NILS
Oer erste Schritt.
Von Fr. Ducht.
Da steht es vor mir, seine Händchen Ganz fest auf einen Stuhl gedrückt.
Der Stuhl entweicht, rückt immer weiter, Das Kindlein lacht und jauchzt entzückt.
Erschrocken hält es plötzlich stille — Denn was ist das? Es muß ja mit!
Es hebt das weißbeschuhte Füßchen, Es macht allein den ersten Schritt!
Wie ängstlich blickt es nach der Mutter! Warum sie nur nicht helfen kam, Die sonst bei jedem kleinen Leide Den Liebling in die Arme nahm.
Im Äug' erglänzt mir eine Träne, Mein ängstlich Bangen ging ja mit.
Nicht immer bin ich ihm zur Seite: „Gott segne deinen ersten Schritt!"
Der roke Faden.
Von Rosa Hamacher- Boppard a. Rh.
Durch unser ganzes Leben und zwar durch das Leben jedes einzelnen Menschen, mag er auch scheinbar noch so froh und noch so glücklich sein, zieht sich das Leid wie ein roter Faden, wo wie in irgend einer Weberei der rote Faden auftaucht, dann und wann einmal ver- deckt, um später wieder sich mit neuer Stärke bemerkbar zu machen. Eine erfahrene Frau hat einmal das Wort geprägt: „Es kommt nie besser — nur anders". Wer also meint, er sei dem Leid entgangen, der sehe sich vor. Ueber Nacht ist es mitunter da, wie ein Blitz aus heiterm Himmel, die größte Freude ist in tiefsten Schmerz verwandelt.
Und das erscheint uns ja gerade manchmal wie ein unverdienter Zufall, daß das Leid fo plötzlich vor unserer Türe steht. Wir haben auf Glück gehofft, da kommt statt dessen die bange Sorge, ost nicht nur für uns selbst, sondern für unsere Familie und unsere
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Freunde, für alle, die uns lieb und wert erscheinen. Und dabei ist die Welt doch so schön, so weit und so groß, und es gibt Glück, Reichtum und geiistge Güter in Menge, und vor allem Leid steht dann das große „Warum". Ja, warum trifft gerade mich das Leid? Es ist der rote Faden, den das Gewebe deines Lebens braucht, um wirklich ein Kunstwerk zu sein. Der Schöpfer hat alle Farben für uns aus Lager, warum wählt er nun gerade die rote des Leidensfadens? Warum schickt mir Gott das Leid? Darauf hat ein Dichter trefflich geantwortet:
„Herr gib mir, was du willst. Ein Liebes und ein Leides, Ich freue mich, daß Beides Aus deinen Händen quillt!"
Aus des Meisters Hand kommt also der rote Faden und selbst, wenn wir aus eigener Schuld vielleicht das
Leid geschaffen haben, kann Gott das Böse zum Guten, das Traurige und Niederdrückende zum Freudigen wenden.
Unsere Aufgabe ist nun aber nicht etwa nur eine passive. Das hat Gott von uns nicht gewollt, daß wir eige- nem und fremdem Leid gegenüber stumm und unbeteiligt bleiben, daß wir alles Über uns ergehen lassen, als gäbe es gar keine Hilfe und gar keinen Trost. Wir sollen vielmehr zu dem roten Faden des Leidens das Gold der Nächstenliebe fügen, in dem wir uns eifrig bemühen, das Leid auf dieser Welt, an dem gerabe in diesen Tagen schwerer wirtschaftlicher und sozialer Not kein Mangel ist, zu lindern.
Leider gibt es ja so viele Menschen, deren Augen geschlossen sind, daß sie den Wert des Leidens nicht erkennen. Aber die Engel im Himmel beneiden uns Menschen um die Fähigkeit, für Gott zu leiden, weil eben im Leid sich die wahre Liebe als echt bewährt. Da wehren die meisten Menschen das Leid ab, sie wollen keine Kreuzträger sein. Es ist oft nicht ganz leicht, aber es gelingt doch in vielen Fällen, wenn wir ihnen und uns die Last erleichtern, indem wir gemeinsam tragen. Im Austausch von Mensch zu Mensch wird das Kreuz gemildert, denn wahre Nächstenliebe macht manche Mühe vergessen. Aber der rote Faden bleibt letzten Endes doch, ob wir wollen ober nicht. Es ist uns aber freigestellt, einen goldenen Faden hineinzuwirken in unseren Lebenslauf.
