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Beilage zur Auldaer Zeitung

Ar. 224

Treuschwur.

Der Sprecher:

Lasset den Tag nicht im Dunkel versinken!

Schüret das Feuer zu loderndem Brand, Daß seine leuchtenden Flammen winken Grüßend hinüber ins himmlische Land. Wollt ihr die Nacht oder wollt ihr das Licht?

- Der Chor:

Wir wollen das Licht!

Der Sprecher:

Sehet, schon naht sich dem Dunkel der Erde Christus, der König, der unserer Nacht Und der Menschen verlorenen $)erbe Heil uni> Rettung vom Himmel gebracht.

Soll er'auch hier euer König sein?

Der Chor:

Christus sollHeil unsundKönig sein!

Der Sprecher:

Schreibt auf das schwarze Dunkel der Erde

Jetzt seinen Namen in roter Glut,

Daß seine Fahne ein Zeichen euch werde, Dem ihr euch weiht mit Gut und mit Blut. Gelobt ihr das Leben dem König der Welt?

Der Chor:

Leib und Leben dem König der Wei!!

Der Sprecher:

Nun, so nehmet sein Banner entgegen, Tragt's durch der Erde heiligen Krieg, Daß es euch künftig auf jeglichen Wegen Immer euch führe zum himmlischen Sieg. Schwört ihr der Fahne den heiligen Schwur?

Der Chor:

Unserer Fahne gilt unser Schwur!

Der Sprecher:

Nun, so laßt euer Banner wehen

Stets in den Farben schwarz und rot. Alle laßt hören und alle laßt sehen Euere Treue bis in den Tod.

Seid ihr zu treuer Gefolgschaft bereit?

Der Chor mit erhobenen Händen:

Heil'gem Kampf sind wir geweiht!

Gott verbrenn in Zornesseuern

Eine Welt! Sie zu erneuern

Wollen machtvoll wir beteuern:

Christus, Herr der neuen Zeit!

Christus, Herr der neuen Zeit! (L. N. Kl.)

Eine ernste Stimme.

Gegen die Lrtüchligungsmethoden.

Die Sitzung des Diözesanvorstandes des Iungmännerverbandes Erzdiözese Köln am 18. September 1932 nahm in gründlicher Aussprache Stellung zum jüngsten Erlaß des Reichspräsidenten zur Ertüchtigung der Jugend und faßte einstimmig folgende Entschließung:

Wir bejahen grundsätzlich die Notwendigkeit beson- derer Maßnahmen für die körperliche und geistige För­derung der Nichtorganisierten arbeitslosen Jugend, be­dauern aber, daß ohne Anhören der betreffenden Ju­gendoerbände ein Erlaß von solcher Tragweite und Zielstellung ins Land hinausgeht, der tief in die We- fensaufgaben und die Freiheit der Verbände einzugrei- fen droht. Wir lehnen es ab, eine abwartende Haltung einzunehmen und eventuell nach erfolgter Bekanntgabe der Durchführungsbestimmungen die Vornahme von nachträglichen Korrekturen zu beantragen. Das scheint uns ein aussichtsloses Beginnen. Mit noch größerer Ent- schiedenheit wehren wir uns gegen jedwede Zumutung einer aktiven Teilnahme des Iungmännerverbandes an den geplantenErtüchtigungsmethoden" zur Erziehung der Jugend.

Für unsere Haltung diesen Maßnahmen gegenüber md nicht konjunkturpolitische, sondern letztlich grundsätz- uche religiöse und pädagogische sowie volkspolitische und nationale Erwägungen maßgebend.

Die Erziehungsweisheit der Kirche sowie die Tra­dition und dasGrundgesetz" des Iungmännerverbandes Seigert uns hier den für uns einzig gangbaren Weg.

Ziel und Form der wahren nationalen Jugendbildung, die mit der vom Heiligen Vater geforderten Erziehung zum Frieden unter den Völkern in vollem Einklang steht, sind in unseremGrundgesetz" eindeutig umrissen.

