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um

NILS

30. Oktober

Vellage zur Fuldaer Zeitung

Die HeNigenglocke

Eine Legende von Leo Gruber.

Sie meinten es aber anders,

Bergner

Wo aller Erdengram verschwunden, soll euer Bild mir nicht vergehn, und Linderung für eure Wunden, für euren Schmerz will ich erstehn.

Sein neuerlicher Brief kam aber dahin fahren und nach fände ich doch wieder keine

kann mag sie

Ich möchte das eben nur was mit Jngeborg Bergners

mir dauernd fremd gegenüberstehen wird, wenn ich sie jände? Muh eine Lieb«, die zunächst ja Hanz auf das

Als Daniel

Nicht "hur die großeh;16näerff Such die vieTeit kleinen Stationen mit ihrem interessanten und schönen Programm bringt LUMOPHON 23. trennscharf und tonrein in dem dynamischen Laut*. Sprecher. Der Zweikreis Dreiröhren Empfänger LUMOPHON 23 kostet für Gleich- oderWechsel- strom als Empfänger RM. 131.-4- und als Kombfa Nation mit dynamischem Lautsprecher RM. 168.^ Der Preis des Röhrensatzes beträgt nur RM. 55.80

suchte ich nach ihm ab. aus Rangoon. Wenn ich Dr. Sm forschen würde, Spur von ihm."

Was schreibt er?"

sprachen da so seltsam, nicht wahr?"

Ja, ganz anders, mit Ihnen besprechen,

Da wagte sie keinen Einspruch. Zögernd schritt sie zur Tür und glitt aus dem Zimmer. Jörgen Bollan­der aber war noch lange wach und sann Über all das nach, was sich um ihn herum zutrug und vorzubereiten schien.

Als er bald darauf wieder einmal Im Haufe Shel- ton vorsprach, traf er Frau Lilith allein. Sie begrüßte chn erfreut.

Wie schön, daß Sie kommen, Herr Bollander! Henry ist bis zum Abend fort Ich hatte schon be­fürchtet, Goomar Parubram würde wieder vorsprechen. Nicht wahr, wenn er noch kommen sollte Sie bleiben lange! Bitte, erfüllen Sie mir diesen Wunsch!"

Er sah wieder in ihre Augen, und sein Herz schlug rascher.

Diese lieben, schönen Augen! Er mußte diese Augen lieben! Wenn er doch die Unruhe, Not und Zweifel aus der Seele Frau Liliths bannen könnte, wenn er diese Augen einmal in reinem Glück aufleuchten sehen dürfte!

Hastig sprach er:

Ich bleibe solange es Ihnen recht ist Wenn meine Geschäfte mir Zeit lassen, wüßte ich wirklich nichts An­genehmeres, als hier bei Ihnen weilen zu dürfen, gnä­dige Frau."

Sie faßen sich wieder gegenüber, und Lllith Shelton forschte:

Vermögen Sie wirklich mit mir Geduld zu haben?"

Geduld? Davon kann doch gar keine Rede fein! Es ist mir ja eine Freude, mit Ihnen plaudern zu dür­fen."

Ich bin aber immer der empfangende Teil, ich kann Ihnen so gar nichts geben, geistig meine ich."

Doch! Alles, was Sie denken und empfinden, in­teressiert mich."

Was ich denke! Ost gehen mir die Worte des jun­gen Mädchens durch den Kopf, die ich in dem Tage­buch las. Was dort geschrieben steht über den Sinn des Lebens, über Liebe und Treue, das ist mir aus der Seele gesprochen. Herr Bollander, als mein Mann hinzukam, während ich in de» Tagebuch las Sie

beliebt. Bilder, die den Tanz darstellen, deren gibt «$ Legion; Bilder, die das ernste Antlitz des Todes zeigen^ sind selten.

