NILS
13. November
VeUage zur Fuldaer Aelluug
jtr. 263
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Gott und Religion erhofft.
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beachteten Leben selbst?
Und doch, besinne dich nur einmal, wo wäre da« Leben, das nur aus großen Ta en sich Zu- sammenseßte? Gewiß, von manchem wird Großes verlangt, sogar von Gott. Gr wollte und will noch heute durch das heroische Leben mancher heiligen verherrlicht werden. Aber glaubst du nicht selbst, daß viel mehr heilige im Himmel sind, die ungekannt und ungenannt ihr Leben unscheinbar und unbeachtet aber heilig lebten. Oder weshalb feierst du mit der Kirche das Allerheiligenfest? Und stehst du nicht am Allerseelentag an den Gräbern deiner Angehörigen und hosist und glaubt zutiefst, daß es Heiligengräber find? Wer von ihnen aber, die hort ruhen, vollbrachte m seinem Leben Heidentaten, die von sich reden machten?
Und wo bliebst du, wäre das Auffällige und Große, von dem die Leute mit Bewunderung reden, der Maßstab für wirkliche Größe! Dein ganzes Tagewerk find io lauter Kleinigkeiten, Selbstverständlichkeiten. Keiner beachtet sie besonders, keiner lobt dich darob und doch, sinkt der Abend, in sinken auch deine müden Hände in den Schoß und die müden Füße wollen dich kaum noch tränen. Für alle war und ist es alle Tage die große Selbstverständlichkeit, daß du. die Mutter, morgens die Erste und abends die Leßte bist. Weder dein Mann, noch deine Kinder sehen es als etwas Besonderes an, daß das Essen pünktlich auf dem Tiich
Diese jungen, von sozialem Gefühl und christlicher Opferbereitschast durchdrungenen Priester haben in den letzten Jahren gewaltiges geleistet.
Stunde liegt für dich der Ansatzpunkt für die Großtat deines Lebens. Nicht, daß du sorgst, weil sonst dein Mann ungehalten wird oder die lieben Nachbarn dich faul und unordentlich nennen, nicht das ist groß, sondern daß du dieses Muß durch deine frauliche und mütterliche Liebe umbiegst und umformst in ein bewußtes, freudiges: Ich will! Ich will, nicht weil ich es muß, sondern weil ich es kann, weil sie mich brauchen. Oder warst du noch nie krank, daß du und die Deinen sahen, wie sehr sie dich brauchen?
Durch dieses bewußte Bejahen deines Lebens wird sich für dich äußerlich freilich nichts ändern. Du wirst wieder wie zuvor die Erste bet der Arbeit und die Letzte bei der Rüste fein. Auch wird deine Arbeit wostl ebenso unbeachtet und unge- rüstmt bleiben wie vorher auch. Aber es wird dich nicht mehr unzufrieden und bitter machen, daß dein Leben sich in Kleinigkeiten erschöpft. Gerade die unscheinbaren Dinge deines Lebens werden dich zutiefst froh machen, weil du in schwerem Kamps Sieger bliebst. Weil dieser Kampf dir als Steger- preis die Erkenntnis brachte, daß G e b e n seliger ist denn Nehmen.
Das Anscheinbare.
Betrachtung zum Sonntagsevangelium.
steht, und daß die Wäsche von dir gewaschen und geflickt wird. Kein Wort der Anerkennung zollt man dir, höchstens ein unzufriedenes Wort, wenn du einmal eines der unscheinbaren Dinge nicht tatest. '
Es soll dich nicht bitter machen, daß ich btr h>er dein Leben wie einen Spiegel vorstalte. Du kennst das Bild ohnehin und oft genug stast du beim Nachdenken darüber trostlos werden wollen. Und hast dich doch immer wieder aufgerafst und Mann und Kinder weiter betreut und umsorgt.