Die körperl. Ertüchtigung unserer Jugend im rechten Maße und im rechten Geiste ist ureigenste Ausgabe des Reichsverbandes Deutscher Jugendkrast. Er hat eine 12- jährige Bewährung bestanden und dafür von den ver­schiedensten Regierungen der Nachkriegszeit höchste An­erkennung und Auszeichnung erfahren. Auch Sturm­schar und Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg dienen in gleicher Weise der körperlichen Ertüchtigung sowie der Erziehung zu Disziplin und Ordnung.

Demgegenüber scheinen uns die angekündigten Maß­nahmen den Richtlinien der im August 1914 gebildeten Jugendwehren zur militärischen Vorbereitung" verdäch­tig ähnlich. Wenngleich die Heranziehung aller Organi­sationen im Erlaß angekündigt und die Freiheit der be­stehenden Jugendverbände versichert wird, so sehen wir doch in der Tendenz des Erlasses und der Unterstellung des Reichskuratoriums unter das Kommando eines Ge­nerals und nicht eines in der Erziehung der Volksjugend bewährten Führers einen deutlichen Fingerzeig, wohin die neue Verordnung zielt. Die geplante Indienststel­lung verabschiedeter Offiziere verstärkt diesen Eindruck. Wir stehen vor der Frage: Gilt es eine rein sportliche Jugendbildung? Für diese ist in den bestehenden Orga­nisationen, auch im nichtkatholischen Lager, reichlich ge­sorgt. Gilt es aber eine wehrdienstmäßige Jugendaus­bildung, d. h. eine Wehrhaftmachung im Sinne militä­

rischer oder vormilitärischer Schulung? Diese lehnen wir ab. Denn im Wesen des Wehrdienstes und noch mehr der Wehrpflicht liegt keimhaft eine Erziehung zum Kriege hin, insofern, als das Kriegsspiel und die immer wie­derholte Felddienstübung mit psychologischer Konsequenz den jungen Menschen zum Ernstmachen und zur wirk­lichen Anwendung der mühsam errungenen Fertigkeiten drängt.

Unsere Abwehr solcher Eingriffe ist um so schärfer, als wir allen Grund haben, die aus dem Wirrwarr des gegenwärtigen Regierungssystems geborenen Maßnah­men mit großer Vorsicht aufzunehmen.

Darum bittet der Diözesanoorstand des Jungmänner­verbandes Erzdiözese Köln den hochwürdigen Herrn Monsignore Wolker als den Generalpräses des Katholi­schen Iungmännerverbandes Deutschlands und als den 1. Vorsitzenden des Reichsverbandes Deutsche Jugend­kraft dringend, an maßgebender Stelle innerhalb der Katholischen Jugend Deutschlands", des Reichsausschus­ses der deutschen Jugendverbände und bei Reichs- und Staatsbehörden mit aller Entschiedenheit gegen die Durch­führung der geplanten Maßnahmen Einspruch zu er­heben und neue Vorschläge auszuarbeiten, nach denen den Massen unorganisierter arbeitsloser Jugend eine wertvolle geistig-leibliche Erziehung ermöglicht werden kann.

Düsseldorf, am 18. September 1932.

Der Diäzesanpräses: I. Clemens. Der Diözesanleiter: Hugo Fritzen.

28* September.

