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Amtliches Kreisblatt.

Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda

Zahrg. 59

Donnerstag, 6. Oktober 1932

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Rabe von Pappenheim.

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will der diplomatische Korrespondent des Blattes erfahren haben, daß Herriot den britischen Vor­schlag nicht direkt verworfen habe; allerdings habe er sich auch nicht gerade dafür erklärt. Die Aus­sichten auf ein Zustandekommen der Konferenz seien angesichts der Ansichten in Paris wie in Ber­lin nicht verheißungsvoll.

* Der Herr Reichspräsident empfing am Mitt­woch den deutschen Gesandten in Guatemala von Kuhlmann, ferner den neuernannten Staats­sekretär des preußischen Staatsministeriums, Dr. Nobis.

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In einer programmatischen Rundfunkrede er­klärte der neue ungarische Ministerprä- sident Gömbö,die Haupttaufgabe der neuen ungarischen Regierung sei der Ausbau eines st a r- ken, unabhängigen nationalen Staa­tes. Die Regierung fordere aus diesem Grunde die Aufhebung des Vertrages von Trianon.

Bekanntlich ist die Rechtslage für die kom­missarische Regierung in Preußen, die diesen großen Deamtenschub jetzt durchführt, noch un­geklärt. Die Nationalsozialisten, die sich Ar« beiterparteiler nennen, sehen aber jetzt wohl doch ein, wem sie die Tore weit aufgemacht haben. Ade, deutscher Volksstaat!

Aus Brüssel wird gemeldet:

Der deutsche Gesandte Graf Lerchenfeld hatte am Dienstagnachmittag mit dem belgischen Mini­sterpräsidenten Renkin eine Besprechung, die die Krefelder Tagung und die Frage Eupen-Malmedy zum Gegenstand hatte. Die Besprechung dauerte eine halbe Stunde.

wtb London. 5. Oft. (Eig. Meld.) Der Pariser Korrespondent der Morning Post behauptet, Sir >sohn Simon habe Herriot bei der letzten Unterre­dung angeboten, die Einladung zur Londoner Kon­ferenz auf Belgien und Polen auszudehnen, damit Frankreich sich nicht gegenüber Großbritan- ">en, Deutschland und Italien isoliert fühle. Her- r°t habe das Anerbieten aber abgelehnt. Dazu

Born Kriegsschauplatz der Kontingente.

schlutz mit Belgien, Ablehnung in Holland, Sturm in Italien.

* Das Vorherrschen der Corps in den Ministe. rien hat nun dazu geführt, daß die Nationalsozia­listen im Preußischen Landtag eine Anfrage wegen der Personalpolitik der kommisiarischen preußischen Staatsregierung eingereicht haben. Sie machen darauf aufmerksam, daß anstelle der entlassenen sozialdemokratischen Parteigänger jetzt besonders stark dieEorpsbrüder des deutschen Reichsinnen« Ministers Freiherrn v. Gayl vom Corps Sa­xonia berücksichtigt worden" seien. Man will in der Anfrage wissen wieviel Eorpsbrüder des Reichsinnenministers in Reichsstellen und Land­ratsposten hineingekommen seien. Tatsächlich ha­ben die Corps eine außerordentlich große Position in den Reichsministerien erlangt. Das gilt insbe. sondere auch vom Auswärtigen Amt, in welchem es sämtlichen Nachkriegsmini« stern nicht gelungen ist, eine Bresche in den Ring bestimmter Corps zu schlagen

* Erst in einigen Tagen. Wie die Telegraphen« Union zum Rücktrittsgesuch des Reichs­rundfunkkommissars Dr. Scholz er­gänzend erfährt, dürfte die Entscheidung erst in einigen Tagen erfolgen, lieber den Nachfolger des Reichsrundfunkkommissars ist noch nichts bekannt.

lnglandsBermMung wenig aussichtsreich jerriol zu dem neuen englischen Vorschlag einer Fünfmächle- Konserenz in der Gleichberechtigungs-Frage.

wtb. Rewyork, 5. Ott. (Eig. Meld.) Auf ei­ner Wahlrede in Des Moines sprach Präsi­dent Hoover sich gegen Annullierung der K ri e g ss ch u lde n und für Zollschutz der a m er i k an i s che n L a nd w i rt s ch af t aus.

