Nr. 252
zur Fuldaer Zeitung
30. Oktober
Und achtmal
die dunklen Tage dieser trüben Jahreszeit, sondern auch die dunklen Tage unseres Lebens, die nicht Rücksicht darauf nehmen, ob Sommer oder Winter, Herbst oder Frühling ist. Unö siehe, da klincst's in diese Verzagtheit hinein, die Helle klare Stimme der Kirch«, ja, die klare Stimme des Hei-
nach der leiblichen Sorge der Eltern für ihre Kinder erst die eigentliche Arbeit anfängt: das Mühen um die Seele des Kindes. Es ist auch nicht in ein paar Gebeten und Ermahnungen abgetan, es ist ein ständiges Ringen um das Kind, wie auch Christus zu Lebzeiten um jeden seiner Jünger ringen mußte. In der Familie muß Christi Geist zuerst wach werden. Von da kann er dann aus« strahlen in die Nachbarschaft, in die Verwandtschaft, in die Gemeinde, ins Volk. So wächst sein Reich. Christi Königreich ist ein Reich des FriedensundderEintracht, derLiebe und der gegenseitigen Hilfe.
Auf des Pilatus Frage: „Also bist du doch ein König" — antwortet Jesus: ,,Ja, ich bin ein Kö- nig. Dazu bin ich in die Welt gekommen, daß ich für die Wahrheit Zeugnis gebe." Aber er weist auch darauf hin: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt" — Christi Führergeist könnte die Welt erretten. Aber die Sündhaftigkeit der Welt steht dem entgegen. Trotzdem, ja gerade deswegen tragen wir aber als feine Soldaten die Berufung, seinReich z umehren. Führertum fordert Gefolgschaft, An uns liegt es, seinen Geist in unserem Bereich zu verwirklichen. Erst dann hat der Königstag Christi seinen Sinn in uns gefunden.
wiederholt sich's: „Selig sind , . ." Ja, wer ist denn selig? Und Du horchst auf und lauschest diesem Evangelium, das die große herrliche Derhei- ßung in sich birgt, die ob aller Finsternis und aller Verzagtheit strahlt, die über alles Irdische hinweg wie ein Fanal zum Himmel loht. Selig sind die Armen im Geiste, selig sind die Sanftmütigen, selig sind die Trauernden, selig sind, die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit, selig sind, die ein reines Herz haben — freuet euch und frohlocket, denn euer Lohn wird groß sein im Himmel!
Als Napoleon in der Einsamkeit von St. Helena zum Nachdenken über sich und seine Seele gekommen war, da las er mit besonderer Vorliebe diese Seligpreisung und äußerte, daß die acht Seligkeiten das schönste und Herrlichste
Manche hielten ein solches Fest für unnötig, nachdem doch schon das altehrwürdige Hochfest der Erscheinung des Herrn dem „dominator dominus", dem allgewaltigen Herrscher huldigt. Man erinnerte sich auch daran, daß schon das erste Jahr- I tausend der Kirche den Gottkönig an di« Stirnwand ihrer Basiliken malte. Es waren jedoch I beide Darstellungen des Königtums Christi zuallererst ein Hinweis entweder auf Christi jenseitige Erhöhung auf den Thron zur Rechten des Vaters oder auf seine einstige Wiederkunft in richterlicher Macht und Herrlichkeit. Daß Christus König ist auch jeßt und hier, KönigüberalleBezirke des diesseitig en und augenblicklichen Lebens, wurde dabei sicherlich nicht über- sehen; daß nach Seinem höchsten Willen alles ge-
' stellen aufgezeigt, das Geefagte deer Diskontierung auf die Zukunft, die dem System der Steuerscheine anhaftet, die Widersprüche zwischen dem Versuch der Ankurbelung im Innern und der Störung der Ausfuhrwirtschast durch die geplanten Kontingente, vor allem aber die mehr als bedenkliche soziale Einseitigkeit des Regierungsprogramms.
