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FmoaerZeitung

«* 3 undBuchenblätter". Rotationsdruck und Verlag

JlT« *VJ der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift-

Samstag, 3. September 1932.

lnhrg. 59.

:: leitung 3153, Fuldaer Actiendruckerei 3151 und 3152.

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Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Welt im Bild" lind SRitrkonhfÄH-,»." j r__

Die Beuthener Beturteilten begnadigt

bas rechtskräftige Urteil des Sondergerichtes

in

Beuthen

1.

2.

3.

4.

den den den den

gegen

Elektriker Reinhold K o t t i s ch, Grubenarbeiter Rudi Wollnitza, Häuer August Greubner,

in lebenslängliches Zuchthaus.

und ihren schweren Strafandrohungen gehabt ha­ben.

Reichslandbund unzufrieden.

cnb. Berlin, 2. Sept. (Eig. 9ttelb.) Der Ge­schäftsführende Präsident des Reichslandbundes hat an den Reichspräsidenten ein Telegramm ge­richtet. in dem er unter Bezugnahme auf die Programmrede des Reichskanzlers in Münster der Befürchtung Ausdruck gibt, daß im Wirt­schaftsprogramm der Reichsregierung w i r-

Die tzalkung Englands.

wtb. Conbon. 2. Sept. (Cig. Meld.) Dis heu­tige Morgenpresse ist mit Kommentaren zu der deutschen Forderung auf Gleichberechtigung zu­rückhaltend. Es wird kein Versuch unternommen, Dentlchlands Reckte, die sich aus den Abrüstungs­versprechen von Versailles ergibt, zu bestreiten.

Zwischen dem Reichsaußenminister und dem französischen Botschafter in Berlin fand am Don­nerstag eine neue Unterredung über die deutsche Gleichberechtigung statt. Zugleich hat sich in Paris ein außerordentlicher Kabinettsrat mit der durch den deutschen Schritt entstandenen Lage befaßsi wobei Hetriot die Aktion Deutschlands alsaußer­ordentlich wichtig" bezeichnete, im übrigen aber jede Erklärung ablshnte.

kungsvolle Maßnahmen zur Rettung der Landwirtschaft, insbesondere der Ver- edelüngswirtschaft durch Einfuhrkontingentierung, sowre durchgreifende Maßnahmen zu wirkungs­voller Zins- und Lastensenkung fehlen. Ohne Schaffung einer kauffähigen Landwirtschaft müsse, so heißt es in dem Telegramm weiter, das Ar­beitsbeschaffungsprogramm zum Fehlschlag führen und auch die Osthilfe völlig versacken. ,

Reichsbank-Kredit verlängert.

Die Verlängerung des internationalen 90-M i 1« lronen-Do klar-Rediskontkredites für die Reichsbank, der am 4. September endigen wird, ist, wie WTB.-Handelsdienst aus London erfährt, von den sämtlichen in Frage kommen­den Notenbanken, also von der Bank von Eng­land, der Federal-Reserve-Bank, der Bank von Frankreich sowie von der BIZ. genehmigt wor­den, und zwar zu den bisherigen Bedingungen.

deutschen Plan zur Reorganisierung der Reichs­wehr zu. Die beste Lösung hinsichtlich der deut­schen Forderung sei natürlich, die Deutschland ver­botenen Waffen auch bei den übrigen Nationen abzusck^lffen. Aber dies sei praktisch unmöglich. Man nehme an, daß die deutschen Forderungen beim Wiederzusammentritt des allgemeinen Bü­ros der Abrüstungskonferenz zur Sprache kommen würden.

Der Widerhall in Amerika.

wtb. New York, 2. Sept. (Eig. Meld.) Die Blät­ter bringen Aeußerungen der Senatoren Swanson und Borah zur deutschen Rüftungsnote, die im wesentlichen mit der offiziellen Washingtoner Auf­fassung übereinstimmen. Borah betont jedoch, daß er die deutsche Forderung nach- stunqsgleichberechtigung als gerecht- k e r t i g t ansehe, obgleich er auch hoffe, daß die Gleichheit durch Rüstungseinschrän- kung erreicht werde.

Heralb Tribüne" erklärt in einem Leitartikel: Nicht die unmittelbaren militärischen Auswirkun­gen der deutschen Forderungen, sondern die Fol­gen des direkten Angriffes auf den Versailler Ver­trag seien von wesentlicher Bedeutung. Das Ver­sailler System weise offensichtliche Zeichen der Auflösung auf. Diese Tatsache allein zwinge die Staatsmänner und Völker, sich darüber klar zu werden, wie die Welt ohne dieses System aus- schen werde.

