Begebenheiten aus aller Welt
der
Die Verbreitung der Kinderlähmung
o. R.
homa
Nußboumgehöuse
Erhältlich in Fod>geschdften|
DANZIG
ENDE 138
Fortsetzung
Copyright 1932, by D
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Wer vergleicht, findet -Mende 138 unerreicht!
daß
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VERRAT-----
AN WOLTMANN
-
1
blindgeschossen worden?
Und wie die Zunge im Gaumen brannte! Trinken — nur trinken!
Ich mir
Stroh — und das Rütteln! Sein Denken wurde klarer. Er lag auf einem Wagen der mit Stroh bedeckt war.
Er war gefangen!
Und die Augen gingen noch immer nicht auf.
Langsam fühlte er mit der Hand nach seinem Kopf. Ah, jetzt verstand er, warum er die Augen nicht öffnen konnte. Er hatte einen Verband um den Kopf.
Ein fürchterlicher Gedanke zerriß sein Inneres. War
Hydro, die sich bas Verfahren in der ganzen Welt patentieren ließ, unternimmt zur Zeit groß angelegte Versuche in der Provinz Telemark.
Woltmann versuchte es. Und wahrhaftig, es gelang. Er mußte sich zwar am Bettrand stützen, aber er blieb sitzen. Sein Selbstvertrauen wuchs schnell. Der Doktor preßte ihm einen großen Wattebausch, den er erst in eine rote Flüssigkeit getaucht hatte, auf den Kopf.
„Ich muß den Teil des Verbandes auflösen, der an Ihrer Wunde festgeklebt ist. Das wird ein paar Augenblicke dauern."
Die Kälte der feuchten Watte tat Woltmann wohl.
Nach etwa einer Minute zog der Doktor die durchschnittenen und nun aufgeweichten Verbandteile ab.
»Nicht zucken, auch wenn ein paar Haare mitgehen."
Der Doktor sprach wie zu einem Kind. Woltmann mußte lächeln, obwohl wirklich ein paar Haare mitgingen.
Dann nahm der Doktor eine Schere und schnitt ganze Bündel aus seinem Haar heraus.
„Ich weiß es eigentlich nicht. Ich weiß nur, ich mich gestern viel schlechter gefühlt habe."
„Das ist jedenfalls ein gutes Zeichen. Können sich aufsetzen?"
Von 100000 Einwohner sind erkrankt:
1 bis unter 6
Eines andern Pein empfinden, heißet nicht barmherzig sein,
Recht barmherzig sein will heißen: wenden eines andern Pein.
Friedrich von Logau.
Langsam begriff er seine Sage. Aus den Worten entnahm er, daß der Doktor erwartet wurde.
Und wie ein Blitz schoß es durch seinen Kopf.
„Du verstehst nicht russisch. Kein Wort! Hörst du?"
Er gab sich selbst den Befehl, so energisch wie er nur konnte. Dann kam der Doktor. Der verlangte eine Schere und schnitt den Verband auf. Ah jetzt konnte er die Augen wieder öffnen. Er mußte sie aber gleich wieder schließen weil das Licht zu stark war. Erst beim dritten Versuch konnte er sie offen lassen. Alle Gegenstände schienen nun aus weiter Ferne auf ihn zuzukommen bis sie endlich in ihrem richtigen Verhältnis vor ihm standen. Und von seiner Brust löste sich eine Last: Er war nicht blind!
Vor ihm stand der russische Arzt in der erdfarbigen Uniform und betrachtete ihn neugierig.
„Na, wie geht's denn?"
sind sämtliche Probleme des Zweikreisers beiMende 138 gelöst, dem Fernempfänger, von dem om meisten geredet wird. Mende 138 ist auch mit Recht als Schlager bezeichnet worden; denn er kann genug, um jeden zufriedenzustellen und bietet die Garantie, daß an jedem Empfangsort eine ausreichende Trennschärfe vorhanden ist, so daß man mit dem Mende 138 nicht bloß heute, sondern auch in Zukunft gut fahren wird.
Prüfungsbericht des „Berliner Lokalanzeiger**
Woltmann zwang sich zu einem Lächeln.
„Sie kennen ja Wien, Herr Doktor. Unsere Familie hatte, wie viele andere, ein tschechisches Dienstmädchen. 1 Und von der habe ich etwas Tschechisch gelernt."
(Fortsetzung folgt.)
Erkrankungen an Kinderlähmung vom 31. Juli bis 24. Sept 1932
Groener, Miliz und kant.
