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16. November

Beilage zur Fuldaer Zeitung

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Weihe an das Vaterland.

Freude, Freude, Brüder, Freud« Soll von euren Stirnen springen Und des deutschen Land's Gebäude Wie ein Tubenrus durchdringen.

Heller Tag steht vor den Toren, Der aus Tod uns ward geboren. Was den Vätern nicht gelang, Unser junger Ann erzwang.

Aus dem Blut der toten Streiter Bauten wir dich, Deutsches Reich Und du bist uns Wegbereiter In die Freiheit allen gleich.

Hebt di« Fahnen in di« Reihrn, Laßt sie zu den Sternen wehn. Vaterland, uns dir zu weihen, Siehst du schwörend uns hier stehn: Treu, wie dein« toten Söhn«, Mrd dein Werkvolk mit dir gehen.

Kampf dem Hader, laßt die Sorgen!

Seht, ein Heller Zukunftsmorgen Bricht uns glanzend dann heran, Stehn wir einig, Mann zu Mann.

Brüder, reicht zur Tat die Hände, Stellt euch in den Arbeitstag: Laßt des Reiches schwache Wände Schmieden uns im Hammerschlag.

Seinem Manz gilt unser Sorgen, Unsrer Herzen stolzes Glüh». Werkvolk wir, dein Volk von morgen. Schicksal du, aus dunklen Tagen, Unser« Zukunft Republik, Sieh, wir wollen alle tragen Tief im Herzen dein Geschick.

Einmal wird der Morgen flammen, Wo wir auf den Gipfeln stehn, Und, im Bruderbund zusammen, Deutsches Volk dich einig sehn.

Alex Crenter inRuf von Trier'.

Der FAD. ist in weniger als einem Jahr zu einer sozialen Bewegung geworden, die man sich aus dem Gegenwartsleben bedrängter deutscher Jugend gar nicht mehr wegdenken kann. Gegenwärtig sind es schon 250 000 junge Leute, Jungmänner und Mädchen, die in den Gemeinschaften des FAD. den Segen der Arbeit ver­spüren dürfen. Eines ist da bemerkenswert: je weiter der Gedanke des FAD. vordrang, desto fühlbarer wurden gleichzeitig die Bestrebungen, den gesunden Gedanken eines auf Freiwilligkeit gegründeten Arbeitsdien- stes durch Zwang, durch Uebergang zur Arbeitsdienst- pflicht abzulösen. Es hat fast den Anschein, als seien wir schon auf dem Weg« zur Arbeitsdienstpflicht. Diese halbmilitaristische Verfälschung entspräche ganz dem Wil- len einzelner Gruppen, denen die Regierung allzu bereit ihr Ohr neigt. Es ist darum an der Zeit, daß man sich auch katholischerseits gegen die drohende Umbiegung des FAD.-Gedan- kens zur Wehr fetzt, weil wir den gesinnungs- einheitlichen Aufbau der Lager für das einzig Erstrebenswerte halten. So nur, scheint es uns, können die Werte, di« dem FAD.-Gedanken innewohnen, für das Volk nutzbar gemacht werden, so allein kann Arbeit«- dienst zum Bolksdienst sich gestalten. Gerade über diese FrageArbeitsdienst am Volksdienst' schreibt David Gathen-Köln, also ein Berufener aus dem Kreise der Jugend, in derKaritas' (Karitas-Derlag Freiburg t. Br.) einen bemerkenswerten Aufsatz, dem wir die fol­genden Gedankengänge entnehmen:

Die Jugend steht zunächst im Arbeitsdienst eine neue und im Augenblick für weiteste Schichten di« einzig« Mög- lichkeit, durch persönlichen Einsatz ihre geistigen und kör- perlichen Kräfte und damit ihr ganzes Sein in den Dienst der Volksgemeinschaft zu stellen. Im Vorder- gründ dieses persönlichen Einsatzes steht die Hingabe an ein Werk, welches gemeinnützig ist. Wir erleben es oft im Arbeitsdienst, daß dort, wo man das Gefühl hoben darf, daß die Arbeit in sich wertvoll ist (weil tat- sächlich neue Werte geschossen), in der Gruppe der Ar- beitsdienstsreiwilligen, unbekümmert darum, ob die ar­beit hart und schwer, naß und dreckig ist, mit einem seltenen Geist von Bereitschaft, Arbeitswilligkeit und einer in der normalen Arbeit kaum gekannten Lebensftohlich- feit geschafft wird. Auch hier darf man sagen, es liegt alsdunkl«Ahnunginder©«eledesjungen Menschen, daß das K r 8 ft er e s e r v o i r unseres wirt chaftlich verarmten und ausgebeu- teten Volkes durch feine Arbeit wieder aufgefüllt und damit zugleich Kraftquelle wird für einen neuen Ansatz und neue Lebensmöglichkeiten der Wirtschaft.'

Dann spicht David Gathen von der durch den FAD. möglichen Wiedererweckung von Fähigkeiten, die in un- I krem Volk zu ersterben drohten, die letzten Endes aber immer wieder ein Volk in Not aufgerichtet und hoch- I gehalten haben.

Die Aufwertung der seelischen Sub­stanz des Volkes, die wir nun wiederum bildhaft er­leben und schauen können, in letzter unbedingter Hin­gabe an ein Werk, unbekümmert um Härte der Arbeit und Schmalheit des Lohnes, in der T r«u e z u Schicksalsgenossen, in der Verantwortung für nichtperfönliches Gut, in Liebe und Hingabe für dieres publica' und in der Kraft kämpferischer Kameradschast, schier Unüberwindliches mit Lebensfreude zu bezwingen.

Damit bringt uns die Notzeit die Möglichkeit, daß wir uns zum ersten Mal« seit Generationen aus I der Umklammerung kapitalistischer Machtgelüste frei- machen können, und daß es den jungen Menschen in um [erem Volke zum erstenmal« wieder in größerer Zahl möglich wird, die säst völlig verschüttete Berufs­idee des Ehristentums in ihrer Reinheit neu zu erleben und zu lieben. Damit rückt, was als tiefste Sehnsucht in unserer Werkjugend lebt, in grö­ßere Wirklichkeitsnähe: eine neue Synthese von Arbeit und Leben zu finden, Arb eit und Le- | bennichtalsGegensatz, sondern als polare Span-

durch Beratung zu Helsen.

Zum Schluß noch eine Erfahrung, die ichon man­cher gemacht hat: Wer einmal wagt, gegen den alther­gebrachten Deranstaltunqsstil anzugehen, wird fteudig von der Begeisterung Überrascht werden, die em gute« Stück in den Spielern und in den Zuschauern auslost- Mag auch noch Sehnsucht nach Sentimentalität in man­chen Gemütern sitzen, sicher ist, daß andere froh sind, los zu werden. Wer wogt, gewinnt.

Joseph M. Wilhelm, J

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wird mit der sogenannten Wehrerziehung nichts er­reicht.

Er aber, der Mensch, der neu im Vaterland verwur­zelt wird, der aus einem ewigen Nomaden zwischen Großstadtmauern zu einem Besitzer vonVater-Land wird, der eingeordnet wird in die geistige und natürliche Erbsolge, der kann Vater-Land verteidigen und ist be­reit, kämpferisch neuen Lebensraum zu erobern.

Ein Gleiches gilt von jenen, die die Ar b e i t n u r u m der Arbeit willen auf den Thron heben und so zum Allheilmittel für die Heranbildung der jungen Ge­neration machen möchten. Nicht u m der Arbeit w'llen wollen wir den FAD., nein durch die Arbeit willen wir im FAD. eine Möglichkeit haben, vor allem bi« Kraftspeicher unseres Wirtschaftsvolkes aufzufüllen. A r» beit ist nicht Ziel, sondern nur ein Mittel des FAD.'