scheitern kann. Der Fluch des großen Mannes, der auf dem Grenzgebiet von Realpolitik und Jdeen-Jch-Besessen- heit den Boden unter den Füßen verliert, um in Wol­ken zu entschweben! Der einzelne Nationalsozialist wird diese elementaren Vorgänge nach individuellen Eigen­gesetzen erleben. Der eine wird zurückfinden zur Deutsch- nationalen Partei, der andere zum Stahlhelm. Wieder andere werden sich im mittelparteilich bürgerlichen La­ger, woher sie kommen, eine politische Heimstätte suchen. Der eine wird nun erst recht zum Putschisten werden, und wieder andere werden in ihrer Verzweiflungsstim­mung der politischen Resignation verfallen. Im konser­vativen Bauerntum wird man sich vomNazirausch" ab­wenden. In der Studentenschaft wird die seit einem Jahr schon einsetzende geistige und gefühlsmäßige Reak­tion gegen den Nationalsozialismus in den kommenden Monaten besonders intensiv werden. Nationalsozia­listische Abgeordnete können sich veranlaßt sehen, ihr Mandat niederzulegen. Innerhalb der Fraktionen und Führergremien werden die Gegensätze größer und grö­ßer werden, so groß, daß die Offensiokraft nachlassen, ja die Defensiokraft mehr und mehr erlahmen wird. Man kann schon jetzt in der SA-Bewegung erleben, wie sich SA-Gruppen und einzelne SA-Leute nach der großen Sammlungsbewegung des letzten Jahres wieder aus­einandertreiben lassen, teils zu Rotfront zurück, teils zum Stahlhelm hin, teils in die traurige Oede des Sich- verraten- und Verlasfen-Fühlens. Finanzielle Nöte wer­den in dem gewaltig aufgeblähten Parteiapparat die schwierige Lage der Bewegung noch erhöhen. Und in Bälde schon können auf das wunderbar erklingende Ho­siannah!, das aus Millionen deutscher Herzen Adolf Hit­ler entgegenbrauste, die dumpf wütigen und verzweifel­ten Töne des Kreuziget ihn! folgen. Sic tranfit gloria mundi.

Der drohende Niederlage-Zusammenbruch des Natio­nalsozialismus erfüllt uns deswegen mit Wehmut, weil wir, im Gegensatz zu einigen oberflächlichen Politikern der uns nahestehenden nationalen Organisationen, nicht im geringsten daran zu glauben vermögen, daß die hi­storische Niederlage des Nationalsozialismus automatisch zu einem wirklichen Siege derechten nationalen Front" führen wird. Der persönl.Machtsieg Schleichers über Hitler bietet nicht die sichere Gewähr dafür, daß die sachlichen nationalpolitischen Ziele der deutschen Freiheitsbewegung erreicht werden. Es wäre uns sicher lieber, wenn wir das Gegenteil feststellen und verkünden dürften. Wie gern möchten wir in Herrn von Schleicher einen neuen Bismarck sehen! Aber leider muß mit aller Deutlichkeit festgestellt werden, daß die ersten Monate des neuen Re­gimes, trotz aller guten Ansätze zu dem Urteil zwingen, daß das neue Regime nur em prolongiertes Brüning- Regime ist, in vielen Maßnahmen und Unterlassungs­sünden, und daß dieWilhelminische Restauration", wenn es so weitergeht, nur zu leicht zu einem neuen Novemberzusammenbruch" führen kann.

Wir stehen am tragischen Ende einer grandiosen na­tionalen Aufbruchsbewegung und damit--an einem

neuen politischen Anfang! Der Kapputsch scheiterte. Der Hitler-Putsch war ein Fiasko. Die Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten im Jahre 1925 endete mit der Festigung des November-Systems. Und nun sind wir so weit, feststellen zu müssen, daß auch der Aufbruch der Front Seldte-Hitler-Hugenderg zu einem Fiasko geführt hat. Noch schäumen die Fluten. Noch scheint der Kampf in den Augen der Mitkämpfer im Stadium der Ent­scheidung zu sein. Wir wollen keinen Zweifel darüber lassen, daß der Kampf zu Ungunsten der Nationalen Opposition schon entschieden ist. Was jetzt noch kommt, sind Nachhutgefechte. Hitler hat als Staatsmann-Führer versagt, nachdem ihn der mit feinem Namen verknüpfte Aufbruch der Nation zu höchsten staatsmännischen Ent­schlüssen und Entscheidungen zwang. In sein Schicksal können auch andere Partner der Nationalen Front mit hineingerissen werden. Und die Zersetzung des Natio­nalsozialismus kann einen Zusammenbruch der gesamt- nationalen Bewegung in ihren heutigen Formen zur Folge haben. Dieses traurige Ende eines großen Be­ginnens zwingt uns, die wir vom ersten Tage des Zu­sammenbruchs an den Aufbruch der Nation, die Er­neuerung Preußens, die groß-deutsche Einheitsbewegung und die staatliche Neuformung mit erkämpfen wollten, wieder einmal an einem offenen Grabe die Hoffnung aufzupflanzen."

