Einzelbild herunterladen
 

Zahrg. 59.

Mittwoch, S. Okkober 1932

irr. 230

Sunkle Tage für die deutsche Autzenpolitik

Außenminister Freiherr

Me Serie neuer Schwierigkeiten

lung zu nehmen.

.j

Mckn hofft, durch eine Regelung zu Rückkehr zur ermöglicht.

diese privaten Besprechungen erreichen, die Deutschland die Abrüstungskonferenz

Teilnahme an Besprechungen über die Gleichberechti« gungssrage sich nicht auf der Grundlage der Ansichten vollzieht, die in dem englischen und französischen Memo« randum zum Ausdruck gekommen sind.

Monatlich 1.65 einschließl.Postgebühr (48Pfg3°hneZustellg. Anzeigen-Preise: Kleinzeile (Col.) lokal 0.15 KM., auswärts 0.20 KTO. Reklamezeile: lokal 0.60 RM., auswärts 0.80 RM. Bei Wiederholungen Rabatt. Postscheckk. Frankfurt a. M 4051.

Largeldlose Arbelksgemeinschasken.

Ein Erlaß des Reichskommissars für Preußen.

Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt hat Dr. Bracht unter dem 27. September einen Erlaß über bargeldlose Arbeitsgemeinschaften herausgegeben der sich gegen die .Versuche richtet, durch Schaffung sogenannten Girogeldes oder dergleichen und unter Mithilfe be­sonderer zu diesem Zwecke gebildeterArbeitsgemeinschaf­ten" (Ausgleichskassen und ähnliche Organisationen) einen besonderen Zahlungsverkehr ins Leben zu rufen/ Ein chleoss Verfahren, heißt es in dem Erlaß, begegne schwer­wiegenden Bedenken. Es handele sich um eine neue A r t der Geldschöpfung, die ernste währungspoli­tische und kreditpolitische Gefahren in sich schließe.

Soweit an solchen Verfahren Gemeinden und Gemeindeoerbände beteiligt sein sollten, soll dies« Beteiligung sofort aufgegeben werden und neue Beteiligungen sollen nicht mehr erfolgen.

industriellen, dasJournal des Dsbats", im Hinblick auf die Vorgänge in der deutschen Außen­politik offen auszusprechen wagt,

daß die einzige Antwort, die Deutschland erteilt werden muß, die Wiederbeseßung von Mainz ist".

Die Forderung nach der Wiederbeseßung des Rheinlandes alsPfand" wird in Versammlungen und in der Presse Frankreichs mehr und mehr er­hoben. Sie kennzeichnet einen geradezu erschrecken­den Rückfall in die Zeiten des brutal­sten Ba rb a ri.smu s.

innere Unruhe und hie Nervosität zu verbergen die die Reichsregierung gerade hinsichtlich ihrer Maßnahmen in Preußen mehr und mehr bedrängen. Es ist doch wirklich em star­kes Stück, von dem freiheitlichen Sinn gerade des süddeutschen Bürger- zu verlangen, daß er das Regieren im Kommandoton und die obrigkeitliche Anmaßung gegen den Untertanen" als der gegenwärtigen Regie, rungsweisheit höchste Krönung zu betrachten. Im übrigen bietet dieser Vorfall wieder einen Beitrag dafür, wie es den Ländern und ihrer freiheit­lichen Entwicklung ginge, wenn gewisseReichs- reform"-Pläne der gegenwärtigen Regierung in die Wirklichkeit umgeseßt würden.

Die deutsche Abordnung, die im Zusammenhang den Kontingentierungsplänen der Reichsregie­rung Ende vergangener Woche iln Brüssel mit der belgischen Regierung verhandelte, ist Sonntag vormittag in Haag eingetroffen, wo am Montag­vormittag ähnliche Verhandlungen mit Vertretern der holländischen Regierung begonnen haben.

