Einzelbild herunterladen
 

ctie’

ttefleben

ikaner sich

hr erwarten.

Hm

UL

behauptet. Reichsschuldbuchsorderunqen tagen m halten, Pfandbriefe nicht ganz einheitlich. Jnterell stand für Reichspostschätze, wahrend Hypotheken», Briefe zur Schwäche neigten. Landschaftliche Tolh»^,

und

d. i).

Papst Pius XI. hat dem Reichspräsidenten von Hindenburg zu seinem 85. Geburtstage Glück- und Segenswünsche übermittelt.

Denn an der sehr reichhaltigen Geschichte brasi­lianischer Wirren hat ein Bürgerkrieg nach nie­mals über den Einbruch der Regenzeit hinaus ge­dauert. Im Oktober pflegen solche Streitigkeiten meistens beigelegt zu werden, um dann sechs Mo­nate später neu aufzuflammen. Aber solange nicht die Rohstaffpreise auf dem Weltmarkt ganz be­trächtlich anziehen, ist für Brasilien und den gan­zen südamerikanischen Kontingent keine Ruhe zu

macht, und Tagesgeld ging auf 4% Prozent an unteren Grenze zurück. Monatsgeld biieb unneränl 5—7 Prozent. Für Prioatdiskonten bestand tz- kleine Nachfrage. Die Umsätze waren sehr gering, z für Reichswechsel per 2. Januar und Reichsschgtz^ fangen per 15. Januar war eher Nachfrage festzusteli,

— Entlassungen in der rheinischen Textil-gnbus! (Eig. Meld.) Wie von Gewerkschaftsseite mitqe wird, sind am 21. September in der Gladbacher y, industrie mehr als 200 Arbeiter entlass worden. Weitere Kündigungen sollen folgen.

Briefe hatten nur kleine Veränderungen oufzu», Auslandsrenten waren geschäftslos, kursmähig ije, eine einheitliche Tendenz nicht erkennen. Am Geldmarkt hat die Entspannung weitere Fortschriy-

Der Kulturkampf in Mexiko.

Der prapstliche Delegierte von Mexiko abgereist.

Der päpstliche Delegierte hat im Flugzeug Me- fito verlassen, um sich nach den USA. zu begeben.

Aktien etwas größer, zumal bei der Mm Russenausträge eingegangen sind und das Rhejm^ Montane etwas Nachfrage bekundete. Kunllisjx logen weiter fester: Bemberg gewann im Verlaus als 2 Prozent. Im übrigen zogen die Kurse durchs lid^um V» Prozent, in Einzelsällen um 1 ?ßro ' Deutsche Anleihen lagen nicht gan, heitlich. Altbesitz waren fester, Neubesitz nur

* Arbeitslosendemonstrationen im Osten Lon­dons. Im Osten Londons kam es Dienstag abend zu Arbeitslosendemonstrationen, die zeit­weise einen bedrohlichen Charakter an- nahmen. Mehr als 10 000 Arbeitslose, darunter viele Frauen, Umlagerten das Rathaus. Die, Ge­meinderäte mußten von der Polizei durch die Hin­tertür nach Hause geleitet werden. Polizei zu Fuß und zu Pferde ging wiederholt mit Gummi­knüppeln gegen die Menge vor.

* Die griechische Volkspartei bekennt sich zur Republik. Aus Athen wirb gemeldet: Der Prä­sident der Republik veröffentlicht ein'Manifest an das Volk, in dem er.bekanntgibt, daß dieVolkspar- tei die republikanische Staatsform vorbehaltlos, an­erkennt und daß bs keinen Streit mehr um die Staatsform gebe. . .

Die Reichsreformpläne.

