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14. Qtlober

Beilage zur Fuldaer Zeitung

Ur. 238

Margret Hohmann.

können

Wie härte ich mein Kind ab?

oder aber mit N IVEA'OL

Dr. trieb. T. Sch—H.

aufweisen kann.

Für Küche und Haus

K. B.

ausgebessert werden können.

NIVEA

CREME

Trägst auf den Armen einen Gottessohn.

Ein Zepter hält er und die Königskron.

Und wie er an dem Marterholze stirbt, Bevor er uns die Ewigkeit erwirbt? .

Und auch die Stirne dein ist hart geschmückt Hat dich die goldene Krone nie gedrückt?

Denkst du nicht immer an den Dornenreifen, Und wie die Häscher deinen Sohn ergreifen.

nach der Erkrankung vor. Im Verlaufe I befinden sich die Kinder allgemein wieder Stadium der Dauerlähmung folgen dann Mißstaltungen der Glieder, die das Kind ben zu einem Krüppel machen können, störungen sind nicht selten, stets handelt um Verkürzung der Glieder.

mals nur gering sind. Störungen der Blasen- und Mast- darmfunktionen sind häufig, gehen aber stets rasch vor­über. Im Verlaus der folgenden Tage bilden sich die Muskellähmungen meist erheblich zurück. Ganze Glieder, die gelähmt waren, können ihre vollständige Bewegungs­freiheit wieder erhalten. Eine vollkommene Ausheilung ist jedoch selten. Ein Teil der befallenen Muskelgebiete bleibt dauernd geschädigt. Eine erhebliche Abmagerung der erkrankten Glieder ist die Folge. Die Besserung der Lähmungen pflegt in den ersten Wochen am schnellsten voran zu gehen. Jedoch kommen auch noch Besserungen nach einem halben Jahre, sogar bis zu einem Jahr

Die Frau in der Küche.

Gute Aleischsuppe und gutes Suppenfleisch.

Es kommt darauf an, auf was von beiden man den größten Wert legt, denn nicht immer läßt sich beides zur zur gleichen Zeit gewinnen. Ein Bratenstück eignet sich nicht immer zum Kochen. Ist es einem darum zu tun, eine kräftige Suppe zu erhalten, so setze man da? Fleisch

Wie behandle ich meinen Pelz?

Viele Pelze werden unansehnlich, weil sie von ihren Besitzerinnen nicht richtig behandelt werden. Niemals darf ein Pelz gebürstet werden, auch nicht mit der weich­sten Bürste. Ist der Pelz einmal naß geworden, so schüttele man ihn tüchtig nach dem Trocknen, die Haare lockern sich dann auf und der Pelz sieht sofort wieder schön aus. Durch das Bürsten zerstört man, namentlich bei feineren Pelzen, die zarten Grannenhaare. Will man den Pelz gründlicher säubern, so wird er geklopft und zwar mit einem leichten spanischen Rohrstock. Das schadet ihm gar nichts, dagegen darf man ab« nicht den gewöhnlichen Ausklopfer nehmen, da sich di» Pelzhaare in dem Geflecht verfangen, herausgerissen werden und so Lücken in das Fell reißen, die niemals wieder

Maria lächelt aus den ew'gen Gründen Und dieses Lächeln will mir Ruhe künden.

Margret Hohmann.

Kratze Worte — große Taten.

Bedingt sich das beides? Durchaus nicht. Zu gro­ßen Worten ist nicht viel nötig, als ein begeisterungsfä- diges Herz und ein nicht zu kleiner Mund. Aus beiden MÄst dann schon die Großspurigkeit hervor.

r Zu großen Taten ist mancherlei nötig, aber keine großen Worte. Wozu denn aber die Tausendmarkschein- gorte, die doch kein Mensch wechseln mag, die zu sam­meln das unfruchtbarste Vermögen der Welt wäre? Was nützt ein- großer Schein, wenn man daraus kein Betriebskapital fürs Leben schlagen kann?

Wer Lieb' entbehrt, dem ward nur Schlaf gegeben, Wer Liebe sucht, der kennet die Liebe nicht.

