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24. November

M. 271

Vellage zur Fuldaer Zeitung

Ich klopfe an.

Ich Hopfe an zum heiligen Advent und stehe vor der Tür.

Glückselig, wer des fierren Stimme tem.l und eilt und öffnet mir.

Hch Verde Nachtmahl mit ihm halten, ihm Gnade schenken Licht entfalten; der ganze Himmel wird ihm auf getan:

Ich klopfe an.

(Alter Adventsfpruch.)

Paula Modersohn-Secker.

Zum 25. Todestag.

s>fm 25 November führte sich zum 25. Male der To- ^57 der Malerin Paula M o b e r s o h n - B e ck e r. «.^blost unbekannt und unberührt ihr junges Leben, « Jahre alt, nach der Geburt ihres ersten Kindes^ Lftben dem Tage, an dem sie zum erften Mal nach ?±Än und dem ihres Todes liegt ein Dasein ^besondere Ereignisse, aber eines, das überreich st

innerem Gehalt. Wer sich in ihre Bilder hinemsteht , V mer ihre Briese und Tagsbuchblätter auf sich wir-

läEt, dem wird sich die geistige Kraft und seelische fflröfce dieser eigenartigen Frau erschließen. Der wird ihren dankbaren Freunden zählen, auch wenn ihm gieIe5 m ihrem Wesen fremd und aus einer weltan­

schaulichen Anderarligkeit heraus unerlöst scheinen wird.

In Worpswede fand Paula Becker, die später den Maler Otto Modersohn heiratete, in den neunziger Jah­ren eine Gruppe für Land und Menschen begeisterter junger Maler. Aus ihrer Schule machte sie sich schnell frei. Selbständig und ganz eigenwillig wuchs sie in die Welt des dunHen Moores, der Heide, der weiten Wissen, der ziehenden Wasser, der leichten Bir­ken, der ernsten, verschlossenen Menschen. Sie fragte nicht viel und sprach wenig. Aber sie horchte, wie Rilke in seinem „Requiem" über sie sagt, in die Dinge hin­ein. „Und so wie Früchte sahst du auch die Frauen und sahst die Kinder, so von innen her getrieben in die For­men ihres Daseins," Sie blieb nie an der Oberfläche haf­ten. Sie tastete sich an die innerste Wesenheit von Dingen und Menschen heran. Die Sache war ihr alles. Sie arbeitete für sich, ohne auf Ansporn, Be­jahung und Lob zu warten. Rilke sagt weiter: „Ach, du warst weit von jedem Ruhm. Du warst unschein­bar, hattest leise deine Schönheit hineingenommen, wie man eine Fahne einzieht am grauen Morgen eines Werktags und wolltest nichts, als eine lange Arbeit." Wenn es ihr gelungen war, das Sein hervorzuheben und in die Erscheinung zu locken, war sie glückselig. Der großen Menge stt sie fremd geblieben, weil ihre Schöp­fungen zu ernst und schwer, zu wenig eingängig sind. Aber sie hat eine Gemeinde von Verehrern, die in ihr die Bahnbrecherin und Vorläuferin eines neuen Künst­lertums fetten. A. Hopmann.

Vas kostet die Einrichtung eines Heims?

Don Robert Mo finger-Frankfurt a. M.

Schon lange vor der Verlobung einer Tochter schwebt über dem geplagten Elternpaar das Damokles- chwert der Aussteuer, ein bitterer Wermutstropsen in dm Becher der Freude. Zwar helfen Schwestern, Bru- der, Onkel, Tanten und sämtliche Basen der jungen Braut wacker beim Beschaffen des Hausrats. Zu allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten bringt man dem angehenden Frauchen Dinge, die es schon zwei-, drei und noch mehrere Male besitzt, doch das Wichtigste, Notwendigste, was man Tag für Tag braucht, bleibt ungefauit, weil es angeblich nichts aussieht oder als Geschenk nicht schicklich ist. Wie froh wäre manche Braut, wenn sie statt der fünften Käseglocke einen rechtschaffenen Waschzuber bekäme, oder wenn der On­kel statt der Blumenvase Nummer 10 eine Schuhbürste mit dem nötigen Zubehör gekauft hätte. Die Wenig­sten haben nämlich einen klaren Ueberblick über das, was in einem jungen Haushalt gebraucht wirb. Viele hundert Kleinigkeiten, die alle Geld kosten, ergeben zu­letzt eine respektable Summe bei aller Bescheidenheit der heutigen Ansprüche.

