Ile. 243
Beilage zur Fuldaer Zeitung
20. Oktober
Gotteinsamkeit.
Der Wind allein ist in der Flur Nun wag' ich mich auf deine Spur.
Ich fühle, hier bist du nicht weit, die Einsamkeit ist Ewigkeit.
Wie „einsam" jetzt auf „ewig" klingt und der Akkord gewaltig schwingt.
da wirst die windbewegte Ruh' zurück das atembange Du.
Nicht daß sie mich vermessen schilt, doch in den Wipfeln wächst und schwillt
ein Rauschen, drin die Sterne stehn und große Wolken wandern geh'n.
Kurt Erich Meurer.
Steigende Drachen.
Silbrig grau steht das Firmament hn Herbstabend. Nur da und dort ein Wolkenstreifen; am weitgespannten Bogen könnte man sie leicht übersehen. Ein kleiner Wind springt vorsichtig an. Er und diese Walkensetzen haben eine besondere Art zu betonen, daß sie auch am sonnigklarsten Oktobertag nicht mit sich spassen lassen. Aber noch wendet dieser für eine kurze Stunde dem Abend sein ruhiges, abgeklärtes Antlitz zu. Plastisch abgegrenzt heben sich die Formen voneinander ab. Es liegt in den Farben eine Schattierung, so eigen abgetönt, wie man es eben nur an diesen Herbsttagen beobachten kann, wenn sie ohne viel Dämmerung in das plötzliche Dunkelwerden hinüberschlüpsen.
Die Stoppelfelder seitlich am Weg sehen so feierlich sauber aus, wie sorgsam aufgeräumte Werkstuben am Sonntag.
Aus einem Feldweg Hetzen Buben davon; ein grell- roter Drachen muß ihnen folgen, auch wenn er manchmal nach rechts und links zuckende Bewegungen macht. Und ein paar Mädchenzöpfe fliegen unten hinter ihm her, die Augen dazu voller Bewunderung für den Drachen und feine Bezwinger da vorne.
Ueberall mit den Drachen hängen Laute von Bubenstimmen in der Luft. Meist ist es Jubel, ein herrisches Kommando, vielleicht auch einmal ein trotziger Dagegen.--—
Sechs Bubenbeine strampeln über den Acker. So klein die Knirpse, so groß der Jubel. Ist es nicht auch etwas Besonderes, wenn der Vater selbst den Drachen führt? Ich weiß nicht, was mehr ergötzen kann, die Freude und das Zappeln der Kleinen, oder die stolze Befriedigung im Gesicht des Mannes — ganz gleich, ob er seine Augen, sich im Springen rückwärts wendend, an dem Drachen oder an seinen Buben hängen läßt. Beides ist ihm gelungen: der Drachen dort oben und ein Heller Jubel da unten bei den Buben.
Nur wenn er ein Stück weit geradeaus blickt, wird sein Gesicht ernster. Die eigentlichen Linien verwischen das augenblicklich Frohe darin. Dann stshen Sorgenfal- ten steil in der Stirne und ein bitterer Zug um den Mund. Vielleicht drückt auch ihn Wirtschaftsnot, Ar- beitslosigkeit und Sorge ums tägliche Brot.
Aber es jauchzen ja die Kinder, als gäbe es das alles nicht. Und er, der vielleicht manchmal feinen Kindern nicht soviel für ihre Bedürfnisse geben kam, wie er möchte--Freude kann er ihnen geben und gibt
sie ihnen, wie er da vorne schwerfällig seinen Buben den Drachen lenkend über den Acker trabt.
Margarethe Kurz.
Die deutsche Frau im Metaller.
Bon Hilde Kneip.
Bei der Betrachtung vergangener Epochen gerät man leicht in die Gefahr, alles zu idealisieren und als „gute alte Zeit" zu behandeln. Besonders verführerisch ist in dieser Hinsicht das mittelalterliche Frauenleben, das man gewohnt ist, nur im verklärenden Lichte des Rittertums und des Minnesangs zu sehen. Gewiß büßt eine Schilderung jener vergangenen Zustände durch Vertiefung in kleine Einzelheiten viel an Romantik und Schönheit ein; aber sie gewinnt an Wahrheit und Echtheit, und das ist schließlich das Entscheidende.
