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alter unb auch die in den meisten Pfarreien bestehen­den Borromäusbüchereien sollten katholischen Eltern nicht unbekannt sein. Schließlich sei noch auf die Bü­cherbestände des Volksvereins für das katholische Deutsch­land hingewiesen, dessen Verlagswerke manches gute Kinderbuch enthalten. Auch die Schülerbüchereien sollten mehr als seither von den Kindern benutzt werden, an­dererseits muß aus dem Lande der Sinn für die drin­gende Notwendigkeit von Schülerbibliotheken geweckt werden. Es ist ein offenes Geheimnis, daß manche Orts­schulvorstände das rechte Verständnis dafür noch nicht auszubringen vermögen. Wenn sich nämlich alle an der Erziehung des Kindes Beteiligten sinnvoll bei der Be­kämpfung der Schundliteratur einsetzen, so wird in wenigen Jahren das ungeheuere Kapital, das heute für schlechte und seichte Lektüre buchstäblich zum Fenster hinausgeworfen wird, dem guten Buche Wegbereiter und Helfer sein. Deshalb Eltern, wacht sorgsam über die Lektüre eurer Kinder, sie werden es euch '.n späte­ren Jahren zu danken wissen. Die Leiter unserer Volks­büchereien, ebenso unsere katholischen Pfarrer und Leh­rer werden gerne bereit fein, den Eltern, denen der lle-- berblick und die nötige Erfahrung zum Kauf von Bü­chern fehlt, mit Rat und Tat an die Hand zugehen.

Die Frau im Beruf.

Die weiblichen Angestellten zu den Notverordnungen.

Der Hauptausschuß, Hauptvorstand und Beirat des Verbandes der werblichen Handels- und Büroangestell- ten haben in ihrer gemeinsamen Sitzung am 25. Sep­tember in Magdeburg folgende Entschließung einstim­mig angenommen:

Die Not der stellenlosen Angestellten ist durch die harten Km^mgen der Unterstützung infolge der Not­verordnung der Reichsregierung vom 14. Juni 1932 un­erträglich gesteigert worden. Wir protestieren dagegen, daß bei den hohen Beiträgen zur Arbeitslosen­versicherung der Rechtsanspruch auf Gegenleistung schon nach sechs Wochen von der Hilfsbedürftigkeit ab­hängig gemacht wird. Damit sind die Beiträge des Ver­sicherten zum überwiegenden Teil eine reine Steuer ge­worden, die durch die Abgabe zur Arbeitslosenhilfe noch verstärkt wird.

Der Erfolg der Notverordnungen vom 4. und 5. September 1932 über Steuergutfcheine an die Wirtschaft ist aohängig von der Absatzgelegenheit für eine gestei­gerte Produktion im In- und Ausland. Dem stehen die Zollmauern und die hemmende Politik der Handelsbe­schränkungen entgegen, wie die unsere innere Kaufkraft zerstörende Lohn- und Gehaltspolitik der Re­gierung durch die Notverordnungen. Die Gehälter der Angestellten sind aus einem Tiefstand angelangt, der alle weiteren Kürzungen verbietet. Auch in Tarifverhand­lungen werden, bestärkt durch die amtliche Lohnpolitik, Forderungen der Arbeitgeberverbände gestellt, die je4es Verständnis für Arbeitsleistung und Lebenshaltung ver­missen lassen. Wir müssen verlangen, daß demgegenüber der Schutz des Staates für Lohn und Arbeit bleibt. Das Schlichtungswesen muß wieder hergestellt werden un3 seine Funktion des gerechten Ausgleichs erfüllen.

Schärfsten Protest erheben wir dagegen, daß durch Ermächtigung der Regierung die Möglichkeit gegeben wurde, unbeschränkt Eingriffe in Sozialver­sicherung und Arbeitsrecht vorzunehmen. Wir verlangen Achtung und Betätigungsrecht für die

Für Küche

Das Mamachen von Sauerkraut.

