die die Apostel beseelte, wenn sie flehten:Maran atha! Komm, Herr Jesus! Führe uns heim! Erlöse uns von dem Elend der Welt, sichre uns heim zu Dir! Laß uns sterben, damit wir in Dir leben können!

Brächte uns der Advent zu dieser Umkehr, er wäre für uns die Gnadenstunde von Damaskus. Fort vom Ich hinein in Gott! Und wir würden nur noch die eine Sehnsucht kennen, die Sehnsucht, die sich ausdrückt in derErwar- tung der seligen Hoffnung und der Ankunft der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Hei­landes Jesus Christus."

Es sind erst eben hundert Jahre her, daß die Katholiken sich in England wieder frei bewegen dürfen. Erst 1849 wurde die erste Jesuitenkirche in England in der Londoner Farmstreet hinter Pferdeställen gebaut. Und obwohl die Uebertritte zur katholischen Kirche doppelt so zahlreich sind als die zu anderen Religionsbekenntnisfen, doppelt so groß auch als die gleichgerichteten bei uns in Deutschland so kommt man doch an der Tat­sache nicht vorbei, daß Engand bis heute noch ganz Diaspora, ja Missionsland für ben Katho­lizismus ist. Nach der neuesten Zählung sind erst 5,5 Proz. Engländer katholi sch, d. h. die Diözese Breslau hat eine halbe Million Seelen mehr, die Erzdiözese Köln sogar mehr als doppelt so viel Seelen als die 18 Diözesen Englands zusammen.

Um so erstaunlicher ist das soeben herauskom- mende M a n i f.e ft von 50 G « istlichen der pro­testantischen Church of England. War auch schon seit langem bekannt, daß innerhalb dieser Church of England ein Flügel stark zum römischen Katho­lizismus neige, so ist diese Richtung doch wohl noch nie so deutlich mit einem derart klaren Bekennt­nis zu Rom hervorgetreten. H. I. Fynes- Clinton, einer der Unterzeichner, erklärte einem Interviewer offen, man könne und wolle den .Mangel Sn Gehorsam und Treue" der Änglo-Katholiken Rom gegenüber nicht mehr länger mit ansehen, jener Gruppe also und bas ist bas auffallenbe die bis jetzt als am meisten katholisch unter ben protestantischen Be- kenntnissen bekannt war. Maßgebenden Bischöfen dieser Anglo-Katholiken wirft bas Manifest einen unerträglichen Modernismus vor, in­sofern es ihnen nicht darauf ankomme, die christ­liche Lehre zu erklären, sondern an dem Christen­tum so viel herumzudeuteln, daßnichts mehr da­von übrig bleibe". Des weiteren hält di« Denk- schrift diesen Bischöfen vor, sie betonten in der Be­zeichnungAnglo - Katholiken" das erste Wort so stark, daß das zweite jeden Sinn verliere, in­sofern, nämlich, als sie darauf ausgingen, einen spezifische nglischen" National-Katho- lizismus zu begründen. Um dies zu erreichen, fei man im Begriff, sich in dogmatischer Hinsicht mit dem Protestantismus in solch folgenschwere Kompromisse einzulassen, daß von der katholischen Lehre nichts mehr bleibe.

Wichtiger noch als der scharfe Protest gegen diese Bewegung ist die Aufzählung der einzelnen Punkte, die bas Manifest als gefährdet ansieht und deshalb besonders heraushebt. Es heißt da wört­lich:Wir bekennen uns zu der katholischen Lehre von der Menschwerdung Gottes. Wir verwerfen alle Theorien, die darauf ausgehen, die göttlich« Inspiration und Autorität der hl. Schrift zu leugnen, und wir erklären, daß di« katholisch« Kirche allein das Rechst hat, die hl. Schrift autoritativ auszulegen. Wir bekennen, daß die katho­lische Religion auf göttliche Offenbarung zurückgeht und deshalbwesenhaft" zum Glauben verpflichtet Wir halten den Katholizismus für die" christliche Religion. Wir bekennen, daß, wenn die Church of England mit der Kirche von

as geh! in der anglikanischen Kirche vor?

