Dienstag, 6. September 1932.
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lutirg. 59.
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uloaerZertung
Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.
Höhepunkt des Essener Katholikentags
Asst gottesdienst unter freiem Himmel
Zweihunderttausend huldigen Christus
Eine
ergreifende Glaubenskundgebung. — Eindrucksvoller Ausklang
Justizminister v. Schuschnigg
heute
zu den Ermächtigungen, der Reichsregierung in
rungsverordnung die der Reichspräsident seiner Verordnung gibt.
reits andererseits auch eine gleichartige Demarche bei der Washingtoner Regierung unternommen worden sei oder unternommen werden dürfte.
England und der deutsche Rüstungs-Schritt.
Das englische Kabinett wird sich, wie der diplomatische Korrespondent des Observer meldet, nach Rückkehr Sir John Simon, der für Montag erwar. tet wird, mit dem deutschen Anspruch auf Rüstungsgleichheit befassen. Die britische Regierung sei, erklrt der Korrespondent weiter, im Augenblick technisch daran nicht interessiert. Der erste Schritt des Kabinetts werde darin bestehen zu erwägen, ob die deutsche Forderung aus rechtlichen oder Zweckmäßigkeitsgründen bekämpft werden könnte, wenn man zu der Ansicht gelangt, daß sie entweder unzeitgemäß oder unzulässig sei. Es sei bekannt, daß Deutschland eine allgemeine Abrüstung vorziehen würde, aber es seien die nicht deutschen Mächte, die dies unmöglich gemacht hät en.
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Die tonangebende englische Sonntagspresse ist sich über die Berechtigung der deutschen Forderung auf Gleichberechtigung einig. Dagegen gehen die Auffassungen darüber auseinander, ob Zeit und A r t der Geltendmachung des Anspruches günstig gewählt seien.
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* Empfang des deutschen Botschafters in Rom bei Mussolini. Der italienische Ministerpräsident empfing am Samstag den deutschen Botschafter v. Schubert, mit dem er sich über die Frage der deutschen Wehrforderungen unterhielt.
Steuer mexikanischer Präsident.
Wie Associated Preß aus Mexiko City meldet, hat der Kongreß den Rücktritt des Präsidenten Ortiz Rubio angenommen und General R o • driguez zu seinem Nachfolger ernannt.
Wendigkeit der inneren Kolonisation in ihren vielgestaltigen Formen und der Verbindung von gewerblicher und landwirtschaftlicher Betä- tigung, um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, da eine konjunkturelle Besserung nur einem Teil der Erwerbslosen Arbeit bringen kann. Es ist selbstverständlich, daß die fortgeschrittene Mechanisierung der Arbeit und die strukturelle Veränderung um» lerer Wirtschaft zugleich auch eine aller Reaktion abholde Anpassung der Sozialversicherung und des Arbeitsrechts an die neue Lage fordert. Es muß auch dafür gesorgt werden, daß die vorhandenen Arbeitsgelegenheiten so verteilt werden, daß m ö gjl i dj st viele feiernde Hände 6 e» fchä f t i g t werden. Mit der Verbesserung unserer natürlichen Lage wird eine Entwicklung angebahnt, an deren Ende tatsächlich die Auferstehung Christi in der Großstadt stehen würde.
Auch die Ausführungen von Dr. Brauns ernteten starken Beifall. — Am Schlüsse der beiden Kundgebungen erteilte Nuntius Orsenigo nach einer Ansprache den pästlichen Segen. Darauf schloß der Präsident die Versammlung, die mit dem Te Deum ausklang.
(Vergleiche auch Seite 5.)
gegenwärtig. Wie unendlich ist doch das Erbarmen des Herrn. Seit dem ersten Abendmahl hat dieses eucharistische Opfer nie aufgehört, immer neu steigt Christus zu uns Menschen herab, um uns aus dieser so armen Erde innigst mit ihm zu vereinigen.
