Gast in Frankreich.
Sei einer französischen Familie in den Sommerferien.
I Wer einmal eine französische Stadt verläßt und einen btreifzug auf das Land unternimmt der findet, oft in den schmutzigsten Dörfern, in einem kleinen Park ver- 1 I steckt, ein altes Schloß oder doch ein Landhaus. Hier TL \ I' 'st es, wo der Franzose seine Sommerferien verbringt.
Und wer kein eigenes Landhaus besitzt, der wird sich, toenn er es einigermaßen kann, fern ab von dem Trubel der Stadt, in einem einsamen Dörschen ein Haus mieten, Und sei es nur ein einsames Bauernhaus---
- Ich steige aus dem D-Zug Berlin—Basel. Donnernd
führt der Expreß Kehl—Straßburg—Lyon—Marseille— iiiizza in den Karlsruher Bahnhof ein. Bald sitze ich toohigeborgen an einem Fensterplatz, in 3. Klasse, aus he K ^derpolster. Vorbei geht es an dem schönen Straßburg nd |Ü dnd bald braust der Zug durch das Tal des Doubs, das en un das Moseltal erinnert, nur daß die Weinberge feh-
zu kn---
K 14 Stunden Bahnfahrt. Ich komme in Pontarlier, ?lt M'. einem Städtchen im französischen Jura, an. Mein breund Eduard erwartet mich schon dort. Noch weiter i M '°rt in die Einsamkeit. Der „Landexpreh", der in kei- Uer Weise einen Vergleich mit unserem „Rhönexpreß" uushält, bringt uns Doubsauswärts, nach Oye et Pallet.
E ^ier hört alle Verbindung auf. Noch müssen wir 4 Sim.
Leiter, per Rad, entlang dem blauen See St. Point P Sim. lang, 1 Kim. breit), den der Doubs hier bildet, Meii'e wundervolle Fahrt. Jetzt kommen wir aus dem heraus, und nun liegt es vor uns, unser Ziel: W"s ©rangettes, ein kleines Dorf von 80—100 Einwoh- g| I n^n, das keck die Juraberge hinausklettert und sich hier . da in einer Bergspalte verliert. Und ganz am Ende
Dörfchens, ein wenig zwischen Bäumen versteckt, | ”°n einem Blumengärtchen umgeben, liegt mein neues | Mm, ein echtes französisches Bauernhaus, mit allem Zu- t* WU: o ?r; aufgestapeltes Holz, Wagen, duftendes Heu; ir- M Vndmo fingt eine Söge, es wird Holz gespalten.
.^^^^^^^b^ieich rechter Hand, wenn man eintritt, liegt mein das beste im ganzen Haus, mit einem Bett so daß man selbst bei den lebhaftesten Träumen nicht ^^usfallen kann, — einem Nachtschränkchen und einem moderneren Stils, einem alten, übermäßig Tischchen, einem improvisierten Waschtisch und Wdihien; 2 Bettvorlagen nicht zu vergessen. Mein Fen-
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22. September.
Beilage zur Fuldaer Zeitung
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Notwendigkeit von Umbauten,
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und Balltechnik sicher etwas, Da müssen sorgfältige Berech-
erkannt werden, schärfer deutschen Volke man die Aenderungen verspürt.
Nun sind Baukunst
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wohnen nicht nur die Erwachsenen, die Fertigen, die Ruhe haben möchten!
Von der Gestaltung des Staats bürfen die jungen Kräfte der Jlation, darf das junge Volk unter keinen Umständen ausgeschattet werden.
Die Mitgestaltung beim Aufbau des Staates ist im Volksstaat, der wir find und bleiben wollen, weil er dem freiheitlichen Wesen des deutschen Volkes entspricht, auf dem Wege der freien politischen Meinung s - und Willensbildung zu vollziehen. Die Parteien sind die Träger politischen Willens im Volke. Daß diese politischen Körperschaften in den letzten Jahren als Gestalter des Staates in der Gesetzgebung vielfach versagt haben, ist beklagenswert und bedauerlich. Nicht alle Parteien waren mutlos und arbeitsunwillig. Die Zentrumspartei tat ihre Pflicht bis zur Selbstaufopferung. Heute, da die großen Parteien über enge Organtfationsformen hinaus zu Volksbewegungen geworden find, und immer mehr werden, wird auch der Wille zum Handeln im Staat wieder stärker sichtbar. Diese bedeutsame Veränderung im politischen Denken darf nid>t übersehen werden, auch wenn es manchmal scheint, als ob eine gewisse Müdigkeit zu politischem Handeln ein- gerissen wäre und man „autoritäten" Gewalten allein das Recht des Bauherrn überlassen wolle. Das mag in älteren Volksschichten der Fall sein. Das ist beim bürgerlichen Menschen, der Ruhe und Frieden haben will, verständlich.