Früher begann eine bürgerliche Ehe mit minde­stens drei Zimmern. Wohnungsnot und Geldmangel lasten die jungen Leute mit dem Wohn- und Schlaf­zimmer zufrieden fein, die schon einen gehörigen Be­trag erfordern.

Ein Schlafzimmer eichen gebeizt kostet in gu­ter Ausführung mit Frisiertoilette und Spiegel 550 bis 600 Mark, nimmt man mittlere Gebrauchs wäre wird man 450—500 Mark anlegen müssen.

Etwas teurer ist das Speise- und Wohn- $imm er. Für Büffet, Eredenz, Tisch und 6 Leder- stühle hat man 400—750 Mark anzulegen. Auch hier wird man wohl für 550—600 Mark ein Zimmer be­kommen, das den Forderungen, die wir an gut bürger­lichen Hausrat stellen müssen, entspricht, wozu allerdings noch 60 Mark für das ein Zimmer erst wohnlich ma­chende Sofa oder die Eoutch zu rechnen sind.

Küchen, bestehend aus Anrichte, Schrank, 2 Stich- len und Tisch in Pitfchpine lasiert, kosten 150—300 Mark, 200 Mark als mittlerer Preis wird durchschniit- lich am meisten gezahlt.

Nun hätten wir den Rohbau der künftigen Wohnung eingekauft. Es fehlt aber noch mancherlei, ehe man ein- Ziehen kann. Vor allem die Matratzen in den Betten, denn auf hartem Holz zu schlafen ist nicht jedermanns Lache. Matratzen kosten je noch Qualität (Wolle, Ka­pok oder Roßhaar) 30—120 Mark pro Bett. Vier Kopfkissen erfordern den Betra gvon 40 Mark, Zwei Deckbetten kosten 60—100 Mark, Bettkoltern pro Stück 15—20 Mark.

Ein Schmerzenskind der Aussteuer rft auch die Wäsche. Gute Qualitäten — im Verbrauch die billig­sten — sind auch heute noch teuer. Sie halten dann nber bei einiger Schonung lange Jahre. So wird man für 6 Bettbezüge mindestens 8 Mark pro Stück anlegen nrMen, Kopfkissen kostet das Dutzend ungefähr 20 bis 25 Mark, 6 Koltertücher erfordern zirka 60 Mark und 6 Bettücher 30 Mark. Das ergibt für die Bettwäsche eine Summe von 158—165 Mark.

Die Leibwäsche der jungen Frau, die früher minde­stens in drei Dutzend vorhanden sein muhte, hat man ebenfalls erheblich reduziert. Begnügt man sich mit 12 ^nghemden (Stück Mk. 3.50), 6 Nachthemden (Stück Bm. 5.—), 6 Schlüpfern (Stück Rm. 2.59), 3 Unter- Keibern (Stück 4.50 Rm.), so ergibt sich die runde =utnme von 100 Mark. Alle Heineren Utensilien, wie Dwchentücher, Unterwäsche, Strümpfe usw. werden als borhanben angenommen.

Wesentlich billiger ist die Küchenwäsche. 12 Küchen- Handtücher zu 0.80 Rm. erfordern Rm. 9 60, 18 Gläser- u? Geschirrtücher zu 0.60 Rm. 10.80 Mark. Für t<» Wibene Verhältnisse genügen an Tischwäsche 6 Tisch­ler (Stuck 5.—), 30 Mark, 12 Servietten (Stück 1 ,im'i 12 Mark, schließlich eine Kaffeedecke 4 Mark, Wammen 46 Mark.

