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-aer Land und Aachbargebiet

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Besatzung.

des Finanzministers die Genehmigung ”en, für das Rechnungsjahr 1931 eine B>

Zwei Motorkutter in der Nordsee verschollen.

Am Samstag sind zwei Fischer mit je einem

* Polizeibeamter von einem Fahrraddieb nie» dergeschossen. Der 36jährige Pokizeioberwacht- meister Otto Tiegs wurde in Berlin-Wil» mers darf von einem Fahrraddieb, den er ver­folgt hatte und festnehmen wollte, niedergeschossen and getötet. Der Täter, dessen Personalien noch nicht feststehen, ersichoß sich dann selbst in einem Vorgarten der Mwnsfelder Straße.

le Zeitungs- Reklame

ist von allen Reklamen die wirkungsvollste und wird es infolge ihrer Billigkeit und Sin» fachheit auch bleib u.

"iri, für das Rechnungsjahr 1931 eine Bezirksumlage Höhe von 8.58 Prozent zu erheben. Gemäß den Be- »immungen des Kreis- und Provinzialabgabengefoßer hat der 'Landesausschuß nunmehr die endgültige Unter» "Steilung der Beztrksabgabe für das Rechnungsjahr

Aus Oberhessen.

Entsendung von Brandkommiffionen.

— Biedenkopf. Die Brandstiftungen im Streife Bie­denkopf haben wieder letzthin einen solchen Umfang an- genommen, daß die Landeskriminalpolizei in Frank- iurt am Dienstag wiederum Kriminalbeamte an die einzelnen Brandstätten entsandt hat.

Motorkutter von Wilhelmshaven aus zum Krabbenfang in See gefahren. Da die Schiffe bis jetzt nicht heimkehrten, nimmt man an, daß fite in Seenot geraten sind. Die sofort aufgenommenen Nachforschungen sind bis jetzt ergebnislos geblie­ben. Beide Motorkutter hatten je zwei

Baumblüte im Westerwald.

— Limburg. Seit einigen Tagen treiben in Wil­senroth Frühobstbäume ihre zweite Blute. Außer einigen Feldbäumen zeigt sich in einem Garten bereits ein Äpfelbaum in voller Blütenpracht. Obstbaulnbhaber rechnen nach diesen Anzeichen mit einem milden Winter, der naturgemäß dem Obstbau Schaden bringt.

lang ungespült und wundert sich dann vielleicht noch, daß die Wohnung einen muffigen Geruch annimmt, daß man die einzelnen im Hause wohnenden Familien an ihrem ihnen eigenen, ganz spezifischen Geruch erkennen kann, wenn nur die Flurtür einen Augenblick geöffnet wird. Ueberhaupt sollte man in der Wohnung alles unterlassen, was ihren Zustand zum Nachteil verändern kann. Nicht im Interesse des Hausbesitzers allein, son­dern vor allem um deswillen, weil man in der heutigen Zeit der Wirtschaftsnot jahrelang in der gleichen Woh­nung bleiben muß. Es gehört sich auch deshalb nicht, daß in der Wohnung Holz gespalten und Wäsche ge­waschen wird, wenn zu diesem Zweck besondere Räume vorhanden sind. Schließlich gehört zur pfleglichen Be­handlung der Wohnung auch die rechtzeitige Ausbesse­rung kleiner Schäden, die anfänglich mit ein paar Pfen­nigen repariert werden können, später aber oftmals viele Mark erforderlich machen.

= Wiesbaden. Dem Regierungsbezirk Wiesbaden 'f* durch Erlaß des preußischen Ministers des Innern ' """ ~ ’ i erteilt wor-

Don der Pflege der Wohnung.

Don Hilde Hegemann - Heidelberg.