Die beabsichtigte Reise des Reichskanzlers nach München hängt in Verbindung mit den Besuchen des Bevollmächtigten der Reichsregierung, des Freiherrn v. Lersner, bei den Regierungen Bayern, Baden, Württemberg mit den Reichs- reformplänen der Reichsregierung zusammen. Als eine Etappe zu der Verwirklichung dieser Pläne ist die große Kündigungsaktion anzusehen, die ge­genüber den Angestellten dreier preußischer Mini­sterien durchgesührt worden ist. In unterrichteten Kreisen will man wissen, daß der Entwurf zu ei­ner Reichsresorm, und zwar in Gestalt eines Ab- ünderungsgeseßes der Reichsverfassung bereits fix und fertig vorliegt. Es handle sich jetzt nur noh darum, die Länder für diesen Entwurf zu gewin­nen und sich darüber zu verständigen, auf welche Weise unter Wahrung der verfassungsrechtlichen Erfordernisse die Verwirklichung des Planes mög­lich ist. Auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle. Aus der Kündigungsaktion in Preußen kann man ent­nehmen, daß man hofft, fedenfalls wünscht, hm Entwurf zum 1. April nächsten Jahres in die Pra­xis umzusctzen. Die Zeitspanne wäre unter Be­rücksichtigung der Beratungen, die die Länder zu treffen hätten, recht kurz. Denn diese Beratungen werden äußerst schwierig und langwierig sein, au­ßerdem muß sich ja auch der Reichsrat mit diesen Dingen noch eingehend beschäftigen. —

Der Inhalt des Entwurfs dürfte im wesentlichen auf die Etablierung des Zwei-Karnrnersystems h>n- ausgehen, daneben Personalunion zwischen Reich und Preußen, erhöhte Exekutivrechte des Reiches. Das zweite größere Reformstück fall die Neurege­lung des Wahlrechts unter Heraufseßung des Wah'alters, Beseitigung des Listenwahlsystems, demgemäß Schaffung von Einzelwahlkreisen und dergleichen umfassen. ....

Es handelt sich hier um Probleme, die schon lange in der Oeffentlichkeit eine Rolle spielen und um Forderungen: die auch immer wieder zur Ak­tivierung unseres politischen Lebens an dieser. Stelle behandelt worden sind. Insbesondere Dürfte die Schaffung einer zweiten Kammer als Regula­tiv gegenüber dem Reichstag auch bis weit nach links hinein kaum auf ernsthalten Widerspruch sto­ßen, man muß auch daran erinnern, daß fa selbst schon bei den Verfassungsberatungen in Weimar die Einfügung eines solchen Organs gewünscht war. Bereit? Reichskanzler Dr. Brüning hat durch die systematische Stärkung der Stellung des Reichsrats

eine größere und zweckmäßigere Wahrung der Rechte der Länder erstrebt, und in dieser Linie al­lein — also der Stärkung der Länderrechte — müßte die Reform sich bewegen. Was in Preußen setzt vorgeht, ist aber im Hinblick auf die Auswir­kungen auf die einzelnen Länder außerordentlich ernst zu nehmen. Die Aufsaugung Preußens im Reiche kann für die Länder Folgen haben, die man heute noch gar nicht abzusehen vermag. Im Effekt bedeutet nämlich diese Reformierung nicht Föderalismus, sondern Unitarismus. In liefern Zusammenhang sind auch die finanziellen Bezie­hungen zwischen Reich und Ländern zu betrachten. Die Wiederherstelluna der Finanzhoheit würde die namentlich durch die Wohlsahrtsaufmendungen be­drängten Länder und Gemeinden kaum zu ent­lasten geeignet sein. Die Reichsregierung hat ge­rade bezüglich der Finanzsorgen einen starken Trumps gegenüber den Ländern in der Hand.

Die Stimme der Landgemeinden.