Auffallendes Bekenntnis zu Rom

Don unferm eigenen Berichterstatter.

kannst, bu sollst erlöst werden, aber nur wenn bu elbst willst. '

Vielleicht stellst bu bir unter Erlösung em Lo­en vom Teufel, von ber Hölle und den Strafen Gottes für deine Sünden vor. Das alles kommt, wenn bu dich selbst von dir selbst, von deinem eigenen Ich erlösest. Von dir s e l b st sollst du los kommen- Von der Selbstsucht, die immer nur an ben eigenen Vorteil benft, die Frau und Kinder und ben bedürftigen Mitmenschen immer erst an zweiter Stelle sieht. Denke nur einmal darüber nach, wie du ein Gefangener deiner Selbstsucht bist und wie auch nur du selbst dich davon erlösen kannst. Erst wenn du an die Stelle der Eigenliebe die Nächstenliebe gesetzt hast, die Lieb«, von der die.wunderbaren Worte ge- prochen sind:Die Liebe* ist langmütig, ist gütig, ie beneidet nicht. Sie ist nicht ehrgeizig, nicht elbstsüchtig; sie läßt sich nicht erbittern." Meinst du nicht selbst, daß ein Mensch, der sich soweit selbst überwunden hat, daß er dieser Liebe in seinem Herzen Raum gegeben hat, baß er wirklich ein Erlöster ist. Denn was bindet ihn noch an sein Ich, an die Dinge dieser Welt? Während er in der Sorge für seine Familie, oder wer sonst seiner Obhut anver­traut ist, sich selbst vergißt, wird ihm das größte Geschenk Gottes zuteil. Nicht als Fron und Knechtschaft empfindet er sein Mühen und Arbeiten, sondern als selbstgewollte, freie Liebestat. Er kann nie ganz traurig und verzagt werden, eben weil er bas Frohbewußtsein der Erlösung in sich zur Wirklichkeit werden sah.

Advent.

Wenn wir Christen Advent feiern, so ist das nicht ein lediglich interessiertes Gedenken an die alttestamentliche Wartezeit, die ja nun seit Golgatha endgültig vorbei ist sondern unser Advent ist der Ausdruck hoffenden Verlan­gens nach ber zweiten Menschwerdung Christi beim Jüxgsten Gericht (darum am ersten Adventssonntag das Evangelium vom Ende der Welt, Luc. 21),'welche sich seit den Ta­gen ber Apostel langsam und allmählich immer stärker unb sichtbarer vorbereitet im Wachstum ber Kirche.

Die Adventsaufgabe, die wir als Glieder ber Kirche haben, ist die gleiche wie zur Zeit des Jo­hannes: immer stärkereSelbstentwer- bung" (nach einem Wort des Mittelalters) unb immer stärkere Ch r ist u S we rd u n g. Es ist bie uralte Aufgabe desMetanoeite! Tuet Buße! Kehret eure ganze innere Haltung um; denn das Himmelreich ist nahe." Der Advonts- prediger von damals, Johannes der Täufer, ist bgrum Symbol für bas, was auch ber zweiten Ankunft Christi vorhergehen muß: Die völlige Selbstaufgabe ber Christen und bie Hingabe an Gott in berErwartung der seligen Hoffnung und der Ankunft (adventus) der Herrlichkeit des gro­ßen Gottes unb unseres Heilandes Jesus Christus" (Tit. 2, 13).

1. Selbstaufgabe, @eIbft entro er = düng besagt: Fort mit aller Egozentrik, mit aller Jchvergötzung! Besagt:Ziehet aus den alten Menschen!" (Kol. 3, 9.) Bedeutet eine Ver­legung unseres Stückpunktes vom Ich hinein ins Unbekannte. Bedeutet, mit Abraham fortzuziehen aus dem Lande der Väter, aus Heimat und Ver- wandtschast in ein Land, das Gott uns erst in ber ftutunft zeigen wird.

