Je. 213
Beilage zur Fuldaer Zeitung
15. September.
Die Mutter.
Don Franz C i n g i a. Schramberg.
Wie treu umsorgt sie dich Und macht dir froh die Zeit, Sie fordert nie für sich Der Ruhe Seligkeit.
Mit Glück und Sonnenschein Beschenkt sie hold dein Herz, Sie läßt dich nie allein Und ohne Trost im Schmerz.
Und wenn einmal dein Schritt Durch ferne Länder geht, Gibt dir die Mutter mit Ihr Denken und Gebet . , .!
Mutter und Kind.
Vas unsere Dichter und Denker darüber sagen.
Am Ende, glaube ich, gibt es nur eine einzige Person, auf die der Mensch sich ganz verlassen kann, das ist nämlich die Mutter. Hier ist man ganz sicher.
Aus einem Briefe Heine».
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Mütter verzeihen ihren Kindern die Fehler am schwersten, die sie selbst ihnen anerzogen haben.
Marie von Ebner-Eschenbach.
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Rur die da säugt und die da liebt Das Kind, dem sie die Nahrung gibt, Nur eine Mutter weiß allein, Was Leben heißt und glücklich sein.
C h a m i s s o.
Alle Liebe der Menschen muß erworben, erobert und verdient, über Hindernisse hinweg erhalten werden. Die Mutterliebe allein hat man immer unerworben und unverdient. Berthold Auerbach
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Ihr Kind, wenn es ihr hold entgegenlächelt, Die zarten Knospenreih'n der Zähne zeigt, Wenn's lieblich an zu reden sängt und stammelt,
Noch schwer verständlich kind'sche Worte lallt; Wenn es zum Schoße seine Zuflucht nimmt —, Es dann zu heben, auf dem Arm zu tragen, Ob auch beschmutzt von seiner Füße Staub: O das, ja das ist einer Mutter Glück . . .
Aus den Gedichten des Inders Kalidasa.
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Cs ist nichts reizender, als eine Mutter zu sehen, mit einem Kinde aus dem Arm, und nichts ehrwürdiger, als eine Mutter unter vielen Kindern. Goethe.
Unsere Töchter im Haushalt.
Don Maria Oehligschlager -Pforzheim.
Unsere Heranwachsenden Töchter können von der Mutter im Haushalt ruhig zu mancherlei Handreichungen und Hilfsarbeiten Verwendung finden. Es ist den 12», 13- und 14jährigen durchaus von Nutzen, wenn sie lernen, wie man eine Stube auswischt, den Staub in einer Wohnung bekämpft oder wie man Geschirr ab- wäscht, ganz zu schweigen von den vielerlei kleinen Arbeiten, die ein großer Haushalt tagtäglich verursacht. Zugegeben, manchem unserer jungen Mädchen wird das wenig gefallen. Sie werden Mangel an Zeit, Schularbeiten, Unlust und hunderterlei andere Gründe vorschützen, um sich vor der unbequemen Arbeit zu drücken. Aber dann muß die Mutter streng auf die Einhaltung ihrer Anordnungen drängen. Zuerst kommen natürlich die Schularbeiten, dann auch ein Stündchen Ruhe und Erholung. Schließlich bleibt aber doch noch soviel Zeit übrig, daß die Heranwachsende Tochter gewisse häusliche Pflichten regelmäßig verrichten kann. Uebri- gens sind viele Mädchen zu solchen Arbeiten außerordentlich willig und anstellig. Es gibt Töchter, die schon mit neun Jahren ganze Wohnungen abstauben, es gibt aber auch andere, die mit fünfzehn Jahren noch nicht wissen, wie man einen Kaffee bereitet. Hier hat die Mutter eine große Verantwortung, nicht nur für den Augenblick, sondern auch für später. Em junges Mädchen, das rechzeitig an die Mithilfe im Haushalt gewöhnt ist, wird später auch seinen Töchtern wieder eine Mutter sein, die zeigt, wie man es machen soll und wie nicht. Unsere Töchter zu schonen, ihnen alles aus dem Wege zu räumen, damit sie ihr junges Leben genießen können, während sich die Mutter von srüh bis spät abrackern muß, ist grundoerkehrt.
Eine bedrohliche Folge der Mrlschaslskrise.
Der Gesundheitszustand unserer Schulkinder Hal sich verschlechkerl.
