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Sonntag, den 9. Oktober 1932

Avldaer Zeitung (Amtliches Krelsblatt)

Ur, 234

Angarns neue Minister in ihrer Magnaten-Tracht

Gasangriff auf Chicago

(Nachdruck verboten!)

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auch noch große

große

Sie hielten sie wohl für

und Ein-

den Rücken einiger Ertrunkener weiter ab, die sich nicht

abwärts

schreien, die Köpfe

Flügeln begannen der Schwimmenden

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Dolch- Mühe einen

Wehrwillen, der sich gant auf Ver- Abwehr einstellt, seine Jugend xu keinem Volke verboten sein. Im äußert sich der Dehauptungswille Wehrwille ist Lebenswille. Der

der saft

Au diesem teidigung und erziehen, kann Wehrgedanken eines Volkes.

auch auf Bill Merry herab, den Vogel vor den Kopf zu er davon.

der helfen konnte.

Zu allem Usberfluß erschienen schwarze Raubmöwen.

Ihre dunklen Doppelsicheln von

zu kreischen und hart zu Dann stießen sie auf und Treibenden herab.

Fleischstücke.

wieder.

Am Himmel erbeichten die Sterne. Matt kam Morgen herauf. Auf seiner Armbanduhr war es

Hungrig und gierig stießen sie ihre langen schnöbe! nach den Unglücklichen, die sich ihrer mit

Aus dem Osten sproß ein schmales rotes Glühen, staffelte sich und wuchs und wuchs.

Die schwarzgrünen Planken der Wogen gen Osten spiegelten den roten Schein matter wieder.

Kurz darauf trat die Sonne aus ihrem östlichen Tor, eine rote Scheibe voll erhabener Pracht, die ruckweise den Fluten entstieg.

Die Wogenslanken und alle Wogen sprühten und leuchteten blitzend und funkelnd.

Vertrag von Versailles hat uns ein Hunderttau­send-Mann-Heer zuerkantnt, mit Papptanks und mit Ofenröhren, die die Haubitzen im Manöver er­setzen müssen. Das Volksheer blieb uns versagt, das alle Kontinentländer ihr eigen nennen. Diese uns zugebilligte Wehrkraft hat das Existenzmini­mum unterschritten. Darüber belehrt uns ein Wick auf die anderen, hochgerüsteten Nationen. Nicht minder die Selbstbesinnung über unsere grenzland­politische Lage. Sie hat sich gegenüber der Vor­kriegs,zeit außerordentlich verschlechtert. Wir sind ein Land mit blutenden Grenzen, dessen Wehrhaf­tigkeit dadurch noch gelitten hat, daß die Grenz­gebiete Deutschlands zugleich Wirtschaftsfriedhöfe geworden sind (unnatürliche Grenzziehung, Schwä­chung der Landwirtschaft, Entblößung von Kapital, Rückgang industrieller Unternehmungen wie in Ost­preußen und in Aachen, die sächsische Industrie möglicherweise unter dem Fernfeuer tschechischer Geschütze).

Da man uns derartig niederhält, ha die aDe- ren nicht abrüsten, obwohl sie es feierlich in Ver­sailles versprachen, klafft in der Verteidigungsmög­lichkeit unseres Landes ein ungeheures Minus und Defizit. Zumal da der Völkerbund sich mehr und mehr entwertet.

Es ist darum begreiflich, daß der Wehrwillen des Volkes sich neue Zugänge sucht. Aus dem Zwang der Gegebenheiten und aus dem Lebens­willen des Volkes heraus. Man soll daraus nicht den Willen zu einer aggressiven Machtentfaltung ableiten. Wir würden gegen eine solche Einstellung uns auf das schärfste verwahren. Vielmehr wird in und mit diesen Strebungen die völlig unentbehr­liche Erziehung zum Ethos aufzunehmen sein Das ist unsere Richtung, und wir denken nicht daran, auf scharfe Unterscheidungen zu verzichten. Indem wir so den Sinn der Wehrhaftigkeit gegen alle Verfälschungen schützen, sehen wir in ihr noch an­dere Früchte reifen. Die mit der Wehrhaftigkei: verburchene Werte wie Kameradschaftlichkeit und Opserbereitschaft, Disziplin und Ordnungsliebe, kör­perliche und seelische Ertüchtigung die Spannkraft und Energie des Volkstums steigern. Volkstum greift noch tiefer als Staatlichkeit.