ERB Berlin, 5. Oktober. (Eig. Meld.) Der Gefmn^ vorstond des Verbandes der Preußischen Landgemeinde» trat im Reichswirtschaftsrat in Berlin zu einer TagunF zusammen, in deren Mittelpunkt das 2lrbeitsbefd)affuna2 Programm und die preußische Verwaltungsrefor» standen. Nach einem Referat des Präsidenten, ßanbraf a. D. Dr. Gereke-Prestel, und nach einer lebhaften Aus­sprache in der von allen Seiten auf die durch die steiach« den Wohlfahrtslasten unhaltbare finanzielle Lage der Gemeinden hingewiesen wurde, faßte der Vorstand eine Entschließung zur Arbeitsbeschaffung, in der es u a heißt, der Hauptvorstand des Verbandes der Preußische» Landgemeinden stelle sich erneut hinter das in der Oes. fentlichkeit bekannte Arbeitsbeschaffungsprde g r a m m b e r 8 a n b g e m e i n b e n.

Auch im Interesse ber notleibenben Landwirtschaft, dem Hauptsteuerträger in ben Agrargemeinden, müsse durch ein umfassendes und durchdachtes Arbeitsbeschaf. fungsprogramm die Kaufkraft wieder gesteigert werden. Die Reichswohlfahrtshilfe müsse der steigenden Zahl der Erwerbslosen angepaßt werden. Entgegen dem Sinne ber Vorschriften der Kreiswohlsahrtshilfe vom 14. Im>x seien kreisangehörige Gemeinden nicht an der Reichs« wohlfahrtshilfe unmittelbar beteiligt worden. Dies fei beschleunigt nachzuholen.

Weiterhin nahm der Vorstand in einer Entschließ ßung zur preußischen Verwaltungsre- form Stellung, die besagt, daß die Landgemeinden ge­gen die von ber kommissarischen preußischen StaatzW gierung eingeleiteten Maßnahmen einer Verwaltungs­reform erneut Verwahrung einlegen mühten, ba sie auf bie Belange der ländlichen Selbstverwaltung und der Landbevölkerung keine Rücksicht nahmen. Die Land­gemeinden und ihre Bevölkerung erwarteten, daß stk endlich als gleichberechtigt mit den Städte» anerkannt würden. Schließlich wurde in einem Beschlich betont, baß durch einen. Hrantrag im Preutz ischeu Land­tag ber bereits 1927 von allen ländlichen Organisatio­nen einmütig abgelehnte Plan ber Hera nziehuntz bcs fl achen Laubes zu G ast schulbei träge» für bie stäbtischeu höheren Schuleu wieder aufgegriffen worden fei. Die Annahme dieses Planes werde eine neue Belastung der Landgemeia» bc n bebeuten. M

Nach Meldungen aus Mexiko Stadt hat Die mexikanische Kammer einstimmig die scharfe Erklärung, die Präsident Rodriguez als Antwort auf die Enzyklika des Papstes veröffent- lichte, gebilligt. Bekanntlich hatte.Rodriguez eine Umwandlung der Kirchen in Schulen und Fabri­ken angekündigt. Das mexikanische Parlament ist m der Hand der Kirchenfeinde. Es fehlt dort ein starker politischer Katholizismus, wie wir ibn in Deutschland glücklicherweise in der Zentrums­partei haben.

hielt an, als ob nichts oorgefaUen wäre. Es war klär, unsere Kugeln waren gegen die Gerippe Wir sechs schauten uns einen Augenblick an, Schweiß stand jedem auf der Stirn.

„Vorwärts, Leute, machen wir uns davon. Ridbell. Wir atmeten auf; wir hatten ganz baß wir ja noch flüchten konnten. Im Augenblick w» wir durch die Mattenwand hindurch im Freien atmeten die reine Abendlust. '

Das Gewitter hatte sich verzogen; bie letzten W verschwanben hinter bem Kamm des Gebterges- Himmel stand ber volle Monb. Aber wir legten -f Wert barauf, hierauf weiter zu achten, „ff0™ fort!" war ber einzige Gedanke, ber uns Wir liefen am Ufer bcs jetzt hoch geschwollenen i dahin, bis eine Krümmung uns außer Sicht "c# spensterhauses brachte.--

