Zahrg. 59
Donnerstag, 3. Aon. 1932
ein
Sachwalter Polens.
tüchtiger
der neuen Regierung wurde Tfalda»
richtig
ist.
Mittwoch früh um 6.05 Uhr starteten die Flie- ger in Limessol auf Cypern mit dem Ziel Athen auf. Die Bordstation des Dornier-Wal steht wieder in ständiger Verbindung mit Hamburg.
* Hans Grimm, der Verfasser des Romans „Volk ohne Raum", ist aus der Nationalsozialistischen Partei ausgetreten, anscheinend, weil ihm der Kurs der Partei zu radikal geworden ist.
Die Braun
Nach gierung Bildung
Re- der
-les Steuers" nicht helfen kann. — Ruhe möchte das Volk finden. An diesem berechtigten Verlangen des Volkes v e r s ü n d i g e n sich diejenigen, die ohne zwingende Not die Zahl und das Mast der Sorgen des deutschen Volkes vermehren. Auf einmal gibt es auch noch Verfassungssorgen. Es ist wahr, daß einige Verfaffungsbestimmungen änderungsbedürftig sind, das alles aber zu seiner Zeit. Nicht übertreiben und wahrhaft bleiben! Daß man die Parteien nicht meistern kann, dah man auf dem Instrument des Parlaments nicht zu spielen ver- teht, .ist noch kein Beweis für dringen deReformbedürftigkeit,Höch st e ns ür mangelnde persönliche Eignung, ür schlechten Willen. — Gegen unseren Willen sind die Verfassungsfragen mit in den Wahlkampf geworfen worden. Wir nehmen den Kampf auf. Wir sind überzeugt, daß das Völk begreift, um was es am Ende geht. Wir sind überzeugt, dah gerade diese Fragen geeignet sisid gleich gültiges Volk aufzurütteln. Wir hoffen, dah die Fragen der Verfassung, der Kampf um die Grundrechte des Volkes einen starken Antrieb zur Zusammenarbeit nach der Wahl bilden. Eine Notgemeinschaft der Parteien ist die entscheidende politische Frage nach den Wahlen. Kommt sie nicht zustande, dann sind der Verfassungsbruch und die Dikta tur unvermeiddar.
Das halbamtliche Nachrichtenbüro schreibt:
,F>er Eindruck, den man von der Stuttgarter Rede in Berlinerpolitischen Kreisen hat, ist umso b i t t e r e r, als die Reichsregierung immer wieder den größten Wert darauf gelegt hat, die Bezichung zu Bayern als dem zweitgrößten deutschen Land so eng wie möglich zu knüpfen und den bayerischen Auffassungen und Wünschen tunlichst entgegenzukommen. Das ist besonders deutlich bei dem Staatsbesuch des Reichskanzlers in München zum Ausdruck gekommen. Reichskanzler v. Papen hat auch von München aus — vor den bayerischen Industriellen — eine seiner wichtigsten Reden gehalten. Die gleiche Verbundenheit mit Bayern kam zum Ausdruck, als Reichs- ernährungsminister v. Braun vor den bayerischen Bauern, ebenfalls in München, das große Agrarprogramm der Reichsregierung entwickelte".
Daraus geht hervor, daß Herr v. Papen wirklich darauf gerechnet hat, mit solchen persönlichen Liebenswürdigkeiten die sachlichen Gegensätze aus der Welt zu schaffen. Das ist ein Irrtum, dem sich vielfach Aristokraten hingeben. Well man mit solchen Methoden hier und da bei byzantinisch veranlagten oder abhängigen Leuten Erfolg hat, glaubt man diese Methoden überall in Anwendung bringen zu können. Aber solche Methoden beweisen ost das Gegenteil: Derjenige, gegen den sie angewandt werden sollen, fühlt sich gereizt und zeigt, daß er sich doch zu gut ist, eingewickelt zu werden.