Verwirrung derIronken - Chaos derGeifler

3n derZeitschrift für preußische Erhebung und groß- deutsche Einung":Das Großdeutsche Reich" (Nr. 36) schreibt deren Herausgeber, Dr. Eduard Stadtler, einen Leitaufsatz, dem wir einige Kernstücke entnehmen, um zu zeigen, wie man im nationalen Lager die Lage sieht:

Er (o. Schleicher) kannte die Gegensätze innerhalb der nationalen Opposition; er wußte genau, wie dort die Spannungslinien liefen und wie die Persönlichkeiten zueinander und gegeneinander standen; und so war es ihm eine Generalstäbler-Schachspielerfreude, in den in­timen Machtkonkurrenzspielen der nationalen Opposition feine Finger drin zu haben. Statt die Frontbildung zu fördern, statt Hugenberg mit Hitler, Hitler mit Seldte und Seldte-Hitler mit Hugenberg zu verschweißen, wozu gerade auch er von der Machtbasis der Reichswehr aus eine historische Mission hatte, gefiel es ihm, gegen die Führer dieser Front das divide-et-impera-Spiel zu spie­len. So kam er zur Macht.

Diese unwiderlegbare These über die Entstehung des Regimes Papen-Schleicher muß man scharf im Auge ha­ben, wenn man an die Erforschung der Zusammenhänge unseres gegenwärtigen Gesamtzustandes Herangehen will, eines Zustandes, dessen Kennzeichnung in der Formulie­rung gipfeln könnte: Chaos der nationalen Front!

Die Frontverwirrung im Lager der Rechten und der Mitte spottet jeder Beschreibung. Und mit jedem Tag mehren sich die Anzeichen dafür, daß die entstandene Frontaufspaltung zu einem unbeschreiblichen Chaos der Geister geworden ist. Es gibt kaum noch eine deutsche Familie, wo nicht der Familienfriede, die heiligste Grund» läge des Staats- und Volkslebens, durch diese Frontzer- setzung in der schrecklichsten Weise gefährdet oder zerstört worden sei. Vater steht gegen Mutter. Eltern gegen Kin­der. Bruder gegen Bruder. Atter gegen Jugend. Während sich aber in den letzten Jahren diese Gegensätze mehr in dem natürlichen Rahmen der kleineren Organisations­spannungen hielten, ist nunmehr durch die undurchsich- tige Kompliziertheit der Frontwechsel ein psychologisches Tohuwabohu entstanden, das angesichts des Ernstes der Lage und des Ernstes der gefühlsmäßigen Einstellung zur Sage bis zu krankhaften, psychologischen Verkramp­fungen führen muß. Nun werden alle wild gegenein­ander wüten, blind und verblendet gegeneinander schla­gen. Jeder wird sich dabei gerade in seinem wertvoll­sten Ichmißverstanden" fühlen. Es wird mit einem Wort ein Hauen und Stechen geben, bet dem die Besten die Besten erschlagen werden.

Wenn wir nun die Chancen der entfesselten Kämpfe abwägen, bann kann man nur sagen, daß die Sieges­

aussichten des Nationalsozialismus mit jedem Tag ge­ringer werden, daß aber auch der Sieg der unter Füh­rung der Reichsregierung stehenden Front zu einem Pyrrhussieg werden muh. Die nun drohende Zersetzung des Nationalsozialismus und der Pyrrhussieg derWil­helminischen Restauration" können aber nur zu leicht zu einem Totalzusammenbruch der nationalen Front führen und damit zu einem neuen gewaltigen Auf­schwung der marxistischen Opposition, wobei hegte noch nicht gesagt werden soll, ob der dann kommende Sieg des Marxismus mehr der Sozialdemokratie oder dem Kommunismus zugute kommen wird.

