Einzelbild herunterladen
 

UMM-NUMM

s. November

Vellage zur Auloaer Zeitung

Ile. 254

Sie katholische Frau und ihr Wahlrecht

Die Frauen und die Abgebauten

Angefangen

stehen in heftiger Auseinanderfetzung.

die

von der letzten Folgerung des Liberalismus,

ihr die kleinen Szenen wieChristus mit der Samarite­rin" oderVenus und Amor". Den größten Erfolg aber hatte sie als Bildnismalerin. Neben den Großen ihrer Zeit wie Goethe und dem bayerischen Kronprinzen hat sie vor allem sich selbst dargestellt, und zwar dem Geschmack jener Tage entsprechend nicht nur in der kleidsamen Tracht ihrer Heimat, sondern auch als Bacchantin, Sap- pho, Juno, Diana, Vestalin und in anderen allegorischen Kostümen.

der Frau jede Bindung des Geschlechtlichen nehmen will, ihr geben, was man mit dem abscheulichen Wort .sich ausleben" bezeichnet, bis zum Faschismus, der der Frau nur einen Wert als Trägerin der Raffe zugesteht. Die uns beide damit unser Höchstes wegnehmen, unsere gei­stige Persönlichkeit, unseren seelischen weiblichen Eigen­wert.

Es ist kein Zweifel, ein Umschwung ist im Gange. Die Frau wird oder soll wieder weiblicher werden. Die Mode ist für diese,Dinge ein feiner Gradmesser. Nach­dem sich die weibliche Mode Jahre hindurch ganz dem Männlichen genähert in Gradlinigkeit, Schmucklosigkeit, wird sie jetzt wieder bewegt, faltenhast, anschmiegend, zierlich, gerafft und geschmückt. Das weibliche Element kommt wieder mehr durch. Das sind nicht nur Aeußer- lichkeiten. Sie deuten auf das Geistige hin.

Wenn die Frau sich besinnt, daß sie nicht eine schlechte Kopie des Mannes fein soll, eine Frauenrechtlerin, son­dern ein Wesen eigener Art, das große Gegenspiel des Männlichen, von ihm verschieden, aber erst mit ihm zu­sammen das Ganze darstellend, so ist das ein guter Um­schwung.

Es gelingt ihr nur, wenn sie sich ihres innersten, eigen­sten Wertes bewußt ist. Wenn sie diese weiblichen Werte und den Geist, der ihr gleich dem Manne gegeben ist, entwickelt und formt. Wenn sie die köstlichen Gaben be­nutzt, die ihr das Christentum gegeben, die sie zugleich zu einer ganzen Frau und zu einer ganzen Persönlichkeit zu formen vermögen. In Freiheit und Zucht zugleich er­füllt sie bann die Aufgabe an sich selbst und unserer Zeit. ____________

zwischen dem katholischen Volk und seinen bewährten Führern zu verbreiten. Keine noch so leidenschaftliche Anklage, kein Spott, kein Widerspruch werden die katho. lischen Frauen jemals davon abbringen, nach großen Ge­sichtspunkten sich zu entscheiden, so wie sie es in der Zeit der Revolution getan haben. Wir wollen uns im deut- schen Reich den lebendigen Ausdruck eines starken katho- lischen Volkswillens erhalten. Darin sehen die katholi- schen Frauen ein großes Ziel, daß der katholische Volks­wille sich einmal in vollkommener Einigkeit nur einer einzigen Instrumentes im politischen Leben, einer ein­heitlichen Partei, bedient. Alle Katholiken geeint in einer Partei wäre die sicherste Gewähr für den Aufbau einer wahren Volksgemeinschaft. Eine solche Partei ist durch keinen Bund, keine Gruppe, keinen Einzelmenschen zu er­setzen. Wenn wir diese politische Gemeinschaft der Katho­liken schaffen helfen, so leisten wir Deutschland einen großen Dienst. Dazu brauchen wir die vermittelnde und doch auf das Grundsätzliche drängende katholische Frau. Sie wird auch in dieser Wahlzeit sich dieser Ausgabe be­wußt sein! M.

Glossen und Splittet.

Bon Fr. P aulig-Bahia Bianca.

Wer mit Einbildung vorbestraft ist, wird aus der engen Strafzelle, in der fein Geist und fein Gemüt brüten, schwerlich den Schritt tn die Weite wirklichen Wissens wagen.

