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Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

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Donnerstag, 29. Sept. 1932

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sicht merkt. Die Folge ist, daß man den of- ijzi eilen Aeußerungen kein Ver­blauen mehr schenkt. Wer die Auslanüspresse

Kritischer Augenblick in Genf

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von Eens kommend, in London eingetroffen Er hatte sogleich nach seiner Ankunft eine Unterredung mit Mac Donald. Sir Simon gehört dem Flügel der Liberalen an, der zu den Samuel-Liberalen im Gegensatz steht.

Die liberale Attacke geht in der Hauptsache auf die in Ottawa getroffenen Abkommen zurück, durch die dem englischen Parlament aus die Dauer von fünf Jahren zollpolitisch die Hände gebunden sind. Ob Auswirkungen auf Genf sich ergeben wer­den, ist noch nicht abzusehen.

wtb. Berlin, 28. Sept. (Eig. Meld.) In einem Interview, das der Reichskanzler gestern dem Chefredakteur des wtb. gewährte, erklärte der Kanzler in bezug auf die Rede H e r- riots in ®rantat, daß niemals eine Befrie­dung Europas verwirklicht werden könne, wenn der Versuch gemacht wird, einzelne Staaten zu Ländern minderen Rechts zu degradieren. Die Rede von Gramats beweise von neuem, daß man gewillt ist, mit zweierlei Maß zu messen.

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Die Larrdtaasfraktion der NSDAP, hat Sie Auflösung des Braunschweigischen Land­tages beantragt.

* Die Parlamenkswahlen in Griechenland. Wie das Ministerium des Innern in Athen mitteilt, find nach dem vorläufigen amtlichen Wahlergebnis 87 Liberale und 78 Bolksparteiler gewählt wor­den.

Herriot-Rede in Genf?

wtb. Genf, 28. September. (Eig. Meld.) Her- riot hat heute vormittag dem Präsidenten der Vöikerbundsversammlung Mitgeteilt, daß er in der Völkerbundsversammlung eine Rede halten werde. Diese Entscheidung hat deshalb allgemein überrascht, weil gestern noch von französischer Seite betont wurde, daß Herriot nicht die Ab­sicht habe, in der Versammlung zu sprechen. Der Entschluß Herriots, doch zu sprechen, ist, wie in französischen Kreisen verlautet, in einer Sitzung der französischen Delegation heute vormittag ge­faßt worden. Es wird betont, daß Herriot sich darauf beschränken werde, ganz allgemein über die Tätigkeit des Völkerbundes zu reden. Man sagt, daß Herriot den deutschen Außen­minister von seiner Absicht verständigt habe. Unter diesen Umständen wird jetzt die Frage erörtert, ob Frh. von Neurath seine Abreise, die für heute abend festgesetzt war, noch verschieben wird. Eine Entscheidung ist noch nicht getroffen.

. Wie die NSK. mitteilt, hat Adolf Hitler den Reichstagsabgeordneten Dr. Frick zum Reichs­wahlleiter der NSDAP, ernannt. Die Wahl­propaganda der NSDAP. leitet die Reichspro­paganda-Abteilung unter Dr. Goebbels.

wtb. London, 28. Sept. (Gig. Melög.) Das Kabinett hat in seiner heutigen Sitzung, die bis gegen 1 Uhr nachmittags dauerte, über die Frage beraten, ob eine Entscheidung des Par­laments über Ottawa vertagt wer­den könne. Das wurde als unmö glich be­trachtet. Hierauf haben Snowden (Iustizmini- fter), Sir Robert Samuel (Innenminister) und Sr. A. Sinclair (Staatssekretär für Schott­land) ihren Rücktritt erklärt.

Der englische Außenminister Sir Simon ist.

CNB. Berlin, 28. Sept. (Eig. Meld.) In den 'Berichten über die gestrige Tagung des Ueberwa- chungsausschusses des Reichstages in seiner Eigen, schäft als Untersuchungsausschuß ist verschiedentlich die Frage erörtert worden, wie die Reichsregie­rung sich in Zukunft zu dem lieber» wachungsa us schuß ft eilen wird. Bo» zuständiger Stelle wird dazu erklärt, daß die Re­gierung in dieser Frage bei ihrer alten Li- n i e bleiben wird. *

Der Reichspräsident hat am Dienstagabend die Notverordnungen über die Zinssenkung der land­wirtschaftlichen Hypothekenzinsen und über den Vollstreckungsschutz unterzeichnet.