Don diesem Gesichtspunkt aus verdient die neue Belebung des Wehrwillens eine ernste Würdigung.

Man kann sich grundsätzlich auf den Boden des Erlasses über das Reichskuratorium für Jugend-

Von der Schlacht war nichts mehr zu sehen, wie sehr er auch in die Nacht hinausstarrte.

Nur ein schwaches Klopfen und Grollen drang noch metallisch und ruhelos herüber.

Da und dort um ihn stiegen aus den Wassern noch immer schrille Schreie und Rufe in das Dunkel, stiegen und kehrten in unregelmäßigen Zwischenräumen immer

Zeiten der Gefahr Pflicht und Ehre. Dabei halten wir den Grundgedanken einer Verständigung der Völker und eines ehrlichen Friedenswillens ener­gisch fest. Wir wollen keinerlei Erziehung zum unvermeidlichen Krieg. Der Friedensgedanke ist uns ein hohes nationales Gut.

2. Die Mitarbeit an den Zwecken der Aus­bildung der Jugend muß in Einklang gebracht werden mit außenpolitischen Mindesterfordernissen.

3. Der Spielplatz und die Geländeübung darf nicht zur Domäne einer aufgezwungenen Gesin- nnnospflege gemacht werden.

4. Die staatlichen Erziehungseinrichtungen (Werk­lager, Kurse. Arbeitsdienst) dürfen gegenüber den verbandlichen Einrichtungen keine Bevorzugung empfangen (in der Ausstattung. Einräumung von Vorteilen, Dotierung). Methoden der kalten Ver- reichlichung würden den schärfsten Widerstand aus- löfen.

5. In unserer weltanschaulich gerichteten Ju­gendbewegung darf es kein Ueberwiegen militäri- cher Grundsätze geben, die das Eigenleben di"!er Bewegung so ernennen würden, daß sie praktisch nicht mehr genügend Bewegungsfreiheit besitzt. Das familiäre, das pflegfame, das mütterliche, das geistig gerichtete Element dieser Jugendbewegung kann durch keine staatliche Apparatur und durch keine etatsmäßige Unterstützung ersetzt werden. Ge­meinschaft wächst aus seelischen Heimaten und aus bewußt festaehaltenen Bodenständigkeiten.

6. Die Führerausbildung ist tunlichst den Ver­bänden zu überlassen. Der im Gemeinschaftsver­band stehende Führer vermag stets erfolgreicher als der Techniker und Sportler zu wirken, so ehitzn- haft und suqendfroh dessen Gesinnung auch fein mag. Es spricht viel dafür, daß der Geländesport den Verbänden als selbständiges Betätigungsfeld einaehändigt wird.

7. Die Mitwirkung des Staates bei der Kör- perertüchtiguna hat sich in einer subsidiären Hilfs- stellunq zu vollziehen, weniastens, soweit es sich um oraanisierte Jugend handelt.

8. Die Bestrebungen, die Tätigkeit der Länder in der Jugendpflege restlos abzubauen, sind ab­zulehnen.

9. Der Präsident des Kuratoriums hat nicht das Recht, die Durchführung der Jugendertüchti­gung zu dekretieren. Den Verbänden muß neben dem Recht einer entscheidenden Mitwirkung auch die Möglichkeit gegeben werden, bei einer unab­hängigen Instanz ihre gegenteilige Auffassung gel­tend zu machen. Wird die Iugendertüchtigung die­ser Art zu einer freiwillig ergriffenen Volkssache, in denen die Verbände als familiäre Zellen zur vollen Bewegungsfreiheit kommen, so können in unserer Jugend Ziele und Zwecke erreicht werden, die weit über den Gedanken einer Mitwirkung bei der Landesverteidigung hinausgehen und der Ju­gend eine gestraffte seelische Haltung und eine tiefe Vaterlandsliebe einhändigen, die gleichzeitig ein praktisches Bekenntnis zur Volksgemeinschaft be­deuten und davon abfehen, das Prädikat national nur bestimmten Gruppen zuzuerkennen.