Später belauschten wir bas Gespräch ein'9er derer ber Pygmäen, das uns Aufklärung über unheimliches Abenteuer brachte. Dicht neben Haufe stand ein großer Baum mit tief Zweigen. Stieg bei einem ber dortzulande stets außerordentlich ergiebigen Gewitterregen ferfpiegel, fo hob er die Zweige in die diesen führte unter dem Fußboden des ftoufes ein Strick mit Abzweigungen zu ben einzelnen bie, fobalb sich draußen die Zweige hoben un ihrerseits in tanzende Bewegung gerieten, bissem . Spuk waren sechs starke Männer ausgc

Schlichkerkonserenz zuMmengelreken.

ERB. Berlin, 5. Okt. (Eig. Meld.) Irn Reichs­arbeitsministerium sind heute vormittag um 10 Uhr die Schlichter zu der angekündigten Konferenz zu­sammengetreten.

Reichspräsident von Hindenburg hielt am Dienstagabend im Rundfunk eine Ansprache, in der er für die ihm dargebrachten Glückwünsche zu sei­nem 85. Geburtstag seinen Dank aussprach.

Berliner Effekten-Börse.

rotb. Berlin, 5. Oktober. (Eig. Melb.) Die Ansichten über bie voraussichtliche Gestaltung ber Börsentenbenz waren heute vormittag meist geteilt. Fest ftanb lebiglich, daß bie international zu beobachtenbe Zurückhaltung bes Publikums in Berlin ebenfalls anhalten werbe. Die aus ber Wirtschaft oorliegenben Nachrichten sowie die poli­tischen Meldungen wirken sich auf die Haltung des Publi­kums kaum. aus. Nur die Spekulation, reagiert auf die vorliegenden Momente, Der etwas günstigeren Situation in Genf ftapden die Handels - unbdevlsenpoli- tischen Differenzen mit Holland und Jta- l i e n gegenüber. In der Börse liefen Gerüchte um, die davon wissen wollten, daß die Regierung eine teilweise Zurücknahme ihrer Kontingentierungsmaßnahmen in Erwägung ziehe. Die Rückgänge betrugen bis zu % Prozent, während die Besserungen in Einzelsällen über diesen Rahmen hinausgingen. So gewannen Kunst­seide-Aktien, die vom Auslande etwas gefragt waren, bis M 2 Prozent. Elektrizitätswerke Schlesien zogen sogar um 3 Prozent, Süddeutsche Zucker um iy4 Prozent und Ehabe Aktien um 2% Mark an. Farben waren auf den gebesserten Stickstoffbericht von Großbankseite etpas stärker gesucht. Im Verlaufe brodelten bie Kurse bei kleinem Geschäft zunächst eher gering- fügig ab. Später würbe bas Interesse für

an die regionale Reihenfolge der Präsidentschafts- Kandidätüren halten wollte. Seit langer Zeit be­stand die Uebereinkunft, daß ein Sao Paulistaner Präsident von einem Mann aus Minas^ Geraes abgelöst wurde, nur gelegentlich wunde ein Kan­didat aus einem der nördlichen Staaten, Bahia oder Pernambuco, dazwischen geschaltet. So folgte auf den Bahianer Epi tacio Pessoa der Präsi-dent Bernarde.s aus Minas Geraes und dieser wurde abgelöst von dem Sao Paulo Mann Washington Luis. Luis kam in eine Periode der vöikigen Deroute der Kaffeepreise hinein, die Kosten der Kaffee-Valorisation erschütterten das ohnehin la­bile Gefüge der brasilianischen Finanzen in ver­hängnisvoller Weise. Die politische Situation war durch das Ausspringen des großen Staates Minas Geraes gefährdet; Minas Geraes erinnerte sich daran, daß es für seine Kaffee-Interessen nicht die wichtigeren Interessen seiner Bergwerke und seiner Viehzüchter aufs Spiel setzen dürfte. Washington Luis seinerseits wollte die Machtposition vo.n Sao Paulo nicht aufgeben.