Bestimmt steht es nicht so bei dem jungen deutschen Volk. Im Gegenteil lebt dort der leidenschaftliche Wille, bei der Gestaltung des Staates mit- zuarbeiten. Man darf hier nicht nach der Größe von Parteijugendgruppen schauen, sondern muß sehen, wie ein politischer Aktivismus, ein politischer Gestaltungswille die Jugend — sozusagen bis zum letzten Jungmann und Mädchen — zur politischen Tätigkeit inner
halb oder außerhalb von Parteien treibt. Daß der jugendliche Gestaltungswille nicht abgeklärt und von der Erfahrung und Weisheit des Alters nicht abgekühlt ist, ist kein Grund, ihn einfach als Radikalismus abzutun, und als ungeeignet für die Mitgestaltung im Staat abzulehnen.
Wenn heute von Plänen gesprochen wird, bas Wahlalter, d. h. das aktive Wahlrecht auf 25 Jahre herauf- zusetzen, so beweist das, wie wenig man sich Gedanken macht über die in dem „jungen Radikalismus" steckende politische Dolksenergie und nationale Kraft. Noch einmal: Der Staat ist etwas Lebendiges, das wächst und sich entwickelt! Würde man an einem Baurn immer und immer wieder die jungen Triebe und Zweige abschneiden, er würde vielleicht eine Kunstform ergeben, aber fein Wachstum würde unnatürlich gehemmt, seine Lebenskraft würde beeinträchtigt, und auf die Dauer würde der Baum einen alten, überlebten Eindruck machen.
Die Jugend im Staate macht den Staat immerdar jung, erhält ihn in seiner Spann- und Lebenskraft. Diese frischen Kräfte bewahren den Staat davor, nur ein Kunstprodukt politischer Klugheit und Gelehrsamkeit zu werden. Gerade die Jugend bis zur Verheiratung, bis zu dem Tag, da sie ihren eigenen kleinen Staat, die Familie bildet, wendet sich der größeren Gemeinschaft des Volkes mit besonderer Liebe zu, und es wäre töricht und sträflich, sie von der Entfaltung ihrer Liebes- und Lebenskraft im Staate abhalten zu wollen. In einem bürgerlichen Zeitalter früher ja mag das angängig gewesen fein, in dem die Jugend, beschattet von der Autorität des Thrones und bürgerlicher Lebensmächte ihr ftaatsabgeroanbtes eigenes Jugend- leben meist auch bürgerlicher Selbstzufriedenheit führen konnte. Damals war politische Betätigung als Vorbereitung auf spätere Staatsmündigkeit doch meist nur Spezialvergnügen kleiner politischer Zirkel in der Jugend, so wie andere jungen Menschen als besondere Herzenssache, Kegeln, Radfahren, Singen und ähnliche Betätigungen suchten.
Im freiwilligen Arbeitsdienst, in kor- perlicher Ertüchtigung und beruflicher Ausbildung allem kann die Volks- und Staatsfreudigkeit der Jugend von heute auch nicht mehr aufgefangen und verwirk» licht werden. Das politische Erwachen der jungen Menschen hängt eben stärkstens damit zusammen, daß nach dem Kriege trotz aller Schicksalsschläge, ja gerade durch sie, der Staat zu einer Lebensmacht, zu einem Lebensbewußtseinsbestand geworden ist. Das kann man nicht einfach auslöfdjen und verdrängen, das kann man auch nicht dadurch aufheben, daß man die Jugend auf die Erfüllung der zunächftliegenden Volkspflichten hin- weist und ihr sagt, durch ihre Erfüllung möge sie sich Sporen und Anrecht auf die Mitgestaltung im Staat erst erwerben. Je freudiger und herzhafter die Jugend heute im Volke im Arbeitsdienst, in körperlicher Er- tüchtigung, Berufsertüchtigung und durch Ertragen von Not und Sorge des Gesamtvolkes sich einordnet in die Schicksalsgemeinschaft der Nation, umso mehr muß man ihr auch das Recht der Mitwirkung im Staate zubilligen, muß sie als Bauherr des Staates gelten lassen.