Wer geglaubt hat, die Frauen würden ihres Wahl­rechtes überdrüssig in dem gewaltigen Ansturm gegen das Frauenstimmrecht, der hat sich geirrt. Nicht deshalb drückt die Mehrzahl der katholischen Frauen das Wahl- recht, weil andere es ihr nicht gönnen, nein, viel tiefer packt die Frauen das Spielen mit diesem heiligen Volks- recht! Für die katholische Frau war und ist Wählen eine Gewissensentscheidung, keine schnell erledigte mechanische Handlung. Ueber der katholischen Frau steht ein unverrückbares Ziel: Freiheit des katholi­schen Volk st ums im geordneten Staate.

Persönlichkeiten und Parteien kommen und gehen; Bewegungen flammen auf und verlöschen; Leidenschaf­ten wachen ins Uferlose und bedrohen Staat und Volk. Alle zerren an der zersorgten, müden deutschen Frau. M it den Frauen oder gewaltsam über sie hinweg wollen sie zur unbeschränkten M ach t. Die katholischen Frauen sind auf der Hut. Wie ihr Opfer­mut keine Grenzen hat, fo auch ihre Zuversicht. Wer damit gerechnet hat, den katholischen Frauen mit ihrem Sinn für Ordnung würde diese fünfte Wahl im Jahr zu einer Qual, der sie sich entziehen möchten, wird ent­täuscht sein! Schon einmal brachten diese Frauen die Entscheidung, als ihnen unverhofft das Wahlrecht gegeben wurde! Wenn auch Jahre des Stillstandes tarnen und die Frauen erlahmten sie glaubten sich schon so sicher in dem neuen Hause diesmal sind sie wieder wach! Sie sehen die Gefahr für die Rechte des Volkes und die Freiheit der Kirche und ihre unverlierbaren Ansprüche noch nicht überwunden. Die Frauen, die Mütter lieben ihr Volk, sie stehen treu zur Kirche, haben ein Herz für bedrängte Mitmenschen und ein Gefühl für Gerechtig­keit.

Gesunde Frauenkräfte wehren sich gegen Machtsprüche und rücksichtsloses herri­sches Auftreten. Eine echte Frau weiß, daß ein offenes Auge, Güte und ein warmes Wort des Ver­stehens gequälten und verirrten Menschen Herz erschließt. Sie erfährt es täglich, daß ein klarer Blick und eine feste, aber liebende Hand Ordnung und Wohlsein schafft. Wie in der Familie, so im Staat!

Vertrauen weckt Vertrauen! Ihr Vertrauen zu den katholischen Führern und Führerinnen des Volkes ist nicht erschüttert, so sehr sich auch Andersgesinnte in Wort und Schrift darum bemühen, Mißtrauen und Verstimmung

Die Pünktlichkeit ist eine Schaffnerin, auf die man sich verlassen kann, das Nicht-Worthalten ein unzuoer- lässiges Frauenzimmer, das schlechte Bekanntschaften vermittelt.

Angelika Kaufmann.

(Kupferstich um 1780 nach dem Gemälde von Sir Joshua Reynold.)

Ein wichtiger Punkt

bei der jetzigen Reichstagswahl, der bei allen großen Ge- dankengängen leicht übersehen wird, ist der, daß die Zahl der Kreisausschuhmitglieder und di« Zusammen­setzung des Kreisausschusses von der letzten Reichstagswahl abhängt. Das wär« für die wahrscheinlich im April 1933 stattfindenden Kommunalwahlen also vor­aussichtlich die kommende Wahl am 6. November.

Den Frauen wird die Bedeutung der kommenden! Reichstagswahl damit noch besonders unterstrichen. Sie haben an der Arbeit der Gemeinde und der Gemeinde- verbände, bei denen doch viele der sozialen und kulturel- len Aufgaben liegen, an denen die Frauen tätig Anteil nehmen, ein starkes Interesse.

Es ist unbedingt notwendig, die Wahlbeteili­gung am 6. November nicht absinken zu lassen, sondern nach Möglichkeit zu steigern u n d die Wahl auch nicht aus einer Augenblicksstimmung oder -Verstimmung vorzunehmen, sondern nach Grund­sätzen und Gesichtspunkten, die in der großen Politik und in der Praxis der Selbstverwaltung, für Außen- und Innenpolitik, für soziale und kulturelle Arbeit in gleicher Weise Stich halten.

