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irr. 229

Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblakt.

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Well im Bild" undBuchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leilung 3153. Fuldaer Actiendruckerei 3151 und 3152. ::

Dienstag, 4. Oktober 1932.

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Zahrz. 59.

MernsungdesAuswarligenAusschusses.

Md es zu einer parlamentarischen Aussprache über die autzen- politischen Wege der Herren v. Popen-v. Neurath kommen?

Konflikt mit Italien. Abwehrmatznahmen gegen die neuen italienischen Devisen-Neuregelungen.

vdz. Berlin, 3. Oktober. (Eig. Meld.) Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Reichstages, A b g. D r. Frick (Nat.-Soz.), hat, M das Nachrichtenbüro des VDZ. meldet, der kommunistischen Re^stagsfraktion mitgeteM, daß

sich mit dem us w artigen Amt we- enderAnber : m u n g e i n e s T e rm in s für den Auswärtigen Ausschuß in Verbindung gesetzt habe. Er nehme an, tzoß der Reichsautzenminister nach der Rückkehr Itn Genf bereit sei, nunmehr vor dem Ausschutz 1 erscheinen. Sobald er im Besitze der Antwort jes Auswärtigen Amtes sei, werde er die E i n - Berufung veranlassen.

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VDZ. Berlin, 3. Okt. (Eig. Meld.) Der Aus­wärtige Ausschuß des Reichstages ist von seinem Vorsitzenden, dem Abg. Frick (Nat.-Soz.), für Dienstag, den 11. Oktober einberufen worden. Auf der Tagesordnung steht ein Bericht über die Lausanner Verhandlungen.

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wtb. Berlin, 3. Oktober. (Eig. Meld.) Die italienische Regierung hat am Samstag eine De- visen-Neuregelüng in Kraft gesetzt, die als gegen Deutschland g 'tet angesehen werden mutz. Die Bestimmungen de. neuen italienischen DevifM- verordnung sind bedeutend ungünstiger für Deutschland a l s die, die Deutschland für seinen D e v i s e nv e r keh r mit an­deren Ländern getroffen hat. Wie wir von zuständiger Seite erfahren,, werden deut­scherseits Gegenmaßnahmen erfolgen. Nach der ganzen devisen- und wirtschaftspolitischen Si­tuation ist es für Deutschland nicht möglich, die Devisenregelung von der Frage abhängig zu ma­chen, ob wir mit diesem oder jenem Lande freund­schaftlich stehen. Für Deutschland ist nur eine ein­heitliche Regelung allen Staaten gegenüber denkbar.

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Don unterrichteter Stelle wird in diesem Zu­sammenhänge erklärt, daß die Frage der Devisen­regelung mit den augenblicklich im Gange befindli­chen Kontingentverhandlung en Deutsch­lands nichtszu tun habe. Die deutsche Kom­mission, die zur Zeit im Haag weilt, wird morgen zu weitreen Verhandlungen nach Rom abreisen.

Aus Genf.

Polen bleibt im Dölkerbundsrat vertreten.

wtb. Genf, 3. 10. (Eig. Meld.) Die Völker- dundsversammlung hat heute in einer öffentlichen Sitzung der von Polen beantragten Wiederwähl­barkeit zum Völkerbundsrat zugestimmt. Damit hat sich Polen zum zweiten Male für weitere biet Jahre eine Vertretung im Dölkerbundsrat gesichert.

, Die angebliche Viererkonferenz Macdonalds.

, . CNB. Berlin, 3. Oktober. (Eig. Meld.) Zu Zeitungsmeldungen über einen Vorschlag iEacdonalds, eine Viererkonferenz zur Regelung kr Abrüstungsfrage einzuberufen, erfahren wir Unzuständig. Stelle, daß ein dc- '' - Plan an die kutsche Regierung bisher noch nicht Heran­bktrog en worden ist. In hiesigen politischen weisen steht man im übrigen derartigen Absichten Optisch gegenüber.

, wtb. Genf, 3. Okt. (Eig. Meldg.) Der Völ- .^rbundsrat nahm heute vormittag einen Be­acht über Grenzfestlegungen zwischen dem Irak und Serien an. Der französische Unterstaatssekre- Er erklärte, die Beilegung dieses Streitfalles durch Schiedsgerichtsbarkeit habe wieder einmal gezeigt, botz die Methoden des Völkerbundes sich b e w ä h r- "n.