Das weist er wohl selbst nicht.
Beobachtung von Margaret Hohmann.
Ein Junge von etwa vier Jahren sitzt auf den grauen Steinen des Bürgersteiges in praller Sonne. Er hat ein blaues Mützchen und einen blauen Bleyle an und macht sich als Farbfleck auf dem hellen Weg wirkungsvoll bemerkbar. Er ist sehr beschäftigt! Das kleine Gesicht in ernste Falten gelegt, zeichnet er mit einem Stift, als ich näher komme erkenne ich einen blauen, Figuren auf die Steine.
Mir entgegen kommt ein älteres Ehepaar. Anscheinend kennen sie den Kleinen. Der Herr beugt sich zu ihm und fragt freundlich: „Was zeichnest du denn da, Fritzchen?" Das Kind blickt nach oben zu den Großen, die ihn in seiner Arbeit stören. Seltsam mutet mich dieses ernste Kindergesicht gegenüber dem Lächeln, dem wohlwollenden Lächeln, der Erwachsenen an. Aber er antwortet nicht, sondern blickt wieder auf seine Zeichnung und versieht sie mit einem neuen Strich.
Die Dame nimmt den Herrn am Arm und zieht ihn fort. „Ach laß ihn doch, er weiß wohl selber nicht, was er da macht."
Das Kind hört das rasche Urteil, aber es dringt nicht bis zu seinem Herzen. Das ist nämlich erfüllt von sei- ner Phantasie, die nun schon so halb das Kunstwerk in blauen Strichen auf dem Grau des Pflasters steht. Immerhin fühlt das Kind die Unfreundlichkeit der zweiten Bemerkung und vergräbt sich desto tiefer in seine Arbeit, entfernt sich noch weiter von den Erwachsenen.
Auch die entfernen sich räumlich, und ich höre noch, wie die Dame beim Weitergehen sagt: „Und dazu noch unhöflich, hat uns nicht mal begrüßt. Wie schlecht doch heutzutage die jungen Frauen ihre Kinder erziehen."
Ich ging nach der anderen Seite weiter, drehte mich ab und zu nach dem eifrig arbeitenden Jungen um und dachte etwas ärgerlich: „Ist es wirklich durchaus not- wendig, daß alte Leute sich so weltenweit, wie diese hier, vom Kinderland entfernen?"
nen, modernen Sportkrawatten, die kecken Mützen oder auch Kaffeewärmer und zwar sowohl gestrickte wie gehäkelte arbeitet, vielleicht versucht sich sogar die eine oder andere Frau für den kommenden Sommer einen Badeanzug zu stricken, zu dem man jetzt nicht nur das Muster, sondern auch die entsprechende wasserdichte Wolle in den einschlägigen Geschäften haben kann. Andere Frauen werden sich möglicherweise auch die Unterwäsche aus feinster Wolle arbeiten. Ein großes Feld bietet der hond- arbeitenden Frau, die Wolle verwendet, auch die Kinderkleidung, angefangen vom Wollhöschen bis zum woll- gestrickten kunstgewerblich orientierten Kleid.
Selbstverständlich wird auch noch sehr viel gestrickt, vor allem Decken und Kissen, aber auch Milieus, Wandbehänge usw. Als Stickmaterial sind Wolle und Baumwollgarn am beliebtesten, Seide wird nur noch vereinzelt und für ganz feine Stickereien verwendet. Der Weißstickerei sagt man eine neue Hochblüte voraus, besonders in Leinendecken wird man die dankbarsten Sujets finden. Entsprechende Pflege für Wäsche aller Art findet auch das Monogramm, das in den letzten Jahren etwas vernachlässigt war. Als ganz modern gelten wieder die allerdings nicht ganz leicht anzufertigenden Riesenmonogramme, oft größer als eine Hand in der Bett- und Tischwäsche, aber auch das Monogramm in der Leibwäsche u. in Taschentüchern ist bedeutend größer geworden als seither. Die einzelnen Buchstaben des Monogramms lieben klare, glatte Linie, die vielfachen Verfchnörkelungen, die man früher als höchst schick betrachtete, mußten hier einer durchaus sachgemäßen Einfachheit weichen. Das Monogramm soll durch sich selbst und nicht durch sein Beiwerk wirken. Die Weißstickerei hat ein weiteres Betätigungsfeld in Kleidergarnituren und Einsätzen sowie in Blusen aller Art, die aber auch in bunt sehr viel gearbeitet werden. Blusen in Balkancharakter, also der bul-
Mr Küche
Auch das Lett braucht seine Wege.