MllwWchafkskoiiferenz in London.

wtb. Genf, 4. Oktober. (Erg. Meld.) Die Welt- wirtichastskonferenz soll wahrscheinlich am 1. oder 20. Februar 1933 m London stattfinden.

NeueBter-Bilbungen.

Während die Reste der Deutschen Volkspartei unter Führung Dr. Dingel deys sich wieder zur Reichstagswahl am 6. November auf den An- hängerwagen Hugenberg.s begeben haben, sind sich die anderen Splittergruppen und Par- teienrefte noch nicht einig geworden. Zur Zeit un. terhalten sich in Württemberg die Staatspartei,. Wirtschaftspartei, Volksrechtspartei, der Christ­lich-Soziale Volksdienst und der Bauernbund über die Aufstellung einer gemeinsamen Liste für die Reichstags wähl Diese Bewegung soll dann auch auf das Reich übergreifen. Einen Erfolg werden aber diese Sammelbestrebungen nicht haben, weil die sich hier treffenden Parteien und Gruppen in Kurs und Ziel ihrer Politik so unterscheiden, daß eine einheitliche Linie nicht zu finden ift.

Nun kommt derDeutsche Nationalverein", der aber nicht bei der Wahl mit Kandidaten auftreten will. Er will es sich zur Aufgabe machen, das f»genannte freiheitlich-nationale Bürgertum, also die früheren Liberalen, Fortschrittler, auch die Volksparteiler zu sammeln, die die Parole D i n« gekdey ablehnen. Auch das wird niemals eine lebensfähige politische Gruppierung. Vor al. lern fehlt ihr troß der gegenteiligen Behauptungen jene sog. Weltanschauungsbasis, die in der Vor­kriegszeit vor allem eine liberale Sammlung er­möglicht hatte.

Mehr Aufmerksamkeit und Interesse dürfen da­gegen die Sammlungsbestrebungen derer beanspru. chen, welche mit stiller Unterstützung der Reichs­regierung eine Art von Papen-Block bilden wollen. Man hat sich dabei nicht gescheut, den Herrn Reichspräsidenten in diese Blockbildung ein­zubeziehen und seine Autorität zu mißbrauchen für egoistische Führer- und Parteizwecke. Den Ton geben hier die Deutschnationalen an. In der Presse ist davon gesprochen worden, daß eine Neukonstituierung des Hindenburg-Ausschusses ge. plant sei, daß man ihn alsPapen-Ausschuß" mo­bilisieren wolle.

Dagegen wenden sich nun sehr scharf die Leiter des Arbeitsausschusses der Vereinigten Hindenburg- Ausschüsse, wie dieLandvolk-Nachrichten" am 29. Sept, mitteilen. Danach sei Landrat a. D. Dr. Ge r e ck e nicht gewillt, Bestrebungen zu unterftüt. zen, welche den Hindenburg-Ausschuß von seiner grundsätzlichen Zusammensetzung entfernen müß­ten. Es könne nie die Aufgabe eines überpar. tetlichen Hindenburg-Ausschusses sein, für ir­gendeine Partei ober Regierung Steh,

Anzeiger für die Stadl Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblakt.

wtb. London, '4. Oft. (Gig. Meldg.) Reuter meldet aus Genf: Es verlautet, daß die britische Regierung mit der französischen, deutschen, italie­nischen und amerikanischen Regierung hie Möglich­keit der Abhaltung einer Konferenz in London zur Fortsetzung der Besprechungen erörtert, die die­sen Sommer in Bessinge bei Genf begonnen hat­ten, wo Staatssekretär Stimson während der Abrüstungskonferenz sein Hauptguartier hatte.

Eine landwirtschaftliche Protestaktion.