Der Aufsatz schließt:

Wenn die Arbeit wirklich von Erfolg sein soll, wird es notwendig sein, daß wir vielleicht nach dem Plan Rußlands den jungen Menschen ganz konkrete Aufgaben stellen:

Jugend erobert eine Provinz im f Frieden!

Jugend schafft neues Land! Jugend schafft Lebensraum für junges Volk! Jugend Hilst zusammenbrechendes Volk neu auf bauen! Jugend i ft I r ä g e r ber Sieblung! Alles Dermanfchen und Vermischen des FAD. mit Zielen, die aus anderen Zwecksetzungen herauskommen, verschüttet in der FAD.- Bewegung den Dienstgedanken, begräbt jegliche Möglich­keit auf diesem Wege zu konkreten Ansätzen der Neu- Ordnung unseres Wirtschaftsvolkes und ber Neubildung wirklichen Volkstums zu kommen, vermehrt die grund­sätzlichen Spannungen im Volk, anstatt sie zu vermin­dern!" David G a t h e n-Köln.

Mrerlager für den Arbeitsdienst.

tzn der Führerschule des Katholischen Iu n g- minneroerbanbes, Haus Altenberg bei Mn, befindet sich feit Wochen ein Führerlager, bas Junglehrer und Iu n gl ehr er i n n en für die praktische Aufgabe eines Führers im Arbeite- MenfHager fchult. In Gemeinschaftsarbeit und Gemein- ichastsleben sollen sie auch selbst alle Möglichkeiten der Menschensührung in Verbindung mit einem bestehenden Arbeitslager ausprobieren. So stehen theoretische und praktische pädagogisch« Führungsarbeit in sehr seiner Verbindung. Das besondere Dezernat des Katholi- schen Jungmänneroerbandes für Erwerbslosenhilfe und Freiwilligen Arbeitsdienst hat durch dieses Führerlager wieder ein Werk gesetzt, das sowohl den Arbeitsdienst- lagern, wie auch unserer Junglehrerschast zugute tommt

Der Reichskommissar für den Freiwilligen Arbeite- dienst stellt in einem Erlaß fest:Bereinigungen und Verbände find bann als Träger des Dienstes am geeignetsten, wenn ihre A n - gehörigen auch durch die Gemeinschafts, ibeen, die außerhalb des Freiwilligen Arbeitsdienstes liegen, verbunden wer­den'. Der katholische Volksteil hat ein begründetes Interesse daran, daß die Möglichkeit zu weit» «nfchaukich orientierten Arbeitsdien- st en besteht und auch sichergestellt wird. Ersteres ist durch die behördlichen Erlasse verbürgt, letz- leres muß aber durch die interessierten katholischen Kress« verantwortet werden. Eine ausreichen de Zahl von Arbeitsdienstführern muß do- rum jederzeit zur Verfügung stehen. Der Katholische Jungmännerverband sorgt dafür. Gesuche um geeignete Führer werden darum zweckmäßig an di« Geschäftsstelle für Freiwilligen Arbeitsdienst. Jugend- Haus, Düsseldorf, Derendorferstraße 1 gerichtet.

Jugend erobert eine Provinz im Frieden

Freiwilliger Arbeitsdienst als volksdienst. Gin Beitrag zu den Auseinander­setzungen um den FAD.

So möchte man unsschleifen". Christlicher Pfadfinder" berichtet über sein« Erlebnisse in einem Eager desReichskuratoriums für 3agenb- ertüchtigung."