Der Zersetzungsprozeß im nationalsozialistischen La­ger ist jedenfalls schon in vollem Gange. Die Tatsache, daß bei der neuen politischen Entwicklung der radikal- revolutionäre Flügel des Nationalsozialismus beim Kampf gegen das jetzt herrschende System an den rechten Dperationsflügel drängt, um den Stahlhelm, die Deutsch­nationale Partei und die Papen-Regierung von rechts her zu bekämpfen, während ein linker Flügel des Na­tionalsozialismus parlamentarisch das Bündnis mit dem Zentrum als Entwicklung zum mittelparteilidjen Denken erlebt und deswegen gezwungen wird, die Reichsregie­rung, den Stahlhelm und die Deutschnationalen mit den typisch mittekparteittchen und linkspotttischen Argumen­ten zu bekämpfen, erzeugt im Innern des Nationalsozia­lismus eine so ungeheure Spannung, daß der fanatischste Hitler-Glaube dieser Spannung nicht mehr Herr wer­den kann. Hitler selbst und sein getreuester und blind vertrauender Führeranhang, hin- und hergezerrt zwi­schen den beiden politischen Flügelbewegungen der eige­nen Partei, fühlen sich gezwungen,nun erst recht" mit nachtwandlerischer Sturheit den Sternen nachzujagen, den Sternen in der eigenen Brust und auch irgend­welchen zur Sternenmacht erhobenen Theorien und Dok­trinen. Das wird für Hitler selbst von tragischer Folge sein. Der Prozeß der Selbstisolierung, der ihn bis jetzt zum vergötterten Führer einer machtvoll aufstrebenden Bewegung machte, während er in steigendem Maße außerhalb der eigenen Bewegung negiert und eingekreist wurde, wird nun auch zu einer Selbstisolierung inner­halb der eigenen Partei werden. An beiden Flügeln der Partei werden sich selbständige, strategische und tak­tische Aktionen entwickeln, die in ihrer Gegensätzlichkeit gar nicht aus der Ideen- und Willenswelt von Hitler fließen können, und aus diesem Aktivismus werden neue Führer-Kristallisationspunkte erstehen, wobei Hiller, zwi­schen beiden Operationszentren hin- und hergerisfen, letz­ten Endes als tragisch vereinsamte Persönlichkeit politisch

katholische Zagend and Essener Katholikentag.

Das Arbeitslofen-Httfswerk der katholischen Jagend.

Von Kaplan Salz.

ÜBer Essen kennenlernen will, der geh» zuerst ms ^"dustrieoiertel im Norden und Nordwesten, Altendorf, ins Segeroth oder nach Altenessen. ?°nn mag er auch die Wohnviertel im Süden besuchen. ,3 ihn nicht kümmern, wenn ihm auf der Atten- »rfer Straße ein Rußteilchen aus dem grauen Himmel ?.5 Auge fliegt; er soll nicht erschauern, wenn er die ?Qulcr wie Streichholzschachteln um die Zeche1 gereiht jJOt und darinnen blaffe Menschen mit harten Zügen. r 'it im Lande von Kohle und Eisen. Wer länger bleibt, den läßt es nicht mehr los, er bekommt in fdjönften Natur Heimweh nach dem Lande des llleißez.

de ef CH"stus durch die Großstadt schreiten scheu will, fürA. e ihn nicht bei den festlichen Aufmärschen, der ni<^ und folge uns ins graue Land der Ar< ieih >et1' findet er das Christus unter not-

^eiwen Menschen. Und wo Christus ist, da ist gut

fath^r- gerne vom AJW., von der Selbsthilfe Arm * *^Cr $u9CItö> der es bitter ist, daß ihre jungen j. e feiern, während der schon erschlaffte Arm des Verden '*$ bemüht, den kärglichen Lebensunterhalt zu Cs 'n? ber. Weihnachtszeit 1930 fing unser AJW. an. «rün- r Cin Frühlingssturm der Liebe. Auf 40 000 er[ ,n Handzetteln flatterte der Aufruf ins Land der loie Cicnen Essen, der ersoffenen Bütte, ins arbeits- kenn r 9Mlf' Wan riß sich um die grünen Zettel, hier . ®etften eine Hoffnung. Wir setzen den Aufruf yetreu.

t sasset Mut! Es kommt bas AJW.

r be-reit dich von der Meldepflicht an den Stem­pelstellen? Das AJW.