Der Irak in den Völkerbund ausgenommen.

wtb. Genf, 3. Oktober. (Eig. Meld.) Die Völ- krbundsoersommlung hat heute einstimmig die , ^lnahme des Iraks in den Völkerbund beschlof- len.

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Zusammenhang mit der Freitag-Sitzung englischen Kabinetts, in der die Abrüstungs- llage und die deutschen Eleichberechtigungsforde- tzugen eingehend erörtert wurden, ist in London jne Reihe von Gerüchten im Umlauf, die von Mem Eingreifen Englands wissen wol- Weitere Gerüchte über eine neue Londoner sfvferenz zur Erörterung der deutschen An- uuche dürften den Ereignissen vorauseilen.

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. Die Erklärung des Reichsaußenministers vom s^bag tiqr der Presse wird von den Pariser ?«ern als sensationell bezeichnet. Zum ^knmal sei durch den Mund eines amtlichen Meters der Reichsregierung die Versicherung bkgeben worden, daß Deutschland auch der

Arbeit der Abrüstungskonferenz fern- b leib en werde, solange es in der Gleichberech- trgungsfrage keine Genugtuung erhalten habe.

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Reichskanzler von Papen hat dem Berliner Sonderberichterstatter derRepublique" eine kurze Erklärung über die Gleichberechtigungsfrage abge­geben, m der er u. a. feststellt, daß Deutschland nicht beabsichtige, aufzurüsten. Es wünsche aber auch nicht, gerade in dem Augenblick auf die Grundlage seiner Sicherheit verzichten zu müssen, in dem alle anderen Mächte sehr modern aus­gerüstet seien. Er habe den größten Wunsch f ü r den "Fr te den zu arbeiten und erwarte einen Modus vivendi, der es der Reichsregierung er­mögliche, an den Abrüstungsbesprechungen teil­zunehmen.

Bedingungslose Unterwerfung der brasilianischen Aufständischen.

wtb. Buenos Aires, 3. Okt. (Eig. Meld.) Aus Rio de Janeiro wird gemeldet: Die Aufständischen im Staate Sao Paulo haben sich bedingungslos er­geben. Oberst Silva hat die Leitung der Ge­schäfte des Staates übernommen.

Personalveränderungen bei Reichswehr und Reichsmarine. Das Reichswehxminifterium gibt folgende Personalveränderungen bei Reichswehr und Reichsmarine bekannt: Befördert mit Wirkung vom 1. Oktober 1932: Zum General der Infante­rie Generalleutnant v. R u n d st e d t. Oberbefehls­halber der Gruppe 1; zu Generalleutnanten: die Generalmajore Lift, Kommandeur der Infanterie

Aus Offenburg wird gemeldet: Auf dem hier abgehaltenen Land e s par te itag der badischen Zentrumspartei sprach der ba­dische Staatspräsident Dr. Schmitt über feine staatsrechtliche Auffassung hinsicht­lich der innerpolitischen Vorgänge der letzten Zelt, wobei er u. a. ausführte, er spreche der Reichsregierung den guten Glau­ben und den Wüten zur Rechtsobjektivität nicht ab. Die Absetzung der preußischen Regierung vertrage sich aber weder mit dem bundes­staatlichen Charakter des Reiches, noch weniger könne die Absetzung auf Grund des Artikels 48 der Reichs- Verfassung ausgesprochen werden. Ein Reichskommissar könne ernannt werden nur neben, nicht anstelle der Länderregierung, und seine Aufgabe sei nur die Wiederherstel­lung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit, nicht aber auch eine durch­greifende preußische Verwaltungs­reform. Ebensowenig könne die Herbeiführung einer Personalunion zwischen Reich und Preußen zu den Aufgaben des Reichskommissars gehören.

Zur Wiederherstellung der öffentlichen Ord­nung und Sicherheit sei es nicht erforderlich ge- roeien, den preußischen Wirtschafts- Minister Hirtsief er und seine Minister­kollegen von der Amtsführung a u s z u s ch l l e - ßen. Es sei ein Widerspruch, daß bie eingesetzten preußischen Staatssekretäre den M i n i st e r e i d auf die preußische Vers Kng leisteten und trotz der darin enthaltenen rschrist sich weiger­ten, vor dem Preußischen Landtag zu erscheinen.