Wie sehr di« Jugend auspassen muß, wenn sie nicht immer mehr in die Gewalt ber reaktionären Kreis« kommen will, di« jetzt, 14 Jahre nach ihrem schmäh- lichen Zusammenbruch anläßlich der sog.November- revolution" wieder Kourage bekommen haben, zeigt der Bericht, den ein christlicher Pfadfinder über seine Erfahrungen in einem Lager desReichskur», toriums" gab. Sie lassen sich in folgende Stichwort« zusammenfassrn:

Marineleutnant a. D. als Lagerführer. An­schnauzen! Maulhalten! Durchhalten! Exerzierubun- gen nach den neuesten Regeln der Reichswehr. Ge­päckmärsche mit Geländedeckung. Bildung von M.-G, (Maschinengewehr)-Abteilungen, Hebungen im Bedienen und Munitionstransport. Fliegeralarm, Deckungs- und Schutzübungen. Angriffe auf feindliche Stellungen. Spannen von Fernleitungen und ähnliche Dinge mehr.

Man sieht daraus, was von der kleinen zielbewußten Schicht derPreußen' angestrebt wird: Ertüchtigung durch Kasernenhof-Drill, was aber nichts anderes be- deutet als Befestigung der Herrschaft einer kleinen Oberschicht. Wir sind nicht gegen die staatliche Jugend- ertüdjtigung und bekennen uns zum richtig verstau- denen Wehrgedanken, aber wir wehren uns mit allen Kräften gegen den versuch, das deutsch« Volk wieder durch den preußischen Militarismus zu knechten. Das ist der Weg nach rückwärts, den die gesunden vorwärts, strebenden Kräfte ber deutschen Jugend nur so lange zähneknirschend mitmachen, bis es Zeit fein wird, wirk­lichen Volksführern die Bahn wieder frei zu hauen. Fluchwürdig aber mutz man das Verhalten der einge­bildeten ,cherrenfchicht" nennen, die die Einsatzbereit­schaft deutscher Jugend für ihre eigensüchtigen, den Interessen des Vaterlandes widerstrebenden Ziele miß­brauchen will. Traurig ist nur, daß die deutsche Erneuerungsbewegung", der Nationalsozialismus. I nichts anderes erreicht hat, als diesenHerrenmenschen

die Möglichkeit zu verschaffen, an die (scheinbare) Ber- | wirklichung ihrer Pläne heranzugehen.________________

hinweist, die der Jugend und der Idee des FAD. dro­hen und zwar von Leuten, deren Blick rückwärts ge­wendet ist; für die Jugenderziehung nur in Formen denkbar ist, die irgendwie in Verbindung stehen mit dem Kasernenhofdrill unseligen Angeden­kens:

Durch dieses Bestreben wird nicht nur die Idee bes Freiwilligen Arbeitsdienstes z«r- schlagen, sondern in gleichem Maße auch die Weh r- Hastigkeit, zu der man ja die deutsche Jugender­tüchtigen" möchte.

Wehrhaftigkeit ist nicht nur eine 5rage äußeren Drills, etwas Erlernung mechanisierter Funktionen, sondern ist letzter Einsatz der IHannestraft für bas Volk, die ihr Kraftzentrum aber nicht in trainierten Muskeln, sondern in der Dynamik der Seele und des Geistes hat.

Wo Seele und Geist ausgeschaltet, zum persönlichen Ein­satz nickst bereit sind, weil die vitalsten Interessen des zukunftgläubigen Menschen nicht beachtet werden, da ko entronnln". Wie man allerdings die Zusam­menstellung von einem Spieldes verlorenen Sohnes' mit 'tanadjfolgenbemHauptmann von Köpenick" zu­sammenreimt, ist mir nickst klar. Besser ist wohl Scheo dunq des erbaulichen Abends vom luftigen. Freilich machte man bas früher fo. Aber Perücken trug man ehedem auch einmal und heute hat man sie nicht