Vor kurzem erzählte mir ein Mann aus der Industrie, er habe in den Tagen, als allenthalben E Wirtschaftsaufstieg und Weltwirtschaftskrisen- Nende gesprochen wurde, mehrere vorzügliche 2luf« träge herein bekommen. Kaum aber wurde be- tannt, daß R e i chs t a g s wa h l en a u.s ge- iHrieben würden, da seien sofort mit Bezug Jruf eine ungewisse Zukunft sämtliche Auf­träge zurückgezogen worden. Darauf habe ich auch sonst in Stadt und Land erfahren, daß e6 zahllosen Firmen genau so ergangen sei. Und u steht man ratlos da und starrt ins Unberechen­bare. Von einem Elan ist nur in jenen Zeitungen

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Deutschnationale Partei. Wenn Hit­ler es für richtig finde, sich mit dem Zen­trum apseinanderzusetzen, bann gehe

sächlich ist es den meisten Leuten heute vollkom­men gleichgültig, wer Deutschland rettet, wenn es eben nur gerettet wird. Wir bekämpfen die heu­tige Regierung nicht, weil uns diese oder jene Per­sönlichkeit nicht paßt, sondern einzig deswegen, weil der eingeschlagene Weg nicht zum Erfolge führen kann, wie die bisherigen Ereignisfe deutlich zeigen. Endlich wird der katholische Volksteil unbekümmert um Vorteile oder Nachteile von Konjunkturen den großen Ideen dienen, die sich aus einer Be­trachtung der Welt vom Glauben her ergeben. Die Forderungen der Gerechtigkeit, die wir stellen, das Eintreten für die leidende Menschheit, die Bemü­hungen um eine bessere Gesellschaftsordnung, al­les das find Fragen, die der Tagespolitik nicht ge­opfert werden können. Rom selbst hat in den gro­ßen Rundschreiben uns die Richtungen aufgezeigt, in denen wir arbeiten müssen. Wenn wir uns aufrichtig und treu zu dieser Fahne stellen, bann geben wir wenigstens im Großen die richtige Straße.

Eines aber kann der katholische Volksteil unter gar leinen Umständen mitmachen. Er kann das

Die Rolle Oberfohrens.

Aus der Zeugenvernehmung vor dem Unter- suchungs-Ausschuß des Reichstags ist folgende Aeußerung des deutschnationalen Fraktionssüh- rers, des früheren Studienrats Oberfohren, von Interesse: !

Abg. Dr. Oberfohren: In der Ziel- setzung meiner Partei und meiner Person lag die Auflösung des Reichs­tages. Dies habe ich erreicht, und wenn die Herren Nationalsozialisten mir dabei dienlich ge­wesen sind, ist das ihre Sache. (Hört! Hört! und

Oberbürgermeister Dr. Sahm erläuterte vor Pressevertretern die neue Berliner Be­zirksverfassung, die statt bisher 20 Berliner Verwaltungsbezirke nur noch neun Bezirke vor­sieht. ,

Das preußische Staatsministerium hat den Mi­nisterialdirektor Dr. N o b i s zum Staatssekretär des preußischen Staatsministeriums ernannt.

Christentum nicht verguicken mit ir­gendwie gearteten Ideen, die auf Unterdrückung der dem Volke zu- stehenden Freiheiten hinauslaufen, oder die eine Begünstigung ausbeuterischer Leiden­schaften gewisser herrschender Klassen mit sich brin­gen. Wir wollen jedem sein Recht geben, Adel, Großgrundbesitz, Schwerindustrie eingeschlossen. 2lber es hieße eine Katastrophe für das Christen­tum der Zukunft heraufbeschwören, wollten mir unsere heiligsten Ueberzeugungen mit Bestrebun­gen verknüpfen, die einesTages die ganze revolutionäre Wut der Menschheit entfachen werden. Mag sich dann diese Wut gegen jene richten, die durch ihr Verhalten sie geweckt haben. Das Christentum wird b ei der Gerechtigkeit stehen, es wird b ei der Armut stehen. Die Kirche wäre unterge­gangen, wenn sie nicht da stände, wo Christus einst gestanden hat. Die V e r s n ch u n g ist für manche schon groß aber niemand kann zwei Herren dienen: man dient Gott oder dem Mammon, , >: .i

