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30. September

Beilage zur Fuldaer Zeitung

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bis dann vor kurzem der Sohn die im Jahre 1891 ge- löste Fahrkarte nahm und damit nach Europa fuhr.

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Ob es fünf Talente sind oder nur zwei oder eines, nicht darum handelt es sich, sondern ob

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Zucht. Daher wieder mehr Festigkeit, mehr gute Führung in die Erziehung hinein!

Weil Vaters Einfluß fehlt, erzieht die Mutter ost allein und läßt nicht selten die Zügel am Boden schleifen; daher die Verweichlichung in der Erziehung. Wenn auch der Mutter Wesen zur Weichheit neigt, kann sie doch darum verständig und fest erziehen, wie es der Vater sonst täte. Dazu gehört allerdings genaue Ueberlegung und viel Selbstzucht. Es ist ja auch nicht der geringste Segen des Familienlebens, daß Eltern um ihrer Kinder willen gezwungen sind, sich selber in ernste Zucht zu nehmen.

Eltern haben den begreiflichen und natürlichen Wunsch, ihre Kinder gut zu versorgen, ihre Zukunft zu sichern. Darum arbeiten, sparen und entbehren sie. Auch das ist zu verstehen. Es soll aber nicht übersehen wer­den, daß Erfolg und Glück der Kinder mal in hohem Grade von ihre gesamten Lebenstüchtigkeit abhängt. Diese jedoch beruht zum großen Teile in einem zuverlässigen, gediegenen Charakter; zu ihm hin muß erzogen werden, und am meisten ist die Familie dazu berufen. Hier gilt des Dichters Wort:

Der Tugend beste Pflanzstatt ist das Haus!

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Kraft ausmündet.

Da ist eine Versammlung von jungen Menschen, sol­chen, die eben fertig werden mit der Schule ,die ins Le­ben treten wollen, ein wenig ängstlich, ein wenig zögernd, mit einer kleinen, verhaltenen Freude und viel Suchen und Fragen. Sie alle, diese jungen Mädchen, horchen auf ältere, die schon im Berusskampf stehen, und sie wollen wissen, wie es in den einzelnen Berufen aussieht. Sie horchen, und es wird ihnen bange und eng ums Herz, so wenig ermutigend ist es, was die junge Bankbeamtin spricht mit traurigem, vergrämtem Gesicht. Und das ist der Sinn ihrer Rede: keiner, gar keiner soll ihren Beruf ergreifen, es ist der trostloseste, den es gibt Oedland ewig langweiliger Zahlen umgibt einen, grau hängt sich eine Stunde an die andere, und man weiß nicht, warum und wozu man solche Arbeit tut. Nie ein Ausatmen, nie ein Beglücktschaffen. . . .

Aber sie hat noch kaum ausgeredet, als ihr die zweite ins Wort fällt, selbst junge Bankbeamtin, weiterfuhrt, was es um jenen Beruf fei, aber gerade im entgegenge­setzten Sinn. Mit leuchtenden Augen berichtet sie, wie in dieser Arbeit immer Neues, immer Interessierendes mitschwänge, wie sie keinen Augenblick allein und isoliert dastände, sondern immer mit eingeschlossen sei in das große Netz des Weltgeschehens, das bis zu ihrem kleinen Posten flute, Länder und Sprachen und Daseinssormen miteinander verbinde. Und wie die beiden Frauen nach­einander berichteten, verkörperten sie in ihrer Art die großen Prinzipien des Verkümmerns, weit fort von allem Sein, und andererseits der Verbundenheit mit allem Geschehenden, das beglückt geahnt wird.

Ein zweiter kleiner Lebensausschnitt macht mich be­denklich. Das sind die Briefe der jungen, und was wich­

tig ist, sehr begabten Mathematikerin, deren Lebens- I fdjifflein nun aber starken Kurs auf die Ehe zu genom­men hat. Diese Briese sind ein trauriges Klagen über den Zwang der Arbeit, die sie vorläufig der Verhältnisse hal­ber noch auf sich nehmen muh, die ihrem fraulichen Sein nicht entspräche, die sie weit abführe vom Leben und dem aktiven Wirken, mit einem Wort, die ihre besten Eigen- fchaften brachlege und verkümmern ließe. Ich muß dabei jetzt manchmal an diesen putzigen, dünnen Mathematik­professor mit dem warmen, immer Leben und Lehre ver­bindenden Herzen denken, wie er etwa eine mathematische Figur betrachten und immer wieder nur das eine betonen konnte: wie wunderbar sie geschaffen fei, welch zwingen­des Wunder dahinter stecke, daß aus den und den Bedin­gungen immer diese gleiche Figur werden müsse, nichts anderes. Dann stand Leuchten in feinen Augen, und man fühlte ganz deutlich, in wie naher Verbindung feine staunende Seele stand zu Gott und seiner geschaffenen Welt, zu allem Sein.

