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Fuldaer Land und Aachbargebiek

Von -en Mussolini ^Schauspielen

Pandkagssihung kurz nach der Wahl.

Dom Landtags Präsidium wird mitgeteilt, daß die nächste Sitzung^des Landtags von Thüringen mm endgültig festgelegt worden ist. Sie wird Mitte November, etwa acht Tage nach der Reichs- tagswahl, stattfinden. Bis zu diesem Zeitpunkt wird vom Aeltestenrat noch Beschluß über die Tages­ordnung gefaßt werden.

Steilung stehen. Die Landwirtschaft muß die Grund­lage für die gesamte Wirtschaft sein. Bauern sind nicht zugänglich für radikale Strömungen. Eine beiitzlose Masse ist ein Pulverfaß, das auf die Dauer jede Staats­form, mag sie sich auf eine noch so starke Militärmacht stüzen, sprengen wird. Siedlung in Deutschland be­deutet Beruhigung der politischen Verhältnisse, das ist Brünings Ziel gewesen und muß Ziel des Zentrums bleiben. Ohne Siedlung steuern wir dem Bolschewismus entgegen. Mehr denn je ist ein praktisches Christentum Staatsnotwendigkeit. Herr von Papen mag in dieser Hinsicht noch so guten Willens fein, feine Qbeen kön­nen sich bei dem Junker-Herrenvolk nicht durchsetzen. Alle Völker sind am religiösen Zerfall zugrunde gegangen, darum muß die Politik vom Christentum der Tat durch­drungen fein. Der Appell an die katholischen Wähler, muß darum heißen: Wählt Zentrum! Stärkt die christ­liche Volksfront.

Verwertung des Radke-Sprudels?

— Bad Soden b. Salmünster (Kr. Schlüchtern). Die Verwertung der dem Radkefprudel entströmenden Koh­lensäure ist von der Stadtverwaltung einer bestens bekannten größeren Firma der Kohlenfäurebanche ver­traglich übertragen worden. Die Firma hoft auf baldige Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse, um die Er­stellung der baulichen Anlagen in Angriff nehmen zu können.

bringen und zu halten, verliert. Dagegen ist der Raisfeisenverband zu beglückwünschen, da er in dem auf finanztechnischem und wirtschaftlichem Ge­biet so erfahrenen Mann einen sicheren Führer in unsicherer Zeit haben wird.

— Veiksteinbach (Kr. Fulda). Aus Gesundheitsrück­sichten hat der bisherige Bürgermeister Bernhard Maus fein Amt niedergelegt. Zehn Jahre lang sorgte er mit un­ermüdlichem Eifer für das Wohl unserer Gemeinde und stand jedem mit Rat und Tat zur Seite. Vor allem hat er die Gemeinde in diesen schwierigen Zeiten vor Schul­den bewahrt. In der letzten Zeit verschlimmerte sich sein schweres Asthrnaleiden, das er sich in französischer Gefan­genschaft zugezogen hat, und untergrub seine Arbeits­kraft in den besten Mannesjahren. Ungern sieht man ihn fast allgemein scheiden, und man wünscht ihm die Wiederherstellung seiner Gesundheit im verdienten Ruhe­stand.

Senlrumsoerfatnmiung in Grotzenkast.