Don Dr. med. Rudersdorf-Leipzig.
Cs kann kein Zweifel darüber bestehen, daß die schwere Wirtschaftskrise in Deutschland mit der ungeheuer gesteigerten Arbeitslosigkeit und der dadurch verursachten scharfen Einschränkung der Lebenshaltung in vielen Familien, ebenso wie die Einkommensminderung, die fast alle Bevölkerungskreise betroffen hat, sich auch im Gesundheitszustand unserer Schulkinder allmählich auswirken muß, wenn auch eakte Zahlen darüber aus den meisten Städten noch nicht vorliegen. Wenn Stadtmedizinalrat Dr. W. Hagen in F r an k s u r t am Main schon vor einigen Wochen feststellen konnte, daß der Stand der Gesundheit bei den meisten Schulkin- dern durchaus nicht als beruhigend angesehen werden könne, so ist dies unbedingt richtig. Es kann leider nicht verschwiegen werden, daß man trotz aller Fürsorgemah- nahmen in Stadt und Land noch ungefähr bei der Hälfte aller deutschen Schulkinder irgendwelche Krankheitrer- Icheinungen feststellen muß, zu denen sich jetzt die weitere Besorgnis erregende Tatsache gesellt, daß der Ernährungszustand der deutschen Schulkinder sich gerade in letz- ter Zeit ganz erheblich verschlechtert hat. Bei den üblichen Untersuchungen können die Schulärzte prozentual weit snehr mittel- und magergenährte Kinder beobachten, als in früheren Jahren.
Das hängt offensichtlich mit der schlechteren Ernährung in den Familien zusammen, wo am Essen erheblich Erspart werden muß, obwohl die Kinder in der Regel weit besser ernährt werden, als die Eltern und die schon “et Schule entwachsenen Geschwister. Für das Kind wird
in der Familie im allgemeinen alles aufgespart, es soll nach dem Wunsch der Eltern von der Not der Zeit nur wenig spüren. Wenn auch bei den schwereren Erkrankungen des kindlichen Alters, insbesondere bei Rachitis, Lungentuberkulose, Tuberkulose der Knochen und Gewebe usw. keine Zunahme zu verzeichnen ist, dank der vorbeugenden Fürsorge der verschiedenen Hilfseinrichtungen, so zeigt sich doch bei säst allen Schulkindern eine erheblich gesteigerte Neigung zu nervösen Erkrankungen, zu Störungen des Blutkreislaufes und der Gefäße, vor allem aber zur Blutarmut, Bleichsucht usw., offensichtlich Folgeerscheinungen der Wirtschaftskrise, denn fast immer kann man bei diesen Kindern feststellen, daß sie aus Familien stammen, die von der Not der Zeit besonders hart mitgenommen sind.
Man sollte daher in den kommenden Wintermonaten die Anzeichen einer beginnenden Verschlechterung des Gesundheitszustandes der deutschen Schulkinder ernsthaft beachten und vor allem, neben den Fürsorgemahnah- men, die nicht abgebaut werden dürfen, sondern erweitert werden müssen, dafür sorgen, daß keine Ueberlastung in den Schulen eintritt, daß bei dem Abbau von Lehrkräften und der Steigerung der Schülerzahl in den einzelnen Klassen nicht durch ein Uebermah von Hausarbeit das herangeholt werden soll, was bei der Fülle des Stoffes die Schule nicht leisten kann. Es muß ernste Vorsorge getroffen werden, daß unsere deutschen Schulkinder den kommenden Winter, der für die meisten Familien ein Winter der Sorge fein wird, so gut wie möglich überstehen.
Duplan, Crepe Satin, Ondule. •
®in kleines Kapitel von der Geheimsprache der Stosse.
Von Maria Baumgarten-Berlin.
Herbst und Winter stehen vor der Tür und mit ihnen we Notwendigkeit, die Garderobe einer Auffrischung oder Erneuerung zu unterziehen. Gehen wir also auf den ^koftkauf in irgendein als zuverlässig bekanntes Geschäft. -Wir tragen unsere Wünsche vor, die Verkäuferin bringt °we große Auswahl von Stoffen aller Art und nun l“)n>trrt es nur so von fremden, nie gehörten Vezeichnun- ®en' für die einzelnen Stoffe durch den Raum: Broche, l°te alsacienne, Crepe Cotele, Flamenga, Milanaise, Ja- pvn, Panama, Pique, Velour mat usw. usw. Er wird **ns im Kopfe ganz dumm, denn die meisten Frauen — J™ auch die meisten Verkäuferinnen — wissen mit diesen ^Zeichnungen gar nichts anzufangen, da sie über die Art *5 Stoffes, seiner Zusammensetzung und seines Gewebes fchts näheres besagen. Deshalb sollen hier kurz die in j)Ie'etn Herbst gebräuchlichsten Stoffe erläutert werden, ® man dann viel leichter und vor allem auch zweck- ma6l9er emkaufen wird.