Von besonderem Werte sind jene Abschnitte, die aus letzter Grundsätzlichkeit heraus das Kulturprogramm und die Staatsaufassung, die hinter diesem steht, aufzeigen und würdigen. Hier sind auf engem Raum, aber mit mustergültiger Klarheit die Begriffe, die heute wie verwirrende Blitze den Nebel durchzittern, „autoritäre Staatsführung, totaler Staat, heiliges Reich" und die Gegenschlagworte vom abgewirtschafteten Parteienstaat, von der Formaldemokratie, von der Brüchigkeit der Verfassung und ähnliche gewürdigt und auf ihr rechtes Maß zurückgeführt. Klar tritt der verhängnisvolle Einfluß unverantwortlicher, aber rühriger Streife in das Scheinwerferlicht der Untersuchung. Die Bedenklichkeit einzelner Punkte des Kulturprogrammms mit seinen Ideen von der Wehrhaftmachung und Ertüchtigung der Jugend, vom Arbeitsdienstjahr und Aehnlichem wird überzeugend dargetan, aber auch das Positive anerkannt. So tritt am Ende klar die politische Aufgabe des beut- schen Katholizismus heraus: unter Anerkennung und Uebernahme jener Züge der „neuen Staatsauffassung", die sich als berechtigt und als katholisches Erbe erweisen, als Hüter der im Naturgesetz begründeten Volkssteiheit und Volksrechte und der Verfassung in geschlossener Einheit in die Schranken zu treten. So gibt der Schluß den Aufriß der Zukunft, wie wir sie uns denken und sie gestalten wollen: ein Kulturprogramm, das die Eigen st ändigkeitder mensch- |
lanbes selbst: „S elia sind
Zwei große Parolen hat Papst Pius XI. an die streitende Kirch« unserer Tage ausgegeben: „Christus ist König" und „Katholische I Aktiv n!" Wären dies« Parolen nichts als Weckruf, Losungswort und Feldgeschrei in den Schlach- I kn des Geistes, so wären sie schon ein großes Geschenk. Große Bewegungen haben in der Weltgeschichte von einem kurzen Wort, von einer einleuchtenden Parole, von einem alle mitreißenden Kampfruf ihren Ausgang genommen. Denken wir nur an das Wort „Gott will es", das die ganze Christenheit zum Kreuzzug ins Heilige Land I aufrief! Nun aber hat unser Heiliger Vater der Zeit in den neuen Parolen auch eine Fülle neuer Erkenntnisse geschenkt, die uns wie ganz neue Welten erscheinen. Freilich ist das Ewig-Wahre auch gestern schon wahrqewesen, es ist schon dagewesen und hat schon gegolten. Alle katholische Wahrheit ist von Christusder Menschheit«r- schlossen und der Kirche zum Erbbesiß gegeben worden. Kein Papst kann darum dem Himmel ein Geheimnis entreißen, das uns Christus vorenthalten hätte. Das ist so unmöglich, wie wenn ein Gärtner das leuchtende Sonnenrad einer Dahlie mit ein paar aufgeklebten Blütenblättern noch erweitern wollte. Mit all seiner Liebe aber wird dieser Gärtner sorgen, daß die Blume alle Pracht entfaltet, die schon in ihrem Keime angelegt war.
So sind die Glaubensgeheimnisse und die großen Parolen der Kirche Gemeinbesitz aller Zeiten vom Anfang her über das Heute hinweg bis ans Ende der Zeiten.
Ihr Reichtum ist aber so groß, daß kein Zeit- j alter jede einzelne Wahrheit gleich aufmerksam ins Auge fassen kann. Jede Generation wird daran etwas „entdecke n", was der vorausgehenden noch verdeckt lag, wird gerade das unter der Leitung des Heiligen Geistes ans Licht stellen, was ihr Hilfe und Heil, Trost und Jubel bedeutet in den Nöten und Aufgaben, die sie vor sich aufge- türmt sieht. Daß nun der gegenwärtige Papst, mit Geist und Herz „gegenwärtig" wie nicht jeder der erlauchten Tiaraträger der Vorzeit, das Königtum Christi feierlich ausrief, gab der Gegenwart jene Einsicht und jenen Antrieb, die sie besonders nötig hat. Es wollte auch treuen Söhnen der Kirche, auch gelehrten Kennern ihrer feiertäglichen, liturgischen Ausdrucksweise, nicht sofort einleuchten, I daß das Fest Christi des Königs wirklich die zeitgemäße „n e u e" Form sei, in der eine uraste, weil I ewige Wahrheit auch dem einfachsten Gläubigen verständlich uni) eindrucksvoll werden könnte.
Seligpreisungen.