Don Anna V o g e d e s-Elberfeld.
Auch das Bett hat seine besondere Hygiene und bedarf einer sorgsamen Behandlung, wenn es seinen gesundheitlichen Zweck, dem Menschen Ruhe und Erholung von harter Tagesarbeit zu bringen, erfüllen soll. Schon beim Einkauf des Bettes sollte man beachten, daß man Betten erwirbt, die eine gute Reinigung ermöglichen. Dazu gehört in erster Linie, daß das Holz haltbar ist, daß man die Innenseite der Bettstatt mit einem feuchten Lappen abreiben kann; denn die trockene Entstaubung schafft nur scheinbar Besserung, da sich der aufgewirbelte Staub sofort wieder in die Ritzen und Fugen des Bettes einnistet. Sehr praktisch sind in dieser Beziehung die weißlackierten Metallbetten, die man mit Seisenwasser abwaschen und mit einem sauberen Leinenlappen nachtrocknen kann. Das Bett sei auch genügend hoch, damit der Fußboden unter dem Bett, wo sich naturgemäß vom Federwerk und den Sprungrahmen viel Staub ansammeln muß, rasch und gründlich gereinigt werden kann. Die in neuerer Zeit mitunter konstruierten Betten, deren Seitenteile in ihrer ganzen Länge bis dicht über dem Erdboden stehen, sind unhygienisch. Als Sprungrahmen wähle man stets den gut federnden, leicht transportablen Metallrahmen, die früher gebräuchlichen Sprungfedermatratzen, wahre Ungetüme und der Schrecken jeder Hausfrau, wenn einmal eine Reparatur an ihnen vorzunehmen ist, lehne man ab. Der alte Aberglauben, die modernen Metallrahmen feien kälter als die Sprungfedermatratze, ist ebenso un
garischen, rumänischen und griechischen Volkskunst entnommen, wird man auch weiterhin als besonders apart bezeichnen dürfen.
Gewebte Handarbeiten, wozu ganz einfache, billige Webapparate auf den Markt gekommen sind, die als Material Wolle, Seide, Bast und alle möglichen Pslanzen- fasern verwenden lassen, eröffnen der Frau ein neues Feld praktischer Handarbeitswege, da die früher schon vorhandenen Webapparate für die große Masse infolge ihres teueren Anschaffungspreises nicht in Frage kommen konnten.
Man häkelt weiterhin mit Stroh, wobei es ganz reizende Muster gibt, um sich ein flottes Strohhütchen selbst herzustellen, man nimmt aber auch Kunstseide mit Me- tallfaser oder Kunstwolle, die sich leicht und bequem verarbeiten lassen, wenn man sich an eine gewisse Sprödigkeit des Materials gewöhnt hat.
Ein noch reicheres Feld als dem Stroh als Handar- beitsmaterial erwächst dem in vielen Farben erhältlichen Bast, den man zu Handtaschen, Untersetzern, Frucht- schalen, Matten und Wandbehängen verarbeitet, wobei, wie übrigens bei allen Handarbeiten die Pastellfarben sich einer besonderen Beliebtheit erfreuen.
Die Motive aller Handarbeiten hält man bewußt einfach, in schlichten, klaren Formen, der überladene Kitsch früherer Jahre hat einer ruhigen Gemessenheit Platz gemacht.
Heiteres.