Auch richtige Wohnungspslege will verstanden fein. Manche Frau glaubt schon genug getan zu haben, wenn sie ihre Wohnung sauber hält, wenn sie Staub wischt und putzt, oft sogar mehr, als Gemahl und Kindern lieb ist. Aber das nenne ich nicht Wohnungspflege. Unter Wohnungspflege ist vor allem jenes Talent zu verstehen, das es manchen Frauen gestattet, mit wenig Mitteln eine Wohnung gemütlich, sie zum Heim zu machen. Ich habe es z. B. nie verstehen können, daß es Frauen gibt, die einige frische Blumen in ihrer Wohnung vermissen wollen, nur weil ein wenig Mehr­arbeit damit verbunden ist. Daß man anstelle der le­benden Kinder Floras entsetzliche künstliche Blumen in unmöglichen Basen und Behältern aufstellt, die dazu noch ungesunde Staubfänger sind, stört viele dieser Hausfrauen nicht im geringsten. Daß zur Wohnungs­pslege vor allem aber auch Ordnung gehört, wollen wie­derum viele Hausfrauen nur schwer einsehen. Wohl scheuert man die sogenannte gute Stube, doch auch rn der Küche etwas Ordnung zu machen, fällt vielen Haus­frauen im Traume nicht ein. Da wird das benutzte Geschirr in malerischem Durcheinander auf Tische, Schränke und Anrichten verteilt, man läßt es stunden-

Srettichwühne Salmünster.

jBt Aufführung der „Nibelungen" am 11. September.

Wan schreibt uns:

- Nachdem am Samstag, den 10. September, als eine i, Schar Kinder aus aller Umgegend gespannt dem mschaute und lauschte, ein boshafter Regen jäh- rtnos ben spannendsten Teil, den 4. und 5. Akt, abge- frhnitten war der Sonntag ein glücklicherer Tag. Die arauen Wolken schufen den rechten Hintergrund zur ern­sten Stimmung der Siegsriedtragödie. Don allen Sei- icn waren Besucher herbeigeströmt, von Gelnhausen, von Frankfurt von Schlüchtern, von Fulda. Auch der Herr Landrat des Kreises Schlüchtern, Herr Dr. Müller, ehrte das Spiel mit seinem Besuche: desgleichen der Herr Bür- qermeifter Blum von Salmünster. Es ist allgemeine Ueberzeugung derer, die es mehrmals gefehen haben, daß bic Spieler ihre bisherigen vorzüglichen Leistungen dies­mal noch Überboten haben. Nach dem dritten Akt widmete der Herr Landrat der Spielschar und ihrem Wirken warme Worte der Anerkennung, indem er hmrwes auf bte opferheischenden Dorbereitungsarbeiten des Bühnen­baus, auf die mühevolle Einstudierung der z. T. 'chwic- riqen Rollen des klassischen Stückes, auf die schönen fstüchte, die sie nun von ihrem fleißigen Werk ernten. Mte nicht die Furcht vor dem Weiler manchen zurück- gehalten, so hätten sich die Re'ben noch dichter gefüllt und es wäre nur zu wünschen, daß am nächsten Sonn­tag. den 18. September, noch recht viele die (ooraus- sichtlich) letzte Gelegenheit benutzen, sich den wirklich trefflichen Genuß des Spieles zu verschaffen, zugleich aber auch hier mit Augen zu sehen, was ein unermüdlicher Fleiß und lebensfroher Idealismus — ungeachtet bitte­rer Not — der Ungunst der Verhältnisse abtrotzen lann.

Heues aus Frankfurt.

= Auf dem Grunde des Maines. Bei der Senkung des Mainspiegels um fast zwei Meter zwischen Griesheim und Schwanheim beim Schleusenbau ist der alte Lein­pfad, auf dem früher Männer mit Pferden die Schiffe bergwärts zogen, wieder zu Tage getreten. Die Ringe, an denen man nachts die Schiffe befestigte, sind noch wohl erhalten. Dann tauchten die Dorrichtungen für die Ueberfahrt der alten Fähre unversehrt wieder auf. auf. Schließlich sind auch viele Kribben, mächtige Stein­quadern, an den Ufern wieder zu sehen. In wenigen Tagen überflutet der Main aufs neue die alten Erin­nerungszeichen, dann aber wahrscheinlich für immer.

Aukoskratze Frankfurt - Mannheim.

Finanzierung durch Erhebung einer Benutzungsgebühr.

