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Vorläufig aber müssen wir uns noch die Hoffnung auf die Möglichkeit erhalten, daß auch Frankreich erkennt, daß es auf Grund des Zwangsdiktates von Versailles weder ein moralisches noch ein po­litisches Recht hat, allein über die deutsche Rüstung zu urteilen und zu wachen.

Wachsende Abneigung gegen Auflösung.

Herr von Hindenburg wird am Dienstag die Führer der Rational fozialisten, des Zentrums und der Bayerischen Bolkspartei empfangen.v. Papen arbeitet an der Regierungs-Erklärung

wrb. Paris, 10. Sept. (Gig. Meld.) Die über Len heute vormittag abgehaltenen Ministerrat ausgegebene Mitteilung lautet: Die Minister sind heuü vormittag im Elysee unter dem Vorsitze des Präsidenten der Republik, Lebrun, zusammenge­treten. Ministerpräsident Herriot hat dem Mini­sterrat den endgültigen Text der Antwort unter­breitet, die er noch heute an die deutsche Regierung richten werde. Der Ministerrat hat diese Antwort einstimmig gutgeheißen.

unwahrscheinlich ist, die NSDAP, weiter anwachsen las­sen: dann wären Geld, Nervenkraft, politische Beruhi­gung und leise Wirtschaftsdämmerung nutzlos aufs Spiel gesetzt. Oder durch eine Neuwahl träten erhebliche Ver­schiebungen im Parlament ein; dann könnte das nur zu Gun st en der Linken geschehen. Das aber liegt gewiß nicht in der Absicht der Reichsregierung und würde ihre Lage gleichfalls nicht verbessern."

Besser kann man das Experiment neuer Wah­len kaum verurteilen als es in diesen Ausführun­gen geschieht. Wenn die Regierungspresse in die­ser Erkenntnis bereits so weit vorgeschritten ist, ' dann sollte schließlich auch die Regierung nicht allzu weit hinter ihr Zurück­bleiben. Sie hat nur noch wenige Tage Zeit, um sich entweder für eine Politik der Beunruhi­gung und der poltischen und wirtschaftlichen Un­sicherheit, oder für eine Politik der Beruhigung und der stabilen Fortentwicklung- zu entscheiden. Der Einsatz ist zu groß, als daß nicht auch ihrer­seits alles getan werden müßte, um diese Ent­scheidung im Sinne der politischen und wirtschaftlichen Vernunft herbeizufüh. ren. j.j

ERB. Berlin, 10. Sevt. (Eig. Meld.) Entge­gen anders lautenden Meldungen erfahren wir, daß heute weder eine Kabinettssitzung noch eine Ministerbesprechung in der üblichen Form abgehal­ten wird. Lediglich in der Reichskanzlei findet eine Besprechung über die Formulie­rung der Regierungserklärung statt, die Reichskanzler von Papen vor dem Reichstag abgeben wird. An Lieser Besprechung nehmen auch Reichsfinanzminister Graf Schwerin v. K o r s i g k und Reichswirtschaftsminister Prof. W a r m b o l d teil.

SieZauderkakllkder übrigen Großmächte.

Die deutsche Lage wird wesentlich dadurch er­schwert, daß wir nahezu allein kämpfen müssen, daß man uns wieder einmal mit großem Miß­trauen gegenübertritt, daß andere Mächte sich gleichgültig verhalten. Letzteres gilt besonders für England Dort hat sich unzweifelhaft eine starke Schwenkung nach Frankreich vollzogen, was nicht so sehr auf die Politik zurückzuführen ist, als aus wirtschaftliche Ueberlegunqen der englischen Regie­rung, die durch Abrüstungs- und Gleichberechti- qungskämpfe eine Störung der Wirtschaft be­fürchten. Man will deshalb die deutsche Regierung zur Geduld und Zurückhaltung mahnen, man will sich über Kompromißmöglichkeiten unterhalten. Dos ist für uns aber gänzlich ausgeschlossen, denn unser deutsches Volk hat dreizehn Jahre denkbar schwerste Nervenproben bestanden, es läßt sich die Entscheidung nicht mehr hinauszöqern. Es will endlich die Freiheit und die Gleichberechtigung.

