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6. November

Beilage zur Fuldaer Zeitung

ic. 25*

Ein Rädchen blieb stehen

gefärbte Tröpfchen; sie bestehen aus einer ölartigen Masse, die einen grünen Farbstoff (Chlorophyll oder Blattgrün), einen gelben (Tanchophyll) und einen orangeroten (Carotin, nach der Karotte genannt) in Lö­sung enthält. Alle drei lösen sich in Alkohol und jener Grundkörper bleibt dann farblos zurück. Benzol nimmt aus dieser Lösung nur das Grün und das Carotin heraus. Chlorophyll wird leicht durch Säuren zersetzt; schon der Zutritt des sauren Zellsaftes genügt hierfür, wodurch mehr oder weniger braune Farbtöne entstehen, wie es beim Trocknen der Blätter geschieht; auch das Braunwerden der einjährigen Pflanzen im Herbst, beim Absterben, beruht darauf.

In den Blättern der ausdauernden Gewächse vollzieht sich im Herbst eine große Umwandlung, indem der Zellinhalt als wertvolles Produkt des Stoffwechsels mehr oder weniger vollständig auswandert, damit er beim Laubfall nicht für die Pflanze verloren geht, wobei

damit nur ein schlimmer Streich gespielt werden sollte. Vielleicht haben Sie einen der Burschen einmal zu rauh angefaht, und der quittiert nun die Rechnung. Haben Sie einen Verdacht, soll ich Anzeige erstatten? Ich habe den Burschen vorhin bereits den Galgen angekündigt."

Was sagen Sie?"

.Meiner will es gewesen sein."

Die Justiz wird hier sehr scharf gehandhabt, wie ich hörte. Sollte bei Ihrer Drohung mit dem Galgen der Täter nicht so rasch wie möglich die Flucht ergreifen?"

Eben, das ist leicht möglich! Ich müßte also sofort Anzeige erstatten."

Lassen Sie es! Ich will den Lauf der Dinge ab, warten. Vielleicht ist morgen einer der Chinesen ver, schwunden."

Sie sehen von einer Anzeige ab?"

5a."

Das verdient der Schuft nicht!"

Und wie lange werde ich nun liegen bleiben müssen?

Vielleicht fünf bis sechs Tage. Das kann ich noch nicht sagen."

Schade! Nun kann ich auch nicht an dem Jagd, ausslug des Prinzen Omar Rubri teilnehmen."

Ach so, ja, stimmt! Sie sprachen im Klub davon." Lieber Doktor, ich habe jetzt beim besten Willen nicht die Kraft zu schreiben. Würden Sie dem Prinzen ein paar nette Zeilen schicken und mein Wegbleiben ent­schuldigen?"

Aber gern! Ich werde es morgen früh sogleich be, sorgen!"

Als Dr. Barker gegangen war, glitt Dolap! neben Jörgen Bollanders Bett und ergriff scheu seine herab­hängende Hand.

Ich danke Ihnen, Mr. Bollander! Ich bin so stolz, daß Sie mir vertrauen."

Er lächelte wehmütig.

Einem Menschen muß man doch schließlich vertrauen können, und ich denke, dich genau zu kennen."

Ich will nicht von Ihrem Lager weichen, Mr. Bol. lander! Und bitte, geben Sie mir von jeder Speise, die man Ihnen bringt, etwas zu kosten!"

Er schloß die Augen. Das Sprechen fiel ihm schwer, Er fiel endlich in Schlaf, aber es war ein unruhiger, von wirren Träumen zerquälter Schlaf. Er lief immer

auch die Farbstoffbildner ganz oder teilweise aufgelöst werden. Der grüne Farbstoff, der seine wichtigste Funk­tion, die chemische Assimllation (Aufbau pflanzlicher or­ganischer Substanz aus der anorganischen Nahrung) vollenoet hat, verschwindet zuerst; der gelbe und rote, bisher von jenem verdeckt, treten hervor, wundervolle Farbenkombinationen bildend, bis auch von ihnen, einer nach dem andern abwandert und schließlich alles In Gelb, oder Braun, die pflanzliche Sterbefarbe, über­geht. Die Zellräume nut wässerigem Inhalt fassen dann nur noch einige Oeltröpfchen und Kristalle, sowie stark lichtbrechende Kügelchen. Auch der verbleibende Zellsaft kann eine rötliche Farblösung sein und die herbstliche Färbung verursachen.