Das Leben des mittelalterlichen Kindes in seiner frühester Jugend unterscheidet sich kaum von dem eines modernen. Bei der Geburt kam alles Weibliche aus der Nachbarschaft und Sippe zusammen, um das feierliche Ereignis mit „Kindbetthöfen", d. h. Schmauße- leien zu begehen. Manch heitere Chronik berichtet, wie der Säugling schon damals unter den gutgemeinten Zärtlichkeiten von Muhmen und Basen litt. Schon sehr stütz kannte man als Spielzeug die Pupp«, zu der sich später Puppenhaus, -stube, »küche und Kaufladen gesellten. Die Kinder wuchfen heran, ohne den Zwang der Schule, in der Freiheit weiter Gemächer, großer Burghöfe, breiter Marktplätze. Wallgräben, Anger und Trifte. Waren die ersten Spieljahre vorüber, so erhielten die Mädchen eine Zuchtmeisterin, oder sie kamen in ein Frauenkloster, wo Nonnen sie mit feinen Handarbeiten, alten Legenden, Gebeten und der biblischen Geschichte bekanntmachten. Unterricht im Lesen, Schreiben, Latein, später auch im Französischen, erhielten die Frauen von Mönchen. Oft lernten sie auch von fahrenden Sängern Lauteschlagen und Liedersingen. Die Bibliothek der Frau umfaßte im allgemeinen Psalter, Gebetbuch, ein paar Liederbüchlein, Geschichten von der schönen Magellone und der Pfalzgräfin Genoveva und weniges mehr in dieser Art. Vielfach überragte die Frau den Mann an künstlerischem Wissen; sie trat jedoch selten mit eigenem, literarischem Schaffen hervor. Die lateinischen Komödien der Nonne Roswitha von Gandersheim sind die einzigen nennenswerten Werke aus weiblicher Feder. Wichtiger als die literarische und sprachliche Ausbildung der Frau war ihre Einführung in die hausfraulichen Arbeiten, die im Mittelalter vielmehr Gebiete umfaßten als heute. Die bedeutendste Rolle spielte jedoch in der Erziehung die Zuchtmeisterin, die das junge Mädchen mit den Geboten der Sitte bekanntzumachen hatte. Dos ganze gesellige Leben bewegte sich in strengen Regeln, die zum Teil aus altdeutschen Bräuchen entstammten, zum Teil aus Frankreich übernommen waren. So durfte z. B. eine Frau keine Männerkleidung tragen. Es war ihr verboten, das zu berühren, was soeben erst in der Hand eines Mannes geruht hatte. Sie mußte den Mann zuerst grüßen, umgekehrt galt es als eine Beleidigung. Beim Eintritt eines fremden Mannes mußten sich die Frauen erheben und ihm entgegengehen, auch wenn sie im Range weit über ihm stand. Die Frau sollte Hände und Augen in Zucht halten, beim Sitzen nicht Bein über
Tröstliche Sprüche.
0, laß dem Menschen des Schweigens edlen Stolz! Gar vieles kann, gor vieles muß geschehen, Was man mit Worten nicht bekennen darf. Goethe.
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Hoffnungen sind die Blumen des Lebens, grazien- bafte Mädchen, die um uns lächeln und tanzen, aber Früchte hängen an den hüpfenden Zweigen.
Graf von Benzel-Sternau.
«
In her Jugend ist jung sein leicht, schwerer und schöner, wenn's Haar sich bleicht.
Franz Horn.
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Armut mit Würdigkeit ' Ist verborgenes Herzeleid.
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Fröhliche Armut ist in der Welt Großer Reichtum ohne Geld.
Meister Freidank.
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Nur die großen Herzen fühlen das Mitleid, welches wan dem Unglück entgegenbringen muß, sowie die s Wonne der Wohltat. F. de Laharpe.
