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Zahrg. 59

Dienstag, 20. September 1932

r. 217

ertrages seine Gültigkeit nur

Chi-

verfassun Rechte einer

Werben um Amerika.

wtb. London, 19. Sept. (Eig. Meldg.)

finden würde, an einer Dreier- oder Viererkonfe­renz der Großmächte teilzunehmen, um io mehr, als er hinzugefügt habe, et werde nicht zulassen, daß einige Mächte sich als Mandatare der kleinen Nationen ansehen könnten. Sobald man in Genf Fragen, die die kleinen Mächte angingen, behan­dele, müßten diese kleinen Mächte selbstverständlich zu den Beratungen hinzugezogen werden.

Wir zweifeln nicht daran, daß Herr Hugenberg das glaubt, was er sagt. Aber es will uns sehr unwahrscheinlich dünken, daß er für sein „Evan­gelium", — so nennt er seine politische Ideologie — wirklich Gläubige im deutschen Volk findet.

Eine aus allen Teilen des Reiches besuchte Der- tretertagung hat am Sonntag die Gründung des „Deutschen N a t i o n asi v e re i n s" be­schlossen. (Der also neben Hugenbergs „National­verein des deutschen Reiches" tritt.) Der Zweck -es Vereins ist der „Zusammenschluß derjenigen Deut- ichen, die in der freien und verantwortlichen Per­

sönlichkeit die Grundlage von Staat und Wirtschaft sehen und die Wiederherstellung ihrer polit'üchen Geltung". Der vorläufige Vorstand besteht aus den Herren Wildermuth-Berlin, Graf zu Dohna- Bonn' Ziebell-Königsberg, von Wilamo- wiß-Möllendorff-Verlin, Dr. Blüher-Dresden.

* 3m Befinden des Völkerbnndskommiffars Graf Gramna, der sich vor kurzem einer Darm-Opera­tion hatte unterziehen müssen, ist, wie aus Danzig gemeldet wird, eine erhebliche Verschlechterung ein. getreten, die zu den größten Besorgnissen Anlaß gibt. Graf Granina hat bereits die letzte Oelung empfangen.

Freie DiskoM-Senkung der Reichsbank.

Der deutsche Antrag in Basel angenommen.

wtb. Basel, 19. Sept. (Eig. Meldg.) Der Verwaltungsrat der BIZ. hat den deutschen An­trag auf Abänderung des § 29. Abs. 3 des Reichsbankgesetzes, der vorschreibt, daß eine Dis- kontfenkung unter 5 Prozent nicht erfol­gen darf, solange sich die Gold- und Devisendeckung untere 40 Prozent bewegt, angenommen.

Damit hat die Reichsbank freie Hand, den Reichsbankdiskont trotz Unterschreitung der 40pro- zentigen Notendeckungsgrenze unter den zur Zeit geltenden Mindestsatz von 5 Prozent zu sen- ken. Eine entsprechende Maßnahme steht bevor.

g smäßig garantierten Volksvertretung, sei ein

wtb. La Paz, 19. Sept. (Eig. Meld.) Bo­livien brachte den Neutralen zur Kenntnis, daß es einer sofortigen Einstellung der Feindseligkeiten zustimme.

Starter Linksruck in Schweden.

wtb. Stockholm, 19. Sept. (Eig. Meldg.) Das vorläufige Endergebnis der Wahlen zur zweiten Kammer ergab für die Konservativen 563 740 Stimmen gegen 692 434 im Jahre 1928. Bauern­bund 351 055 (263 501), Liberale 40 859 (70 820), Freisinnige Volkspartei 247 092 (303 995), Sozial­demokraten 1 013 176 (873 931), Schwedische Kom­munisten 130 882 (151 567), Internationale Kom­munisten 73 508, Nationalsozialisten 14 845. Es sind somit gewählt 58 Konservative (15 Sitze ver­loren), 36 Bauernbund (9 gewonnen), 4 Liberale (unverändert), 20 Freisinnige Volkspartei (8 ver­loren), 104 Sozialdemokraten (14 gewonnen), 6 schwedische Kommunisten (2 verloren), 2 interna­tionale Kommunisten (2 gewonnen).

Die schwedische Regierung zurückgelreten.

wtb. Stockholm, 19. Sept. (Eig. Meldg.) Die Regierung Hamrin hat heute im Kronrat dem Kö­nig ihr Rücktrittsgesuch eingereicht. Der König hat die Demission angenommen.