Gedanken zu Allerheiligen und Allerseelen. W
In einem trüben Glanze steht die Welt. Da, Leben der Natur stirbt dahin, aber selbst im Tode noch umgibt es sich mit hellen bunten Farben; di« scheidende Sonne strahlt klarer als je über die far. benprächtig« Herbstwelt hin, — ein letztes Auf- leuchten vor dem Zerfall, ein letztes Aufflackern vor dem Erlöschen. Cs wird der trübe Nebel kommen, Wolken werden tief auf die Erde hängen, die Dunkelheit wird sich in Haus und Stadt und Dorf nie« derlasien. Ach, und die Menschen werden müde. Müde, wie ein Blatt, das langsam zur Erde niedertaumelt, nachdem es den Sommer hindurch grün und lebensvoll am Baume gehangen und seine Arbeit getan hat. Und verzagte Gedanken kommen so leicht. Wie wird es werden? Welches wird einst der Ausklang Deines Lebens fein? Wird es enden wie ein strahlender Sonntag, wird es enden wie ein grauer, müder, hoffnungsloser Herbsttag? Wo sollen wir unsere Kraft hernehmen, um diese kommenden, l dunklen Tage zu bestehen, nicht nur Ä
24. Sonntag nach Pfingsten.
Eingangslied: Jer. 29, 11, 12 u. 14.
So spricht der Herr: Ich sinne Gedanken des Friedens und nicht des Leides. Ruft mich an und ich will euch erhören, ich will euch heimführen aus der Gefangenschaft, aus allen Ländern. (Pf. 84, 2.) 2)u hast, o Herr, dein Land begnadet, beendet Jakobs Knechtschaft.
Epistel. Röm. 13, 8—10.
Brüder! bleibt niemand etwas schuldig es sei denn die gegenseitige Liebe. Wer den Nächsten liebt, hat das Gesetz erfüllt. Denn die Gebote: Du sollst nicht ehebrechen, nicht töten, nicht stehlen, kein falsches Zeugnis geben, nicht begehren und alle anderen Gebote find in dem einen Gebot zusammengefaßt: Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst. Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist die Liebe demnach die Erfüllung des Gesetzes.
Evangelium: Matth. 8, 23.-27.
Sturm aus dem See Genesareth.
lichen Persönlichkeit gegen die Ansprüche eines >m letzten unchristlichen totalen Staates wahrt und die Kräfte des deutschen Volkstums für die Bildung deutscher Kultur und deutschen Staatslebens nutzbar macht, eines Wirtschastsprogramms, das vor allem im Sozialen und in der Betonung des Ständegedankens den großen Richtlinien der päpstlichen Enzykliken folgt.
In ernster Stunde ist das katholische Volk wiederum aufgerufen. Es dankt dem Verfasser dieser Schrift, daß er ihm so klar den Weg aufzeigt, den es im Dunkel der Zeit gehen muß. Dr. A. M. . . .g.
Regierung ohne Volk?
In dem dicken Nebel, der von den mit Hochdruck arbeitenden Wahlkampfparteien, vor allem aber der Regierung selber mit ihren Rundfun kpro kla- mationen und dem ganzen offiziösen Propagandaapparat abgeblasen wird, hat Prälat Schreiber mit feiner Broschüre „Regierung ohne Volk" ein Scheinwerferlicht angezündet, das wirklich eine willkommene Wegweisung verspricht. Das wohltuend ruhig und klar geschriebene Büchlein geht freilich scharf mit der derzeitigen Regierung Popen ins Gericht, es bringt aber auch den überzeugenden Beweis, daß es öer Natur der Sache nach zu keiner andern als der ablehnenden Kritik kommen kann: und es ist gerecht genug, auch Positives anzuerkenncki, wo immer es solches im Regierungsprogramm antrifft. Immer an Hand ber Quellen werden die Vorgänge bei der Reichstags- auflöfung geschildert, bei der es der Regierung eben doch nur daraus ankam, sich der Verantwortung vor der verfassungsmäßigen Volksvertretung zu entziehen
die Schaffung einer arbeitsfähigen Mehrheit zu verelleln; fcharfe aber gut belegte Kritik zeigt die „Minusbilanz der Außnpolitik", in der das von Brüning so mühsam 2Iufgebaute wieder verschleudert und Deutschland von neuem in eine alles andere als glänzende Isolation hineingetriebe wurde; erschreckend zeigt es die Zerstörung der Volksgemeinschaft und die wachsende Radikalisierung des Volkes, gegen die die vermeintlich starke und führende autoritäre Tätigkeit der „Herrenregierung" auf die Dauer kaum ein genügendes Gegengewicht fein kann. Mit wohluender Ruhe und Objektivität wird das Wirtschaftsprogramm der Regierung besprochen. Es werden aber auch seine Fehl-
Der Führer.