Bein schlagen, beim Gehen leise auftreten und das Haupt leicht geneigt halten wie die Gottesmutter. Eine Frau soll nicht zuviel lachen und sprechen. Bei Tisch soll sie Maß halten in Speise und Trank und beim Trinken das Gefäß weder mit den Augen noch mit der Nase berühren. Sie darf das Essen nie tadeln, soll es vielmehr schweigend stehen lassen, wenn es ihr nicht schmeckt. Nach der Tafel, wenn die Männer mit dem Trunk begannen, mußte sich die Frau zurückziehen. Auch für bis Reisen der Frau, das meist zu Pferd geschah, gab es eine Unmenge Regeln. Die Zucht gestattete der Frau nicht, im Männersattel zu reiten, sie sah seitwärts auf dem Pferd.
Dies ist nur ein winziger Auszug aus den Regeln und Formen, die zu erfüllen der Frau unerläßlich waren. Daß die Zuchtmeisterin keine einfache Aufgabe hatte, bedarf keiner Erwähnung.
Mittelalterliches Frauenleben ist ohne die Begriffe Zucht und Sitte undenkbar, noch weniger denkbar aber ohne die Minne. An dieser Stelle soll nicht eingegangen werden auf den berühmten Frauendienst, der sich hauptsächlich auf die verheirateten Frauen bezog und oft in Kränklichkeiten ausartete. Hier handelte es sich um die natürliche, gesunde Beziehung zwischen Jüngling und Jungfrau. Im Mittelalter lag tn allen Verhältnissen von Mensch zu Mensch der besondere Nachdruck aus der Treue. Die vielbesungene deutsche Frauentreue erfulr schönste Verklärung im „Gudrunlied", in dem Gudrun sieben Jahre lang für den Verlobten bitterste Schmach erduldet. Nicht weniger groß ist im „Parcioal" die Treue Sigunens, die Schionatulanders Leichnam einbalsamiert mit sich führt bis zu ihrem Ende.
Um diese Minne rankte sich die so wohlbekannte Romantik der Verkleidungen in Pilgergewänder, der abendlichen Gesänge vor dem Haus der Geliebten, all der süßen Liebesboten in Gestalt „duftiger Büchleins" (Liebesbriefe), Schärpen, Schleifen, Seidenfäden, die zwischen den Geliebten hin und her gingen.
War das Ende der Minne der „Verfpruch" (Verlobung), so wurde bei einer feierlichen Werbung mittels Schwert oder Stab ein Ring überreicht. In ältesten Zeiten und niedersten Ständen taten ein Band ober bunte Fäden dieselben Dienste. Auf di« Ringgabe folgte Umarmung und Kuß. Ein anderes Verlobungs- symbol war das Geschenk von ein Paar Schuhen als Bräutigamsgabe, das den Uebertritt der Braut aus dem „Mundium" (Schutz, Herrschaft) des Vaters in das des Bräutigams bedeutete. Gewöhnlich dauert« die Verlobung ein Jahr; nach Ablauf des zweiten galt sie als aufgehoben. Bei der Hochzeit, die in der Regel zu Herbstoder Winterbeginn stattfand, trug die Braut das Haar freiwallend, als Zeichen jungfräulicher Reine. Der Brautkranz wurde erst im 13. Jahrhundert allgemein. Nach der Hochzeitstafel, bei der die Brautleute gemein- fam aus einem Becher tranken, wurden sie von Junkern und Jungfrauen zum Brautgemach geleitet.
Am nächsten Morgen barg die junge Ehefrau das Haar unter eine Haube, zum Zeichen, daß die Zeit ihres Magdtums nun vorüber sei.
Jetzt trat sie in ihren großen Pslichtenkreis als Gattin und Frau des Hauses. Rechtlich stand sie in der Herrschaft des Mannes, und daran konnte auch die große Verehrung, die sie von Dichtern und Sängern genoß, nichts ändern. Die herrlichsten Lobeshymnen auf di« Frau eines Walther von der Dogelweide, eines Reinmar von Zveter, eines Christian von Hamle ober eines Heinrich Frauenlob vermochten nicht im geringsten die rechtliche und soziale Stellung der Frau zu heben.