Bedenklich unzuverlässig sind nun auch die Ver­einigten Staaten geworden. Auch aus Washing­ton dringt die Mahnung zum Abwarten, obwohl man nach wie vor den deutschen Rechtsstandpunkt anerkennen will. Aber man fühlt sich doch, was wir übrigens bei den Genfer Verhandlungen schon deutlich spürten, stark abhängig von England we­gen der Flottenfraae. Und wenn jetzt der amerika­nische Armeechef Mac Arthur und der Senator Reed in Paris vorsprechen, wird man dort nichts versäumen, um die Amerikaner über den weiteren Verlauf der Abrüstungsverhandlungen möglichst weitgehend zu beruhigen.

Rur Italien steht nach wie vor mit erfreulicher Offenheit und Grundsatzfestigkeit auf seinem frühe­ren Standpunkt, verlangt die gleichmäßige Aus­rüstung, für alle Staaten die gleiche Sicherheit. Aber auch hier muß man abwarten, ob Italien gegenüber jedem auf seine Regierung ausgeübten Druck standzuhalten vermag.

Nach verschiedenen Reden, Artikeln und Inter­views des Reichswehrministers v. Schleicher, welche nach Lausanne und Genf die scheinbare Ruhe in der Außenpolitik verscheuchten, beginnt jetzt Deutschland in ein neues Stadium des Frei­heitskampfes mit dem Ziele der Erringung der Gleichberechtiguig zu treten. Es ist ein Stadium, das an die diplomatischen Quglitäten der Berufenen größte Anforderungen stellt, zumal, wenn tnir die weltpolitische Atmosphäre betrachten.

Es war notwendig, daß sich die Reichsregierung zu der Veröffentlichung der deutschen Denkschrift über die Gleichberechtigung entschloß, um nicht nur dem deutschen Volke, sondern der ganzen Welt ein­deutig klar zu zeigen, daß sich in der Kurs­setzung der deutschen Außenpolitik nichts geändert hat, daß alle Behauptungen, die von französischer Seite aufgestellt wurden, der Wahrheit glatt wider­sprechen.

Dieser Schritt der Reichsregierung ist durch den uelfesten Aktionsplan des früheren Kanzlers Dr. Brüning klar vorbereitet- gewesen. Der deutsche Außenminister v. Neurath, damls noch Botschafter in London, konnte nichts Besseres tun, als auf die­len Plan mit den festen Forderungen nach der deutschen Gleichberechtigung zurückzugreifen, sich zu stützen auf die Genfer Abrüstungsrede des früheren Kanzlers Brüning am 9. Februar 1932, auf die diplomatischen Besprechungen im April. Im deutschen Interesse wäre es allerdings gelegen, wenn anstelle des Wehrministers der deutsche Außenminister, wenn man an eine Notwendigkeit glauben wollte, vor die Oestentlichkeit getreten wäre, denn das hätte die Frontbildung in dem Kampfe wesentlich erleichtert. Das soll keine Kri­tik an dem Verhalten des Reichswehrministers sein, aber es ist nun einmal so in aller Welt, daß jedes Mal, wenn ein Militär auftritt, sofort Mißdeutun­gen und falsche Behauptungen auftauchen, daß sich auch sofort eine Frontenverschiebuna ergibt.

Zu der Plenarsitzung des Reichs» t a g e s, die am Montagnachmittag 3 Uhr stattfin­det, wird der Andrang wieder ' außerordentlich stark fein. Die Tribünenkarten find zur ersten Sitzung schon vergriffen. Die Sitzung wird ledig­lich der Entgegennahme der Regie­rungserklärung gewidmet fein, die Reichs­kanzler von Papen abgeben wird. Dann wird der Reichstag bis Mittwoch vertagt werden, um in­zwischen die notwendige Klärung beim Reichs­präsidenten herbeizuführen. Für Montagvormit­tag haben jetzt sämtliche Reichstagsfraktionen Sit­zungen anberaumt, um die kommenden Reichs­tagsberatungen vorzuberaten und die politische Lage zu erörtern. Außerdem hält der geschäfts­führende Ausschuß des Zentrums eine Sitzung ab. Der A e l t e st e n r a t ist bis jetzt noch nicht einberufen.