Die gesamte Wascheausstattung, Bett-, «lb- und Tischwäsche kostet also 346 a r

Sfun zur Küche! Hier fehlt nahezu alles, wenn b*e Mutter der Braut aus ihren Vorräten er- g?nSf Leider ist es nicht möglich infolge der vielen 'n5rtbinge eine Sonderaufzählung zu geben. Vielmehr ,tr.e man folgende Summen in den Anschaffungsetat Th^en müffen: Kochgeschirre 60 Rm., Blech- und kl2/tro<lren 10 Mark, Bestecke 80 Mark, Maschinen 30 Er-’ Holzwaren 40 Mark, Bürstenwaren 20 Rm., *Orle!Ian und Steingut 100 Mark, Glaswaren 25 Rm., ='J^ebenes 50 Rm. Das ergibt zusammen wiederum 415 Mark.

h^un wird manches Brautpaar sagen, das brauchen |*r doch nicht alles. Richtig! Der eine oder andere Ge­

genstand läßt sich für Erste entbehren, lieber kurz oder lang wird sich aber doch die Notwendigkeit erge­ben, ihn doch noch anzuschaffen. Deshalb die Angabe der Preffe, bei denen es sich, was ausdrücklich bemerkt sei, um beste Gebrauchsware handelt. Gute Handels­ware ist 20—30 Prozent billiger.

Die Wohnung wäre nun beinahe komplett. Vor­hänge fehlen zwar noch, doch für 40—60 Mark erwer­ben wir dieselben. Auch einige Bilder, soweit sie nicht schon vorhanden sind, kosten sicher 60—80 Mark, wenn man etwas Gutes an die Wände hängen will. Für Kitsch Geld auszugeben, wäre gefrevelt. Schließlich er­höht ein einfacher, aber gutgewirkter Wollteppich, zum Schiras, Smyrna oder Beluffchistan reicht es ohnehin nicht, die häusliche Behaglichkeit. Für 80—120 Mark können wir ihn kaufen, wenn uns nicht inzwffchen schon das Geld ausgegangen ist, zumal auch für Satnpen und Beleuchtungskörper etwa 50—60 Mark erforderlich sind.

Ziehen wir also kurz die Schlußbilanz: Die einzelnen Posten ergeben, immer bei Annahme des meistgezahlten, d. h. des mittleren Preises, folgendes Gesamtbild:

Schlafzimmer 500 Mark, Wohnzimmer 600 Mark, Sofa 60 Mark, Küche 200 Mark, Leibwäsche 100 Mark, Matratzen 70 Mark, Federbetten, Koltern 150 Mark, Bettwäsche 160 Mark, Leibwäsche 100 Mark, Küchen- wäsche 35 Mark, Tischwäsche 46 Mark. Küchenein­richtung 415 Mark. Vorhänge 50 Mark, Bilder 70 Mark, was einer Endsumme von etwa 2610 Mark entspricht.

Die vorstehende Aufftellung beweist also, daß für eine einfache, keineswegs luxuriöse Einrichtung einer Zweizimmerwohnung, bei der allerdings Wert auf gu­ten Hausrat, d. h. auf saubere Arbeit und bestes Roh­material gelegt wird, über 2600 Mark notwendig sind. Kein Zweifel kann darüber bestehen, daß tausende von Familien nicht in der Sage sind, auch nur einen Bruchteil dieser, in Anbetracht des heutigen Geldwertes gewaltigen Summe, allein aufzubringen. Der Herr Bräutigam wird wohl sehr oft in die Tasche greifen müssen, wenn der Geldvorrat des Schwiegervaters ver­sagt — dieses Verfahren ist nebenbei bemerkt heute durchaus üblich — oder aber die jungen Leute nehmen mit älterem Hausrat vorlieb, der in der Regel leichter bei Großmüttern und Tanten zu beschaffen ist, wenn der Haushalt der Brauteltern in dieser Beziehung ver­sagen sollte, was wohl verhältnismäßig oft der Fall fein dürfte.

Jedenfalls wird des Lebens ungemischte Freude auch dem glücklichsten Brautpaar nicht zu teil, es sei denn, daß es sehr reich fft oder sich, wie weiland Diogenes, mit einer Tonne bescheiden wollte.

Die Dl der weiblichen Angest Mn.

387 Angebote ans ein einziges Inserat.

Don Franz Baumann- Köln.