Der Deutsche L a n d w i r t s ch a st s r at, der Reichslandbund und die Vereini­gung der deutschen Bauernvereine geben bekannt, daß sie an den Herrn Reichskanzler und an den Herrn Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft ein Telegramm gerichtet ha­ben, in dem dagegen protestiert wird, daß eine von verschiedenen Reichsministerien zu Mitteilungen benutzte Korrespondenz am Samstag Ergeb­nisse der Brüsseler Verhandlungen über Agrarkontingente veröffentlicht habe. Durch diese Ankündigung voraussichtlicher weiterer Zugeständnisse würden weiterge­hende Ansprüche der noch ausstehenden Verhand» lungsgegner herausgefordert. iDe zweckentfpre» chenide Durchführung der von der Reichsrsgierung beschlossenen Einfuhrkontingentierung wird nach Ansicht der protestierenden Verbände durch die Veröffentlichung gefährdet.

Besprechung tzerrrots mit Tyrrell.

wtb. Paris, 4. Oktober. (Eig. Meld.) Zuber Unterredung, die Ministerpräsident Herriot gestern abend mit den aus seinem Urlaub znrückgekehr- ten englischenBotschafter LordTyrrell hatte, glaubt Erelsior mitteilen zu können, daß es sich dabei um die Vorbereitung der Wie­deraufnahme der englis ch -f r a n z ö f i - scheu Verhandlungen tu der Abrii- stungsfrage handelte, die infolge der Umbil­dung des englischen Kabinetts für einige Zeit un­terbrochen werden mußten. Man nehme an, so schreibt das Blatt weiter, daß der englische Außen- mtnifter, Sir John Simon, heute bet feinem kur­zen Aufenthalt tu Paris dem französischen Ministerpräsidenten über die Ausarbeitung der ver­schiedenen in Genf vorbereiteten Pläne über eine Abrüstungsformel unterrichten wolle und daß der englische Botschafter diese Unterredung bereits vor­bereitet habe. .

cnb. Gens, 4. Ott. (Erg. Meld.) Der eng- Itzche Außenminister Sir John Simon ist heute vormittag im Flugzeug nach London zu­rückgekehrt. Wie verlautet, wird Sir John Simon tn Paris seine Reife unterbrechen und eine Be­sprechung mit dem französischen Mi nisterpräsidemen Herriot haben. In Genf bringt man diesem Pariser Aufenthalt Sir John Simon mit den Ge­rüchten über die Einberufung einer Mächte - Konferenz über die Abrü­st ungsfrage zusammen. In französischen Kreisen betont man hier immer wieder, daß eine solche Konferenz zumindest verfrüht sei. Diese französische Auffassung wird von feiten der Klei­nen Entente-Staaten sekundiert. Diese Staaten hatten gestern nachmittag eine Zusam­menkunft, in der man sich scharf gegen die Siro» Berufung einer solchen Konferenz ausgesprochen haben soll.

Deutschland und die geplante Fünfmächtekonferenz.

ERB Berlin, 4. Okt. (Eig. Meld.) Zu der Genfer Reutermeldung über eine Anregung Äcr englischen Re­gierung mit der französischen, der deutschen, italienischen und amerikanischen Regierung die Möglichkeit der Abhal­tung einer Konferenz in London zu erörtern, um die Be­sprechungen fortzusetzen, die im Sommer in Genf begon­nen hatten, erfahren wir von unterrichteter Seite, daß die deutsche Regierung selb st ver stündlich derartige Meldungen mit großem Interesse verfolgt. Man steht in hiesigen Regierungskreisen auf dem Standpunkt, daß die Besprechungen vom vergangenen Sommer nicht ohneweiteres fortgesetzt werden können. Durch den Meinungsaustausch zwischen der deutschen Regierung einerseits und der englischen und französischen Regierung andererseits hat sich die Situation so verschärft, daß Deutschland Sicherheiten dafür haben muß, daß feine

o. Neurath will Nicht vor dem Auswärtigen Ausschuß erscheinen. Sei offiziösen Kundgebungen hat das Kabinett v. Popen keine glücklichen Sachwalter.