Das sind einige Umrisse, die positiv besahen, die gleichzeitig darauf Hinweisen, daß vorhandene Kraftquellen nicht eingedämmt werden dürfen. Auch hier muß der autoritäre Staat an die Grenzen seiner Wirksamkeit und an die Notwendigkeit eines volkhaften Unterbaues erinnert werden.

Das Meer blitzte in seinem taufendijährigen Ge­schmeide.

Bill Merry atmete entzückt den warmen Schein. Er legte den Kopf zurück und ließ sich die Sonne ins Gesicht scheinen, lieber eine Stunde lag er so halb schlafend.

Von einer Überkommenden See wachte er auf.

Er rief nach seinen Gefährten.

Wie er auf die Höhe der nächsten Woge kam, sah er in den nächsten Wellentälern Matrosen und ganz vorn auch Dudley und Jackson. Teilnahmslos und auch scheinbar vor Erschöpfung schlafend trieben sie.

So schwamm er zu ihnen hinüber und ries sie an.

Sie erwachten aus ihrer Betäubung und blickten ihn erkennend an.

„Wo sind die anderen . . •?" fragte er.

„Dies sind alle, die wir gesehen haben", sagten sie und wiesen auf die verstreut Schwimmenden, die zu einigen Dutzenden da und dort in den Wogen hingen. Mehrere waren schon ertrunken. Sie schwammen au- dem Bauche, mit dem Rücken nach oben, der von der Korkweste hochgehalten wurde. Kopf und Beine hingen

den Augen starrten sie möwen.

Eine Raubmöwe stieß Aber er vermochte noch,

ertüchtigunq stellen. Die primitivsten Interessen der Landesverteidigung fordern die Heranbildung einer körperlich leistungsfähigen Generation. Aber es wäre nach Auffassung vieler, die innerlich mitar- Iieiten, richtiger gewesen, diese 2tngelegenheit. die volkspolitisch von ganz großer Tragweite ist, vor ihrer Veröffentlichung vorzuklären und nortuberei­ten. Wie der Erlaß hervorhebt, besteht bereits ein blühendes Derbandswesen, das gesunde Vorausset­zungen für körperlich und seelische Ertüchtigung bietet. Viele dieser Verbände tragen einen Eigen­wert, Aufgaben und Ziele in sich, für welche keine Staatlichkeit von sich aus Ersatzwerte zu geben ver­mag. Liegt doch gerade in unfern, d. h. von un- erer Weltanschauung getragenen Jugendverbän­den ein geschlossenes Erziehungsideal vor, das auf ein grundsätzlich sehr festes Fundament, ebenso auf eine langjährige jugend-psychologische und pädago­gische Erfahrung zurücksieht. In diesen Verbän­den wird ein starkes deutsches Volkstum entwickelt, das neben anderen wertvollen Zielstellungen ge­rade in der Grenzlandpflege, aber auch in den Be­ziehungen zum Auslandsdeutschtum, in der Nach­kriegszeit eine besonders nationale Note gewon­nen hat. Diese Verbände empfangen (wie man weiß), ihre letzte Bestimmung vom Religiösen her. In unserer harmonisierenden Auffassung läßt sich dieser Ausgangspunkt mit staatlichen Bedürfnis­sen und Erfordernissen durchaus und fruchtbar ver­binden.

Wenn allerdings kurzsichtige Strömungen unse­rer Zeit dahin gehen, alle Jugendarbeit letztlich und schließlich von bestimmter Staatsgesinnung (praktisch gleich Regierungsgesinnung) geleitet zu wissen, so würde der Nero der bekenntnismäßigen Jugenderziehung in seiner Existenz getroffen. Die Achse dieser Jugendarbeit würde verlagert. Es gibt in der Tat Bestrebungen, solche Ideen auf die Erziehung der Jugend anzuwenden, die die Selbständigkeit der weltanschaulich formierten Ver­bände in ihrem Kern antasten. Wenn, wie ein westdeutsches Blatt richtig bemerkte, ganz sümma- risch „für die Gesamtheit", für „den" Staat, für „die" Nation erzogen werden soll, so bestehen ge­wisse Gefahren, daß die Ertüchtigung der Jugend in nationalistische Bahnen geht. Das Ziel einer solchen integralen Staatserziehung wird noch be-

erwehrten und zur gegenseitigen Hilfe eng auf Haufen schwammen. Soweit sie es noch konnten.