Steh, es ist gerade so, als ob der Heiland diesen Vergleich für dich, die Frau und Mutter gewählt habe. Denn was ist ein Senfkörnlein schon Diel? Selbst du in der Küche achtest es nicht, wenn dir eines zu Boden fällt. Es bleibt liegen, bis es zertreten oder aufgefegt und weggeworfen wird. Und den Sauerteig tust du zum Brot als eine große Selbstverständlichkeit. Denkst du immer daran, daß er zum Gelingen des Brotes so wichtig ist wie das Mehl auch? So unscheinbar und scheinbar oft wertlos ist dein Tagewerk, dein Leben. Aber gerade in vielem Muß der PflichtTag für lag und Stund« um
I ( <>,it schon einmal recht bedacht, welch
jchei> Dinge der Heiland im heutigen Evan- ■fan wählt, um damit das Himmelreich zu ver- gleichen? Der Himmel, der uns als der anbegruf des Schönen und Guten gilt, ist nicht zu erhaben, um in den Vergleich zu einem unscheinbaren Senfkörnlein und dem Sauerteig gestellt zu werden. lln.1 du mußt schon glauben, daß es kein bloßer Zufall war, daß der Heuand so unbeachtete, unansehnliche Dinge für feine Predigt vom Himmel wählte. Ob er nicht gerade dir e nen Trost und eine Mahnung ins Herz geben wollte? Oder leidest nicht auch du an den unscheinbaren Dingen gerade deines Lebens, ja an deinem un-
Ein Gottlofen-Znnfjahresplan.
Die Zentrale des Borromäus-Vereins in Bonn berichtet folgende Tatsachen. Nach den neuesten Nachrichten aus der Sowjetunion p'anen die russischen Gewa! habet im Laufe der nächsten Jahre die Religion in Rußland vollständig anszurotten. Sn allernächster Zeit soll ein Dekret des Rates der Volkskommissare veröffentlicht werden, durch das ein Fünfjahresplan l ium Zwecke der vollständigen Vernichtung der
Kirch» fejtgel-'-st wird
Im ersien Jahre sollen genaue Pläne für die Schließung sämtlicher Kirchen und Gotteshäuser ausgestellt werden
Im zweiten Jahre will man die Religion aus den Familien verbannen, vor allem durch Entfernung aller gläubiaen Personen aus staatlichen ; Aemtern und Betrieben. Gleichzeitig sollen religiöse Handlungen und religiöse Literatur verboten werden.
Im dritten Jahre ist die Aktivierung der großen Gottlosenverbände geplant, und zwar durch Herstellung von religionsfeindlichen Filmen, durch Bearbeitung der Schulen, durch Verbannung aller Priester, die sich weigern, auf die Ausübung ihres geistlichen Amtes zu verzichten
Im vierten Jahre sollen sämtliche Kirchen, Kapellen usw den staatlichen Behänden über- | geben und in Arbeiterheime. Lichtspielhäuser und .. dergleichen umgewandelt werden.
nicht mehr die Letzten, sondern die Ersten sein wollen. Selig sind die Jungen, die hungern und dürsten nach Ruhm, denn sie sollen gesättigt werden. Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden strahlendes Blut stillen und leuchtende Schmerzen lindern. Selig sind, die reinen Herzens sind, die siegreich Heimkehrenden, denn sie werden ..
So geht die neue Bergpredigt d ' Annun - z i o s nicht nur für Italien ins Unermeßliche.
Und sie gilt nicht nur für das Verhältnis der Völker untereinander, sondern ebenso für d i e Stände und Klassen innerhalb eines Balkes. Man wähnt das recht zu tun in der treuen Gefolgschaft seiner Partei, verliert dabei ober das Verständnis für den Andersdenkenden: Der Gegner wird „unbekannt". So entsteht für den Bürger der Mythus „K o m m u n i st", für den Proletarier der Mythus „Bourgeois , jene „riesigen, angst- und baßgeschwängerten Vogelscheuchen, auf die man mit dumpfen Affekten reagiert, statt sich mit den dahinterstchenden Mää>- ten mutig und offen ausemanderzusetzen . Dabet sind es weniger die eigentlichen Parteiführer, die die Massen in dieser Gereiztheit, Niedergeschlagen- beit «rplosionsreif machen. Das tut der andere Götze: das Publikum.