Selbst das Grün der immergrünen Nadelhölzer bräunt sich gegen den Winter, indem fas Blattgrün in braungrüne Körper verwandelt wird, die stch aber im Frühjahr wieder zu Chlorophyll regenerieren.

er mit Genugtuung sest.Ganz wie ein Mensch . . , Wenn ich jetzt sterben würde, ob sie dann wohl einen neuen Schichtplan machen müßten? Aber das würde denen gar nicht einfallen! Nur meinen Namen würden sie durchstreichen und einen anderen fafür einsetzen, nichts einfacher als das. Ekelhaft, ein solches Dasein, die sollen mich alle . . ."

In diesem Augenblicke zersprang der überlastete Stein in tausend Stücke. Eins traf Karl und zerschmet­terte ihm den Kopf. Lautlos stürzte er zu Boden. Menschen eilten herzu. Der Betriebsleiter warf einen entsetzten Blick auf den blutigen Körper, der eben auf eine Bahre gelegt wurde Wie konnte das nur gesche­hen? Ein eisiger Schreck durchfuhr ihn, als er an den defekten Stein dachte. Eigentlich hätte er ihn sofort auswechfeln lassen müssen. Aber dann würde der Be­trieb einige Stunden still gestanden haben. Man konnte den Sonntagvormittag dazu verwenden. Hatte er, der Betriebsleiter, aus Rentabilitätsgründen ein Men­schenleben auf dem Gewissen? Und was würde die Unfallversicherung dazu sagen? Mit zitternder Hand nahm er den Papierstreifen aus der Maschine, der die Druckkurve anzeigte.14 Atmosphären?" las er staunend. Ja, war der Mensch denn verrückt geworden? Das hätte nicht einmal der unversehrte Stein ausgefal­len. Außerdem stand das Pappschild noch immer auf der Maschine, das zur Vorsicht mahnte. Jedenfalls, der Papierstreifen würde seine Unschuld beweisen, so bedauerlich der Unfall an sich war.

Der Betriebsleiter nahm ein Protokoll auf und besah den Schaden. Die Maschine selbst war nur we­nig beschädigt, nur der Stein herausgesprungen und natürlich unbrauchbar. Aber der sollte sowieso ausge­wechselt werden. Er gab Anweisung, sofort mit der Arbeit zu beginnen.

Punkt sechs Uhr morgens war alles wieder in Drä­nung, und es geschah, wie es der tote Karl Rüger oor- ausgesehen halle: Der Betriebsleiter ging zur Schicht- täfel, strich den Namen Karl Rüger und setzte einen an­deren dafür ein.

Herz und Sport

Don Christel Broehl-Delhaes.

Ruth kam in die Kabine, in der Thomas leicht massiert wurde. Ohne Endspurt war Thomas 1500 Me­ter in genau vier Minuten gelaufen. Das war ganz tüchtig. Ruch ging nun an Thom heran, nahm feine Hand und drückte sie. Das hieß soviel wie: ,Mch glaube an dich! Du bist glänzend, mein Junge. Mach so weiter, Sportkamerad!"

