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IW

Ar. 223

Dienstag, 27. September 1932.

Zahrg. 59.

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Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Welt im Bild" undBuchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 3153, Fuldaer Actiendruckerei 3151 und 3152. ::

FuldaerZertung

I Anzeiger für die Stadk Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Areisblatt.

Wege zum Erfolg?

Es geschieht wenigstens etwas," das ist die Redensart, der man heute in weitesten Volkskreisen begegnet. Das mutige Auftreten der Regierung Papen und die Art und Weise, wie sie alle Auf­gaben mit scheinbar starker Hand anfaßt und sich mit einem gewissen Eifer in alle innen- und außenpolitischen Probleme stürzt, hat ihre psycho­logische Wirkung int deutschen Volke nicht verfehlt. Auch wir sind weit entfernt, diesen Mut irgendwie abzuerkennen oder ihn zu tadeln und möchten nur, daß er die an- und aufgegriffenen Aufgaben z n wirklichem Erfolge führt. Wir wollen nicht einmal alles in Grund und Boden kritisieren, son­dern nur da unsere warnende Stimme erheben, wo es uns unbedingt notwendig erscheint. Denn darüber dürfte such die Regierung selbst, aber auch das deutsche Volk, nicht im Zweifel sein, daß, wenn der Erfolg versagt bleibt, die Erschütterungen für Wirtschaft, Innen- und Außenpolitik unüber­sehbar find. Wie stets ist die Zentrumspartei weit davon entfernt, nur um der Opposition willen rein negativ zu sein, wie es die Rechtsparteien, vor allem die Deutschnationalen, bisher waren. Im Gegenteil, das Zentrum macht, soweit es eine Opposition für notwendig hält, diese in durchaus bejahendem Sinne, das heißt wenn es auch das Programm der Regierung Papen nicht für richtig hält, so ist es doch, sofern das Gesamtwohl des Volkes in Frage kommt, zu einer Zusammenarbeit soweit bereit, als sie das verantworten kann.

Wenn wir die großen Massen vor allzugroßem Optimismus warnen, so geschieht das lediglich, um eine allzugroße Enttäuschung ihnen zu ersparen. Und da müssen wir einmal darauf Hinweisen, was denn bisher von der Regierung Papen geleistet worden ist. Das Bestechendste ist das große Wirt­schaftsprogramm. Wir sind weit entfernt, dieses Programm m Grund und Boden zu verurteilen und erkennen viele Teile als gut und notwendig an. Nun ist es aber nicht so, als wenn die früheren Regierungen nichts getan hätten und besonders die letzte Regierung Brüning nicht. Denn was von Papen jetzt ausführt, jetzt proklamiert, ist ihm ja erst ermöglicht worden durch die Tätigkeit Dr. Brünings. Und aus diesem Grunde wäre es allein schon unmöglich, die vielen Punkte, die Papen aus diesem Programm und dieser Vorarbeit Brünings als vorgefunden übernommen hat, ableugnen oder ablehnen zu wollen, nur weil von Papen sie der Oeffentlichkeit verkündet.

Aber abgesehen davon, daß wir die Art der Durchführung dieses Wirtschaftsprogramms als ver­hängnisvoll ablehnen müssen, weil es einseitig ist und nur dem Unternehmer zugute kommt, müssen wir deshalb schon vor allzugroßem Optimismus warnen, weil die Regierung von Papen sich durch dw Reichstagsauflösung selbst schon im Wege steht. Für die Führung des Programms wäre eine Stabilisierung der innenpolitischen Verhältnisse die erste Unterlage gewesen; diese ist genommen durch die Reichstagsauflösung. Vorläufig stagniert alles, und selbst die hoffnungsvollsten Wirtschaftskreise wagen, solange die Wahlen ein klares Bild über dre Entwicklung der innenpolitischen Verhältnisse geben, keine Engagements einzugehen. Auch selbst dre Regierung ist sich dieses Hindernisses bewußt und zögert sichtlich mit den Durchführungsbestim­mungen.

Darüber hinaus sind die Versprechungen, die sich Papen selbst, und die er dem Volke gemacht hat, sichtbar zu große gewesen. Eine Hebung der Arbeitslosigkeit in dem Sinne, wie sie erforderlich wäre, scheint selbst maßgebenden Kreisen ausge­schlossen, und, wo diese Hebung in kleinerem Um­fange emtritt, geschieht sie auf Kosten der ande­ren Arbeitnehmer und kann deshalb unmöglich zur Hebung des Konsums bet den geringeren Löhnen beitragen. Ferner ist der Widerstreit zwilchen Landwirtschaft und Industrie zu stark. Jede Kon­tingentierung, d. h. jedes Nachgeben der Regierung gegenüber den Wünschen der Landwirtschaft führt zu einem weiteren Niedergang des Exports, da­mit neuen Devisenschwierigkeiten, ferner" steigenden Lebensmittelpreisen und schließlich höchstens.statt Hebung der Industrie zu neuer Arbeitslosigkeit.

