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strapazierfähiger Wetterstiefe!.
Gronaus empfang in Friedrichshafen
Nach glücklich beendetem Weltflug landete Donnerstag nachmittag 14.40 Uhr der deutsche Weltflieger Wolfgang v. Gronau, von der Flugwerft in Attenrhein kommend, in Manzell. Sirenengeheul, Böllerschüsse und der Jubel einer überaus großen Menschenmenge, die vor und in der Werst- Halle Aufstellung genommen hatte, begrüßten Führer und Besatzung des so erfolgreichen Flugschisies. Ein Motorboot der Werft holte den Dormerwal, der etwa 300 Meter vor der Seehalle auf dem Wasser lag, ein.
Als Erster hieß der württembergifche Wirtschaftsminister Dr. Maier im Namen der Württembergischen Regierung die glücklich heimge- kehrten Flieger, insbesondere ihren Führer v. Gronau, herzlich willkommen. Des weiteren überbrachte Bürgermeister Schnitzle von Friedrichs- X- Kör Pif rthi
Dr. Claude Dornier begrübe dann als Leiter der Dornier-Werke die Flieger und sprach Führer und Mannschast seine höchste' Anerkennung für ihre unter den schwierigsten Verhältnissen zur Durchführung gebrachte fliegerische Glanzleistung
In kurzen, von dem Ton herzlichster Freude getragenen Worten dankte v. Gronau für sich und seine Begleiter für den eindrucksvollen Empfang auf heimatlichem Boden.
v. Gronau und seine Begleiter fuhren dann mit dem Kraftwagen in das Kurgartenhotel nach Friedrichshafen, wo am Abend ein offizieller Empfang durch die Dornierwerke stattfand.
*
Der Reichsaußenminister hat den Weltflieger Wolfgang v. Gronau in einem Telegramm zur Vollendung seines Weltfluges beglückwünscht.
wieder auf. Schweifwedelnd versucht es emporzusprin- gen und sieht mich an.
Ich beuge mich nieder, um den Kleinen anzufassen. Doch siehe da, das Recht erkennt er mir noch nicht zu. Er sängt an zu knurren und zeigt ein paar kleine, scharfe Zähne.
„Nun fa, mein Freund, wir müssen uns erst aneinan- der gewöhnen, nicht wahr? Wenn ich nur wüßte, wie ich I dich am besten nach Hause bringe."
Doch in diesem Augenblick geschieht etwas Unerwartetes. Ein großer, dicker Herr ist auf uns zugekommen, mit hochgeschlagenem Kragen. Der hat nicht hingesehen und dem Kleinen auf den Fuß oder den Schwanz getreten. Wild fährt er herum, bellt ein paarmal zu, und ehe sich der andere dessen versieht, hat er sein Beinkleid gefaßt und zerrt und zerrt, während der Fremde schel- tenb und schimpfend mit dem Stock nach ihm schlägt. Das aber verschlimmert nur noch die Sache. Und das Ende ist, daß das Hündchen einen Fetzen Tuch so groß wie J einen Taler im Maul halt. - ■ |
„Sapperlot!" schimpft der Fremde. „Sehen Sie, was I er gemacht hat? Sehen Sie? Da!" Er weist auf seine zerrissene Hose. „Da! Schadenersatz! Ich verlange Schadenersatz!"
Da haben wir die Bescherung. Was nun? Natürlich kann ich sagen, daß mir der Hund nicht gehört. Der Fremde wird's mir zwar nicht glauben, aber jeder Schupomann kann feststellen, daß ich tatsächlich kein Hundebesitzer bin. Aber dann — was geschieht dann mit dem Hund?
Ich sehe ihn an. Er hat stch an meine Seite begeben. Seine Wut ist augenscheinlich gestillt. Das Stück Tuch, I das vor ihm auf dem Boden liegt, hat ihn besänftigt. Er sieht mich mit großen Augen an, als ob er fragen wollte: „Habe ich recht getan? Siehst du, wenn du
I angegriffen wirst, ich werde dich schon schützen!"
Es ist etwas in dem Hundeblick, das mich rührt. Den I Kleinen verleugnen, nein, es geht wirklich nicht. Und schließlich bin ich nicht schuld? Wenn ich nicht stehen geblieben wäre und mich nicht mit ihm befaßt hätte, dann wäre das Unglück nicht geschehen. Nein, es bleibt nichts
I anderes übrig, ich greife nach dem Portemonnaie.