So kam es, daß in einer „manipulierten Wahl" ein neuer Paulistaner Kandidat gegen die Oppo­sition sämtlicher brasilianischen Bundesstaaten durchgesetzt wurde. Gegen diesen Julio Prestes war die Revolution von Rio de Janeiro und den wichtigsten südlichen und nördlichen Staaten ge­richtet. Sein Gegenkandidat Vargas, der ohnehin die größere Stimmenzahl gehabt hatte, war sieg­reich — allerdings nur kurze Zeit, denn auch ge­gen ihn richtete sich der Angriff der Südstaaten un­ter Führung von Madeiras, dem mehrmaligen Präsidenten von Rio Grande do Suk, der seit lan­ger Zeit mit Autonom'egedanken für den Süden und einer eventuellen Wiedervereinigung mit der Republik Uruguay spielt. Dazu gesellte sich dann noch der Gegenangriff der Paulistaner Revolu­tionäre.

Der monatelange Bürgerkrieg könnte immerhin in nächster Zeit einen vorläusigen Abschluß finden.

Staaksgerichtshos und Vreuhenllage.

Der Sta^tsgerichtshof für das Deutsche Reich veröffentlichte den Terminzettel für die Haupt- verhandkung über die Einsetzung des Reichskom- missars in Preußen. Die mündliche und öffentliche Verhandlung beginnt am Montag, 10. Oktober, um 10.30 Uhr im Haupt Sitzungssaal des'Reichs­gerichts. Es ist eine mehrtägige Dauer vorgesehen. Als klagende Parteien treten aus: 1. Das Land Preußen, vertreten durch das ehemalige Staatsministerium mit den Streitbevoll­mächtigten Ministerialoirektoren Dr. Badt und Dr. Brecht-Berlin und Universitätsprofessor Dr. Grefe- Frankfurt a. M.: 2. die Zentr u m sfraktion tm Preußischen Landtag, vertreten durch Uriiver- silätsprofessor Dr. Peters-Berlin; 3. die Fraktion der Sozialdemokratischen Partei Deutsch­lands tm Preußischen Landtag, vertreten durch Universitätsprofessor Dr. Heller-Frankfurt a. 911.; 4. der frühere preußische Ministerpräsident Dr. h. c. Brau n und die ehemaligen preußischen Minister Dr. Severing.^Dr. Hirtsrefer Dr. Steiger, Dr. Schreiber, Dr. Schmidt, Grimme und Klepper; 5. das Land B ade«: vertreten durch das Staatsministerium mit den Streitbevollmächtigten Ministerialdirektor Dr^ Fecht-Berlin und Oberregierungsrat Wal im ba­dischen Ministerium des Innern.

Beklagt sind das Deutsche Reich, vertreten durch die Reichsregierung, und der Reichskommissar.für Preußen. Auf ihrer Seite treten'als Streitbevoll- mächtigte auf: Ministerialdirektor Gotthemer, Mi­nisterialrat Dr. Hoche, Professor Dr. Carl Schmidt-Berlin, Professor Dr. Jacobi-Leip­zig und Professor Dilfinger-Halle.

Aus ber erhöhten Plattform vor uns bedrohte uns I eine Gruppe Gerippe mit erhobenen Speeren unb wild geschwungenen Keulen; ihre unheimlichen Augen beweg­ten sich grün unb rot flammen!» in ihren Höhlen. Im Einklang mit biefen Bewegungen tanzten die schauer­lichen Gestalten einen sonderbaren Tanz. Die von ihnen; bie wir für Reste von Priestern ober Zauberern ge­halten hatten, schlugen einen eintönigen Takt auf bett an ihrer Seite hangenden Trommeln, währenb bie Fle- bermäufe, bie einige Skelette in den knochigen Händen! hielten, mit ben leberartigen Flügeln klapperten!