Betrachtung zum Ehrist-Königslag.
Die Welt hallt heute wieder von dem Geschrei nach dem Führer. Und mancher wird schon als Erretter gepriesen, noch ehe er eine rettende Tat vollbracht hat. Das Geschre.' ist nicht allein von heute, es ist so alt wie der menschliche Ehrgeiz überhaupt.
Wie mit den Menschen, so ergeht es auch mst den Zeiten. Auch da wird manches gepriesen, was bei näherer Betrachtung nicht lauteres Gold ist. Selbst die vielgerühmte Zeit vor dem Weltkrieg kann ihre Schattenseiten nicht verhehlen. Jene Schattenseiten liegen weniger auf dem Gebiet der irdischen Not, als im Bereich des Seelischen Man schielt so gerne auf den Materialismus der Andersdenkenden, und vergißt dabei, daß bei der starken Betonung des Irdischen viel seelisches Gut auch bei uns Christen zertrümmert wurde. Äst nicht der heimische Geist in vielen Familien durch die Sorge um das Geld und Gut ertötet worden? Wie viele Familien sind in den Beziehungen der Glieder zueinander leer geworden! Die Familie war .zur Haushalts- und Wirtschaftsgemeinschaft erniedrigt.
Mag man auch die Abwendung des jungen Geschlechtes von der älteren Generation nicht immer in den Formen gutheißen können, so darf man daneben doch das neue Lebensbild der Jungen nicht übersehen. Es steckt viel Gutes dahinter. Der Mensch lebt nicht allein vom Brote, sondern auch vom Geist. Es ist der Jugend nicht mehr genug behaglich zu leben. Mitten in der Not — als die Behaglichkeit zertrümmert war — hat sie dies erkannt. Leider nur in einer noch zu kleinen Schicht Aber das Ringen um neue Lebensformen ist doch in einem größeren Kreis zu spüren als ehedem.
Wenn die Welt heute nach dem Führer schreit, I so meint sie den wirtschaftlichen Retter. Selbst wenn ein Einzelner dies Werk vollbringen könnte so bliebe doch die geistige Entscheidung Vorbehalten. Die Menschen könnten allenfalls den Magen sättigen, aber in vielen würde die Frage nach einem Sinn des Lebens offen bleiben. Sie würden der geistigen Zielsetzung ermangeln.
Nun haben wir ja als brave Schüler bereits in der. Volksschule die Frage: „Wozu bist du auf Erden — schön auswendig gelernt. Aber das bedeutet gar nichts. Ich kenne Menschen, die heute noch ihren Katechismus auswendig können, aber ihren ganzen Glauben über Bord geworfen haben. I
Christi Führertum bedeutet als Wort atz sich noch nichts, wenn es nicht Inhalt in uns gewinnt I den wirklichen Führer glaube ich. Ich glaube an feinen guten Willen, aber auch an die Kraft in | iW, daß er fein Werk vollenden kann. So steht Chnstus für einen jeden von uns zur Entscheidung Entweder bejahe ich seine Lehre in der Tat, oder mein ganzes Glaubensleben ist nur Schein.
Christus als König in der Familie bedeutet, daß
I stalkt werden muß, was Menschen hier und heute I gestalten, wurde dabei nicht vergessen.