Ernst Schulz.

Die spinale Kinderlähmung.

In verschiedenen Gegenden Deutschlands und auch des Auslandes tritt augenblicklich wieder die spinale Kin­derlähmung auf, eine mitunter epidemisch verlaufende Krankheit, die ansteckend wirkt, bie mancherorts schon dazu geführt hat, daß man vorsichtshalber die Schulen auf mehrere Wochen geschlossen hat. Die spinale Kinder­lähmung, auch Heine-Medinsche Krankheit genannt, ist eine infektiöse Erkrankung des Zentralnervensystems, die hauptsächlich im frühen Kindesalter, und zwar in den ersten drei Jahren vorkommt, die aber auch ältere Kin­der und sogar Erwachsene befallen kann. Sie tritt meist in Epidemien auf: bekannt sind die großen Epidemien der letzten Jahre in Skandinavien, Deutschland und Oesterreich. Die Verbreitung geschieht durch direkte Uebertragung von Mensch zu Mensch. Auch Stechfliegen können die Krankheit übertragen. Als Eingangspforte kommen sowohl der Verdauungsweg, wie auch der At­mungsweg in Frage.

Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt 5—10 Tage. Dann folgt das erste Stadium, das besonders durch hohes Fieber gekennzeich­net ist. Der Puls ist hoch, es besteht große Schläfrigkeit, jedoch ist tkz Schlaf unruhig. In vielen Fäll«:' treten Halserkrankungen, Bronchitis, oder in anderen Fällen Magenstörungen auf. Am wichtigsten und besonders auffällig ist die starke Schmerzempfindlichkeit der äuße­ren Haut und Schmerzhaftigkeit bei passiven Bewegun­gen. Die Kinder schreien, wenn man sie nur leicht be­rührt, wollen sich nicht abhalten lassen, nicht aufsitzen usw. Ein anderes Symptom ist das starke Schwitzen. Nach diesem ersten Stadium, das meist 2—3 Tage dau­ert, folgen die Muskellähmungen, die selten die Arme betreffen, in den meisten Fällen Rumpf und Beine. Die Lähmungen sind anfangs schwer zu erkennen, da die Kin­der jede Bewegung vermeiden und die Lähmungen oft»

Mancher wird hier einwerfen, „das ist übertrieben. Nicht immer sind große, begetsterte Worte ganz um­sonst empfunden und ausgesprochen." Ich gebe zu, es kann Fälle geben, in denen sie, wenn auch meist nicht vom Sprecher selbst, der sich für gewöhnlich nur daran berauscht, der vielleicht will, aber keine Tatkraft hat, bei einem stillen Zuhörer, bei einem Leser dieser Phrasen auf bereiten Boden fallen und zur erlösenden und be­glückenden Tat werden, das gebe ich zu.

Aber eins müssen wir uns immer wieder sagen, die ganz großen Taten der Weltgeschichte sind von bescheide­nen Menschen vollbracht, von solchen, die sich dessen vor­her nicht brüsteten, sondern ihre rechte Stunde durch die rechte Tat erfüllten. Und erst ihre Mitmenschen ober gar erst die Nachwelt berichtet rühmend davon. Auch von den ganz großen Werken der bildenden und der Wortkunst erfährt man zumeist erst, wenn die Taten­träger alt oder nicht mehr unter den Lebenden wellen.

Aber nicht nur das, was die Welt große Taten nennt, spielt sich ohne nennenswertes Vorwort ab, auch die Heldentaten des Alltags werden impulsiv, oder überlegt, in der Stille getan, ohne viel Worte. Wieviel Gutes kann man mit wenigen, einfachen Worten jagen. Es kommt ja zumeist gar nicht auf die Worte an, sondern auf den Sinn, den man hineinlegt, auf das Lächeln, das es be­gleitet, auf den tröstenden Blick, der der Tat folgt.