Spielte di« mittelalterliche Frau in der Oeffentlichkeit gar keine selbständige Rolle, so unterstand doch ein Teil des Hauses,, die Kemenate oder in größeren Gehöften das Frauenhaus, ihrer Alleinherrschaft. Im Anfangs stand das Frauenhaus durch eine Stiege an der Außenmauer mit der Halle des Haufes, in der sich das ganze gesellschaftliche Leben abspielte, in Verbindung. Später kam die Stiege fit das Hausinnere, und das Frauem gemach wurde durch Türe und Fenster mit der Halle verbunden, jo daß die Frauen alle Vorgänge in der Halle beobachten konnten. Die Kemenate war lange Zeit der einzige, mit geschloffenen Kaminen heizbare Raum, während sich in her Halle der offene Feuerplatz behauptete Die Kemenaten-Fenster waren nichts anderes als Lust- löcher, nur verschließbar mit Holzläden und Teppichen. Später schloß man die Fenster mit wachsüberzogener . Leinwand ober ölgetränktem Papier, Erst im 15.
Jahrhundert kamen die kleinen, runden, bleigesaßten Butzenscheiben auf.
In diesen anfänglich primitiv ausgestatteten Gemächern waltet« die Hausfrau im Kreise ihrer Genossinnen und Dienerinnen an Spinnrad, Webstuhl und Stickrahmen und sorgte für die Bekleidung des ganzen Haves, vom Hausherrn angefangen bis hinunter zum Knappen und Troßbuben. Auch für alle Gäste, die meist bestaubt vom Ritt ankamen, mußte nach dem Bad fr:- che Kleidung bereitliegen. Ueberhaupt gingen d>« hausfraulichen Pflichten dem Gast gegenüber sehr weit: die Frau nmßte den Fremden mit einem Kuß begrüßen eigenhändig fein Bett bereiten, ihn ins Schlafzimmer ühren und dauernd um feine Bequemlichkeit besorgt ein.
Die Frau war auch des Hauses Künstlerin: alle gestickten Teppiche, gewirkten Wandtapeten, zierlich geränderten Handtücher, seidenen Tischdecken, prunkvolle Bettwäsche — und das Haus war daran sehr reich — gingen aus ihrer Hand hervor. Doch damit nicht genug, versorgte sie Kirchen und Klöster noch mit prächtigen Mar- decken und Meßgewändern. Alle die vielgebrauchten Kleinigkeiten, wie Gürtel, Hauben, Schnallen, Roßdek- ken, Schärpen und Lanzenfähnchen kamen aus dem Frauengemach. Daß die Frau das Amt eines Buchbinders, Bäckers und Bierbrauers in ihrer Person vereinigte, sei nur nebenbei erwähnt.
Ihr wichtigstes Arbeitsfeld waren Küche, Keller und Waschhaus. Allein die Küche stellte Riesenanforderun- gen, denn der mittelalterliche Speisezettel war von einer Länge und Reichhaltigkeit, der damalige Appettt von einer Gesundheit und Unverwüstlichkeit, daß es uns heute kalt über den Rücken läuft bei der Kühnheit der Speisenfolge und -zufammenstellung. Wem von uns wäre es möglich, folgendes Menü zu verdauen: Eiersuppe nrt Saffran — Pefferkörner mit Honig — frische Bohnen in Milch gekocht — Kapaunen mit Zucker, Mandeln und Gewürze gefüllt — Stockfisch^ mit Del und Rosinen oder gebratenem Aal mit Pfeffer und Senf — gebratene Gänse mit Aepseln — Quitten und Knoblauch usw. — dazu eine entsprechende Menge Bier und Wein.
Einer der wichtigsten Tage im mittelalterlichen Frauenleben war der Waschtag, an dem selbst Frauen höchster Stände große Geschästtgkeit entwickelten und eigenhändig wuschen.