Als der Fremde die Bewegung sieht, ist er auch sofort besänftigt. „Sehen Sie", fängt er ganz freundlich an, „viel ist an der Hose ja nicht mehr dran. Ein altes I Stück, das ich nur noch abends trage. Aber immerhin — so ein verflixter, kleiner Kerl! Nun, sagen wir 10 Mark. Vielleicht läßt sich's auch noch flicken."
Ich gebe ihm zehn Mark. Er hebt den Tuchfetzen vom Boden auf. „Für alle Fälle". Dann grüßt er und geht befriedigt weiter. Ich beuge mich zu meinem kleinen Freunde nieder. Er hält jetzt ganz still und läßt sich streicheln. Er scheint zu wissen, daß die zehn Mark, die ich für ihn bezahlt habe, etwas zu bedeuten haben.
In aller Demut und Ergebenheit folgt ef mir nach Hause, ohne daß ich ihm zuzureden brauche.
Morgen melde ich mich auf der Polizei. Wehe aber, wenn sich der Eigentümer meldet! Die zehn Mark er« I lasse ich ihm nicht!
Mein Hund.
Non Lucius.
Es war schon spät am Abend. Die Laternen brannten trübe in den Straßen. Ein kalter Wind pfiff unter einem grauen Himmel daher. Ich gehe gern in solchem Wetter durch die Straßen und höre den Wind an den Fensterläden und den Firmenschildern klappern und sthe gern in die erleuchteten Fenster hinein, wo die Menschen sich ein trauliches Zuhause geschaffen haben, das Wind und Wetter Trotz bietet. Und freue mich, daß uh auch jo ein Zuhause habe, in das ich, wenn ich will, jederzeit zu- rückkehen kann.
Wie ich so vor mich hingehe, da fühle ich mit einemmal etwas an meinem Fuß. Eine leise Berührung. Dann wieder eine. Ein junger Hund schnuppert an mir herum. Als ich niederblicke, sieht er forschend zu mir aus, dann blickt er wie sinnend weg und läßt den Schwanz hängen. Es ist klar, er hat seinen Herrn verloren, oder sein Herr hat ihn verloren, hat ihn „ausgesetzt", was in diesen Zeiten mit größerer Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, denn er trägt kein Erkennungszeichen. Nun weiß das Hündchen nicht, wohin. Ich schnalze ihm zu, er blickt
wolfgang v. Gronau (vorne rechts) und feine Begleiter an Bord des Dornier Wal 22081
ein Zittern durch das Schiff, die Trosse spannten stch . und aus den Wellen tauchte wie ein Gespenst das Wrack eines Schoners auf. Den Leuten auf der „Venosta standen die Haare zu Berge: Sie erkannten deutlich die „Columbia", das Schiff, das vier Monate vorher gesunken war. Es ritt nun minutenlang auf der Tröffe, wurde schließlich wieder frei, tanzte eine Zeitlang auf den Wellen und versank von neuem in sein nasses Grab. Für das unheimliche Auftauchen der „Columbia" gibt es nur eine Erklärung: Die fchlaffe Schlepptrosse der „Venosta" hatte das unter Wasser treibende Wrack hoch- ! gehoben, als sie sich unter dem Druck einer Welle wie- j der spannte.
Eine humoristische Note hatte das plötzliche Wieder« auftauchen der „Gravona", eines Neufundlanddampfers, der mit Salz als Ballast nach den Staaten fahren sollte. Der Kapitän und Eigner hoffte das alte Schiff auf nützliche Weife dadurch loswerden zu können, daß er es dreißig Seemeilen von der Küste entfernt im Einverständnis mit der Mannschaft versenkte. Er kehrte in Den Rettungsbooten nach Halifax zurück, erklärte, das Schiff fei im Sturm untergegangen, und meldete den Verlust bei der Versicherung an. Dann hielt er es für notig, mit feinen Leuten in einer Hafenkneipe in der Borfteude auf die bald zur Auszahlung kommende Entschädigung eine kleine Feier zu veranstalten. Freilich verging ihm bald die Lust dazu, denn als er ein paar Stunden po- tuliert hatte, glaubte er, weihe Mäuse zu sehen: Draußen
I jn der Hafeneinfahrt tauchte die „Gravona auf.