Musik umrahmt, um NüdlingsWeihnachten bei Schlichtemanns' gruppiert, vereint mit dem lebendigen Wort kann auch ein kleineres Stück den Abend durchaus erfüllen. Größere Orte können sich freilich leichter für «in Werk entscheiden, bas viel Mühe fordert. So gestaltete ein Kirchenchor feine Weihnächte- feier zu einer Darbietung des H. F. Müller schen Weih nacht soratorium". Aber bei rech- tem Stilgefühl kann auch in kleinen Vereinen Gutes erreicht werden. Da wird durch Lied und Wort statt einer Darbietung eine Familienfeier gestaltet. Jo- seph ZimmermannsVorlese stunden und Volksbildungen b ende" (Bonn, Verlag des Borromäusvereins Mk. 2.50) können dazu mancherlei Anregung geben. Auch gute A d v e n! sf e, e r n firtb versucht worden. Ein Verein führte das Advents­spielWachet aus" von Franz Herwig aus. Um­rahmt war auch dieser Abend vom geeigneten Wort und passender Musik. Möchten diese Versuche viele Nachahmer finben. Man sage nicht, daß die Zuschauer solche Stücke nicht wollten Es fehlt oft nur dabei an ein paar packenden Einführungsworten. Der Zu- schauer hat oft mehr Geschmack als man ihm zumißt.

Wie armselig wirken neben solchen Veranstaltungen rein äußerlich schon etwa folgende Titel:Die Spiel­uhr im ©lodenturm oderDie Tragödie von Schönbrunn". Heberden roten Wolf finde ich nirgends einen Hinweis. Ob nicht auch er gegen ein besseres Stück hätte ausgewechselt werden können? Hoffentlich haben die Zuschauervorn Ort, wo meine Wiege stand" dps rechte Heimatg^ suhl für das Elternhaus dadurch erhalten. Daß durch ein Stück wieDeutsche Frauen, deutsche Treue", das im Kriegsanfang spielt, die erhoffte deutsche Eintracht gemehrt worden ist, will ich zu Gun- ft en der Veranstalter hoffen. Wenn ich aber meine bescheidene Meinung sagen darf, so glaube ich, daß sie durch eine staatsbürgerliche Schulung besser zu erreichen ist als durch ein Spiel. Jinmerhin will ich nicht mit meiner Meinung vorgreisen ....

Dem Lustspiel gegenüber braucht man nicht so tn« Usch zu sein. Es wurde aufgeführt:Das Medium , | sicherlich eine Harmlosigkeit, ein luftiger Einakter nannte | sich merkwürdigerweiseDer Hölle von Marok-

der in biblischen Stoffen wohl feine besseren Stück« ge­soffen hat. Auch das Legendenspiel wurde ge­pflegt.Der Geiger unserer lieben tfrau von Humpert und derGeiger von Gemünd von Götffchall wurden aufgeführt. Die Darstellungen von Heiligenleben traten im letzten Winter zurück. Vielleicht hat man erkannt, wie heikel solche Ausfüh­rungen sind, wenn die Darstellungen nickst zu einer Der« tleinerung der Heiligengröhe führen soll.

Hier wo es um gute Dereinsbühne geht, sei noch­mals aufDie Volkskunstliste" des Dolksvem eins und für die Mutigen auf denRatgeber Jur Volksfpielscharen" (Verlag der Hauptwohl­fahrtsstelle für Ostpreußen Königsberg i. Pr.) und auf dasTaschenbuch für Laienspieler des Bühnenvolksbundes hingewiesen. Nachdem bereits in manchen Vereinen treffliche Arbeit geleistet worden ist, sei noch einmal um die Mitarbeit an einem Spielkalender gebeten, der bereits tm oongen Jahr vorgeschlagen wurde. DasBlatt der Jugend wäre der geeignete Sammelplatz für solche Ratschlage. Es wären anzugeben: Verlag, Preis und Titel des Stückes, Anzahl der Spieler» Sp i e 11> a u e r, eine kurze Charakteristik und eine In­haltsangabe des Stückes. Nicht vergessen werden bart die Bühnenausstattung und die Hauptsache: die Eignung des Stückes für die verschiedenen Verhältnisse, die Eig­nung für Stadt und Land, die Ansprüche an d>« Spielfähigkeit des Vereins. Auch Angaben über die Umrahmung des Spiels wären vielletcht wertvoll, ob eine kurze erläuternde Einführung gegeben wurde oder nicht. Es gilt nicht nur, selbst eine gute Theaterveran- staltung ins Werk zu setzen,' sondern auch anberen Vereinen, die auf ber Suche noch guten Stücken sind-

Einen mittigen Versuch in der Wiedergabe eines guten Suftfpieles wagte ein Rhöndors mit der Auffüh­rungder deutsche Kleinstädter" von Kotze­bue. Wir sehen, daß wir nur zu wagen brauchen, und schon ist das gewonnene Spiel auf unserer Seite.