Weiter stellt der Redner die Behauptung auf, daß der Reichstag entgegen Artikel 25 der Reichs­verfassung zweimal aus demselben An­laß aufgelöst worden sei und vertrat die An­sicht, daß die Wiederholung der Auflösung inner­halb kürzester Frist sich mit der Verfas- |ung nicht vertrage. Inden Augen des

Der 3. Paneuropakongreß wurde am Samstag- vormittag in Basel eröffnet. Auf dem Podium hatten neben dem Präsidenten der Paneuropa- union, Graf Koudenhove-Kalergi, die Vertreter von allen europäischen Staaten, darunter zahlreiche führende Poli­tiker und Wirtschaftler, Platz genommen, darunter auch die Mitbegründerin der Paneuropaunion, Frau Gräfin Ida Koudenhove-Kalergi.

Als erster Redner begrüßte namens des schweizerischen Bundesrates und des Regierungs­rates des Kantons Basel-Stadt Regierungspräsi­dent Dr. Ludwig die 600 Angehörigen von 26 europäischen Nationen. Dem schweizerischen Staats­gedanken, der Organisation der Nationen, dem Völkerbund und der Paneuropabewegung, so führte er aus, liege die gleiche Idee zugrunde, die Idee einer Verbundenheit der Völker über die engen Grenzen der Länder. Für den Pan­europakongretz stehe die Wiederaufrichtung von Europa tm Vordergründe. . L. Lj

schule; Boehm-Tettelbach, Chef des Wehramtes; zu Generalmajoren: charaktierifierter Generalmajor v. Kleist, Kommandeur der 2. Kavalleriedivision: zu Obersten: Hopfs, Inspekteur der Pioniere und Fe­stungen: Dollmann, Artillerieführer 7; Wilberg, Kommandant von Breslau; Braemer, Komman­dant von Insterburg; Blaskowitz, Kommandeur des Infanterieregiments 14 und Landeskommandant in Baden; Schellbach. Artillerieführer 6; Vollmar, Artillerieführer 2; Soldan, Leiter des Beschaf­fungswesens beim Heereswaffenamt; zu Vizeadmi­ralen: die Konteradmirale Foerster. Chef der Ma­rinestation der Nordsee, Albrecht, Chef der Marine­station der Ostsee; zu Konteradmiralen: die Kapi­täne zur See Saalwächter, Abteilungsleiter im Reichswehrministerium, Aßmann (Kurt), zur Verfügung des Chefs der Marineleitung, Moß- mann, 'Oberwerftdirektor der Marinewerft Wil­helmshaven, Zander, Inspekteur des Torpedo- und Marinewesens.

Aus Anlaß des 85. Geburtstages des Reichs­präsidenten beschäftigt sich ein großer Teil der aus­ländischen Presse mit Hindenburg. Aus Philadel­phia fand eine Radioübertragung der dortigen Ausländsdeutschen nach Deutschland statt, bei der eine Botschaft Hoovers verlesen wurde.

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Am Sonntag fand in Potsdam der 1. Natio­nalsozialistische Reichsjugendtag statt, an dem nach Angaben der Aufmarschabteiluna über 90 000 Ju­gendliche teilgenommen haben Es fand ein Vor­beimarsch der nationalsozialistischen Iugendbünde vor Hitler statt, der mehrere Stunden dauerte.

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Der Wiener nationalsozialistische Gauparteitag wurde am Sonntag mit der ll->b»raabe der Fahnen an die Sturmabteilungen durch Reichstagspräsident Goering undStabschef" Röhm beendet.

I

Nach französischen Pressemeldungen sind Ver­handlungen über einen französisch-spani­schen Gebietsaustausch in Marokko im Gange. Die französische Regierung begründe ihren Wunsch mit der Befriedung des gesamten marok­kanischen Gebiets.

Volkes müsse damit eine außeror­dentliche Schädigung des Rechts- ge danke ns, des Autoritätsgefühls und der Volks - und Länderrechte ein- treten.

Bezüglich der künftigen Reichsreform erklärte Dr. Schmitt, dies Problem sei nur auf dem Wege des Volksbegehrens gegenwärtig zu lösen. Bei der Beseitigung des Dualismus müsse Norddeuisch- land vorangehen; Süddeutschland verlange Gegengewichte. So müsse der Reichsrat neben dem Reichstag und der Regierung gleichberech­tigter gesetzgebender Faktor werden. Ein Oberhaus, in dem auch Vertreter der Großstädte sitzen, sei abzulehnen, weil dadurch der bundesstaatliche Cha­rakter und das Wesen des Reichsrates beseitigt würden. Das Gegeneinander oder Nebeneinander von Reich und Ländern müsse beseitigt werden durch eine scharfe Kompetenzabgrenzung zwischen Reich und Ländern. * <.