I Er hatte richtig gesehen. Das bestätigte die Polizei, die ihn bald darauf verhaftete. Die „Gravona" war durch das in den Schiffsraum dringende und die Salz- ladung durchtränkende Wasser zum Sinken gebracht worden. Als aber das Salz sich auflöste, stieg das leichter gewordene Schiff an die Wasseroberfläche, und eine Brise trieb das „Geisterschiff" in den Hafen.
<rfMeen5 ging gut, bis um Weihnachten herum das Thermometer plötzlich stieg und ein Südweststurm em« fehle. Drei Tage lang dursten die Leute nicht wagen, ihre Hütten zu verlassen. Am vierten ließ der Sturm
Als die Mannschaft sich ins Freie wagte, lag bet stranb voller Eisschollen, bie sich bis zu fünfzehn Me« I tct hohen Eiswällen aufgetürmt hatten. Die Seeleute I erkletterten bie Mauer: Vom „Baychimo" war nichts -u sehen. Das Schiff muhte im Sturm untergegangen oder von ben in Bewegung geratenen Schollen zerdrückt worden fein.
Wandernde Eskimos brachten bie Nachricht in bte nächste Sieblung. Eine drahtlose Nachricht rief Zwei I Muazeuqe herbei, bie nach ben Trümmern bes »Bay- I chimo" suchen sollten. Sie flogen für Wochen bie Küste erfolglos ab, bis sie eines Tages ben Dampfer treibend fanden, obwohl ihm eine Eisscholle ein grohes Leck gerissen hatte. Mit Hilfe ber Flugzeuge gelang es der Besatzung, einen Teil der wertvollen Labung zu bergen. I In einer ber nächsten Nächte verschwand bas Schiff vSn neuem. Jetzt erschien fein Untergang besiegelt.
Der Frühling kam, das Eis schmolz. Ein paar Eskimos fischten fünf Seemeilen vom Strand zwischen den ffishergen. Eine starke Brise kam auf, trieb die Eisberge auseinander und plötzlich stand vor den entsetzten I Eskimos der „Baychimo", drohte sie über den Haufen zu rennen. Die Mongolen flohen. Als sie die Küste I erreichten, war das Schiff wieder verschwunden.
Der Sommer brach herein. Und wieder kam das Geisterschiff. Es wiegte sich drauhen auf den Wellen. Eskimos — von der Hoffnung auf Beute, die restliche Pelzlabung, erfüllt — fuhren hinaus, kletterten an Borb. Sie wären beinahe nicht roiebergetommen. Denn in der Nacht blies ber Sturm. Jeden Augenblick konnte der Dampfer finken. Tage ständiger Todesangst folgten. Endlich beruhigte sich das Meer etwas, und die Eskimos flohen.
Vor wenigen Wochen wurde „Baychimo" wieder ge- sehen. Er trieb in dichte Eismassen eingekeilt westlich von Point Narrow, der Nordspitze Alaskas. Niemand wagte sich an Bord des Geisterschiffes, das bald wieder am Horizont verschwand. Ist der Dampfer zum letzten Mal aufgetaucht oder wird er mit der großen Wunde im eisernen Bauch noch lange durch die Arktis geistern?
Im „Baychimo" hat der russische Dampfer „Polo- tofsti" ein Gegenstück gefunden. Das Schiff war im Dezember 1915 an der Nordküste Alaskas vom Eis ein« geschlossen und von der Mannschaft verlassen worden. Es bestand kein Zweifel darüber, daß der Damvstr später gesunken fein mußte. Doch acht Jahre später stieß eine Gruppe Walroßjäger auf ein verlassenes zwischen Eisschollen eingekeiltes Schiff, das einwandfrei als der „Polotofski" festgestellt wurde. Die Jäger wollten am nächsten Morgen an Bord gehen. Doch das Schiff war über Nacht wieder verschwunden. Es ist seitdem nicht wieder gesehen worden.
Unheimlich klingt die von mehr als zwanzig Zeugen bekundete Geschichte vom Schoner „Columbia". Das Schiff, ein kanadischer Fischereisegler, war 1928 in einem der schwersten Stürme, die jemals die Ostküste Nordamerikas heimsuchten, mit Mann und Maus untergegangen. Ein paar Wasserfäfser, Rettungsringe, Holz- trümmer kündeten das Los ber zwanzig Mann Besatzung. Vier Monate später befanb sich ber Hochfeeschlepper „Venosta" bei stürmischem Wetter auf Fahrt. Sem Schleppkabel versank oft tief im Wasser. Plötzlich ging
ASA. und die Welt
Die weltpolitischen Folgen der Wahl Roosevelts.