Gar zu wörtlich übrigens hat Goethe denToten­tanz" in seinem ebenso betitelten Gedicht aufgefaßt. Da­von, daß die Toten nächtlicherweile auf den Gräbern tanzen, weiß die Überlieferung nichts, dieser Sinn je* denfalls hat dem alten WortTotentanz", das em« Verdeutschung des französischenDanse macabre" dar­stellt die ältesten Totentänze stammen aus Frankreich niemals innegewohnt. ,

Schicksal zusammenhängt. Für alle andern soll das Mädchen tot sein."

Warum aber?"

Vielleicht finde ich die Lebende leichter, wenn ich von der Toten spreche."

Kennen Sie irgendeine Spur, die darauf deutet, daß das Mädchen lebt, daß es irgendwo hier weilt?"

Ja und nein! Eine Frage, gnädige Frau: Haben Sie jemals den Namen Dr. Sm gehört?"

Dr. Sm?"

Es ist ein Chinese. Können Sie sich an ihn er­innern?"

Nein."

Schade."

Was ist mit diesem Mann?"

Er ist mein Feind."

Er sah, wie Unruhe in ihre Augen trat.

Was haben Sie diesem Mann getan, Herr Bollan­der?"

Nichts! Aber ich ahne, daß er schlimme Taten auf dem Gewissen hat. Ich muß annehmen, daß er um Jngeborg Bergners Verschwinden weiß."

O, und er hat Kunde erhalten, daß Sie ihm nach­spüren?"

So ist es! Er hat mir in Schanghai bereits einen Drohbrief gesandt, und gestern erhielt ich wieder einen."

Sie schrak zusammen.

Dieser Mann droht Ihnen? Sie aber sahen ihn nie?"

Nein! Er ist nirgends zu finden. Ganz Schanghai

In alter Zeit gab es einmal in einer Stadt eine große Glocke, welche die Heiligenglocke hieß. Sie war so ge­nannt, weil von ihr die Sage ging, daß sie jedesmal, wenn ein Heiliger in das Reich Gottes abberufen würde, von selber zu tönen anfinge. Doch hatte keiner der Leute, die dazumal in der Stadt lebten, je die Glocke von selber tönen hören, so daß die allgemeine Meinung war. daß eS keine Heiligen mehr gäbe in der Welt. Und damit stimmte das Leben, das man in der Stadt wahrnahm, in trauriger Weise überein. Denn es war ein gottloses Leben, das nicht Recht, nicht Sitte kannte. Niemand machte sich groß Gewissen daraus, wenn er den Nächsten übervorteilte; Männer und Frauen dienten ihren bösen Lüsten; kurz, der Teufel hatte sie so in feiner Gewalt, daß er, wie eine alte Sage erzählte, statt der vielen bösen Geister, die sich in anderen Städten um jede Seele ein­zeln bemühten, nur einen einzigen seiner Höllendiener auf dem Stadttor sitzen hatte, um den Eingang und den Ausgang zu überwachen, sonst aber keinen besonderen Fleiß anzuwenden brauchte.

Nun aber hatte die Stadt einen frommen Pfarrer, der Tag und Nacht feine ganze Kraft dransetzte, dem Bösen Einhalt zu tun und das Gute zu befördern. Doch schien alles vergeblich. Der Pfarrer mochte Milde ober Strenge anwenden, er mochte die Furchtbarkeit der Hölle ober bie Süßigkeit des Himmels malen, es half alles nichts, das gottlose Treiben in der Stadt schien eher zu- als abzunehmen.

Als der Seelenhirt das merkte, wollte er schier ver­zweifeln und meinte, da all sein Mühen und Arbeiten verloren schien, es müsse wohl an ihm selber liegen, in­dem er Gott nicht wohlgefällig fei und feinen Segen nicht verdiene. Da er so verzweifelt mit sich selber rang und nicht wußte, was er nun beginnen sollte, kam ihm ein seltsamer Gedanke ein. Ost schon hatte er in der Chronik gelesen, wie die Heiligenglocke bei dem Tode dieses ober jenes Heiligen, ohne baß jemanb den Strang berührt, erklungen sei. So bat er nun den Herrn, er möge ihm in feiner Verzweiflung ein Zeichen senden und ihm in dem kommenden Jahre, wenn ein Heiliger aus seiner Stadt in den Himmel walle, durch einen Glockenton, den nie­mand herbeigeführet, Kunde davon geben, so daß er ein­sehe, daß doch wenigstens eine Seele von den ihm An- vertrauten den Weg zur Heiligkeit gefunden. Alsodann wollte er sich gedulden und, der Bosheit ungeachtet, wei­ter seine Seelsorgspflicht erfiUIen.

den Glockenstrang tritt und ihn zieht, um des Türmers Hinscheiden anzukünden.