Das Antlitz der Großstadt zu erneuern sind die deutschen Katholiken in Essen zusammengekommen. Denken wir in dieser Stunde aber auch an die Erneuerung unserer eigenen Seele. Es gibt Menschen, von denen ein Kraftstrom stärkend ausgeht. So hat stets der Umgang mit Heiligen gewirkt. Wie wird erst der Umgang mit Christus selbst wirken auf alle die, die Gemeinschaft mit ihm suchen. So wahr der Rebzweig mit dem Weinstock in Verbindung bleiben muß, wenn er Frucht tragen soll, so bleibt er nur reich und lebendig, wenn er in Verbindung bleibt mit Christus. Dann bleibt er nicht ein armes, verwehtes Reis, sondern ein Zweig an jenem Baume, der in der Erde wurzelt, dessen Gipfel aber in den Himmel reicht. Wenn euer Sinnen auf diese Lebensvereinigung mit Christus geht, mit wieviel größerer Stärke werdet ihr dann die Schwere des Lebens meistern und das größere Ziel erstreben, die Welt um uns in die Gemeinschaft mit Christus zu bringen.
Vieltausendfach sei unser Gelöbnis:
„Jesus dir lebe ich, Jesus dir sterbe ich, Jesus dein bin ich im Leben und im Sterben."
Dann brachte der Päpstliche Nuntius, Erzbischof Orsenigo, das heillige Opfer dar, das vom Volke unter Führung der Essener Kirchenchöre mit einer Deutschen Messe begleitet wurde. Nach Schluß des Gottesdienstes setzten sich die Scharen in Bewegung. Der Abmarsch, der von der Polizei von einem Turm aus dirigiert wurde, dauerte stundenlang. Alle aber in dem großen Strome, der sich in die Stadt ergoß, bewahrten ein großes heiliges Erleben in ihrem Herzen.
Gott und Menschen, die Parole ausgegeben: „Chri- j st! Auferstehung in der Großstadt." Aus deutschem . Donauland kommt das katholische Echo! Von St. Severins, Petrus Canisius und Clemens Hofbauers Zeiten her ist Wien in feinem wertvollsten Kulturgut gesättigt von katholischer Harmonie, aus deutscher Erde gewachsen, wie die ganze Ostmark des alten heiligen Reiches. In diesem Sinn grüßt das katholische Wien die Stadt des Katholikentages 1932, Essen, mit dem Versprechen, daß mir bereit sind, wie in der Vergangenheit, so auch erst recht in aller Zukunft mitzubauen an der gemeinsamen Front des einigen gesamtdeutschen Katholizismus. Hoffentlich können mir in naher Zeit den deutschen Katholikentag in unserer I Heimat begrüßen.
Nach den mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen des Justizministers Schuschnigg nahm Kardinal Schulte das Wort. Er gab dem Wunsche Ausdruck, daß die große Begeisterung, die der diesjährige Katholikentag erzeugt habe, I sich in die Tat umseße, und das katholische Volk sich in seinem Innern erneuere, daß vor allem aber dis Großstadt die Segnungen der diesjährigen Versammlungen erfahren möge.
Der Kardinal erteilte hierauf der Versammlung den bischöflichen Segen, worauf die Anwesenden das Te Deum anstimmten.
CNB Berlin, 5. September. (Eig. Meld.) Wie 8as Conti-Nachrichtenbüro erfährt, trägt die Verordnung, die nach der Unterzeichnung durch den Reichspräsidenten heute Abend der Oeffentlichkeit übergeben wird, den Titel „Verordnung zur Belebung der Wirtschaft". Sie ist in 4 folgende große Abschnitte gegliedert:
1. Maßnahmen zur Entlastung der Wirtschaft,
2. sozialpolitische Maßnahmen,
3. kreditpolitische Maßnahmen,
4. finanzpolitische Maßnahmen.
Die Verordnung enthält die Ermächtigung w den angekündigten Maßnahmen, die die Wirtschaft wieder vorwärts treiben sollen. Das K « rnstück ist in den Steueranrechnungsscheinen öu sehen Es bleibt bei der vorgesehenen Höhe von 1500 und 700 Millionen, im ganzen also 2,2 Milliarden Rm. Dieser Teil der neuen Maßnahmen tritt nach der Verordnung am 1. Oktober In Kraft; inzwischen meitben Durchfü h - ru n g sb e st i m m u n g e n ausgearbeitet werden, die den Zweck haben, eine geordnete Lösung des Problems in der Praris sicherzustellen und Mißbrauch oder sonstige Schmierigkeiten auszu schließen, von denen in der Oeffentlichkeit bereits die Rede war.