Sauerkraut ist eine prächtige Speise für den Winter, die außerdem einen großen Nährwert besitzt. Viele Hausfrauen halten das Einmachen von Sauerkraut für besonders schwierig. Ganz im Gegenteil. Jede Haus­frau kann sich ihr Sauerkraut mit Leichtigkeit selbst be­reiten. Man schneidet zu diesem Zweck die Krautkäpfe mit dem Hobel in ganz kleine Streifen. Diese preßt man fest mit Hilfe eines Fleifchklopfers in ein irdenes Gefäß oder in ein kleines Weinfaß, das gründlich gereinigt wurde. Auf jede Loge Kraut von 23 Zentimeter kom­men eine Handvoll Salz und einige Wachholderbeeren. Dos Kraut muß aber fo fest eingeftampft werden, daß es Baffer zieht. Ist der Topf auf diese Weise gefüllt, so deckt man einige Weinblätter darauf, auf diese kommt ein reines, weißes Tuch, schließlich ein Brettchen, und zum Schluß ein schwerer Stein, der dos Ganze zusammen­preßt. Dann stellt man den Krautkübel an einen nicht zu warmen, aber frostfreien Ort. Alle acht Tage wird dos weiße Tuch obgewofchen oder durch ein neues ersetzt. In fünf bis acht Wochep, je nach Gröhe des Gefässes, ist das Sauerkraut zum Genuß fertig. Wenn es etwa zu folzig geworden ist, fo genügt ein leichtes Auswaschen in lauwarmem Wasser, um den überschüssigen Salzgehalt zu entfernen. P. Sch.

Aepsel auf bessere Ar».

Von Elly S ch ö n h ö s e r-Frankfurt a. M.

Zu den schönsten Früchten des Herbstes gehören un­zweifelhaft die Aepfel, die, obwohl sie in großen Men­gen verbraucht werden, immer noch zu den Stiefkindern der Küche rechnen, denn was macht schon die Haussrau: Apfelkompott, gebratene Aepsel, Aepfelkiichlein und bann und wann einmal zum Sonntag einen großen Apfel­kuchen, mehr aber im allgemeinen nicht. Schon ist der Apselfahrplan erschöpft, obwohl es eine Fülle wohl­schmeckender Apfelrezepte gibt, von denen nunmehr einige mitgeteilt werden sollen.

Aepsel mit Meerrettich.

Man reibt zwei Apfel mit der Schale und vermischt sie mit ^er gleichen Mena» geriebenen Meerrettich, gibt eine Prise Zucker dazu, einige Tropfen Salatöl und einen Eßlöffel Essig, vermengt das Ganze und läßt es dann eine halbe Stunde ziehen. Zu allen Arten Fleisch, ins­besondere aber zu gekochtem Rindfleisch, wird diese er­frischende Apfelspeise willkommen sein.

Gefüllter Apfel.

Die Aepsel werden geschält übrigens wissen Sie, daß sich Aepsel ohne jeden Fleischverlust schälen lassen, wenn man sie vorher kurze Zeit in heißes Wasser ge­halten hat, vorsichtig ausgehöhlt und mit einem He-

Ilc.

Und fern im Glanze schließet sich Berg an Berg gereiht, und Sobbattstille fließet Im Tale weit und breit.

Emanuel Seibel.

Herbst.

Es will noch einmal blühen der Wald, bevor er starb.

Er prangt in gold'nem Glühen und lächelt purpurfalb.

Attrappen . . .

I- tzon Rosa Hamacher-Boppard am Rhein.

W Der kleine Fritz steht vor einem Schaufenster und M, bewundernd die darin ausgestellten, herrlichen KL Seine Augen weiten sich sichtlich. Ist das eine Mchj und Fülle. Wer von diesem Reichtum nur ein M-iges Päcklein besitzen dürste . . .

| Fritz ist dos Kind kleiner, schlichter, braver Leute, M ihn und seine Geschwister in aller Einfachheit er- E|(n.Schenkt den Buben lieber ein Buch oder sonst Kg$, was dauernden Wert hat" bittet die Mutter, |»tnn die Verwandten und Bekannten den Kindern eine fcrcube machen wollen. Und so ist Schokolade etwas Verhört Gutes, beinahe Unerreichbares in den Augen Knaben.

Da stehen nun in diesem wundervollen Schauienster k riele große und kleine Packungen, eine schöner, wie üt entere, viele in nie gesehener kostbarer Ausstattung, ja, äuge kann sich kaum satt sehen. Fritz beginnt die gestapelte« Päckchen zu zählen, weil er sich noch nicht « diesem Schlaraffenland trennen kann. Das Wasser W ihm im Munde zusammen. Da müßte man ein­mal ^greifen können, so wie reiche Leute es machen.

Beilage zur Fuldaer Zeitung

die viel Geld in der Tasche haben und sich alles zu kau­fen in der Sage sind, was das Herz begehrt.