Noch einige Bemerkungen zu den aufgeführten Schauspielen. Ein Liebhaber Friedrich Wilhelm We­bers sagte zu mir, daß jemand, der Webers Dreizehn- linden liebe, nickst I. FaustsElmar" sehen dürfe. Sicher ist es wohl, daß Originale nicht durch Kopien ersetzt werden können. Freilich, wer bas Volk so mit Dichtungen bekannt machen will, ber mag es tun, ob der Weg gut ist, mag als Frage offen bleiben. Nickst vergessen werden darf in unserer Sammlung: Der Hauptmann Jaguar". Er ist di« Druk- kerschwärze nicht wert, obwohl Verlag und Verfasser schon allerhand daran verdient haben mögen. Es ist der gleiche Verfasser wie inKreuz und Sowjet- st er n". Man versteht wirklich nicht, wie aus dem heldenhaften mexikanischen Kulturkampf jene Räuber­pistole von Jaguar gemacht werden konnte. So ober­flächlich dürfen wir weder den mexikanischen Kultur­kampf noch den Bolschewismus nehmen. Dazu sind die Dinge zu ernst. Daß Eckerskorn die Gestalt des HeldenSchlaggeter" um den schicksalvollen deut­schen Ruhrkampf zu einem Epssodenschrnarren er­niedrigt, ist um des wahren Heldentums willen traurig. Geistige Auseinandersetzungen dürfen nicht so herabge-

Was nun?

Die neue Spielzeit unserer Vereine beginnt. . .

vielleicht erinnert sich noch der eine ober andere t>em letzten Winter her ber Gedanken zum Ifjeaterfpiel in unseren Vereinen, die hier imBlatt ber Jugend" von verschiedenen Seiten gemacht wurden. Wir wollen am Beginn dieses Winters diese Dinge noch einmal durchsprechen. Aber es ist vielleicht doch gut, daß wir uns zusammenfassend das beschauen, was im letzten Winter in unserem Lande tatsächlich ge­spielt worden ist. Eine Rückschau und Rückbesinnung ist sonst in unserem Leben oft am Platz, auch im Thea­terspiel sollte sie am Platze fein, wenn man ein Nein wenig Achtung vor den Zuschauern Has, die doch ihr gutes Geld für den Besuch der Theaterabende aus- geben.

Zum Glück scheint im letzten Winter die Konjunktur ber Weihnachtsstücke, die falsche Gefühle kübelweise ausschütten, zurückgegangen zu sein. Leider istD e r Wilddieb am Weihnachtsabend" noch ^nicht endgültig umgekommen. Haben denn unsere Jagd- "ächter ein besonderes Interesse daran, daß der Jagd- freoel am Weihnachtsabend durch die Bühne befämptt wird? Ich glaube es nicht recht. Ich denke mir die Sache fast fo, daß die alten Ladenhüter in den Vereinen noch aufgehoben werden und an befreundete Vereine weitergegeben werden. Heberhaupt um die Moral auf der Bühne! Erzieht doch an den Vereinsabenden tüchtig und laßt derartige Erziehungsversuche von der Bühne weg.Das Gift ber 3 u g e n b" wird nicht burch eine Aufführung beseitigt. HeberM einento wori" kann ich nicht urteilen, in den Verzeichnissen guter Spiele konnte ich es jedoch nicht angegeben fin­ben. WarumDer verlorene Sohn" in eine Weihnachtsfeier eingebaut wurde, kann ich nichi k-cht verstehen. Auch die Stücke:Weihnachten wie daheim" und Heidenröslein" hätten sich wohl durch wertvollere ersetzen lassen.