EM bitterer Vries aus England.

harte Worte des französischen Ministerpräsidenten. — Schwere Aufgaben für die Leiter der deutschen Außenpolitik.

wtb. BAlin, 19. Sept. (Eig. Meld.) Reichs­präsident von Hindenburg empfing heute vormit­tag im Beisein des Reichskanzlers von Papen den Präsidenten des Preußischen Landtages, Serri, der den Herrn Reichspräsidenten anhand einer gleich- ’ zeitig überreichten Aufzeichnung die Auffas­sung des Preußischen Landtages über d i e Einsetzung eines Reichs- kommiffars für Preußen und des von diesem bisher geübten Verfahrens darlegte.

wtb. Berlin. 19. Sept. (Eig. Meld.) Der Herr Reichspräsident empfing heute vor­mittag den Herrn Reichskanzler von Papen zum Vortrag.

Wie Brüning gestürzt worden ist.

Der nationalfO3ialiflifdje Führer Gregor Straffet enthüllt. Canbtagspeäfiöent Serri beim Reichspräsidenten v. Hindenburg

cago Tribüne will erfahren haben, daß Herriot ein herzlich gehaltenes Schreiben an den Se­nator Borah gerichtet habe, um Amerikas Unterstützung für den französischen Standpunkt in der Rüstungsfrage zu gewinnen. Herriot führte in dem Schreiben aus, daß Frankreich hinter Hoovers Plan stehe und auf eine enge Zusammenarbeit zwischen Frankreich und den Vereinigten Staaten in Genf hoffe. Man vermutet, daß Herriot unter der Hand eine Art Unter st ützungs zusage von Ame­rika erhalten habe, die es gestatten würde, Hoovers Plan durchzudrücken.

7 ; "7 und „ptSfiM-Mfei“ Das große Ringen im nationalistischen Lager hat schon be­gonnen. — Eine interessante Erklärung der NSDAP. — Hugen- berg, der Parteiführer der Deutschnationalen, erklärt sich als „Deutscher Nationatverein des dritten Reichest

uldaerZerlung

Anzeiger für die Stabt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches kreisblakk.

Erscheint sechsmal wöchentlich, Wochenbeilagen: „Die Welt tm Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 3153, Fuldaer Actiendruckerei 3151 und 3152. ::

Der durch fein gereiftes Alter ausgezeichnete «uhrer der Deutschnationalen, Herr H u g e n - ?e 19, fühlt jugendlichen Tatendrang in sich. In „.et Sonntagsausgabe des „Tag" führt er tn „Partei?" betitelten Artikel aus: haben niemals aktiv mitarbei- l«nde Politik treiben können: es gab £imer Mächte, die uns davon sorgfältig fernhiel- sin. Aber wir haben immer trotzdem die psycho- sigbchen Faktoren der Entwicklung geschaffen, ^en die Handelnden sich nicht entziehen konnten. W^chdem die Nationalsozialisten den (pH mit uns zerrissen und bald nachher

Heber Erklärungen, die der französische Ministerpräsident Herriot vor dem Kammeraus­schuß für auswärtige Angelegenheiten abgegeben hat, berichtet die Agentur Havas:

Was die Frage der Nüstungsgleichberechtigung und den hierauf bezüglichen deutschen Schritt anlange, so habe Herriot an seine feste Haltung erinnert und eindeutig zum Ausdruck gebracht, daß er auf die entweder öffentlich, oder hinter den Kulissen gemachten Vorschläge stets ohne Um­schweife mit Formeln geantwortet habe, die sich in den Worten zusammenfassen ließen:

„Nein! Niemals! Nichts! Unmög-

Botschafter von Hoesch empfing die Pariser! Vertreter der deutschen Presse, denen et mitteilte, daß seine Ernennung zum Botschafter in London erfolgt und für seinen Nachfolger in Paris Mini­sterialdirektor D r. Roland Koester, zuletzt Personalchef im Auswärtigen Amt, bestimmt wor­den sei. Botschafter von Hoesch begibt sich bis Mitte Oktober zu einem Eryolüngsausenthalt nach Deutschland. Bei seiner Rückkehr wird er in Paris sein Abbemsungsschreiben überreichen.