Obgleich wir dies alles eigentlich längst wissen, viele Sprichwörter über dieses Thema werden oft zitiert, fal­len wir doch immer wieder auf die Vielreder, die Schwätzer hinein. Es wird Zeit geopfert und Geld, um über die Tat zu hören, über die Tat zu lesen, und so verrinnt die Stunde, in der man die Tat hätte tun

mit kaltem Wasser zu, füge vorläufig nur wenig Salz hinzu, schäume es gut aus und lasse es möglichst lange kochen. Will man aber saftiges Fleisch auf dem Tisch haben, dann setze man es mit kochendem Wasser auf, man entferne dann sich etwa bildende Schaumteilchen, gebe Salz und Suppengrün dazu und lasse das Fleisch ganz langsam kochen. Der Siedegrad muh aber erhalten werden. Einlagen für die Suppe sollte man meist ge­sondert kochen. Eine schöne, bräunliche Farbe für klar fein sollende Fleischbrühe erhält man durch Hinzutun eines Stückchens gerösteter Zwiebel oder gelber Rübe.

Meerrettich als Zugabe zu Rind- oder Pöckelsleisch.

1. 50 Gramm Butter, 3 Eßlöffel geriebener Meerret- tich, ein Achtel Liter Milch, etwas Zucker. Die Butter wird zerlassen,, Meerrettich und Milch hinzugesügt und einmal aufgekocht.

2. 60 Gramm Butter, 10 Gramm Mehl, 4 Eßlöffel Meerrettich, ein Achtel Liter Brühe und etwas Zucker. Die Butter wird zerlassen, das Mehl dazugetan und weiß geschwitzt, bann Meerrettich und Brühe dazu und einmal aufgekocht.

wir kochen Schinken.

Der Schinken wird 12 Stunden bevor er gekocht wird, in Wasser gelegt, dann von allen etwa anhaftenden Un­reinigkeiten befreit, mit einem reinen Tuch eingewickelt, mit einer Schnur umbunben oder eingenäht. Dann wird er in kaltem Wasser zum Feuer gesetzt und durch starkes Feuer zum Kochen gebracht. Wenn er kocht, wird er vom Feuer etwas weggerückt, damit er langsam weiterkocht, bis er ganz fertig ist. Nachdem wird bas Tuch abgenommen, die Haut abgezogen, in feine Stücke geschnitten und serviert.

praktische winke.

Frischhaltung des Brotes.

Trockenes Brot efl*n die meisten Manschen nicht gern, obwohl es, das darf in diesem Zusammenhang bemerkt werden, gesund ist. Wie hält man nun das Brot im Kasten frisch, besonders bei kleineren Fami­lien, die nicht jeden Tag Brot kaufen können? Man schneidet einen Apfel in Hälften, legt diese zu dem Brot in den gut schließenden Kasten und man wird über die Wirkung erstaunt fein. Der Geschmack des Brotes leidet in keiner Weise unter dieser Behandlung.

zu bannen. Wohl hat man in guten Büchern für die Aelteren ein Hilfsmittel, um über langweilige Stunden und trübe Tage hinwegzuhelfen, aber gerade diese schon erwachseneren Kinder machen auch im allgemei­nen der Muter weniger Kopfzerbrechen, weil man sie leicht im Haushalt irgendwie mit kleinen Arbeiten, dem kindlichen Schaffensoermögen angepaßt, beschäftigen kann. Weit weniger einfach liegen die Dinge bei dem nicht schulpflichtigen ober dem gerade der Schule an- vertrauten Kind. Aber eine findige Mutter weiß auch da Rat. Sie hat z. B. schon vorsorglicherweise in den Sommermonaten alle leeren Sireichholzkästchen gesam­melt, bie mit ein wenig Leim von ben Kindern selbst zu hübschen kleinen Eisenbahnen zusammengeklebt wer­den, die man stundenlang auf dem Tisch herumfahren lassen kann, ohne daß irgendwelche besonderen Umstände dazu notwendig sind. Dieselben Streichholzkästchen er­geben auch einen Baukasten, mit dem man die mannig­fachsten Häuser und Kirchen erstellen wird, wenn sie in genügender Menge vorhanden sind. Die kinderlose Nachbarin oder ein paar gute Freunde der Familie hel­fen sammeln, damit das Baumaterial, das an sich ein wenig brüchig ist, nicht so bald ausgeht. Puppenstuben, Gärtchen und alle möglichen anderen Dinge lassen sich aus Streichholzschachteln anfertigen, selbst eine Flug- mafdjine, an einem Stückchen Faden aufgehängt, wird von den Kindern durchaus anerkannt, wenn man ihre Phantasie etwas anzuregen weiß. Ein Stückchen runde Pappe mit ein paar Farbstiften recht bunt gemalt, in der Mitte ein Streichhölzchen durchgesteckt, ergibt auf dem flachen, ungedeckten Tisch den herrlichsten Kreisel,