Eine Schlagfertige. „Na, Frau Nachbarin, das sieht man doch, daß Sie falsche Zöpfe haben. Ich kann das nicht begreifen, wie man das Haar einer anderen Frau tragen kann!" „Warum nicht? Sie tragen doch auch die Wolle eines anderen Schafes auf dem Leibe!"
und Haus.
stündlich bringt dann auch das Konservierungsmittel durch die meist etwas poröse Schale leichter ein, was zum mindesten eine Qualitätsoerminberung verursacht. Will man eingelegte Eier verbrauchen, so wasche man sie zuerst sorgfältig ab und lege sie bann noch einige Stunden in klares Wasser. Sie werden dann wieder wie frisch.
Die Frau in der Küche.
Hammelkartaffeln. Eine Form wird mit Hammelfett ausgestrichen und bann lagenweise mit rohen, in Scheiden geschnittenen Kartoffeln und in kleine Stücke zerschnittenem Hammelfleisch ausgelegt. Auf jede Fleischlage streut man etwas Pfeffer und Salz und einige Zwiebeln. Die Form wird bann mit einem Liter kräftiger Fleischbrühe übergossen oder auch mit saurer Sahne, in einem Bratofen auf einen Dreifuß gestellt und langsam gar und weich geschmort.
Tomaten-Sauce, die man fast zu allen Speisen kalt ober warm oerroenben kann, zu warmem oder kaltem Rindfleisch, Braten, gekochten Eiern usw. 10 Tomaten werden zerschnitten, mit einem Teelöffel voll Salz, einem Eßlöffel Zucker, einer Messerspitze Pfeffer weich gekocht, bann durch ein Sieb passiert. Will man die Sauce oer- feinem, so setze man 4—5 feingehackte Sardellen und etwas Maggi hinzu.
Satte Lier mit Tomaten in Aspik. Man füllt einen Teller mit Aspik, gießt dieses, wie bei den Krabbenpastete n, wieder aus, sobald sich eine VA Zentimeter-Schicht Gelee gebildet hat, und tut die Eier in das Aspik, bas
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25, August.
Beilage zur Mldaer Zeitung
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Frischhaltung der Lebensmittel.
Von Lore Baumeister -Worms.
Nicht jebe Hausfrau besitzt einen Eisschrank, besonders jetzt in diesen wirtschaftlich schweren Zeiten, wo die Eisbeschaffung ziemlich teuer und die Hausfrau mit
lebem Pfennig rechnen muß. Allerdings find an hei
ßen Tagen gerade die Lebensmittel dem Verderben be-
londers ausgesetzt und es entstehen bann wieder Ver-
Jnte, die erheblich ins Gewicht fallen. Wie kann man '** "un mit einfachen, billigen Mitteln den nvtwendi- Zen Ersatz für einen Eisschrank schaffen? Vor allem ">uß man wissen, daß sich an warmen Tagen nicht alle Lebensmittel gleichmäßig behandeln lassen, sondern daß wan sich schon die Mühe machen muß, individuell vor- zugehen, um so stets den gewünschten Zweck zu erreichen. Ein besonders leidiges Kapitel ist stets im Sommer die Butter, die in den meisten der käuflichen Kuhlgefäße keineswegs so fest und schmackhaft bleibt, wie man sie haben mochte. Als ein sehr gutes Mittel, öie Butter frisch zu halten, haben sich Leinentücher bewährt, die man mit Salzwasser gut befeuchtet und in °,e m°n die zu kühlende Butter einschlägt. Wo bringt
man nun die Butter hin? In den kühlen Keller. Außerdem gibt es einen vorzüglichen Platz in der Wohnung, die meisten Hausfrauen für ihre Kühlzwecke leider "icht richtig ausnutzen. Es ist der Aschenkasten des Zimmerofens, der sorgfältig gereinigt und mit weißem ■Papier ausgeschlagen wird. Man kann darin schon eine ganze Menge Lebensrnittel unterbringen. Durch e" 3ug im Ofen wirb bie nötige Kühlung herbei- Sernbrt. Man mache einen Versuch unb man wird er» Itaunt fein, wie praktisch bie Sache ist.