Schon vor zweihundert Jahren bat der auf dem ,Ueberwasser"-Kirchhos zu Münster ruhende .Magus des Nordens", I. G. Hamann, diesem Götzen die Maske abzureißen versucht: „Du führst einen Namen und brauchst keinen Beweis deines Daseins: du findest Glauben und tust keine Zei- djen, denselben zu verdienen: du erhältst Ehre und hast weder Begr'sf noch Gesühl davon ... Es fehlt dir nickst an Augen und Ohren, die aber nicht sehen, nicht hören. Du mußt alles wissen und lernst nichts: hu mußt alles richten und verstehst nichts .. Dir werden täglich Opfer gebracht, die andere aut deine Rechnung verzehren um aus deinen starken OT abbeit»n dein Leben wahrscheinlich zu machen. So ekel du bist, nimmst du doch mit allem für- lieb."
3n bet Bannmeile nonBubapeft
Don Anton König. (Schluß )
(Vergleiche Nr. 257 der „Fuldaer Zeitung".)
Vor einigen Wochen starb der jugendliche Pfarrer Aladar Zofa>. der ebenfalls aus freiem Entschluß eine „Proletarierpfarrei" gegründet hatte Den En b-hrungen und Strapazen nicht Gewachsen. bat er sich nach einigen Jahren bald eine tödliche Krankheit zugezogen. Sein Begräbnis gestaltete sich zu einer Demonstration, rote sie selbst das in dieser Hinsicht verwöhnte Budapest nur selten gesehen hat. Am Leichenzug beteiligten sich voll Ernst und Trauer Tausende und Tausende seiner armen Gläubigen A s der Sarg in das Grab gehoben wurde, ging ein Schluch'en durch die Masten wie wenn ein Sturm durch den Wald zieht „Er war unser Vater", meinten die Mas- |en der Armen. Die 65 Priester, die dem Begräbnis beiwohnten, waren ein Zeichen, wie man in kirchlichen Kreisen über diese modernen Missionäre fühlt und denkt.
stadt und ihrer Umgebung zum Stillstand gebracht. Was der Staat und die Gesellschaft in der Vergangenheit unterließen, haben sie nachgeholt. Der Geist des großen sozialen Bischofs ProHaszka wacht über ihnen.
Als während des Kommunismus im Sabre 1919 die Kommunisten die Enteignung der Kirchengüter anordneten, wurden in Ungarn die K i r- chena.emeinden ins Leben gerufen. Die Kirchengemeinden, ausschließlich aus Laien bestehend, stellten die sittliche und geistige Eliletruppe der Pfarreien dar. Außer ihren sittlich-religiölen Aufgaben hatten sie auch d>e Pflicht, für dar mateoelle Wohl des Klerus zu folgen. Da die Kirchengemeinden sich während des Kommunismus äußerst bewährt hatten, wurden sie auch nach dem Sturze der Sorojecherrschaft beidehalten und sogar noch ausaebaut. Es hat sich als ein außerordentlich geschickter Griff erwiesen, die Laienwelt in die Ver- waltungstechnik der Kirche einzuschalten. Als mit Beginn des „christlichen Kurses" in Ungarn ein neuer Geist einsetzte, waren es die Kirchengemein- den. die diesen Geist auch auf rein kirchlich-religiöser Grundlage Zinfen tragen ließen. Innerhalb der letzten zehn Jahre wurden allein in Budapest 12 neue Pfarreien gegründet und 15 Kirchen erbaut. Außerdem wurden über Zwei Dutzend öffentliche Kapellen errichtet, so daß die 570 000 Katholiken von Budapest augenblicklich in 43 Pfarreien und 32 öffentlichen Kapellen betreut
I werden.