Wie aus Karlsruhe gemeldet wird, hat der badische Staatspräsident in Berlin den Reichskanzler aufgesucht und mit ihm eine Reihe von Fragen erörtert, die das Land Baden betreffen. In erster Öinie wurde der Plan einer Autostraße Frankfurt—Heidelberg—Mannheim be- sprachen, welche mit einem Kostenaufwand von 8 Mill. Mark erbaut werden soll. 75 Prozent dieser Ausgaben sind Arbeitslohn. Finanzielle Aufwendungen dafür sind weder vom Reich noch von den Ländern dafür zu ma­chen, es bedarf nur der Zustimmung des Reiches lafür, M für die Benutzung dieser Autostraße eine Gebühr "hoben werden darf. Der Reichskanzler hat eine wohl- rollende Prüfung dieser Frage zugesagt.

Produktenmärtte.

--- Frankfurter Getreidebörse vom 14. September. Es herrschte große Geschäftsstille, in Handelsklasseware wurden keine Abschlüsse getätigt. Es wurden bezahlt für je eine Tonne Weizen 215—216, Roggen 172—172.5, Gerste 175—181, Hafer 142.5—147.5, für je 100 Kilo Weizenmehl füdd. Spez. 33.4—34.25, niederrh. Spez. 33 bis 34, Roggenmehl 25.5—26.75, Weizenkleie 8.30—8.40, Roggenkleie 8.25. Stimmung: ruhig.

Tödlicher Unfall.

= Landwehrhagen bei Kastel. In der Nacht zum Mittwoch fuhr in einer Kurve auf der Straße Kastel— Hannooerfch-Münden ein aus Kastel zurückkehrendes Auto ffgen einen Telegrapwhenmast. Ein Mädchen wurde Mort getötet, ein zweites Mädchen und ein junger ™onn wurden schwer verletzt. Der Wagenführer kam E geringen Verletzungen davon.

Sie Bezirksumlage im Regierungsbezirk Wiesbaden.

1931 vorgenommen. Hiernach haben die einzelnen Kreise an Bezirksabgaben zu zahlen: Frankfurt a. M- 1674243 Mk., Wiesbaden 372 570 Mk., Rheingau 65 577 Mk., Main-Taunus 79 740 Mk.. Biedenkopf 43140 Mk., Dill- ■ kreis 60 444 Mk., Limburg 59 800 Mk., Oberlahn 29 185 Mk., Obertaunus 114 446 Mk., Oberwesterwald 20 610 Mk., St. Goarshausen 50 576 Mk., Unterlaß 56 504 Mk., Untertaunus 32 294 Mk., Unterwesterwald 41825 Mk., Ufingen 17 802 Mk. und Westerburg 18 581 Mk. Aus diese Beträge kommen die bisher geleisteten Vorschüsse zur Anrechnung. Soweit Überzahlungen stattgefunden haben, wird der zuviel gezahlte Betrag auf die Bezirks­abgabe für das Rechnungsjahr 1932 verrechnet.

Glockenstiftung für Elbingen.

— (Eibingen. Ganz Deutschland nimmt Anteil an dem großen Brandunglück, das Eibingen betroffen hat. Von der Pfarrgemeinde Z e i l s h e i m (bei Frankfurt am Main) traf eine kleine Glocke ein, die dort durch Anschaffung eines neuen Geläutes entbehrlich geworden ist. Man stellte sie Pfarrer Weil, der lange Jahre in Zeilsheim als Seelsorger gewirkt hat, gerne zur Ver­fügung. Seit Sonntag hängt das Glöckchen im Kinder­garten, in dem eine kleine Notkirche eingerichtet wurde, auf.

<LZ hera Der Gartenbauverein Petersberg _ P^nheri Sonntag einen Ausflug nach Die- ^.^Besichtigung der Bott'sch en Baum- l'Lge Um 1 Uhr mittags stehen die Autos 'zur Abfahrt bereit. Die Mitglieder ®ereino naebörigen sind hierzu herzlich eingeladen, betrügt pro Person 0,30 Mark. Sei rek.I^r Witterung findet der Ausflug 8 Tage fpa- ter f,atj , u Um Montag wurde auf dem Florenberg ’-in Barbara Theresia Dehler von Edel- »ie Auszug- tragen. Die Verstorbene mar 84 Jahre -ell zu ®r“ und war ihrer Lebtage nie krank gewesen. a!t ?ew° , Rüstigkeit ging sie jeden Tag auf den Flo- gn leltener . . ’ und arbeitete noch bis kurz vor ihrem

renberg zur >

Tode- — _

Lebensgefährliche Verletzungen.