Trockenes Brot ißt niemanb gern, ober besonbers 'n kleinen Familien läßt es sich nicht immer ermöglichen, agheb frisches Brot einzukaufen, ganz abgesehen von er bäuerlichen Wirtschaft, wo auch im Sommer bas wot immer für einige Tage vorgebacken werden muß. -Las Brot bleibt frisch, wenn man es in seuchte Tücher emschlägt, die natürlich nicht naß sein dürfen. Noch oglichkeit legt man das Brot noch in einen irdenen
, Dmses Verfahren ist jedoch nur für den äugen« iulich zum Verzehr bestimmten Brotlaib anwendbar, °a bei längerem Verbleiben des Brotes in feuchten Tü- mn™ Ves 3U schimmeln beginnt. Die Brotlaibe, bie je°n nicht sofort verwenbet, kommen in ben kühlen Kel- lim'^?'?^besonbere bie verschiedenen Hartkäse, lassen ie» VI -S in feuchten Tüchern recht lange frisch hal-
V * l * * *?an. bcm Wasser zweckmGßigerweise einige tont Vx 19 beifügt. Weichkäse kommen in eii.-n Stein-
n werden zugedeckt, woraus man diesen Topf
in einen zweiten größeren stellt, den man mit Salzwasser füllt und in den Keller bringt.
Milch hält sich am besten, wenn man sie nach dem Anliefern, bezw. auf dem Lande gleich nach dem Melken, abkocht, in Flaschen füllt und gut verkorkt. Alsdann wird sie in kaltes Wasser gestellt, eventl. mit Salzzusatz. Am besten kühlt man sie in fließendem Wasser. Läßt sich dies nicht ermöglichen, so muß das Kühlwasser öfters erneuert werden.
Eier, bie bei großer Hitze ebenfalls leichter verberblich finb als bei normalen Temperaturen, setzt man in ein Kästchen mit Salz, so baß nur bie obere Spitze des Eies aus dem Salz heraussieht, und stellt sie in den Keller. Das Salz hat bie Eigenschaft, Feuchtigkeit anzuziehen unb bewirkt dadurch die Kühlung der Gier.
Fleisch läßt sich im Sommer ohne Eisschrank nur sehr schwer einwandfrei aufbewahren. Es empfiehlt sich daher nur das Einschlagen in feuchte Tücher unter Essigzusatz und die Aufbewahrung im kühlen Keller.
Die Aufbewahrung der Gemüse erfolgt nur im Keller, wobei man Spinat in feuchte Tücher einschlägt, Blumenkohl freischwebend aufhängt, Salat in irdenen Topfen verwahrt oder auch in feuchten Tüchern auf dem Steinboden liegen lassen kann. Petersilie und Schnitt- lauch werden in einem mit Erde gefüllten Kästchen eingeschlagen und öfters begossen. Man merke sich schließlich noch, daß ein Zusatz von Waschblau zum Kühlwasser hervorragend abkühlende Wirkung hat, jedoch darf dann bas Wasser nicht unmittelbar mit ben Speisen in Berührung kommen.
Modische Handarbeiten.
Von Maria R a t h-Essen.
Man hat bie Handarbeiten schon oft totgefagt, man hat weiter behauptet, bie Maschine würbe sie völlig verdrängen unb trotzbem leben sie noch fröhlich unb munter, ja, es hat sogar den Anschein, als ob in ben fommenben Wintermonaten eine neue Hanbarbeitsblüte heraufsteige. Die Hanbarbeit bleibt, wie Professorr A. Hempel in einer führenben beutschen Textilzeitschrift sagt: „Unantastbares Besitzrecht bort, wo sie mehr als mechanisches Tun, wo sie Geist ist."