Auch ein Totentanz", so könnte man auch über Francisco Goyas BildDas Kriegsgespenst" schreiben. Um einen gespenstigen Baumstumpf gruppie­ren sich Kämpfende, Fliehende, Gefallene, Verwundete; davor steht eine in weiße Tücher gehüllte Gestalt, leer und hohl die Aermelöffnungen, das Gesicht so ver­hüllt, daß man dahinter den Tod nur ahnt, und hebt geisterhaft den linken Arm.

Heutzutage rft der Tod in der Malerei selten anzu­treffen. Die Synthese Tod und Tanz ist nicht mehr

So wartete er nun geduldig und trug manchen aus seiner Gemeinde zu Grabe. Aber bei keinem hörte er die Glocke klingen. Statt dessen hatte er einmal einen seltsamen Traum. Es schien ihm, als läge er selber in einem Sarge drin und würde zum Friedhof hinausgetra» gen, und als er gerade an dem Kirchturm vorbei getra­gen werden sollte, da blickte er in die Hohe und sah, wie die Glocke sich langsam in Bewegung setzte und ihr langer Klöppel zum Schwünge ausholte. Aber kein Ton drang von dem Turm herunter. Und als er verwundert näher hinblickte, sah er, wie ein Engel, der mit dem Klöppel hin- und herschwang, den Klöppel an der Stelle, wo er auf den Glockenrand schlug, mit seinen Händen um­schlossen hielt, so daß die Glocke keinen Ton von sich zu geben vermochte.

In Verwunderung über feinen Traum erwachte er. Sogleich bat er Gott, daß er, wenn er ihm den Traum gesandt hätte, auch die Deutung des Traumes senden möge. Und es war ihm, als hörte er eine Stimme, die zu ihm sagte:Geh' und sieh'!" Wie von einer unsicht­baren Gewalt getrieben, begab er sich hinaus und ging in den ärmsten Gassen der Stadt umher und beobachtete genau, was die Leute trieben. Und er sah viel Bosheit und Halsstarrigkeit, daß ihm das Herz blutete. Aber er sah auch, wie ein Weib sich für ihren kranken Mann aufopferte, wie ein Vater Tag und Nacht für feine Kin­der arbeitete, wie ein kleines Mädchen mit gefalteten Händen vor feinem Veilchen stand, wie eine Mutter, un­ter Schmerzen lächelnd, ihr neugeborenes Kindlein dem Heiland am Kreuz entgegenhielt, wie ein Sterbender, den Rosenkranz gegen die Brust gedrückt, selig dem Himmel entgegenlächelte.

Er blieb stehen vor diesem Totenbett; es schien ihm, als müßte nun die Glocke anschlagen, so freundlich und verklärt lag bas Antlitz des Verstorbenen da. Aber nichts, kein Saut. Nur die Sterbekerze knisterte, und leise Ge­bete der Anwesenden fliegen zum Himmel auf. Wenn nun die Glocke anschlüge, kam es dem Pfarrer plötzlich ein, welches würde wohl die Folge fein? Und er sah im Geiste, wie sich die Menge zu dem Toten stürzte, wie sie alle seine Reden und Taten wog, wie sie jedes Stäublein an dem Seelenkleide des Entschlafenen zu entdecken suchte, wie sie gegen Gottes heiliges Urteil Einwendungen zu erheben sich vermaß, wie einer gar meinte, wenn ein Bösewicht wie dieser, der ihm soviel Unrecht angetan, zur Seligkeit berufen würde, dann hätte es mit ihm selber

raschle er ihn mit einer für die damalige Zeit seltsamen Starfteöung, einemTotentanz". Der Verleger war empört, er besorgte, dasgarte Gemüt" der Damen, für die der Kalender bestimmt war, könnte durch solche Bilder verletzt werden, und nur der Umstand, daß die Zeit drängte, und daß ein Kalender ohne die modischen Chodowiecki-Bilder damals kaum denkbar war, ve- stimmte ihn dazu, die Bilder dennoch auszunehmen.