Einer Havas-Melbung zufolge hat Minister­präsident H e r r i o t, als er nach dem Kabinetts­rat über die deutsche Mitteilung befragt wurde, er­widert, er könne keine Erklärung abgeben. Er hat sich darauf beschränkt, den Pressevertretern Kalt­blütigkeit und Ruhe anzuempfehlen, bis das Ergebnis einer genauen Prüfung des deutschen Dokumentes vorliege.

Ministerpräsident Herriot hatte am Donnerstag­vormittag eine längere Unterredung mit dem bri­tischen Geschässträger Campbell, der erhebliche politische Bedeutung beigemessen wird. Der Mi­nisterpräsident lehnte es grundsätzlich ab, der Oef- fentlichkeit vor dem Kabinettsrat irgendwelche Er­klärungen abzugeben.

Von Berliner zuständiger Stelle wird zu der amerikanischen Gleichberechtigungsforderung mit­geteilt, aus den Erklärunaen des Reichswehrmini­sters gehe hervor, daß Deutschland nicht aufrüsten wolle, sondern nur das Geld, das es schon jetzt für seine Wehrmacht ausgebe, für seine Sicherheit nutzbringender an­wenden wolle, als das bei seiner heutigen Mi­litärorganisation möglich wäre.

Ruhigere Beurteilung in Frankreich.

wtb. Paris, 2. Sept. (Eig. Meld.) Die deut­sche Fühlungnahme m der Wehrfrage wird von der heutigen Morgenpresse ruhiger beurteilt, doch wird die Abwehrstellung gegen die deutschen Wünsche grundsätzlich eingehalten.

Zentrum und Nukrormtfozialiskeu.

Eine gemeinsame Erklärung.

Die Zentrumsfraktion des Reichstags veröffent­licht folgende Erklärung, die von den Vertretern der Nationalsozialisten und der Zentrumspartei vereinbart worden ist. um den Verdunke. lungsversuchen über den Zweck dieser Besprechun­gen zwischen den beiden Parteien entaegenzutreten. Das Ziel dieser Besprechungen wird in dieser Er­klärung klar herausaestelsi.

Gegenüber zahlreichen fiombinafionen in der deutschen Oeffenkl chkeit wird bezüglich der zwischen den Rakionasiozialisfen und dem .Zentrum schweben­den Verhandlungen festgestellk, daß diese Verhand­lungen begonnen wurden und fortgesetzt werden mit dem Fiel der Beruhigung und Festigung der innerpolitischen' Verhältnisse in Deutschland auf län­gere Sicht, da nur auf der Grundlage der Wie­derherstellung des Vertrauens eine erfolgreiche und dauernde wirtschaftliche Besserung und Beseitigung der außenpolitischen Isolierung erzielt und gesichert werden kann."

CNB. Berlin, 2. Sept. (Eig. Meld.) Wie heute nochmals von unterrichteter Stelle hervorgehoben wird, ist in der Besprechung zwischen dem Reichs­außenminister und dem französischen Botschafter über Einzelheiten der deutschen Forderun­gen nicht gesprochen worden, und auch in der Denkschrift sind ?. B. Waffengattungen nicht erwähnt. Die Denkschrift enthält nur das Grund­sätzliche des deutschen Standpunktes. Zu der Mel­dung desPetit Parisien", daß in London ebenfalls eine Besprechung stattgefunden hat, wird von unterrichteter Seite darauf hingewiesen, daß mit anderen Mächten derartige Besprechungen vor­gesehen waren. Die Unterredung in London ist tatsächlich vor sich gegangen, doch sind die Angaben desPetit Parisien" über ihren Inhalt unzutref­fend.

Die gegen den französischen Botschafter Fran­cois Poncet von einigen Zeitungen gerichteten Angriffe wegen der begangenen Indiskretion we­gen der Behandlung der Unterredung mit dem Reichsaußenminister sind nicht am Platze. Der französische Botschafter hat sich in dieser Angelegen­heit völlig korrekt benommen. Es wird besonders auf die ruhige Art hingewiesen, wie basJour­nal des Debats" die deutschen Forderungen be­spricht. Das Blatt sagt, die Frage der Gleichbe­rechtigung könne an dem Punkte, an dem die Welt jetzt anaelangt sei, nicht aufgehalten werden und die deutschen Forderungen trügen einen durchaus gemäßigten Charakter.

Aus dem fernen Osten.

Neuer chinesischer Angriff auf Mukden.