Wir wenden uns als katholische Jugendbewegung im deutschen Volk, die nicht für sich selbst leben will, sondern in und mit und für das Volk dagegen, daß das junge Geschlecht, die Heranwachsenden jungen Männer und Frauen des Volkes durch Beraubung des aktiven Wahlrechts bis zu 25 Jahren ausgeschaltet werden von der politischen Mitgestaltung im Staat. Wir sind dafür, daß das Wahlalter auf 21 Jahre heraufge- setzt wird. Mit Erreichung des 21. Lebensjahres beginnt die bürgerliche Rechtsfähigkeit; mit diesem Tage soll und muß auch die politische Mündigkeit beginnen. Wir wenden uns dagegen, daß man nur Zweckhaft denkt, und um die „Eindämmung des Radikalismus" zu erzielen, die Heraufsetzung des Wahlalters vornimmt.
Wir wollen, daß der Staat, die organisierte Schick- salsgemeinschaft des Volkes, der jungen Energien teil- hastig werde, daß in ihn hineinströme das frische Blut der Jugend. Nichts braucht ein Staat mehr als diese Lebenskraft, den Optimismus, den Glauben der Jugend an sich und damit das Volk, seine Zukunft und sein Leben! Nur so wird die Jugend dem Staate die Garantie geben, daß er immerdar jung bleibt und nicht zu einem formalen Kunstwerk von Artikeln und Paragraphen erstarrt.
bildungskursen zu beteiligen, um sich selbst die für das ganze spätere Berufsleben wertvollen Vorteile des Arbeitsdienstes zunutze zu machen und der katholischen Sache, sowie dem Volksgemeinschaftsgedanken einen großen Dienst zu leisten. Die berufenen Kreise sollten heute schon befähigte Primaner auf die ihnen später zufallende Rolle vorbereiten. Nur so können wir erfolgreich den Aufgaben gerecht werden und den Gefahren begegnen, welche die neue Entwicklung der Arbeitsdienstbewegung in sich birgt. fi-
fein. Niemand wird dies leugnen! Silber grundverkehrt wäre es, den Staatsbau nur als eine Sache der Erfahrung und abgeklärter Weisheit betrachten zu wollen. Der Staat wird, wie jedes Haus, normaler Weife nicht für ein Dutzend Jahre errichtet, sondern er soll Generationen wohnliche Heimstatt bieten. In dem haus des Staates wachsen junge Geschlechter heran,
Steinmauern durchzogen, vorbei an weidenden Kuhherden, deren vielstimmiges und harmonisches Glockengeläute schon von weitem grüßt. Das alles ruft lebhafte Erinnerungen an die alte, schöne Rhön wach. Mit reicher Ernte, vom Steigen und Wandern hungrig, kehren wir zum Abendtisch nach Hause zurück, wenn die letzten Strahlen der untergehenden Sonne über den Wasserspiegel des Sees huschen, der in majestätischer Ruhe, zwischen hohen Bergketten eingeengt, tief unter uns liegt.
Nach dem Abendessen geht es noch recht lustig zu. Da wurde z. B. zu Ehren unseres Hauswirtes eine Soiree gegeben (das dürfte in Fulda wohl selten seines Gleichen finden!), die im „Schlafzimmer" des ersten Stockes ftattfanb: Gesellschaftsspiele, Schokoladenkreme, Kuchen und Limonade — eine luftige Abendgesellschaft. Man lebt so ungebunden und frei von jedem Etikettenzwang. Kragen kennt man nicht, nur des Sonntags, wenn es zur Kirche geht. Man spart beträchtlich an Rasierklingen und noch mehr an Schuhkreme; gerade, daß man das Leder nicht vertrocknen läßt.