Noch nie war die Not der kaufmännischen Ange­stelltenschaft so groß wie heute, wo verursacht durch die gewaltige Wirtschaftskrise selbst alte angesehene Ge­schäfte schließen oder ihren Betrieb ganz wesentlich ver­kleinern mußten. Viele tausende von Angestellten ver­loren so ihre Stellung und die Folge rft ein katastropha­les Ueberangedot von männlichen und vor allem auch weiblichen Kräften auf dem Stellenmarkt, die so schnell wie möglich wieder unternommen möchten. Tag für Tag kommen die arbeitswilligen Männer und Frauen ju den Vermittlungsstellen der Arbeitsämter und fast immer müssen sie traurig den Heimweg antreten, denn irgendwelche Stellenangebote sind in den seltensten Fällen vorhanden. Da stürzt man sich denn auf die Zeitung, um dort vielleicht irgendetwas brauchbares zu finden. So brachte ein einziges, kleines Inserat in einer deutschen Großstadtzeitung dieser Tage dem Aus­geber, der eine Stenotyprstin mit einigen Bnrokennt- nissen suchte, sage und schreibe 387 Angebote, 387 Da­men, von dem kaum der Lehre entwachsenen Jung- mädchen bis zur nahe an bas Greisenalter heranreichen» den Matrone, bewarben sich in oft eindringlich bittenden Briefen um die frei gewordene Stelle, 387 Menschen­kinder, die dem Nichts gegenüberstehen, wenn sie nicht bald ein neues Unterkommen gefunden haben.

Aus der Fülle der Angebote seien nur wenige herausgenommen, die mehr wie lange Ausführungen die Not beweisen, die taffächlich unter den erwerbslosen weiblichen Angestellten herrscht.

Maria K.....22 Jahre alt, einzige Ernährerin

ihrer gelähmten Mutter, die völlig arbeitsunfähig ist. Im Hause lebt noch ein 26jähriger Bruder, der in­folge spinaler Kinderlähmung schon seit 16 Jahren nichts

mehr tun und sich auch nicht bewegen kann.

Eine 63jährige Dame bittet ihr die Stellung zuzn- roeifen, damit sie wenigstens einige Stunden am Tage ein warmes Zimmer habe. Sie bietet ihre Arbeitskraft unentgeltlich an.

Hertha R ... von einem längeren Aufenthalt in einer Lungenheilanstalt als geheilt entlassen, ist schon eit Monaten arbeitslos. Alle Voraussetzungen zum er­neuten Ausbruch des Leidens sind gegeben, wenn das Mädchen nicht bald eine Stellung findet. Sie wird vom Wohlfahrtsamt unterstützt, doch reicht das wenige Geld nicht für eine gesund« Frau, geschweige denn für eine kaum genesene. Unterernährung, ungesunde Man- ardenwohnung, Kälte usw. sind bekanntlich die besten Vermittler der Tuberkulose.

Anna S......geht schon vierzehn Wochen

„stempeln". Wegen eines Heinen Mietrückstandes soll ie exmittiert werden, obwohl sie schon 5 Jahre in dem Zimmer wohnt und sonst immer pünktlich bezahlt hat. Sie bittet um baldige Berücksichtigung. . . .

Maria B . . . Lehrmädchen, wird an Ostern entlassen. Sie fft dann Gehilfin. Da der Vater seit mehreren Jahren arbeitslos ist und da außerdem noch vier Heinere Geschwister die Schule besuchen, die Mut­ter aber an Gelenkentzündung schon mehrere Jahre im Bett liegt, bittet sie, ihr die Stellung schon jetzt zu übertragen, ,Hamit wir ein Hein wenig mehr Geld haben. ..."

Katharina 5t ... . seither Filialleiterin, kann als 52jährige keine Stellung mehr finden. Ihre Filiale wurde mit einer anderen zusammengelegt. Der Ehe­mann ist von einem Auto tödlich überfahren worden.

Berta M . . . . wurde wegen Konkurses der Firma »nHaffen. Zwei Brüder gefallen, der Vater früh ge­storben. Zwei Heinere Schwestern harren mit der Mutter allmonatlich des Verdienstes der Tochter. Ich gehe auch als Dienstmädchen oder Putzfrau heißt es in dem Bewerbungsschreiben.