Don Dorothee

Abgebaut! Ein Wort nur, ein einziges kleines Wort, und doch enthält es die Tragödie unserer Zeit. Mit drohenden Settern steht es über dem Lebensweg der Jun­gen und Akten, der Männer und Frauen. Fast gibt es keine Familie mehr, in der man es nicht kennt oder sürch- tet. Hier sind es die Söhne, da ist es der Mann, den es getroffen hat, oder vielleicht nächstens trifft. Die Haus­tochter kennt es ebenso wie das einsam« Mädchen, dem die Jahre auf der Schulter liegen. Das Bürofräulein ist ihm fo gut unterworfen wie die Hausangestellte. Ab­gebaut das bedeutet nicht nur ein Schicksal für die, die es persönlich traf, es wirkt sich auf ihren ganzen Kreis aus. Den Frauen legt die Tragödie der Abgebauten viel neue Pflichten auf die Schultern. Dor schwere Aus­gaben sind sie gestellt.

Man hatte es als selbstverständlich angesehen, daß der Mann am Samstag den Lohn ober am Ersten das Ge­halt brachte. Man konnte damit haushalten, sich ein- richten. Man war an geordnetes Wirtschaften gewöhnt. Jetzt heißt es mit einem Bruchteil auskommen. Vielleicht verdient die Frau, es ist ja heute beinahe selbstverständ­lich, daß die Frau auch in der Eh« noch einen Berus hat. Vor bitterster materieller Not ist man geschützt. Der Sohn, die Tochter können von Mutter ober ber Familie auch ein Weilchen mit duchgebracht werben, aber es kommt halb ein neues altes Wort zur Geltung:Die Länge hat die Last". Wenn sich Nichts und gar nichts finden will. Wenn die Abgebauten von jedem neuen Weg nach Arbeit mit neuer Enttäuschung wieder kom­men. Was wird bann, ihr Frauen? Tragt ihr es mit Gebulb unb Freunblichkeit, als ein Schicksal, bas durch- gefochten werben muh? Ober laust ihr mit mißmutigem Gesicht umher? Fallen mitunter spitze Worte? Worte, bie zwar nicht ben an sich ja schulblosen Mann anklagen sollen, die sich aber wie scharfe Messer in seine Seele bohren müssen. Diele, viele gibt es unter euch, die sich nicht ober nur wenig beherrschen können in solchem Fall. Habt ihr schon überlegt, was ihr bamit anrichtet unb wieviel schwere Verantwortung ihr damit auf euch nehmt? Immer noch keine Stellung? Ach bas ist ja zum Verzweifeln! Was soll denn bloß werden! Man möchte am liebsten ein Ende machen. Was ist das Leben denn noch wert, wenn man gar nichts mehr da- von haben soll! Das sind so kleine Stoßseufzer, nicht wahr? Man denkt sich nichts dabei, es ist doch ganz na­türlich, daß sie laut werden! Sie sollen ja auch keine Vorwürfe sein. Man will nicht den Mann damit treffen. Daß er nicht dafür kann unb viel lieber arbeiten würbe Tag unb Nacht, bas weiß man ja. Weiß man vielleicht auch, wie bie kleinen Stoßseufzer aus ihn wirken müssen? Es ist schon mancher Mann aus bem Hause gelaufen, weil er bas verdrießliche Gesicht feiner Frau nicht mehr sehen konnte, weil ihre spitzen Reden ihm in di« Seele schnitten, weil ihr ganzes Wesen ihm wie ein stummer Dorwurs war.

Und wenn er aus dem Hause läuft, wohin geht er dann?Das bißchen Arbeitslosenunterstützung vertrinkt er nun auch noch in den Kneipen", jammert die Frau. Ja, es hat in der Tat schon mancher Abgebaute den Weg zum Wirtshaus, zum Spieltisch gefunden. Warum hat er ihn gefunden? Vielleicht, vielleicht, weil daheim eine Frau war, die nicht verstand, mittragen zu helfen. Es ist für den rüstigen arbeitswilligen Mann schon Strafe ge­nug, tatenlos zu feiern. Flauen, ihr habt bie Pflicht, ihm

® o e b e l e r.

diese Tage zu erleichtern, ihm mit freundlichem Zuspruch und gutem Wort darüber fortzuhelfen. Schwerste Der- antmortung liegt auf euch. Sie liegt auch auf den Müt­tern, auf denen noch mehr fast.