m,i»rtifad)fen. Zwei vier- und sechsjährige Kin- ' V Mützlenbesitzers in Wüstensachsen spielten um der eine- - ^erlichen Schlafzimmer und entdeckten beaufstchug ejnem Bett versteckte Jagdgewehr des hierbei Das J trad)te ein Schuß durch das Haus und Saters. 4* » 6Itern fanden bas ältere der beiden die bcrzue' ,[retd)en Schrotschußverletzungen blutüber- Kinder m» « [iegen. Die Verletzungen erwiesen sich ungefährlich, so daß an dem Auskommen der Kin- L»». ~6-

Die „Behandlung" eines Kurpfuschers.

Unglaubliche Spekulation auf die Dummheit feiner Mitmenschen.

hatte, den Patienten fortan unentgeltlich zu behandeln — für jeden Hausbesuch berechnet K. f ü n s M a r k, das Gesamthonorar, dos er bekam, betrug 125 Mk., — ge­langte der Fall zur Kenntnis der Gerichtsbehörde und K. wurde der fahrlässigen Körperverletzung angeklagt.

Aus der Verhandlung ergab sich, daß K. der Sohn- eines Bäckers und Landwirts im Odenwald ist, und daß er von Hause aus Landwirtschaftsgehilse war. Er hatte einen Meister, der sich von einem Magnopathen in Auerbach behandeln ließ, und der eines Tages festzu- stellen glaubte, daß der Gehilfe mit magnetischen Kräften ausgestattet sei. Darauf wandte sich K. diesem Beruf zu und er ist wiederholt als Gehilfe mit einem Schäfer her­umgezogen, der sich als Heilkünstler betätigte. Der Er­folg seiner späteren Praxis im Odenwald ermunterte K., sich in der Stadt niederzulassen.

Da in der Beweisaufnahme nicht festgestellt werden konnte, daß die Amputation des Beines in ursächlichem Zusammenhang mit der „Mißhandlung" durch K. stand, bestrafte das Gericht den Angeklagten nur insoweit, als er dem Patienten durch das Massieren vollkommen un­nütze Schmerzen bereitet und als er den nassen Brand verursacht hatte. Da K. unbestraft ist, hielt das Gericht 200 Mark Geldstrafe für eine ausrei­chende (?) Sühne. Es verwarnte ihn aber, in Zu­kunft vorsichtig zu fein, da er sonst leicht ins Gefängnis gelangen könne.

. Aus dem Frankfurter Gerichtsfoal wird gemeldet: 'Infolge eines Beinleidens befand sich ein Zeuge etwa Ote> Jahre lang in Behandlung eines Professors, der ’Were Eingriffe machte. Es handelte sich um eine ’ifene Wunde. Ohne Kenntnis des Ärztes begab sich der Patient in die Behandlung des „Magnopathen" Johann ?ntzenmeier, der nun eine wahre Wunderkur inszenierte. Zunächst bestrahlte er das Bein mit seinen

nd en, dann schnitt er Zwiebeln in b ie A u n b e, goß auch Zwiebelsaft hinein, machte 21uf» Wage mit Eiweiß, blies bie Wunbe aus und schließlich "Jafiierte er das Bein noch derart, bah der Patient es vor schmerzen kaum aushalten konnte. Die Wunde hatte W von der Größe eines Fünfpfennigstückes in Pslaumen- 8.t06e umgewandelt und es zeigten sich an Zehen und -Deinen Verfärbungen. Der Magnopath bezeich- । te dies als Zeichen der beginnenden H e i- ‘Uno.

. Als sich bie Familie des Kranken von ben Verfiche- jUNgen des Magnopathen, baß er unter allen Umftänben " "er Lage fei, den Patienten heilen zu können, nicht üt?r Hinhalten lieh und wieder reumütig zu dem Pro- iwr zurückkehrte, mußte der Arzt feftfteUen, daß der te-He Sranb an bas Bein gekommen war, bas in ber eber Hüfte amputiert werben mußte. Trotz- ■W K. bie Familie des Patienten inftänbig gebeten hatte, । " Namen nicht zu nennen, bamit er als Familien- nicht unglücklich gemacht werde und er sich erboten

Aus Geisa und Umgebung.