Die Raubmöwen bohrten zuletzt ihre Schnäbel in

Granatsplitter her hatte. Mit dem Kopf fiel der junge Mensch in die Fluten, den Rucken nach oben. Sofort fielen die Raubmöwen über ihn her. —

Soziales.

— Forderungen der Ersahkassen. Der Verband k a u f m ä n n i s ch e r Be r u f s k r a n k e n k a s f e n (Er­satzkassen) e. V bedauert in einer Entschließung lebhaft, daß den Krankenkassen die Erhebung der Abgabe zur Arbeitslosenhilfe unter geringfügigster, völlig unzulang, licher Einzugsvergütung aufgetragen wurde. Dadurch und durch den ebenfalls den Krankenkassen obliegenden Einzug der Arbeitslosenversicherungsbeiträge ist den Er­satzkassen eine umfangreiche und in noch höherem Maße als den gesetzlichen Kassen kostspielige Berwaltungs- arbeit auferlegt, die mit den Zwecken und Ausgaben der Krankenversicherung überhaupt nichts zu tun hat.

)er Wehrgedanke und Wehrsport |

Eine ernste Auseinand ersetzung.

Don Universitätsprofessor Dr. Georg Schreiber.

drei Uhr.

Ein lichter grüner Streifen breitete sich Horizont aus. Eine blasse Dämmerung lag Wogen, die nicht mehr so hoch gingen.

Er blickte um sich, sah aber niemanden.

Das Gefühl einer grenzenlosen Ohnmacht famkeit überfiel ihn.

schlagen. Kreischend flog

Gegen Mittag erroegte ihn der Todesschrei eines Ma­trosen, der eine unverbundene Brustwunde von einem

„ü.u ins Wasser.

Ihre nassen Rücken dampften in der heißen Sonne.

Bill Merry wandte sich von dem traurigen Un­

denklicher, wenn man es den Ausführungen jener Theoretiker zusammenhält, denen die Reichs­wehr Kern und Stern der Staatlichkeit ist. Wie Hans Zehrer unlängst schrieb: „Wie haben diese handlungsfähige Gewalt in Deutschland nur in der Koalition zwischen auctoritas und potestas erblicken können, d. h. in dem Bündnis zwischen Reichs­präsident, Reichswehr und Bürokratie, soweit es noch nicht zersetzt ist. Die Reichswehr als selb­ständiger, neutraler und traüitionsverdundener Faktor entspricht heute am meisten dem Charakter einer unabhängigen Elite des Staates, die dem Pluralismus des totalen Staates nicht verflochten ist und bereits einen Standpunkt außerhalb dieses Chaos besitzt, immer gekennzeichnet durch eine ge­wisse kühle Fremdheit zwischen dem totalen Staat von Weimar und ihr selber. Das durch den Ver­sailler Vertrag bedingte Erziehungssystem der Ar­mee hat diesen Elitecharakter noch stärker heraus- qearbeitet. Ihre Partei- wie interessenpolitische Neutralität stempeln sie von vornherein zu einem außenpolitischen Faktor, der dem totalen Staat nicht verflochten ist, sondern über eine eigene und andere Staatsidee verfügt" (Der Umbau des Staa­tes, S. 449), ebenso bedenklich sind die Ausführun- gen der „Köln. Zeitung", die nur die „Zersplitte­rung" der sportlichen Verbände sieht, nicht aber Ei­gengehalt und Eigenart der weltanschaulichen La­gerung, die außerdem dahin drängt, daß Turnen. Sport und Spiel nicht nur zu einer „Hochschule des Willens, sondern auch der Gesinnung werden.