®on den verschiedenen Crepearten sei vor allem auf
Ohne Hoffnung.
Hoffnung und Liebe sind des Lebens fröhliche Schwe- ftern;
»ei? fliegt voran, diese regiert den Flug, ra0t aus ihren Schwingen und weht der leidenden Seele
| 'senden Atem zu, hebt und erquicket sie sanft, brennbare! verlaßt mich nimmermehr, ihr lieb» liehen Schwestern!
: üne die Hoffnung sind Leben und Liebe dahin.
(Herder.j
den viel gekauften und auch noch in diesem Winter sehr modernen Crepe Georgette hingewiesen, der ein Kunstseidenprodukt von sehr dichter Webart ist. Crepe Satin besteht meist aus Acetat-Kunstseide mit einem Schuß aus Viscose-Kunstseide, er ist deshalb sehr haltbar. Crepe Ondule, ebenfalls ein Kunstseidegewebe, wird nach dem Onduleschußgarn benannt, das bei seiner Herstellung Verwendung findet. Crepe Cotele hat abwechselnd eine dicke und feine Rippen, meist au chim Wechsel von Matt- und Glanzgarnen, so daß auf eine matte Rippe eine glänzende folgt usw. Unter Japan versteht man im allgemeinen foulardartige Gewebe, die aus Kunstseide hergestellt werden. Japan gehört zu den schwersten kunstseidenen Stassen, er ist deshalb ziemlich teuer, aber dauerhaft und rationell im Tragen. Quadrille nennt sich ein kunst- seidener Stoss mit kleiner Saromufterung, während die verschiedenen Toile-Arten aus einer Kunstseiben-Garn- fette und Kunstschappe-Schuß oder auch aus Streichgarn- Schuß hergestellt werden. Mattkunstseiden nennt man die kunstseidenen Gewebe, die ohne Glanz hervorragend schöne Wirkungen durch ihre diskrete Art Hervorrufen. Hammerschlag heißt ein weiteres neues Gewebe, das mit sechs Schuß Linksdraht und sechs Schuß Rechtsdraht her- gestellt wird, wodurch der Stafs wie Papier ober Metall wirkt. Etwas feiner wird die Musterung, wenn statt 6:6 der Schuß 6:4 gearbeitet ist. Corquillon bezeichnet man ein tunftfeibenes Gewebe, bas mattglänjenb sich burch eine tiefriffige ober wellige Oberfläche auszeichnet. Baghera hat als Oberfaden zu Schlingen geworfeneCrepe- fäben und erhält fo ein Aussehen, das an Duvetine erinnert. Frvtte und Frise sind Gewebe aus Efsektgarnen, Grain b’orge dagegen wirkt durch eine besondere Webart gerstenkornartig. Schließlich versteht man noch unter Velour mat einen matten Samt, der sich vor allem gut zu Kleidern verarbeiten läßt, während unter der Bezeichnung Panama all die Gewebe auf den Markt kommen, bei denen stets zwei Schuß- und zwei Kettenfäden gekreuzt werden.
Von der Kleidung im Herbst.
Von Emilie Bergmann-Eisenach.
Die ersten kühle Tage und das frühe Hereinbrechen der Nacht offenbaren uns, daß jetzt der Herbst in greifbare Nähe gerückt ist, eine Erkenntnis, die für die Hausfrau mancherlei wichtige Arbeit bedeutet.