versucht hatten, sich blind einen Weg durch Dickicht und Wüste zu bahnen — schließlich im Bunde nut unnatürlichen Genossen —, mußte notwendig in Deutschland die Angst vor dem aufsteigen, was nun zu kommen schien, verbunden mit der An- klammerung an die Hoffnung auf Rettung. Das ist die psychologische Grundlage der jetzi­gen autoritären Regierung, die ohne uns und den Nation al sozialismus nicht möglich gewesen wäre. Gleichnach der Reichstagsauflösung habe ich im Wahlaufruf erklärt, daß die DNVP. sich umstelle, daß sie nut noch sehr bedingt Partei, daß sie vielmehr der Träger der ersehnten Volksge­meinschaft sei (wohlverstanden: Hugenbergs Deutschnationale Volkspartei). Wir haben dafür zu sorgen, daß die richtigen Grundlinien schöpfe­rischen Handelns innegehalten werden. Wir haben dasür zu sorgen, daß sie im Volke verständen werden. W 11 (Deutschnkttonale Volkspartei) ha­ben zu verhindern, daß aus Nationa­lismus Reattion wird, daß Gouvernementalis- mus das freie Wachstum des Neuen und Jungen ertötet, daß hinter den Kulissen Sonderinteressen und Geldbeutelgesichtspunkte aus ge­sunden Früchten Raupennester machen. Wir (Geheimrat Hilgenberg und die Seinen) sind die Schutzgarde des wirklichen lebenskräftigen Ge­dankengutes der Zukunft. Wir sind unserem ganzen Wollen nach — wenn es das Ding über­haupt gibt, von dem heute so viel geredet wird — der „Deutsche Nationalverein des dritten Reiches' und viel mehr als das.

v. Hoesch bei Herriot.

Aus Paris wird gemeldet:

Ministerpräsidenten Herriot hat den deutschen Botschafter von Hoesch zu einer längeren Unter- redung empfangen. Wie üblich, teilte Herr von Hoesch dem Ministerpräsidenten seine bevor­stehende Versetzung nach London mit, woran sich eine Aussprache über die politische Lage und die schwebenden Fragen in zwangloser Weise ansch-oß. Der deutscher Botschafter tritt am Sams- tag seinen Sommerurlaub an. Er wird noch ein- mal nach Paris zurückkehren. Es handelt sich also nicht um eine offizielle Abschiedsaudienz.

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Zu der deutschen Gleichberechtigungsforderung ist vom Foreign Office, dem englischen Aus- märfiiien Amt, eine Erklärung veröffentlicht w»r- den. Der Schritt der deutschen Regierung in der gpfjjrfrage wird n Hinblick auf die wirt­schaftlichen Schwierigkeiten, mit de- n Deutschland zu kämpfen hat, als unklug bezeichnet. Angesichts der finanziellen Konzessionen, die Deutschland vor kurzem erst in Lausanne gewährt worden seien, wird die deutsche Forderung als inopportun bettachtet. Das Foreign Office legt die Präambel zum Teil V des Bersailler Vertrages als zu erreichendes Ziel und nicht als Voraussetzung aus, aus welchem Grunde der Teil V des V auf Grund eines gemeinsamen Uebereinkommens der Unterzeichnerstaaten verlieren könne. Die eng­lische Regierung gibt in der Erklärung weiter Deutschland zu verstehen, daß eine Regelung der Frage der Gleichberechtigung Deutschlands auf dem Gebiete der Rüstungen nur durch eine freundschaftliche Konferenz und nicht durch eine .peremptorische Heraus­forderung ober durch eine Nichtteil­nahme an den ^Beratungen, die in Kürze wieder auf genommen werden", erreicht werden könne.

Er sei der Mann des Völkerbundspattes und des Versailler Vertrages geblieben und würde sich niemals auf Verhandlungen einlassen, die über diesen Rahmen hinausgingen. Er sei der Mann des Lausanner Pattes, aber auch der Mann des Versailler Vertrages. Nach einer ergänzenden Mel­dung des „Malin" sei Herriot angeblich im Besitz gewisser Nachrichten über die Herstellung von Kriegsmaterial durch Deutsch!and. Zu gegebener Stunde sockle dieses Material den Unterzeichnermächten des Kölkerbundspaktes über­geben werden.

Die Ausschußmitgsieder hätten daraus die Folgerungen gezogen, daß Herriot sich nicht bereit-

Die politische Lage Deutschlands, nach innen und vor allem auch nach außen gesehen, ist so, daß schwerste Sorgen jeden bedrücken, der auch nur etwas Verständnis für das aufbringt, was uns das Kabinett von Papen - von Schleicher - von Gayl beschert hat.