Die aus Mukden einlaufenden Meldungen über die Kämpfe zwischen den chinesischen Freischärlern und den japanischen Truppen stehen int Gegensatz zu einer amtlichen japanischen Erklärung, in der die Lage in Mukden als ruhig bezeichnet und mit­geteilt wird, daß die Angriffe der Freischärler zurückgeschlagen worden feien. Berichte aus Muk- den besagen übereinstimmend, daß am Donnerstag morgen ein Angriff von 5000 mit Maschinen­gewehren und Geschützen ausgerüsteten chinesischen Freischärlern auf das Mukdener Munition sar- ienak, den Flugzeugplatz, die Rundfunkstation und das Mukdener Südtor begann. Auch in den um­liegenden Ortschaften kam es zu scharfen Gefechten. Der japanische Kriegsminister zur Mandschurei­frage.

Der japanische Kriegsminister erklärte, er sei überzeugt, daß die Entsendung weiterer japani­scher Truppen zur Verstärkung der mandschuriichen Streitkräfte nicht nötig sei. Der Minister äußerte sich dann zur Lage in Mukden. Wir haben es, erklärte der Minister, einstweilen noch unterlassen, besondere Maßnahmen zu treffen, um die Tätig­keit der Agenten Tschangfuliangs in Jehol zu unterdrücken, da bei einem japanischen Vorgehen unter Umständen internationale Komplikationen eingetreten wären. Wir hoffen aber, daß es in kurzem zu einer zufriedenstellenden Lösung dieses Problems kommen wird.

*

wtb. Tokio, 2. 9. (Eig. Meld.) Der zwischen Japan und dem neuen Staat Mcmdfchukuo verein­barte Vertrag über eine Defensiv-AIliance soll noch in der ersten Hälfte dieses Monats unterzeichnet werden. Der Vertrag sieht die gegen­seitige Achtung der Gebietshoheit vor, gibt jedoch Japan das Recht, überall in der Mand - schüret Truppen zu unterhalten, wofür es die Verpflichtung übernimmt, für den äußeren und inneren Schutz des Staates zu sorgen.

Der LondonerEvenina Standard" erklärt in einem Leitartikel: Vom logischen Standpunkt aus hab? Deutschland eine sehr starke Stellung. Denn Wilsons 14 Punkte besagten ausdrücklich, daß die anderen Mäckte genau so wie Deutschland bis *u einem möglichst niedrigen Stand abrüsten sollten. Aber der Völkerbund habe hierin nichts getan. Unter Bezugnahme auf die vor einer Woche dar- gelegten Haltuna des englischen auswärtigen Am­tes zu den deutschen Gleichheits^orderungen lagt Manchester Guardian" ganz im Sinne der nach­träglichen offiziösen Abschwächungen: die eng­lische Regierung habe weder einen deut- chen Anspruch unterstützt, noch sich ihm widersetzt. Dies treffe auch auf den

Auch die Deutschnationalen gehören zu denen, die die Bemühungen zur Sicherung einer verfas­sungsmäßigen Politik zu sabotieren versuchen. Wie von beutschnationaler Seite erklärt wird, will Rcichstagsvizepräsibent Graef bei dem geplanten Empfana bei Hindenburg zum Ausdruck bringen, daß die Deutschnationalen nicht der Auffassung Görings seien, der Reichstag besitze eine große ar­beitsfähige, nationale Mehrheit. Die Deutschnatio­nalen, heißt es weiter, würden deshalb keinen Schritt mitmachen, der von dem jetzigen System des Präsidialkabinetts auf das parlamentarische System zitrückführe. Das Berliner Organ der Na­tionalsozialistenDer Angriff" weist demgegenüber daraus hin, daß die Deutschnationalen erst antipar­lamentarisch geworden seien, nachdem ihnen die Wähler in Massen daoonliefen. Weiter bemerkt das Blatt, daßes schließlich auch möglich ist, die Bildung einer verfassungsmäßigen Regierung m i t dem Willen und den Wünschen des Herrn Reichspräsidenten durchaus in Einklang zu bringen." Diese Auffassung dürfte auch in Zentrumskreisen vertreten werden.

wegen Totschlages, begangen aus politischen Be­weggründen und 5 den Gastwirt Paul Lach- m a n n wegen Anstiftung zu diesem Verbre­chen, verhängt worden sind, im Gnadenwege in lebenslängliche Zuchthaus st rasen umgewandelt worden. Die Verurteilten hatten bekanntlich nachts den Arbeiter Pietzzuck in Potempa im Bett überfallen und zu Tode ge­prügelt.