Die Vorhersage bei der spinalen Kinderlähmung ist mit Vorsicht zu stellen. Je älter bie Kinber sind, desto gefährlicher ist die Krankheit. Die Sterblichkeit beträgt 10—20 Prozent. Völlige Heilung ist sehr selten. Die zurückbleibenden Funktionsstörungen sind geringer, je weniger Muskelgebiete befallen waren. So ist die Vor­aussage bet Lähmungen beider Beine und der Hüft- gegenb sehr schlimm. Dagegen gelingt es fast immer, ein gelähmtes Bein roieber gehfähig zu machen.

Was bie Behanblung biefer befonbers in ihren Fol­gen traurigen Krankheit angeht, so ist für bie ersten Tage hauptsächlich Ruhe erforderlich. Diät und Sorge für gute Verdauung sind sehr wichtig. Aspirin ober Urotropin in ben ersten Tagen sollen sehr nützlich sein. Bettruhe soll auch in ben leichtesten Fällen 2—3 Wo­chen streng eingeholten werden. Schon nach 14 Togen beginne man mit der physikalischen Behandlung der befallenen Glieder, bie solange burchgefiihrt werben muß, wie man überhaupt Hoffnung auf Besserung hat. Massage unb Elektrizität stehen in bcr physikalischen Be­hanblung an erster Stelle. Die Massage soll 1—2mat täglich kurz vorgenommen werben. Es ist auf bie Stel­lung ber Kinder im Bett zu achten. Sie dürfen nicht mit angezogenen Beinen liegen. Warme Bäder sind sehr nützlich und den Kindern zuträglich. Die Anwen­dung ber Elektrizität überlasse man immer einem fach­kundigen Arzt, da man zu leicht den Kindern schaden kann. Selbstverständlich ist bie Hebung des Allgemein­befindens durch gute Luft und reichliche Ernährung für später von großer Wichtigkeit. Bleibende Mißstaltungen müssen von einem Orthopäden behandelt werden, der heute die schönsten Erfolge gerade auf diesem Gebiete

den man stundenlang laufen lassen kann, um sich an seinem Farbenspiel zu ergötzen. Die sorgsam gesam­melten Roßkastanien werden mit einigen Streichhölzchen zu allen möglichen Fabeltieren verarbeitet, sie ergeben weiterhin, ausgehöhlt, die schönsten Blumen- und Früchtekörbchen, auch kleine Sesfelchen für die Streich­holzpuppenstube lassen sich in wenigen Minuten daraus anfertigen. In Mutters Lappenkiste schlummern ein paar alte, bunte Lappen von längst vergessenen Klei­dern. Man holt sie hervor, bindet sie mit einem Kno­ten auf den Zeigefinger ber Kleinen, schlägt bas Tuch um bie Hanb, um so mit Hilfe bes Daumens unb besMit- telfingers ben schönsten Hanskasper ins Leben zu rufen, ber mit feinen Bewegungen bas größte gekaufte, teuere Kasperltheater ersetzt. Ein paar kleine Kartoffeln, benen man mit Streichholzköpfchen Augen, Nase unb Mund einfetzt, wobei man ihnen noch kleine bunte Papierhüt­chen auf den dicken Kopf verpassen kann, führen herr­liche seldstgedichtete Marionettenspiele auf, unb wenn die alte kopflose Puppe aus Lappen einen neuen Kopf bekommt, dem der Vater mit ein paar derben Tinten­strichen zum Gesicht verhilft, dann hat man ein wun- dervolles neues Spielzeug, bis das Christkind eine an­dere, schöne Puppe bringt. Mit ein wenig N -chdenken wirb jebe Muter noch eine Fülle billiger Spte'puge ersinnen, btefe Zeilen sollen nur eine Anregung bc;u sein, bie allerdings durch freudige, strahlende Gesichter unserer Kleinen reichlich belohnt wird.