In den Kreisen des Kabinetts Papen, das von Parteien bekanntlich nichts wissen will, weil deren Vertreter ihm am 12. Septem­ber mit mehr als 500 Stimmen gegen etliche 40 das Mißtrauen votiert ha­ben, scheint man die eindeutigen Ausführungen des badischen Herrn Staatspräsidenten mit sehr wenig Freude vernommen zu haben. Aus dem off'iziöfen Nachrichtenbüro fließt eine Meldung, in der dem badischen Staatspräsidenten vorgeworfen wird, er sei nicht fähig, Partei­politik von Staatspolitik zu unterscheiden, lieber die Preußensache entscheide das Reichsgericht. Die Auflösung des Reichstags fei völlig in das Er­messen des Reichspräsidenten gestellt: Das Ver­halten der preutzi'chen Ministervertreter enthalte keinen Widerspruch. Die Argumente des badischen Staatspräsidenten werden durch diese Einwendun­gen nicht um den Eindruck gebracht werden, den sie zu machen berufen sind.

Hierauf sprach für Deutschland der frühere Reichsminister Koch-Weser. Er betonte, daß in Deutschland das Verständnis für die europäische Zusammenarbeit bestehe und ständig wachse.

Es sprachen weiter für Oesterreich Dr. Stra- kord-Zeltringen, ferner die Vertreter der meisten übrigen Staaten. Für das Internationale Institut für geistige Zusammenarbeit sprach Professor Raymond-Weiß. Durch alle Reden zog sich das Leitmotiv, daß der Zusammenschluß sämt­licher europäischer Staaten auf fö­derativer Grundlage Europa aus der schwierigen Lage befreien und einer besseren Zu­kunft entgegenführen könne. Besonders deutlich fam. dieser Grundgedanke in der Rede zum Aus­druck, mit welcher Graf Koudenhove-Kalergi den Reigen der Ansprachen schloß.

Die Anwesenden redete er, von langanhalten- dem Beifall begrüßt, mitEuropäer und Euro­päerinnen" an. Er betonte, Europa sehe sich von zwei Todesgefahren bedroht, der

Weltrevolution und dem Weltkriege. Stalin bereite den Bürgerkrieg vor, Adolf Hitler den Völkerkrieg. Der Kamps gegen diese doppelte Gefahr lasse sich nur erfolgreich führen durch eine Politik der sozialen und natio- na len Sicherheit, durch eine Politik des europä­ischen Zusammenschlusses. Wir find entschlossen, so sagte Koudenhove-Kalergi, diesen Kampf zu füh­ren auch mit den Regierungen, wenn möglich, und gegen die Regierungen wenn nötig. Im Gegensatz zu den Parteien und Regierungen suchen die Nationen Frieden durch Arbeit und Wohlstand. In diesem Sinne appellieren wir über die Köpfe der Regie- rungen und Parteien hinweg. Wir rufen sie auf zum Eintritt in die große europäische Parier, zum Kampf gegen Krieg und Revo­lution, zum Aufbau des europäischen Staatenbundes. Der Völkerbund fei unfähig, den Frieden zu sichern, erklärte der Präsident. Das Problem der Sicherheit und das der Gleichberechtigung seien.Kern­probleme Europas. Sie könnten nur gemeinsam gelöst werden. Der Paneuropakongreß werde die technischen Voraussetzungen des europäischen Auf­baues durch Sachverständige prüfen. Der Red­ner verwies sodann auf bie s i ch bildenden vier Groß m ä chte der Erde, die i n d i s che Nation, dtp Vereinigten Staaten, den Zusammenschluß der gelben Menschheit und das Britische Weltreich, gegenüber denen Europa, das in 26 politische und wirtschaft­liche Einheiten zerstückelt fei, einen Anachro­nismus bilde. Er stellte zum Schluß die Ver­fassung der Schweiz als Beispiel hin für die Zukunft einer europäischen Eidgeno senschast.

Seine Rede wurde mit langanhaltendem Bei­fall aufgenommen. Dem Kongreß ist eine Reihe von Begrüßungstelegrammen führender europä­ischer Staatsmänner zugegangen, so u. a. auch vom früheren Reichskanzler D r. Brüning.