Das gilt insbesondere für die Verteilung der Prämien bei Mehrbeschäftigung von Arbeitern. Außer der korrekten Handhabung bei der Verteilung spielt auch die Frage ein Rolle, wie ein unlauterer Wettbewerb vermieden wird. Schon aus diesen Andeutungen ergibt sich, daß die Durchführung sehr sorgfältig vorbereitet werden muß. Daraus ist zu erklären, daß die Inkraftsetzung dieser Maßnahme erst zum 1. Oktober erfolgt.
3u dieser ersten Verordnung kommt dann noch eine zw ei te Verordnung, die nicht vom Reichspräsidenten, sondern von der Reichsregie- r u n g erlassen wird. Sie enthält vor allem die Regelung der tarifpolitischen Fragen und hat mehr den Charakter einer Durchfuh -
drohte Betriebe vor dem Erliegen schützen und da- mit einem weiteren Anwachsen der Arbeitslosigkeit vorbeugen. Dabei gehe die Reichsregierung, wie das Conti-Büro weiter meldet, davon aus, daß Willkür und Vorwände zur Umgebung der Tarifs ausgeschlossen werden müßten. Deshalb sei als letzte Instanz hier der Schlichter eingeschaltet. Wenn also zwischen Unternehmer und Belegschaft eines Werkes eine Einigung nicht möglich fei, so liegt bei einer staatlichen neutralen Stelle, dem Sch lichter, d i e letzte Entscheidung. Dieser Weg biete nach Ansicht unterrichteter Kreise die Gewähr für eine sinngemäße und ordentliche Anwendung. Zum anderen sollen aber, auch künftige Tarife durch eine gewisse Veredelung auf diele elastischere Tarifpolitik abgestellt werden. Auch dazu enthalte diese Verordnung die Handhabe. Die zweite Verordnung trage die Unterschrift des Reichskanzlers und der drei beteiligten Ressortminister, . nämlich des Reichswirtschafts-, des Reichsernährungs- und des Reichsarbeitsministers. Diese Verordnung trete bereits am 15.Sep. tember in Kraft. Es fei anzunehmen, daß im Laufe der Woche auch hierzu noch Ausftih- rungsbestimmungen erlassen, und daß auch den Schlichtern Anweisungen über die Einzelheiten erteilt würden.
. Staatspräsident Prof. Dr. Baumgartner eröffnete am Sonntagabend in den Ausstellungshallen die überfüllte Schlußsitzung. Er hieß den apostolischen Nuntius Orsenigo, den bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Held, den österreichischen Bundeskanzler Dr Dollfuß, den Erzbischof von Freiburg Dr. Groeber und andere hohe Ehrengäste willkommen.
Der Nuntius Orsenigo wies in seiner Ansprache darauf hin, daß der Papst in nicht weniger als drei Enzykliken die Auflösung der Fa- tnitie, die Mißwirtschaft des Kapitalismus und die Notwendigkeit von Gebet und Buße eindringlich aufgezeigt habe Der Katholikentag von Essen mit feinem überaus zeitgemäßen Arbeitsprogramm habe diesen Weckruf gründlich durchgearbeitet. Christus in der Großstadt" sei die Parole.
Zeit wäre wenigstens eine Wegbereitung für Christi Auferstehung in der Großstadt.
Dr. Brauns wies anschließend auf die S o - ziaDpolitik und die kulturelle Aufwärtsbewegung in der Großstadt hin, Gebiete, auf denen manches geleistet werden konnte. Wir müssen aber, so fuhr er fort, dem Uebelstande noch mehr an die Wurzel gehen. Ein neuer Geist muß in uns wach werden. Nicht d er Weg der Diktatur ist unsere Rettung, son- sondern nur eine von christlichen Grundsätzen getragene Zusammenarbeit der Stände im Staat und der Völker in der Welt kann uns aus der Not der Gegenwart hinaus- führen.
Zum Schluß betonte Dr. Brauns die Not-
Seinen Höhepunkt fand der Deutsche Katholikentag am Sonntag vorrnittng in dem Festgotte b i en st auf dem Daldeneyer Berg, der zu einer gewaltigen Glaubenskundgebung de r deutschen Katholiken wurde. Schon am frühen Morgen setzte eine wahre Völkerwanderung zu jenem Berge ein. Mit rund 200 000 Menschen darf die Zahl der Teilnehmer wohl kaum zu hoch angegeben fein, die das von hohen Fahnenmasten umsäumte weite Feld des Berghanges füllten.