Und Thomas, mit seinem ermüdeten, blassen Gesicht, nickte. Zum Sprechen kam er vor lauter Erschöpfung nicht. ... v

Die Gebhardt ist auch da!" sagte Ruth leise Und erblaßte schmerzlich unter dem sich belebenden Glanz in . Thomas' Pupillen. Gleichviel, das Bewußtsein von Lo­las Anwesenheit würde Thom anfeuern, aufmuntern, mehr als es Ruths kameradschaftliche Zuversicht ver- mochte Thom hatte in der Tat Ruths Dasein bereits wieder vergessen. Vor seinem ein wenig fiebernden Blick stand Lola Gebhardts Bild. Sie neigte den blond- gewellten Kopf, das zarte, vornehme, immer unberührt regungslose Gesicht nah zu ihm hin, flüsterte:Wenn Sie siegen, Thom, dann gebe ich ein großes Fest! Ihnen zu Ehren! Dann sollen Sie schauen, alle, faß ich einen solch berühmten Freund habe. Und dann---" Ja,

Richter auszuliefern. Ihr sollt drei an den Galgen!"

Li-Yen beteuerte:Ich nicht! Ich nicht! Mr. Bol- lander kann keinen besseren Koch finden als mich. Wo sollte denn Gift fein? Suchen Sie doch, suchen Sie! Ich weiß von nichts; das ist ein Verwandler von mir, er kommt nie aus dem Hause."

Dr. Barker musterte mißtrauisch den fremden Chine­sen:Hm, vertrauenerweckend sieht diese entstellte Fratze nicht gerade aus!"

Er wandte sich zum Gehen.

Ich konnte mir das ja denken. Euch Burschen über­rascht man nicht! Aber mein Zeugnis soll genügen, euch an den Galgen zu bringen!"

Er eilte wieder die Treppe nach oben.

Jörgen Bollander lag still in den Kissen. Die Arznei Dr. Barkers hatte ihm ein wenig Erleichterung gebracht. Der Arzt untersuchte ihn noch einmal aufs sorgsamste.

Es dürfte halbwegs gut ablaufen! Wollen Sie in das Krankenhaus, Mr. Bollander? Es ist wohl am besten!"

Steht es schlimm?"

In ein paar Tagen können Sie wahrscheinlich wie­der aufftefan. Es ist eine Vergiftung, ein Gift, wie es mir hier schon wiederholt begegnete. Nicht direkt ge­fährlich, lebensgefährlich, will ich sagen; aber es wirst auch einen kräftigen Kerl um."

Wenn Dolapi meine Pflege übernehmen kann, bleibe ich lieber im Hause."

Im Hause hm! Viel zu tun gibt es ja nicht. Sie brauchen vor allem Ruhe. Die Arznei gebe ich Ihnen immer selbst; morgen früh komme ich wieder. Das Mäd­chen würde schon genügen. Aber es muh Verlaß auf es fein."

Dann bleibe ich. Und eine Vergiftung sagen Sie?"

Man hat Ihnen ohne Zweifel vorhin Gift unter das Essen gemischt. Wer von Ihren gelben Bengels ist nun der famose Giftmischer?"

Also wollte man mich töten?"

Töten? Nein! Da hätte man etwas anderes neh­men müssen. Was man Ihnen gab, das wirft einen wohl um, aber sterben tut man nicht daran. Also Tötungsabsicht bestand nicht, es sei denn, man kannte die Wirkung des Mittels nicht und hoffte, es werde tödlich jein. Sonst könnte man aber auch annehmen, daß Ihnen

Er erhob sich schwankend. Dolapi stützte ihn. Mit Mühe und Not erreichte er das Schlafzimmer und das Bett. Kraftlos sank er darauf nieder. Er duldete es, daß das Mädchen ihm aus den Kleidern half. Er fühlte sich hilflos, unfähig zu jedem Tun und zu klarem Denken.

Als Dr. Barker kam, schüttelte er staunend den Kopf.

Was heißt das, Mr. Bollander? Beabsichtigen Sie krank zu machen? Wo fehlt es?"

Während Jörgen Bollander stockend von feinen Be­schwerden sprach, ging der Arzt bereits an eine sorgsame Untersuchung. Seine Stirn umwölbte sich immer mehr.