Wahrscheinlich ist ja auch das Gnade, wie und ob einer einen glücklichen Weg zu seinem Beruf findet, aber es mag auch manch Stücklein Selbstverleugnung und Kampf und Mühe des Menschen drin stecken.

Dazu noch ein letztes und vielleicht unferm heutigen Leben am nächsten stehendes Beispiel: Da war in einem Schulungskurs für Arbeitslose die Beantwortung ver­schiedener Fragen in Aufsatzform gefordert worden. Dar­unter auch die Frage:Was tun Sie in Ihrer freien Zeit?" Die Antworten ähnelten sich und waren wieder von einander verschieden, sie enthielten manch gleiche Be­schäftigungen und dann und wann, versteckt oder offen, die bittere und so gut zu verstehende Klage über Lang­weiligkeit und trostloses Sichdehnen der Zeit. Ein junger Mann aber schrieb ganz anders. Der berichtete nämlich, er habe so schrecklich viel zu tun, daß in diesem Winter von einem Sicherhvlen gar nicht die Rede fein könne. Und er gab dann die verschiedensten Beschäftigungen an, denen er oblag, und für die alle der Tag nur viel zu kurz fei. -SB

Staunend und bewundernd hat man da auf einmal erlebt, wie sich ein Mensch selbst aus dem traurigen Los der Arbeitslosigkeit noch eine befriedigende Lebensform schaffen kann. Gewiß ist mit der Erkenntnis, daß sol­ches möglich ist, noch wenig getan zur Lösung des Ar­beitslosenproblems nach der psychischen und vielleicht bedeutendsten Seite hin, die stärkeres oder mindestens gleich starkes Gewicht zu haben scheint wie das wirtschaft­liche Moment. Aber ist es nicht schon viel, wenn man sieht, daß jedes Schicksal und jedes Lob doch letztlich ge­formt wird von der Hand des Menschen, der es trägt, und daß Wege und Aufastungen, die der eine kurzsichtig übersah, den andern mitten hinejnführen in ein frohes, bejahendes Leben? Am ehesten freilich wird jenen Weg der finden, der hinter allem Kleinsten und Unscheinbarsten Gottes Vatergüte weih.

Dr. Ilse Brugger-Masbach.

wir einst Rechenschaft schulden dafür.

Denk einmal nach, ob auch in deinem Besitz sich etwas findet, was nach einer solchen unbenutzten Fahr­karte ausfehen möchte. Das kleine unscheinbare Ding an sich bedeutet nicht viel: ein Stückchen Papier mit Buchstaben und nüchternen Zahlen draus, höchstens daß noch Färbung und Form seine äußere Ansehnlichkeit mehren. Das ist aber auch alles. Und doch! Wieviel Möglichkeiten für den, der ein solches Papierstück in seinen Händen halten darf! Wieviel fieberhafte Un­ruhe und glückseliges Erwarten können ausgehen von ihm! Vielleicht weißt du selber aus sonnigen Ferienta­gen noch darum. Ja, ein Zauberstab kann dieses win­zige Ding fein, das verschlossene Türen öffnet und un­bekannte Wege frei macht, selbst bis in die entlegensten Winkel der Erde. Aber es ist nur ein Mittel zum Zweck. Es muß ausgenutzt werden, es darf nicht lie­gen bleiben, wenn es fernen Wert offenbar machen fall.