In Berlin sprach Reichswehrminister a. D. Groener über „aktuelle Wehrfragen". Er nahm in einer Versammlung zu -em Abrüstungsmemo- randum der Reichsregierung Stellung, dessen Forderungen auch von ihm seit langem vertreten wor- den seien. Deutschland müsse in die Lage versetzt werden, seine Grenzen zu verteidigen.
Hierfür sei nicht so sehr die Zahl und Art der Waffen, sondern vor allem eine Aen-erung des Wehrsystems entscheidend. Deutschlands gegenwärtige Reichswehr sei trotz hervorragender Leistungen nicht in der Lage, allen Aufgaben des Landes- und Grenzschutzes gerecht zu werden. Notwendig fei, eine auf allgemeiner Wehrpflicht beruhende Miliz mit kurzer Ausbildungszeit, insbesondere in den Grenzgebieten, neben die Reichswehr zu schalten. Die Dienstzeit der Reichswehr müsse herabgesetzt werden. Dadurch würden auch genügend Mittel frei, um die Aenderung des Wehrsystems ohne allzu hohe Mehrkosten durchzuführen. Diese Forderungen bedeuten keine Aufrüstung, sondern lediglich die Herstellung der einfachsten Voraussetzungen der Landesverteidigung.
Aorderuvgen des Hotelgewerbes.
Der Reichsverband der Deutschen Hotels tagt in Berlin.
Sie Notlage des deutschen Hotelgewerbes hat den Reichsoerband der Deutschen Hotels, Restaurants und verwandter Betriebe E. V. dazu veranlaßt, Richtlinien eines Hilfsprogramms für die deutsche Hotelwirtschaft aufzustellen, die den zuständigen Reichs- und Staatsbehörden vorgelegt wurden.
In einer Pressekonferenz schilderte Verbandsdirektor Dr. Knapmann an Hand von Zahlenmaterial, wie sehr sich die Verhältnisse im Hotelgewerbe verschlechtert haben. Die Umsätze gegenüber dem Vorjahre sind im Jahre 1930 in der Hotelwirtschaft um durchschnittlich 20 bis 25 Proz. zurückgeblieben und weisen gegenüber 1919 einen Rückgang um nicht weniger, als 52 Prozent aus. Die Hauptaufgabe des Hilfsprogramms läge darin, die außerordentlich hohen Abgaben an die öffentliche Hand einzu- dammen. Das Hotelgewerbe verlange vor allem, von den drückenden Sonderfteuern, wie Hauszins-, Grund- und Getrönkefteuer entlastet zu werden. Während im Jahre 1929 auf die Uebernachtung eine Gesamtsteuerlast von 1.69 Mk. entfiel, ist diese ini Jahre 1932 auf 2.54 Mk. gestiegen.
Dr. Schick-Berlin verlangte ebenfalls eine Revision jener Steuern, die den Charakter einer Sonderbelastung für das Hotelgewerbe tragen, lehnte aber ausdrücklich den Gedanken einer Subventionspolitik ab. Die Notverordnung werde dem Hotelgewerbe kaum eine Ent- laftung bringen, und das System der Steuergutfcheine sei für dieses wegen der besonders gelagerten Verhältnisse von sehr fragwürdigem Wert.
Auf der Tagung des Reichsverbandes der Deutschen Hotels E. V. wurde eine Entschließung angenommen, in der die einzelnen Punkte des H i l f s p r o -
Mende 138 .... RM 138.
, E'ne verkaufszentrale für gestohlene Kraftwagen aufgedeckt. Wegen umfangreicher Schiebungen mit qe= stohwnen Kraftwagen wurden in B e r li n ein 45jähriaer Kaufmann namens Rindfleisch und ein früherer Kellner festgenommen. Ein dritter Beteiligter ist geflüchtet Alle drei haben gemeinsam gestohlene Wagen in einer -ffierfftatt umgeändert und bann verkauft. Nach ben bisherigen Ermittlungen ber Polizei sind 2 0 0 W a- 9e "durch d'ese „Werkstatt" gegangen. Bisher konn- "" 40 Wagen beschlagnahmt werden, davon in Hamburg unb Leipzig je 12. Auch in Magbeburg haben bie Sauner versucht, gestohlene ®mqen an ben Mann zu Ttngen. ' 0
gramms für die deutsche Hotelwirtschaft niedergelegt sind. Es wird darin neben Erleichterungen au steuerlichem Gebiet eine Regelung des Real- k r e d i t s gefordert. Der Reichsverband erblicke dieselbe in einer freiwilligen, individuellen Zinssenkung durch Errichtung von G ü t e st e l l e n.
Woltmann schaute ihn verblüfft an. Der Arzt lachte.