Schwer und reichlich wie die hausfrauliche Tätigkeit, war auch die Kleidung der mittelalterlichen Frau. Die Grundlage der Frauenkleidung bildet das germanischer Tracht entstammende Unterkleid, zu dem später der Rock hinzutrat. Der Rock besaß Aermel, die am Unterarm so eng wurden, daß sie nur durch Verschnüren oder Knöpfen aus- und angezogen werden konnten. Später wurden an den engen Unterärmel weite, langherabfal- lende Oberärmel geheftet, reich mit Pelz verbrämt ober mit Gold und Stickereien geziert. Im Sommer trug man diese hinderlichen Auswüchse um den Arm gemittelt, im Winter benutzte man sie als Muss und Nasenwärmer. Ueber den Rock kam das Obergewand, das sehr stark modischen Veränderungen unterlag. Auf Reisen hüllte sich die Frau in ein weites Uebergewand mit Aer- mein und Kapuze, das die ganze Figur bedeckte Die Mäntel waren von seltener Koftbarteit, auch im Sommer mit feinstem Pelzwert gefüttert und an den Säumen mit Gold, Borden und Edelsteinen verziert. Der Mantel bedeckte nur die linke Schulter und wurde auf der rechten mit einer Spange gehalten. Beim Gehen hob man mit der rechten Hand den Mantel ein wenig in die Höhe, während die Linke auf der Spange ruhte.
Ein Gürtel hielt Untergeroanb und Rock zusammen. Dieses Utensil entwickelte sich aus einem einfachen Seidenband oder rotem Lederriemen zu einem kostbaren Schmuckstück aus getriebenem Erz oder Silber mit Goldbelag ober Edelsteinbesatz. Im 14. Jahrhundert hing man sogar Mocken und Schellen daran. Die Hauptstoffe waren: Binnen, Baumwolle, Schafwolle, Tuch 6us Ziegenhaaren, Serge, Scharlachtuch, Seiden und Samte, letztere aus dem Orient.
Pelz« wurden viel getragen. Am beliebtesten waren: Marder, Eichhörnchen, schwarzer Fuchs, Hermelin und Zobel.
Das Mittelalter liebte schreiende Farben und grelle Farbkontraste. Man trug den Rock zwei- ober vier- geteilt in gegensätzlichen Farben. Schlitzte man die Röcke nicht oder behing sie mit Schellen, so stickte man
Für Küche
Erprobte Rezepte.
Brotsuppe. Zu einer Suppe — je nachdem man sie dicklich ober flüssig liebt, nimmt man 2—3 Obertassen voll geriebenen Weißbrots. Alles in kochenbes Wasser gegeben, läßt man ca. 20—25 Minuten langsam kochen, nimmt vom Feuer, zerquirlt in.etroas Wasser ein Ei und einen Eßlöffel Maggi-Würze, rührt dies nebst einem Stich guter Butter und dem nötigen Salz an die Suppe und erhält so eine, auch jedem Kranken wohlbekömmliche, leicht verdauliche, nahrhafte Suppe von großem Wohlgeschmack.
Gebratene Salbsherzen. (Für 4 Personen, VA Stunde). Zutaten: 4 Herzen, ca. 750 Gr. Suppengrün, Salz, Pfeffer, 2 Eßlöffel Speiseöl, 50 Gr. Reibbrot, 60 Gr. Butter oder Fett, 15 Tropfen Maggi's Würze, 1 Eßlöffel geriebener Käs«. Zubereitung: Die gut vorbereiteten Herzen werden in Wasser mit Suppengrün und Salz weigekocht und in der Kochbrühe zum Erkalten gelassen. Darauf schneidet man sie in dick- Scheiben, salzt und pfeffert diese, bestreicht sie mit Del und wendet sie in Reibbrot. In Butter oder Fett schnell auf beiden Seiten braun gebraten, sind sie eine vorzüglich schmek- kende Beilage zu Gemüsegerichten. In den Bratenrück- stand in der Pfanne gibt man 1 Würfel Maggi's Bratensoße, zerdrückt die Maste sein, rührt mit gut % Liter Wasser glatt, läßt einige Minuten durchkochen, gibt den geriebenen Käse hinein und übergießt damit die Fleisch- scheiben oder reicht die Soße nebenher. Die Kochbrühe der Herzen kann, mit 1—2 Maggi's Fleischbrühwürfeln verbessert, zu schmackhafter Suppe verbraucht werben.