= Dacha. In der Kalkgrube Hattorf entstand auf noch ungeklärte Weise unter Tag ein Rußpatro­nendrand, der großen Umfang anzunehmen drohte. Die starken Rauchschtvaden, die entstan­den. verhinderten das Anfahren der Schichten. Die Rettungs- und Hilfsmannichasten fuhren so­fort ein und konnten nach schwerer Arbeit die Ge­fahr beheben.

— Eisenach. Am Mittwoch früh wurde der erste Spatenstich zum Bau der katholischen Schule getan. Der Neubau, der in der Sophien- straße aufgeführt wird, entsteht unter der Leitung des Architekten Isidor Seifert und ist auf 200000 Mk. veranschlagt.

Kleine Nachrichten.

In Wenigenlupnitz verunglückte ein 29- jähriger Arbeiter, der mit einem Motorpflug ar­beitete. Das Unglück wurde erst bemerkt, als ein Arbeiter den führerlosen Pflug auf dem Felde fah­ren sah. Man ging hinzu und fand den Führer in seinem Blute auf dem Acker, wo er auch ver­schied. Da niemand den Unglücksfall gesehen hat, weiß man nicht, wie er sich ereignet hat. Wahr­scheinlich ist der Führer von seinem Sitze gefallen und überfahren worden.

In Weimar ereignete sich bei Teerungs­arbeiten ein schwerer Unfall. Es platzte ein Zu­leitungsschlauch, und der kochende Teer ergoß sich

über einen jungen Arbeiter. Der Unglückliche er­litt so schwere Brandverletzungen, daß er sich in Schmerzen wand. Der Schwerverletzte war erst vor einigen Tagen von einer Gasvergiftung ge­nesen.

Geheimdruckerel ausgehoben. '

Der Berliner Polizeipräsident teilt mit: Der politischen Polizei gelang es im Lause des Mitt­wochs eine kommunistische Geheimdruckerei, in der ein Ersatzblatt für die „Rote Fahne" hergestellt wird, auszuheben. Dabei wurden mehr als 50 000 bereits fertiggestellte Exemplare der „Roten Sturmsahne" beschlagnahmt. Sieben Perso­nen wurden bei der Druckarbeit von den Beamten überrascht, fe st genommen und der Abteilung 1 eingeliefert. Einer der Festgenommenen ver­suchte sich seiner Einlieferung dadurch zu entziehen, daß er beim Transport aus dem in voller Fahrt befindlichen Personenkraftwagen heraussprang und fortlief. Den Beamten gelang es jedoch, den Flüchtigen wieder einzufangen. Die „Rote Sturm, sahne" stellt feit Jahren das hauptsächlichste ille­gale Organ der Kommunistischen Partei dar. Sie erscheint vornehmlich in größeren Auflageziffern in Verbotszeiten der „Roten Fahne". Der In­halt des heute beschlagnahmten Blattes trägt hoch­verräterischen Charakter. Als Druckvermerk ist eine nicht existierende Firma in Düsseldorf ange­geben. Die Druckerei ist polizeilich geschlossen. Ein Strafverfahren wegen Hochverrates wird gegen die Festgenommenen eingeleitet.

Handel und Wirtschaft.

Berliner Effekten-Vörse.