Var allem gilt es jetzt die Wintergarderabe in Ordnung zu bringen, die den Sommer über mottensicher in Schränken und Kästen verpackt war. Alle eingekompfer- ten Kleidungsstücke müssen vor neuem Gebrauch einige Tage der frischen Luft ausgesetzt werden, denn wie es eine Rücksichtslosigkeit gegen feine Mitmenschen ist, in der Oessentlichkeit mit einem stark riechenden Parfüm zu
erscheinen, ebenso rücksichtslos ist es aber auch, wenn man eine Wolke von Kampfer. Mottenpulver oder Naphtalin um sich verbreitet. Deshalb scheue man die kleine Mühe nicht! Selbstverständlich werden beim Auspacken alle Kleider sofort auf kleine Schäden nachgesehen und ausgebessert. Ergibt sich die Notwenigkeit, etwas ändern zu müssen, so warte man nicht damit, bis es kalt geworden ist. Im Frühherbst sind Schneider und Schneiderinnen meist weniger stark beschäftigt als später. Ein besonderes Augenmerk widme man auch dem Schuhwerk. Sehr schnell wqrden nasse Tage kommen, dann ist jeder froh, der anständige, gut gearbeitete Schuhe sein eigen nennt Dies gilt im besonderen für die Schuhe unserer Kinder. Schon mancher zerrissene oder schlecht geflickte Schuh hat schwere Erkältungen verursacht.
Puddings stellen sich vor.
Von Betty Groß-Kulmbach.
Dor allem, ehe wir uns mit den noch vielfach verkannten köstlichen Puddings, jenen Kronzeugen einer gepflegten Kochkunst beschäftigen, eine Vorbemerkung: Unter Puddings versteht man nicht etwa, wie es in weiten Teilen Deutschlands üblich ist, die verschiedenen kalten Flammeris, sondern den in Dunst gekochten Pudding, der keineswegs immer süß sein muß, den man vielmehr auch als Fleisch- oder Gemüsepudding zur Hauptmahlzeit genießen kann. Die Behandlung der sestgeschlossenen Form ist bei Puddings natürlich eine wesentlich andere als bei irgendwelchen anderen Süßspeisen, die nur des schönen Aussehens wegen einige Stunden vor dem Anrichten einem besonders geformten Gesäß annertraut werden. Die Puddingform, meist aus Blech, Steingut ober Porzellan mit einem festschlie- ßenden Deckel versehen, muß vor dem Gebrauch sorgsam mit Butter ausgepinselt werden, woraus man Semmelbrösel einstreut. Da die meisten Puddings während dem Kochen in der Form aufgehen, darf diese nur zu drei Viertel ihres Inhalts gefüllt werden. Sofort nach dem Einfüllen kommen die Puddings in ein Wasserbad, das möglichst beim Einheben schon kochen soll. Praktischerweise gibt man nur soviel Wasser in den Tops, daß die Form noch zwei bis drei Finger breit darüber hinausragt. Man verhindert auf diese Weise, daß das Dunstwasser in die Form einbringen kann. Der Tops mit dem Pudding muh durch einen gut schließenden Deckel bedeckt werden, wobei man zweckmäßigerweise noch zwischen Tops und Deckel, ein feuchtes Tuch legt, damit es sich ganz abdichtet, und somit kein Dampf entweichen kann. Nach dem Kochen werden die Puddings sofort gestürzt, indem man den Deckel öffnet und sie aus einen Teller stürzt. Sie lösen sich leichter von der Form, wenn man um diese ein kaltes, feuchtes Tuch legt. Selbstverständlich müffien die Puddings sofort nach dem Stürzen serviert werden, da sie sonst ihre Form verlieren und gleichzeitig erkalten. Nachstehend einige erprobte Puddingrezepte:
Fleischpubding.
Je ein Pfund Rindfleisch und mageres Schweinefleisch werden fein gehackt, mit 100 Gramm Butter, 100 Gramm geriebenem Weißbrot, ein Viertel Liter Milch, 4 Eiern und 2 Eiweiß, 2 Gramm Pfeffer, 20 Gramm Salz und mit 2 feingeschnittenen hellgelb gerösteten Zwiebeln zu einem glatten Teige vermengt, den man in eine gut ausgestrichene Puddingform gibt, um ihn drei Stunden kochen zu lassen. Man gibt diesen Pudding zu Kartoffelstücken mit Kapern-, Sardellen- oder Heringssauce.
fiarloffelpubbing.
Man kocht 2 Pfund Kartoffeln am Tag vorher in der Schale ab, reibt sie, und verarbeitet sie mit zwei Eßlöffeln Fett, 2 Eidottern, etwas Rahm, dem nötigen Gewürz, gewiegter Petersilie, gehacktem Schinken, Pökelfleisch oder auch anderen Fleischresten zu einem'glatten Teig, dem zum Schluß das zu Schnee geschlagene Eiweiß der zwei Eier hinzugefügt wird. Der Pudding wird % Stunden im Dunst gekocht. Anstelle des Fleisches kann man auch recht gut Leberwurst, Fischrefte ober Pilze verwenden.