— Großentaft (Krs. Hünfeld). Daß es am Lande mit der Wahlmüdigkeit gar nicht so schlimm bestellt ist, wie mancher Sch-warzseher glaubt annehmen zu müssen, hat die am Sonntag in unserem Ort abgehaltene Zen­trumsversammlung gezeigt. Der große Saal der Gast­wirtschaft Gensler war dicht besetzt, selbst unsere Frauen scheinen an den Schicksalssagen der Gegenwart ein leb­haftes Interesse zu haben. Auch die Jugend hat wie­der bewiesen, daß sie besorgt ist um die Gestaltung ihrer Zukunft. Die katholische Jungmannschast von Großen­taft, die sich zu einem Großteil im Windthorstbund gesammelt hat, weiß, wofür sie in den nächsten Mona­ten zu kämpfen hat. Der Redner des Abends, Reichs­tagsabgeordneter Dr. Crone-Münzebrock, wurde von der Versammlung mit Aufmerksamkeit gehört. Seine fast zweistündigen Ausführungen, die an Objek­tivität und Sachlichkeit nichts zu wünschen übrig ließen, fanden reichen Beifall. Brüning ist es gewesen, so führte der Redner aus, der die sichere Grundlage für Deutschlands äußere Freiheit geschaffen hat, dessen Po­litik von der ganzen Welt mit Verständnis ausgenom­men worden ist und unseren Gegner in der Reparations­und Abrüstugsfrage, Frankreich, isoliert hat. Es ist kein Kunststück, die Früchte, die Brüning ge­sät hat, nur h a l b zu ernten. Brüning hätte unserem Volk keine 3 Milliarden neu aufgebürbet. Militärs sind schon von jeher keine Leuchten in der Politik gewesen. Das beweist die Vergangenheit wie auch die Gegenwart mit eindringlicher Deutlichkeit. Der deutschen Außenhan­del, der unter Brüning stark aktiv gewesen ist, geht heute dank einer unrichtigen Wirtschaftspolitik stark zurück. Interessant sind die Tatsachen der Zinspolitik. Der Reichsbankdiskont steht heute auf 4 Proz., während die für kleinere Landwirte gegebenen Kredite mit % mal so hohen Sätzen verzinst werden müssen. Das muß zum Zusammenbruch des gesamten Bauernstandes führen. Um das deutsche Volk gesund an Körper und Geist zu erhalten, muß der Bauernstand vor einer solchen Kata­strophe gerettet werden. Das Zentrum verlangt Kre­dite für die Landwirtschaft zu keinem höheren als höch­stens 2% Prozent über dem Reichsbankdiskontsatz lie­genden Zinssatz. Auch dem Handwerk und den klein- gewerblichen Betrieben muß durch gleich niedrigere Zinssätze geholfen werden. Wenn man wieder 250 Millionen für Osthilfe aufwendet, dann soll die Reichs­regierung auch die notleidende mittel- und westdeutsche Landwirtschaft entschulden. Schließlich ging der Red­ner auf die Koalitionsverhandlungen zwilchen Zentrum und Nationalsozialisten ein. Hätte das Zentrum Ver­handlungen von vorn herein abgelehnt, dann hätte das dem deuffchen Volke nur schaden können und wäre den Diktaturplänen der Herren von Papen-Schleicher for­derlich gewesen. Das Zentrum steht auf dem Boden des Volksstaates und bemüht sich deshalb um die B l- dung einer verfassungsmäßigen Regierung. Von seiner christlichen Einstellung heraus ist auch dje Sozialpolitik des Zentrums bestimmt. Wer heute gegen eine ver-- rtünftige Sozialpolitik ist, beweist, daß er mit der Ent­wicklung der letzten 30-Jahre nicht mitgekommen ist. Die Sozialgesetzgebung muß zum Schutz der Aermsten erhalten bleiben. Dagegen ist der Bürokratis­mus, der sich in der Verwaltung der Sozialgesetze auf­getan hat, zu verurteilen. Die Verwaltung darf nidit , mehr kosten als an Leistungen überhaupt aufgebracht wird. In diesem Sinne ist auch die Verwaltungsre-- form zu losen, d. h. der Abbau muß von oben her kommen. Eine Schematisierung, die von Berlin aus alles bis ins kleinste Dorf verwalten möchte, und zwar nach dem Geschmack der jeweilig in Berlin am Ruder befindlichen Kreise, muß verschwinden. Das Zentrum wollte längst an diese Aufgaben Herangehen: es hat aber niemals eine Unterstützung gefunden. Im Vorder­grund einer Neugestaltung unseres Vaterlandes muß die

Hindenburg sehnk den Gesamlempfang der Thüringer Regierung ab.

Das Thüringer Kabinett hatte beschlossen, beim Reichspräsidenten vor,zusprechen, um ihm die Not­lage in Thüringen zu schildern. Wie wir erfahren, hat der Reichspräsident es. aus grundsätzlichen und staatsrechtlichen Erwägungen abgelehnt, das Thüringer Gesamtkabinett zu empfangen. Er bft- tet, es bei der bisherigen Abmachung zu belassen, nach der Minister Sauckel allein in Beglei­tung des Ministers Münze! beim Reichspräsi­denten vorsprechen sollte. Die Frage, um die es sich bei dem beabsichtigten Besuch handelt, sei eine Frage der Zuständigkeit der Landesregierungen und der Reichsregierung, aber nicht des Reichs­präsidenten und es wäre ohne Vorrang, wenn der Reichspräsident eine Besprechung in Länderangelegenheiten mit einer Landesregierung aühalte.