Gleichzeitig äußern sich auch Bestrebungen, zwei Gruppen von Jugendoerdänden zu unterscheiden: 1. Bünde, die mehr oder minder eine priviligierte Stellung beanspruchen; 2. andere Verbände, die zweitklassig geführt werden. Zudem machen sich bei Vertretern hündischen Denkens noch andere Auffassungen geltend, die schärfsten Widerspruch auslösen müssen, so, wenn Kleo Pleyer in feinen Darlegungen über das hündische Aufgebot schreibt: „Nach hündischem Wehrwillen soll die ganze Volks­fugend soldatischen Zuchtühunqen unterworfen und wägend eines ArbeitsdienstfaHres hündisch gestrafft werden. Deutschland muß geistig und körperlich aufrüsten, wenn es gegen die waffenstarrende feindselige Welt bestehen soll. Im hündischen Deutschland soll ein Volk von Soldaten leben. Jeder Deutsche soll das Recht und die Pflicht zum Wehrdienst haben." („Blut und Boden", Heft 9, S. 392).

Nach allem ergeben sich meines Erachtens fol­gende Gesichtspunkte:

1. Die Würde und das Lebensrecht unseres Volkes ist uns heilig und feine Verteidigung in

blick ab.

Die Sonne taute die Ueberlebenben in feiner Nahe bald auf. Sie hielten sich zusammen und erörterten d>e Aussichten einer Rettung. Die Mehrzahl zweifelte daran. Sie beneideten ihre glücklicheren Kameraden, die schon während der Schlacht gefallen waren.

„Und bis die Flugzeuge uns suchen, haben uns längst die Haifische gefreßen", sagte einer tonlos.

mehr wehrten.

Die Leute bissen die Zähne zusammen. Mit flackern- nach den gefräßigen Raub-

Die Mitglieder des neu ernannten ungarischen Kabinetts Gombös.

die sich allesamt den Magnaten (Großgrundbesitzern) zurechnen, nach ihrem feierlichen Empfang durch den Reichsverweser Horthy. Sitzend von links nach rechts: Kerefztes Fischer (Inneres), Julius von Gombös (Ministerpräsident und Landesverteidigung), Andreas Puky (Aeußeres), stehend von links nach rechts: Dr. Fabinyi (Handel), Bela von Jmredy (Finanzen), Balint Homan (Kultus), N. La­zar (Justiz),' N. Kallay (Landwirtschaft). _______________________________

.Haifische . . fragte Bitt Merry erschreckt.

Das Gesicht desselben Matrosen überflog ein laut­loses, irres Lachen.

Er sagte: .

„Letzte Nacht haben so viele geschrien. Das waren sicher Haie. Einmal sah ich zwei ganz in meiner Nähe."

Die anderen bestätigten schreckensbleich: „Ja, Haie sind da ganz gewiß--"

Die Sonne stieg höher und mit ihr die Hitze.

Bill Merry schwanden zeitweise vor Erschöpfung und Hunger die Sinne. Die blauen Flanken der langgezoge­nen Wogen und das Gleißen der Sonne betäubten ihn.

Aus dem bleiernen Treiben weckten ihn die Rufe der Matrosen auf. Sie litten namenlos unter der Hitze.

„Dürft . . .1 Durst . . .!" schrie und erklang es überall.

Bill Merry zerriß es das Herz. Denn niemand war.

ser Gedanke der Völkerfamilie und der Dölker- rbundenheit ist nicht eine blasse Völkerbundidee. ff( entspricht vielmehr der Tatsache von der Ein-

und wesenhaften Gleichheit alles dessen, was Menschenantlitz trägt, er ist mystisch umleuchtet, als «enttalgedanke ins Christentum eingegangen. Er muß selbst ein Leitsatz des politischen Denkens sein, -rür uns sind Politik und Ethos untrennbar. Ader niemand kann leugnen, daß der Gedanke der Völ- Urgemeinschaft in der Ebene der Wirklichkeiten heute auf das schwerste erschüttert ist. Bis auf die frähne bewaffnet, stehen sich inmitten eines hauch­dünnen Paneuropäismus die Staaten feindlich ge- «enüber. Sie suchen trotz aller Friedensversiche-. rungen ihr Heil in der Waffenrüstung. Sie säen dadurch jenes Mißtrauen, das morgen zu einem erneuten Krieg und damit zu einer Schicksalstra- gödie der Menschheit von unerhörtem Ausmaß führen kann.