Aber noch einen verhängnisvollen Fehler hat die Regierung Papen mit ihrer DraufgängerpOiitif gemacht. Sie hat durch den sozialpolitischen Teil ihres Programms die Arbeitnehmerkreise, und das sind doch die großen Vollsmassen, aufs äußerste beunruhigt. Sollte man darüber noch irgendwie im Zweifel sein, so braucht man nur den Bericht über die Düsseldorfer Tagung der christlichen Gewerk­schaften nachzulesen. Die ganze Kampfeinstellung zur Verteidigung der politischen und sozialen Rechte war so charakteristisch, und die Erregung ein so stark warnendes Moment, daß auch die Regierung hier die Konseguenzen ziehen sollte. Wenn es aus diesem Kongreß sogar dazu kam, daß ein Vertre­ter der Regierung, der Reichsarbeitsmimster Schäf­fer, ausgepfiffen wurde, wenn weiterhin die offi­ziellen Entschließungen entschiedensten Abwehr- kampj gegen den politischen und sozial-politischen Kurs der Papenreai-rung in Aussicht stellten, wenn der frühere Reichsarbeitsminister, Dr. Stegerwald, der langjährige Führer der christlichen Arbeiter, trotz seines bekannten starken Nationalempfindens sich überaus scharf gegen diese Regierung aus­sprach und den Beifall hatte, als er ihren Rück­tritt verlangte, so besagt das genug. Die ganzen Maßnahmen der Papen-Regierung, auch ihr inner- politischer Kurs und ihre Reformpläne, führen statt zur nationalen Konzentration zu einer ungeahnten Radikalisierung der Massen. Das ist bisher leider das einzige Positive und die trübste Aussicht für die Zukunft. Das sollten auch alle diejenigen wohl bedenken, die jetzt durch Rundfunkreden und Re- glerungsveröffentlichungen zu leicht geneigt sind, zu glauben, daßtoen:*rt~n§ etwas geschieht".

Die Handelskammer der Vereinigten Staaten beschloß, die allgemeine Einführung der 40-Stun- den-Woche zu unterstützen.

Rittmeister a. D.

nichts zu tun, fortbern gruppierten

die

sich um

Die

tagswahlen in Erscheinung tritt, der geschilderten Sammel-Organisation

aus, daß man gescheiterte

daß die jetzigen

neue Zu- Reichs- Das Ziel wird da-

w o l l e". Denn, so heißt es abschließend, wie jede notwendige Reform könne auch die jetzt fällige nur in Uebereinftimmung mit dem Volke und in eng­ster Verbundenheit mit ihm erfolgreich zur Durch­führung gebracht werden.

stelle soll, wie wir hören, Moyzischewski treten.

Es besteht die Möglichkeit, fammenfaffung schon bei den

rin bestehen, im Wahl kämpf ein Gegeneinander- arbeiten solcher Gruppen zu verhindern, die sich zum Programm des Kabinetts Papen bekennen. Darüber hinaus soll-für das jetzigePräsidial­kabinett" geworben werden.

Von amtlicher Stelle wird betont, daß diese Organisation selbstverständlich keinen amt­lichen Charakter habe. EineZentralstelle für die Regierungspropaganda" sei nicht vorhan­den und auch nicht geplant. (Das am Samstag hier bereits wiedergegebene Dementi war also sehr mit einem Körnchen Salz" zu verstehen.) Wenn irgend etwas derartiges von privater Seite ge­gründet werden sollte, so habe die Regierung nichts damit zu tun."

Das ist also die Geburtsanzeige des neuen P a p en -Bocks, von dem man alsbald nach der Reichstag.sauflösung sprach und dessen

Einer amtlichen Mitteilung zufolge ist am Sonn­tag ein r u ss i sch-j ap a ni sch e s Petroleum­abkommen unterzeichnet worden, auf Grund dessen Rußland jährlich 60 000 Tonnen Erdöl an dre japanische Flotte liefert.