„Was, da schauen Sie! Aber das ist bei uns nicht selten. Viele unsere Aerzte studieren im Ausland habe in Wien und Berlin studiert. Aber sagen Sie doch, wie Sie sich fühlen?"
„Vorgestern habe ich Ihnen nur einen Notverband anlegen können, aber heute möchte ich doch sehen, wie Ihre Wunde ausschaut."
Er arbeitete eine Zeitlang mit Wattetupfern unb Schere daran herum. Dann lachte er auf.
»Das ist eine der komischsten Wunden, die ich je gesehen habe! Die Kugel ist hinter dem Haaransatz herein, dann am Schädelknochen abgeglitten und zwischen Haut und Bein weitergelaufen und hinten wieder herausgefahren. Praktisch gesprochen ist Ihnen nicht mehr passiert, als wenn Ihnen jemand mit einem Prügel einen Hieb über den Schädel gegeben hätte."
Woltmann atmete auf.
„Gefahr besteht keine, und wenn Sie nicht wollen, dann brauchen Sie nicht ins Bett zurück. Der Knochen ist nicht beschädigt. Zumindestens kann ich keine Beschädigung feststellen. Vielleicht, daß die Kugel ein paar Splitterchen losgerissen hat. Aber die kommen bann rvohl von selbst zum Vorschein. Sie werben noch ein paar Tage Kopfschmerzen haben, unb bann ist die Sache vorüber."
Der Doktor legte ihm einen Verband an, ber ihm aber die Augen nur freiließ. Dann befahl er ihm, im Zimmer herumzugehen. Auch bies gelang ganz gut.
Befriebigt wollte ber Arzt weggehen, ba flüsterte einer ber beiben Wärter ihm einige Worte zu. Eine kurzes Zwiegespräch folgte; dann drehte sich ber Doktor scharf auf ben Fersen um unb fragte Woltmann plötzlich in geänbertem Ton:
»Mi goworite po Russky?" — (Sprechen Sie russisch?)
Woltmann hatte bie Geistesgegenwart, ein erstauntes Gesicht zu machen und zu fragen: „Was meinen Sie, Herr Doktor?"
„Ob Sie russisch sprechen? Der Wärter sagte mir, daß Sie gestern am Wagen Wasser verlangt unb dabei j das Wort „Woda" gebraucht haben."
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Groener bekannte sich zu den Gedankengängen von Immanuel Kants „Traktat zumewigen Frieden" und beklagte, daß heute, weit über 100 Jahre nach Kant, mehr denn je eine große Kluft zwischen diesen idealen Zielen und den harten Realitäten klaffe. Die Aufgabe, Deutschlands Wehmotwendigkeiten durchzusetzen, liege bei
„Harzburg- unter sich.
Die Düsseldorfer Deutschnationalen halten eine Versammlung unter dem aufreizenden Stichwort „Nazi et- mache. — Großes Saalgefecht. — Zwei Schwerverletzte. Ein Teilnehmer von der Galerie in den Saal geworfen.
Die DN. wollten am Freitagabend im Kaifersaal der Tonhalle in Düsseldorf eine Wahlversammlung veranstalten, in der Referendar Dr. Givelius über das Thema „Nazi erwache" sprechen sollte. Gleich zu Beginn der Versammlung wurde der Versammlungsleiter durch laute Zurufe unterbrochen, die ihn zwangen, die nationalsozialistischen Zwischenrufer durch den »Saalschutz entfernen zu lassen. Hieraus entstand ein u n- geheurer Tumult. Stühle flogen durch die Luft und es kam zu einer ausgedehnten Schlägerei. Als die Nationalsozialisten das Horst Wessellied anftimmten, fpielte die Kapelle das Deutschlandlied. Inzwischen war ein starkes Schupo-Aufgebot im Saale erschienen, bas mit bem Gummiknüppel ben Saal räumte. Vorher wa- . ren im Saal schon Schüsse gefallen burch bie ein junger Mann schwer verletzt würbe. Auf ber Straße setzten sich bie Kunbgedungen ber Nationalsozialisten fort.' I
®ie zu ber aufgelösten beutfdjnationaten Versammlung m ber Tonhalle ergänzenb mitgeteilt wirb, würben Zwei Versammlungsteilnehmer schwer verletzt unb mußten dem Krankenhaus zugeführt werben. Daneben sind» mehrere Leichtverletzte zu verzeichnen. Ein weiterer Versammlungsteilnehmer, ber von ber Galerie aus in ben Saal schießen wollte, würbe entwaffnet unb im Verlaufe bes Hanbgemenges über bie Brüstung in ben Saal geworfen. Mehrere schwarz-weiß- r o t e Fahnen würben abgerissen. Ein Nationalsozialist, ber eine schwarz-weiß-rote Fahne entweichet hatte, würbe verhaftet.