Diese Episode veranschaulicht so recht die veränderte Einstellung der Neuzeit dem Tode gegenüber. Dieses elementarste und eindrucksvollste Ereignis im mensch­lichen Dasein, das einzigste fast, das noch nie jemand zu leugnen und zu bestreiten gewagt hat, das versucht man wenigstens zu ignorieren: man spricht nicht darüber, man denkt nicht daran, man entfernt einen Toten so schnell wie möglich aus dem Hause, man legt die Friedhöfe weit draußen an, Tagereisen von dem Zentrum des Ledens entfernt, man läßt die Totenwagen mir noch des Abends und bei Dunkelheit durch die Straßen der Großstädte rollen.

Wie ganz anders das Mittelalter! Auch der Tod war ihm eine Wirklichkeit, eine ganz nahe sogar! Nachbarn und Freunde liefen zusammen, um einen Be­kannten sterben zu sehen, ihm den Weg der Auflösung durch Gebet und Zuspruch zu erleichtern; mitten in den Mauern der Städte und mitten hn Dorfe lagen die Friedhöfe, beliebte Sonntagsspaziergänge, und an einem Leichenbegängnis nahm die ganze Stadt teil. Hör­bar rauschte des Todes Flügel, und man erschrak nicht, wenn man ihn vernahm, man prüfte vielmehr, ob man selber für ihn reif war.

Die Totentänze des Mittelalters, diese bildlichen Dar­stellungen, die Leben und Tod in so unmittelbare Be- zichung zueinander setzten, sind ein Beweis dafür. Es schwebt ein Geheimnis um den Ursprung dieser Toten­tänze. Soviel aber ist klar: sie sind aus der unvermittel­ten Synthese der beschwingtesten und heitersten Bebens» äußerung, des Tanzes, dem in diesem Falle hauptsäch-

es kann handeln, wie fein Herz es treibt, es Sie lieben ja dies Mädchen. Wie glücklich fein, wenn sie diese Liebe erkannt!"

Ist es nicht auch möglich, daß Jngeborg

Ja, und nicht nur aus Mandaley, sondern über­haupt aus ganz Birma soll ich fort. Dr. Sm ist an­spruchsvoll."

Weshalb sollen Sie denn aber fort?"

Das weiß ich nicht."

Es droht Ihnen dann Gefahr!"

Ich fürchte die Gefahr nicht. Gerade Dr. Sms Brief beweist mir, daß ich hier irgendeinem Geheimnis nahe bin, ohne daß ich freilich zunächst es erkannt habe. Nun will ich aber erst recht die Augen offen halten."

Es gehl um dies Mädchen?"

Ich glaube, ja."

Sie fetzen möglicherweise Ihr Leben für dies Mäd­chen aufs Spiel!"

Muß ich denn nicht? Ist es nicht meine Pflicht, der Verschollenen beizustehen, wo ich nur kann?"

Lilith Shelton senkte den Kopf:

Ich möchte das Mädchen beinahe beneiden."

Warum, gnädige Frau?"

Weil Sie ihm jedes Opfer bringen wollen."

Beneiden Sie das Mädchen nicht! Wer weiß, In welch schlimmer Zwangslage es sich befindet!"

Zwangslage? Und ich? Herr Bollander, ich lebe auch gezwungen hier! Ich lebe hier als Henry Sheltons Frau, und mein Herz und meine Seele wollen es nicht fassen, daß ich je aus freiem Willen diese Ehe einging. Es, es ist so qualvoll für mich! Jenes Mädchen, dem Winkt doch vielleicht noch einmal Befreiung; aber ich worauf soll ich denn hoffen?"