die Feststellung anders deuten, daß eine Rückkehr zum status quoante unmöglich fei? Allerdings steht die Lytton-Kommission auch auf dem Stand­punkt, daß eine formelle Annektion der Mandschurei durch Japan nicht in Frage kommen könne. Die Mandschurei fei daher als autonomer Staat mit fapanischen Beratern unter nomineller Souveränität Chinas zu konstituieren. Es ist nur einer der Vorschläge, den die Lytton-Kommission hiermit macht, aber daß dieses klassische Monstrum eines Kompromisses überhaupt in ein so hochbedeutsames, offizielles politisches Dokument aufgenommen werden konnte zu einer Zeit ausgenommen werden konnte, wo Japans Absichten, nun auch einzelnen Teilen des eigentlichen alten Chinas zu Leibe zu gehen, schon deutlich zutage traten . . . das kennzeichnet den Mangel an Mut zur Sachlichkeit und zu reinlicher Lösung deutlicher, als es die eingehendste Analyse des ganzen Berichts tun könnte.

Handelsschwlerigteiken mit alten.

Die Ankündigungen, daß sich die italienischen Abwehrmaßnahmen gegen die deutsche Kontingent­politik zu einerWirtschafts block ade ge­gen Deutschland auswirken würden, haben sich nunmehr bestätigt. Die Anweisung an die italienischen Banken, den Importeuren deutscher Waren die zur Bezahlung nötigen Devisen zu sper­ren, müßte praktisch das Ende der deut­schen Einfuhr nach Italien bedeuten. Der deutsche Botschafter hat sich, wie verlautet, sofort mit der italienischen Regierung in Verbindung ge­setzt, um einen rnodus vivendi zu finden, der etwa bis zum 1. Januar dauern und die Zeit bis zum Abschluß der Handelsvertragsverhandlungen aus­füllen loll. Die deutsche Kontingentkommission wird am Dienstag vorn Haag nicht erst nach Paris, son­dern unmittelbar nach Rom fahren, um durch etwaige Zugeständnisse die Zu­rücknahme der scharfen italienischen Devisenbestimmungen zu erreichen.

Die Zentrumskorrespondenz bemerkt zu der An­gelegenheit:

Die gegebene Situation wird als sehr ernst be­urteilt, um so mehr als man gerade von Italien am allerwenigsten solche Maßnahmen er­wartet hätte. Aber dieser Fall ist nicht der erste, bei welchem es sich herausstellt, daß die Reichs- regierung in vollständiger U n- kenntnisder wahren Stimmung des Auslandes entscheidende Schritte unternimmt, deren Auswirkungen von Anfang an nicht genügend durchdacht werden.

Lelland verbietet die Einfuhr deutscher Wollstoffe.

cnb. Riga, 4. Ott. (Eig. Meld.) Das let- läninsche Finanzministermm hat ein Einfuhrverbot für Wollstoffe erlassen. Bisher wurden Wollstoffe vornehmlich aus Deutschland bezogen.

Berechtigte Kritik.

Wir haben schon zu der offiziösen Verlautba­rung Stellung genommen, in der sich in ganz un­zulänglicher Weise der Preußenapparat der Reichs­regierung gegen den badischen Staatspräsidenten Dr. Schmitt gewandt hat. Die Zentrumskorrespon­denz sagt zu der Angelegenheit u. a. folgendes:

Aus Kreisen der Reichsregierung wird dem badischen Staatspräsidenten vorgeworfen, daß er Parteipolitik und Staatspolitik nicht auseinander- zuhalten vermöge, daß. er vielmehr die Staatspoli­tik in das Gebiet der Parteipolitikherunterziehe". Diese Art und Form der Kritik ist etwas ganz Un­gewöhnliches, um nicht zu sagen Ungehöriges. Es ist eine Methode, gegen die im Interesse der Wahrung der Autorität der Länder auf das ent­schiedenste . Einspruch erhoben werden muß. Aus dieser Erklärung der Reichsregierung spricht e i n Absolutismus, gegen den es nur eine einheitliche geschloffene Front aller freiheitlich Gesinnten geben kann. Im übrigen ist die so betonte starke Geste der Reichs­regierung nicht echt, nur schlecht vermag sie die

Zur Wiederwahl Polens.