Wie verzaubert sahen wir bem schauerlichen Vor­gang zu. Dann erklang bes alten Ridbell Stimme wie aus weiter Ferne; „Nur ruhig, Leutei In ber Holle sind wir noch nicht. Das da vor uns ist bloß eine ver­flixte Zauberei der Pygmäen. Warum zieht ber Häupst ling dort drüben seinen Speer immer wieder zurück/ mit dem er auf mich zielt? Hört Ihr nicht, wie 'N* Knochen klappern? Alles geht irgendwie natürlich )**• Wollen- doch mal drauf schießen."

> „Peng!" knallte ein Schuß. Ein Schauer »0» Muschelftücken und sonstigen Zierarten, bie eben noch ben Hals eines Gerippes geschmückt hatten, prasseltet zu Boden.

, „Tote kann man nicht mehr erschießen". rief ein anderer; seine Büchse blitzte aus: Don einem andere! Gerippe fielen einige Knochen zur Erde. Aber bj* Tanzen, Speerschütteln, Keulenschwingen unb Tkommem

Das japanische Kabinett hatte am Montag eine Beratung über den Lyttonbericht. Der Außen- isttnister erklärte, daß die japanische Regierung nicht tn her Lage sei, ihre Mandschurei-Politik zu ändern.

Der Kampf mtt den Take«.

Spuk unb Zauberei bei den Zwergen Neuguineas.

- ■ t Von Robert M. Macbonald.

Wir wußten, daß wir im Gebiet der berühmten „Kleinen Leute" von Neuguinea waren, aber wir fan­den gutes Gold im trockenen Flußbett unb entschlossen uns baher, soviel wie möglich davon einzuheimsen, be­vor wir zu unserem Boot im Sepit-Fluß zurückkehrten.

Daß wir einem Pygmäendorfe näher waren als mir gedacht hatten, stellte sich eines nachmittags heraus, Bor einem aufziehenden Gewitter Schutz juchend, bc- merkten wir ein seltsames Gebäude: ein Haus auf Pfählen, das weit in ben Fluß hineinragte. Es war ein Tabu-Haus, ein „Haus bes Geheimnisses", ein ben Zwergen heiliges Gebäude, in dem sie bie Skelette ihrer vornehmen Toten aufbewahren. Roh aus Flechtwerk unb Matten errichtet, maß es etwa 20 Meter Länge. Den Giebel krönte ein holzgeschnitztes Ungeheuer in Gestalt eines geflügelten Krokodils.

Ein Blitz durchzuckte bie Dämmerung, als wir bei bem Haufe angelangten. Dann strömte ein wahrer Wolkenbruch auf uns nieder. Das Tal war zur Hölle geworden. „Vorwärts, Leute, rasch hinein!" rief der alte Riddell; wir rissen eine Matte an der Schmalseite bes Hauses beiseite unb stürzten in ben dunklen unb seltsam riechenden Raum. Zunächst konnten wir unsere Umgebung nicht erkennen, aber mit Hilfe eines Streich­holzes entdeckten wir bald Lampen aus fettgefüHten Kokos-Schalen, die ringsum von der Decke hingen. Im nächsten Augenblick hatten wir sie angezündet.