Kalbsfrikassee. (Für 4 Personen, VA Stunbe.) Zu taten: 1 Kg. in Stücke geschnittene Kalbsbrust. 50 Gr. Weizenmehl, 50 Gr. Butter, 1 Zwiebel, 3 Tomaten, Salz, Psesser, 10 Tropfen Maggi's Würze, 1 Eßlöffel gehackte Petersilie. Zubereitung: Die Fleischstücke werden in Mehl gewendet, in der Butter schnell gelblich angebraten, die zerschnittene Zwiebel, die abgezogenen
doch wenigstens das Hauswappen groß und bunt in das Gewand.
Handschuhe trugen die Frauen bereits im 8. Jahrhundert. Aus Seide ober feinstem Leder, besetzt mit Perlen und Edelsteinen, bedeckten sie oft den ganzen Unterarm.
Strümpfe kannte man seit dem 10. Jahrhundert. Sie bestanden aus weißer, roter, grüner Wolle ober Seibe.
Die Schuhe aus Schafleder ober feinem fpanischen Corbuanleber entwickelten sich aus riemengeschnürten Scberftüden zu unförmigen Schnabelschuhen.
Auf bie frauliche Haartracht verwandte man im Mittelalter viel Sorgfalt. Die deutsche Frau trug gewöhnlich das Haar in der Mitte gescheitelt und durch ein Band gehalten. Schläfen, und Wangen waren bedeckt mit Ringellocken, durch die man bunte Bänder schlang, wenn man nicht das Band diademartig um die Stirn trug. Um den Manz des Haares zu erhöhen, durchflocht man es mit Seidensäden. Locken wurden häufig gebrannt. Glattes Haar lieh man frei ober in Zöpfen über den Rücken hängen. Die Zöpfe, die bei großer Schönheit auch über die Brust gelegt wurden, waren mit Borden, Goldfäden ober Perlen durchflochten. Seit dem 13. Jahrhundert band man das Haar auf. Bei Festlichkeiten erschien die Jungfrau im Kranz, die edle Dame im Goldreif. Luxuriöse, weiße Schleiertücher aus feinstem Linnen ober Selbe bedeckten bas Oberhaupt Kaffee Hag regt an, aber nicht auf!
und fielen in reichen Falten auf Schultern und Nacken.
Die deutsche Bürgerssrau verhüllte Haar, Wange, Stirn und Kinn mit dem „Gebende", (zwei Binden aus Leinwand ober Seide). Die Hüte weisen die verschieben- arHgften Formen auf.
Geschmeibe würbe tm Mittelalter sehr viel getragen. Spangen für Manteloerschluß, Unter- und Oberarm mären die häufigsten Geschenkartikeln. Halsketten aus aneinandergereihten Ringen, Broschen aus getriebenem Edelmetall, geschnittenem Stein ober Bernstein waren beliebt. Ebenso trug man Ohr- und Fingerringe, die sich aus Gras und Stroh bis zum edelsteinbesetzten Gold entwickelten.
Gewandung und Schmuckbehang waren wohl dazu angetan, die Schönheit einer Frau zu unterstreichen. Wie mußte die schöne Frau des Mittelalters ausfehen? Erste und wichtigste Forderung war das blonde Haar, das sich goldschimmernd um schneeweiße, feingeäderte Schläfen ringelt. (Häufige Blondsärbung). Blaue Augen oder Augen von unbestimmt wechselnder Farbe waren bevorzugt. Gerade, scharfe und schmale Brauen, weiße Haut, rote Wangen, ein schwellender, sestgeschlos- Jener Mund, darin die weihen Zähn« wie „Hermelin aus Scharlach", das Kinn rund mit Grübchen, die Taille zierlich schlank, die Finger lang und gerade, die Arme weih und gerundet, die Fühe klein, schmal und gewölbt — so wurde die schöne Frau von Dichtern und Sängern besungen.