Aranlreich hält vorläufig an Verfa lles fest.

Noch vor wenigen Monaten war die deutsche Position im Kampfe um die Gleichberechtigung erheblich günstiger als heute. Denn wir hatten in England und besonders in Italien, auch in den '-»reinigten Staaten, obwohl sie sich üicht aktiv tätigten, wertvolle Bundesgenossen gefunden, die i deutschen Rechtsstandpunkt anerkannten. Man ) ein, daß es ja nicht allein um die deutsche Sicherheit geht, sondern um die aller Länder, und damit um den Frieden Europas und der Welt. Dann aber erfolgten Zwischenphasen, welche uns außenpolitisch leider in eine gefährliche Isolierung bin Antrieben. Und diese Isolierung, von Frank­reich gerade mit aller Raffinesse betrieben, wird nun von der französischen Regierung für ihre Zwecke wieder ausgenutzt. Mit allen erdenklichen diplomatischen Rancünen sucht Frankreich wieder auf die übrigen Großmächte einzuwirken, um sie ins französische Schlepptau zu bringen. Immer wieder hören wir aus der französischen Presse das Wort ..Gens", Unterschiedslos greift man auf den Versailler Vertrag zurück und erklärt, die Rü­stungsmöglichkeiten Deutschlands seien durch den Versailler Vertrag festgesetzt. Die Klauseln dieses Vertrages könnten weder Frankreich noch Deutsch­land ändern, sondern nur alle Unterzeichner. Das gelte für die Rüstungsherabsetzung wie für die Aufrüstung, die von Deutschland vorläufig gar nicht erftrebt ist. Immer nur fei Genf als Völ- kerbundssitz der gegebene Ort für die unvermeid­lichen Auseinandersetzungen.

Damit kämen wir also, wenn, woran vorläufig nicht zu zweifeln ist, die französische Regierung offiziell diesen Standpunkt einnehmen würde, wie­der zur Abrüstungskonferenz, damit aber zur schon immer erlebten dauernden Vertagung, zum Be­gräbnis aller Hoffnungen und ' Erwa^tupgch,. Darum konnte und durfte die Reichsregierung gar nicht anders handeln, als sie es tat, und man darf, wie mir bereits fagtetz, pur hoffen, daß in der nächsten Zeit die, amtliche französische Politik ge­genüber der Rechtslage größeres Verständnis be­weist, als es bis jetzt hervortritt.

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Wir haben vor den Gefahren, die eine Ent­ladung des großen Konfliktes, einer Reichs- tagsauflöfung und Neuwahl des Reichstages dem deutschen Volke politisch und wirtschaftlich zu brin­gen verspricht, unausgesetzt gewarnt und können diese Warnung auch in dieser Stunde nur mit ver­mehrtem Nachdruck wiederholen. Alle diejenigen, die jetzt, über die Möglichkeiten einer geordneten Regierungsführung hinweg, den Weg ins Dunkle eifrig empfehlen und die größten Risiken in Kauf zu nehmen bereit find, werden vielleicht schon sehr bald an den Ergebnissen dieser Politik keine große Freude erleben. Selbst ein Blatt wie dieDeutsche Allgemeine Zeitung", die einer Entwicklung zur Reichstaasauflösung bisher fast mit Genugtuung gegeniiberftand, äußert nun hinsichtlich der wirtschaftlichen und psy­chologischen Auswirkungen dieser Politik einige Sorge. Sie sagt:

Eine Reichstagsauflösung in der kommenden Woche das eine liegt auf der stand wäre von keinem Standpunkte aus wünschenswert, weder von den Par­teien was recht gleichgültig ist noch von dem der Staatspolitik. Sie würde die durch das groß­zügige und Hoffnung verbreitende Wirt­schaftsprogramm der Reichsregierung eingeleitete Belebung der ökonomischen Verhältnisse durchkreuzen. Sie wäre in po­litischer Beziehung ein Widerspruch zum eigentlichen Sinn der Reichsregierung als eines Präsidialkabinetts. Entweder würde die innerhalb der verfassungsmäßigen Frist vorzunehmende Neuwahl die gegenwärtige Partei- stärke im wesentlichen nicht ändern, vielleicht sogar, was

cnb. Berlin, 10. Sept. (Eig. Meld.) Von unterrichteter Seite wird zu den Berichten über den beabsichtigten deutschen Antrag auf Zah- lungsausschub bei der amerikanischen Regierung erklärt daß es sich dabei nicht um ein Mo­ratorium handelt, sondern lediglich um einen Zahlungsaufschub. Die formelle Erklä­rung wird erfolgen, nachdem vorher in Bespre­chungen mit amerikanischen Regierungsstellen noch eine Reihe von Vorfragen geklärt sind. Der Betrag ,umden es sich handelt, und der sich zu­sammensetzt aus den deutschen Zahlungen für die Besatzungskosten und den sog.mixed claims" beläuft sich auf 60 Mill. Mark jährlich.

sowie die Frage der Zahlungen für private Kriegsschäden, auf die ganz zu verzichten gewisse Schwierigkeiten bestehen, da die Anspruchsberechtigten auf Befriedigung dringe« und laut Freigabegesetz von 1928 auch die Auszah­lung der amerikanischen Entschädigungen und Deutsche, deren Eigentum im Weltkrieg liquidiert worden ist, durch die Nichtbefriedigung der ame­rikanischen Gläubiger verzögert wird. Man nimmt an, daß sich angesichts des beiderseitigen Wunsches nach baldiger Bereinigung dieser privaten An­sprüche ein Kompromiß finden lassen wird, umso mehr als es sich um verhältnismäßig gering­fügige Summen handelt.

Von der amerikanischen Presse wird der Ange­legenheit großes Interesse entgegengebracht, weil es sich um dcn ersten wichtigeren Fall seit dem Ende des stoaver-Moratoriums handelt, in dem eine fremde Regierung einen Zahlunqsauf. fchub erstrebt, und weil man hierin einen Präzedenz-Fall für die Haltung der Alliierten sieht, die sich bis zum 15. September äußern müs­sen, falls sie am 15. September ebenfalls ein Mo­ratorium erklären wollen. Allerdings lassen die Meldungen aus Paris und London darauf schlie­ßen, daß England und Frankreich mit Rücksicht auf die bekannte Einstellung weiter Washingtoner Kongreßkreise, auf die scharfe Propaganda der Hearth-Presse gegen jede Milde gegenüber den Alliierten und auf die kurz bevorstehende Wahl­kampagne nicht beabsichtigen, von ihrem Vertrags­recht der Erklärung eines Moratoriums Gebrauch zu machen. Um so weniger als dies ihnen nur den Aufschub des Kapitalbetrages, nicht aber der erheblich höheren Zinsraten ermöglichen würde.

Deutschland kann nicht zahlen. Verhandlungen mif Amerika über fällige Zahlungen für Kriegsschäden.

In Washington haben Besprechungen zwischen dem deutschen Geschäftsträger Leitzner und dem amerikanischen Finanzminister Mills über den Aufschub der am 30. September fällig en deutschen Zahlungen für Besatzung?: kosten und Kriegsschäden amerikani- scherBürger begonnen. Sie haben noch nicht zu einer formellenProklamation des deutschen Moratoriums geführt. Vorher sind mehrere Fragen zu erledigen, damit das Mo­ratoriums einspruch.slos von der amerika­nischen Regierung entgegengenommen werden kann. Hierzu gehört die im Schuldenabkommen vorgeschriebene Ben a^ch richtigungsfrist von drei Monaten, die auf deutscher Seite mit Rücksicht auf die damals schwebenden Lausan­ner Verhandlungen nicht eingehalten worden ist,