* Rücktritt des australischen Postministers. Aus Camberra wird gemeldet: Fenton, der au­stralische Postminister, ist zurückgetreten, da er den Vereinbarungen von Ottawa ab­lehnend gegenübersteht.

tlerungsverhandlungen eine amtliche Mitteilung herausgegeben, in der es heißt, daß die Regie­rung nach Kenntnisnahme der deutschen Pläne zu dem Schluß gekommen fet, daß die deutschen Vorschläge keine Grundlage für eine er­sprießliche Diskussion darstellten. Die deutsche Delegation habe erklärt, daß sie diese holländische Stellungnahme ihrer Regierung über­mitteln werde.

Diese holländische Haltung hat in Berlin st ar­te s Befremden hervorgerufen. Holland hat bekanntlich selbst seit einiger Zeit zahlreiche Kon­tingente, darunter sür Schuhe, Trikotwaren, Tex­tilwaren, Konfektion, keramische Waren, festge­setzt, die die deutsche Ausfuhr nach Holland um etwa 50 Millionen RM. jährlich beschränken. Holland hat diese Maßnahmen getroffen, ohne vorher die deutsche Regierung davon zu unter­richten, oder mit ihr in einen Meinungsaustausch über ihre Auswirkung einzutreten.

In Italien endlich hat man sich mit echt faschistischer Unbekümmertheit zur Erklärung des Handfelskrieges gegen Deutsch­land entschlossen. Zwar handelt es sich bei den italienischen Devisen-Sperrmaßnahmen formal nur um einen Zahlungskrieg, der aber praktisch nichts anderes bedeutet, als einen Handels­krieg, denn die Sperre über die für die ord- nungsmäßige Abwicklung der Handelsbeziehungen erforderlichen Devisen legt natürlich die Handels­beziehungen vorläufig ziemlich weitgehend still. D'.e- fes Verhalten Italiens ist ein höchst lehrreicher Bei­trag zu dem Kapitel der politischen und wirt­schaftspolitischen Urteilsbildung überhaupt. Es ist ein deutsches Nationallaster, poli­tische Entschließungen eines fremden Staates nicht nach ihren sachlichen Motiven und Entste­hungsgründen zu beurteilen, sondern sie mit einer um einen Ausdruck aus der Psychologie zu verwenden höchst merkwürdigen Ichbezüg- l i ch k e i t zu bewerten. So wird man die, welche

Die Einladung.

Der englische Geschäftsträger erschien am Diens­tag nachmittag im Auswärtigen Amt in Berlin, um der Reichsregierung eine Einladung zu der für London geplanten Fünfmächte-Konfe- r e n z über die Gleichberechtigungsfrage zu über­bringen. Diese Einladung dürfte von deutscher Seite in dem Sinne ausgenommen worden sein, in dem bereits von unterrichteter Seite zu den 'Plä­nen einer solchen Konferenz Stellung genommen worden ist, daß nämlich vorher die Gewißheit be­stehen müßte, daß Deutschland nicht einer Einheitsfront gegenübertritt und der deutsche Anspruch auf Gleichberechtigung auch tat­sächlich anerkannt wird.

angesichts der sonst in letzter Zeit so freundschaft­lichen Haltung Italiens Deutschland gegenüber viel­leicht bitter enttäuscht sind über den plötzlichen Aus­bruch dieses deutsch-italienischen Handelskrieges zur Einsicht bringen müssen, daß Italien sich bet die- en neuen wirtschaftspolitischen Maßnahmen weder von unfreundschaftlichen oder gar feindseligen Er­wägungen gegenüber Deutschland feiten ließ, son­dern einzig und allein von pflichtge­mäßer Rücksicht auf die eigene Wirt- ch a f t.

Betrachtet man die Mission der deutschen Son» tingentkommission int Lichte der gesamtwirtsäiaftli- chen Lage, so wird man angesichts der zahllosen und nun bereits in gewisser Weise bestätigten Warnungen weiter deutscher Wirtschaftskreise vor jer Kontingentierungspolitik der Reichsregierung in dem Vorgehen Italiens einen Warnungsschuß sehen. Er beweist unwiderleglich, daß die auf den Kontingentierungsplänen aufgebaute Rechnung falsch war, daß die,Verluste, die der deut­schen Gesamtwirtschaft aus einer in­transigenten Durchsetzung der Kontingentpläne der Reichsregierung drohen, aller Wahrscheinlich­keit nach erheblich größer und mit Sicherheit dau­ernder sein werden, als die errechneten Gewinne für die deutsche bäuerliche Veredlungswirtschaft. Brünings Methoden der Devisen-Politik haben für alle Beteiligten ganz andere Erfolge in Aus­sicht gestellt.