Gefangen.
Was war bas nur für ein Rütteln? Unb wie ber Kopf schmerzte unb brannte!
Woltmann wußte nicht, was mit ihm geschehen war. Wo war er eigentlich? Unb warum waren seine Augenliber so schwer? So gern hätte er bie Augenliber geöffnet unb konnte es nicht.
Unb um ben Kopf, ba lag es wie ein heißer Ring.
Ja wirklich, wo war er denn nur? Noch immer in ber Eisenbahn? Jetzt wußte er wenigstens etwas . . . nämlich, bah er einmal in ber Eisenbahn gefahren war. Vor langer Zeit! Vor wie lange, wußte er nicht. Aber die hatte boch nicht so gerüttelt.
Langsam stellten sich anbere Bilder ein. Ein Pferb, Uniformen, eine Schwabron. Ein Ritt auf Leben unb Tob!
Dh> wie ber Kopf schmerzte. Unb nun erinnerte er sich- Er war ja österreichischer Offizier.
Was für ein Unsinn! Wie kann jemanb Bankbeamter unb Offizier zugleich fein? Ja, doch! Er war Hufaren- osfizier. Und plötzlich, wie die Sonne durch schwarze Wolken, brach ein Bild durch.
Herma! Seine Herma!
Dann rangen sich neue Bilder durch die brennende Pein im Kops. Sie reihten sich aneinander bis zu dem letzten tollen Ritt über die Lichtung.
Was war doch mit seinem Pferd geschehen? Das arme, treue Tier!
Aber wo war er denn nun? Seine Hand krampfte sich zusammen. Was sie faßte, war Stroh. Er lag auf
Er wollte um Wasser schreien. Da erinnerte er sich, daß Wasser auf russisch „Woda" hieß.
Er brüllte das Wort heraus.
So laut er konnte. Mehrmals!
. Der russische Sanitätssoldat, der neben ihm saß, sah, daß er die Lippen bewegte und beugte sich herunter. Er hatte Mühe zu verstehen, was der verwundete Oester- reicher da sagte. So leise hauchte dieser das Wort „Woda" heraus.
Dann setzte er ihm bie Feldflasche an ben Mund.
Woltmann tat ein paar tiefe Züge daraus, drehte sich mit Mühe auf die Seite, krümmte die Knie zum Leib und schlief ein.
Am Tage vorher hatte er den Schuß empfangen. Heute war er gleich wieder in tiefen Schlaf gefallen.
Als er wieder aufwachte, war es Vormittag des nächsten Tages, und feine. Gedanken waren beinahe ganz klar. Er lag auf feinem Bett.
Wo — das wußte er nicht. Die Augen konnte er nicht öffnen, da ber Verbanb noch um feinen Kopf lag. Um sich herum hörte er russische Worte.
Politik. Don der Klugheit der Staatswam werde das Gelingen abhängen.
Folge einer Reifenpanne.
Zwei Spaziergänger von einem Auto getötet.
Infolge Platzens eines Reifens geriet am Donnerstagnachmittag bet 6 d) ro e r t e auf ber etwas abschüssigen Iserlohner Straße ein Kölner Personenauto ins Schleu- bern unb r t ßzw e i Spaziergänger, ben 25jähri- gen Heinrich Ferber unb den Schneidermeister Johann Grundlach um. Während Ferber sofort t o t war, ist Grundlach kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus feinen schweren Verletzungen erlegen. Das Auto, das mit großer Geschwindigkeit die Böschung hinunter zur Ruhr fuhr, blieb kurz vor dem Fluß schwer beschädigt liegen. Die Insassen des Kraftwagens kamen mit dem Schrecken davon.
Autoritär!