Minister a. D. Raum zum Raiffeisenverbands- direklor gewählt.

Der erste Vorsitzende des Thüringer Landbun- des, Staatsminifter a. D. Baum, ist vom Ver- bandsausschuß der Ländlichen Genossenschaften Thüringens — Raiffeisen — einstimmig zum Ver­bandsdirektor als Nachfolger des vor einigen Mo­naten verstorbenen Direktors Ouenzel gewählt worden. Baum nahm die Wahl an.

Es dürfte wohl einen bedeutenden Verlust für die Thüringer Politik bedeuten, wenn sie diesen Mann, der in anerkennenswerter Weise sich jahre­lang an führender Stelle um das Land fo verdient gemacht hat, der vor allem es fertig brachte, die Finanzen auf möglichste Weife in Ordnung zu

Aus dem Freigericht.

. ,= Somborn. Nachdem über ein Jahr lang zwei Filialbetriebe der Firma Rinn u. Cloß-Heuchelheim in Somborn stillgelegen haben, wird ein Teilbetrieb mit 150 Arbeiterinnen wieder eröffnet. Auch in Bern - bad) hat vor einigen Tagen die Zigarrenfabrik Aiffel u. Kahn Heilbronn mit einer Neugründung Arbeitsge­legenheit und eine freilich sehr geringe Verdienstmög­lichkeit den schon monatelang arbeitslosen Tabakarbei­terinnen gegeben.

Schweres Schadenfeuer in Mllgenborn.

— Gelnhausen. Nachts brach in dem Anwesen des Gastwirts Georg in Wittgenborn ein Schadenfeuer aus, dem der Stall, die Scheune, der Hühnerstall und die Waschküche zum Opfer fielen. Lediglich das Wohnhaus blieb verschont. Von den Viehbeständen verbrannte ein Schwein, ein anderes mußte notgeschlachtet werden. Sämtliches Geflügel kam in den Flammen um. Bei ben Rettungsarbeiten erlitt ein Feuerwehrmann eine Rauchvergiftung.

Aus unbekannten Gründen erschossen.

— Hanau. Der 46 Jahre alte verheiratete Prokurist einer großen Fabrikationsfirma, Heinrich Thielemann, hat sich aus bisher unbekannten Gründen erschossen.

Aschaffenburg bekommt 600 Proz. Bürgersteuer diktiert.

— Aschaffenburg. Die Regierung von Unterfranken hat für Aschaffenburg die Bürgersteüer für 1933 auf 600 Prozent des Landessatzes festgesetzt.

Die Wirtschaftspartei hat auf einer Sitzung m Berlin die Grundsätze für die politische Ein­stellung der Wirtschaftspartei aufgestellt. Die Partei stellt sich hinter die Regierung P ap e n.

Aus Oberhessen.

Auf der Landstraße überfallen.

— Marburg. Nachts begegneten sich auf der Straft» jutn Bahnhof in Niederwalgern mehrere jun« Burschen aus Fronhausen und Hrgenfteiti Plötzlich wurde ein junger Mann aus Fronhausen 011. unersichtlicher Ursache von einem anderen in d,» Rücken gestochen. Er wurde sofort nach ein^l Arzt und von dort zur Chirurgischen Klinik in Morbi» gebracht. Es wurde festgestellt, daß der Stich in bt» Wirbel geführt wurde und das Rückenmark verletzt bat Der Täter wurde feftgenommen. Anscheinend t)at <3 die Bluttat in angetrunkenem Zustande ausgeführt. 1

?= Eichenzell (Kr. Fulda). Einen bedauernswerten llnglütfsfaH erlitt ein sechsjähriger Knabe von hier am vorigen Samstag: beim Fußballspiel wurde er durch eingn Holzschuh am Kopfe schwer verletzt. Er mußte dem Arzt zugeführt werden — Die seit einiger Zeit herrschende feuchtwarme Witterung hatte in unserer Flurmark ein Massenauftreten der gefürchteten Acker- s ch n e ck e zur Folge. Manche Saatfelder erlitten bereits großen Schaden.

Vorsicht beim Düngerffreuen!