In dem Präsidentschaftswahlkampf des JMes 1928 widmete der Chairman der Republikaner dem demokratischen Kandidaten die schönen Wo^e: „Bringt ihn her, wir wallen ihn begraben, wir wollen ihn mit frohen Händen in sein blutiges Grab geleiten!" Damals behielt der Republikaner R-cht Äl Smith wurde unter einer starken republikanischen Mehrheit begraben, aber weder em Republikaner, noch «in Demokrat wird sich damals haben träumen lassen, unter welchbeispielloser Mehrheit der damals erwähnte Präsident Hoover vier Jahre später begraben werden würde Der , demokratisch« „Erdrutsch", der Hoover jetzt hinweg- gefegt hat, ist in der Tat in der amerikanischen Geschichte ohne Vorbild; er läßt erkennen, tm« einmütig das amerikanische Volk die Politik der verflossenen vier Jahre verwirft
Es drängt sich die Schlußfolgerung auf daß dieser einmütigen Ablehnung der Politik Hoovers ein ebenso entschiedener Systemwechsel entspre^n wird ein Systemwechsel, der zugleich zwangslausig außerordentliche weltpolitische Bedeutung haben ^Niemand wird die Tragik des Geschicks Hoover verkennen, dieses Mannes, von dem sein« Freunde mit Recht rühmten, daß er „aus Armut empor- stieg um (als Organisator der Lebensmittelver/br gmig für die notleidende Bevölkerung der Kriegsgebiete) mehr hungrige Mäuler in der Welt zu füttern, als irgendiemand in der Geschichte , uno den ein unvorhersehbares Geschick dazu verdammte, als Präsident seines Landes mehr amerikanstche Bürger dem Elend und dem Hunger preiszugeben, I als jemals in der Geschichte der USA. em an-
Geifkerschisfe.
ser reisen ohne Desi-hung. — Vie der „Polo- nach acht Jahren wieder aufiauchte. — Lin «^tst aus der Tiefe auf und entlarvt einen Betrüger.
Von G. W. Hammer.
beinahe Drei Jahrhunderten spukt der Fliegende I 6*",” über alle Meere und in ben Hirnen ber See« Mll-n°er cr jjtcr halb bort aufgetaucht sein, ein« len*6- -bn sogar ber König von Englanb gesehen ha- trial w'll >h I ;» ^es nichts anberes als ein Trugbild, •* «heimlich- Fata Morgana, bie in aufgeregten ein6 "„Lj, die Sinne täuscht. I
gibt es Geisterschisfe. Sie haben freilich U"° ,\7,m Fliegenden Holländer zu tun. Sie reifen Mt» »» „ unb gespenstische Besatzung. Sie
nur C’9,,A »eine, zu unheimlichem Leben erwachenden führen ^»^rb wie bas „Gespensterschiff" ber Hauff- ich-n ®“nr?Cgegier unb Dampfer, die von ihren Be- oerlassen werben mußten, Schisse, bie aufge» ^mürben unb bann plötzlich gänzlich unerwartet gcbcn ® „nders auftaudjen. Erst vor kurzem konnte jxgenow berichtet werben: Im Oktober do«
tin bres wurde ber Dampfer „Baychimo", ber im
ber Hudson Bay-Gesellschaft bie in ben Sa« rlu»r°S° ° kanadischen Norbküste aufgestapelten C eingesammelt hatte, über Nacht in ber Nähe von ! ;nt Ko» oo» Eis «ingeschlossen. Der früh ein« ' „de Winter zerstörte jebe Hoffnung auf balbiges Serben. So sah sich ber Kapitän gezwungen mit F r Mannschaft bas Schiff zu verlassen, well die I , >,ak ber Dampfer von ben Eismassen zerdrückt ®eT.' groß war. Die Besatzung erreichte über das rU hinweg bie fünf Seemeilen entfernte Küste, baute ®VnUS Treibholz unb Schnee eine Hütte, um ange« des Schiffes mit feiner Ladung im Werte von Mionen zu überwintern unb an Borb zu gehen, so- Sh der Dampfer roieber freikam.