schon schwer, wahrscheinlich unmöglich sein mag, die fremden Mächte zur Zustimmung" zu gewinnen, daß DeutschlandsSergeantenheer" (Tirpitz) sich numerisch verstärke und technisch vervollkommne (einschließlich fabelhafter Ferngeschütze!), völlig unannehmbar wird es heute für alle frerheitliebenden Deutschen sein, einem Ausbau der deutschen Wehrmacht zuzustimmen, wenn nicht unter voller Verwertung der von den Noske, Groener, Brüning, Seoering, Braun gemachten schlim­men Erfahrungen alle nur erdenklichen Garantien ge­geben sind gegen innerpolitischen Mißbrauch. Um dies an einem keineswegs letztverbindlichen Beispiel zu prä­zisieren 60000 Berufssoldaten mit hochmoder­nem Material (auch Reservematerial) und den notwen­digen Versuchs- und Lehranstalten, mit Heereskommls- saren der Volksvertretung und ein jährliches Me l i zrekrutenkontingent von 400000 jungen Deutschen auf der Grundlage allge­meiner kurzer Wehrpflicht scheint uns vom Standpunkt der nationalen Sicherheit ebenso wie des Willens zur deutschen Freiheit und Gleichheit immer noch zweckmäßiger als 200 000 oder gar 300 000 wie bisher nur ganz einseitig ergänzte Söldner, gar wenn diese noch den Rückhalt von im großen und ganzen rein vaterländischen" freiwilligen Milizen hätten. Solches Sergsantenheer" (Tirpitz) müßten wir auf das fchäffte ablehnen."

Angesichts dieser Auslassungen sollte auch die Leitung der Zentrumspartei einmal ihre Ansicht über die zweckmäßigste Lösung der Wehrfrage sagen. Die Gedankengänge des Major Mayr finden zweifellos die Billigung auch weiter Zentrumskreise.

Vor bet französischen Antwork in Berlin

Die Unterhaltung in der Rüstungs-Frage.

Reichsbanner und Leeres-Reform.

Die Wochenzeitung der sozialistischen Eisernen Front,Das Reichsbanner", bringt einen Artikel des Majors a. D. K. Mayr über die Mög­lichkeiten einerAufrüstung" und die Umorgani­sation der Reichswehr. Darin heißt es:

Wir halten einen zweiten europäischen Bruderkrieg für eine objektive Unmöglichkeit Trotzdem: die unter­schiedliche Behandlung Deutschlands in bezug auf Lan­desverteidigung ist, auch wenn tatsächlich noch keine der vertragschließenden Gegenmächte (Italien so wenig wie Frankreich oder England) bisher die Erfüllung der Vorbedingungen zur allgemeinen Abrüstung seitens Deutschlands anerkannt hat, auf die Dauer unerträglich. Dies gilt für alle einschlägigen Fragen, auch für die technischen. Sollen wir in Erinnerung rufen, daß innerhalb der alten sozialistischen Internationale im Geiste der französischen Revolution schon das Erfurter ProgrammErziehung, zur allgemeinen W e h r h a ft t g k e i t" verlangte? Wenn es aber

Arn Freitagabend fand im Reichstag eine Be­sprechung zwischen den Abgeordneten des Zen­trums, der Bayerischen Volkspartei und der Na­tionalsozialisten statt, in der zu dem Ausgang des Empfangs beim Reichspräsidenten Stellung genom­men wurde. Wie das Nachrichtenbüro des DDZ. erfährt, hat Reichspräsident v. Hindenburg inzwi­schen die Vertreter der Nationalso­zialisten, des Zentrums und derBaye- rischen Volkspartei für Dienstag und Mittwochmittag zu sich gebeten. Unter diesen Um­ständen soll die Aussprache über die R e - gierung.sertlärung im Reichstag erst am Mittwochnachmittag beginnen. An dem Termin der Regierungserklärung hat sich nichts geändert. Sie erfolgt am Montag. Der Dienstag wird ple- narfitzungsfrei bleiben. Die wirtschaftlichen Ver­handlungen zwischen den drei Parteien werden fortgesetzt. Im Kreise der beteiligten Parteien sieht man der weiteren Entwicklung mit Zuversicht entgegen. Man glaubt, daß die Aussprache beim Reichspräsidenten doch nicht vergeblich gewesen sei.