Im Mittelalter genoß die Frau eine überaus große Verehrung, bie sich schließlich zu einem förmlichen Kult auswuchs. Besondere Blüten trieb dieser Frauendienst in der Provence, dem Land der Troubadoure. Die « Sänger schufen sich aus einer Frau, die sie meist noch nie gesehen hatten, ein Traumbild, dem sie alle Herrlichkeiten andichteten. Wurde das theoretisch genährte Feuer ihrer Liebe allzu stark, so zogen sie zur Burg der heimlich Geliebten, brachten ihr ihre Lieder und mürben erhört oder ab gewiesen. Gewann ein Sänger der Herrin Gunst, so trug er von da ab ihre Farben und ein Gewand- oder Schmuckstück von ihr an Lanze, Schild ober Wams. Brachte er bas Gewand, das sie ihm gestickt hatte, zersetzt aus Schlacht ober Turnier heim, fo trug sie es als schönsten Schmuck. Meist galt die Verehrung einer verheirateten Frau. Es kam aber selten zu Eifersüchteleien — im Gegenteil, war der Sänger berühmt, so schmeichelte es dem Gatten, seine Frau Io angebetet zu sehen. Allerdings kam es in diesem Minne- dienst auch zu Entgleisungen, die des Lächerlichen nicht entbehren. Im allgemeinen vollzog sich dieser ganze Frauenkult aber in anmutigen Bahnen. Das beweisen uns die herrlichen Minnelieder, die uns das Mittelalter so lieb gemacht haben.
und Haus.
Tomaten, Salz und soviel Wasser dazu gegeben, daß das Fleisch bedeckt ist. Nachdem das Gericht V/2 Stunbe langsam gekocht hat, schmeckt man es mit Psesser sowie 10 Tropfen Maggi's Würze ab und streut die gehackte Petersilie darüber. — Reisrand ist empfehlenswert dazu.
Rosenkohl. Die Röschen werden gut geputzt und in Salzwasser abgekocht. Dann gibt man sie in ein gut glasiertes Geschirr mit einigen Lösseln kräftiger Fleischbrühe und dem nötigen Salz. legt reichlich frische Butter obenauf und läßt das Gemüse eine halbe Stunde lang ziehen. Man garniert den Kohl mit geschmorten Kastanien oder kleinen Bratkartoffeln.
Saure Nieren. Drei ober vier Kalb- oder Schweine- nicren werden tüchtig gewaschen, in dünne Scheibe» geschnitten, mit Mehl bestäubt und in Fett nebst tt, Scheiben geschnittenen Zwiebeln angebraten. Dann füllt man etwas Fleischbrühe auf, gibt noch Essig, Biester und Salz hinzu und läßt das Ganze kurze Zeit fest zugedeckt schmoren.
Praktische Winke.
— Schweißslccken aus Weihwaren entfernt man, intern man den Fleck in einer Lösung unterschmeflig- saurein Natron auswäscht und'dann bleicht. Ebenso verfährt man mit gefärbten Baumwoll- und Wollstoffen.
— Ein ausgezeichnetes Aleckenwasier besteht aus 50 Gramm Salmiakgeist, 50 Gramm reinem Spiritus, 50 Gramm Schwefeläther und 50 Gramm Benzin Alles wird tüchtig geschüttelt. Man bürstet bann die Garderobestücke strichweise ab, hängt sie bann an Kleiderbügel und läßt sie trocknen. Das Mittel reinigt vorzüglich die speckigen Ränder an Herrenkragen, Mützen uim. Feuergefährlich!
— Ein gutes Mittel gegen Rost ist Paraffinpapier. Metallgegenstände, die damit umwickelt sind, können auch an seuchten Orten, ohne vom Rost beschädigt zu werben, jahrelang liegen.