Auf Genesung, Frau Lilith!"

Kommt die je? Und bann? Ist es bann so, daß ich plötzlich Henry liebe, wieber liebe, weil ich ihn ja zuvor geliebt haben soll? Ober fällt bann all dieser Zwang von mir? Ich wahrhaftig, ich würbe mit biefem Mäbchen tauschen mögen. Kommt ihm eines Tages bie Befreiung, bann ist es doch auch seelisch frei,

Tod und Tanz.

Don Dr. H. Nötigers.

der berühmte Berliner Maler und Kupferstecher Chobowiecki von einem Verleger ben Auftrag einen der damals so beliebten Taschenkalender

«hielt, und Almanache mit Kupferstichen zu verzieren, über-

lich symbolhafte Bedeutung zukommt, mit dem Tode entstanden; sie sollen die große und mächtige Ausnahme, die die Natur in ihren Gesetzen für den Menschen ge­schaffen hat, vor Augen führen. Naturgesetz ist daß das Leben stirbt, wenn es feine Aufgabe erfüllt, feine Kräfte verzehrt hat; und in der pflanzlichen und tieri­schen Natur ist dieses Gesetz auch sehr weitgehend durch­geführt. Beim Menschen aber ist der sonst so schmale Rahmen, in dem für gewöhnlich die Ausnahmen vom Naturgesetz liegen, sehr viel weiter gespannt, so weit, daß niemand zu sagen vermag, ob für chn bas Gesetz ober bie Ausnahme gelten wird. Man stellt heule gern Wahrscheinlichkeitsrechnungen an, wie lange ein Dreißig­jähriger, ein Vierzigjähriger noch zu leben hoffen bars. Es rft nichts damit die Totent änze find Wahr­scheinlichkeitsrechnungen des Mittel­alters, und die sehen anders aus als unsere Sta­tistiken.

Der berühmte Totentanz in der Marienkirche zu Lübeck rft für ben Sinn biefer Darstellung beson­ders aufschlußreich. Ein langer Reigen von Menschen Ritter, Siebte, Nonnen, Jungfrauen, Kaufleute, Greise, Jünglinge, sie stehen fast unbewegt tanzend, je ein Tolenfkelett. Nicht bie Menschen tanzen, wohl aber der Tod! Er ffl der große Tänzer, der so ganz unbe­rechenbar rft, der sich gefällt, bie Menschen gerade in den unerwartetsten Augenblicken zu packen, der gleichsam triumphiert, wenn er arglistig und ränkevoll einen überraschen kann. Es läßt sich kaum eine grandiosere und wirkungsvollere Predigt von dem Tode denken als diese Totentänze, die oft die Außenmauern der Kirchen gierten ober die bie Friedhofsmauern oder der Stadt­tore.

Getteu diesem Sinn der alten Totentänze haben neuere Meister nun auch andere Lebensäußerun­gen als den Tanz zum Gegenstand ihrer Darstellungen gemacht.Der Tod und der Zecher" von Ludwig Richter wäre hier zu erwähnen. Ein Zecher sitzt am Tisch, Weinkaraffen stehen vor ihm, er ist im Begriff, sich eine Pfeife zu stopfen; der Finger aber, der sie stopft, rft der knöcherne Finger des Todes, der ihm gegenüber am Tisch steht. AehnlichDer Tod und der Koch" von Klauber. Krampfhaft hält der Koch noch einen Krug und einen Kochlöffel fest, aber das Waffer ober der Wein des Kruges wirb schon verschüttet, unb den Spieß mit der gebratenen Gans Hal der Tod an Stelle seiner Hippe geschultert. Das Bild erinnert an einen Holzschnitt von Holbein dem Jünge­ren. dem berühmten Totentanzbildner des 16. Jahr- buüderts, der einen Krämer barstellt, wie er mit feinem Warenkorb auf dem Rücken eilends ausschreitel, während der Tod mit langen Schritten neben ihm hereilt und ihn am Aermel packt.