Die Parole der Reichsregierung: Mut zum Handeln! ist sicherlich beherzigenswert, und es kann kein Zweifel darin bestehen, daß der von ihr schon ausgiebig bewiesene Mut zum Handeln ihr

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ernannt.

Mit der vertretungsweisen Verwaltung der Stelle des Vizepräsidenten der Regierung in Cum- binnen wird der Oberregierungsrat

von Braumüller

in Allenstein, mit der des Vizepräsidenten der Re« gierung in Breslau der Verwaltungsgerichtsdirek« tor .

von Scheller

zur Zeit bei der Regierung in Schneidemühl beauf. tragt.

Der Oberregierungsrat bei der Regierung in Köslin von Hoffmann

wird zum Regierungsvizepräsidenten in Marienwerder ernannt.

Zu Polizeipräsidenten werden ernannt die bisherigen kommissarischen Polizeipräsidenten in Königs­berg. Landrat Berner, in Elbing Oberregierungsrat

von klinckowström,

in Magdeburg Oberregierungsrat

Freiherr von Rordenflychl,

in Kiel Landrat

Graf zu Rantzau,

in Altona Regierungsrat Dr. Diefenbach, in Essen Poli­zeipräsident Dr. Wiesmann, in Köln Polizeikommandeur Lingens, in Kassel Regierungsrat

von kotkwih.

Zu kommissarischen Polizeipräsidenten werden er­nannt: in Oppeln der Regierungsrat beim Oberpräsidium in Breslau, Dr. Horstmann, in Gleiwitz der Landrat des Kreises Falkenberg, Wackerzapp, in Erfurt Regierungsrat

Die nächsten Tage werden, wenn nicht alles wieder stärker im Zeichen der Innenpolitik » wenngleich selbstverständlich die wichtigen uße'np olitisch en Vorgänge nach wie vor betei.igten und dafür verantwortlichen Ressorts erhebliche Kopfschmerzen bereiten. Die nauszögerung der Weltwir-tschafts- «ferenz wird besonders in den Kreisen der iltschen Wirtschaft sehr bedauert. Man macht nders Frankreich für diese Tatsache ver- lortlich, das sich gegenwärtig jedes Zugeständ- allgemeiner Art nur mit Mühe abringen läßt.

die Aussichten der Fünfmächtekonferenz in iwn sind gegenwärtig noch immer umstritten. Lonald versucht in dauernder Fühlungnahme Paris und Berlin eine für alle tragfähige Hs für die Besprechungen aufzubauen. Es aber zweifellos, daß dabei nicht nur von Her- Forderungen erhoben werden, sondern auch reutschländ Forderungen stellen muß. Die deutsche Regierung ist keinesfalls bereit, gewissermaßen ms glatte hinein zu verhandeln. Sie erhebt, wie man m zuständigen Kreisen ernst versichert, zum min­desten die Forderung, daß die Londoner Verhand­lungen auf "eine andere Basis gestellt werden, als die für Deutschland untragbaren Besprechungen bei der Abrüstungskonferenz in Genf. Es wird durchaus darauf ankommen, welche Schritte von Frankreich unternommen werden, um den Gleich­berechtigungsforderungen Deutschlands schon vor Beginn der Londoner Besprechungen Rechnung zu tragen. Macht m diesem Punkte Frankreich Schwierigkeiten, so ist nicht zu sehen, zu welchem Zweck überhaupt eine Fünfmächtekonferenz zusam­menberufen werden soll. Sie bietet nur dann Aus­sichten für einen internationalen Fortschritt, wenn auf ihr tatsächlich eine Bereinigung der letzten ungelösten Genfer Streitfragen zu erwarten ist.