In derDeutschen Allgemeinen Zeitung" er­schien am Samstag abend folgende Mitteilung:

Eine Reihe von V e r b än den, die den Kurs der jetzigen Regierungspolitik unterstützen wollen, beabsichtigen die Schaffung einer besonderen Stelle zur Zusammenfassung und Aktivierung der politischen Kräfte dieser Gruppen einschließlich der Parteien, die ebenfalls sympa­thisch zum Kabinett Papen eingestellt sind. Gedacht ist offenbar an eine ähnliche Orga­nisation, wie sie seinerzeit bei der Reichspräsiden­tenwahl in den Vereinigten Hindenburg-Ausschüs­sen entstand. An die Spitze der Berliner Zentral-

Ganz allgemein ist festzustellen, daß das Ka­binett Papen eine sehr intensive Propa­gandist i sche Tätigkeit für sich selbst ent­faltet. nicht so sehr in aller Oeffentlichkeit das geschieht natürlich auch als in der Ver- schwiegenheit kleiner Kreise.

. wtb. München, 26. Sept. (Erg. Meld.) In der Rede, die der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Freiherr von Braun, heute vor- inittag auf der Vollversammlung des Bayerischen tLandwirtschastsrats in München hielt, wies er ein- shitend darauf hin, daß mit der Erhöhung der Kaufkraft des Städters, die durch die erste Pa- svensche Notverordnung versucht wurde, die Not der Bauern nicht zu bannen fei. Unter der Fron untragbarer Zinsen und dem Druck von Sch l e u- derpreisen der Deutschland überschwemmenden landwirtschastlichen Erzeugnisse des Weltmarttes könne der Bauernstand auf die Dauer die Nah­rungsfreiheit des deutschen Volkes nicht gewähr­leisten.

Das Absinken unserer Veredelungswirtschaft ist nicht zuletzt eine Folge der einseitig auf Förde­rung der Exportindustrie bedachten Handelspoli-

Jn einer Unterredung zwischen v. Neurath und dem Kabinettschef Mussolinis, Botschafter Baron Alorsi, ist die Uebereinstimmung zum Ausdruck gekommen, die zwischen der deutschen und der italienischen Regierung in der grundsätz­lichen Haltung zur Abrüstungsfrage besteht. Neu­rath beabsichtigt, Mitte der Woche von Genf abzu- reisen.

ler Klarheit darüber beschlossen, daß es keine Re­gelung gibt, die alle Wünsche vollständig er­füllt. Sie kenne auch die zahllosen Einwände, die ge­macht werden können, und roiffe, daß diese Maßnah­men nur ein Anfang seien und daß ihr weitere große Ausgaben auf dem Gebiete der Sicherstellung ausrei­chender Nahrung für unsere, städtische Bevölkerung be- vorftehen. Insbesondere kenne die Reichsregierung ihre Pflicht, dafür Sorge zu tragen, daß die Arbeits­losen im Winter nicht zu hungern brauch­ten. So werde die Fleischverbilligungsaktion wieder in Gang gesetzt werden.

1 Bildung mit Bestimmtheit erwartet morden ist. Die amtlichen Stellen betonen überflüssigerweile, daß die neue Organisation keinen amtlichen Cha­rakter habe. Das schließt aber nicht aus, daß der nunmehr erfolgte Zusammenschluß der politischen Freunde des gegenwärtigen Reichskabinetts sich der wohlwollenden Unterstützung des Kabinetts Papen erfreut und von ihm freudig begrüßt wird. Die Verbände und Par­teien, aus denen der neue Block gebildet werden soll, sind noch nicht bekannt Man kann sich aber ungefähr vorstellen, welche Organisatio­nen dazu gehören. Parteipolitisch gesehen kann der Papen-Block nur auf Deutschnationale, Deutsche Volkspartei und die eine oder andere kleine Split­terpartei rechnen. Vieles spricht aber dafür daß man versuchen wird, mit Hilfe von Organisatio­nen, die keinen ausgesprochenen parteipolitischen Charakter tragen, auch über den Kreis dieser Par­teien hinaus Einfluß zu gewinnen. Dieser Mög­lichkeit gilt es ins Auge zu sehen und es muß ihr mit aller Entschiedenheit entgegengetreten werden.

Wenn es in der Mitteilung derDAZ." heißt, die neue Organisation sei et'roäs ähnliches wie die seinerzeitigen Hindenburg-Ausschüsse, so ist das eine tendenziöse und unhaltbare Kennzeichnung. Die Hindenburg-Ausschüsse hat­ten mit Politik und insbesondere mit einer so heiß umstrittenen Politik wie der des Kabinetts Papen

über aller Parteipolitik stehende Persönlichkeit Hindenburgs.