Fritz hat es im Eifer des Beschauens gar nicht be­merkt, daß von ungefähr ein anderer Junge gekommen ist, der mit feinem Stock an die Ladentür klopft und sagt: Gebt mir bitte eine Schachtel . . ." Erst als im Schau­fenster eine junge Verkäuferin erscheint, die eines der schönen Kästchen herausnimmt, um es dem anderen Jungen durch die Türe zu reichen, da wird er aufmerk­sam. Fritz ist wie betäubt. Das, was ihm eben noch unerreichbar schien, trägt der andere Junge auf dem Arm davon. Es ist ihm gerade fo zu Mut, als fei ein goldener Stern vom Himmel gefallen, den ein anderer glücklicherer Mensch gefunden hat . . . Er muß dem Bub mit der Schachtel nachgehen, etwas unbestimmtes in feinem Innern zwingt ihn dazu.

Der Andere aber, der glückliche Besitzer der köstlichen Schachtel, fetzt sich bald auf eine Bank in den nahen Anlagen und beginnt sie zu zerteilen. Er braucht wohl einige Stückchen festes Papier zu irgendeinem besonde­rem Zweck. Und Fritz traut feinen Augen nicht, die Schachtel, der Inbegriff alt feiner Sehnsucht, ist leer, ganz leer. Alles was ihm so begehrenswert erschien was in feinen Augen golden und rosig war, nur Schein . . . ., Attrappen . . . nichts weiter!

Ein wenig betrübt und verstimmt ging Fritz an die­sem Abend nach Hause zur Mutter. Er hatte das Ge­fühl, belogen und betrogen zu fein, obwohl ihm niemand etwas getan hatte. Eine ganze Welt war mit dieser leeren, bunten Schachtel zufammengestürzt. Was braucht man da überhaupt einen großen Wunsch, eine Sehn­sucht im Herzen zu tragen, wenn doch die Enttäuschung auf dem Fuße folgt?

Ist es uns nicht allen schon einmal im Lehen fo ge­gangen wie dem kleinen Fritz? Haben wir nicht irgend­wo und irgendwann einmal eine Attrappe geliebt . . .? Wer sich in diesem Gedanken völlig frei fühlt, der lächle über den Jungen, den Anderen aber ist Wissen verstehen zugleich.

Jnteteffatite Kleinigkeiten für die Frau.

Bon Otto Burgei-Düsseldorf.

Die Weltproduktion an Kunstseide hat m den letzten Wien gewaltig zugenommen. Sie betrug im Jahre 1931211 Millionen Kilogramm, während sie im Jahre 1921 sich nur auf 135 Millionen Kilogramm belief. 1927 Ni man in Deutschland nur 24 Millionen Kilogramm üunitieibe verbraucht, während im Jahre 1931 nicht MM als 38 Millionen Kilogramm umgesetzt wur­den,

^steigert hat sich auch durch die neue Moderichtung ist deutsche Korsettproduktion. Auf diesem Gebiet ist Mtlanb jetzt das führende Land Europas geworden, hneit mehr Korsetts exportiert, als Frankreich, Eng- hli unb die Schweiz zusammen.

Durch gewissenhafte Untersuchungen hat man in &ts!au festgestellt, daß 60 Prozent der schlechten Schü- stk unb Schülerinnen in völlig unzureichenden Wohnun- M untergebracht waren. Die Leistungen der Schüler Wtben sofort besser, wenn man die Familien in ge« Mitte und größere Wohnungen überwiesen hatte.

81'1*1*11*1 *

. jahrelange Beobachtungen der Schüler und Schüle- tonett der höheren Schulen in Frankfurt a. M. haben Men, daß von den Abiturienten 75,21 Proz das Mejamen bestehen, während es bei den Abiturien- nuen 83,10 Prozent gewesen sind. Die Mädchen haben mehr Lerneifer, wie die Jungens.

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Den griechischen Frauen und Mädchen wurde das Mtscht verliehen, wenn sie dreißig Jahre alt gewor- stnb und lesen, rechnen und schreiben können. Eine wu muß also in Griechenland, wenn sie ihre Staats- ?^tpflicht erfüllen will, unter Umständen erst den "Wgungsnachweis dazu ablegen.