Selbstentwevdung besagt auch eine völlig neue Einstellung zur Welt. Auch die Welt kann uns nicht mehr Halt unb Sicherheit bieten. Wir sind zwar in der Welt, aber nicht von der Welt.Unser Wandel ist im Himmel" (Phil. 3, 20).

Selbstentwerdung ist letzlich der Sprung in den Abgrund fort vom festen Land der Egozentrik.

2. Wohin bas wissen wir nicht, das sagt UNS allein ber Glaube. Er lehrt uns, baß jenes Land, das Abraham gezeigt wurde, das Lano der Gottverbundenheit ist, daß jener Abgrund, in ben wir hineinspringen, nichts anberes in sich birgt als die Tiefe des göttlichen Wesens.

Darum folat hinter der Selbstentwerdung nicht ein leeres Nichts, sondern bie beglückende Chri- stuswerdung, durch die uns mit dem göttlichen Sohne ales geschenkt wird (Röm. 8, 32).

Mit diesem Glauben, daß Gott es ist, in den

Erster Advenls-Sonnlag.

Eingangslieb: Ps. 24, 13.

...heb ich meine Seele, mein Gott, auf Mich; des werd' ich nicht erröten, unb h utt' wird mich drum höhnen. Denn alle, harren, werden nicht zu Schanden. (Pb i Herr, zeige mir deine Wege, lehre m.ch M Pfade-

Epistel: Röm. 13, 1114.

fA,ri Wist'et, bie Stund« ist da, vom Schlafe ,®Än; denn jetzt ist unser Seil näher als Ha ba wir zum, Glauben kamen. Die Nacht |Eerü<ft, ber Tag ernaht. Lasset uns also (\n bie Werke ber Finsternis und anziehen &en des Lichtes. Wie am Tage lasset uns '.T. wandeln: nicht in Schwelgereien und Trink-

niä)t in Wollust unb Ausschweifung, Qanf unb Eifersucht, vielmehr ziehet an

ii Herrn Jesus Christus.

Evangelium: Luk. 21, 2533.

Dam Ende der Welt.

Es nah! bie Erlösung.

Betrachtung zum Sonntagsevangelium.

Kost ist es, als sei mit ben Klängen des ersten Nventsliedes bie Furcht von uns gewichen, die tms leit dem Evangelium des vergangenen Sonn­ys gefangen hielt. Die büfteren Silber vom geltenuntergang verblassen unb treten zurück. Unb selbst das heutige Evangelium, das von den «eichen spricht, die an Sonne, Mond und Sternen sein werben, das uns die Furcht der Menschen am fnbe der Zeiten schildert, vermag uns nicht ganz w erdrücken. Denn ein Licht schimmert hindurch durch all die Schrecknisse, lieblich wie ein Weih­nachtslichtlein. Es ist kein greller Blitz, vor dem wir erschauernd die Augen schließen, sondern ein mildes, ruhiges Leuchten. Ein Heilandswort, so tröltüch, wie es eben nur ber Heiland sprechen konnte:Erhebet eure Häupter, denn es naht eure Erlösun g"