Die packendsten Totentanzbilder der Neuzeit stammen von Alfred Rethel.Auch ein Totentanz" hat er feinen Zyklus betitelt.Der Tod als Freund".Der Tod als Feind",Der Tod zur Stadt reitend" sind wohl die bekanntesten davon. Auf einem Roß reitend jagt der Tod im letztgenannten Bilde dahin, einer Stadt zu, deren Türme und Schornsteine im Hintergrund ra­gen. Raben fliegen vor ihm zur Seite, enffetzt stieben ein paar Schnitterinnen vom Felde. Der erstgenannte Holzschnitt stellt das fünfte Entschlafen eines Türmers in feinem Lehnstuhl dar, während der Tod selber an

Weht nächtlich seine Seraphsflügel

Der Friede übers Weltenreich, so denkt nicht mehr an meinen Hügel, denn von den Sternen grüß' ich euch!

Annette von Droste-Hülshoss.

Letzte Worte.

Geliebte, wenn mein Geist geschieden, so meint mir keine Träne nach;

denn wo ich weile, dort ist Frieden, dort leuchtet mir ein eroger Tag.

Drei Ratschläge für den Radio-Einkauf

Q Beachten Sie dasVerhöltnis von Preis u.leistüng Unter Berückt sichtigung der Tatsache, daß LUMOPHON 23 nur 3 Röhren hat}

0 Prüfen Sie dieTrennschörfe u. gleichzeitig dabei die Einfachheit der Bedienung. SehenSie auf dieVorzügederLumophon-Skalajj © Auf die Wiedergabe kommt es an. hören Sie deshalb Musik u;

Sprache. Vergleichen Sie den Klang des'dynam. Lautsprecher^

Eigentlich keine Drohung diesmal. Es ist ein Befehl. Ich soll innerhalb weniger Tage Birma ver­lassen."

»Fort sollen Sier*

Das Rätsel des Tushlnlang.

Roman von Kurt Martin.

Eovbrigbt bv Verlag Neues Leben. Bavr. Gmain.

15s ----------

Sonderbar!"

Sie sah ihn ängstlich an:

Die beiden planen nichts Gutes, Mr. Bollander!" «Wie kommst du darauf?"

«Ich fühle das."

Jörgen Bollander schritt nachdenklich auf und ab. Was war das für ein Mensch, der da in sein Haus ge­kommen war? Li-Den sagte, es sei ein Verwandter von ihm. Li-Den aber war ihm von Liü-Fu-Tang empfoh­len worden. Wußte Liü-Fu-Tang auch um diesen Der- wandten Li-Dens ober nicht? Hatte sich biefer Frernbe eingeschlichen, um einen Anschlag gegen ihn vorzuberei- ien? In wessen Auftrag ftanb er bann? Der Inder! Was hatte Sheltons Diener heimlich mit dem Chinesen zu beraten? Wofür gab er ihm Gelb? Hatten bie zwei irgenbein heimliches Geschäft miteinanber, was ihn gar "ich! berührte, ober.galt ihr Verhandeln ihm? Wer stak dann dahinter? Shelton: Oder Dr. Sm? Dieser rätsel­hafte Dr. Sm, der ihn brieflich aufforberte, Birma zu "erlassen?

Sein Blick fiel wieber auf Dolapi, die regungslos bet °er Tür ftanb.

«Ich banke bir! Sage vorläufig keinem Menschen etwas von dem, was bu gesehen hast! Ich will ins« geheim ber Spur nachgehen, auf bie bu mich gebracht 9aft."

«Seien Sie vorsichtig. Mr. Bollanber!"

. «Vielleicht hat die Besprechung der beiden gar nichts mit mir zu tun."

^-'Doch, das fühle ich! Li-Den hat auch immer mit fremden Chinesen zu tuscheln. Nur wenn Wung 'wzukommt, schweigen sie."

Ich werde alles überdenken. Dolapi. Jetzt aber '91 Es ist spät; lege dich schlafen!"

Baffen Sie mich hier schlafen, Mr. Bollander!" 'Nein, geh hinab zu deiner Kammer!"

Ur. 252