In dem Halbrund um den Hochaltar hatten die Fahnen der katholischen Studentenvereine, der Abordnungen der Arbeiter und Knappen, der Gesellen- und Jungmännervereine, der Sturmscharen und der Deutschen Jugendkraft, der Sebastian- Schützen und der Ehrengarde Aufstellung genommen. Glockengeläut, kirchliche Orchestermusik und Volksgesang leiteten den Gottesdienst ein. Auf der zum Altar führenden via triumphalis hielt die hohe Geistlichkeit ihren Einzug. Auf den beiden Thron- seffeln nahmen Nuntius Orsenigo und der Kardinalerzbischof von Köln, Schulte, Platz. Kardinal Schulte hielt die
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in deren Mittelpunkt er das Apostelwort: „Erneuere deine Sinnesart, werde wie Christus mar", stellte.
„Mit ganzer Innigkeit grüße ich euch, die ihr um den Altar des Herrn geschart seid zum Opfer des neuen Bundes, in dessen Erneuerung wir heute den Höhepunkt des Essener Katholikentages erleben. Gottes Sohn wird in unserer Mitte wahrhaft, wesentlich und wirklich i
Inkrafttreten der preußischen Verordnung am 1. April 1933.
Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, wird die preußische Verordnung zur Verbilligung und Vereinfachung der Verwaltung am 1. April 1 9 3 3 in Kraft treten, zu einem Teil allerdings schon früher, nämlich am 1. Oktober 1932. Sie ist erlassen worden, aufgrund der Verordnungen des Reichspräsidenten vom 24. August und 6. Oktober 1931, die eine Ermächtigung zum Erlaß von Verordnungen vorsehen, die eine Verbilligung und Vereinfachung der Verwaltung zum Zwecke haben.
. .. Durch die Zulassung von Abweichungen von geltenden Tarifen will man be«
Zwei eindrucksvolle Schluß-Kundgebungen
Christi Auferstehung in der Großstadt.
Der neue Mrlschaflsplan verabschiedet.
Die „Verordnung zur Belebung der vttrtfchaft". — Eine zweite Verordnung enthält die Neuregelung des Tarifwesens.
Veröffentlichung Montagabend.
Ueber das Thema „C hr ist i Auferstehung ® d e r G r o ß st a d t" sprach sodann der öfter» reichst^ Iustizminister Dr. Kurt von Schufch-
’9 Er sagte u. a.: Es ist der richtige ewig- ‘eif5n>ertige und daher zeitlose Nen - net
Der Anspruch aus gleiche Sicherheit.
Der französische Dinisterrat über die deutschen Forderungen.
Nach dem Minrsterrat am Samstag veröffentlichte Havas folgende Verlautbarung: Auf Nachrichten, die man nach dem Ministerrat habe erhalten können, ergäbe sich klar, daß der Ministerrat bezüglich der Haltung, die die französische Regierung gegenüber der deutschen Denkschrift einzunehmen gedenke, völlig einig sei. Schon jetzt könne angekündigt werden, daß das französische Kabinett dieses Dokument mit den Regierungen der Staaten prüfe, die das in Lausanne verwirklichte Ver- trauensabkommen unterzeichnet haben und daß be«
ü u finden für alles das, was 3u Errungenschaften und Fortschritt *9“’ damit die Verbindung wieder her« , Uff eilt fei von Geist und Materie, von Körper JJ?; Seele, vom Mensch zum Menschen: die ganze I Schafts-, Gesellschafts- und staatliche Ordnung j_. Don dem gemeinsamen Nenner beherrscht sein. ,'. lann uns ferner liegen, als etwa den fort« Mttswnsllen Hoder zu fördern. Alle Notprobleme 3eit, ob sie nun auf der Wirtschafts-, °3iab oder kulturpolitischen Ebene liegen, sind am luv Iid>^en mit Großstadtrnotiven zu zeichnen. In unerbittlicher Konsequenz führt der Weg von * Vermassung zur Entpersönli- und zur Entseelung. Es ist so viel | Bgeborenes Leid unter uns; wir gehen aneinan- r vorüber und denken zu wenig daran, daß es 'st. die Drücken zu schlagen über die Klüfte, uns vielfach trennen. Wenigstens müßten wir 8om ^eulvs zusammenfinden, getragen hon ®Iau6*n’ daß unser Gottesdienst zugleich ^"endeten Voltsdienst bedeutet.