26. Sonntag nach Pfingsten Eingangslied: Jet. 29, 1t, 12 und 14.
«rüber! Wir danken Gott allzeit für euch alle „nh gedenken euer ohne Unterlaß in unseren Ge-
Wir sind eingedenk vor Gott, unserm Da- s E eures werktätigen Glaubens, eurer opferrotU L«n Liebe und eurer beharrlichen Hoffnung auf Kem Herrn Jesus Christus. Wir wissen von Ktt geliebte Bmdcr, daß ihr auserwahlt seid; Kenn unsere Verkündigung des Evangeliums hat ■L bei euch nicht b'oß in Worten vollzogen, son- ibern in Krast und im Heiligen Geiste und in red I Fülle. Ihr wißt es ja, wie wir unter euch : um euretwillen gewesen sind. Und ihr seid unsre - und des Herrn Nachahmer geworden, indem ihr Wdas Wort trotz der vielen Trübsal mit der Freude bes Heiligen Geistes ausgenommen habt. So fern ihr ein Vorbild geworden für alle Gläubigen m Maeedonien und in Achaia. Denn von euch erfcholl das Wort des Herrn nicht nur in Maeedonien und Achaia sondern überall ist euer Glaube an Gott bekannt geworden, so daß wir nicht nötig haben, ettras darüber zu sagen. Denn man erzählt überall, welche Aufnahme wir bei euch fanden, und wie ihr euch von den Götzen zu Gott bekehrt habt, um bem lebendigen und wahren Gott zu dienen und vom Himmel herab seinen Sohn zu erwarten (den er von den Toten auferweckt hat), Jesus, der uns errettet vom kommenden Zorne.
Evangelium: Matth. 13. 31—35.
Das Gleichnis vom Senfkörnlein.
Als die Not über das Land hereinbrach, und von Pfarrer Mihalowics die C a r i t a s a k 11 o n emgeleitet wurde, wandelten sich die 43 Kirchengemeinden in Filialen her Caritaszentrale um. Die Kirchengemeinden, die auch schon vorher das Hauptgewicht ihrer Tätigkeit auf die Proletarier- ko'onien verlegt hatten, stellten sich nun fast aus- schließlich in den Diensi der Linderung der Not. Wie erfo’greicb ihre Tätigkeit war, erhellt allein aus der Talsache, daß sie — von d°n Naturalien abgesehen — allein dieses Jahr über 400 000 Pengo unter den Armen verteilten. Wenn man noch hinzunimmt, daß es den Kirchengemeinden fast überall gelungen ist. neben dem Pfarrhaus auch ein Kulturhaus für die Jugend zu erbauen, wird man verstehen, daß die Kirche mit dem Pfarrhaus innerhalb einiger Jahre zum sittlichen, religiösen, kulturellen und caritatioen Mittelpunkt für viele Tausende, die schon verloren waren, geworden ist.
Der sonst so gepriesene „christliche Kurs" hat sich po'itisch nicht-immer behauptet; namentlich in den letzten drei — vier Jahren war er nicht immer christlich. Als unpolitsiche Geistesbewegung jedoch hinterläßt er im ungarischen öffentlichen Leben tiefgehende Furchen, lind da war es an erster Stelle die junge katholische Intelligenz und der junge katholische Klerus, die zu Trägern neuer Gedanken wurden. Der Geschichtsschreiber wird es der jungen katholischen Generation einst hoch anrechnen,' daß sie in den schwersten Zeiten der sozialen Not dn katholischen Gedanken nicht nur | gerettet, sondern zum Siege geführt hat.
ZEIT IST GEL D
DESHALB STETS: DIE FAHRKARTE ■
,M REISEBÜRO!
mermanns bei der Flurprozelsion Pallieters auch Gott und Bock Zusammengehen lassen.
Wer den Mut hat, dies alles einmal offen zu sagen? Man lese des genannten Theophil Spoerri Götter des Abendlandes" und ftaune auch darüber, mit welchem Erfolge man dies Buch bis ietzt verschweigt. Die Götzen dürfen es ja auch nicht wahr haben wollen, daß man fie nur deshalb anbetet, roeil man Gott verlor. „Die Vorsehung ward zum Schicksal, die klare Offenbarung zum zweideu« tigen Orakel, das gläubige Gebet zur magischen Beschwörung, kindlicher Gehorsam zu knechtsichem Dienst, Liebe zu Furcht. Vertrauen zu Angst, Wachsein zu Wahn und Traum."
Nun suchen wir in allen Surrogaten der Ur« sprünglichkeit den ewigen Ursprung, das verlorene Paradies.
warum Kulturkampf in Mexiko?