Schmerzloses Rasieren a-vjurch vorheriges Einreiben mit

Barocke Madonna.

Wie starr die Goldgewänber und wie feierlich! Maria, Königin, ach bitt für mich!

Kinderspiele, die nichts kosten.

Von Elisabeth van Bürk, Nürnberg.

So manche Mutter denkt jetzt schon an den Spät­herbst und den Winter, bie es ben Kinbern an vielen Tagen wegen ber Unbill ber Witterung unmöglich ma­chen, braußen zu spielen und wie im Sommer herum­zutollen. Die vielbeschäftigte Mutter hat bann die kleinen Trabanten zu aller Arbeit auch noch im Hause und schon nach wenigen Tagen erhebt sich meist die Frage, was sollen wir jetzt tun. Oft sind die vorhan­denen Spiele nicht mehr interessant genug, um die Kin­der auf bie Dauer zu fesseln, benn man bars ja nicht vergessen, baß bas Kinb mehr wie ber erwachsene Mensch Abwechslung braucht, baß immer neue Dinge herangeholt werben müssen, um bie unruhigen Geister

ber Krankheit ■ wohl. Im

oft noch bie für fein Le- Wachstums- es sich bann

Neue Handschuhe sür den Winker

Selbst ber Hanbschuh wirb heute allgemein mobischen Strömungen unterworfen, wobei man in biefein Win­ter bie Beobachtung machen kann, baß er bem Aus- fchmückungsbebürfnis, bas sich an ben Kleidern in Be­sätzen, Rüschen, Schals und Schleifen äußert, eben­falls sehr stark entgegenkommt. Vor allem liebt man die Herstellung der Handschuhe in zwei Farben, die aufeinander abgeftimmt [ein sollen, also schwarz-weiß, schwarz-gelb, orange-grau, rosa-beige usw. Die Mu­sterung wird bann oft in ber Weise vorgenommen, daß man bas Handteil und bas Enbe ber Stulpen in den gleichen Farben hält, während das Mittelstück in der anderen Farbe gestaltet ist. Das ergibt ganz aparte Wirkungen, die selbst den billigeren Handschuh als sehr elegant erscheinen lassen. Dazu kommt das eigentliche Ausputzmaterial, vor allem Metallknöpfchen, kleine Zierleisten aus verschiedenartigen Metalldlätten, auf» genähte Straßmuster in einfachen geometrischen Formen, aber auch in Motivnäherei, bie bizarre Blumen- unb Pflanzenformen und Phantasiegebilde der verschieden­sten Art bringt. Auch Stickereien werden auf der lan­gen, breiten Manschette angebracht, wobei die verschie­densten Techniken angewandt werden. B. Segura.

geschlossenen, von zahlreichen Menschen besuchten Räu­men, in der Schule, ber Elektrischen Bahn usw. werben wir unsere Kinber praktisch nicht bewahren können. Wohl aber können wir unsere Schleimhäute gegen das Eindringen ber Krankheitskeime widerstandsfähiger ma­chen unb überhaupt bie allgemeine Widerstandskraft des Organismus heben. Dies geschieht vor allem durch eine zweckmäßige Ernährung, die nach ber heutigen Ansicht ber Kinderheilkunde überhaupt bas zuverlässigste Abhär­tungsmittel darstellt.