Gerippe toter Krieger, Priester, Zauberer vergange­ner Zeiten zierten bie Wänbe, alle von geringer Größe. Es unterlag keinem Zweifel: Das Haus gehörte einem Pygmäenstarnme. Haufen von Knochen, Speeren, Keu­len unb langen, mit Schlangenhaut überzogenen Trom­meln lagen überall herum. Am anderen Ende auf einer etwas erhöhten Plattform stand eine Gruppe völlig be­kleideter Gerippe,. in Schurzen aus Kokosfasern unb riesigem Kopfschmuck vornehmlich aus Febern bes Para­biesvogels. Die Gestalten biefer Gruppe, wie auch bie an den Wänden, waren offensichtlich bie handgresi- lichen Ueberrrefte mächtiger Krieger ober Zauberer aus längst vergangenen Tagen; eine nähere Untersuchung ergab, daß man ihre äußere Gestalt mit größter Sorg­falt zu bewahren gesucht hatte. Muschelstücke unb far­bige Steine schimmerten in den knochigen Augenhöhlen, Schnüre von Muscheln, blitzenden Steinen unb Stück­chen rohen Selbes schmückten Nacken, Arme unb Hand­gelenke. Die knöcherne Faust jedes Toten hielt das Sinnbild dessen, dem er zu Lebzeiten seinen Ruhm ver­dankte-. einen Speer, eine mit Nägeln besetzte Keule, eine getrocknete Eidechse oder ein Fledermausfell, auch wohl ein, Bambusrohr mit irgendwelchen Stoffen, hie einst einem Zauberer gute Dienste getan haben mochten. Bemerkenswert war, daß alle Teile der Skelette durch Haarschnüre sorgfältig befestigt waren, und daß jedes Stück genau an seinem richtigen Platze saß.

Wir fetzten uns nahe dem Eingang nieder unb still­ten unseren Hunger aus mitgebrachten Konservenbosen Dann steckten wir uns eine Zigarre an, erzählten Ge- chichten unb fangen dazwischen, und eitler von uns pielte auf seiner geliebten Flöte. Draußen raffe inzwi­schen der Sturm, unb bann hörten wir bas von den Bergen fommene Wasser im Flußbett unter bem Bam- büssußboden, auf dem wir saßen, dahinrauschen. — — „Leute, wacht auf! Wir find in der Hölle!" Der Schrei gellte in meinen Ohren. Auffahrend unb um mich blickend, glaubte ich einen Augenblick, der Rufer habe recht. ' . J

Japanisches Memorandum.

wtb. Tokio, 5. Okt. (Eig. Meld.s lieber den Inhalt des geplanten japanischen Memorandums an den Völkerbund tn Sachen des Lytton-Bericht glaubt das Platt Hochi berichten zu können, daß darin ausgeführt werde, der einzige Weg, zu einem Freden im Fernen Osten und zu einer endgültigen Regelung der Mandschureifrage zu gelangen, sei der, anzuerkennen, daß sich der Mandschustaat tn einer gesunden Entwick- lung befinde. Die einzige Gefahrenquelle, die zu einer Friedensstörung im Fernen Osten führen könne, siege in der verwickelten politischen Lage Chinas, das kein einheitlicher Staat mehr sei.

Saftiger Strafantrag, j

cnb. Berlin, 5. Okt. (Eig. Meld.s Im zeß gegen die verantwortlichen Redakteure IWs „A n g r t f f“ wegen Beleidigung des f üfjeren liner Polizeivizepräsidenten Dr. Weiß und früheren Polizeipräsidenten Grzesinski beantraW heute Oberstaatsanwalt Dr. Burchardt gegen S» j verantwortlichen Lokalredakteur Krause Gefängnis st rase von 5 Monaten, un gegen den verantwortlichen politischen Redatt-" Dr. Lippert eine E eldstrafe von 15 000J® 1

Sic Leidtragenden einer so'chen Regelung wa- ren die kleinen Plantagenbesitzer, deren Steuer» ftra,e in der gleichen Höhe wie die der mächtigeren Konkurrent-n bemessen mar: und schließlich kamen aucy die anderen brasilianischen Staaten, die nicht - yaupliachlich oder überhaupt nicht Kaffee erzeug- h»«' sm u 6ic'er riesigen Stützungsaktion

■ ■U5eI™ar'tpret_es auf. Seit jener Zeit hat es einen erbitterten Gurilla-Krieg der südlichen Stoa-

thrunÖ von Rio Grande do Sul

' * Ä "ee-Staaten

fiegetyeif Dämpft fiaffeettieg.

Vorläufiges Kriegsende in Brasilien.