Sonderbare Symptome! Wann begann das denn? Vorhin ganz plötzlich? Sie speisten daheim, hier im Hause?"

Er starrte sinnend vor sich hin, entnahm einer mitge­brachten Tasche ein Fläschchen, zählte etliche Tropfen auf einen Löffel und reichte die Medizin dem Kranken.

Bleiben Sie ruhig liegen! Wie ist das, ist auf Ihre Dienerin da Verlaß?"

Jörgen Bollander nickte, und in Dolapis Augen leuchtete es beglückt auf, als sie dies leise Nicken sah. Dr. Barker winkte sie herbei und gab ihr verschiedene Aufträge. Sie hörte aufmerksam zu, und an ihrer ganzen Art merkte der Arzt, daß das Mädchen gern alles tat, was für feinen Herrn nützlich war.

Dr. Barker wandte sich zur Tür:Ich bin gleich wieder hier!"

Er sprang rasch die Treppe hinab, bekam Wung beim Arm zu fassen und gebot:Führ mich zur Küche!"

Als er eintrat, sah er sich suchend um:

Wo sind die Reste von Mr. Bollanders Mahlzeit?" Li-Yen rief eifrig:Alles fortgeräumt, abgefpült! Alles sauber!"

So, also nichts mehr da! Wer hat gekocht?"

Ich habe gekocht," erklärte Li-Yen.Immer koche ich. Mr. Bollander ist stets zufrieden mit meinen Spei­sen gewesen. Was wollen Sie von mir?"

Bursche, einer von euch verdient am nächsten Baum ausgeknüpft zu werden! Wer hat Mr. Bollander Gift in das Eisen gemischt?"

Wung fuhr entsetzt zurück:Gift? Mr. Bollander ist vergiftet? Muß er sterben?"

Das könnte dir so paffen, du Kanaille! Aber wartet, ich werde Mr. Bollander empfehlen, euch alle drei dem

Skizze von Erich

Schrill raffelte der Wecker. Karl Rüger fuhr aus wüsten Träumen auf und tastete verwirrt nach dem Schalter. Neun Ufa, und noch so finster? Dann fiel es ihm ein Neun Ufa abends war es ja, und in einer Stunde begann seine Nachtschicht in der Papierfabrik, wo er die Holzschleifmaschine seit Jahren bediente. Aber heute mar er ohne Zweifel krank, sehr krank so­gar. Schon am Mittag hatte er es gemerkt, als er sich zu Bett legte. Die Glieder waren ihm wie Blei, Fieber raste in seinen Adern, und alle Nerven zit­terten.

Ob er nicht lieber zu Hause blieb? Er rechnete: Acht Stunden Lohnausfall machen fünf Mark. Kran­kengeld gibt's erst vom dritten Tage ab, also büße ich noch einen Tag ein, das sind rund zehn Mark." Eine solche Verschwendung konnte er sich nicht leisten. Wahrhaftig, eine raffinierte Einrichtung, das mit den drei Tagen", ging es ihm durch den Kopf, während er sich mühsam erhob. Er mußte sich sofort mit beiden Händen am Bettpfosten anklammern, so schwindlig war ihm. Er wankte zur Waschschüssel und steckte den Koch in das kalte Wasser. Das tat gut, der Schwindelanfall ließ nach. Es würde schon gehen. Heute war Sams­tag, und morgen konnte er den ganzen Tag sowie die darauf folgende Nacht schlafen. Er nahm Kaffeekrug und Schnitten, die seine Wirtin bereitgestellt, an sich und machte sich auf den Weg.

Ein kalter Wind pfiff durch die spärlich erleuchteten Straßen. Karl erschauerte. Oder war es das Fieber? Er wußte es nicht. Wie im Traum ging er den wohl­bekannten Weg. Unwillig blickte er zu den Häusern empor, in denen ein Licht nach dem anderen erlosch. Die hatten es gut, krochen jetzt ins warme Nest und schlie­fen ungestört dem Sonntag entgegen.