: r erhalt dich frisch und froh? Das AJW.

wacht dich wertvoller für den Arbeitsmarkt?

t Üßp. ... L Das AJW.

mietet dir kostenlose Fortbildung im Beruf?

Das AJW.

Welche Kurse werden vom Arbeitsamt als Pflicht­kurf e anerkannt? Die freiroiligen Kurse

des AJW.

Ein zweiter Aufruf ging an die Lehrer, Akademiker, Techniker, Geistlichen, an die Lehrerinnen, Schwestern, Junglehrer und Junglehrerinnen sowie an die Berufs- schulkräfte, der Jugend in den Arbeitsgemeinschaften und bei den Kursen zu helfen.

Das AJW. war ein Volltreffer. Aus den ersten Aufruf hin meldeten sich 1023 Jungmänner und 280 Mädchen, die an den Kursen teilnehmen wollten. Es waren sehr vieleUnorganisierte" und Abseitsstehende dabei. Mehr als 200 freiwillige Lehrkräfte aus allen Ständen stellten sich den Arbeitsgemeinschaften zur Ver­fügung. Es füllten sich die Gruppenzimmer und Lese­stuben, die Werkstätten und Arbeitsräume.

Das ganze Werk war stark dezentralisert. Es ruhte auf den verantwortlichen Schultern begeisterter Jung­führer und -führerinnen, soweit nicht die geistlichen Prä­sides selbst Träger waren.

Die Kurse waren teils allgemeinverbindlicher Art, teils fachberufliche Fortbildungskurse oder direkte Um­schulungskurse für einen anderen Beruf. Bei den Kur­sen für die männliche Jugend sand eine Arbeitsteilung in der Weise statt, daß der Jungmännerverband die all­gemeinbildenden Kurse übernahm, der Gesellenoerein und KKV. die fachberufliche Fortbildung und die Um­schulung. Außerdem wurden zahlreiche Besichtigungen, Leibesübungen, lebenskundliche Aussprachen in den Ar­beitsplan ausgenommen.

Das Frühjahr brachte eine Auflockerung der Kursus- arbeit, Besichtigungen, Wanderungen, Schwimmen, Leibesübungen wurden reichlicher eingelegt; zahlreiche junge Menschen arbeiteten in ihren Kleingärten ober beim Bau von Sportplätzen, bei ber Herrichtung von Jugendheimen und Kirchplätzen.

Im Winter 1931=32 standen wir vor einer erschwer­ten Situation. Zahlreiche Jugendliche waren seit meh­reren Jahren erwerbslos und hatten sich damit wie mit

einem Dauerzustände abgefunden. Im Lause der Zeit haben sie sich fast alle ihre regelmäßige Beschäftigung gesucht. Man sogt nicht mit Unrecht, daß die Erwerbs­losen am wenigsten Zeit haben. Die wenigen jungen Menschen, die noch in ihrem Beruf stehen, werden so stark angespannt, daß für die Vereinsarbeit kaum noch Zeit und Kraft übrigbleibt. Die Vereine und Bünde bestehen heute zu 75 Prozent aus Erwerbslosen, teil­weise ist die Zahl noch höher. Damit trägt die ganze Vereinsarbeit immer mehr den Stempel der Erwerbs­losenarbeit, sie wird getragen vorn Lebenswillen junger Menschen, die nicht untergehen wollen.

Im Laufe des Winters wurde die Kursusarbeit wie­der ausgenommen. Die praktischen Kurse fanden mehr Anklang als die theoretischen. Die Vereine gestalteten die Kursusarbeit mehr nach ber ihnen gewohnten Form. Jeber Verbanb verfuhr babei nach feiner Eigenart. Die folgende Statistik gibt den Stand vom 17. März 1932 mieber: s

61 Kurse mit 1552 Kursusteilnehmern. Heimöffnung in 31 Pfarren.

9 Arbeitsgemeinschaften bes frei». Arbeitsdienstes. Leibesübungen für Erwerbslose in 21 Vereinen. Schwimmen in 17 Pfarren.