Bange Monate in ununterbrochener Polarnacht ftan« bevor. Trotzdem war die Stimmung der Mann- Kft gut Sie hatte sich aus Erdölkannen Oefen ge« St Konserven waren genug vorhanden, unb jagende Sos lieferten Renntiersleisch. Jeden Tag mußten lu, iwei Mann über die Schollen hinweg zum Schiff Iben, um bie einzige Schraube freizumachen unb ben Kämpfer für bas tommenbe Frühjahr manövrierfähig zu
derer Präsident. . . .
Tragik und Schuld wird man weder in der Behandlung, die Hoover dem Problem der Wirtschaftskrise und der daraus resultierenden Arbeüs- losigkeit hat anqedeihen lassen, klar scheiden können, noch in seiner Stellungnahme zu den ubn- gen politischen und weltpolitischen Problemkom- plexen der USA. Der Systemwechsel, den Roche- velt teils offen angekündigt, teils verschleiert an- gedeutet hat, wird erst durch Erfolg oder Mißerfolg erkennbar werden lassen, wie weit Hoover für bie Mißerfolge seiner Amtsperiode verantwortlich zu machen, wie weit er für das Opfer einer höheren Gewalt zu gelten hat.
Roosevelts wirtschaftspolitische Absichten gründen sich auf das Prinzip der Dezentralrsatwn, der Betonung des wirtschaftlichen Individualismus, aus die Ablehnung der Hooverschen Praxis, „die Mei- nen von den Großen auffressen zu lassen . Roose- velt will den verhängnisvollen ftnanzpolituchen ,Pyramidenbau", das System des Big bufmeß bekämpfen, das System der Kapitalinvestltlon und des Kapitalexports um jeben Jßms, das dre finanzpolitische Widerstandsfähigkeit der "Grganten und damit des ganzen Landes so sehr 9*°°£ bat daß der Sturm der Wirtschaftskrise unzählige Banken und mit ihnen das Geld der kleinen Leute in den Abgrund warf. So weit allerdings nur so weit das Interesse der kleinen Leute es verlangt, soll die öffentliche Hand mit Kontrolle
I und Eigenwirtschaft oingreifen. Daß monopolistisch bevorzugte Unternehmer, wie die xmjuts, wieder ihre Raubzüge an der großen Masse der Bevölkerung und ihren. Bedürftrissen, den „Public Utilities" durchführen können, soll künftig verhm
Es'lieg" auf der Hand, daß solche Neuorientierung der amerikanischen Geldpolitik weitreichende Folgen für die Weltgeldwirtschaft haben wird. Zugleich wird Roosevelt die handelspolitische Waxis der USA. revidieren, aber es wäre falsch, sich aus einen schematischen Abbau der H°chschutz.z°lle v°r. zubereiten; Roosevelt will vielmehr den Wieder^ auf bau der Binnenwirtschaft weiter durch Zolle schützen, will notfalls auch freiwillige Produktums- beschränkungen durch verstärkten Zollschutz fordern. Es wird sich also vielleicht ein Wandel m den Me- thoden aber kaum in der Sache selbst vallziehen.
Ueber die Frage der Kriegs- und sonstigen Schulden hat sich Roosevelt vorsichtigerweise bis- lang nicht eindeutig geäußert ebenso wenig über seine Stellungnahme zum Wahrungsproblem Al lein während Hoover in dieser Hinsicht durch die ihm ungünstige Konstellation im Senat und im Repräsentantenhaus stark gehemmt »ar, gewinnt Roosevelt durch die neu geschaffene große demokratische Mehrheit in beiden Häusern eme Handlungsfreiheit, die mindestens die Aussicht auf sinnvolle und vernünftige Lösungen, insbesondere des Kriegsschuldenproblems, eröffnet und ,n weitge- hendem Maße den gefährlichen Zwang zur Rücksichtnahme auf Parteitaktik und Prestige ausschaltet.
Wenn man also von dem Siege Roosevelts und dem demokratischen Erdrutsch auch nicht erwarten soll, daß nun plötzlich die Beziehungen zwischen USA. und der übrigen Welt sich schlagartig I ändern, was übrigens auch jeder amerikanischen : Tradition widersprechen würde, so wird man hoffen dürfen, daß der Stimme des gefunden Men- i schenverstandes künftig mehr Gehör gegeben werden wird.
I Sein Haus eine .Fuldaer Zeitung'.