Von Friedrich Ritter von Lama.
Der plötzliche Wiederausbruch der Versolgimg der katholischen Kirche in Mexiko hat um so mehr Ueberrafchung hervorgerufen, als ein äußerer Anlaß dazu sichtlich nicht Vorgelegen hat. Denn bafe die päpstliche Enzyklika nur den Vorwand bildet^ liegt ohne weiteres auf der Hand. Hat sie doch tm Widerspruch zu manchen Elementen in Mexiko, die gewissermaßen den Konflikt durch Ablehnung ber die Seelforge einschränkenden Maßnahmen forderten, gemahnt, es nicht zum vollen Bruch kommen zu lassen. Man wird aber die eingetretene Wendung einigermaßen begreifen, wenn man fo.« gende Vorkommnisse erfährt.
Am 2 September hatte der verfassungsgemaß gewählte Staatspräsident Ortiz Rubio die 35. Sitzungsperiode des mexikanischen Kongreßes mn einer Ansprache eröffnet, die den schon verdächtigen Satz enthielt: „Obwohl die Gesetze, die die Ausübung des katbolisck>en Kultus regeln, lungft Gegenstand des Propstes leitens gewisser katho- lifcher Elemente gewesen sind, so besitzen sie doch fraglos die öffentliche Zustimmung. Trotz die- er offenkundigen Gutheißung der Bestimmungen, die in elf Bundesstaaten die Zahl der zugelassenen Priester auf ein lächerliches Minimum einschrank- ten forderte der Staatspräsident zur Ueberrafchung der' Oeffentlichkeit am nächsten Tage von der Kammer einen, unbegrenzten Sluslanösitrlaub der als gleichbedeutend mit seinem Rücktritt angesehen wurde und reifte sofort unter militärischer Bedeckung, die den Eindruck einer gewaltsamen Exi- lierung machte, nach der Grenze der Vereinigten Staaten ab und kündigte von dort aus an, 6aß er auf zwei Jahre in San Diego, also in Südkai! - formen, Wohnung nehmen werde. Zu gleicher Zeit war auch die ganze übrige Regierung zurück, getreten und am darauffolgenden Tage wurde Ge- neral Abelardo Rodriguez vorn Kongreß zum provisorischen Präsidenten ernannt. Nachträglich erfuhr man, daß der Rücktritt von Ortiz Rubio durch eine scharfe Auseinandersetzung mit einem gewissen Vicente Estrada Cajigal herbeigesuhrt war. Diesen Estrade ha'te Calles von sich aus eingesetzt, um „gewisse Skandale" im Hauptsmtal der Hauptstadt aus der Welt zu schaffen. Was Ex-Präsident Calles unter Skandalen versteht, laßt sich unschwer erraten, wenn man sich feines hoben« fofen Hasses argen die katholische Kirche erinnert. Ein solcher „Skandal" war es ja auch geroefen, daß s Z. der „Patriarch" der „merikanischen Na« twnalkirche", ein abgefallener katholischer Pne. (ter, auf seinem Sterbebett in eben jenem Haupt- fpital öffentlich reumütig sich wieder dem Erzbischaf unterwarf und vor seinem Tode die Absolution empfing Ortiz Rubio zwang Estrada zum Ruck- , tritt von der Stelle, auf die ihn Calles geletzt ha te und so kam es zum Bruch auch zwischen ! dem Präsidenten und diesem Calles, der hin- . ter den Kulissen immer noch der et« I gentlich e Machthaber in Mexiko isi
Demaskierung.
wer beherrscht uns? — Die Könige der Gegenwart.
Von Dr. Emst Speetmann.
Mit allem! Oder wer hätte bei einer der letzten Gerhart-Hauptmann-Feiern, bei aller Achtung vor der eigentlichen dichterischen Leistuna sich gegen eine Haltung wie diese in dem „Ketzer von Soana" verwahrt: „Lieber will ich einen lebendigen Bock oder einen lebendigen Stier, als einen ©-hängten cm Galgen anbeten. Ich lebe nicht in einer Zeit, die das tut. Ich hasse, ich verachte sie.