Uns Menschen des 20. Jahrhunderts aber tut nichts so sehr not, als daß wir zuvörderst diese Hoheitsrechte des Christkönigs erkennen und anerkennen. Was auch die Menschen in Gottes Auf- irag gestalten sollen: Staat, Völkergemeinschaft, Familie, Wirtschaftsordnung, Erwerbsleben, Recht, Erziehung, Wissenschaft, Kunst und Technik und selbst die Freuden des Alltags, all dieses sind Bezirke, in denen Christus König fein muß, weil der Vater sie ihm übergeben hat. Entgegen diesem Willen des ewigen Vaters nimmt aber gerade die I gegenwärtige „Welt" den Schrei des abtrünnigen I Boltes auf: „Wir wollen nicht, daß dieser über uns herrsche!" Sie glaubt, liberal und großherzig zu handeln, wenn sie den Christkönig in die Kirche verweist, den sie aus der Öffentlichkeit verbannt. Als die eigentliche Krankheit unserer Zeit hat^Pius XI. einmal „die Pest des Laizismus" bezeichnet, nämlich die Meinung, alle eben genannten Bezirke des öffentlichen Lebens hätten mit Religion nichts zu tun. Vor 100 Safjren hat bi« „öffentliche Hand" die Kirchengüter „säkularisiert", d. h. verweltlicht. Heute geht die „öffentliche Meinung" viel weiter, indem sie grundsätzlich der Kirche Christi jedes Recht abspricht, auf die Regelung der irdischen Dinge irgendwie Einfluß zu üben. Wiederum hält man es für nötig, die Kirche in ihre Grenzen zu verweisen, als ob die Kirche ihre Grenzen selbst nicht kennte, als ob sie nicht mit letztem Ernst und freudiger Gerechtigkeit selbst lehrte, daß auch die staatliche Gewalt von Gott angeordnet ist und „in ihrem Bereiche Königshoheit besitzt" (Leo XIII.). Sie weiß, daß der Christ Bürger zweier Welten ist, sie weiß aber auch, daß er nur einer ist, der Staatsgebot erfüllt und Kulturtat leistet, weil er damit den Willen des Schöpfers tut, weil er damit das Schöpfungswerk selbst weiter ausgeftalten hilft. Es wurden schon Bücher geschrieben mit dem Titel: „Wenn Christus heut« wiederkäme . . ." Man fragt, was wohl die Versammlung zu Versailles oder zu Genf, was ein Reichstag ober ein Kabinett dazu sagen mürbe, wenn plötzlich Christus in ihrer Witte stünde! Daß man eine solche Frage überhaupt aufwerfen kann, zeigt erschreckend deutlich, wie gründlich die moderne Welt vergessen hat, daß Christus ja immerdar unter uns ift und daß er immer wieder seine Stimme erhebt in seiner fortdauernden Verleiblichung, in seiner unlöslichen „Ehe" mit den Menschen, in seiner Heiligen Kirche! So kann die „Pest der Laisierung" wahrlich nur geheilt werden, durch das erneute feierliche Bekenntnis wenigstens der Gläubigen zum Königtum Christi. Solch tiefer Sinn, solch hohe Bedeutung, ja die Entscheidung über Leben ober Untergang der heutigen menschlichen Gesellschaft liegt in der Festigung des Christkönigtages in der großen Parole „Christus ist König!" Dieser König wird vor seinem Vater nur diejenigen als die Seinen anerkennen, die ihn nicht nur im Herzensgrund oder im Kämmerlein, sondern „vor den Menschen" bekannt haben, vor ihrer Zeit, vor einer Welt, die diesem König nicht gehören will. I
Das katholische Deutschland.
Heft 11 des neuen, umfassenden biographisch- bibliographischen Lexikons liegt vor, das in Lieferungen beim Literarischen Institut von Haas u. Grabherr zu Augsburg erscheint. Es beginnt mit dem Namen Hindringer und schließt mit Franz Laser Hu- ber. Reiche Fülle von Kenntnissen hervorragender Persönlichkeiten wird wieder vermittell. Gut wie immer in der Wiedergabe und geschickt in der Auswahl sind die Bildbeigaben, von denen vielen Portraits vorzüglich zu nennen ist die Reproduktion von Peter Hirschs Gemälde „Unterzeichnung des Bayerischen Konkordats", ferner eine sehr schlichte, aber eindrucksvolle Zeichnung der Seligen Maria Kreszentia Höß von Kaufbeuren, endlich drei Bilder über Leben und Tod des Heiligen Klemens Maria Hofbauer.