CNB. Paris, 4. Okt. (Eig. Meldg.) Der Wiederwahl Polens in den Völker­bunds rat geben die französischen Blätter und wie es heißt auch in diesem Fall wieder nach einem mot d'ordre der französischen Delegation in Genf eindeutig die Auslegung, als ob darin eine Spitze gegen Deutschland gelegen wäre. So schreibt Petit Parisien u. a. die Völker- bundshauptoersammlung habe einerseits Polen, das sie als Großmacht anerkenne, die Möglichkeit belassen, auf der Stufe völliger Gleichberechtigung Seinen Nachbarn zu antworten, andererseits auch den Vertretern Deutschlands eine ernste Warnung erteilen wollen. Auch die übrigen Blätter bedienen sich der gleichen Argumente.

Diese bedauerliche Auslegung ist möglich ge­worden, weil man in deutschen Nationallsten-Krei- sen die N i ch t w i e d e r w a h l Polens öffentlich gefordert hatte, ohne wohl über die Durchführbar­keit oderN'.chtdurchführbarkeit sich ernstereGedanken zu machen. Außenpolitische Fragen sind heikle Fragen. Es gehört Delikatesse zu ihrer Erledigung. Zurück zu Brüning!

Franzosen wollen nach Mainz!

Kennzeichnend für die Stimmung in den franzö­sischen nationalistischen Kreisen ist die Tat­sache, daß das Organ der französischen Schwer­

Londoner Abrüsinngsdesprechnngen?

Widerstand Frankreichs und seiner Trabanten.

Was Lord Lytton sah...

Fernosl-Berichk der Völkerbundskommission.

% Das die vor einem halben Jahr nach dem irrten Osten entsandte, unter Führung des eng- wn Lord Lytton stehende Völkerbunds - Kom-

' Mon auf ihrer Reise durch das japanisch-chine- i Konfliktsgebiet sehen würde, war vorauszu- fchen. Es hätte der Reise nicht bedurft, wenn nicht *r eigentlicher Sinn gewesen wäre, für die doch einmal unumgängliche Stellungnahme des

I ®®tterbunbes noch einen möglichst langen Auf- !£wb zu gewinnen. So lange es internationale Hernien gibt, ist die Bestellung einer derartigen Immission das klassische Mittel für die Rettung

i Us derartigen Verlegenheiten.

I Allerdings nur ein befristeter Behelf, denn - 'Wnal gelangt auch die gründlichste Kommifsion jy" Abschluß ihrer Arbeiten und selbst wenn dann MfAuftraggeber, der Völkerbund also, sich noch ^rrtai eine ausgedehnte Frist zum Studium der g^flebniffe des Kommissionsstudiums bewilligt, so .stauch diese Frist einmal ab. Die Welt hat

Eg lings noch reichlich einen Monat Zeit, bis der &uni> das Studium des immerhin umfang- 9, " Berichtes beendet hat, aber dann wird eine LJungnabme oder moralischer Selbstmord [ xt tnebr zu umgehen sein.

) . *6 Lytton-Kommission hat ihren Bericht in

m* gegliedert: einen diagnostischen IVreinen therapeutischen Teil. Im ersten jto*! berichtet sie sachlich historisch über die aller I bekannten tatsächlichen Vorgänge, im zweiten wacht sie auf Grund ihrer Diagnose entspre- Vehandlungsvorschläge. Einem Arzt würde vorgeschlagene Verfahren nicht gerade viel wachen, es sei denn, daß ein guter Arzt es ttchtig hielte, den Pfahl, der in den Körper Patienten eingedrungen ist, dort zu belassen BL . Versicherung, daß die Sache schließlich i tn Ordnung kommen werde. Oder darf man