mtb. Berlin, 15. Sept. (Gig. Meld.) Der teilweise recht schwache Schluß ber gestrigen Newyorker Börse und bie anhattenbe Unsicherheit in ber inneren Politik hatten im heutigen Vormittagsverkehr ftärfere Zurück­haltung ausgelöst. Die Kursgewinne ber gestrigen Frankfurter Abenbbörfe waren wieder verloren gegan­gen, unb teilweise eröffnete bie heutige Börse noch bis gu Wi Proz. unter bem gestrigen Mitagsniveou. Don einem brängenben Angebot konnte aber nicht gesprochen werben, unb bas Geschäft an sich war recht klein. Dos Publikum trat kaum als Abgeber auf. Es zeigte auf niebriger Basis eher Saufintereffe, aber auch bas Ausland war für Spezialwerte Käufer. Einige bessere Wirtschafts- nachrichten wirkten etwas tendenzstürzend, besonders der mit 97 Millionen aktive Außenhandel für August wurde günstig kommentiert, obwohl dieser vergrößerte Heber« schuß aus einem Schrumpfen der Einfuhr um 35 Millio- nen resultiert. Die Diskonthoffnungen, die man bereits gestern für bie nächste Woche hegte, bleiben bestehen. Mit Sonberbemegungen sind Eifenbohnverkehrsmittel + 2% und Lahmeyer + 2% als fest zu nennen, während andererseits Akku 214 Proz., Bemberg 3 Proz., Dortmun­der Union 2’4 Proz., Rheinstahl 2 Proz., Ilse Genüsse 2% Proz. und Ehade 3% Mark verloren. Julius Ber­ger wurden auf bie günstigen Mitteilungen der gestrigen Semestrialsitzung kaum beeinflußt. Deutsche Anleihen und bie variabel gehanbetten Jnbustrieobligationen ten­dierten eher freundlicher. Reichsschuldbuchsorderungen unverändert. .-Qür Goldpfandbriefe waren noch keine zu­verlässigen Kurse zu hören. Ausländer waren im allge­meinen wenig verändert, nur Bosnische Renten notier­ten bis zu % Prozent höher. Im Verlaufe bröckel­ten bie Kurse an ben Aktienmärkten infolge ber Ge­schäftsstille zunächst weiter um Bruchteile eines Prozen­tes a b. Nur Montanwerte lagen bemerkenswert nüber- stanbsfähig. Später hörte man aber auf der bis zu einem Prozent ermäßigten Kursbasis meist schon wie­der Geldkurse. Der Berliner Geldmarkt war am heu­tigen Medio natürlich weiter etwas versteift, doch trat ber stärkere Bedarf in den Sätzen, die unverändert blie­ben, nicht in Erscheinung. Nach wie vor wird Wechsel­material in der Hoffnung auf eine Diskontsenkung in der nächsten Woche zurückgehalten, so daß das Geschäft am Diskontmarkt nur einen ganz geringen Umfang an­nahm. Heute sind 30 Millionen Reichsschatzanweifungen fällig, ein Teil der freiwerbenden Gelder dürfte dem Markte natürlich zufließen. Reichswechsel per 5. Dezem­ber und Reichsfchatzanweisungen per 16. Januar wur­den in kleinsten Posten umgesetzt.

Deutscher Außenhandel im Angu^t.

Rückgang der Einfuhr um 35 Will. Km. — Ausfuhr­rückgang 2 Blill. Km.. — Aktivsaldo von 97 Mit Km.

mtb. Berlin, 15. Sept. (Gig. Meld.) Die Ein­fuhr, die im August 331 Millionen Rm. beträgt, ist gegenüber dem Vormonat um 35 Millionen Reichsmark zurückgegangen. Den stärksten Anteil an diesem Rückgang gegangen. Den stärksten Anteil an diesem Rückgang haben mit einer Abnahme um 24 Millionen Reichsmark bie Lebensrnittel. Die Ausfuhr beträgt im August 428 Mill. Rm. und hat gegenüber dem (berichtigten) Juli-Ergebnis um 2,5 Mill. Rm. abgenommen. Einem Rückgang ber Fertigwarenausfuhr um 5 Millionen Reichsmark steht habet eine Zunahme ber Lebensmittel­ausfuhr um 2XA Millionen Rm. gegenüber. Die Han­delsbilanz schließt im August mit einem Ausfuhrüber­schuß in Hohe von 97 Mitt. Rm. gegenüber (berichtigt) 65 Mill. Rm. im Juli ab.

— 500 Jteueinffellungen bei der Salamander 21.-®. Kornwestheim. Die Salamander 21.-®. Kornwestheim hat aus Grund der Verordnung zur Belebung der Wirt­schaft vom 4. September 500 Arbeiter neueingestellt und umfangreiche Aufträge auf neue Maschinen vergeben.