Mutsterialdirettor Walter vom Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft

führt die Kommission, die sofort nach dem Be­kanntwerden der für Deutschland so schwerwiegenden italienischen Devisen-Rationierung nach Rom fuhr, um dort über die deutschen Einfuhr-Kontingen­tierungsmaßnahmen und die italienischen Devisen- Rationierungen sür den Import aus Deutschland zu verhandeln.

Aber diese Parole muß, wenn sie sinnvoll sein soll, auch den Mut zur raschen Vornahme als notwendig erkannter Korrek- huren einschließen. Es.scheint, als ob der Augenblick gekommen wäre, wo e.s an der Zeit ist, daß die Regierung einmal auch diese Art von Mut beweist!

Lieblose nationalsozialistische Kritik an den Freunden von gestern".

Zu Sem Konflikt mit Italien wegen der De­visenregelung schreibt derVölkische Beobachter" u. a.: Die Herren Papen-Neurath hätten das un- vergänglische Verdienst, nun auch das letzte Land, das uns im Kampfe gegen Versailles im­mer zur Seite gestanden habe, vor den Kopf ge­stoßen und einen Wirtschaftskrieg heraufbeschworen zu haben, der zu schweren außenpolitischen Schä­digungen führen könne. Die Regierung bilde sich anscheinend ein, unbesorgt einen fröhlichen Wirt­schaftskrieg mit einem Staate führen zu können, von dem sie in Äenf die Unterstützung der deut­schen Forderungen erwarte.

Die überraschend schnelle Regelung der Kon- entsrage in Belgien hat wenigstens in Jtnfofen Gemütern die gefährliche Wirkung Mvt, daß man sich über den weiteren Verlauf ££ Dinge optimistischen Hoffnungen hingab. Weich entstand eine Falschbewertung der Maß- r°e, und damit die Gefahr, daß man das Ver- Meu der übrigen Staaten gegenüber den deut- Z.EN Kontingentforderungen nicht richtig einschätzen ®U£oe. Es ist notwendig, sich zu vergegenwärti- -su, daß die belgische Lebensmittelausfuhr nach Deutschland in den ersten sieben Monaten des Wes 1932 nur zirka 15 Millionen RM. betrug, J^bon anteilgemäß für die letzten beiden Monate

Jahres 1932 nun auf Grund der Verem- ngen mit der deutschen Kontingentkommission 50 Proz. ausfallen werden. Dabei ist noch bedenken, daß die Hauptsaison der belgischen ensmiitelausfuhr nach Deutschland vorüber ist.

Ausfall, den Belgiens Ausfuhr erleidet, ist wcht sehr erheblich.

Aus der Tatsache, daß die holländische nsmittelausfuhr nach Deutschla-nd in den ersten n Monaten des Jahres rund 90 Millionen betrug, und daß die holländische Lebens- etaussuhr bei weitern nicht in dem Maße, wie veigi'che, Saisonschwankungen unter« t«s,ct9£bt sich ohne weiteres, daß die ableh- avere Haltung Hollands gegenüber

Vorschlägen keineswegs auf eine tjifoVsM) unfreundlichere Haltung, sondern ganz auf sehr naheliegende wirtschaftliche Er- Sn'. zurückzuführen ist. Trotz ihrer starken auf dem europäischen Markt leidet die ^nvi'che Landwirtschaft ganz besonders schwer Den Folgewirkungen der Krise, da ihr Pro- Msn^sibamt durchaus eingestellt ist auf die KTOung seiner erheblichen, auf die Konjunktur E/ Wer Jahre zugeschnittenen Leistungsfähig-

holländischer Seite wurde zu den int W beendeten deutsch-holländischen Kontingen-

Das englische Außenmini st erium gab in der Nacht zum Mittwoch folgende Verlaut­barung heraus:Die englische Regierung ist mit den Regierungen Frankreichs, Deutschlands und ms in Verbindung getreten, um sich zu ver­

gewissern, ob die Schwierigkeiten, die durch den Austritt Deutschlands aus der Abrüstungskonferenz entstanden sind, zum Gegenstand eines Meinungs­austausches unter ihnen gemacht werden könnten. Die Angelegenheit wird noch erwogen. Die engli­sche Regierung hat aber zu verstehen gegeben, daß, wenn das Verfahren als richtig angesehen wird und allgemeine Zustimmung findet, sie gern bereit wäre, eine Konferenz zu diesem Zweck nach London onzuberufen."