Ueberhaupt ist es erstaunlich, wieviele junge Mäd­chen sich heute bereit erklären, auch andere Arbeiten ju verrichten. Sie bieten sich an zum Beaufsichtigen der Kinder, sie wollen Botengänge machen, Haus- und Gartenarbeit erledigen ober erklären, wie eine der Be­werberinnen: „Ich scheue keine Arbeit, wenn ich nur etwas dabei verdiene."

Das Typische an den heutigen Bewerbungsschrei­ben ist die Tatsache, daß sie Zeugen eines ernsten Ar­beitswillens sind. Jede Bewerberin möchte die Stellung haben, die Gehaltsfrage spielt bei vielen überhaupt keine Rolle mehr, sie sind froh, wenn sie irgendeine Beschäftigung haben.

SeföfWtWt Advents-SrlmM.

Wieder einmal kommt leise die Adventszeit heran, die schöne Vorweihnachtszeit, die wir uns mit Tannen- grün und brennenden Adventskerzen so gerne stim­mungsvoll gestalten. Manch schönen Adventsschmuck können mir uns mit wenig Mitteln und Mühe selber anfertigen. Da ist zuerst der Adventskranz, für den mir wohl immer einen geeigneten Platz im Zimmer fin­den, läßt er sich nicht aufhängen, im Erker oder an der Lampe, so befestigt man ihn an einem Holzständer (der Fuß in ©temform und rat gestrichen wirkt be­sonders hübsch) und kann ihn nun auf jeden beliebigen Tisch stellen. Zum Kranz selber benötigt man als festen Innenring dicken Draht ober einen Weidenzweig, dieser wird zuerst mit langen Tannenzweigen gleich­mäßig fest umwickelt. Je großer der Kranz werden soll, desto dicker muß natürlich diese Umwicklung sein. Auf dieser festen Unterlage beginnt dann erst die eigent­liche Krarazbinberei. Hierzu werden die Zweigipitzen gleichmäßig 4—5 Zentimeter lang geschnitten und nun in gleichmäßigen Runden um den Jnnenkronz gebun­den, am besten mit feinem Blumendraht, die Spitzen der zweiten Runde decken den Draht, der die erste Runde befestigt. Nur das Verbinden von Anfang und Ende macht ein wenig Mühe, man muh sich gegebenen­falls mit einigen nachträglich befestigten Tannenzwei- gen Helten und verdeckt die Ueberganasstelle mit dem roten Bändchen. Die praktischsten Kerzenhalter be­stehen aus einem 3—4 Zentimeter langen Stück Draht, den man an einem Ende erhitzt und von unten in d>e Kerze hineinsteckt. Ist er erkaltet, so sitzt er fest und die Kerze kann nun mit dem anderen Drahtende in den Kranz hineingesteckt werden, und steht auf alle Fälle gerade und fest. Wird der Kranz aufgehängt, so kann er noch mit ein paar Tannenzapfen verziert werden, etwas Lametta gibt ihm ein fest'iches Aussehen.

Etwas mehr Arbeit macht die Adventskrone, die aber dafür auch um so festlicher wirkt, nm schönsten in einem Erker ober der Türfüllung zwischen 2 Zimmern. Sie besteht aus drei Heiner werdenden Kränzen, mit roten Bändern im Abstand von 25 bis 30 Zentimeter verbunden. Der unterste, größte trägt die Kerzen.

Eine größere Tafel können wir mit Adventsleuchtern stimmungsvoll schmücken. Das Gestell hierzu fertig* uns jeder Tifcdler schnell und billig an. Es besteht aus einem ca. 25 Zentimeter hohen Ständer, der einen ca. 25 Zentimeter langen Querftab trägt. Beide merbm nun gleichmäßig mit kurz (3—4 Zentimerter) geschnit- tenen Tannenzweigenspitzen umwickelt — und zwar der Ständen von uhten nach oben gehend — in derselben Art wie der Kranz zum Schluß. Das Holz des Stän­ders ersetzt die dort erst gebundene feste Unterlage. 3 Kerzen, in der Mitte und an jedem Ende je eine, werden bann mittels eines Drahtstückchens in der Tan- nenumwicklung des Querholzes befestigt.