= Flieden (Kr. Fulda). Schweres Leid hat die Fa­milie des Hüttners Damian Ruppert vom F ul d a e r H o f heimgesucht: Landwirt Ruppert streute Ende vo­riger Woche Kali. Einer kleinen Wunde an der Hand schenkte er dabei leider keine Beachtung. Nach getaner Arbeit fühlte er bald Unwohlsein, das sich nach einigen Tagen zu schwerer Krankheit steigerte. Der herbeigerufene Arzt stellte Wundstarrkrampf fest und ordnete so­fortige Ueberführung des Kranken in das Landeskranken­haus Fulda an. Hier liegt der Bedauernswerte in hoff­nungslosem Zustande darnieder.

Aus der Thüringischen Rhön Aus Geisa und Umgebung.

Auch die Nationalsozialisten mußten einsehen, daß es mit schonen Reden nicht getan ist. Wer heute der Allge­meinheit helfen will, darf vor der Möglichkeit der Un­popularität nicht zurückschrecken. Fraglich ist allerdings bei der vorstehenden Verfügung, wie die Fehlbeträge in ben Gemeinden gedeckt werden sollen, in denen an sich ein höherer als der zugelassene Bürgersteuersatz zum Etatausgleich notig wäre.

Bet Sfabfraf von Zella Mehlis aufgelöst. I

Das thüringische Innenministerium hat de» Stadtrat von Zella-Mehlis mit sofortiger Wirkung aufgelöst, weil er wiederholt Beschlüsse gefaßt hat, j öte undurchführbar seien. In dem aufgelösten Stadtrat hatten sieben Kommunisten mit . einem Sozialdemokraten die Mehrheit. W

Der Duce bei der großen Truppenparade in Turin, bei der er sich zum erstenmale im Stahlhelm zeigte.

Anläßlich der 10. Jahresfeier des „Marsches auf Rom" wurden mehrere Feiern veranstaltet, bei denen „ südländische Phantasie des Volkes durch theatralische Auszüge eingewirkt wurde. Die Reden die Mussolmi bei btefen Gelegenheiten hielt, waren sehr pathetisch. Das entspricht dem Geschmack der Italiener wahrend wir nüchternen Deutschen — soweit wir nicht Anhänger Hitlers sind — mit solchen Deklamationen nicht viel anfangen können. •

Neues aus Frankfurt.

= Politik im Sonzerlfaal. Für bas Montagskonzert des Orchesteroereins war ber Violinvirtuose Gustav Havemann gewonnen. Kurz vor dem Auftreten Havemanns wurden im Konzert Flugblätter verteilt, die darauf hinwiesen, daß Havemann in Berlin ein nationalsozialistisches Orchester dirigiere und zum Protest gegen Havemann und den Südwest- deutschen Rundfunk, den Mitveranftalter der Montagskonzerte, ausforderten. Als Havemann auf dem Podium erschien, setzte ein minutenlanges Pfeif konzert ein, das durch eine Gegendemon­stration schließlich unterdrückt wurde. Das Konzert konnte alsdann ohne weitere Störungen dann zu Ende geführt werden.

— Eine Frau lötet ihr neugeborenes Kind. Vor einigen Tagen wurde der Maschinenschlosser G. unter öem Verdacht in Untersuchungshaft genommen, daß er ein neugeborenes eheliches Kind vorsätzlich und mit “Überlegung getötet habe. Nach dem nunmehrigen Ergebnis der Ermittlungen erscheint der dringende Tat- verdacht gegen G. nicht mehr gerechtfertigt und er wurde aus der Hast entlassen. Inzwischen würde seine Frau in Haft genommen, die bisher im Kran­kenhaus weilte, weil sie noch unter den Folgen der Ge­burt litt. Die Ehefrau hat ein umfassendes Geständ­nis abgelegt, daß sie es war, die dem Kinde durch Hineinstecken der Finger m den Schlund derartige Ver­letzungen beibradjte, daß das Kind starb. Die Ehefrau hatte bereits vor Jahresfrist ein Kind bekommen und sie hielt geheim, daß sie nun wiederum schwanger war. Auch die Geburt hielt sie geheim. Sie gebar in . der Küche, während ihr Mann schlief. Gegen die Ehefrau wird Voruntersuchung wegen Mordes geführt.