Trotz aller Abgeschiedenheit sind wir doch nicht völlig abgeschlossen von der Außenwelt. Jeden Morgen erscheint „Le Bien Public", ein Zeitungsblatt aus Dijon, zuweilen auch eine Zeitschrift; die Koorespondenz nimmt oft unheimliche Ausmaße an. Eines Tages stoppt ein kleiner Citroen vor unferm Haus. Aus dem Fond des Cabriolets arbeitet sich ein würdiger Pfarrherr aus Reims, ein überaus freundlicher Herr, ter als Freund der Familie einige schöne Tage bei uns verlebt. Wenige Tage darauf, es war an einem Sonntagnachmittag, fuhr eine elegante Limousine vor, ein Sechssitzer, Marke Renault: Besuch aus Dijon, wo die Familie K. zu Hause ist. Man plaudert, raucht, ißt Plätzchen, trinkt Bier oder Limonade und spielt Bridge. Erst wenige Tage sind es her, daß uns zwei Freunde Eduards verließen, zwei prächtige junge Menschen, Kleriker des Priesterseminars zu Dijon, die eben ihre Militärausbildung genießen, der eine als Ossizier der Infanterie, der andere als Flieger. ......
So gestaltet sich das Ferienleben tn Frankreich, idyllisch und heiter, abgeschieden und doch nicht abgeschlossen. Wir sprechen deutsch und sranzösifch, hören französische und deutsche Sender, lesen deutsche und französische Zei- hingen und fühlen uns alle eng miteinander verbunden.
R. Faulstich.
ster läßt sich nur mit Hilfe eines Querbalkens öffnen und schließen. Die Türschlösser sind sehr primitiv und da heißt es noch aufpassen: links herum zu, rechts herum auf. Linker Hand vom Eingang liegen Kellerraum, Scheune, Wagenremife und, noch halb unter der Treppe, eine Speisekammer. Oben an der Treppe nimmt mich die Mutter meines Freundes, Madame K., auf das herzlichste in Empfang und führt mich links hinein tn das Speisezimmer". Wir sitzen um einen runden Tisch, Madame K., ihre drei Töchter: Ponne, Madeleine (Jung- lehrerin für Englisch und Deutsch), Marcelle (die im Oktober den zweiten Teil ihres Baccalaureats machen wird) und mein Freund Eduard (der sich auf ein Examen vorbereitet, das zum Eintritt in die Ecole Polytechnigue in Paris berechtigt). Man ißt echt französisch: viele Gänge und von allem ein wenig. Die Unterhaltung fließt im wahren Sinne des Wortes; man entwickelt eine Zungenfertigkeit, die alles Begriffliche übersteigt. Dazwischen läßt sich eine andere Stimme hören: „Hallo! hallo! iei Radio Paris." Aus der anstoßenden kleinen Küche wandert unterdessen ein Gang nach dem andern. Mir gegenüber. an der Wand, entdecke ich eine Art Kommode, mit einem Tuch fein säuberlich überdeckt, die sich des Abends zu meinem Erstaunen als ein — zusammenklappbares Drahtbett mit voller Ausrüstung entpuppt. Das „Buffet" ist weiter nichts als ein altmodischer Kuchenschrank, d. h., das eigentliche Buffet steht im „Schlafzimmer" auf der anderen Seite der Treppe. Dieses Schlafzimmer, das Zugang zu drei kleinen Kammern gewährt, dient seiner angenehmen Kühle wegen als Wohnzimmer, Empfangsfalon und als Saal für luftige Soirees.
Durch unser Leben hier zieht sich trotz aller Zwanglosigkeit und Freiheit eine gewisse Ordnung. Wer geht morgen fischen? lautet die Frage tags zuvor. Das will vorbereitet sein. Kleine Fische müssen in einem Bächlein jenseits der Berge gefangen und lebendig erhalten werden, um am kommenden Morgen als Köter für Hechte, zu dienen. Und diese bleiben nicht aus.
Feierten wir neulich das Namensfest von Madame K. Sie kehrte gerade mit unferm Besuch von einer Auto- tour nach Lausanne und Genf zurück. Auf ihre Frage lautete natürlich die Antwort: nichts Bedeutendes gefangen. Welch eine Freude und welch ein Fest als nach dem Hors d'oeuvre ein prachtvoller Hecht von 4 Pfund erschien, feierlich in Blumen und Grün gebettet.