Wenn du krank oder invalide fein solltest oder wenn das Alter schon kam und deine besten Kräfte matt setzte, dann hat diese Geschichte von der Fahrkarte vor allem dir etwas zu sagen. Gehört dir nicht auch jetzt in den Tagen des Krankseins oder der erzwungenen Un­tätigkeit so manches noch zu eigen, was auf den ersten Blick nicht besonders groß und wertvoll ausschauen will? Da ist noch ein Rest von Körperkraft, der aus gesunden Tagen dir übrigblieb, nicht viel, aber ausreichend für dies und das. Da ist irgendeine Fähigkeit, um die man dich vielleicht schon beneidete, weil du Mestter darin warst. Da ist vor allem deine Zeit, die so langsam nur vergeht, weil du nichts Rechtes damit anzufangen weißt. Wenn das alles liegen Hiebe, vergessen und unbenutzt, ob das nicht viel, viel schlimmer ist, als wenn man eine Fahrkarte von einem Erdteil zum anderen vergißt! Ob das nicht ungemein schwerer wiegt, weil Ewigkeitswerte in Frage stehen! Und ob hier nicht etwas verloren geht, was dazu angetan war, verschlossene Türen zu öff­nen und den Weg in die Ewigkeit frei zu machen!

Und noch einen anderen Gedanken legt diese kleine Geschichte von der unbenutzten Fahrkarte nahe. Ihr Inhaber fand keine Zeit, ihren Wert für sich dienstbar zu machen. Wenn einer vor lauter Wirken und Schaf­fen sich nicht die notwendige Ruhe gönnt, dann handelt er nicht im Sinne christlicher Gesundheitspflege. Auch Körper und Geist bedürfen immer wieder der Entspan­nung und ausreichender Ruhepausen, wenn sie nicht Schaden leiden, sondern zu weiterem Wirken befähigt fein sollen. So viele vergessen das. So viele stehen jahraus, jahrein an ihrem Arbeitsplatz ohne aufzu-

Aus Pater Michael Fischer O. S. C.:Am Weg der Krankenschwester", Freiburg i. Br., Karitasverlag. Leinen 3,60 Rm. Wenn auch dieses Büchlein, das den UntertitelAlltägliches aus der Krankenstube" trägt, in erster Linie für Schwestern bestimmt ist, die im Dienste der Kranken stehen, so wäre ihm doch zu wünschen, daß es in viele dienende Hände käme.Es würde gewiß dazu beitragen, dem Dienst am Kranken stets die Liebe und die Seele zu erhaletn."

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schauen und ohne sich der Verantwortung bewußt zu werden, die jeder Mensch auch um sein leibliches Leben trägt. So viele, die in der Unruhe und Hast des Beru­fes untergehen, nicht immer durch eigene Schuld, aber häufig genug doch, weil sie die ihnen verliehenen Kräfte über das Maß spannten und das Streben nach wirt­schaftlichem Gewinn chnen keine Ruhe mehr ließ. Kei­ner übertritt ungestraft ein Gottesgebot. Das gilt auch vom fünften Gebot, das uns die Sorge um Seele und Leib als dringliche Pflicht auferlegt. Wie viele wer- den Opfer ihrer Arbeit und ihres Berufes, weil sie den rechten Augenblick zur Ruhe verpaßten und ernfte Warnsignale überhörten! Db wohl den meisten von ih­nen jemals bie Erkenntnis kommt, ob burdj unglückli- ches Geschick oder durch eigene persönliche Schuld? Und ob nicht so manches Krankenlager ein Mies Beiseiteneh­men Gottes ist, damit derjenige, der dort liegt, vor größerem Schaden bewahrt Heidt und endlich einmal die Muhe findet, seine Kräfte wieder in das richtige Gleichmaß zu bringen?

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' Diese kleine Geschichte von der Fahrkarte, die über ein Menschenalter hindurch ihre Gültigkeit behielt und Bon dem alten Burbank, der vor lauter Sorgen und ! geschäftlichem Umtrieb nicht zur Verwirklichung seines IReifeplanes kam, drängt einem allerlei Gedanken auf. Eine Reife nach Europa bedeutet immerhin schon was. Daß Herr Burbank sie so ganz vergessen konnte, das mag vielleicht feinen Grund darin gehabt haben, daß es sich hier nicht um eine geschäftliche Angelegenheit gehandelt hat, denn die wäre gewiß nicht vergessen worden. Er kann auch kein armer Mann gewesen sein, der seine Dollar zusammenhalten mußte, sonst hätte die Fahrkarte in seiner Tasche ihm keine Ruhe gegeben. Cs war einer von jenen Menschen, denen Berus und Geschäft über alles gehen, so daß die Alltagssorgen den Gedanken an Ruhe und Erholung kaum noch auf­kommen lassen. Die sich obrackern und schinden bei Tag und bei Nacht, ohne Rast und Ruh, bis die lachenden Erben die zurückgelassene Fahrkarte an sich nehmen Und damit die weite Reese machen.