Von dem früher geübten Verfahren, anfällige Kin­der mit großen Mengen von Milch und Eiern vollzustop- fen, ist man heute abgekommen: die moderne Ernäh­rungslehre hat als beste abhärtende Kost für empfind­liche Kinder, die häufig von Katarrhen heimgesucht wer­den, eine eiweißarme und gemischte Nahrung erkannt, die also in reicher Menge Obst und Gemüse bevorzugt und auch Butrer gestattet: den Genuß von Fleisch, Eiern und Zucker dagegen tunlichst einschränkt und an Milch täglich nur etwa ein viertel bis ein halbes Liter erlaubt Eine solche vorbildliche Kost, wie sie von einem unserer besten Kinderärzte unb Kenner ber kindlichen Ernährung, Universitätsprofessor Dr. E. Feer, empfohlen wirb, würbe sich z. B. folgendermaßen zusammensetzen: Morgens, zum ersten Frühstück, Milch, die mit Malz­kaffee oder leichtem Tee verdünnt ist: dazu Brot oder Semmel mit wenig oder keiner Butter. Das zweite Frühstück besteht aus rohem Obst; das Mittagessen be­ginnt mit einer festen Suppe aus breiartig zerkochten Hülsenfrüchten (Bohnen, Erbsen, Linsen), woran sich frische Gemüse wie Spinat, Karotten, Kohlrabi, Blu­menkohl, Salat und Schnittbohnen anschließen, denen etwas zerkleinertes Fleisch beigegeben werden kann. Selbst in der Jahreszeit, in der Frischgemüse teuer sind, sollte nach ber, den ärgsten Hunger stillenben, „hand- feften" Suppe wenigstens eine bescheidene Portion ge­geben werden. Die Nachmittagsmahlzeit gleich dem ersten Frühstück: als Abendbrot wird wiederum wenig Fleisch in zerkleinerter Form mit Brot und wenig Butter ober mit Kartoffeln und Reis gereicht: als Getränkt dazu schwacher Tee oder Wasser mit Fruchtsaft. Daß dieses Schema nicht starr innegebalten zu werden braucht, son­dern je nach den besonderen Verhältnissen abgewandelt werden kann, bedarf keiner besonderen Erwähnung.

Wer sein Kind in dieser Weise ernährt, wird ihm die beste „Abhärtung" zuteil werden lassen und dazu bei­tragen, daß die Anfälligkeit und Katarrhneigung nach­läßt. Ohnehin pflegt sich ja mit dem Heranwachfen des Kindes die Schleimhautempfindlichkeit allmählich zurück- zubilden, und dieser Vorgang wird durch die beschrie­bene Abhärtungs-Ernährung aufs günstigste unterstützt.

Dr. med. e tphil. Gerhard V e n z m e r - Stuttgart.

I Es gibt, zumal in ber Großstadt, nicht wenige Kin­der, die ihren Eltern dadurch schwere Sorge bereiten, daß sie in beinahe regelmäßigen Abständen an allen möglichen Erscheinungen, an Schnupfen, „rotem Hals", Rochen- und Luftröhrenentzündungen, Husten, Mandel- schwellung usw. erkranken. Solche Kinder sind „ewig erkaltet", die Eltern zerbrechen sich den Kopf darüber, Bie bem abzuhelfen fei, und wenden alle erdenklichen Maßnahmen an, um ihre Lieblinge „abzuhärten". Dabei »irb dann der Grundsatz befolgt, daß man bie Aniällig- telt für „Erkältungen" am zweckmäßigsten dadurch her- objetzen könne, indem man ben Körper vorsichtig an ben schädigenden Einfluß, also an die Kältereize, gewöhnt; I. h. man läßt die Sorgenkinder bei offenem Fenster schlafen, verabfolgt ihnen morgens falte Waschungen, Mgießungen, Duschen ufw.