Wollen wir die Tafel noch festlicher gestalten, so be- kommt jeder Platz sein eigenes Leuchterchen. Den Fuß bildet ein recht rotbackiger Apsel. in den eine Kerze mit ein paar kurzgeschnittenen Tannenzweigen gesteckt wird. (In diesem apfelarmcn Winter tut es ebenso gut eine Kartoffel, mit rotem Seidenpapier umwickelt.) Ein netter Platzschmuck, der besonders auch Kindern, am Abventssonntagmorgen auf ihren Platz ge'egt, Freude macht, ist der gefüllte Tannenzapfen. Schöne lange Tannenzapfen werden einen Tag in Herdnähe gelegt, daß sich die Schuppen offnen. Unter die Schuppen werben dann bunte Schokoladenplätzchen geschoben, der Tannenzapfen mit feinem Draht an einem Tannen­zweig befestigt und hieran wiederum ein rotes Kerzchen.

Als besonders reizvollen Adventsschmuck, der wohl di« wenigste Arbeit macht, sei noch die Apfelpyramide erwäfjnt. Hierzu benötigt man 4 schöne rotbackige gleichmäßig gewachsene Aepfel, in die wieder Kerzen gesteckt werden und 6 Holzstäbchen (Blumenstöcke) ca 23—25 Zentimeter lang, an beiden Enden zugespitzt. Diese werden dicht mit ganz kurz (2—3 Zentimeter) ge­

schnittenen Tannenzweigen umwickelt, dann geht es an das Zusammensetzen. Soll die Pyramide versetzt wer- den, so setzt man sie am besten auf einem Stück Pappe, mit gelbem Seidenpapier beklebt, zusammen. 3 der umwundenen Stäbchen und 3 Aepfel bilden ben unteren Teil. In Dreiecksform werden sie mit einander ver- bunden, d. h. von jeder Seite ein Stäbchen in einen Apfel hineingesteckt, so daß ein Dreieck entsteht. Nun wird in jeden Apfel schräg von oben eins der restlichen 3 Stäbchen gesteckt, welche alle drei mit der andern Spitze den 4. Apfel tragen, der die Pyramide krönt.

K. ©., Fulda.

Ist Musik-Anterricht Luxus?

Von A. Zische.

Deutschland steht im Zeichen des Abbaus. Abbau der Beamten, der Löhne, jeder nur entbehrlichen Ar­beitskraft! Wie wenig sozial die Maßnahmen sind, wie dadurch die Lawine der Arbeitslosen unheimlich araschwtllt, wie täglich neue Scharen arbeitsfreudiger Menschen in Not und Verzweiflung geraten, ist genug- fam bekannt. Langsam aber sicher werden durch die Einschränkungen, die sich alle Menschen auferlegen, alle Berufszweige ergriffen. „Leidet ein Glied, fo leiden alle" so kann man auch hier fragen. Schließlich wer­ben die Menschen von einer wahren ©parfamfeitspfg- chose erfaßt. Es wird eingeschränkt und gespart, wo es vielleicht nicht immer nötig ist und wo Kulturwerte verloren gehen, die schwer wieder eingebracht werben können ... Ich berate dabei an ben Musikunter­richt!

Gute Eltern pflegen zu sagen: „Zu allerletzt spa­ren wir an der Erziehung unserer Kinder, lieber wol­len wir uns selber alles versagen". Und doch gehen sie bei der nächsten Gehaltskürzung daran, die Musik­stunden, die sie als Luxus betrachten, zu streichen. Wir wollen uns einmal ganz ehrlich die Frage vorlegen: Ist Musikunterricht denn wirklich Luxus? Ist er nicht ein wesentlicher Faktor in der Gemütsbildung unserer Kinder, selbst der Erwachsenen? Ist das Luxus? Ge­hört nicht eine umfassende musikalische Kenntnis zur Bildung überhaupt und ist Bildung Luxus? . . .