^eickvl ^ret $ö^re 1'2 Milliarden zugefetzt. : Legierung hat sich daher

Zentrum und Verfassungsumbau

Ein Leitartikel derGermania".

Wohin die Reise? fragt dieGermania" im Leitartikel des Sonntags, der dem geklonten Ver- faffungsumbau gewidmet ist. Das Blatt ist nicht der Meinung, als ob die gegenwärtige Verfasiung die ideale Lösung einer deutschen Staatsfonftrut- tion sei, aber es müsse doch daran erinnert wer­den, daß die Weimarer Verfassung immerhin in der schlimmsten Zeit des durch eineautoritäre" Regierung verschuldeten Zusammenbruches der einzige feste Sammelpunkt des Volkes um seinen Staat geworden war, daß durch sie Bolschewismus und Bürgerkrieg überwunden und manche Krist umgangen werden konnte. DieGermania" nimmt für das Zentrum in Anspruch, daß die Partei seit Jahren auf die Mängel der Verfassung hingewie- fe» habe; sie erinnert an die berühmte Dort­munder Rede des Prälaten Saas vom 17. Oktober 1929. in der als unbeding­tes Grfdrdernis feiner nicht zu fernen Zukunft die Schaffung von Sicherungen dafür verlangt worden fei. daß die verantwortliche Arbeit einer einmal gebildeten und durch das Vertrauen des Parla­ments bestätigten Regierung nicht durch jeden Stimmungsumschwung innerhalb der Regierungs­parteien gehemmt werde, und daß ihr eine Unab­hängigkeit gegenüber den unberechenbaren Zufäl- ligkesten des parlamentarischen Wetterwechsels ga­rantiert werde.

Der nun folgende kritische Teil des Artikels geht von den derart gekennzeichneten beiden Grundgedanken aus: Reform ja, aber nur im Sinne bestimmter Ziele und Methoden. Das Blatt läßt wiederholt Befürchtungen durchblicken, die auf einen Nenner gebracht, etwa dahingehend, daß einer Mitarbeit der Volksvertretung in den Plänen nicht genügend Raum gelassen werde, und darüber hin­

auf dem Gebiet der Hypothekenzinsen zu fol­gendem Dege entschlossen:

Die von den Landwirten für langfristige Hypothe­ken in den nächsten beiden Jahren zu tragende Zinslast wird um 2 Prozent, jedoch nicht unter 4 Prozent, auf das Jahr berechnet erleich­tert.

Der Landwirt hat diese 2 mal 2, also insge­samt 4 Prozent, die er in den zwei nächsten Jah­ren nicht zu zahlen braucht, bei den Zinsen- Hypotheken erst am Schlüsse der TrI - gungsperiode zu entrichten, ohne daß Zins und Zinseszins dazu gerechnet wird. Auch 6et den Hypotheken, die keiner Tilgung unterliegen, soll der fortfallende Zinsteil von 2 mal 2 4 Proz. bet der Rückzahlung des Darlehns beglichen wer­den, jedoch in voller Höhe nur dann, wenn die Rückzahlung nach etwa acht Jahren erfolgt. Bet früherer Rückzahlung des Hypotheken-Darlehns ermäßigt sich der nachträglich zu entrichtende Zins- bettag nach einer vorgesehenen Staffelung. Bei einer Rückzahlung im Jahre 1937 würden hiernach statt 4 nur 1 Prozent kommen, bet einer Rückzah­lung 1936 gar nichts über das Kapital hinaus zurückzuzahlen fein.

Die Zinssenkung erfolgt aber

auch beim Personalltredit.

Sie wdrd durch die soeben erfolgte Senkung des Reichsbankdiskontsatzes von 5 auf 4 Prozent in die Wege geleitet. Zusätzlich zu dieser Senkung der Zinsbasis für den landwirtschaftlichen Pcr- fonalkredit wird eine umfassende Reorganisation der Kreditverhältnisse im laydwirtschöstlichen Ge­nossenschaftswesen dahin wirken, daß die über­höhten Zinszuschläge, die bei der Kreditverfor-, gung der landwirtschaftlichen Genossenschaften er­hoben werden, zum Abbau gelangen.

Um die notwendigen Voraussetzungen zu schaf­fen, hat die Reichsregierung beschlossen, sich

an bet Bereinigung des Abschreibungsbedarfs bet bett landwirtschaftlichen Genossenschaften, der infolge des wirtschaftlichen Rückganges entstanden ist, ausschlaggebend zu betelligen.