Von bekannten und bedeutenden Namen springt zuerst einer hervor: Franz Hitze! Was er in unermüdlicher Arbeit als Pionier aufbaute, das wird heute langsam grundlegendes Fundament katholischer Sozialpolitik. Die erste katholisch soziale Woche in M.- Gladbach, der Wirkungsstätte von Hitze, bewies es erneut,
feien, was je in ber Weltgeschichte gesagt unb geschrieben worben feL ! Und es ist wahr. Wie wäre diese Welt zu ertragen, wenn die Heilanbsworte nicht wären, bie über sie hinaus weisen unb uns trösten mit bem Hinweis auf Unvergängliches, bie unserem Glücksbebürfnis feine Erfüllung in Aussicht stellen unb ihm gleich« ■ zeitig feine Weihe geben! Nach Glück verlangt ber Mensch. Mehr als nach allem anberen. Kein Trieb 1 wurzelt fo tief unb fo unzerstörbar in ihm als ber Trieb zum Glück. Unb wenn er nur richtig verstauben unb ausgenützt wirb, fo kann er eine mächtig« Triebfeder zum Guten bilden. Es liegt eine tiefe Weisheit darin, daß die Kirche diele fe« , ligpreifenben Heilandsworte so auf ihre Fahne i geschrieben hat und sie an einem hohen unb letzten Festtage des Kirchenjahres den Gläubigen so eindringlich zu Gemüte führt. Schauet die Seligen 1 im Himmel! Sie haben nach diesen Worten gelebt, sie haben auf sie gebaut, und sie erfahren jetzt ihr« herrliche Erfüllrmg! Kurz ist der Kamps, unb ewig ist die Freude! Unb dräuen die Finsternisse ] noch so sehr, wir haben das Wort des Heilandes, das uns letzten Sieg verheißt: „Selig sind . . . .*
So hebt das Fest Allerheiligen unsere Blicke I empor über bas Kampsfeld dieses Lebens zu den I Gefilden der Ruhe unb der Seligkeit. Dann aber ’ I wandelt sich die Szenerie und wir blicken nach denen hin, die noch nicht in bie Gefilbe ber Seligkeit ■ eingegangen finb, die seufzend vor bem Tor bes Himmels stehen und sehnsüchtig warten, daß un- \ fer Gebet und Opfer ihnen die Tür öffnet. „Herr, gib ihnen bie ewige Ruhe", das ist die Erwiderung, die der Chor der Gläubigen, nachdem er ber Seligpreisung gelauscht hat, den Brüdern, die bereits durch bas dunkle Tor der Ewigkeit getreten sind, schuldet. An alle ist die gleiche Verheißung «rgan« i gen, unb alle sind burch diese Ver.hei- ßung Brüder unb Schwestern geworden, die für einander einstehen unb einanber Hel- j fen sollen. Vom Himmel, burch den Reinigungsort
Die Christkönigs-Parole
Sine Aefkbekrachknng von Dr. P. Hugo Lang O.S.B.
wie wegweisend die Arbeit dieses weitschauenden Mannes gewesen.
Ein anderer Name: Karl Hoeber! Der bekannte, hochverdiente Hauptschriftleiter der Kölnischen Volkszeitung. Der Mann, der seit Jahren sich um den Augustinusverein müht, dessen erster Vorsitzender | er seit 1929 ist, der heute wieder an so verantwortlicher Stelle, aus solch exponiertem Posten steht, aber auch - er als Pionier katholischer Ordnung. Ein unseliges Andenken: Paul Reichs graf von und zu Hoensbroech . . Das Lebensbild des Hl. Klemens Maria Hofbauer ist vorzüglich gezeichnet. Andreas Hofer, der tiroler Freiheitsheld, steht eine Spalte später angeführt: um seinen Namen rankt sich eine ausgedehnte Literatur. Mitglieder des Namens Hoffmann sind 30 zu zählen, Hofmann dagegen nur 18. Es schließt sich der bekannte Dichter Hugo von Hofmannsthal an, über den reicye Literaturangaben und -nachweise ausgezeichnet sind. Ein aanz alter Name taucht auf aus der Vergangenheit: Franz Theophrast von Hohenheim, genannt Aureolus Bombastus Paracelsus... Das Geschlecht der Prinzen und Fürsten von Hohenlohe-Schillingsfürst ist mit 10 Mitgliedern vertreten. Der moderne Philosoph des „Panideal", Rudolf Maria Holzapfel, wird genannt. Bald danach liest man den Namen des Koblenzer Dechanten und feinsinnigen Gelehrten: Albert Homscheid, ihm folgend: Maria Homscheid, die Lyrikerin, zu wenig £lannm ,“&er, sHr beachtlich in ihren Werken und von ■ I ttefer Religiosität in all ihrem Dichten. Noch ein Name, J au,St.Di $°Nenen Zeiten: Jakob von Hoogstraeten, der i gelehrte Dominikaner, der 1460 bis 1527 lebte, seit 1508 J? . 'ss wkkte und als Inquisitor in Mainz, Köln und Trier tätig war.
, Bill Heft 11 des Lieferungswerkes ist erneut die sach- liche Brauchbarkeit und die zeitgemäße Ausarbeitung dieses Lexikonwerkes bewiesen.
F. H. Schwank-Telfan, L ,M
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