Ich glaube dies« beiden Hinwesie genügen schon, um unsere Frage zu verneinen! Ein Mensch, der neben den anderen Unterrichtsfächern von Kindheit auf guten Musikunterricht genießen durste, so daß er in späteren Jahren sein Instrument beherrschen lernte, weiß, was ihm dieses Können für sein ganzes Leben bedeutet. Nicht nur, daß er selbst sich seine Musestunden auf edelste Weise ausfüllen kann, nicht nur, daß er durch sein Musizieren andere erfreut und sich damit Eingang in Menschenherzen verschafft — wie ungezählten wurde in schweren Tagen die Musik eine Trösterin! Nicht nur Das Selbstmusizieren als Solist oder in Gemein­schaft bereitet große Freude — wie viel mehr Ver­ständnis und höheren Genuß hat der Hörer eines Kon- zertes, der selbst musiziert und dadurch dem Inhalt einer Komposition ganz anders zu folgen vermag. „Ich ver- stehe nichts von Musik". Wie oft hört man bedauernd diesen Ausruf! „Meine« Eltern haben mich in meiner Jugend leider nicht dazu angehalten, ein Instrument ZU erlernen, weil ich kein Talent hatte". Es gehört ja gar kein besonderes Talent dazu, um die Fähigkeit zu musi­zieren und eine musikalische Bildung zu erlangen. Cs ist wie in der Schule — jeder kann die seinen Anlagen gemäße Stufe erreichen; der eine klimmt höher als der andere, wie es überall im Leben der Fall fft

Darum ihr Eltern und Erzieher, besinnt euch, ehe ihr den Musikunterricht eurer Kinder einstellt! Nehmt chnen nicht die Freude, die sie schon jetzt an der Musik haben, und bringt sie nicht um einen Lebensfaktor, der sie die Schwere des Lebens, das ihrer harrt, verges­sen läßt, der ihr Gemüt vertieft, der ihrer Seele neue Schwungkraft gibt und ihr Dasein um vieles berei­chert! Sie werden es euch ewig danken!

Die Frau und die Politik.

36 Frauen im neuen Reichstag.

Die siozialdemokratffche Fraktion zählt im neuen Reichstag 13 weibliche Mitglieder, bisher ebenso 13. Die Kommunisten haben die Zahl ihrer Frauen von 12 auf 13 erhöht. Beim Zentrum sind von bisher 6 grauen 5 wiedergewählt worden. Bei den Deutsch- nationalen sind wieder 3 Frauen gewählt worden. Bayerische Bolkspartei und Deutsche Volkspartei stellen je eine Frau. Alle übrigen Parteien haben feine Frauen in ihren Reihen, die Nationalsozialisten aus Prinzip. Die Zahl der Frauen im neuen Reichstag wirb danach 36 betragen, bisher 37.

Die praktische Hausfrau.

Hoffärben des Betlinletts.

Das Inlett der Kopfkissen färbt mitunter die Be­züge rot. besonders beim Waschen. Man verhindert dies wirksam, indem man die Kopfkissen vor dem Ein­weichen mit einer scharfen Bürste gut ausbürstet, damit alle roten Inlettfasern, die die Färbung Hervorrufen, entfernt werden.

Die Haltbarkeit der Skieselsohlen

wird wesentlich erhöht, wenn man die Sohlen vor dem ersten Tragen mehrmals mit Lederfett oder Del ein­reibt. Diese Prozedur wird solange wiederholt, bis di« Sohlen keinerlei Fettstoffe mehr aufnehnkkn.

nichtige Behandlung des Waschfestes.

Unsachgemäße Behandlung verkürzt die Lebens­dauer des Waschseiles außerordentlich. Vor allem darf man es niemals aufwickeln, ehe es nicht vollkommen trocken geworben ist. Man lege das Seil beim Auf- wickeln auch nicht in zu enge Windungen, da es dann leicht brüchig wirb.

wenn der Ofen nicht brennen will.

Im Winter, besonders an nebeligen Tagen, macht bas Anzünden des Feuers int Herd oder Ofen mit­unter besondere Schwierigkeiten. Das Dorwärmen des Kamins hat sich in diesen Fällen als geeignetes Hilfs­mittel erwiesen. Es geschieht in der Weise, daß man einen brennenden Strohwisch ober einen Büschel Zei­tungspapier in ben Kamin hält.