Inmitten dieses verhängnisvollen Festhaltens an der Kriegsriistung steht Deutschland in einer aanz unzulänglichen Waffenrüstung fast wehrlos ha. Das ist eine offene Wunde. „Nach dem Na­tur- und Völkerrecht haben die Völker gleiches Recht, hat also auch das Deutsche Reich das Recht gegen einen blutigen Ueberfall gesichert zu sein" (Kardinal Faulhaber.) Somit wird unter Umstän­den das Recht der bewaffneten Abwehr in Erschei­nung treten dürfen und müssen. Hierbei ist aller­dings Voraussetzung, daß alle anderen Wege, den Feind davon abzuhalten, daß er eindringt, versagt haben, daß also die bewaffnete Abwehr und Ver­teidigung des Landes als äußerstes und letztes Mittel der Not auftritt.

Schrittleiter: Dr. obtl Johannes Rramer. Verantwortlich für die Anzeigen: Direktor der Fuldaer Aetiendruckerei I. Parze Iler.

wen« Schmerzen . . . Togal. Ein prompt wirken- des, schmerzstillendes Mittel ist Togal. Gliederschmerzen, gichtische, rheumatische und nervöse Schmerzen, Kopf- und Zahnschmerzen werden nach vorliegenden Urteilen mit Togal-Tabletten erfolgreich bekämpft. Nicht weniger als 6000 Aerzte, darunter viele namhafte Professoren, doku­mentieren laut notarieller Bestätigung die gute Wirkung des Togal.__

Er sah ohne Entsetzen, mit leeren Augen auf dieses Bild.

Dann tastete er unter Wasser an feinen starren ©lie­bem. Sie waren gefühllos und brannten und froren nicht einmal mehr.

Unter der Korkweste allerdings brannte die vom Salzwasser verlangte Haut bis zum Halse herauf wie glühendes Feuer, das ihm noch mehr die Kehle dörrte. Er hätte schreien mögen vor Dual des Durstes. Er überwand sich und netzte feine Hand mit Salzwasser.

Aber er spie die salzige Sauge sofort wieder aus.

Das konnte kein Mensch trinken!

Die steile Mittagssonne zerstach ihm Haupt und Ge­sicht mit ihren ■ feurigen Pfeilen.

Er neigte fein Gesicht inmitten der stummen Ge­fährten auf das Wasser, um dem Brand zu entgehen.

Nach einiger Zeit unterließ er es. Denn nun schwoll und brannte ihm der salzbespülte Nacken. Alle Nerven im Gesicht taten ihm weh. Die Haut bekam Blasen. Die Augen schwollen zu und blickten klein und trübe in den barmherzigen Glast des glasigen Wassers.

Heber den niedrigen Kamm einer Woge tauchte ein neuer Gefährte auf. Er war mit einem anderen Ge­fährten verknüpft durch ein dickes Tau. Dieser andere Gefährte sah aus wie ein Paket aus Gummi. Sie be­wegten sich auf Bill Merry zu.

Der Oberleutnant erkannte zu seinem Erstaunen Oberstabsarzt Kennedy.

Er rief:

„Kennedy . . .! Oberstabsarzt Kennedy!"

Kennedy erkannte den Oberleutnant nicht sofort.

Er hielt schwimmend von der Wogenflanke herab auf ihn zu und fragte: „Ja, wer sind Sie denn. . .?"

„Oberleutnant Merry! Kennen Sie mich nicht mehr?" „Teufel, nun erkenne ich Sie. Sie sehen aber mal mitgenommen aus. Sind wohl auch ins Wasser ge« fallen, was . . ."

Er lachte tatsächlich.

(Fortsetzung folgt.)

„Hehl Wo seid ihr . . . .? Ist da jemand

Aber kein Gegenruf erscholl.

Nur ferner erklangen wieder die gräßlichen Schreie, üte er sich nicht erklären konnte.