Endlich kam die Fabrik in Sicht. Grell stach das weiße Licht der Bogenlampen in die Finsternis. Ver­worrener Maschinenlärm drang dumpf aus dem Fa- brifinnern. Jetzt war Karl schon so nahe, daß er die einzelnen Geräusche unterscheiden konnte: das gleich­mäßige Rollen der Feldbahnwagen, das Aufkreischen der Kreissäge, fas Stampfen der Dampfmaschine, das Surren der Ventilatoren und, alles übertönend, das Getöse der Holzschleifmaschine, welche die Holzst-'cke zu Brei zermahlt, . schleift", wie der Fachausdruck lautet Karl stellte mit Befriedigung fest, daß seine Maschine wie immer den meisten Lärm machte.

Alles war wie sonst, und doch kam ihm alles heute so seltsam unwirklich vor, als hätte er gar nichts da­mit zu tun. Das Fieber hatte wieder Gewalt über ihn bekommen. Er strebte den Umkleideräumen zu. Es war bereits zehn Minuten vor zehn Ufa, und seine Kol­legen hatten den Raum schon verlassen. Vor der Arbeits­tafel erfaßte ihn wieder ein Schwindelanfall, und er mußte sich an das Brett klammern. Gedankenverloren starrte er aus die Tafel. Der neue Schichtplan für die nächste Woche hing dort. Er müßte eigentlich dann Frühschicht haben. Mechanisch suchte er seinen Namen.

Herbstfärbung.

Lon Prosessor Dr. M. D i e r sch e - Hamburg.

Die wunderbare Farbenpracht der Blätter im Herbst -fegt die Natur mit einfachsten Mitteln hervor durch Kombination nur weniger Farbstoffe, die immer wie- efaen. Es sind drei Farbgruppen: gelbe, rote, sowie e und violette.

Das Weiß der Blüten entsteht nicht durch einen farbstofs, sondern nur durch Reflexion des Lichtes in farblosen Geweben; und Schwarz, an Bohnen und Beeren z. $., ist ebenfalls kein besonderer Farbstoff, wird vielmehr nur durch die dichtere Anhäufung Dielet- ter Farbbildungen veranlaßt. Gelb und Grün sind immer an spezielle Protoplasmakörper gebunden, wäh­rend die roten, blauen und violetten Farbstoffe im Zellsafte gelöst sind, fo daß also nach dem Träger der Farben zwei Hauptarten in der Pflanzenwelt zu un- tersbeiden wären.

Der gelbe Farbstoff rft eine Fettverbindung (Lipo- chrovi). die durch Verseifung getrennt und kristallisiert erhalten werden kann; das Gelb der Blüten und der herbstlichen Blätter ist immer an diesen gleichen Farb­stoff gebunden. Auch Drange das im Herbst unser Auge so häufig entzückt, gebt auf ihn zurück, indem da­bei dieser Farbstoff nur dichter gelagert ist.

Das Rosenrot oder eine hellere oder dunklere Nu­ance davon, entsteht immer durch denselben roten Farb­stoff, -er aber im Zellsaft gelöst ist. Wöhend Gelb und SRot nur durch einen Farbstoff erzeugt werden, gibt die Mischung dieser beiden allerlei neue Farben.

Die schöne ziegelrote Färbung oder das herrliche Rotgelb ist eine Mischfarbe aus dem Rot im Zellsaft und dem Gelb der Farbstoffkörper daneben; beide sind vollständig von einander getrennt. Das brennende Rot herbstlicher Blätter verdankt also gewissermaßen nur der kombinierenden Wirkung unseres Auges feine Farbenpracht.

Die blauen und violetten Farbtöne hängen aufs innigste mit dem Rot zusammen. Sie können ihrer­seits leicht in den roten Farbstoff übergehen, durch Einwirkung gewisser Salze, (Eisensalze, Natriumphos­phat) wird der Farbstoff roter Blüten blau ober violett.