- Der Ring um ben Kutschermörder Förster schließt sich- In ber Aufklärung des Mordes an dem Kutscher Wagner ist die Polizei wieder einen wichtigen Schritt weiter gekommen. F ö r ft e r hat immer behauptet, den Kutscher Wagner nicht gekannt zu haben. Im Gegen­satz dazu hat aber die Polizei immer schon die Ansicht vertreten, daß ber Täter mit bem Ermorbeten aus ge­wissen Umständen bekannt sein müsse. Tatsächlich hat sich nun ein Zeuge gemeldet, der in der Nähe ber Ufer­straße wohnt unb der den Kutscher Wagner auf seinen regelmäßigen Fahrten sehr oft gesehen hat. Der Zeuge sagt aus, daß bei Wagner öfters auf bem Bock ein sehr gefährlich aussehenber Mann gesessen habe, während Wagner sonst nie jemand zu sich heraufließ und es höf­lich ablehnte, jemand mitfahren zu lassen. Der Zeuge, ber ben Kutscher Wagner gelegentlich einmal bat, ein Stück Wegs mitgenommen zu werden, wurde von Wagner ebenfalls abgewiesen. Der Zeuge wurde im Gerichts­gefängnis zwölf Männern, unter denen sich Förster be­fand, gegenübergestellt. Er bezeichnete sofort Förster als I

der Wünschelrute zu erforschen sind, ehe man des Branddirektors Henning für erwiesen anfiA* die Wünschelrute sogar Brandursachen"lären etwas viel verlangt. Bevor man irgend ein n tfi diesem Falle abgibt, sollte eine gründliche Uniert J? ’r durch Chemiker unb Geologen vorgenommen fein.)

Sühne für eine politische Bluttat

= Limburg. Am 11. Juli war es in einer atu. wirtschaft in Steeden zu Streitigkeiten mit ^3* sichern Hintergrung gekommen. Ein betrunkener ger Mann wurde schließlich von SA-Leuten"^ die Luft gesetzt, wobei es zu einem ©ebräno»® " engen Flur des Gasthauses kam. Der auf der Sn- ? stehende Vater des Herausgeworfenen, ein poliHuS Gegner der SA-Leute, glaubte feinen Sohn bedroht <5 eilte in den Mur. Dabei soll auf ihn einqefdtfnn worden sein. Er griff schließlich zum Messer >, Ü brachte bem 24iährigen SA-Mann Grasmäher eis Stich in den Hals bei, bei dem auch die Lunge verÄ wurde. Der Tod trat infolge Verblutung nach Zeit ein. Der Täter, der 53 Jahre alt- Arbeiter fiel rich Freitag, stand jetzt vor bem Schwurgericht j» Limburg. In zweitägiger Verhandlung gelang es nuw die engeren Tatoorgänge einwandfrei zu klären, n?' Gericht ließ nach längerer Beratung die Anklage m? gen Totschlags fallen und verurteilte Freitag we««^ Körperverletzung mit tödlichem Ausgang zu drei Jg? ren Gefängnis unter Anrechnung ber Unt«T juchungshaft.

Jn geistiger Umnachtung aus dem Fenster gesprungen.

---Limburg. In dem Dorfe Niedertiefenbach sprang eine Frau in geistiger Umnachtung aus dem Speicherfenster ihres dreistöckigen Wohnhauses auf den Hof. Sie erlitt bei dem Sturz fo schwere Verletzungen, daß sie kurz danach starb.

was sagen Fachleute dazu?

Entstehen Brände durch Erdgase? — Die Wünschelrute im Dienste der Feststellung van Brandursachen.

= Bad Homburg. Bekanntlich wurde das Gehöft Knvbelsrnühle bei Bad Homburg in Zeitabständen von je zwei Jahren bereits dreimal und jedes - malzurErntezeitvonein em Schad en feuer heim gesucht. Die Ermittlung der Brandursachen, auch der vom 26. September d. I., blieben ohne Erfolg. Da bas bie Knvbelsrnühle umgebenbe Gelände sumpfig ist, kam der hiesige Branddirektor Henning auf den Ge­danken, daß bei ber Entstehung ber Bränbe Crbgas (Methan) mitwirken könne. In ber Tat wurden jetzt von bem anerkannten unb weit bekannten Rutengänger Oberstleutnant Heinemann bret Gasadern festgestellt, die unter den niedergebrannten Gebäuden verlaufen. Brand­direktor Henning schließt nun, daß das nach einer gewis­sen Zeit angesammelte Erdgas durch von Erschütterungen der Dreschmaschine erzeugte Risse im Erdreich zutage ge­treten sei. Durch bie Erschütterung sei weiter Reibungs­elektrizität entstanden, die zur Entzündung des Gas-Luft- gemisches geführt habe. Für bie Richtigkeit dieser An­nahme scheint ein Bericht eines in der Nähe des Brand- ortes lagernden Schäfers zu sprechen, der beim letzten Brand einen Knall wahrgenommen haben will unb im gleichen Augenblick habe bie Scheune in Flammen ge­standen. Es wirb Aufgabe weiterer Forschungen auch andernorts fein, ob Branbursachen unter Zuhilfenahme

Höchstens 750 Prozent Bürgersteüer.