Reichsrat erst in der nächsten Woche zusammentreten zu lassen, widersrpochen. Auf ihren Antrag ist nunmehr ein «Sitzung des Ausschusses für Verfassung und Geschäftsordnung bereits auf Donnerstag, den 3. November, anberaumt worden, um die durch das dreimonatige Ruhen aller Sitzungen entstandene Geschäftslage zu besprechen und die wetteren Sitzungen vorzubereiten, ______
Staatsrat Schaeffer kündigte in Bad Tölz emen bayerischen Plan zur Reichsreform an.
So etwas wird allerdings nur in politischen Säuglings-Heimen geglaubt.
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Eine große Rolle für die Erbitterung Bayerns spielt die Tatsache, daß der neue Reichskommissar für die preußischen Finanzen, Herr Dr. Popitz, der unter dem Kabinett des Sozialdemokraten Hermann Müller der allmächtige Finanzmann war, als ausgesprochener Zentralist gilt. Sein Auftauchen im Reichskabinett v. Papen alarmiert die Föderalisten.
Zaleskt zurückgetreke«.
mtb Warschau, 2. Nov. (Eig. Meld.) Der polnische Außenminister Zaleski ist zurückgetreten. Als Nachfolger ist sein bisheriger Mitarbeiter, Oberst Beck, ausersehen. Beck gilt als Vertrauter des Marschalls Pilsudsti, dessen langjähriger Adjutant er früher war.
einer auf dem Wege ein er Notverordnung herbeigeführten Reichsreform nicht persönlich beantwortet habe oder durch sein Büro nicht habe beantworten lassen, habe in weiten bayerischen Kreisen unliebsames Aufsehen erregt. Die Betretenheit sei umso berechtigter, als das LeipzigerUrteil dem bayerischen Standpunkt Recht gegeben habe. Es sei eine Mißachtung deutscher Länder und ihrer Länderminister darin zu erblicken, die vor allem auch darin liege, daß die Antwort ausgerechnet durch die Stelle (Reichskanzler und Reichsregierung) erfolgt fei, deren Maßnahmen in dem bayerischen Telegramm als nicht mit der Verfassung vereinbar bezeichnet würden.
Wie das VDZ.-Büro meldet, nimmt man bei der preußischen Staatsregierung zu den Ernennungen im Reich folgende Stellung ein:
„Die Ernennung von Reichsminiftern ist an sich Sache des Reiches, Preußen hat dabei lediglich im Rahmen des Reichsrates wegen der haushaltsmäßigen Unterlagen mitzuspre- chen. Die Ernennung ist nach der grundsätzlichen Auffassung der preußischen Staatsregierung deshalb überflüssig, weil die Verwaltung preußischer Angelegenheiten durch das Reich auf Grund des Art. 48 Abf. 2 RB. nach ihrer Ansicht nicht notwendig ist. Wenn sie aber für notwendig gehalten wird, kann die Beschränkung auf Preußen nicht gerechtfertigt werden. Die Bezeichnung der Kommissare als „R e i ch s m i n i- st e r" ist immerhin zutreffender als die Bezeichnung als „L a n d e s m i n i st e r" oder „Landesregierung", die mit der Entscheidung des Staatsgerichtshofes nicht im Einklang steht. In der Ernennung von Popitz wird man eine gewisse Abkehr der Reichsregierung von der bisherigen Beurteilung der früheren Finanzgebarung des Reiches zu erblicken haben, an der Herr Popitz, der Staatssekretär im Reichsfinanzministerium bis Ende 1929, als maßgebender Facharbeiter mitgewirkt hat."
Der „Regensburger Anzeiger" zur Antwort Hindenburgs über Papen.
Unter dem Titel „Die Aufnahme der Antwort Hindenburgs an Bayern" nimmt die Dienstag- Nummer des „Regensburger Anzeigers" zu der Mitteilung Stellung, die der Reichspräsident durch den Reichskanzler der bayerischen Regierung übermitteln ließ. Der Umstand, daß Reichspräsident von Hindenburg das Staatstelegramm der bayerischen Regierung zur Frage
Der Relchsral.
preußische Staatsregieruna
hat der Absicht der Reichsregierung, den
Prof. Dr. Kaehlev-Greifswald wurde zum kommissarischen preußischen Kultusminister ernannt.
> i s beauftragt, der dabei auf die Unterstützung durch einige kleinere Parteien rechnet.