— Kaliwerk Salzdetfurth wieder in Betrieb. Die Arbeiten auf bem Kaliwerk Salzdetfurth, bas ben Fär­ber- und Verarbeitungsbetrieb seit dem 27. Juni still- gelegt hatte, sind am 12. September im bisherigen Um­fange wieder ausgenommen. Die Arbeitswoche erstreckt sich, wie vordem, von Montag bis Freitag. Durch die Wiederinbetriebnahme des Werkes erhalten zunächst rund 4 00 Mann wieder Beschäftigung.

Konkurse und Insolvenzen.

= Zwangsversteigerung Ernst Mütter in Fulda. Bei dem Zwangsversteigerungstermin der auf den Kaufmann Ernst Müller in Fulda eingetragenen Grund­stücke (Wohnhaus, Leipzigerstraße 104 nebst Hosraum und Hausgarten sowie zwei Aecker) am 17. August blieb die Landeskreditkasse in Kassel mit 21 000 M. Höchftbietende. In dem gestrigen ZufchlagÄermin wurde ihr der Zuschlag versagt.

— Zwangsversteigerung Himmelreich in Fulda. Die auf den Fabrikanten Max Himmelreich in Fulda ein­getragenen Grundstücke (Wohnhaus, Edelzetterstraße 106 nebst Hofraum, Hausgarten und sonstigen Nebengebäu­den sowie zwei Aecker mit zusammen 42 ar 85 qm im Edelzeller Mittelfeld) tarnen am Mittwoch im Wege der Zwangsvollstreckung zur Versteigerung. Der Ein­heitswert für sämtliche Grundstücke tft auf zusammen

10 800 Mark festgesetzt. Rechte bleiben keine bestehen. Das geringste Gebot betrug 240 Mark. Das Höchst­gebot mit 8990 Mark gab Fräulein Margarethe Lucas, Fulda ab. Ihr wurde ber Zuschlag sofort erteilt.

—Eingestelltes Zwangsversteigerungsversahren. Der für Mittw ost ongesetzte Zwangsversteigerungstermin ber auf den Gärtner Georg Adam Aloysius Schwarz in Fulda eingetragenen Grundstücke fand nicht statt, da die betreibende Gläubigerin inzwischen die einstweilige Einstellung des Verfahrens beantragt hatte.

Aus der Maschinen-Industrie.

Leichte Zunahme der Beschäftigung im August.

Das Augustgeschäst war ft. Bericht des DDMA. ruhig. Die Anfragen von In- und Ausland gingen über den Stand der letzten Monate nicht hinaus. Nur Im Landmaschinengeschäft' verursachte die stärkere Nach­frage der Jnlandskundschaft eine Belebung, die auch Neueinstellungen von Arbeitskräften zur Folge hatte. Dos Auslandsgeschäft mir recht still: der Ge- schästsverkehr war durch Deoisenschwierigkeiten und an­dere Ausfuhrerschwerungen nach wie vor stark behin­dert. Immerhin führten die in den letzten zwei bis drei Monaten eingetretenen leichten Au ftragsst et- gerungen zu einer weiteren kleinen Erhöhung der Arbeitszeit auf rund 39^ Wochenstunden und zu einer Zunahme des Beschäftigungsgrades von 30 auf 31 Pro­zent der Normalbeschäftigung.

— Vie Gelnhäuser Kreisbahnen. Die Freige­richter Kleinbahn A.-G., von deren Rm. 768 150 21. K. der Kreis V» unb ber preußische Staat Vs besitzt, -'chließ 1931 bei Rm. 90 691 (i. D, 116 428) Betriebsam- nahmen unb 115 555 (141396) Betriebsausgaben mit 24864 (24 968) D er lüft, — Die Bad Order Kleinbahn A.-G. verzeichnet bei 101 679 (131612) Einnahmen und 127 489 (131 014) Ausgaben 25 810 Verlust; von 432000 21. K. besitzt je '/» der Kreis Gelnhau en, die Stadt Orb unb ber Staat. — Die Spessartbahn A.-G. bucht 23 013 (11 142) Verlust bei 50 000 21. K. — Die Kleinbahn Wächters­bach - Birst ein - Hartmannshain (Vogels­berger Sübbahn A.-G.) schließt bei 2 607 000 A. St­irn! Betriebseinnahmen von Rm. 117 052 (143 177) und Betriebsausgaben von Rm. 115 089 (143 396).