Arbeitsdienstes wenig rührig gezeigt. Es war auch schwerlich zu ahnen, daß er heute diese bedeutsame Rolle spielen würde. Noch größer wird die Verantwortung dadurch, daß der Gedanke der Arbeitsdienst- pflicht, wenn er auch vorerst zurückgestellt ist, wahrscheinlich doch bald verwirklicht werden wird. Grade da wird die erzieherische Note neben der Werkarbeit wieder stärker betont werden. Angesichts des nachhaltigen Eindrucks dieses Gemeinschaftsjahres auf die Jugendlichen muß es unser Ziel sein, durch geeignete Führer und Gruppenleiter unseren Einfluß und die überzeugende Darbietung unseres Gedankengutes zu gewährleisten. Hierzu sind in erster Linie unsere Jungakademiker berufen. Wir dürfen in dem sicher zu erwartenden Bestreben aller Weltanschauungsgruppen, diese günstige Gelegenheit der Werbung im Rahmen der objektiven Auseinandersetzung mit philosophischen und staatsbürgerlichen Fragen weitgehend auszunutzen, nicht zurückstehen. Wollen wir zum gegebenen Zeitpunkt einsatzbereit sein, müssen wir uns jetzt schon rüsten. Eine neue Gefahr ist jüngst aufgetaucht. Zur gleichen Stunde, da Reichskanzler von Popen in Münster sprach, tagten in Spandau die „Heimatwerke", die landschaftlichen Trägerorganisationen des Arbeitsdienstes, in Gegenwart des Reichskommissars. Was wir schon bei der Uebernahme der Organisation des F. A. D. durch die Regierung befürchteten, wurde hier bestätigt. Der bisher erfreulicherweise große Einfluß der konfessionellen Trägerverbände soll beschnitten werden. Es fiel das Wort vom „deutschen Christentum". Nur das Reich will die Führer ausbilden und sie in ihrer Linie beinfluffen. Wir müssen dazu weltanschaulich gefestigte junge Leute entfern den, die unseren Standpunkt kraftvoll zu vertreten wiffen. Die besten bildungsmäßigen Voraussetzungen bringen hierzu die Jungakademiker und Abiturienten mit. An unsere stellenlosen Akademiker richten wir den Rus, sich an den staatlichen Führeraus-
Wappne dich.
Bald wird ein neuer Wahlkampf unser Vaterland entzweien. Katholischer Jungmann, bist du gerüstet? Heftiger denn je wird man diesmal um die Stimmen kämpfen. Auch wir dürfen nicht Zurückbleiben. E s geht um Großes. Wir haben in den letzten Wahlkämpfen Erfolge gehabt, ohne im Straßenkampf den Bruder zu erschlagen. Unser lebendiges Beispiel muß uns wieder viele Freunde zusühren.
Die zahlreichen Sommerfelle in allen Gauen haben euch neue Kraft und neuen Mut gegeben. Ihr habt den Kampf gelobt für Christus und seine Kirche, für Recht und Freiheit. Jetzt zeigt, daß Ihr Wort halten, daß Ihr Taten vollbringen könnt. Lassen wir uns an Opfern nicht von anderen übertreffen. Große Führer gehen uns voran und zeigen den Weg. Friede soll wieder werden in deutschen Landen, Glück und Freude bei den traurigen Familien wieder Einkehr halten. Du, katholische Jugend, sollst dieser Freudenbringer und Friedensengel sein. Geh hin zu deinen Bekannten und Freunden und wirb für deine hehren Ideen. Nicht mit Faust und Schlagring, sondern mit freundlichem Wort und warmem Blick erringe dir die Herzen.
katholische Jugend heraus! wappne dich!
was gelernt fein will. . ..
nungen angestellt werden, und es gehört viel Erfahrung dazu, um ein gutes, wohnliches Gebäude zu errichten. Das gilt auch vom Staat als dem Haus des Volkes. Die erfahrenen Staatsmänner und Politiker werden beim Bau des Hauses unumgänglich notwendig
Sie Holle des kakhol. Zungakadennkers im Arbeitsdienst.