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Auf Kuba hat sich schon wieder ein neuer politischer Mord ereignet. Der kubanische Staatsmann Hernandez wurde am Sonntag, durch mehrere Schüsse niedergestreckt, in seiner Wohnung in Guayabal tot aufgefunden.
* . 's
Der französische Ministerpräsident Herriot hak einen Besuch in Madrid abgestattet. Es gab Hoch - und Niederrufe.
Der Standpunkt Papens.
Von amtlicher Seite in Brelin wird erklärt, daß weder Reichskanzler von Papen bei seinem Besuch in Bayern noch Reichsinnenminister Frhr. von Gayl bei seiner Reise durch die bayerischen Ostgebiete irgendwelche Versprechungen hinsichtlich ihres Verhaltens gegenüber Preußens gegeben hätte. Es ist lediglich erklärt worden, daß sich an dem grundsätzlichen Verhältnis zwischen Reich und Preußen nichts ändern wird. Die neuen Maßnahmen in Preußen halten sich durchaus eng in dem Rahmen des Leipziger Urteils und ändern nichts an dem grundsätzlichen Verhältnis zwischen Reich und Preußen.
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Die Schwierigkeit dürfte nur darin bestehen, auch Bayern zu überzeugen, daß die Ueberzeugung der Reichsregierung
Es wird berichtigt.
Falsche Behauptungen über den Reichskanzler von Papen.
Der offiziöse Draht meldet:
ERB. Berlin, 2. November. (Eig. Meld.) Von einer politisch linksstehenden Korrespondenz wird behauptet, Reichskanzler von Papen habe bei seinem Amtsantritt den französischen Politiker, Gras Wladimir d'Ormesson in Paris angerufen und ihm seine Ernennung mitteilen wollen. In Abwesin- heit des Grafen d'Ormesson habe er dessen Tochter gesprochen und sie gebeten Graf d'Ormesson möge dafür Sorge tragen, daß die Berufung Papens in der französischen Presse günstig ausgenommen werde. Graf d'Ormesson soll dann später gesagt haben: „Herr von Papen Reichskanzler, — das muß ein Irrtum fein!" Von zuständiger Stelle wird zu diesen Behauptungen erklärt, daß der Reichskanzler niemals den Grafen d'Ormesson oder dessen Tochter angerufen habe, noch daß er von irgendeiner anderen Seite mit dem Grafen d'Ormesson oder dessen Tochter habe telefonieren lassen.
Dortrag des Reichskanzlers beim Reichspräsidenten^
wtb. Berlin, 2. November. (Eig. Meld.) Reichspräsident von Hindenburg empfing heute den Reichskanzler von Papen zum Vortrag. ,___
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Reichskommissar Dr. Bracht hat die preußischen Oberpräsidenten, Regierungspräsidenten und den Berliner Polizeipräsidenten für Freitag, den 4. November, zu einer Besprechung eingeladen, in der laufende Verwaltungsangelegenheiten erörtert werden. *
Der Reichspräsident empfing am Dienstag den neu ernannten deutschen Botschafter in London, Dr. von Hoesch, den neu ernannten deutschen Botschafter in Paris, Roland Köster, sowie den deut- scheu Gesandten in Stockholm, Dr. von Rosenberg.
einer Meldung aus Athen ist die V e n i z e l o s zurückgetreten. Mit
Zaleski bekleidete das Amt eines Außenministers seit der Machtübernahme durch Marschall Pil- sudski im Sommer 1926 und vertrat Polen bei allen internationalen Konferenzen. Er war
W Bayern fühlt sich bedroht.
Vas man kommen sah, ist elngetreten. — v. papens Vorgehen In der Frage der Relchsverfassung hat große Gefahren herauf- heschworen. — Die Ernennung des als Widersacher bundesstaatlicher Auffassungen bekannten Herrn Dr. Popitz als Finanz- toMMissar hat Minisierpräsident Dr. Held auf den Plan gerufen, gie Reichsregierung scheint in der Tat geglaubt zu haben, Bayern werde sich durch freundliche Gesten gewinnen lassen. — Wie wird das ganze Experiment Papen enden?