— Erneuter verlustabschluh der Hanauer Straßen- bahn A. G. Der Bericht über ben Geschäftsabschluß bes Jahres 1931/32 stellt einleitenb fest, baß die Zahl der befördert en Personen um einvolle sDrit- te 1 gegen das Vorjahr zurügegangen ist, von 1818 452 auf 1270 435 Personen. Man hat der Stadt­verwaltung einen Antrag unterbreitet, auch für ben Bi­lanzverlust bes laufenben Jahres in irgend einer Form bie Abbeckungsgarantie zu übernehmen. Für bas Ge­schäftsjahr 1931/32 beträgt ber Bilanzverlust rund 65000 Mk. Wie hoch ber Bilanzverlust bes Jahres 1932/33 werben wirb, läßt sich heute noch nicht sagen. Nimmt man an, baß er sich in gleicher Höhe halten wirb, so ergibt sich, baß bie Stabt Hanau tn ben brei Jahren 1929/1932 für bie Straßenbahn Geschäftsverluste im Betrage von rund 176000 Mk. zu tragen hat (1929/1930 betrug bet von ber Stabt übernommene Verlust rund 46 000 Mark). Das AK. beträgt unverändert 86 000 Mark, von dem 6000 Mark irn Besitz der Gemeinde Groß-Steinheim, 4000 Mark im Besitz ber Gemeinbe Klein-Steinheim und 76 000 Mk. im Besitz ber Stabt Hanau sind. An Obliga­tionen sind 57 600 Mk. ausgegeben.

= Ainsermähigung für die Sproz. Holland-Anleihe der Miffionsanstall der paUottiner Limburg a. d. Lahn. In einer Versammlung der holländischen Anleihebefitzer der 8proz. Hypothekoranleihe der Missionsanstalt ber Pollottiner Limburg a. b. L. in Höhe von 0,3 Mill, hfl würbe ber Antrag gestellt für bie nächsten brei Jahre den Zinsfuß auf 5 Proz. herabzusetzen und die Tilgung um 10 Jahre von 1935 auf 1945 zu verschieben. Die Ver­sammlung beschloß dagegen den nächstfälligen Koupon mit VA Proz. (also 7 Proz. im Jahr) zu ermäßigen und die folgenden Soupons mit 5 Proz. zu bezahlen.

— Getreidehandelstag in Frankfurt a. M. Die Frank­furter Börse Abt. Getreide veranstaltet auch in diesem Jahr einen Getreidehandelstag, der am Dienstag, den 4. Oktober, ftattfinben wird.

Frankfurter Viehmarkt.

ND. Frankfurt, 15. Sept. (Gig. Drahtber.) wurden bezahlt für 1 Zentner Lebendgewicht: Kälber- beste Mast- und Saugkälber 39—41, mittl. Mast- und Saugkälber 35—38, geringe Kälber 26—34. — Schafe- Mastlärnmer u. jüng. Masthammel, Weibemast 23—26« mittl. Mastlämmer unb ölt. gut genährt. Schafe 20 bis 22, fleischiges Schafvieh 15—19. — Schweine: vollst. Schweine von 240—300 Pfb. Lebendgew. 44—45, vollst. Schweine von 200—240 Pfd. Lebendgew. 42—45, vollfl« Schweine von 160—200 Pfb. Lebendgew. 39—45. —« Auftrieb: Kälber 1030, Schafe 332, Schweine 884. -f Marktoerlauf: Kälber und Schafe schleppend und ge­räumt; Schweine schleppend und Ueberftanb.

Wirtschaft!. Kampfbewegungen.

— Eine Streifabffimmung im englischen Baum- rsollindustriegebiet. Eine Abstimmung unter den Baumwollkämmern ergab bei 20 000 Stimmenthaltun­gen 37 759 Stimmen für Arbeitsniederlegung, falls diü vorgeschlagenen Lohnkürzungen durchgeführt werden. 3 631 Stimmen waren gegen die Arbeitsniederlegung.