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Welt im Bild" undBuchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 3153, Fuldaer Actiendruckerei 3151 und 3152. ::

Me das Nachrichtenbüro des Vdz. erfährt, hat der Einberufung des Auswärtigen Ausschusses <in Briefwechsel zwischen dem Ausschußvor- lchenden Dr. Frick und dem Reichsaußenministrr tattgefunben. Dr. Frick hat dem Minister feine Mslcht mitgeteilt, den Ausschuß für den 11. Ok- (eber einzuberufen und gefragt, ob der 911 in i« «er bereit sei, in der Ausschuß-Sitzung u erscheinen. Er hat hinzugefügt, er könne k vorstellen, daß die Reichsregierung selbst M Hinblick auf bi e schwierige außenpoli- Nlch e Sage des Reiches Wert daraufHege, mit dem Auswärtigen Ausschuß in Füh 1 ung ui treten, um womöglich eine Stütze für ihre Politik zu finden.

Reichsauhenminister Freiherr v. Neurath hat lat auf mit einem Schreiben geantwortet, in dem (5 heißt: Den Nutzen eines politischen Ge­dankenaustausches zwischen der Reichsregierung und dem Auswärtigen Ausschuß will ich keines­wegs tn Abrede stellen. Zu meinem Be­dauern bin ich jedoch nicht in der Lage, vor dem Auswärtigen Ausschuß zu erscheine^, solange nicht dte ihnen bekannte Frage der Teilnahme der Retchsregierung an den Ausschüssen des Reichs­tages geregelt ist. Was den von Ihnen in Aus­sicht genommenen Termin betrifft, so darf ich er- gebenst darauf Hinweisen, daß die Völkerbunds­versammlung voraussichtlich am 11. Oktober noch nicht abgeschlossen ist, so daß, vorausgesetzt, daß die prinzipielle Frage geregelt wird, die Hinaus­schiebung des Termins zu empfehlen wäre.

Dr. Frick hat daraufhin, wie bereits mitgeteilt, den Ausschuß trotzdem für den 11. Oktober etnbe- rüfen. *

Der österreichische Gesandte Dr. Philipp Frank, der seit dem 29. Juli 1925 Oesterreich in Berlin vertritt, ist, wie wir er­fahren, von seinem Posten abberufen worden. Dem Vernehmen nach wird auch der langjährige Leiter der Presseabteilung der österreichischen Ge­sandtschaft Dr. Wasserbaeck in Kürze seinen Berli­ner Posten mit einem solchen in Rom vertauschen.

Den unerfreulichen Sinn dieser Maßnahmen deutet die K. V. in folgenden Ausführungen an:

Merkwürdigerweise waren es zunächst fran­zösische Blätter, die mit schlechtverhehlter Freu­de von einem Personalwechsel in der österreichi­schen Gesandtschaft in Berlin zu berichten wußten. Franck, der der Großdeutschen Partei angehört, soll angeblich für die schlechte Aufnahme verantwortlich gemacht werden, die das Abkommen zwischen Oe­sterreich und den Weltmächten in der deutschen Presse gefunden hat. An dem Unbehagen, das die­ses Lausanner Abkommen in Deutschland hervor- lerufen hat, ist der österreichische Gesandte völlig unschuldig. Die Kritik findet in der Natur dieses Abkommens ihre Ursache und Berechtigung. In der Abberufung Dr. Francks, dessen Politik sich im« mer auf der Linie des gemeinsamen Interesses der beiden deutschen Staaten bewegte, sehen die Freun­de des deutsch-französischen Angleichungsgedankens eine gewisse Distanzierung der österrei­chischen Politik gegenüber Deutschland. Die­ser Eindruck wird dadurch verstärkt, daß auch der Mgjährige Pressechef der österreichischen Gesandt- Wtst, Dr. Wasserbäk, dem neuen Kurs zum Opfer Men soll.