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Universitätsprofessor Dr. Kaehker, der als stellvertretender Reichskommissar das Kultusministerium übernimmt, hat bisher an der Greifswalder Universität Staatsrecht gekehrt. Für seine Ernennung war aber weniger seine Bedeutung als Mann der Wissenschaft ausschlaggebend, als seine politische Einstellung. Dr. Koehler ist Mitglied der verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung und nachher Abgeordneter des Landtags für den Wahlkreis Pommern gewesen.. Er gehörte der d e u t s ch n a t i o n a l e n F r a k t i o n an, und seine Ernennung ist wohl die Erfüllung einer jener Zusagen, die Herr von Papen vor kurzem dem deutschnationalen Führer, Dr. von Winterfeldt, in bezug auf b i e Personalpolitik gemacht hat. Mit dem Kasseler Ober- kandesgerichtspräsidenten A n z wäre noch ein zweiter Deutschnationaler zum stellvertretenden Reichs- kommissar bestellt worden, und es hat nur an der Ablehnung aus persönlichen Gründen gelegen, daß diese Ernennung nicht erfolgt ist. Aber man muß darauf vorbereitet sein, daß die deutschnationalen Parteiangehörigen in Zukunft immer , mehr in die höchsten Stellen der Verwaltung einbringen, bas wirb bann keine „Personalpolitik nach dem Parteibuch" sein, benn bas Parteiinteresse haben nach Hugenberg immer nur die andern im Auge, die Deutschnationaken aber denken nur an das Staatsinteresse, wenn sie darauf drängen, daß die wichtigsten Stellen mit zuverlässigen Parteifreunden besetzt werden.
Am Ende einer schweren Reife.
Die Rundreise der Kontingentierungs-Kommission abgeschlossen.
mb. Berlin, 2. Nov. (Eig. Meld.) Die Kon- tingentierungskommifsion ist heute aus Kopenhagen zurückgekehrt. Sie wird den zuständigen Ressorts über die Ergebnisse der Verhandlungen Bericht erstatten. Voraussichtlich wird sich das Kabinett demnächst endgültig mit dec Kontingentierungsfrage befassen. (Nach dem 6. November selbstverständlich!)
I Erscheint sechsmal wöchentlich Wochenbeilagen: .„Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei In Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 3153. Fuldaer Actiendruckerei 3151 und 3152. ::
Auch Dr. Bolz redek deukfch.
. Die „Voss. Zig." veröffentlicht einen Artikel des württembergischen Staatspräsidenten Dr. Bolz, der als erster auf der „Wahlkampftribüne" des Blattes zu Worte kommt. Unter dieser Spitzmarke wllen führende Vertreter der Gruppen in dem Blatt Gelegenheit zur Meinungsäußerung haben, die sich „z u r V e r f a s s u n g a l s d e m G r u nd- Sesetz der Nation" bekennen.
L Staatspräsident Dr. Eugen Bolz schreibt unter der Ueberschrist: „Keine Experimente" u. a.: Wer sich ernsthaft mit den politischen Aufgaben und chren Lösungsmöglichkeiten befaßt, findet Gegebenes und Zwangsläufiges und wird bald zu der Erkenntnis kommen, daß alles Experimentieren ftit dem io genannten grundsätzlichen „Herumwerfen
gilt politischer Freund der „Fuldaer Zeitung" schiM uns zur Kennzeichnung der Lage zusammen- sassend:
Die Relchsregierung von Papen sieht r.* aad) in ihren Reichsreformplänen «mem Berg des Widerstandes gegen« äitt, über den ohne personelle Veränderungen Jh weitreichende Kompromisse nur schwer hinnber- «temmen ist. Die deutsche Einheit dürfte kaum jemals nach 1871 einer schwereren Belastungsprobe unterworfen wor- it« fein, als sie ihr nach dem 6. November blüht.