Ernennungen.

Die alle Zeit steigt wieder herauf!

wtb. Berlin. 5. Ott. (Eig. Meld.) Wie der amtliche preußische Pressedienst mitteilt, hat das preußische Staatsministerium in seiner Sitzung vom 4. Oktober 1932 u. a. folgende Personalver« änderungen beschlossen:

Mit der kommissarischen Verwaltung der O b e r« präsidien werden beauftragt in K ön i g sb e r g Regierungspräsident a. D. Kutscher, in Bres­lau der Landrat in Reichenbach

Graf von Degenfeld,

in Kiel der Vizepräsident des Oberprästdiums Kiel, Dr. Thon,

in staffel für Hessen-Nassau der sturator der Universität Marburg. Geheimer Oberregie- rungsrat Dr. Dr. Dr. von Hülsen.

Der Vizepräsident des Oberpräsidiums in S ob« lenz, Guske wird beurlaubt. Mit der Wahr­nehmung der Geschäfte des Vizepräsidenten des Oberpräsidiums in Koblenz wird vertretungsweise Oberregierungsrat Flach vom Oberpräsidium daselbst beauftragt.

Der Regierungspräsident in Erfurt, Dr. Freyseng wird in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Zum kommissarischen Regierungspräsi­denten werden ernannt in Stettin der Land rat in Itzehoe, Löppert, in Erfurt wurde der Ministerial­dirigent im preußischen Ministerium des Innern, Bachmann, ernannt, zum kommissarischen Vize­präsidenten in Münster der frühere Staatssekretär in der Reichskanzlei Dr. Pünder.

Auch der Regierungsvizepräsident in Erfurt, Fischenich, wird in den einstweiligen Ruhe­stand versetzt, aber gleichzeitig mit der vertretungs­weisen Verwaltung des Kreises Grevenbroich-Neuß beauftragt. Zum Regierungsvizepräsidenten in Erfurt wird der Landrat des Kreises Grevenbroich-

cnb. Paris. 5. Oki. (Eig. Meld.) In den Morgenblättern wird mehrfach an Herriot das Ersuchen gerichtet, dem englischen Vorschlag einer neuen Konferenz zur Behandlung des Fragen­komplexesGleichberechtigung und Abrüstung" aus dem Wege zu gehen. Einzelne Blätter glauben, näheres über die Unterhaltung Her« riots mit Sir John Simon mitteilen zu können^ die gestern bei der Durchreise des englischen Außenministers stattgefunden hat. Nach dem Ma- tm hat Herriot zu dem englischen Vorschlag bis­her weder Nein noch Ja gesagt; er hat vielmehr verlangt, daß, ehe er sich endgültig entscheidet, eine. Reihe von Vorfragen geklärt werden. Diese drei Fragen werden vom Matin angeführt. Wenn sie in dieser Form aufgeworfen worden sind, so hat Herriot damit eigentlich doch bereits zu dem Konferenzvorschlag Stellung genommen, und zwar m negativer Form. Dem Matin zufolge wünschte er zu wissen, ob man sich in London zu­nächst die Zustimmung Berlins gesichert habe. Ferner hat er die Frage aufgeworfen, in welchem Geist das Kabinett Papens eintreten« denfalls bereit sei, an der Konferenz teil- zunehmen. Wenn dies zutrifst, würde es darauf hinauslaufen, daß Deutschland sich, noch ehe es sich an den Konferenztisch setzt, bereits vor­her die Hände binden soll. Schließlich möchte Herriot wissen, ob Deutschland die Bedingungen aufrecht erhalte, die es für seine Beteiligung an der Abrüstungskonferenz gestellt hat. Dem Ma­tin zufolge hat Herriot den englischen Außenminli- fter aufgefordert, sich hierüber mit Berlin ins Einvernehmen zu setzen. Erst wenn Frankreich eingehend unterrichtet sei, werde es zu dem eng­llschen Vorschlag Stellung nehmen.

Journal will von zwei weiteren Bedingungen Herriots wissen. Die erste wäre, daß die ange­regte Konferenz in Genf, und nicht, wie geplant, m London stattfindet, daß auch Belgien und Polen zugezogen werden. i

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