Erfreulicherweise aber ist auch ber Sinn für gute Weihnachtsfeiern mehr in die Breite gewach­sen. Eine inhaltlich abgerundete Feier wurde, von

setzt werden.

Vom Bemühen um religiöse Gestalten zeugen die Aufführungen, die biblische Stoffe geben. Ohne im einzelnen werten zu wollen, seien nur die aufgeführten Stücke genannt:Das verlorene Paradies von Huber, das den Sündenfall darsielli, der Vierokier

David" und die Aufführung eines Jungfrauen- I VereinsMein Lied dem König" von Humpert, l

nung zu erleben, die das Dasein wieder lebenswert er­scheinen läßt; und Form und Ordnung eines richtig ge­bauten Arbeitsdienstes sind in sich so stark, daß die na­türliche Seinsordnung des Lebens Theorien unb vor­gefaßte Meinungen einfach über den Haufen wirft."

Gathen nennt es das Große und Schöne am FAD., daß,obwohl die Arbeit hart und schwer ist, zum großen Teil sogar ungelerntemindere" Arbeit, daß nicht die Arbeit den Menschen, sondern hier tatsächlich der Mensch die Arbeit hat. Weil die tragende Idee im jun­gen Menschen, Land zu erobern, Land zu kultivie­ren, der Jugend einen Dienst zu erweisen, im Wirtschafts­aufbau unseres Volkes rnitzuhelsen, jene seelischen Kräfte weckt und in die Arbeit einsetzt, die heute im mechani- fierten Wirtschaftssystem von vornherein ausgeschaltet und brachgelegt sind.

Der FAD. bringt dazu die Möglichkeit, daß t er junge Mensch die ©etnsorbnungen des Lebens, die von einem Volke, soll es nicht zugrunde gthen, nie will- kürlich umgestoßen werden dürfen, in feinem Leben neu auf baut und damit in sich selbst und

im Volk den Grund legt für eine vollkommen neue Volksordnung,

In welche die Wirtschaftsordnung hineingehört.'

Der Verfasser nennt in diesem Zusammenhang die Bindung an Grund und Boden und damit an Werk. Im FAD. erlebe der junge Mensch vielleicht zum ersten Male in seiner Fülle, was in der Jugend- beroegung in dem RufZurück zur Natur!' cis Sehn- sucht aussprang; mancher werde im FAD. zum elften Male bas Erlebnis göttlicher Schöpferkraft an sich er- fahren. Als zweites großes Erlebnis im FAD. sieht Gathen bas der Bindung des Menschen an eine uber- persönliche Einheit, freilich nur im Falle eines absolut freien und ungezwungenen Ja. Dieses Ja gelte in weit höherem Maße von einer weiteren Bin. düng, der im Religiösen an Gott.

Gerade dieses Erlebnis ber religiösen Ge- meinschaft: im Arbeiten, im Leben, im Ziel, tm Wollen eins, wobei bas Leben aus einer letzten Bin- bung an Gott seinen Sinn erhält, ist wohl bas Tiefste und Größte, aber auch bas Allerwichtigste für bas Ge- fingen bes Arbeitsdienstes, well hier letzte Kräfte ber Seele neu aufbrechen, woraus das Volk in Zeiten tiefster Not immer geschöpft hat und schöpft, die Kraft des Be­tens und der Festgestaltung, die Kraft des Schauens und Hörens, des Staunens und Sichwunderns und zuletzt die Kraft unbedingter Hingabe. Es heißt also auf gut deutsch, daß wir hier im FAD. den Boden bereiten zur Neuaufwertung der christlichen Substanz unseres Vol­kes."

Man muß es dem erfahrenen Jugendblldner als gro- ßes Verdienst anrechnen, daß er mit aller Deutlichkeit auch auf

herandämmernde Gefahren

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