Das Ministerium des Innern hat an bie Kreisämter unb Stabtoorftänbe nachstehende Verfügung erlassen:

„Nach ben uns zugegangenen Nachrichten haben bie meisten Gemeinderäte es abgelehnt, die Bürgersteuer zu beschließen. Wir müssen annehmen, daß die Selbst­verwaltungskörper bei der Beschlußfassung über ihre Haushaltspläne sich völlig ihrer Pflicht bewußt gewesen sind, vor allem die Mittel für die Wohlfahrtsunterstützun­gen aufzubringen. Diese Aufgabe ist bei den Verhältnissen in Thüringen nur unter st arkerZuhilfenahme der Bürger st euer zu losen. Die ablehnende Hal­tung der Selbstoerwaltungskorper kann nur so verstanden werden, daß sie die Steuerkraft der Bevölkerung als völ­lig erschöpft betrachten. Da aber eine gewisse An­spannung der Bürgersteuer nicht entbehrt werden kann, um das Allernötigste für die bedürftigen Volks­genossen zur Verfügung zu haben, wird eine Bürger­steuer von 750 Prozent des Landessatzes zugelassen. Da» bedeutet im Ergebnis eine geringere Anfpannung der Bürgersteuer, als sie im Vorjahr bei einer großen Zahl von Gemeinden zugelassen worden war.

Angesichts der niedrigen Löhne in einem großen Teil der in Thüringen befindlichen Betriebe haben wir uns Nicht entschließen können, den zahlreichen Forderungen nach einer höherliegenden Höchstgrenze stattzugeben."

I denjenigen, den er mehrfach auf dem Kutscherbock, gesehen hatte.

— 3m D-Zug betäubt und ausgeplünderl. Ein ge­heimnisvoller Vorfall hat sich in bem D-Zug Wiesbaden- Frankfurt-Berlin zugetragen. Als am Mittwoch vormit­tag dieser Zug fahrplanmäßig um 8,14 Uhr in Berlin eintraf, sand der Zugschaffner in einem Abteil dritter Klasse einen sehr elegant gekleideten etwa 35jährigen Mann bewußtlos auf. Dem Schaffner war dieser Rei­sende schon seit Kassel wegen feines dauernden Schlafens aufgefallen, er hatte jedoch den Mann nicht stören wol­len, da er bereits seine Fahrkarte kontrolliert und in Ordnung befunden hatte. Wie weiter festgestellt wurde, mar dieser Reisende vor Kassel in ein leeres Abteil um- geftiegen. Die Durchsuchung seiner Kleider am Schlesi­schen Bahnhof ergab, daß ihm sämtliche Ausweispapiere, Barmittel und auch bie Fahrkarte fehlten, es würbe bei ihm lebiglich eine Armbanduhr unb ein beutfch-englifches Wörterbuch aufgefunden, in dem ber Name „Rolf Rai- bom" eingeschrieben war. Der sofort hinzugezogene Bahn- arzt ornete bie Ueberführung bes Mannes ins Kranken­haus im Friebrichshain an. Dort liegt ber Unbekannte bewußtlos barnieder.

Die Suppe des Feldberges wird verschandelt.

— Vom Taunus. Die Gemeinde Niederneisen- berg als Besitzerin der Feldbergkuppe läßt augenblicklich an bem Gipfel bes Feldberges Beränberungen vorneh­men, bie als die schlimmste Verschandelung, die jemals tm Taunus vorgekommen ist, bezeichnet werden muß. Unmittelbar unter bem Westhange wirb eine 3600 Quabratmeter große Terrasse in ben Hang eingeschnitten, ber baburch in ber fürchter­lichsten Weise verunstaltet wirb. Wie bie N'eberreifen- berger Bürgermeisterei auf Anfrage mitteilt, soll die neu­gewonnene Fläche, die auf Kosten der Gemeinde herge­stellt wird, bei ben nur einmal im Jahre ftattfinbenben Felbberg-Turnfest en zu Hebungen benutzt wer­den. Die jetzt vorgenommene Landschaftsverwüstung stellt alles bisher Dagewesene, was sich ber altersgraue Hüter ber Heimat gefallen lassen mußte, weit in ben Schatten. Das ist keine Bergkuppe mehr. Die jungen Aufforstungen an biefer Stelle finb verschwunden: ber naefte Fels starrt in bie Landschaft. Von ben Natur­schutzoerbänden sind bereits schärfste Einsprüche bei den maßgebenden Stellen erhoben worden.