Fertiggeftellt: 3 Sportplätze und ein Jugendheim

Diese Statistik zeigt eine neue Erscheinung in ber Erwerbslosenarbeit bes vergangenen Winters: Der freiwillige Arbeitsbienst ist auf bem Vormarsch! Allein neun Arbeitsgemeinschaften besfelben bestehen in ber katholischen Jugenb Groß-Essens. Eine weitere Aus­breitung desselben scheiterte an ben hohen Kosten für Material unb Werkzeug, bie von ben Trägern ber Ar­beit, ben Jugenbvereinen ober ben Pfarrgemeinben nicht aufgebracht werben konnten, ferner an ben allzu büro­kratischen Bestimmungen, bie ben Jungführer unb Prä­ses, der die Arbeit anfassen wollte, übermäßig belasteten, dann an ben hohen Versicherungssätzen unb enblich an ber Unmöglichkeit, mehr als 20 Prozent Ausgesteuerte ju beschäftigen, währenb die große Mehrzahl dxr er­werbslosen Jugendlichen längst ausgesteuert ist. Die neuen Bestimmungen sehen in Illen Punkten wesent­liche Verbesserungen vor, so daß mit einer neuen Welle von Arbeitsdiensten zu rechnen ist.

In diesem Sommer trat bie schon früher beobachtete Auflockerung ber Erwerbslosenarbeit ein. Eine genaue

Statistik über ben augenblicklichen Stand kann daher nicht gegeben werden, da sportliche Betätigung, Wan­dern, Besichtigungen u. a. sich nicht statistisch genau be­stimmen lassen. Daß auch die systematische Arbeit nicht ruht, davon kann sich jeder ein Bild machen, der die AusstellungKatholische 3ugenb besucht. Hier ist zum großen Teil das Ergebnis katholischer Erwerbslosen­arbeit zur Darstellung gekommen, wie auch bie praktische Arbeit vornehmlich von Erwerbslosen getan würbe. Die Ausstellung läßt erkennen, welche schöpferischen Kräste in ber Jugend lebendig sind. Es lebt ein zäher Wille in diesen jungen Menschen, in ber Zeit ihrer großen Not sich aiifrechtzuerhalten und ihre junge Kraft dienend anzuwenden. Wenn die jungen Menschen nicht zerbre­chen, dann ist es darum, weil sie Christus opfern, um auch mit ihm zu siegen. Christus leidet in den jungen Menschen, er wird auch wieder in ihnen auferstehen. Jugend dein Leid mein Opfer." So stcht's unter der eindrucksvollen Kreuzigung von Richard Brodnicke, dem Leiter der Ausstellung. Die Arbeitslosigkeit ist nicht nur Zerstörer, sie weckt auch in jungen Menschen unge­ahnte Kräfte eines heroischen Idealismus und einer Opferfreudigkeit, die das letzte hergibt. Darum wird Christus nicht aus der großen Stadt gehen.Christus- Jugend der Großstadt ist junge Kirche, Hüterin geheilig­ter Tradition. Sie hat neue Formen liturgischer Ge­meinschaft. Sie schlägt die Brücke vom Glauben zur Technik. Sie ist treu wie die deutschen Eichen. Sie arbeitet für einen neuen Morgen der Industrie." Diese Sätze stehen unter den Bausteinen für das katholische Jugendreich, die in ber Ausstellung angeboten werden. Die beigegebenen Photos zeigen, daß bie Sätze keine Sprüche finb, sonbern in katholischer Jugenb Leben unb Gestaltung gewonnen haben.

Ein kurzer Blick in bie Zukunft. Es bleibt ber kath. fugend eine große Hoffnung: die Siedlung! Eine Reihe ihrer Besten bereiten sich in den Siedlerschulen daraus vor. Der freiwillige Arbeitsdienst eröffnet neue Mög­lichkeiten. Wir wollen mit aller Kraft versuchen, diesen neuen Weg zu den bisherigen zu gehen. Das ist keine romantische Flucht aus der rauhen Wirklichkeit ber Troßstabt. Die jungen Menschen bleiben in ber Sied­lung bas, was sie waren: Christus-Jugend.