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Der Europa -Ausschuß des Völkerbun­des, her nm Samstag seine Tagung beendete, sagt in seiner Entschließung u. a.: Der Eu- rovaÄusschuß hat beschlossen, alle Entwürfe, Be­richte und Vorschläge der Konferenz dem Völker- biindsrat und dem im November zusammentre- tenden großen vorbereitenden Ausschuß für die Weltwirtschaftskonferenz sowie sodann der Welt­wirtschaftskonferenz selbst zu übermitteln. Der Völ- kerbundsrat wird beauftragt, unter Hinzuziehung der zuständigen Organe des Völkerbundes einen SackfverstänSigen-Ausschuß für die Ausarbeitung eines Planes über die Schaffung eines Wäh- rungs ftü tzungsfonds einzusetzen. Dieser Ausschuß soll bereits bis zum 11. November seins Vorschläge den interessierten Mächten vorlegen, die fodann auf der Dezember-Tagung des Europa- Ausschusses geprüft werden sollen.

In der Entschließung erklären sich ferner dis Staaten jetzt schon bereit, den Abschluß von Handelsverträgen auf der Grund- lagederBeschlüssederStresaerKon- ferenz mit allen Mitteln zu unterstützen. Auf der Dezember-Tagung des Europa-Ausschusses soll sodann die Frage des Währungsstützungsfonds und des Valorisierungsfonds für Getreide behandelt werden.

Dieser Beschluß des Europa-Ausschusses wurde jedoch nur unter Anmeldung von Vorbehalt ten fast aller Mächte angenommen. Die englsiche und die deutsche Regierung machten formell den gleichen Vorbehalt hinsichtlich der finanziellen Be­teiligung an den beiden vorgeschlagenen Fonds. Der deutsche Vorbehalt geht dahin, daß für Deutsch­land irgend welche finanziellen Barzahlungen für die beiden Fonds nicht in Frage kommen und daß Zugeständnisse nur auf dem Gebiet der Vorzugs­verträge liegen könnten. Der Ausschuß nahm ferner den grundsätzlichen Vorbehalt an, daß die Rechte dritter Staaten gewahrt bleiben, und daß die endgültige Stellungnahme zu den Strefaer Beschlüssen erst nach der Durcharbeitung und Prü­fung der Beschlüsse erfolgen soll. Ferner wurde festgestellt, daß die auf der Strefaer Konferenz be­handelten Fragen endgülitg erst im Rahmen der kommenden Weltwirtschaftskonferenz entschieden werden könnten.

Durch die allgemeinen Vorbehalte und Reser­ven der einzelnen Mächte erscheint das Gesamtwerk von Strefa nach allgemeiner Auffassung stark durchlöchert. Insbesondere ist die Bildung des Valorisierungsfonds für Getreide und des Wäh- rungsftützungsfonds durch die Vorbehalte der gro- ßen Mächte stark in Frage gestellt.

Die Deutsche Staatspartei hielt in Mannheim eine Kundgebung ab, auf der Reichs­finanzminister a. D. Dietrich. Bürgermeister Dr. Peterfen und der württembergische Wirtschaftsmi­nister sprachen. ________

Reformen bei der englischen Marine.

wtb. London, 3. Okotber. (Eig. Meld.) Der Marinekorrespondent des Daily Telegraph will wissen daß die britische RegGrung eine weitge­hende Veränderung in der bisherigen Vertei­lung der britischen F l o t te n f r ä f t e plane. Danach sollen die Schlachtschiffe der Hei- matflotte und der Mittelmeerflotte miteinander vereinigt und künfitg in den heimischen Gewäs­sern konzentriert werden. Die Mittelmeerflotte soll noch dem Korrespondenten in Zukunft nur noch aus Kreuzern, Zerstörern und U-Booten mit meh­reren Flugzeugmutterschiffen mittleren Typs be­stehen. Die britische Admiralität vertritt den Stand­punkt, daß die Tonnage aller Kriegsschiffstypen herabgesetzt werden sollte, und daß man mehr Wert auf die Zahl der Kriegsschiffe als auch eine gesteigerte Kampfkraft der einzelnen Einheiten legen sollet.

Ein

Vorstoß der Badenser.

Rrichsverfassung. Der badische Staats-

Für

Präsident Dr. Schmitt über das Verhältnis Reich und Länder.

Europäer und Europäerinnen!

Paneuropa-Rongretz in Bafel.