Für die Entschließung des Ministeriums war maßgebend, daß die Verurteilten zur Zeit der Tat noch keine Kenntnis von der Verordnung des Reichspräsidenten gegen den politischen Terror vom 9. August 1932

Markenkontrolleur Helmut Joseph Mül­ler,

Wiederaufnahme-Verfahren.

CNB. Berlin, 2. Sept. (Eig. Meld.) Wie wir von unterrichteter Seite hören, ist damit zu rech­nen, daß dem Anträge auf Wiederauf­nahme des Verfahrens im Beuthener Prozeß, ber bekanntlich von der Verteidigung eingereicht worden ist, stattgegeben werden wird. In dem Antrag sind nach Auffassung der zuständigen Stel­len neue Tatsachen enthalten, die die Wiederauf­nahme des Verfahrens rechtfertigen.

*

Die Beuthener Justizbehörden hatten die Ur- teilsausfertigung des Sondergerichts schon vor eini­gen Tagen nach Berlin übersandt. Auch der soge­nannte Gnadenbericht ber zuständigen Beu- fhener Stellen war in Berlin eingelaufen. Zur Frage der Begnadigung haben die Mitglieder des Sondergerichts, der Generalstaatsanwalt, der Oberstaatsanwalt, der Gnadenbeauftragte, Landge- richtsdirektor Lühnsdorf und der Beuthener Rechts­anwalt Z y l k a Stellung genommen. Die Mei­nung der Beuthener Gnadenstellen neigte überwie­gend zu einer Umwandlung der Todes- urteile in langjährige Zuchthaus­strafen.

Gleiche Sicherheit für Deutschland

Zum deutschen Vorstotz in der Rüstungssrage.

Zum Schritt in Paris.

Dieses große internationale Problem wird nicht mehr aus der Weltdiskussion ausgeschaltet werden können. Wir erkennen an, daß Reichswehrminister v, Schleicher jede sich ihm bietende Gelegenheit benutzt, um sich nachdrücklichst für Deutschlands Gleichberechtigung einzusetzen. Aber wir dürfen hier doch Ech gleich eine andere Frage einschalten, warum man nicht mit dieser Zielsetzung und dem­selben Freimut und der gleichen Kritik in Genf kämpfte.

Inzwischen _ haben sich die Fronten nicht zu Gunsten Deutschlands verschoben, und tour müs­sen jetzt wieder von einem Punkte aus in dem Mächteringen mit dem Kampf beginnen, den wir schon längst überwunden zu haben glaubten. Die stLhere Regierung Brüning hatte in diesen und den übrigen nationalen. Begleitfragen in der außen­politischen Befreiungsaktion den Boden für die öffentliche Auseinandersetzung auf internationalen Konferenzen so gut und so erfolgreich vorbereitet, daß es nur des entschlossenen und unbeirrbaren nachdrücklichen Verharrens auf dieser Linie be­durfte, um, wenn nicht sofort zu dem Gefamtziel, so doch aber zu jener Entscheidung gelängen zu- können, welche große Mächtegruppen um Deutsch­land sammelte, damit der ftanzösische Widerstand überwunden werden konnte.

Ueberhaupt empfinden wir es sehr betrübend unb schmerzlich, daß infolge der innerpolitischen Kämpfe die Außenpolitik stark zurückgedrängt zu sein scheint, da die Regierung augenblicklich sicherlich wichtige Aufgaben in der I n n e n p o l i - ttk in den Vordergrund stellt, welche jedoch eben­falls nur bann den erwarteten Erfolg bringen werben, wenn sie verbunden bleiben mit einer ebenso festen außenpolitischen Zielsetzung unb einem klaren außenpolitischen Kurs.

Bei ber Frage der deutschen Sicherheit unb Gleichberechtigung handelt es sich um die Ehre des deutschen Volkes. Das ist und bleibt das Entscheidende. Nicht so sehr die Frage, in welcher Form wir nun eine Neu- oder Umorgani- fation der Reichswehr vornehmen können, welche Waffenstärkung für uns unbedingt erforderlich bleibt. Denn das bleiben Fragen, die sofort zu lösen sind, wenn erst einmal die deutsche Gleich­berechtigung erreicht ist.