Unser Sao Paulaner Mitarbeiter stellt uns den folgenden interessanten Artikel über die po­litischen Zustände in Brasilien zur Verfügung; der Aufsatz gewinnt durch die letzte Nachricht, wonach die Revolutionäre von Sao Paulo sich der Bun­desregierung unterworfen haben, eine erhöhte

‘ Bedeutung.

. Sie inneren Wirren Brasiliens, von denen bie» !C5 Reich schon seit mehr als zehn Jahren erschüt­tert wird, leiten sich unmittelbar von dem Abschluß jenes Kasfee-Valorisationsvektrages her, der vor etwa 15 Jahren den drei Kaffee-Staaten Brasi­liens. Sao Paulo Minas Geraes und Rio de Janeiro, abgeschlossen wurde. Dieser Kontrakt wurde abgeschlossen zu einer Zeit, wo sich schon die Konkurrenz der feineren mittelamerikanischen Sor­ten gegen den brasilianischen Kaffee stark durch­setzte. Der Vertrag legte die brasilianische Bun- deeregierung darauf fest, daß sie jede Iahresernfe in Kaffee, wie groß auch immer sie ausfallen möge, zu einem unbedingt zu haltenden Preise über­nehme, und daß die Bundesregierung durch eigene Handelsorgane als einziger Exporteuer nach den großen Kaffee-Hä'en auftrete. Die Maßnahmen, die gleichzeitig getroffen wurden, um eine lieber- Produktion von Kaffee zu verhindern, blieben al­lerdings im wesentlichen auf dem Papier stehen, ije großen Plantagenbesitzer nahmen nämlich gern

m af)Iuna DDn Steuerstrafen für Erweiterung unb Neuanpflanzung von Kaffeefeldern auf sich, mej sie durch den garantierten Regierungspreis non) immer große Gewinne einheimfen konnten.

r Finanzlage des Reiches.

: von ber Länderkonferenz eingesetzte Er­ft hat verschiedent ich Sitzungen abge­hakten 'wird, wie das Nachrichtenbüro des VDZ. erfährt, seine Arbeiten auch noch weiter fortsetzen. Tie Anregungen, die sich dabei ergeben, werden jedoch nicht als Beschlüsse nach auften in die Erscheinung treten, sondern Ersprrnismögkich- keiten, die sich bei diesen Beratungen zeigen, wer­den zwischen Reich und Ländern eingehend be­handelt und dann evtl, in die Tat umgesetzt werden. D:e Reichsregierung legt ang: ichts der dauernd rückgängigen R eichsein näh­me n auf weitere Ersparnisse großen Wert, weil sie unter allen Umständen vermeiden wiü, neue Einnahmequellen zu erschließen. Die größte Jorge bereitet die Betreuung der Erwerbs­losen insbesondere den Gemeinden, denen die Ar- bsitstosetl zum größten Teil zur Last fallen. Der Präsident des Deutschen Sräbtetages Dr. Mulert hat, wie das Nachrichtenbüro des VDZ. weiter hört, mit dem Reichsfinanzminister direkte^ Ber- handkungen über das Finanzprogramm der S ädte ausgenommen, das Mulert selbst kürzlich in Wei­mar entwickelt hatte. Auch diese Verhandlungen sind tzoch nicht abgeschlossen. Da also die Jnne- haktung des durch Notverordnung festgestellten Haushaltsplanes für das laufende Rechnungsjahr noch große Schwierigkeiten bereitet, so befindet sich auch der Etatsentwurf für das nächste Jahr noch im Stadium der ersten Vorarbeiten, während er insrüherenJahrenum diese Zeit oft s ch o n recht wett gediehen war.

*

Gerüchte über nahe bevorstehende weitere Herabsetzung der Beamte itgehäkter, die den beträchtlichen Lohnkürzungen der Arbeiter­schaft entsprechen so.len, mehren sich.

Handel und Wirtschaft. |