Jugend, die feine Arbeit hat, ist größeren Dersuchun- gen ausgesetzt als der reife Mann. Neulich stand ein junger Mensch vor den Richtern. Er hatte gestohlen, um seiner Mutter Geld zu verschaffen, weil sie ihm ständig Vorwürfe machte wegen feiner Arbeitslosigkeit.Das habe ich doch aber nicht gewollt", jammert die Mutter. Nein, gewollt hat sie es nicht, aber schuldig daran ist sie geworden, die Hauptschuldige ist sie. Den Jungen über die arbeitslose Zeit fortzuhelfen, ist verhältnismäßig leicht. Jugend kann man beschäftigen. Man kann sie hinlenken auf allerlei geistige Güter, kann ihnen sagen. Lerne, jetzt ist es Zeit! Lernt für später!Wissen ist Macht!" Immer Mut zusprechen, die Hoffnung hoch­halten das ist Aufgabe und Pflicht, heiligste Pflicht der Frauen gegenüber den Abgebauten!

GNtzerfSden.

Glitzerfäden über Heidestrecken, lieber Moor- und Feldereinerlei, Und ich streif' sie ab von Halm und Hecken, Und ich denke mir vergnügt dabei:

Eine alte Frau spinnt dieses Linnen, Und sie spricht und lacht gleich frohem Kind: Lange Fäden kann ich nicht mehr spinnen, Nur noch diese, die so flüchtig sind, Flüchtig, flüchtig, wie dies kurze Leben, Wie das Glück und wie der Hände Kraft. Diese will ich gern bem Winbe geben. Meine schwere Arbeit ist geschafft.

Friba Schanz.

Frau und polittt

Nachstehende aktuellen Ausführungen entnehmen wir einem Vortrag, den kürzlich Frau Elsbeth Scherer im Katholischen Frauenbund zu Fulda hielt und der das Thema behandelte: DieFrauanderWendederZeit. Die Schriftl.

Das kaum erwachte politische Interesse der Frau ist wieder sehr zurückgegangen. Die Beschäftigung, die Auseinandersetzung mit polit. Dingen ist schwer, lastend, und sie macht uns wirklich nicht glücklicher. Und trotz­dem wir müssen uns bewußt fein, daß uns diese Ding« angehen. Wir gehören nicht nur unserer Familie, wir gehören der Gemeinschaft unseres Volkes, unseres Staates. Sagen wir nicht, diese Sachen gehen mich ja nichts an. Es gibt keine Maßnahme, keine Handlung der Regierung, des Parlaments, die ihre Auswirkung nicht bis in unfern ihnerften kleinen Kreis hätte. Ich als Frau will mir klar bürüber fein, was vorgeht, was man aus unserem Staate und damit aus mir, meinem Mann und meinen Kindern macht.

Seien es Dinge, die unser Verhältnis zum Ausland angehen, die zuletzt über Krieg und Frieden, über Lebens­möglichkeiten unseres Volkes entscheiden. Seien es Han­dels- und Lohnfragen, die unser aller Lebenshaltung be­einflussen. Seien es Kulturfragen, die mich, alle um niich herum, in meiner geistigen Bewegung fördern oder hemmen. Es gibt keine Frage der Politik, die sich nicht in meinem Leben auswirken wird. Und abgesehen davon, ich bin ein lebendiges Glied der großen Volks­gemeinschaft, die ich liebe. Ich wünsche, daß diese Ge- meinschaft sich erhält, daß sie sich aus dem schrecklichen Elend wieder hervorarbeitet. Jeder auf seiner Stelle, nach der Maßgabe seiner Einsicht wirkt mit.

Wir haben Heranwachsende Kinder. In jeder Familie werden heute politische Dinge besprochen. Da steht der Sohn gegen den Vater. Sorgen wir, daß wir selber Ein- sichten und Senrttniffe uns mit der Zeit erwerben, sonst stehen wir stumm, hilflos oder verlacht daneben. Nicht, daß die Frau sich mit in diese Streitigkeiten hinein­mischen soll, aber sie kann den Einfluß des gefestigten Charakters, der ruhigen Besinnung dagegen setzen, zur richtigen Zeit ruhige, richtige und kluge, schlagende Worte finden, um ihren Standpunkt geltend zu machen.