Pudding aus verschiedenen Gemüsen.
1 bis % Pfund verschiedene Gemüse wie Weißkraut, Wirsing, Blumenkohl. Kohlrabi, gelbe Rüben, eine in in Würfel geschnittene große Kartoffel kocht man in Salzwaffer weich, gießt sie ab und läßt dann das Gemüse mit einer leicht angebräunten kleingeschnittenen Zwiebel und etwas Petersilie in reichlich Fett kurz dünsten. Dann wird das so vorbereitete Gemüse gesalzen und gepefeffert und mit einem Teig vereinigt, den man aus 4 Eßlöffeln Mehl, 2 Eidottern, 2 Löffel Butter, Vs Liter Milch und dem Schnee der 2 Eier bereitet. Das Ganze kommt dann in die gefettete Pub- bingform unb muß % Stunden im Dunst kochen.
Spinalpudding.
3 Eidotter werden mit 50 Gramm Butter verrührt, darauf gibt man 1% Pfund vorher abgekochten und feingewiegten Spinat dazu, worauf die Masse leicht gesalzen und gepfeffert wird. Weiter werden 150 Gramm in Milch geweichtes Weißbrot und der Schnee der 3 Eier dazugevührt, worauf man den Pudding % Stunden in der ausgefetteten Form im Dunst kocht.
Brotpudding.
Man rührt 90 Gramm Butter und 130 Gramm Sutter schaumig, gibt 3—4 Eidotter dazu, ferner 250 Gr. geröstetes, gemahlenes und mit % Liter Rotwein an- gefeuchtetes Schwarzbrot, einen Kaffeelöffel Zimmt unb die abgeriebene Schale einer Zitrone dazu, um zuletzt unter die Masse bas geschlagene Eiweiß ber brei Eidotter hinzuzufügen. Das Ganze kommt in bie sorgfältig ausgebutterte Pubbingform und muß eine Stunde kochen.
Apfelpudding.
200 Gramm Brot werden in kleine Würfel geschnitten unb mit ein wenig Milch angefeuchtet. 700 Gramm Aepfel, bie man geschält, in Scheiben geschnitten unb gewaschen hat, werben mit 80 Gramm Zucker, 30 Gramm Sultaninen unb 20 Gramm Butter kurz ge< biimpft. In bie gut ausgebutterte Pubbingsorm gibt man hierauf eine Lage Brot, auf bie man geriebene Haselnüsfe streut, bann eine Lage Aepfel, wieder eine Lage Brot usw. bis die Form nahezu gefüllt ist, je- doch achte man daraus, daß unten und oben eine Lage
Brot vorhanden ist. Mit ber vom Einweichen des Brotes übrigbletbenben Milch, einem Ei, etwas Zimmt und Zucker sowie ein wenig geriebener Zitronenschale, die man zusammen verrührt, macht man eine Sauce, die vor dem Schließen ber Form Über den Pudding gegossen wird, der nun % Stunden im Wasser bad kochen muß.
Mandelpudding.
70 Gramm Butter werden schaumig gerührt, dann gibt man 150 Gramm Zucker dazu, außerdem das Eigelb von 3 Eiern, 200 Gramm geschälte geriebene Mandeln, 150 Gramm geriebenen Zwieback, den man mit Milch angefeuchtet hat, schließlich noch 50 Gramm Sultaninen, die Schale unb ben Saft einer Zitrone, eine Messerspitze Zimmt unb zuletzt bas zu Schnee geschlagene Eiweiß ber brei verwendeten Eidotter. Die Masse wird in bie ausgebutterte unb mit geriebenen Manbeln gut bestreute Form gefüllt und eine Stunde im Dunst gekocht.
Schokoladenpudding.
100 Gramm Butter werden schaumig gerührt, in die man dann 100 Gramm geriebene Schokolade, 6 Eigelb, 70 Gramm geriebene Mandeln, 4 in Milch geweichte Brötchen, 80 Gramm Zucker hineingibt. Dann wird ber Eierschnee von ben 6 Eiern mit der Masse vermischt, bie in bie gut ausgebutterte und mit geriebenen unb halbierten Mandeln ausgelegte Form gegossen wirb, worauf ber Bubbing eine Stunbe im Wasserbad kochen muß.