Daß in so manchem Menschenleben durch eigene Schuld so vieles unbenützt bleibt, was ausgewertet dem einzelnen Menschen nicht bloß materiell Gewinn, son­dern erst recht einen Reichtum an übernatürlichen Gü­tern eintragen könnte, daran muß ich zunächst denken. 8ch denke an die geistigen Gaben und Fähigkeiten, die dieser oder jener von Gott mit auf den Lebensweg be­kam. Ich denke auch an so viele übernatürlichen Gna­den und Gaben Gottes, die ein arbeitsfreudiges, wach­sames und treues Harren auf das Kommen des Herrn zur ersten und wickstigsten Lebenspflicht machen sollten, tote bei den wachsamen Knechten im Evangelium. Mag Irin, daß die Summe natürlicher und übernatürlicher Gaben bei den einzelnen Menschen nicht gleich ist; aber jeder bekommt so viel, als er auszunützen imstande ist.

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Dunkle Stunden.

Dunkeln muß der Himmel rings im Runde, Daß sein Sternenglanz zu leuchten wage; Stürmen muß das Meer bis tief zum Grunde, Daß ans Land es feine Perlen trage. Klaffen muß des Berges offne Wunde, Daß fein Goldgehalt ersteh zu Tage;

Dunkle Stunden müssen offenbaren, Was ein Herz des Großen birgt und Klaren.

Anastasius Grün.

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Familie und Erziehung.

Von P. Hoche.

DKGS. Drei Mächte formen hauptsächlich den jun­gen Menschen: Familie, Schule und Leben. Die zwei ersten suchen bewußt, planvoll ein Wunschbild zu gestal­ten, während das Leben regellos, unabsichtlich, zufällig I beeinflußt; feine harte Zucht ist nicht feiten sehr erfolg­reich, seinem eisernen Zwange fügt sich, wer sich auch fönst nur schwer erziehen ließ, aber wie häufig zerbricht das Leben auch unbarmherzig, macht erst durch Schaden klug, erzieht erst, wenn es schon zu spät ist. Daher müssen I Familie und Schule schon ein gewisses Ziel erreichen, ehe der junge Mensch ins Leben tritt.

Heute hat sich der Gedanke durchgesetzt, daß die Schule in erster Linie Erziehungsstätte sein soll. Aber darüber wollen wir uns nicht täuschen, daß die Schule eigentlich nur ergänzen und unterstützen kann, daß vielmehr eine stärkere Macht, nämlich die Familie, grundlegend und am nachhaltigsten wirkt. Jede Macht, Schule und Fa­milie, hat auch ihre besondere Aufgabe und Möglichkeit. Bei allem Ernst der Schule, die Gesamtpersönlichkeit zu bilden, Kenntnisse und Fertigkeiten beizubringen, also etwas zu erreichen, was die Familie nicht immer kann; dieser wieder liegt in der Hauptsache die Pflicht ob, die Gesinnung zu pflegen, den Charakter zu bilden, die sitt­liche Lebenstüchtigkeit zu sichern.

Keine noch so sorgfältige Schulerziehung könnte in dieser Beziehung die Familie erreichen oder ersetzen. Wo besteht schon die Siebe wie zwischen Eltern und Kin­dern, wo schon die heimlichen Ströme des gemeinsamen Blutes verbinden; wo wäre es möglich, jedes Kind so genau zu erforschen, es wirklich feinem Wesen nach zu erziehen? In der sittlichen Beeinflussung muß sich die Schule so manchmal mit einer Reihe von begriffsmäßig vermittelten Tugenden begnügen; die Familie aber er­zieht durchs Leben in feinen verschiedenen Erscheinungs­formen, sie zeigt an den wirklichen Lebensvorgängen, wie zu denken und zu handeln ist; es ist das Beispiel, das eindringlich zum Herzen redet, weit über die bloße Wort­erziehung hinaus; Geist und Ton des Hauses durchdrin­gen still und stetig und bilden das Kind. Was und wie ein Mensch später wird, schuldet und dankt er seiner Fa­milie.