Die zustimmende Haltung so vieler Frauen zur na­tionalsozialistischen Welt kommt noch von einer anderen Seite. Der Wunschtraum der Frauen und Mädchen spricht mit. In der Welt, in der die Berufsfrau ar­beitet, in die das Mädchen eintreten soll, sieht es wirklich nicht herrlich aus. Welches Glück, an die starke Brust des Mannes zurückflüchten zu dürfen, und ihm diese ab­scheuliche Welt zu überlassen. Ein holder Traum, aber eben ein Traum. Wir leben nicht mehr in der ruhigen Zeit des vergangenen Jahrhunderts. Wir alle, ob wir wollen ober nicht, sind in diese rasende Bewegung un­serer Zeit hineingezogen und wir haben zu zeigen, daß wir die Dinge handelnd mit anfassen, und nicht im Strome untergehen.

Der Faschismus tut, als könnte er jeder Frau die Heirat verschaffen und als gebe er ihr damit ein leichtes, besseres Dasein. Gewiß, es ist das, wonach das Frauen­herz verlangt, und es ist ein unaussprechlich hohes Gut, einem liebenden Menschen anzugehören und nicht allein allem Schweren ausgesetzt zu fein aber in der Ehe, durch die Ehe kommen neue Schwierigkeiten.

Diese löst uns der Nationalsozialismus auch nicht. Diese löst uns niemand, noch nicht einmal das Christen­tum. Ader es hilft uns, sie tragen, und es zeigt uns den Weg. Deshalb ist es Zeit, einmal wieder auf bie En­zyklika hinzuweifen, bie sich mit ben schweren Fragen ber Ehe von heute auseinanbersetzt. Die Ehe. ist un­sere, ber Frauen, allererste Angelegenheit. W i r finb es, bie bestimmen!» in ihr wirken, mehr noch als ber Mann.

Daß bie christliche Auffassung ber Ehe heute stark bebroht ist, brauche ich nicht klarzumachen. Alle Fragen

übergeben, jpenn er alle bie Berühmtheiten ber Ewigen Stabt feniWn lernen wollte.

In bem Zuge, ber Angelika Kauffrnann auf ihrem letzten Gange begleitete, schritten bie ersten Künstler Roms unb hielten bie Enben bes herabwallenben Tuchs. Hinter bem Sarge würbe ein Gipsabbruck ihrer rechten Hand, bie ben Pinsel führt, einhergetragen. Ein Jahr nach ihrem Tobe gelangte bie Marmorbüste ber Künst. lerin im Pantheon zur Aufstellung, unb zwar neben bem Silbe Raffaels.

Angelika hat sich schon in jungen Jahren ber Malerei gemibmet. Sie war durch ihre Herkunft für bie Kunst vorbestimmt. Sie wurde 1741 in Bregenz geboren, als ihr Vater von dem bärtigen Bischöfe borthin berufen worben war, in besten Kirche ein Gemälbe auszuführen. Bereits im zarten Alter von neun Jahren erregte An­gelika burch wohlausgeführte Pastellbilder die allgemeine Bewunderung. Ein großer Erfolg wurde bas Bildnis des Bistumsverwefers von Como, das der Künstlerin in ihrem elften Jahre gelang. Nunmehr ergingen zahlreiche Aufträge an die jugendliche Malerin, besonders seit ihr der Gouverneur Reginald von Este und die Herzogin von Massa-Carrara gesessen hatten. Die Sechzehnjährige erhielt den Auftrag, die Pfarrkirche von Schwarzenberg auszumalen, wobei dann der Vater die Deckengemälde übernahm, während sich die Tochter an die Darstellung ber zwölf Apostel begab. Nach einer Zeit häufiger Rei­sen unb zahlreicher Aufträge war es ber Künstlerin enb-- lich beschieben, nach dem ersehnten Italien überzusiedeln. Richtunggebend wurde für sie die Freundschaft, die sie mit Winckelrnann, dem Wiedererwecker des klassischen Altertums, in Rom schloß. Von diesem Augenblicke an beseelte eine schwärmerische Verehrung der Antike die Künstlerin, eine Auffassung, die man wohl alsSenti­mentalität der Antike" bezeichnet hat.