$0 ehren wir Christi Bildnis im festgesetzten ^gewandten Recht? Ein untrüglicher Maß- t den politischen Katholizismus. So folgen ^“fltiffi Spuren auf den stillen segensreichen bec Karitas» Ein sehr wesentliches Stück ,°3ia,en Katholizismus. So folgen wir Christi ’W von der Suprematie des Geistes über die atcrie! Neue Dege voll mutiger Pionier- ■ _ e« kulturellen Katholizismus»
katholisch-deutsches Kulturland am iken * 'm Sd>atten des Heiligen Albert des
' ^2 Suchers nach der Einheit zwischen
Dr. Brauns.
In einer Parallelversammlung behandelte der frühere Reichsarb eit srnim ft er Dr. Brauns ebenfalls das Schema „Christi Auferstehung in der Großstadt". Der Redner wies einleitend darauf hin, daß das Jahrhundert vor dem Weltkriege ein Zeitalter materiellen und geistigen Aufstieges, insbesondere für Deutschland war, in dem die Bildung der Großstädte vor sich ging. Mit einem furchtbaren Weltkriege endete dieses Zeitalter und in seinem Gefolge wurde die Krisis des industriellen Imperialismus und seiner tragenden Ideen offenbar. Heute liegt die Frage nahe:
Werden mit der Großstadtnot Herr werden?
Wir können zunächst feststellen, daß der Geist jener maßlosen wirtschaftlichen Expansion, der die Wirtschaft zum Selbstzwecke gemacht, den Menschen beiseitegestellt oder ignoriert hat und heute ratlos der Weltkrisis gegenübersteht, der absolute Individualismus bereits entthront ist. Ueberlebt ist auch die Konstruktion der Weltwirtschaft nach den alten Rezepten. Was an Möglichkeiten im Welthandel noch bestehen blieb, hat die größte kapitalistische Torheit der Weltgeschichte, die Kapitalfehlleitung auf Grund der sogenannten Friedensverträge, noch weiter eingeschränkt. Verschlimmert wurde diese Krisis durch eine maßlose Mechanisierung der Gütererzeugung unter gleichzeitiger Vervielfachung der Produktionsmöglichkeiten, ohne daß durch Erweiterung der Märkte und durch eine Verbilligung der Waren den üblen Folgen dieser neuen Expansion entgegengewirkt wurde. Rund 20 Millionen Erwerbslose zählt man in den Staaten, wo sich die Arbeitslosen zählen oder schätzen lassen.
Diese Tatsachen zeigen uns deutlich, daß wir an einer Zeitenwende sieben, in der Neues werden tot IT. Mit den Augen des gläubigen Christen gesehen, können wir den Finger Gottes in dem Geschehen der Gegenwart nicht verkennen. Der Aufbau einer neuen besseren
Reichskagszusammentrikk noch unbestimmt
DDZ. Berlin, 5. Sept. (Eig. Meld.) Die parlamentarische Lage ist auch zu Beginn der neuen Woche noch völlig ungeklärt. Reichstagspräsident Göring ist wieder in Berlin ein» getroffen, hat aber einen Termin für die nächste Reichslagstagung bisher nicht festgesetzt. In parlamentarischen Kreisen nimmt man an, daß Präsident Göring eine Entscheidung über die nächste Reichstagssitzung erst nach dem für Ende der Woche tn Aussicht genommenen Empfang des Reichstagspräsidiums beim Reichspräsidenten von Hindenburg treffen wird. Danach kann als sicher angenommen werden, daß der Reichstag jedenfalls tn dieser Woche, wie ursprünglich erwartet wurde, nicht mehr zusammen treten wird.
Die Verhandlungen zwischen den Nationalsozialisten und dem Zentrum werden, nachdem der Katholikentag nunmehr seinen Abschluß gefunden hat, in den nächsten Tagen wieder fortgesetzt werden. Die deutsch nationale Reichstagsfraktion ist für Donnerstag dieser Woche zu einer Sitzung einberufen worden.