Alle Völker verehrten den S t i e r. den Bock, den' Widder und vergossen im Opfer sein heihaes Blut. Dazu fage ich: in — denn die zeugende Macht ist die schaffende Macht. Das Pub.ikum „frißt alles", unterscheidungslos, mag Felix Tinu
Könige und Fürsten haben wir nicht mehr und wähnen uns frei. Wir merken nicht, daß wir Knechte neuer Mächte geworden sind, unsichtbar zwar, doch darum nicht minder tyrannischer. Selbst da, wo wir meinen, Gott und Ideale zu verehren, geraten wir in die Getriebe von Götzendienst und Lüge. „Die namenlose Priesterschaft dieser neuen Gottheiten ist die Aktiengesellschaft — der Tempel, in dem von den Adepten die wilden Orgien gefeiert werden, die Börse — das Allerheiligste, wo man das Bild des Götzen verehrt, die Bank." Wenn Theophil Spoerri Io diese „Götter des Abendlandes" anprangert, so kann er sich auf die „maßgebenden" europäischen Größen berufen. Sie triumphieren in jedem Zeitungskiosk.
Nicht nur die Maschine regiert. Paul Valery, der „Heber die Krise der Intelligenz" schreibt, hat recht: „Die fürchterlichsten Maschi- n e n sind nicht die, die sich drehen, die rollen, die Materie oder Energie tragen oder umformen. Es gibt andere Maschinen, nicht aus Kupfer ober S ahl: Organisationen. Verwaltungsmaschinen . . . Diesen Maschinen entgeht kein Sterblicher Das Leben, der Tod, die Vergnügungen, die Arbeiten der Menschen sind Einzelhei- ten, Ereignisse des Wirkens dieser Wesen, deren Herrschaft nur durch den Krieg, den sie untereinander führen, gemildert wird." Und mit Bezug auf den Staat meint Ortega y Gasset: „Das Volk wird zum Fleisch und Blut, wovon sich das bloße Kunstprodukt, die Maschine, nährt, die ber Staat ist. Dos Skelett srißt das Fleisch um sich her. Das Gerüst wird Eigentümer und Bewohner des Hauses." Oder fönn'e man den Staat noch fanatischer vergößen als Mussolini und seine kleinen Nachläufer: „Alles für den Staat, nichts außerdem Staat, nichts gegen den Staat"?»
Haben wir es nicht deshalb so weit in der De- herrichung der Naturkräfte gebracht, daß wir es mit deren Hilfe leicht haben, einander bis auf den letzten Mann auszurotten? Bachofen, der vielgenannte Kulturhistoriker, meint wohl nicht zu unrecht: Die Menschen spüren diesen Sieg der Technik: „daher ein aut Stück ihrer gegenwärtigen Unruhe, ihres Unglücks, ihrer Angststimmung" Diese Angst, verwirrt noch durch die Blutmystik der Rasse, verzerrt die Vaterlandsliebe zur n a t i o n a H ft i 1 d) e n B e s e s- senheit. „Selig sind die Zwanzigjchr.gen. die einen reinen Geist, einen abgehärteten Geib, eine tapfere Mutter haben. Selig sind, die in der Erwartung und im Vertrauen ihre Krast ri cht vergeude en, sondern sie bewahrten in der Zucht des Kriegers . . . Selig sind die, die gestern sich auf- lehnten gegen das Schickigl. aber nun schweigend (ich beugen unter der hohen Notwendigkeit und
Sie haben den Vormarsch der tn
den ärmsten Vierteln und Kolonien der Haupt- I
spricht der Herr: Ich sinne Gedanken des u.hens und nicht des Leides. Ruft mich an, und d will euch erhören, ich will euch hennfuhren aus ^-Gefangenschaft aus allen Sanbern. (Ps. 84, 2.) hast, o Herr, dein Land begnadet, beendet 3a- fobs Knechtschaft.
Epistel: 1 Thess. 1, 2-10.
Im fünften Jahre, 1937. soll der Ab-
Mthenriemus und Gott o envewkgMZ. schluß des Gottlosenplanes kommen, von dem man ' ’ die Entfernung des ganzen russischen Volkes von