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jjn Paris hat eine neunzehnjährige junge Dame ihre Wenprüfung im autogenen Schweißen bestanden, W die erste Frau der Welt, die diesen schwierigen M erwählt hat, der neben der allgemeinen berufli- 8 Fertigkeit auch ein absolut schwindelfreies Arbeiten U $tfengerüften von Bauwerken, Brücken ujw. vor-

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.Sin amerikanischer Aerztekongreß hat die obligatori- ^mführung einer Eignungsprüfung für Kinder- und ebenso die Untersuchung durch einen Arzt stritt einer neuen Stelle verlangt.

Luzern hat man versuchsweise in einigen Schu- men Knaben Kochunierricht erteilen lasten mit recht P Erfolg. Die Buben erwiesen sich genau so an« C*'9- »ie die Mädchen im gleichen Alter. Sie ließen l*11 großem Interesse in die ersten Geheimnisie der einführen. Einen gleichen Berjuch mit eben- h?^?urchaus gutem Erfolg hat man auch in Halle an H s 1 gemacht. Man glaubt durch eine Einführung Fachunterrichts für Buben die später oft recht ein-

Ernährung der alleinstehenden jungen Menschen ,ern zu können.

Sommer 1932 war in fast allen Gegenden L*Wanbs ein ausgesprochener Mißerfolg für die Im- ^enen haben sehr wenig Honig eingebracht. strd^Een sogar teilweije im Hochsommer gefüttert

H erbstmode-Ilotizen.

Don Berta Segura- Wien.

"euen Berliner Modellkleider, die für die Ge- fcj®er deutschen Mode mindestens so maßgeblich L, * Paris und Wien, zeigen außerordentlich oft «enbe Kragen, hochgestellte Rüschen usw., die das ^"nirahmen sollen. Auch Boas und Kragen wer- als je getragen.

werden ebenfalls im kommenden Win­k' *n wesentlichsten Bestandteilen der Mode ge­

hören. Man bringt sie als Ausputz, oft in recht gro­tesken Farben und Formen, nicht nur auf Abendklei­dern, sondern auch auf Mänteln unb Kostümen an.

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Symetrie in der Mode, das war einmal. Heute macht man schiefe, spitzwinkelige Ausschnitte, man ar­beitet ein Kleid auf der rechten Seite völlig anders, wie links. Auch der Ausputz wird so verschiedenarttg wie möglich gewählt. Sehr beliebt bleiben die von der Sommermode übernommenen Shawls als Verlängerung des Kragens, die man ebenfalls möglichst buntfarbig hält.

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Auch im kommenden Winter wird die Poloblufe zum Sportkostüm unb auch zum Rock ihre Vorherrschaft be­haupten. Man steht einige neue Farbtöne, jedoch hat fich In der Form der Polobluse wenig geändert.

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Handschuhe werden wieder mehr getragen, rote seit­her. In den kurzen Handschuhen für die Straße und für bas Nachmittagskleid sieht man sehr phantastereiche Musterungen, teilweise unter Verwendung von Be­sätzen unb Spitzen. Die Stulpenhandschuhe sollen von dem sog. Rüschenhandschuh abgelöst werden, wobei die Abschluhrüsche oft aus kleinen künstlichen Blumen, die in der Farbe zum eigentlichen Handschuh paffen ober ihn harmonisch ergänzen, gebildet wird.

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Für Rockstoffe kommen viel Diagonalstreifen auf den Markt, die jedoch nicht mehr so schief liegen wie setther, sondern sich schon mehr der senkrechten Linienführung nähern. Die Farben der Rockmuster bleiben gedeckt, wobei man viel braune, blaue, rote und beige Töne zu sehen bekommt.

Die kurzen engen Schottenjäckchen werden nicht nur für Jungmädchenkleider, wo sie immer wirksam sind, gezeigt, sondern auch für reifere Damen. Nur hat man sie bann in der Hüfte ein klein wenig verlängert.

Die Lektüre unserer Mnder.

Von Dr. Karl M e i st e r - Dresden.