Also sind es eigentlich nur zwei Farbstoffe. Gelb und Rot, aus denen die Natur durch vielfältige Kom­bination die ganze Farbenpracht erzeugt; auch die herbstliche Farbensymphonie der Blätter fft eine solche feinnüancierte Abstufung gelber und roter Farbtöne.

Das üppige Grün der Blätter im Frühling und Sommer überstrahlt die anderen Farben und hat feinen besonderen Ursprung. Es entwickelt sich aus den Farb­trägern (Chromatophoren) in vom Lichte getroffenen Pflanzenteilen. Dabei bilden sich grüne Chloroplasten ober Chlorophyll- (Blattgrün- Körper, sie liegen im Wandbelag des Protoplasmas als rundliche, ellipfoidifche ober abgeflachte Körner, bei nieberen Pflanzen (Algen) auch oft band-, ftern- ober plattenförmig von Gestalt. Ihre Grundfubstanz ist farblos, enthält aber zahlreiche

Höhne» Dresden.

Richtig, da stand er schon: Schleifer, 1. Schicht, Karl Rüger. Alles in schönster Drbnung. Dh, der Betrieb war vorzüglich organisiert. Sorglich geordnet standen die vielen Namen und vor jedem die Maschine, zu der er gehörte. Karl nickte erbittert. Natürlich, erst die Maschine, dann der Mensch! Heutzutage herrschte die Maschine. Und das Menschlein, fas ihr diente, war nur ein notwendiges Teilchen von ihr, ein Rädchen, das man auswechselte, wenn es nicht mehr konnte.

Scharfe Klingelzeichen rissen Karl Rüger aus einem Brüten. Zehn Ufa! Er hastete in den Schleiferraum. Sein Kollege stand an dem fauchenden Ungetüm und füllte Holzstücke in den weit aufgeriffenen Rachen der Maschine. Dann warf er die Klappe zu, drehte an dem Druckventil, und viele Atmosphären preßten das Holz unter Wasserzufluß solange an den rasend sich drehen­den riesigen Stein, bis es als dicker Brei unten ablief. Run wandte der Mann sich Karl Rüger zu. Ein stummer Gruß, eine Kopfbewegung nach einem Papp­schild über der Maschine, und weg war er. Karl sah sich das Pappschild näher an.Nicht über neun schleifen! Stein hat einen Sprung. Rüger morgen früh faMetben zum Steinauswechseln", stand dort zu lesen.Neun" bedeutete: neun Atmosphären Druck; was das andere hieß, wußte Fritz recht gut. Der alte Stein sollte morgen früh herausgenommen und ein neuer dafür ein­gesetzt werden. Bei dem riesigen Gewicht des Mahl­steines war fas eine Arbeit von gut vier Stunden. Dabei konnte er sich jetzt schon kaum noch auf den Bei­nen halten. Doch jetzt hieß es durchhalten. Mit An­strengung hob er den Kopf, um nach dem Druckmano- meter zu sehen. Undeutlich sah er den Zeiger um die 10 herum schwanken. So hoch durfte er heute doch nicht gehen! Karl drehte an dem Druckventil, und der Zeiger ging langsam zurück. Doppelt aufpassen würde er heute müssen und sehr sorgfältig arbeiten, sonst kriegte er sein Quantum Holz nicht unter. Dann gab es vorn an den Maschinen Ausschuß und der Teufel war los. Dh, man hatte alles vorzüglich ausgedacht. Wehe, wenn ein Rädchen nicht wollte! Es wurde so­fort bemerkt und das Auswechseln ließ. bann nicht mehr lange auf sich warten.

Wenn ihm nur nicht so schwindlig wäre! Eine Hitze­welle nach der anderen raste durch seinen Körper und raubte ihm das klare Denkvermögen. Wie ein tücki­sches Auge schielte das Manometerzifferblatt zu ihm herunter:Nimm Dich in acht, Mensch! Wenn Du mich nicht sorgfältig behandelst, machst Du Dir Unge­legenheiten."