Ste hat sich dabei von dem Gedanken leiten lassen, daß durch dre Bereinigung der finanziellen Ver­hältnisse in den Genossenschaften es zu erreichen fein werde, die Zinsen, die der letzte Kreditnehmer zu zählen hat, auf ein angemessenes Maß zu senken.

Endlich ist her für Geldforderungen bis zur diesjährigen Ernte gegebene V o l l str e ck u n g s- fchutz bis zur nächsten Ernte verlän­gert worden.

Die bargelegten Maßnahmen haben die Reichs­regierung nach genauester Abwägung und in vol-

Fxeihecr von Braun. , ^er Reichsminisler für Ernährung uttb Canbroirl- schafl.

tif ber Nachinflationszeit. Die UeBerflutung des inländischen Marktes mit ausländischen Agrarpro- dutten war die Folge.

Heute stehe der Index für Vteh auf 68 Proz. des Friedenspreises, der Index der landwittschaft- sichen Bedarfsartikel mit Ausnahme der Dünge- msttel dagegen auf 110, der Bekleidungsgegen- siände auf 115,3, der Soziallasten auf 300 Proz. der Vorkriegszeit. Das sei untragbar. Die Reichs­regierung fei daher entschlossen, zum Schutze ein­heimischer Produttion

bie Uebereinführung vom Auslanb, beten wir . mit Zöllen nicht Herr werden können, von

unseren Grenzen sernzuhalton unb hat be­schlossen, bie Einfuhr folgender landwirt­schaftlicher Erzeugnisse zu kontingentieren:

Verschiedene Sorten Kohl, Tomaten, Zwiebeln, Schnittbohnen, Tafeltrauben, die wichtigsten Sor­ten Obst. Nadelschnittholz und Papierholz, Schlacht- K* ' Speck und Schmalz, Butter (vorbehalt- '$ der besonderen Verhandlungen mit einzelnen ändern), Käse, Karpfen, Erbsen, Reisabfälle.

Die Reichsregierung hat für diese Erzeugnisse Breits bestimmte Kontingentsätze fe st gelegt, Dor deren Veröffentlichung sei sie

n«ik Rücksicht auf die handelspolitische Lage

den beteiligten Ländern in Verbindung ae- fr . ten. Dabei fei man auf größtmögliche Beschleu- ^ung bedacht: die Erledigung sei in kürzester >^t zu erwarten Sodann werde die Reichsregie- unverzüglich die durch die außerordentlichen I T^tstände in unserer Landwirtschaft unauffchieb- Or gewordenen Anordnungen treffen.

I . Von der Seite der Preise allein sei der Land- f 'rtschaft nicht zu helfen. Vor allem seien es

die Zinsen,

die dem Landwirt ein nicht mehr tragbares Joch verlegen. Zwar ist die Schuldenlast der Land­wirtschaft

: *** ^"hre 1932 etwas 6 Milliarden geringer als 1913.

Mmeister a.D. Moyzischewski für o, papen

DerPapen-Block" ist dar

an eine kümmerlich Tradition an knüpfen

Das Landwirtschafts-Programm

Die Münchener Rede des Reichs-Landwirkschafisministers

Freiherr« von Braun.

Abdrosselung der Einsuhr ausländischer Agrarerzeugnisse. Verhandlungen mit den Ausfuhrländern sind eingeleitet, weil Rücksicht aus die deutsche Export -Industrie genommen werden mutz.Die Art der Zinshilfe für die überschuldete Landwirtschaft.

r, T ^werer ist es demgegenüber, daß die Zm- O °lt in dem letzten Jahr allein um rund 200 $rTCIOnetl höher gewesen ist als vor dem in.J?e- Außerdem hat alSein das Fallen der '.Ür Agrar-Erzeugnisse bewirkt, daß die ber norf) im Jahre 1924/25 nur 6,23 Proz. und ^rkarffserlöse des Landwirts, im Jahre 1931 5nfr>r 2 .^9egen 13,10 Prozent in Anspruch nahm.

Unrentabilität wurden auch die Gläu- bet r Landwirtschaft auf das schwerste gefähr- IferWo- er^en Quartal 1931 sind bei den Zwangs- '^ritnqen landwirtschaftlicher Grundstücke 40 &er Hypotheken und alle Personalschul- ^lnfach ausgefallen, d. h. verloren.

» deutsche Landwirtschaft hat in jedem der