Trotz des gemeinsamen Erziehungszieles haben Mann und Frau besondere Aufgaben. Der Mann kennt das äußere Leben besser, weil er erwerbend darin steht. Ihm kommt es daher als Vater zu, in die äußeren, besonders in die beruflichen Verhältnisse einzuführen, der Jugend Ziele zu weisen, sie dafür zu begeistern, tapfer kämpfen zu lehren. Die Mutter ist mehr Hüterin des Sittlichen und der guten Sitte. An tausend Einzelheiten, an täg­lichen Beispiele, kann sie den Kindern Dorleben, wie man sich selber besiegen muß, was es heißt, pflichtgetreu zu handeln, in den kleinen Dingen des Lebens das Rechte zu Mn.

Gerade der Mutter Einfluß reicht daher weit über die Iugendjahre hinaus. Zwischen ihr und den Kindern spinnen sich goldene Fäden unzerreißbar fest. Starker Muttersinn wirkt noch in den großen Söhnen nach. In | Stielers reizvollemWinteridyll" singt der Dichter von I seiner Mutter:

Wie lebte sich dein Sinn, der reine, schöne, hinein ins Tun und Denken deiner Söhne.

Wir haben alles mit dir durchgesprochen, die frohen Feste und die sauren Wochen, und jedes Wort ward ein lebenbger Keim.

Aber leider fehlt manchen Eltern die Verantwortung ihresköniglichen Amtes". Für die geistige und körper­liche Entwicklung des Kindes wird zwar eifrig gesorgt, aber die Charakterbildung, überhaupt die Pflege des inneren Menschen ist oft tief im Kurse gesunken. Teils Gedankenlosigkeit, teils Bequemlichkeit führen in der Er­ziehung zu dem beliebten Sichgehenlasfen; es fehlt nicht selten die Wahrheit, daß der äußere Mensch allein das I Leben nicht meistert. Auch der heutigen Erziehungslehre I ist in diesem Zusammenhänge zu gedenken. Eine Rich- I tung in ihr will dem Kinde jeden Zwang ersparen; sie I will alles vom Kinde aus, vn selbst wachsen lassen; das I führt nicht selten zur Verweichlichung, zur Ueberheblich- teit. Cs geht eben in der Erziehung ebenso wie beim I Gärtner nicht ohne festes Seiten, ohne Beschneiden, ohne

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Fleiß und kluger Besonnenheit unsere Gaben und nutzbar machen im ständigen Blick auf den, dem

Ein Kind.

Ich sah ein Kind am Gartenzaun stehen. Es schaute nicht begehrlich nach den Früchten. Sein Gesicht war schmal, wissend, schon ein wenig alt.

Entbehrenmüffen scheint Selbstverständlichkeit. Das Kind leidet und weiß nicht, daß es anders fein kann.

Das Kind ist still. Vielleicht erwachsener als ich.

Es steht am Zaun. Und ich werde klein, ganj klein. M. E.

Geschöslliches.

Eine bedeutungsvolle Neuerung für die Hausfrauen und solche, die es werden wollen, sind mottenechte B e t tf e d e r n. Durch besondere Waschbehandlung mit Eulan, ein Produkt der I. G. Farben, werden Bett- federn vor Mottenfraß geschützt . Die Ausrüstung mit Eulan, durch die Bettfedern und Daunen für die Motten- raupe ungenießbar gemacht werden, bedingt eine gründ­liche Reinigung der Federn. Im Schaufenster der Ful­daer Firma Katz, Mittelstraße, wird dt-rch eine Gegen­überstellung von mottenechten und gewöhnlichen Bett­federn, die beide von Mottenraupen durchsetzt sind, die Wirkung des Eulans anschaulich gezeigt. Während die nichtbehandelte Feder total von Mntteo zerfressen ist^ blieb die eulanifierte Feder vollkommen erhalten.

Da war irgendwo eine seltsame Geschichte von einer Fahrkarte zu lesen. In den neunziger Jahren des vori­gen Jahrhundert war es. Da hatte drüben in Ame­rika ein gewisser Mister Burbank in einem Lloydbüro eine Schiffskarte für die Ueberfahrt nach Europa gelöst. Es kamen jedoch Schwierigkeiten und die Reife muhte aufgeschoben werden. Der Herr Burbank hob die Karte auf. Zwanzig Jahre später fiel ihm die Karte wieder in die Hände, aber auch diesmal hinderten ihn widrige Umstände an der Durchführung der Reife und schließlich machte der Weltkrieg allen Reifeplänen ein Ende. Erst vor wenigen Jahren entdeckten die Erben des stets verhinderten Herrn Burbank unter feiner i Hinterlassenschaft die alte Reisekarte. Sie legten sie ; dem Norddeutschen Lloyd vor, der ihre Gültigkeit um einige Jahre verlängerte. Wieder vergingen Jahre,

Praktische Winke.