Wenn auch heute in der Welt allgemein die Ueberzeugung Platz gegriffen hat, daß im Ver­sailler Vertrag mit dem Passus der alleinigen Kriegsschuld Deutschland schwerstes Unrecht zu­gefügt wurde, so genügt diese Erkenntnis für uns nicht. Unser Ziel muß so gesteckt fein und blei­ben, daß wir die restlose Ausräumung der Diffa­mierung Deutschlands fordern, daß wir nachdrück­lichst uns dafür einsetzen, daß mit der doppelten Beurteilung der Nationen Schluß gemacht wird, daß Deutschland wieder den Platz unter den Welt­mächten einnimmt, der ihm zukommt.

Das deutsche Volk erträgt es nicht mehr, daß Deutschland als ein Staat minderen Rechts gelten W'. Denn es ist eine Lüge, die in den Versailler biveingebaut worden ist, den wir nur un­ter schwerstem Zwang und unter feierlichen wieder- b ölten Protesten unter schrieben haben, daß Deutsch­land die Alleinschuld am Weltkriege habe. Also muß die erste Aufgabe einer nationalen Regie- rung sein, ohne Rücksicht auf Folgen, die sich aus der Vertretung dieses Standpunktes ergeben könn­ten, nicht zu ruhen und nicht zu rasten, bis diese nationale Frage für Deutschland in positivem Smne entschieden ist.

-» dann kann auch in unserem Sinne das Recht auf Wehrgleichheit in Verbindung mit der allgemeinen Gleichberechtigung durchgesetzt wer­den. Die Zeit ist für uns keineswegs ungünstig, aber wir dürfen nicht weiterhin mehr der Welt das bedauerliche Schauspiel der inneren Zerrissen­heit und des gegenseitigen Kampfes bieten, sonst werden wir auf keiner Konferenz bestehen, unb «an wird auch die Drohung Deutschlands, aus dem Völkerbund auszutreten, wenn er nicht die htm uns erwartete Entscheidung trifft, einfach nur 3 oen Akten nehmen, weil man glaubt, daß man mit einem uneinigen Deutschland nach wie vor lichtes Spiel habe.

Die beste Sicherheit für ein Volk sind nicht so lehr die Wehrmacht, nicht die Stärke der Trup­pen auch nicht die Zahl der Kanonen,, sondern °°e Einigkeit und Geschlossenheit, das nationale Zusammenstehen und Zu- m e n f) att en. Das allein nötigt dem Eeg- uer Achtung ab.

Umwandlung der Todesstrafe

wtb. Berlin. 2. Sept. (Eig. Meld.) Durch Ent­schließung des preußischen Staatsministerium? vom 2. September sind die Todesstrafen, die durch

HMer-kundyebung in Berlin.

Die NSDAP, hielt am Donnerstagabend im Berliner Sportpalast eine Massenkundgebung ab, in der zuerst Reichstagsabgeordneter Göbbels sprach. Er stellte die Behauptung auf, daß alles Gute, was von der Reichsregierung verordnet sei, von Hitler stamme, während alles andere schlecht sei. Außerdem erklärte er, das Volk stände nicht hinter der Regierung, und auf die Dauer könne ohne Volk nicht regiert werden. Nach Göbbels ergriff Adolf Hitler das Wort. Er nahm in längeren Ausführungen zu der gegen­wärtigen innerpolitischen Lage Stellung, wobei er die Regierung P a p e n sehr scharf angriff.

Reichspräsident an ken Katholikentag.

Derlin, 2. Sspt. (Eig. Meld.) Der deut- Katholikentag hat an den Herrn Reichspräsi- "ten folgendes Telegramm gerichtet:

»Die 71. Generalversammlung der deutschen Katho- °n entbietet dem verehrungswürdigen Herrn Reichs- _ aftbenten treuergebene Grüße und gelobt 5 dem Geiste wahrer Volksverbunden- c *lt opferbereite Mitarbeit zum Wohle un- es geliebten Vaterlandes.

9e3- Dr. Baumgärtner, Bernhard Otte." geantwortet^ 9tei^dPräfi'i>ent hat hierauf wie folgt 71 freundliche Meingedenken sage ich den zum

schen Katholikentag in Essen versammelten beut« Q 0""ern und Frauen meinen aufrichtigsten Dank, bar e t °°n'5 opferbereiter Mitarbeit nehme ich dank- bie 9e,®en" Mögen ihre Beratungen dazu beitragen, 33O (fr'1 i<f>e n Grundsätze i m deutschen nigUn e unfb fewem Staatsleben zu festigen und die Ei- schost loseres Vaterlandes zu einer wahren Gemein- Taaun^ r°rbern- In diesem Sinne wünsche ich Ihrer H 9 wichen Erfolg.

9e3- v. Hindenburg, Reichspräsident."