Eine sinnlose Wut erfaßte Karl plötzlich. Jede Ueberlegung wurde von der Krankheit erstickt. ,Hch werde dir zeigen, wie man Dich behandeln muß, Du Aas", dachte er knirschend und drehte das Druckventil ganz auf.Wenn Du jetzt platzt, wird sofort ausge­wechselt, und ich kann morgen um sechs Uhr nach Hause gehen." Das Fauchen der Maschine ging in ein dro­hendes Heulen über.Wie das Vieh jammert!" stellte

Las Rätsel des Tushinkang.

Roman von Kurt Martin.

Eovvrigbt bb Verlag Neuer Leben. Babr. Gmain.

16] ---------

Er legte die Zigarre weg und griff sich an die Stirn.

Was war das für ein unangenehmer Druck im Schädel? Und dieses Schwindelgesühl?

Er fühlte Schmerzen in der Magengegend. Rasch wollte er sich erheben und zum Schrank treten um sich ein Glas Kognak einzugießen, aber er sank stöhnend auf ben Sessel zurück.

Das war ja schauderhaft! Vorhin noch wohlauf, und jetzt fo scheußlich schlapp und überall Schmerzen! Ging ' denn das mit rechten Dingen zu?

Er rief nach Wung Der Boy schien aber nicht zu hören. Dabei nahm das Schwindelgefühl zu. Er sürchtete, ohnmächtig zu werden.

» In der Tür erschien Dolapi:

Haden Sie einen Wunsch, Mr Bollander?"

| Er stieß mühsam hervor:Hilf mir, Dolapi! Ich will zu Bett! Der Arzt Wung soll Dr. Barker rufen."

I Das Mädchen starrte ihn angstvoll an. Aber rasch i kämpfte sie ihre Sorge nieder und lief hinab. Sie fand I Wung in der Küche bei Li-Yen.

Schnell, lauf zu Dr. Barker! Er fall kommen, so- i gleich. Der Herr ist krank."

Ihre Augen flogen anklagend zu Li-Yen hinüber.

IDh, wie schändlich du bist, falscher Yen. Der Herr | f°ü alles wissen. Ich habe es gesehen. Dich und den an- r öeren hinten in dem Winkel beobachtete ich. Ihr hiellet °in Fläschchen in der Hand und flüstertet miteinander, s Är habt dem Herrn Gift gegeben. Sato-Khiri hat den h°rt bestochen. Alles ahne ich! Weil Mr. Bollander mit her armen Mrs. Sfalton Mitleid hat und freundlich zu

- ihr ist, will Mr. Sfalton ihn beseitigen!"

U Sie hob drohend die Arme und war gleich wieder . "erschwunden, stand oben neben Jörgen Bollander.

Wung ist fort, holt den Arzt."

M Jörgen Bollander rang mühsam nach Worten.

Was ist das nur? Kommt das Fieber? Mir fehlte I hoch vor einer Stunde nichts."

^cir oft die Blume schon im Mai;

ie Aehre, die längst reif geworden;

i Baum, der jüngst noch stark und frei jen Oft und West, gen Süd und Norden.

>n jäh die Stürme über Nacht n prangten golden wir am Baume . . . ikind ob jung, ob alt hab' acht, ht jäh erwachst vom Lebenstraume.

Fr. T y st u s, D. F. M.

idfe Blätter erzählen

»reist mein Fuß das hingesunk'ne Laub, 5 nidieUs leis es raunt ein Lied oom Sterben:

r Kücfie uns der Sturm. D Mensch, doch glaub: lob kannst keinen Freibrief du erwerben!

Kind, entgegen nicht die Jugendzeit Mann, ihm nicht die arbeitsftarten Hände umsonst. Nichts gen den Tod dich feit.

jontm", spricht er rauh,dein Tagwerk fft zu Ende '

Fulda