Die bekannte Rede des Reichskanzlers in Münster brachte den Vorkämpfern der Arbeitsdienstbewegung durch die Ankündigung des praktifchen Jahres für alle Abiturienten die Erfüllung einer stets wieder erhobenen Forderung. Dieses Ziel schwebte schon den Schöpfern des Arbeitslagergedankens in Deutschland vor, die, wie allerdings wenig bekannt ist, in der akademischen Jugend zu suchen sind. Aus dem Jdeenckreis des „Wandervogels" hervorgegangene hündische Studenten machten bereits im Jahre 1925 den ersten Versuch. Wertarbeit als Ergänzung der einseitigen Geistesarbeit, geistige Auseinandersetzung und Durchbildung eines neuen Lebensstils blieben die drei ersten Jahre hindurch Hauptinhalt der einseitigen „Derbandslager", die nur von Studenten besucht waren. Eine ideale Ausweitung erfuhr die Bewegung durch die Hinzuziehung von anderen Berufsfchichten im ersten „Dolkslager für Arbeiter, Bauern und Studenten" im Jahrs 1928. Das Ziel der Weckung des Volksgemeinfchaftswillens trat hinzu. Die verschiedenberufliche Zusammensetzung blieb fürderhin das Ideal, wenn auch daneben noch einige rein studentische Lager stattfanden.
Ein neuer Abschnitt begann 1931. Die Regierung Brüning gab der Bewegung durch die amtliche Finanzierung eine von den geistigen Vätern nicht geahnte breite Grundlage. Form und Ausgestaltung von Lagern und Freizeit wurden im wesentlichen an die studentischen Erfahrungen angelehnt. Die Trägerschast des Dienstes ging hauptsächlich auf geschlossene Weltanschauungsgruppen über. 31 u f katholischer Seite b e- teiligten s i ch vorab der Jungmännerver- band und der Gesellenverein. Die Studenten waren jetzt so gut wie ausgeschaltet. Erst durch die Sprengung der engen Grenzen der Förderungsberechtigten im Juli dieses Jahres durch den Reichskommissar für den F. 21. D., der für 2—3000 Studenten Mittel zur Verfügung stellte, wurden diese wieder in umfassenderem Maße in die Arbeitsdienstbewegung einbezogen. Doch stellen sie heute bei 200 000 Arbeitsdienstlern nur etwa 114 v. H. dar Eine angemessene Vertretung verspricht erst die angekündigte Zulassung auch der stellenlosen Jungakademiker und das Arbeitsjahr für die 25 bis 30000 männlichen Abiturienten von Ostern 1933 zu bringen, von denen sicherlich ein Großteil zu den Ar- beitsdienftlern stoßen wird. Nach dem Verlaus der Verhandlungen in der Zeit zwischen der Kanzlerrede und heute ist damit zu rechnen, daß der Plan schon bei der kommenden Abiturientin verwirklicht werden wird.
Diese neue Situation bringt unseren katholischen Jungakademikern und künftigen Abiturienten, aber auch allen unverantwortlichen Gestaltern des katholischen Lebens Aufgaben, die ob ihrer Schwere und Neuartigkeit sofort ins Auge gefaßt werden müssen. Leider hat sich unsere katholische Studentenschaft auf dem Gebiete des
Am Abend vorher heißt es dann noch Würmer fu- chen und im feuchten Moos frisch erhalten. Endlich kommt der Morgen: 5 Uhr Aufstehers dichter Nebel über dem See; ein paar verschwommene Gestalten; hier und dort Ruderschläge, dann Totenstille. — Der Fischsport mit all seinen Reizen beginnt.
Die andern erheben sich gegen 148 Uhr. Wer hat heute die Küche? Wer serviert bei Tisch? Wer besorgt die Zimmer? Eduard und ich haben für Brennholz zu sorgen, müssen fügen und spalten. Und wenn die Reihe an mich kommt, kann es mir blühen, wie vorgestern z. B., 1 kl. Hecht und 43 kl. Barsche am Dorfbrunnen zu putzen und auszunehmen. (Wie kann sich meine Frau einmal freuen!) All diese Arbeit setzt ein, nachdem wir um 8 Uhr gemeinsam unser „petit bejeuner" eingenommen, bestehend aus: Weißbrot, Landbutter, einer großen Tassee Kafsee (halb Milch, halb Kaffee) ober Schokolabe (Kakao) unb — ben neuesten politischen Nachrichten aus Deutschlanb, übertragen aus Paris.