Der Gedankengang, der solchen Verfahren zu Grunde liegt, wäre richtig, wenn es feststände, daß jene häufig wiederkehrenden Halsentzündungen, Mandelschwellungen unb Katarrhe wirklich durch Kältereize ausgelöst wer­den, also in der Tat nur als „Erkältungen" aufzu- affen sind. Hieran muß aber nach den neuesten Unter- llchungsergebnissen der ärztlichen Forschung, so auch nach ingehenden Beobachtungen, bie am Waisenhause und skinderasyl der Stadt Berlin angestellt wurden, erheblich lezweiselt werden. Zwar treten sowohl bei Erwachse- len als auch bei Kindern Katarrhe in der „dunklen Jahreszeit", d. h. etwa von Dezember bis März und Kpril, am häufigsten auf. Aber müssen es unbedingt skaltereize sein, die hierfür verantwortlich zu machen inb? Können nicht ebenso andere Erscheinungen des Winters, z. B. Nässe, Ditaminarmut ber Nahrung unb unbere, noch gar nicht aufgeklärte Einflüsse bie natür­liche Wiberstandskraft des Körpers herabsetzen? Daß virklich sehr wohl auch Ursachen, die mit Kältereizen nichts zu tun haben, Katarrhe auslösen können, zeigt ! otgenbes Beispiel: Gar nicht selten treten, wie es ja jeder schon beobachtet haben wirb, katarrhalische Er­krankungen im Fühjahr nicht bei kaltem, regnerischem mb windigem Wetter, sondern gerade nach den ersten Därmen, sonnigen Tagen gehäuft auf. Man erklärt sich des damit, daß durch die ultravioletten Strahlen des Sonnenlichtes eine Verschiebung im Salzverhältnis der Hörpergeroebe bewirkt wird, unb zwar in dem Sinne, daß bie Gewebe infolge vermehrten Wassergehaltes in inen erhöhten Ouellungszustanb geraten. Dieser macht I ich besonders bei ben Schleimhäuten geltend, welche die törperöffnungen ausfleiben; unb ba eine solche, in ge- ' leigertem Ouellungszustanb befindliche Schleimhaut des Machens und ber Luftröhre etwa eindringenden Keimen i tinen besonders günstigen Boden bietet, so sind Katarrhe, I !uftröhrenentzündungen usw. die natürliche Folge. Sie i oben aber, obgleich landläufig als Erkältungskrank- | »iten bezeichnet, gar nichts mit Erkältungen im wahren Sinne des Wortes zu tun, sind vielmehr reine An- letfungen; unb ebenso liegen die Dinge bei einer Un- j »hl weiterer, immer und immer wieder als Erkältun- j en bezeichneter katarrhalischer Erkrankungen. Gegen le mutz eine Abhärtung, die sich lediglich gegen Kölle- inflüsse richtet, natürlich versagen; wir werden also 1 trnen müssen, unsere Anschauungen über zweckmäßige s Abhärtung auf eine neue Grundlage zu stellen.

i Zunächst ist zu beobachten, daß die heutige kindcrärzk- I iche Wissenschaft dem Nutzen ber so beliebten Kaltwasser- diren zumal bei anfälligen Kinbern sehr zurückhaltend i legenübersteht. Man ist sich längst barüber einig, daß leite Uebergiefjungen unb Duschen für den kindlichen j Organismus keineswegs fo gesund sind, wie dies in I beiten Kreisen immer noch angenommen wird: daß sie j >ielmehr geradezu gesundheitsschädlich wirken können, = hbem sie bem Nervensystem schaden, bie Neigung zu Katarrhen, zumal Luftröhrenentzünbung, Lungenent- slünbung unb Dickdarmkatarrh noch erhöhen unb so das lenaue Gegenteil des gewünschten Erfolges bewirken. Irade mit ber Kaltwasser-Abhärtung sollten Eltern, bie e Kinder gesund sehen möchten, besonders vorsichtig i; allenfalls kann man das Kind morgens, sobald es s dem Bett kommt, auf einen Stuhl stellen und um i Körper ein nasses, zimmerwarmes, ausgerorungtnes ch legen das vom Hals bis zu den Füßen reichen soll, mit wird die Haut tüchtig eine halbe bis eine Minute jeden, worauf mit einem trockenen Frottiertuch indlich nadjgefieben wird. Rötet bie Haut sich jetzt unb pfinbet das Kind ein angenehmes Wärmegefühl, so das Verfahren feinen Zweck ereicht; andernfalls war f5 geradezu schädlich und sollte keineswegs wiederholt Serben.

Beinahe wichtiger noch als eine solche Kälte-Abhär- *s ist nach dem oben Gesagten aber bie Abhärtung p "n Ansteckungen, b. h. gegen das Eindringen schad- Keime. Vor der Berührung mit solchen Keimen in

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