Wäre die Gesamtsituation nicht so gefahr­drohend, man müßte manchmal lachen über die grotesken Sinnlosigkeiten, die uns namentlich auch m den Kreisen vorgeführt werden, bie vor zwei Jahren in Harzburg ben schönen Spruch von sich gaben: die „Nationale Opposition", einig in ihren Gruppen und von dem Willen beseelt...

Man höre:

Die Gauleitung der NSDAP, in Berlin teilt mit: „Zu den in Berlin umlaufenden Gerüchten, auch in einigen Pressenotizen bereits ihren Mersch lag gefunden haben, die neugegrün- »ete Präsidia lpartei, deren Plakate am Samstag zum ersten Male an den Berliner Litfaß­säulen erschienen sind, sei eine heimliche .® t ü n b u n g der NSDAP., die dabei die Ab- W verfolge, durch törichte und überspitzte Pro­paganda der Regierung Papen anstatt zu nützen, Schwierigkeiten zu bereiten, erklärt die Gauleitung

NSDAP., Berlin, daß diese Gerüchte 5°Ilfommen aus der Luft gegriffen M. Die NSDAP, hat mit der Gründung der vsäsidial-Partei nichts zu tun. Sie sieht allerdings ,Jnteresse dem Kampf der dahinter stehenden Persönlichkeiten zu, die ja anscheinend die Absicht ?Qben, das Parteiwesen in Deutschland durch <>,e Gründung einer neuen Partei zu beseitigen."

Eine amtliche Stellungnahme der Berliner zuständigen Stellen zu dem Brief aus Loudon siegt noch nicht vor, doch ist man in politischen Kreisen über die schroff ablehnende Haltung einigermaßen überrascht. Der wesentliche Zweck der Not scheint zu sein, daß England jn irgendeiner Form die Abrüstungskonferenz retten möchte, und daß es versuchen will, Deutschlands weitere Teilnahme zu erzwingen; denn jedes Abkommen, das eventuell auf der Abrüstungs- kcmferenz getroffen werden könnte, wäre ohne Deutschlands Unterschrift wertlos. Unbedingt ab- gelehnt wird aber der englische Standpunkt, daß jeder Rüstungsausgleich für den Fall, daß keine tatsächliche Abrüstung erfolgt, unzulässig ist.

Retchsauhenminisier von NemaLH hat Berlin । । । verlassen. i

Reichsaußenminister von Neurath hat, wie der „Montag" erfährt, bereits am Sonntag Berlin verlassen. Er wird auf einemUmwegenach Genf fahren, um an den Verhandlungen der Vollversammlung des Völkerbundes, nicht aber an den Verhandlungen des Büros der Abrüstungs­konferenz, teilzunehmen. i

Im Rahmen der dritten Reichstagung der Na­tionalsozialistischen Deutschen Aerzteschast sprach in Braunschweig der Reichsorganisations­leiter der NSDAP., Gregor Strasser. Er erklätte u. a., es bestehe kein Zweifel darüber, daß man sich zur Zeit in einer schwierigen Lage befinde, die dadurch entstanden sei, daß man die Forde­rung der Nationalsozialisten nach der Macht abge- lehnt habe. Der SturzBrünings sei ein Kabinettstück derJntrigue geweftn. Das SA. - V erb ot habe man Groener plan­mäßig suggeriert, damit er darüber stürze und Brüning mit sich reiße und der neue Kanzler durch Aufhebung des SA.-Ver­bots eine zunäch st günstige Atmo­sphäre in dem Verhältnis zum Natio­nalsozialismus schaffe. Die Tolerierung Papens habe dem Nationalsozialismus im Wahl­kampf eineinhalb bis zwei Millionen Stimmen gekostet. Man möge zu den großen deutschen Problemen stehen, wie man wolle, die notwendi­gen Rettungsmaßnahmen würden der Größe der Not entsprechend von einschneidender Art sein. Sie würden aber nicht durchzuführen sein, wenn sie befohlen würden, sondern nur, wenn ein großer Teil des Volkes zu freiwilliger Mitarbeit bereit sei. Papen könne das beste Wirtschaftsprogramm der Welt herausbringen, er werde doch nicht in der Lage sein, dafür die große Masse zu gewinnen. Die Regierung werde die psychologische Grundauffasfung nie ken­nenlernen, weil sie m i t d e m V o l k n i ch t s mehrzutunhabe. i

Der Bayer wird deutlich.