Totschlag aus der Kirchweih.

— Oberursel (Taunus). Auf der Oberurseler Kirch­weih trug sich bekanntlich am 16. Oktober eine Meffer­st ech e r e i zu, bie ein Todesopfer gefordert hat. Der Schuhmacher Andreas Kinkel kam an jenem Sonntag- I abend aus dem Cafe Altkömg unb wollte sich in Damen­begleitung zum Kirchweihplatz begeben. Unterwegs mürbe er von zwei jungen Steinbacher Einwohnern angesprochen, die sich nach der Zeit erkundigten. Kinkel soll dabei angestoßen worben fein. Jedenfalls entspann sich ein Wortwechsel, in dessen Verlauf der angetrunkene I Kinkel einen Schlag ins Gesicht erhalten haben soll. Kinkel griff zum Taschenmesser und stach auf einen der Steinbacher ein, will aber der Meinung gewesen sein, daß er ihn nicht getroffen habe. Er verletzte jedoch den Fritz Graul fo schwer, daß dieser nach seiner Ver­bringung ins Krankenhaus den Verletzungen erlag. I Segen Kinkel, der sich in Haft befindet, wurde nunmehr I auf Antrag der Staatsanwaltschaft die Voruntersuchung I wegen Toffchlags eröffnet.

Freistaat Hessen.

kommunistischer Krawall vor dem Mainzer Zustizpalch. |

— Main;. In der Nacht vor den hessischen Sank W tagswahlen am 19. Juni überfielen in der Altstadt Kam. ntuniften einige Gruppen Nationalsozialisten. Es ent. stand eine Schlägerei, bei der es auf beiden Seiten Schwerverletzte gab. Als die Polizei eingriff, flüchteten bie Angreifer. Es konnten nur sechs Kommunisten fest, genommen werden, die sich, weil in Hessen Sonberee. n^te nicht bestehen, jetzt vor der Großen Strafkammer Mainz wegen fdmeren Landfriedensbruch zu vercmt» ■ morten hatten. Während der Hauptverhandlung sam­melten sich vor dem Gerichtsgebäude bereits in ben frühen Morgenstunden zahlreiche Kommunisten an. Der Schutzpolizei, die in starker Bereitschaft im Gerichtsge- bäude stationiert war, gelang es, die Unruhestifter vor dem Gerichtsgebäude zu zerstreuen. In den an bar Gerichtsgebäude angeftofjenben Stadtvierteln sammelten sich aber immer wieder Kommunisten an. Die Menge zerstreute sich, als die Verhandlung wegen Ladung W neuer Zeugen vertagt wurde,

Verleger einer Nazi-Zeitung verurteilt. I

— Darmstadt. Vor bem hiesigen Schöffengericht 3 hatten sich ber Verleger einer Darrn st äbter 1 Tageszeitung unb ber Leiter ber national, i sozialistischen Pressestelle zu verantworten. - Beiben würbe zur Last gelegt, baß sie kürzlich, als bie Zeitung verboten war, ein Ersatz blatt herausge- | geben haben. Die Angeklagten bezeichneten biefes Er- s fatjblatt als Wahlflugblatt. Ein beigelegtes Illustrierter Blatt falle nicht unter bas Verbot, ba es in Berlin ge- j druckt werde. Das Gericht war jedoch der Ansicht, daß 3 es sich nicht um ein Flugblatt, fonbern um ein regel» ’ rechtes Ersatzblatt gehandelt habe, und daß auch bie ; Beilage ber (eben Sonntag erfdjeinenben Illustrierten Zeitung nicht gestattet sei. Die beiben Angeklagten wur- s ben wegen Vergehens gegen bie Verorbnung vorn 14. । 3üni biefes Jahres gegen politische Ausschreitungen zu ! ber Minbeststrase von je 3 Monaten ©efängnis verurteilt. Beiben würbe eine zweijährige Bewäh- I rungsfrift zugebilligt.