Ist es dir eigentlich schon einmal aufgegangen, dieses Wort von der Erlösung, bas inmitten all der Schrecknisse bes Weltenunterganges auf­leuchtet? Oder hast bu bich noch immer in dich selbst verkrochen? Hast dich gegen die Furcht vor dem Ende der Dinge, dem Ende auch deines Le­bens zu wehren oder feige zu verstecken gesucht? Hast getan wie ein Kind, das sein Gesicht in die Schürze ber Mutter versteckt, wenn es sich vor etwas fürchtet, als ob mit dem Nichtsehen die Ge­fahr vorbei sei. Sieh, es ist dem Heiland gar nicht so sehr darum zu tun, uns Angst unb Furcht ein- Zusagen. Hätte er nur diese Mittel bei seinen Predigten gebraucht, bie Menschen wären ihm nicht in Scharen gefolgt, hätten nicht Hunger unb Müdigkeit ertragen, um feine Worte zu hören. Er war ja als ber Erlöser auf die Erde gekommen und Erlösung wollte er den Menschen bringen. So will er auch hier dein Augenmerk auf die Erlösung hinlenken. Vielleicht zählt er nur vorher all die «ngfterregenben Dinge bes Weltenunterganges auf, um dich überhaupt zum Aufmerken zu brin­gen. Damit bu zu denen gehörst, von denen ber Heiland gesprochen hat:Wer Ohren hat zu hören, der höre" baß bie Erlösung naht.

Du sollst es fühlen, daß es eine Erlösung gibt. Dunkel geahnt hast bu es ja schon immer, wenn du dich allzusehr in weltliche Dinge verrannt hattest, in deine Arbeit, dein Geld oder in deinen Streit mit deinem Nachbar. Am stärksten aber Mr bein Ahnen einer Erlösung, wenn Sorge dich dchrückte. Du fühltest, es muß ein Loskommen, ein Befreien von all den Dingen dieser Welt geben.

kann das Letzte nicht sein. Hier spricht ber wlanb ein dunkles Ahnen klar aus:Es naht die Erlösung."

Du weißt aber sehr wohl, baß ber Heiland in «n Jahren, da er ben Menschen leiblich nahe war, '«nen zu sich hingezwungen hat. An viele er- Fnfl fein Ruf, aber jedem stand es frei, ihm ö°Ige zu leisten oder ihn zu überhören. Du kennst die Begebenheit, da er selbst seine Apostel noch aut den Worten erneut vor die Wahl stellt: Wollet auch ihr gehen?" So ergeht auch hier fln dich nur ein Ruf, ein Gnadenruf Gottes. Du

St Augustinus verbunden sein will, sie sich auch zur Einheit im Glauben bekennen und mit bereiten Kirche Zusammengehen muß. Wir verwerfen bas Aufsichtsrecht bes Staa­tes in geistlichen Angelegenheiten . . . Wir kla­gen an bas schuldhafte Stillschweigen ber Anglo- Kaiholiken bei ben Berufungen von Mobernisten in wichtige unb einflußreiche Stellungen ber Kirche, der Universitäten unb theologischen Anstalten, unb wir protestieren gegen ben hinterlistigen (inü- b' ous") Versuch, die Glaubenslehre ber Church of England durch die modernistischen Professoren zu verfälschen. Wir erklären, daß es nur ein ein« ziges Ziel gebe: Wiedervereinigung mit dem Apo­stolischen Stuhle zu Rom ... Daß die C h u r ch o s England von der katholischen Kirch« getrennt besteht, ist nur dann zu ertragen (tolerable"), wenn man diesen Zustand als ein auf Zeit beschränktes Hebel ansieht, bestimmt zu verschwinben, wenn es Gott gefällt, uns unteren Platz unter unseren Brü­dern wiederzugeben".

Wenn diese Erklärung a n 5000 Geistliche unb alle Bischöfe ber gesamten eng. lifeben Welt zur Unterschrift verschickt wurde, so erhelt die ganz außergewöhnliche Bedeutung dieser Aktion doch erst aus ber Tatsache sie ist bei uns kaum bekannt baß bas knnerkirchliche Leben ber Church of England in einer schweren Krise bahinsiecht. Ohne zu übertreiben, darf man sagen, baß bieMassedesenglischenVol- k e s immer ungläubiger wirb, ja ausgespro­ch e n e m Heidentum anheimfällt. In ber anglikanischen Kirche werden in ber Tat nicht

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