Es gibt leider heute noch viel zu viel Ellern, die sich um die Lektüre ihrer Kinder wenig ober garnicht küm­mern. Jahraus, jahrein darf sich das Kind die Bücher die es liest, selbst auswählen, höchstens, daß man ihm dann unb wann einmal ein Märchenbuch kauft, was vie­len Ettern Anlaß ist, sich mit innerer Befriedigung in dem Bewußtsein zu wiegen, für bas geistige Wohl bes Kindes genug getan zu haben. Dazu kommt als wei­teres, erschwerendes Moment, daß der allgemeine Geld­mangel die Anschaffung von guten Büchern verbietet, daß das Kind also erst recht wahllos zu irgendwelche» literarischen Erzeugnissen greifen muß, die eine günstige Gelegenheit bietet. Schlimmer liegen die Dinge noch in der Großstadt, wo in gewissen Läden Sensationsblätter, Detektivgeschichten und Liebesromane feilgeboten wer­den, die nur als Schmutz und Schund zu werten sind. Ein buntes Bild, eine geschickt dargestellte Szene reizt das jugendliche Gemüt und sehr bald werden oft ohne Wissen der Eltern ersparte Groschen in dieser Pieudo- literatur angelegt, das schlimmste Gift für die Seelen unserer Heranwachsenden Kleinen. Denn der erwachsene Mensch hat doch oft, nicht immer, ein gesundes Unter­scheidungsvermögen für Wert unb Unwert eines Bu­ches, das Kinb lieft aus Neugier ohne irgenbein kriti­sches Urteil. Wie manche Mutter wunderte sich schon über plötzliche Charakteränderungen ihrer Kinder, die ihr an sich unerklärlich waren. Wäre sie rechtzeitig der Lektüre ihrer Kinder nachgegangen, vielleicht hätte sie den Schlüssel zur Deutung gefunden. Es ist überhaupt eigenartig, daß man in einer Zeit, die das gute Buch in den Vordergrund gestellt hat, noch über Schundliteratur reden muß. Wer heute ein gutes Buch kaufen will, der findet in vielen sorgfältig geführten Buchhandlungen eine reiche Auswahl, sodaß Mißgriffe beinahe ausge» schloffen sind. Unsere Volksbüchereien liefern Lesestoff, sorgfältig ausgewählt und überprüft für jedes Kindes­

7. Oktober.

Selbstverwaltung, wie sie z. B. in den Körperschasten der Angestelttenversicherung unter unserer Mitwirkung mit bestem Erfolg geübt worden ist.

Während den Gewerben Steuererlaß gegeben wird, ist die breite Masse durch die erneute Erhebung der Bürger ft euer höher belastet worden. Wenn die Regierung glaubt, daß durch ihre Maßnahmen wirklich der Arbeitsmarkt entlastet wird, so hätte der Steuerer­laß sich auch unb zuerst auf die sehr drückende und ein­seitig die Gehalts- und Lohnempfänger am stärksten be- lastende Abgabe zur Arbeitslosenhilfe erstrecken müssen. Der heutige Weg: Kürzung der Gehälter, zu­gleich höchste Abgaben und im Notfälle gänzlich unzu­reichende Unterstützung führt alle ins Elend. Wir for­dern eindringlichst eine entschiedene Abkehr von dieser Politik und Aenderung der Notverordnungen.

Aus den Frauen-Organisationeu.

Tagung der Internationalen Union der katholischen Frauenbünde.

Auf der Tagung der Internationalen Union der ka­tholischen Frauenbünde in B o n n legte Frl. Lavielle, Assessorin der Union der katholischen Frauenbünde im Völkerbundskomitee für Frauen- und Kinderhandel, die Gründe dar, die die Union veranlaßten, sich in Genf ver­treten zu lassen. Sie erklärte, daß sich die kathoilschen Frauenbünde am Schicksal von Tausenden von Frauen, die noch zu unserer Z-it den Gegenstand eines zu verur­teilenden internatoinalen Handels bilden, nicht desinter­essieren könnten. Die 9. Kommission (Hygiene vom so- zialen und moralischen Standpunkte aus) beschäftigte sich unter dem Vorsitz von Frl. Z i l l k e n mit der sexuellen Erziehung. Es wurde beschlossen, daß die katholischen Bünde der Kommission Bericht über die Lage in ihren Ländern zukommen lassen und daß die Kommission bann ihrerseits den Bereinigungen eine Zusammenfassung die­ser Berichte zukommen lassen soll. Weiter wurde be­tont, daß die sexuelle Erziehung keinen besonderen Be­standteil bilde, daß sie jedoch einen Teil der allgemeinen Erziehung darstellen müsse. In der 10. Kommission (die Frau im öffentlichen Leben) gab die Vorsitzende Frau Ministerialrat Dr. Weber (Deutschland) einen Ueberbllck über die staatsbürgerliche und politische Er­ziehung der Frau in verschiedenen Ländern. Zum Schluß berührte die Vorsitzende die Friedensfrage unb er­klärte, daß sie nicht nur ein religiöses Problem, sondern eine schwerwiegende politische Frage sei. an deren Lösung die Frauen mit allen Kräften Mitarbeiten müßten.