Kupferne Geschirre werden sehr schnell blank, wenn man sie mit der Brühe von rohem Sauerkraut abreibt und bann mit Schlemmkreide nachputzt. Auch saure Milch versieht diese Wirkung. Sehr vernachlässigtes Kupfer- geschirr muß eine Nacht lang hineingelegt werden, am anderen Morgen reibt man es mit Werg gut ab und putzt ebenfalls mit Kreide ober einem anderen weichen Putz- pulver nach.

(Schluß des redaktionellen leite.)

Die Frau in der Küche.

Geschmortes Rindfleisch. Ein Stück aus der Keule wird geklopft, gespickt, mit Salz und Pfeffer ein­gerieben und in reichlich Speck und Butter von allen Seiten braun gebraten. Dann gießt man fo viel Braun­bier hinzu, daß das Fleisch darin liegen kann, gibt zum Sämigmachen der Soße geriebenen Pfefferkuchen, zum Binden etwas Mehl hinzu und schmort das Fleisch gut weich. Etwas Essig verbessert die Soße.

Rierensuppe. Eine Rinderniere wird gereinigt u. zerschnitten u. in Butter hellgelb gerostet. Dann gießt man kochendes Wasser zu, gibt allerhand zerschnittene Knollen, vor allem Sellerie und Petersilienwurzel hinzu, kocht alles weich, salzt, verbessert mit etwas Fleisch« extrakt und einem Glas Portwein, legiert die Suppe mit Ei und richtet sie über gerosteten Semmelschnitten an.

Hammelbrust mit grünen Lohnen und Kartoffel«. (Für 4 Personen.) Zutaten: 500 Gramm nicht zu fette Hammelbrust, Salz, Bratbutter, 750 Gramm Brechboh« nen, Bohnenkraut, kleine Kartoffeln, Butter, Peterfflie, Salz, Prise Pfeffer, 10 Tropfen Maggis Würze. Zu- bereitung: Die Hammelbrust wird in kleine Stücke ge­teilt, die man leicht mit Salz und Pfeffer bestreut und in Butter auf allen Seiten braun anbrät, bann mit %, Liter Wasser überfüllt und eine halbe Stunde kocht. Dann gibt man die von den Fäden befreiten, abgewa­schenen und in Stücke gebrochenen Brechbohnen, etwas Petersilie, Bohnenkraut und das nötige Salz dazu, schmort Fleisch und Gemüse gar und rührt Maggis Würze hinzu. Das Gericht wird in vertiefter Schüs­sel angerichtet, man umlegt es beim Aufträgen mit klei­nen gekochten Kartoffeln, die man mit etwas Butter und Petersilie durchgefchwenkt hat. L. H.

Schwarzwurzelgemüse. Die gereinigten, t« lauere Milch ober Esfigwafser gelegten und in 3 Zenti­meter lange Stücke zerschnittenen Schwarzwurzeln wer­den in einer kräftigen Soße, bie aus Einbrenne und Fleischbrühe besieht, fast weich gedämpft. Alsdann gibt man kleine Fleischlöhe hinzu, bie aus halb Kalb-, halb Schweinefleisch, Semmel, El, etwas Sahne und Muskat bestehen, sowie kleine runde geschälte Zuckerkartoffeln und kocht dies zusammen auf nicht zu starkem Feuer gar. Das Gemüse wird mit ganz wenig Lorbeerblatt gewürzt.

Vas jeder daraus machk.

Vielleicht ist bas in unserer Zeit bas Allerwichtigste, 1 offen so vielgestaltigen, an niemanbem vorübergehenden Schicksalsgestaltungen gegenüber:Was jeder daraus acht". Nämlich aus seiner ganz speziellen Lage, aus offem Bedrückenden, das Kräfte lahmlegen oder an- ! stacheln kann. Für das Zusammentragen der entspre- I ßenben Beispiele sorgt das Leben selbst, und es kommt I wahrscheinlich nur darauf an, sie in den Lichtschein einer I Betrachtung zu rücken, die zu einer positiv gestaltenden

Die unbenützke Fahrkarte

Bon Michael Fischer O. S. C.

Preuß.-Südd. Klassen-Lotterie

Ziehung 1. Klasse 21. und 22. Oktober Lose bei den staatl. Lotterieeinnehmern