Eine zeitgemäße Erinnerung. . W
Wir haben oft in kritischen Auseinandersetzung».? mit dem Schlagwort von der „autoritären" Staats fuhrung gewarnt, dieses Prinzip im formal-mechä'' Nischen Sinn zu Überspannen und an ein» kümmerlich gescheiterte Tradition wieder anm knüpfen. Diese Tradition wird für einen Augen?-- blick in einer Erinnerung lebendig, die wir der „V o s s i s ch e n Zeitung" nach einer Ver.4 öffentlichung von Heinrich Otto Meisner in ben! Preußischen Jahrbüchern entnehmen. Es handelt sich um einige Dokumente des Geheimen Zivst. kabinetts, die — int Jahre 1895 — den Rücktritt des Innenministers von Koeller betreffen. grober Vertrauensbruch dieses Ministers gab den, Kabinett die Veranlasiung, einmütig besten Rücktritt zu fordern, was Wilhelm II. als einen unerhörten Eingriff in feine Prärogrative empfand. Der Kaiser gab seinen diesbezüglichen Empfindi-y- ! gen in folgender Depesche Ausdruck:
„Der Fall ist in der preußischen Geschichte unerhört, 1 Geht er ungerügt durch, ist damit ein sehr gefäbrli+es« Präzedenz geschaffen, indem jeder beliebige ' Minister, ; obgleich von m i r angestellt durch Staatsminifterialin.1 trige zu den unmöglichsten Momenten an die Luft gp, ■ setzt werden kann .... Die schwere Kränkung, die mir Zugefügt ist, kann formell dadurch erledigt und gesühnt werden, daß das Staatsministerium, dieses einfehend, im Gefühl des dadurch verlorengehenden Vertrauens mich um Verzeihung bittet und pro forma sein Portefeuille zur Verfügung stellt. Ich werde verzeihen und das Ministerium behalten. Mein Vertrauen natürlich ist erschüttert. Aus diese Weise kann wenigstens formell der Krone Genugtuung gegeben werden für die ganz unerhörte Beleidigung, die sie durch bas geradezu repu- 3 blikanische Benehmen ihrer Ratgeber erlitten hat." .1
Dennoch sah sich der Kaiser, dessen Worte be»| kanntlich immer stärker waren als seine Taten, zum i Nachgeben genötigt und Koeller mußte ge - ben. Der „autoritäre" Geist seiner Staatsfüh-1 Ning geht aber noch bester aus einer .seiner be» i rühmten Randbemerkungen hervor, mit der er das ■ vorher vom Handelsminister Frh. von Berlipsch - eingereichte Abschiedsgesuch verweigerte. Sie lautet:
„Das Parlament ist unter allgemeiner , Verachtung des Volkes geschlossen. Es ist völlig unfähig, legislatorisch nach großen Gesichts-M punkten zu arbeiten. Alles ist mit ihm, nicht mit der Regierung, wie es eine gewisse Schnapspresse glau- i ben machen will, unzufrieden. Das einzige Beständige, I wonach das Volk steht, ist der Kaiser und seine Minister ... Ob ich Schritt oder Trab die Staatskarosse j fahren lasse, darüber haben die Insassen sich nicht gegen» > feitig meinen Kops zu zerbrechen."
Ein späteres Abschiedsgesuch des gleichen Mini» sters wird mit der klassischen Randbemerkung ab» ] getan: „Die Achtung des Parlamentes und des Lan. I des spielt anscheinend eine große Rolle! Etwas konstitutionell angekränkelt. Meine Zusrieden. .5 beit genügt unb istwichtigeralsalles j a n ö e r e." Das ist „autoritäre Staatsführung" in ■> Reinkultur. Ihr Ausgang ist bekannt. Es ist der ' Ausgang jeder mechanischen Uebersteigerung eines innerhalb gewisser Grenzen vernünftigen Prinzips, i Die Auffassungen von der „autoritären Staatsfüh 1 rung", die uns heute bisweilen entgegentreten, ha» ben eine fatale Aehnlichkeit mit denen, die aus die- 1 fen Dokumenten sprechen. Die kleine Erinnerung 1 scheint uns deshalb sehr zeitgemäß zu fein.
Unsere Karte gibt einen Ueberblick über das Auftreten und die prozentuale Verbreitung der sio furchtbaren epidemischen Kinderlähmung in den einzelnen deutschen Gebieten während der letzten Wochen. Die größte Häufigkeit weist der Nordosten, vor allem Pommern und die Grenzmark auf. Aber auch Hannover, Bremen und die Altmark sind ziemlich heftig betroffen worden. Dagegen blieben 9te,d,e5 DOn einer epidemischen Ausbreitung der Krankheit verschont ge-
Salpeter aus Uteerroaffet»?
Dos „Morgenbladet" in Oslo meldet daß cs einem jungen norwegischen Chemiker der Norsk Hydro gelungen fei. aus dem Meerwasser Salpeter zu erzeugen, eine Entdeckung, bie nach Meinung bes Blattes eine grundlegende Umwälzung d e r bisherigen Verfahren herbei- zufuhren geeignet fein soll. Ihre Einzelheiten werden geheimgehalten, und auch der Namen des Ent- deckers wird nicht bekanntgegeben. Die Norsk
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