Die Einladung einer adligen Engländerin führte An­gelika Kauffmann nach dem nebelverhangenen Insel- reiche. Sie wurde dort glänzend ausgenommen. Leider bereitete ihr dieser Aufenthalt schweren Herz,enskummer. Sie verheiratete sich mit einem Grafen Horn, der sich in der vornehmsten Gesellschaft bewegte, sich bann aber als (Banner entpuppte. Fünfzehn Jahre blieb Angelika in Englanb. Sie wies alle Heiratsanträge zurück. Als sie bann roieber nach bem geliebten sonnigen Italien über« liebelte, vornehmlich des kränkelnden Vaters wegen, er­blühte der Vierzigjährigen an der Seite des Malers An­tonio Zucchi ein spätes Glück.

Die künstlerische Wertung von Angelika Kauffrnann war im Laufe der Zeiten mannigfachen Schwankungen unterworfen. Unbestritten darf sie ihren Platz als eine anmutige, liebenswürdige Erscheinung behaupten, welche xie Wieder-retmrt der deutschen Kunst vorbereiten half. Besser als Die großen geschichtlichen Gemälde gelangen

Die Sentimentale der Antike-.

Zum 125. Todestage Angelika kaussmanns am 5. November 1932.

Von Dr. Karl Brandes.

Die berühmte Malerin, die am 5. November 1807 in ftom aus dem Leben schied, ist nicht nur von der ganzen KÜnstlerwelt der Stabt auf ben sieben Hügeln betrauert worben. Sie hat sich auch burch bie Stellung, bie sie zu aßen Großen ihrer Zeit einnahm, einen Anspruch auf Ewigkeitsgeltung erworben. Goethe hatte ebenso wie Winckelrnann, Tischbein, Matthisson mit ihr Freundschaft geschlossen. Mit Klopstock, Wieland, Stolberg stand sie im Briefwechsel. Kaiser Joseph der Zweite von Oester­reich, Kronprinz Ludwig von Bayern, Kurfürst Karl Theodor von Bayern, Frauen aus deutschen Herrscher­häusern besuchten sie. Niemand, der zur damaligen Zeit nach Rom kam, durfte an dem Hause der Künstlerin vor-

Neue Vücher.

Ernährung und Pflege de, älteren «indes (Nack bem Säuglingsalter.) Ein ßeitfaben für Mutter und Pflegerinnen von Univ.-Prof Dr. Leo Langstein. 4. er- weiterte unb oeränberte Auflage. 100 Seiten, 21.-26. Taufenb. Preis RM. 1.50. Max Hesses Verlag, Ber- lin-Schöneberg. Die Maßnahmen ber Gesunbheitsfur- sorge für ben Säugling in den letzten 25 Jahren haben dazu beigetragen, daß die Kenntnisse über zweckmäßige Säuglingspflege und -ernährung in allen Volksschichten verbreitet sind. Dagegen besteht bei ben meisten Muttern noch wenig Einsicht für bie Desonberheiten bes Kleinkin- besalters unb bie Gefahren, bie auch bem Kleinkinb durch mangelhafte Pflege, unzweckmäßige Ernährung und In- fektionskrankheiten drohen. Als Folge dieser Unkenntnis muß eine große Zahl der älteren Kinder wegen mangel­hafter körperlicher Entwicklung vom Schulbesuch zurückge- stellt werden. Die Bemühungen des Säuglingsfchutzes müssen im Kleinkindesalter fortgesetzt werden, damit bte Kinber zur rechten Zeit schulfähig werben. Das L o ng- steinfche Buch zeigt ben Eltern die Besonderheiten ber Entwicklung und des Wachstums, die Zeichen ber Gesund- beit bes Kindes unb bie Abweichungen vom normalen Zustand, es gibt Ratschläge für bie Pflege, Ernährung, Erziehung bes Kleinkindes und die Krankheitsverhutung. Unter den gleichen Gesichtspunkten wird auch das ältere Kind behandelt. Die neue Auflage des Buches ist be­trächtlich erweitert unb auf Grunb ber neuesten wissen­schaftlichen Forschungsergebnisse umgearbeitet. Dos Buch sollte in feiner Familie, in ber Kleinkinder sind, fehlen.

Dr. -e-

I....." ~ T ---------------------------------

Schöne weiße Zähne: Ch lorodont

Die Zahnpaste von höchster Qualität Sparsam im Verbrauch.