Zu ben süßen Puddings gibt man im allgemeinen Vanille-, Karamel-, Frucht- oder Weinsaucen. Reste der süßen Puddings schmecken auch kalt vorzüglich.
Tomatengerlchte.
Englische Tomatensuppe. Man zerschneidet eine gelbe und eine weiße Rübe, ebenso eine Zwiebel und eine halbe Sellerieknolle sehr fein, auch 50 Gramm rohen, mageren Schinken u. dämpft dies in eigroß frischer Butter einige Minuten. Dazu kommen 6—8 zerschnittene, reife Tomaten, die man mit dem Wurzelwerk eins Viertelstunde durchdünstet, dann mit Wz Liter kochendem Wasser aufgießt und mit dem nötigen Salz und einer Prise Pfeffer gut auskochen läßt. Hierauf paffiert man die Suppe durch ein Sieb, gibt 100 Gramm ausgequollenen Reis hinein, kräftigt sie mit 1 Teelöffel Maggi's Würze im Geschmack unb richtet sie recht heiß an.
Xomaten-Omeleften. 4—6 reffe Tomaten taucht man schnell in heißes Wasser, zieht die Haut ab und streicht sie durch ein Sieb. In bas Püree gibt man 4 Löffel Mehl, 3 ganze Eier und eine halbe Obertasse süße Milch, rührt alles mit dem nötigen Salz glatt und bäckt von dem Teig Omeletten in beliebiger Dicke.
Tomaten mit Reis. Man läßt einen Eßlöffel fein* geschnittene Zwiebel in Butter anlaufen, gibt 6—8 Stück zerschnittene reife Tomaten und kleingeschnittenes Wurzelwerk hinzu und dämpft das Ganze weich, um es nachher durch ein Sieb zu streichen. Inzwischen läßt man % Pfund Reis ausquellen, vermischt diesen bann mit dem Tomatenbrei, fügt ein Stückchen Butter und das nötige Salz hinzu und durchzieht die sehr wohlschmeckende Speise mit einigen Tropfen Maggi's Würze^ bevor man sie bergartig in einer Schüssel anrichtet. Etwas geriebener Parmesan- oder guter Schweizerkäse hineingerührt, macht bas Gericht noch nahrhafter.
Tomaten-Soße. In etwas Butter, Margarine oder ausgebratenem Speckfett dünstet man eine mittelgroße, seingehackte Zwiebel, ein kleines Stück Lorbeerblatt und eine Nelke einige Minuten, gibt 5—6 reife, gewaschene unb in Scheiben geschnittene Tomaten bazu, läßt das Ganze weichschmoren unb rührt bann durch ein Sieb. Aus einem Stückchen Butter ober Margarine unb 2 Löffeln Mehl macht man eine helle Mehlschwitze, rührt bie[e mit Yz Liter Fleischbrühe aus 2 Maggi's Fleisch- brühwürseln hergestellt, glatt, gibt bas Tomatenmus hinein, kocht die Soße gut durch und schmeckt nach Salz, Pfeffer und ein klein wenig Zucker ab.
Oie praktische Hausfrau.
Konservengläser lassen sich oft schwer offnen, zumal dann, wenn man ältere Gummiringe verwendet hat. Man stellt diese Gläser auf den Kopf in einen Topf mit heißem Wasser. Nach kurzer Zeit wird man bie Ringe leicht herausziehen können.
Einen ebenso billigen, w i e praktischen Flaschenverschluh stellen Eierschalen bar, bieman zur Hälfte über ben Flaschenhals stülpt. Durch bas noch an ben Schalen anhastenbe Eiweiß wirb ein absolut lüft* bichter Verschluß erzielt.
Zigarrenrauch — namentlich nach ausgedehnten Herrenabenden — ist sehr schwer zu entfernen. Einfaches Lüften wirkt erst nach Tagen. Dagegen wird man über bie restlose Entfernung bes Rauches unb bes ihm anhaftenben üblen Geruches erstaunt (ein, wenn man mehrere große Schüsseln mit kaltem Wasser über Nacht in ben betreffenben Zimmern aufstellt.
Sonne — fcuit — körperliche Betätigung und; Kaffee Hag!