Die Wmter-Herrenmode.

Man trägt^or allem den etwas länger gewo. denen Sakko, einreihig für korpulente Herren, zweireihig für schmälere Figuren. Als Modefarbe gilt in erster Linie Grau in feinen verschiedenen Schattierungen, vorherr­schend jedoch dunkelgrau. Auch Braun und Dunkelgrün werden sehr viel gekauft werden. Selbstverständlich wird auch Schwarz mit diskreten Musterungen vorteil­haft fein, da man diese Anzüge überall tragen kann.

Von den verschiedenen Stoffarten werden < herivt und Kammgarn besonders beliebt fein.

Für Mantelstoffe sieht man viel Fischgrätenmuster. Die Ulsterform hat den Vorzug vor allen anderen. Fast alle Mäntel haben Gürtel. Für ältere Herren bleibt der Raglan und Paletot modern.

Schneidermeister Gebhardt.

UN- Haus.

ringsfatat, den man mit Rote Rüben rosa gefärbt hyt, gefüllt. Dann werden die Aepsel mit einer Esstgzwetsche ober mit einer Essigkirsche verschlossen. In Norddeutsch- land ist man stets erfreut, wenn dieses Aepfelgericht als Vorspeise erscheint.

Gefüllte Aepsel auf andere Art.

Wieder werden die Apfel geschält und ausgrhihtt, darauf macht man eine Füllung von geriebenen Aepfeln, gehackten Wallnüsfen, Apfelsinenfleisch und Mayonnaife, füllt diese hinein, nachdem man vorher nach Geschmack gesüßt hat und überstreut bas Ganze mit Krokant ober mit geriebenen Wallnüssen.

Apfel-Auslauf. ,

Man bereitet einen Teig aus 4 Eigelb unb 4 Löffel Zucker, bem man bann 3 burdjpaffierte, ziemlich große Aepsel, die vorher gedünstet wurden, zusetzt. Außerdem gibt man in die Masse den Schnee der Eier und etwa 100 Gramm angeriebene Brötchen. Das Ganze wird in einer Form leicht angebacken und warm auf oen 3. ifd) gegeben. Will man den Apfel-Auflauf verfeinern, fo kann man ihm selbstverständlich Rosinen, geriebene Mandeln, etwas Orangeat ober auch ein Gläschen Maraschino zu­fügen.

Die Aufbewahrung des Winterobstes.

Nachbem ber Segen des Gartens eingeheimst ist, er­wächst der Hausfrau die Aufgabe, für die richtige und ge­eignete Aufbewahrung ber Dbftoorräte zu sorgen, bie nur bei sorgfältigster Behandlung ihren Wohlgeschmack und ihr schönes Aussehen behalten. Aepsel und Birnen müf- fen weich gelagert werden. Am besten legt man die Früchte im Seiler ober in einer frojtfreien Mansarbe auf ein Brett, bas man mit einer Sage sauberen Strohes gepolstert hat. Auch die Lagerung auf Torfmull ist emp­fehlenswert, da dieser etwaige Feuchtigkeit, die den Früchten anhaftet, restlos auffaugt. Vor dem Einlagern wischt man Tafelobst mit einem weichen, wollenen Sap­pen ab. Früchte, bie irgendwelche Beschädigungen aus- weisen, werben sofort verbraucht. In kurzen Abständen, etwa alle 34 Tage, werden die Obstvorräte durchge- fehen unb dabei alle Früchte entfernt, die nicht mehr völ­lig gesund sind. In ahtn Räumen, in denen Obst auf­bewahrt wird, muß für frische Suft gesorgt werden. Des­halb lüfte man den Obstkelter ruhig an kühleren Tagen kurze Zeit. Außentemperaturen von minus 1 Grad scha­den dem Obst im Keller kaum, wenn man die Stiftung nur kurze Zeit ausdehnt. Ist das Obst verbraucht,' fo wird das Sagermaterial (Stroh, Torfmull usw. ver­brannt, die Bretter werden mit einer scharfen Seifen» und Sobalauge gründlich abgewaschen und gebürstet und in einem staubfreien Raum nach völliger Trocknung bi» zum kommenden Herbste gelagert. O. H.