ften verhandelt habe. Dieses Entsetzen zeugt von politischer Unreife. Wir Katholiken bil­den nur einen kleinen Teil des Gesamtvolkes. Wir sind einfach darauf angewiesen, uns umzu'ehen, wie weit einer mit uns für Verfassung, Ordnung und Reform eintreten will. Mit den National­sozialisten hat auch Herr von Papen verhandelt. Noch jüngst haben dieFrankfurter Zei­tung" und dieKölnische Zeitung" aus- einandergesetzt, man müsse unbedingt sehen, wie man die Nationalsozialisten an die Verantwortung bringe. Wir hoben auch in den schlimmsten Kampf­zeiten immer das Wörtleinsolange" eingeschaltet und damit zu erkennen gegeben, daß die Wege of­fen blieben für eine Zu lammenarbeit, falls gewisse Garantien gegeben würden. Vielleicht haben wir überhaupt nur die Wahl, diese Versuche fortzuset- zen, oder den Nationalsozialismus in die Zu­sammenarbeit mit dem Kommun is- m u ß hineinzustoßen. lleberlaffen wir diese Dinge ruhig unseren Führern. Drittens werden wir alle persönlichen Verstimmungen diesem oder jenem -führenden Politiker gegenüber ausschalten. Tat-

Ulan lastet ab ...

Interne Verhandlungen in Berlin und Genf.

Der Reichskanzler von Papen ist am Dienstag von feiner Gumbinnen-Reise wieder in Berlin ein­getroffen. Er hatte genügend Zeit, um unterwegs das Echo auf das Landwirtschaftsprogramm sei­nes Kabinetts aus den Zeitungen zu entnehmen. Mit großen Freudenrufen hatte er wohl selbst nicht gerechnet. Immerhin wird er nicht verkennen, daß die Anerkennung diesmal noch spärlicher ist als sonst. Auch in den der Regierung nahestehenden Partei- und Interesselagern hält man mit dem Endurteil zurück, bis die Einzelheiten des Pro­gramms durch die Notverordnung schärfer beleuch­tet werden. Fast überall lauscht man mit einiger Spannung auf die Stimmen, die aus dem Aus­land herüberklingen. Die handelspolitischen Ver­handlungen, die von deutscher Seite ja mit mög­lichster Beschleunigung vorwärts getrieben werden

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Vor einer neuen Herriok-Rede, Minister vorher ab

DNB. Gens, 28. Sept. (Eig. Meld.) Reichs­außenminister Freiherr von Neurath hat seine Ab­reise nach Berlin für heute abend in bestimmte Aussicht genommen. An der Vollsitzung der Völ- kerbundsversamimlung, die heute die allgemeine Aussprache fortsetzt, nimmt Freiherr von Neurath noch teil, lieber eine etwaige Rückkehr des Außen­ministers nach Genf find vorläufig noch keine Dispositionen getroffen. Die Aussprache Hender- s o n - N e u r a t h, die am Dienstag stattfand, hat kein Ergebnis gebracht.

Die deutsch-französischen kontingentierungs- moßnahmen.

wtb. Paris, 28. Sept. (Eig. Meld.) Wie Ha- vas berichtet, werden die deutsch-französischen Ver­handlungen um die Kontingentierungsmaßnah­men, die die deutsche Regierung gegenüber gewis­sen französischen landwirtschaftlichen Produkten zu ergreifen gedenkt, am Donnerstag, den 6. Oktober in Paris beginnen.

Ratlosigkeit.

Von einem besonderen Mitarbeiter.

Englische Kabinettskrise ist da

Snowden, Samuel, Sinclair zurückgelreken.

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Fährt der deutsche Außen- oder bleibt er da?

sollen, werden wohl nicht ganz ohne unan­genehme Ueberraschungen abgehen.

In industriellen Kreisen wirft man dem Kanz­ler eine Durchbrechung des Ankurbelungspro­gramms und seiner privatwirtschaftlichen Tenden­zen vor. Man betont mit einiger Bitterkeit, daß das Kabinett zwar den Wohlfahrtsstaat bei der Sozialpolitik abbauen wollte, aber ihn im giganti­schen Ausmaß bei der Agrarpolitik von neuem auftürmt. Man stellt auch nüchtern fest, daß durch die jetzige Regelung die Landwirtschaft aus dem privatwirtschaftlichen Sektor der deutschen Gesamtwirtschaft herausgenommen ist. Von dem inneren Wesen und Ethos der S e l b st Verant­wortung ist im landwirtschaftlichen Sanie­rungsprogramm des Kabinetts eigentlich nichts übrigge blieben-

Diese Ausstellungen der industriellen Kreise ver­schärfen sich unter dem Eindruck der immer stärker in den Industriegebieten aufflammenden Streik­tendenzen. Man steht hier einer Entwicklung gegenüber, die das gesamte Wirtschaftsprogramm des Kabinetts Papen auf das schwerste bedroht. Das Frappierende ist dabei, daß die Streikwelle nicht einmal so sehr von den Gewerkschaften und der Linken vorwärtsgetragen wird, sondern vor allem von den R a t i o n a l s o z i a 1i ft e n, die ihre Schwenkung zum reinen Sozialismus den In­dustrieherren, aber auch den 2lrbeitermaffen durch einen recht gefährlichen Feuereifer und durch im­mer neue Streikparolen demonstrieren.