uldaerZ ertung

Anzeiger für die Stabt Julba unb ben Canbfreis Aulba. Amtliches Kreisblatt.

Was Deutschland will.

Die deutschen Forderungen können in kurze Formulierungen zusammengefaßt werden: Deutsch- land will Gleichberechtigung. Das ist sein gutes ed)t, das ihm von keinem Staate mehr streitig llemacht werden kann. Deutschland ist bereit, den Adrigsten Rüstungsstgnd zu erreichen oder beizu- ^halten. Voraussetzung dafür ist aber, daß nach klaren Bestimmungen des Versailler Zwangs- Aots alle europäischen Großmächte zuvor ihre Lüftung ebenfalls entsprechend herabsetzen. Wer- diese Forderungen erfüllt, dann ist eine Lösung denkbar einfach, würden ohne langwierige Kon- lerenzen u. ohne diplomatische Beschwernisse auch "e diffamierenden Artikel des Versailler Vertrags uußer Kraft gesetzt. Kurzum, mir kommen zu einer H°'amtverständigung, wie sie bezüglich der Repa- totionen durch das Abkommen von Lausanne ge­funden wurde, wenngleich dort einige Schlacken u°ch übrig geblieben sind.

I . Deutschland will, das geht auch aus der Denk­schrift ebenso klar hervor, kerne Aufrüstung. Deutschland will feine Rüstung an die übrigen Großmächte angleichen oder ausgeglichen wissen, ^orum sucht es eine Einigung und eine Derstän- osonng Diese sollen dem Ziele dienen, für alle ®"Qten gleiche Sicherheit auf dem Boden des reichen Rechts in der Verteidigung zu schaffen. -Oomit bekunden rr>r noch einmal unseren Ab- i rustungs- und Friedenswillen, der noch dadurch ~n.e besondere Unterstreichung erfährt, daß die s '^ichsregierung zu gleicher Zeit ihre Bereitschaft oU direkten deutsch-französischen Verhandlungen er- I 4-rte' llm "3U überlegen, wie der notwendige | ^ustungsausgleich und damit die Verwirklichung i nationalen Sicherheit aller Staaten angebahnt i .^ben kann." Deutschland stellt sich also absolut I 5r>t gegen Frankreich ein, doch ist es entschlossen, wie Frankreich fein Ziel zu erreichen, wenn sich ,e französische Regierung den bisherigen Ankündi- Fnc'en gemäß ablehnend verhalten sollte.

Wenn die ehrlichen und maßvollen Versuche der ^Wischen Regierung aber scheitern sollten, wenn M to0? fßr die Ausführung der das Schicksal unserer 1 thIOn bedeutenden Vertragsteile verweigern I rbe, dann allerdings hat Deutschland freie Hand.

Ziele in diesem Falle erstrebt werden müß- Wk«, darüber werden noch reichliche Uebertegungen sorgfältige Prüfungen stattzufinden haben.

^6. Paris, 10. Sept. (Eig. Meld.) Nach Informationen aus dem französischen Auswärti­gen Amt ist geplant, die französische Antwort auf bis deutschen Auszeichnungen in der Kleichberechtigungssrage durch den fran- rösisch«" Botschafter in Berlin auf dem üblichen diplomatischen Wege überreichen zu lassen, lieber ben Zeitpunkt der Ueberreichung ist näheres noch nicht bekannt, da erst der heutige Minister- iat in Paris darüber Beschluß fassen wird.

Erjcheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Welt

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der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- XX« XSfD A

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