Im „Bayerischen Kurier" nahm am Samstag der Vizepräsident des Reichstags, Ab­geordneter Rauch, Stellung zu den be­kannten Vorgängen in der letzten Reichstags­sitzung. Trotzdem die Vertreter einer Mehrheit des Reichstages dem Reichspräsidenten die Bereit­willigkeit ausgelprochen hätten, unter einem an­deren, vom Reichspräsidenten bestellten Kabi­nett, das aber zugleich die Mehrheit des Reichstages hinter sich hätte, mit der Regie­rung zusammenzuarbeiten, habe es die Regierung von Papen verstanden, nm der eigenen Machterhaltung willen die Uebereinstim- mung zwischen Reichspräsident und Reichstag zu Hintertreiben und vom Reichspräsidenten die neuer­liche Auflösung des Reichstages zu erwirken. Es sei nun schon das zweite Mal, daß die Re­gierung von Papen den Reichstag nach Hause sende, ohne von seinem Willen und seinen Absichten überhaupt Kenntnis genommen zu haben, und zwar mit der Der fa.s sung smäßig völlig unhaltbaren Begründung, es bestehe die Gefahr, daß der Reichstag dieNot- verordnung vom 4. September auf- heben werde. Das Verhalten der Regierung von Papen sei eine völlige Verneinung der

Verstoß gegen die Reichsverfassung. Das sei offene unverhüllte Diktatur. Die 19V2 Millionen Hindenburg-Wähler hätten den Kampf zur Verhütung einer Hitler-Diktatur Nicht deswegen geführt, um dafür eine an­dere einzutauschen. Jl

Ein „nationaler WahlbloÜ".

Ausgerechnet die Deutsche Volkspar» t e i deren Führer es mit seiner stetig schwanken­den Politik fertig brachte, das Erbe Stresernanns gründlichst zu verwirtschaften, die Deutsche Volks­partei. welche nur noch auf dem Anhänger des deutschnationalen Parteiwagens in den Reichstag kommen konnte, ruft zur Bildung eines „nationa­len Wahlblocks aller derjenigen Parteien, Ver­bände und Volkskreise" auf......die hinter Hin-

benburg und dem Regierungsprogramm stehen.

So sehr wir von uns aus jede Sammlung der Volkskräfte befürworten, müssen wir doch derar­tige Versuche als völlig mißglückt bezeichnen. Wir brauchen nur an frühere gleichgerichtete Versuche zu erinnern, die teilweise sehr schnell, z. T. nach längerer Dauer samt und sonders ein Fiasko er­lebten.

Wer eine Sammlung der politischen Kräfte des deutschen Volkes will, der muß auch ein Pro­gramm vorweisen können, das nicht allein mit ei­nem Namen in Zusammenhang gebracht werden kann, sondern das sich stützt auf eine erfolgreiche Tradition, auf eine Politik, die sich erprobt hat. All das ist nicht bei der Deutschen Volkspartei vor­handen, die im Reiche und noch mehr in Preußen nur gezeigt hat, daß sie es sehr gut versteht, eine gewisse Konjunktur auszunutzen, der aber in den letzten Jahren jedweder positive Erfolg versagt blieb, weil man ein solches Parteigebilde nicht mehr für ernst nehmen könnte. Selbstverständlich sind Sammlungsbestrebungen ernstlich zu prüfen, zu­mal jetzt in einem Zeitpunkt, in dem mit allen möglichen Mitteln operiert wird, in dem Schlag­worte wieder eine überragende Rolle spielen. Zu irgendwelchen Besorgnissen ist jedoch kein Anlaß, denn das deutsche Volk in seiner großen Mehrheit will nichts mehr von Blocks wissen, die nur zu Wahlzwecken gebildet werden, es wählt sich seine Wege zur wirklichen nationalen Sammlung selbst aus. Nach den Erfahrungen der letzten Monate ist 'auch unser Volk mit Recht von größtem Miß­trauen erfüllt gegenüber allen Bestrebungen, die einen „überparteilichen" Charakter haben sillen. Diejenigen, die heute von Ueberparteilichkeit spre­chen, sind größtenteils persönlich am parteiischsten bei der Aufstockung von Zielen, sie wollen mit der Ueberparteilichkeit in einem großen Maße doch nur die Volksentrechtung tarnen.