Auch in der Außenpolitik ist die deutsche Lage nicht so günstig, wie in Regierungskreisen vielfach betont wird. Die Vermittlungsvorschläge, die der englische Außenminister Simon in Genf Dorgebracht hat, stellen die Berliner Verant­wortlichen vor schwierige Fragen. Sie haben sich in der Ablehnung der bisherigen ausländi­schen Vorschläge so stark gemacht, daß jedes Einlen­ken auf irgendeinen Kompromiß hin von den Na­tionalsozialisten zu einer lebhaften Wahlpropa­ganda ausgenutzt werden dürfte. Es ist jedoch nicht einzusehen, wie man ohne Kompromiß von dem Genfer Parkett wieder herunterkommen will, besonders, wenn es sich bestätigen sollte, daß der englische Kompromißvorschlag Deutschland die Einführung von Waffentategorten gestatten will, die bisher der Reichswehr d"rch den Versailler Vertrag verboten waren. Die Tat­sache der deutschen Reichstagsneuwahlen erweist sich auch von diesen Gesichtspunkten her wieder als eine recht bedenkliche Ange- I e g e n t) ei t. Man kann nur schwer Politik ma- chen, wenn jeder Schritt auf seine innenpolitischen Rückwirkung abgeschätzt werden muß. Es gibt ge­genwärtig zuviele.Fragen, diebrennen" und eine Lösung verlangen.' Weniger wäre besser.

Während man bei Brüning den Eindruck hatte, es sitze da im schwierigen Spiel der heutigen Welt­politik ein ruhiger Denker am Schachbrett/ der lange überlegt, dann aber doch jedes Mal einen 3ua tut, der mit sicherer Logik in die Stellung des Gegners einbricht hat man nunmehr den Ein­druck, daß mit größter S) a ft' gespielt wird daß an die Stelle überlegener Vernunft der kühne Glaube des Hasardspielers an irgend ein Ereignis, das einfach eintreten müsse, gesetzt w-rd, eine Freude am Risiko, die dem tollen Husaren, der über Gräben wegsetzt, gut stehen mag, die man ober bet Männern, denen beut- sches Sch icksal in d i e Hand gegeben ist, nur mit Grauen beobachten kann. Jedermann spürt, daß der neue Reichstag wahr­scheinlich noch weniger arbeitsfähig sein werde, als der nun aufgelöste, und er fragt sich in der Stille feines Herzens, was denn wohl für die Na­tion dabei herauskommen könne und ob das Ganze nicht einfach auf eine Lahmlegung aller politischen Freude am Geschehen hinauslaufe. Auch den Zif­fern glaubt man nicht mehr und schüttelt den Kopf, wenn man hört, es seien nun Dreißigtausend bei der Eisenbahn neu eingestellt, nachdem man doch erst vor kurzem gelesen hatte, daß genau so­viel erttfdffen worden sind. Was hat man nicht von dem studentischen Freijahr in hohen Tönen geredet, und es hatte ja der Vorschlag ein gewis­ses pädagogisches Interesse. Aber hat man denn ernstlich gefragt, was ein Student im Freiiahr kostet? Und ob die Kosten nicht ungefähr so hoch sind wie die des Studiums an der Universität? Wer sich darüber klar geworden ist, daß eine Lö­sung der wirtschaftlichen Krise bei uns nur auf dem W e g e über die Weltwirtschaft möglich ist, wie zur Zeit der Streit über die Kon­tingentierung zeigt, der kann nur mit größter Besorgnis die schillernden Seifenbaifen betrachten, die Tag für Tag vor großem Publikum und m i t ungeheurem Rundfunkspektakel los­gelassen werden. Sie müssen zerplatzen und sind je zum Teil schon zerplatzt, während die wirklichen Möglichkeiten durch die katastro­phalen Ereignisse der Außenpolitik mehr und mehr verbaut werden. Man sitzt rat« | los da, wo immer ernste Männer beisammen sind, während die beschenkte Industrie- und Bankenwelt IM zunächst einmal der Gaben freut, die sie emp-

wigen hat, eine Freude, die sich luftig fortplan,3t I Nscn die Stammtische der Unentwegten, die schon