Einen neuen Impuls erfährt unser Leben jeben Morgen gegen 1511 Uhr, wenn bas Knattern bes Motor- rabes ben Briefträger antünbigt. Spannenber Augenblick! Ich habe bis jetzt nur einen Brief aus Deutfch- lanb empfangen, obwohl ich in ben 3 Wochen meines Aufenthaltes schon 5 Briefe unb 15 Karlen nach bort abgeschickt!
Das Bab um 1512 Uhr in ben blauen Fluten bes Sees ist schon zur Trabition geworben. Kein Wunber, baß vom Mittagstisch alle vollen Platten leer in bie Küche zurückwandern. unb baß wir dafür am folgenden Tag wieder schönes Wetter haben. Das schwüle Wetter zwingt einem förmlich zum Schlafen. Was Wunder, daß ich mir ein Mittagsschläfchen schon beinahe angewöhnt habe! Ich schlafe hier überhaupt zuviel, eine Tatsache, bie allen Anlaß zum Schäkern gibt.
Unb unser guter 4 Uhr-Nachmittagskaffee in Deutschlanb? Nachbem wir uns etwa eine Stunbe im Wasser getummelt, kommt um 5 Uhr ober 146 Uhr ein Stück Weißbrot unb 1 Riese Schokolade aus einer zusammen- geroßten Serviette zum Vorschein — fertig. Ist man einmal eingeladen, gibt es gewöhnlich eine Tasse Tee mit Plätzchen; unb bas nennt ber Franzose mit Recht: „goiiter" — kosten, so ein kleiner Zungenr»iz!
Danach steigen wir oft in bie Berge hinauf, um Erb- beeren unb Himbeeren zu pflücken: burch 2Balb, über grüne Matten mit Felsgestein durchsetzt, von langen
Der Staat ist ein lebendiger Organismus. Er ist keine fertige Form, die unveränderlich ist. Wie das Volk, bas ben Staat bilbet, lebt, sich entwickelt, geistig sich umbaut, so wächst auch ber Staat, bildet unb formt sich so, wie das Volk ihn haben will. Diese einfache Erkenntnis und Feststellung ist für uns junge Men- scheu heute von besonderer Wichtigkeit. Wir erleben, wie eine gewaltige geistige Wende in unserem Volk angebrochen ist, wie ein neues Denken als Volk, ein Sichbewußtwerden volklicher Eigenart und. oolklicher Werte sich vollzogen hat. Don daher beginnt auch neues staatliches Denken überall sich zu regen. Das soll nicht heißen, daß man in Bausch unb Bogen ben bisherigen Staat verwerfen, ihn für schlecht unb unbrauchbar ansehen soll. Es ist keineswegs so, als ob bas heutige Staatsgebäude ber Weimarer Verfassung fundamental so schleckst, so grundhäßlich wäre, daß man in ihm sich nicht mehr wohlfühlen kann, es darum Niederreißen und ein neues Staatsgebäude errichten muß. Aber es ist doch so, daß Mängel unb Fehler denn bisher, daß weithin im
Blick auf!
Unb mag bas Leib bich brücken nt> schwer auf deiner Seele lasten, dir das Weh die Stirn umwölken
unb Schmerz mit blut’gen Qualen nach dir lasten, „ahnst in Verzweiflung bu unb nächt'gen Nöten zu ersticken:
Blick auf zur Sonne, ichau ihr sieghaft Leuchten, bück auf, blick höher, ymu bes Himmels Bläue, M auf, blick tief unb tiefer---
Unb siehe Gottes Güte ftrömenb fließen un6 feines Angesichtes Milbe fternen, g |ieh, wie burch ber Welten Fernen dich feiner Liebe Gluten <0 tief unb innig küssen, 0 hör's in Wonnen bu aus feinem Munbe fluten:
Du bist mein Kind!
Anton Reiter.
Sie Zagend im Staate — der junge Staat
Von Reichstagsabgeordneten Winkler.
t- n n ie r» l.