*
In zwei Zentrumsversammlungen sprach am Montagabend der bayerische Mini st er- präsidentDr. Held in Stuttgart. Er wandte sich zunächst gegen Hugenberg, den er als den bösen Geist des deutschen Volkes bezeichnete, und führte dann gegenüber den Plänen der Reichsregierung aus, er habe nicht die Ueberzeugung, daß diese Regierung föderalistisch eingestellt sei. Die Rede des Herrn von Gayl am letzten Freitag mit dem Lobe des Einheitsstaates habe ihn sehr stutzig gemacht. Der Ministerpräsident sprach dann von einem „merkwürdigen" Kamps Papens gegen die Parteien. Haben denn, so fragte Dr. Held, die Parteien den Krieg verloren, die Revolution angefangen, die Jnflationnach Deutschland getragen? Es müsse anerkannt werden, daß auch die Sozialdemokratie nach dem Kriege dem Staate in vielen Dingen sehr gute Hilfestellung geleistet habe. Das sage ich, so betonte Dr. Held, der ich es immer ab gelehnt habe, mit der Sozialdemokratie, eine Koalition einzugehen. Das sage ich um der Wahrheit willen. Wer gegen das Par - kam ent kämpft, kämpft, gegen das Volk. Den Zustand, daß in Deutschland wieder eine Oligarchie herrscht, die dann auch wie früher den Katholizismus an die Wand drückt, können wir nicht herbeisehnen.
Dr. Held sagte weiter, die vom Reichskabinett geplanten Reformen müsse er entschieden ablehnen. Der Reich srat dürfe nicht $u einem Prä- si'dialrat herabgedrückt werden, sondern müsse vielmehr die Rechte des alten Bundesrats wieder erhallen. Die Bestellung und die Tätigkeit des Reichskommissars in Preußen Halle er nach wie vor als nicht der Verfassung entsprechend. Entgegen dem Rat des Staats- g er i ch t s h o f e s gehe die Reichsregierung gerade heute daran, ihren Willen in Preußen durch zudrücken, und zwar ohne die Einwilligung der Länder. Dieses Vorgehen bedeutet, so bchauptet Dr. Held,
das Ende des Rechtsstaates.
Wer aber den Rechtsstandpunkt verlasse,, müsse damit rechnen, daß er den stärksten Wider - stand entgegengesetzt bekomme. Die Tage seien so ernst wie kaum jemals seit 1918. Was man wolle, sei offenbar geworden, nämlich
die Derprentzung des Reiches.
Die Maßnahmen in Preußen kehrten die Grundlagen bet Reichsverfassung völlig um. ,Zch habe jetzt," sagte Dr. Held, „den Glauben an das Kabinett von Papen verloren. Ich muß bekennen, daß ich heute auf das Schwerste enttäuscht bin. Esistunmöglich, auchnureineeinzige Minute dazu stillzuschweigen. Wenn ich meine Pflicht als bayerischer Ministerpräsident, als Anhänger^ Verfassung smäßigen Lebens erfüllen will, dann bin ich gezwungen, offent- kich gegen Papen aufzutreten und zum Kampf gegen seine Maßnahmen auf- Zufordern. Hier entscheidet allein unser Rechtsbewußtsein und das Lebensinterejse der deutschen Länder. Die Einstellung der Kmi- fervattven, die den Kanzler mahnen, „doch nicht iiber juristische Zwirnsfäden zu'stol- pern", ist geradezu revolutionär. Gegen lolche Aeußerungen einer gewissen Rechtspresse hätte der Reich sjusti zminister längst ein» ! chrelten solle n."
Anzeiger für die Staöf Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Areisblaik.
Wie die T. U. erfährt, ist der vottragende Le- gationsrat Katzenberger, der mehrere Jahre lang das Referat „3" in der Presseabteilung der Reichsregierung leitete, zur Disposition gestellt worden.
Katzenberger war Zenttumsmann. Er wurde tn der Praxis schon abgesägt, als v. Papen die Geschäfte übernahm.
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Die Agentur Havas veröffentlicht den Inhalt einer Unterredung des Reichskanzlers mit dem europäischen Vertreter der in Buenos Aires erscheinenden Zeitung „Nation". Der Kanzler bezeichnete dabei die deutsch-französische Annäherungspolitik als den Hauptpfeiler des Weltfriedens.