»einen, es sei das deutsche Volk unüberwindlich, wenn sie ein paar Manöverberichte über die Roten und Blauen bei Berlin gelesen haben.

| Man täusche sich nicht über die Stimmung im Bande; denn will man nicht sagen, sie sei schlecht, | Muß man doch gestehen, daß es die Stimmung - vollkommener Ratlosigkeit ist. Ein

Gefühl ober beherrscht Millionen, daß nämlich sich Etwas ganz Dunkles und Schweres langsam und | Her vorbereitet. Auch wenn man der stärkste

Charakter ist, und wenn man die besten Worte | wn Mut zu machen sucht, es gelingt nicht mehr, [ Mn gar nicht bei denen, die nicht wissen, wie sie

?en Winter überstehen sollen. Es ist notwendig der allgemeinen Stimmungsmacherei dieser I Tage, mit restloser Ehrlichkeit bei der Wahr­st zu bleiben Jene, die noch an Gott glauben : und an seine Vorsehung, werden dennoch nicht i ta^eifeln und gerade aus der Erkenntnis der I Wahrheit heraus die Kraft holen, zu retten, was I äu retten ist.

M, Huis interessiert hier vor allem, wie sich das Katholische Volk in diesem Augenblick verhal- 1 ** fall. Denn bas ist klar, daß es die Hände I "Xht in den Schoß legen darf, auch wenn es zur I wie das gesamte Volk von der Mitbestimmung E jf5. nationalen Schicksals ausgeschlossen ist. Da f ' emt mir nun erstens notwenbig zu fein, baß I * ,teu zUsammensteht. Wie immer die I ,ar<m Dinge von heute sich klären werben, je I ^"ur wir sinb und je einiger, umsomehr können I dabei tun. Das schließt schon ein, daß wir »^bedingtes Vertrauen zu unseren «7h.rern haben. Wenn Kaas, Leicht, Brüning, k ^^ber, Dessauer, Joos, Stegerwald, Jmbusch, t tat nur d^se zu nennen, zusammensitzen und be- pr dann darf man sich schon darauf verlassen, t ist & den besten Weg finden, der heute möglich KL Man erörtert jetzt viel die Frage von Kvali- I ""d es entsetzen sich manche darüber, daß

Zentrum überhaupt mit den Nationalsoziali-

M »«folgt, bemerkt bald, wie viele gewichtige Sllm- nur in abgebämpfter Form nach Deutschland Ijereintommen, falls sie nicht überhaupt unterschla- M werden. Aber alle Vertuschungsversuche ha­ben doch nicht darüber Hinwegtäuschen können, daß das V r ü n i n g's che Ve r,t r a u e n se r b e schon ungefähr verbraucht ist, und daß wir so iso­liert stehen wie vor einigen Monaten Frankreich.

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In einer Kundgebung der Nationalsozialisten im Zirkus Krone in München erklärte Gau­leiter und Landtagsabgeordneter Adolf W a g - n e r u. a.: Welche Länder dem Volkswillen ent­sprechende Regierungen hätten, könnten sie unter Einschaltung desReichsrates sehr wohl in der deutschen Anarchie der Gegenwart eine gewaltige Aufgabe lösen. Der Reichs- re gier un g müsse aber das Recht, das Reich neu aufzubauen, abgesprochen werden. Der Redner kritisierte dann den durch die Notverord­nung der Papen-Regierung ermöglichten Lohn­abbau und kündigte unter stürmischem Beifall der Versammlung an, daß die Partei jeden Arbeitgeber mit Schimpf und Schande aus schließen werde, der auf Grund der Notverordnung seinen Arbeitern den Lohn kürze. Jeder Parteigenosse habe die Pflicht, einen wegen der Notverordnungs­bestimmungen ausbrechenden Streik bis auf das Letzte zu unterstützen. Die Gewerk­schaften hätten die gesamte deutsche Arbeiter­schaft zum Generalstreik aufrufen sollen. Aber die Führung der schaffenden Stände sei heute kraftlos.

Anschließend sprach Landtagsabgeordneter Streicher, der sich vor allem mit dem Verhält­nis zwischen Reichsregierung und Reichstag be«

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jg. Dr. Frank II (Nationalsozialist): Es _____lso Oberfohrens Absicht, den Reichstag auf« zulösen, Papen ist gar nicht gefragt worden, sondern Herr Oberfohren hat es angeordnet. (Her-

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