Was wirb man nun in ben fommenben Wintermona- ten arbeiten? Vor allem soll bie Vorliebe für Wolle weiter gepflegt werben, fei es, daß man Kissen, Decken, Jumper, Westen, Schals, Krawatten, besonders bie scho
sinnig wie bie oft gehörte Meinung, bas Metallbett verursache Erkältungen ober sei nur weniger warm als eine Holzbettstelle. Uederhaupt bars darauf hingewiesen werden, daß nicht nur auf dem Land, sondern auch vielfach in der Stadt, unsere Betten viel zu warm sind. Ein Unterbett ist völlig überflüssig, wenn es sich um gesunde, rüstige Menschen handelt. Alten Leuten mag man es im Winter gestatten. Auch unsere Federbetten sind oft zu schwer, was unruhigen Schlaf, nächtliches Schwitzen unb Ermattung zur Folge hat. Wer morgens wie „gerädert" aufsteht, sollte, körperliche Gesundheit selbstverständlich vorausgesetzt, einmal einen Versuch mit einem leichteren Deckbett machen, bie Wirkung ist meist erstaunlich. Im Sommer gebe man überhaupt der Wollkolter ben Vorzug. Sie läßt sich leichter reinigen als bas Federbett, sammelt weniger Staub und Bakterien, ist in wenigen Minuten gelüftet unb in Drbnung gebracht, alles Vorzüge, bie man beim Feberbett vergeblich suchen wird. Amerikaner unb Engländer sind uns im Gebrauch der Wollkolter weit voraus, sie haben den hygienischen Wert erkannt.
Das Kopfkissen, jedoch nur eines, damit der Körper möglichst horizontal liegt und die Lungen während des Schlafes ordentlich durchbluten, enthalte leichte Daunen, gesundheitlich wertvoller ist ein Roßhaarkissen, da es sich weniger stark erwärmt. Selbstverständliche Voraussetzung, die längst nicht alle Hausfrauen beachten, ist das tägliche ausreichende Lüften der Betten, die einzeln auseinander gelegt werden müssen und nicht, wie es oft geschieht, auf einem dicken Klumpen, der wohl an seiner Oberseite durchlüftet wird, wahrend zwischen den einzelnen Betteilen die muffige Schlafausdünstung und die Feuchtigkeit der Haut hängen bleibt.
Eier einzulegen.
Don Eleonore Mage r-Rastatt.
Jetzt wird es allmählich Zeit, an bas Einlegen bes Wintervorrates an Eiern zu benfen. Früher mar es üblich, bie Wintereier schon im April unb Mai zu konservieren, boch hat man bann oft schon üble Erfahrungen gemacht, da bie Haltbarkeit eines frischen Eies, selbst bei sorgfältigster Behandlung, nur eine beschränkte ist. Als bestes Konservierungsmittel gilt immer noch Wasserglas ober (Barantot, jeboch ist bei beiben Mitteln Vorsicht beim Einkauf unb bei ber Derwenbung am Platze, ba Spritzer in bie Augen schwere Verletzungen Hervorrufen können. Dor bem Einlegen werben bie Eier sauber gewaschen unb in einer leichten Salzwasserlösung auf ihre Frische geprüft. Frische Eier sinken unter, weniger frische schwimmen in halber Höhe und ältere schwimmen an der Oberfläche. Diese sollte man stets sofort verbrauchen, da sie sich doch nicht halten. Man lege in der Regel nur mittelgroße ober kleine Eier ein, ba große meist eine sehr dünne Schale haben, also leicht zerbrechen. Selbstoer-
Gelbe nach außen, abwechselnd mit einer Scheibe Tomaten. Dann gießt man ben Rest bes Gelees barüber, läßt es erstarren unb stürzt es, wenn es erkaltet ist. In die Mitte kann man einen beliebigen Salat füllen.
S(fineeomelcffenauflauf. 8 Gelbei rührt man mit einem Viertelpfund Zucker eine Viertelstunde lang, gibt den steifen Eiweißschnee darunter unb backt auf verdecktem Feuer davon zwei dicke Omeletten auf beiden Seiten, so daß sie nicht braun werden, sondern sich nur gelb färben. Man bestreut bie erste Omelette mit Zucker unb beträufelt sie mit Zitronensaft, legt bie zweite barauf, bestreut sie auch mit Zucker unb läßt bie Schüssel noch eine Viertelstunbe im Ofen backen. Statt Zitronensaft kann auch Gelee ober feines Fruchtmus verwendet werden.
praktische Winke.
Chlor in ber Wäsche.
Viele Hausfrauen lassen ihre Wäsche augenblicklich, ba sie keine Hilfe im Haushalt mehr haben, auswärts waschen. Sie verlangen, baß ihnen bie Wäsche blütenweiß geliefert wird, was die Wäscherei manchmal beim besten Willen, besonders wenn ältere Wäsche zu reinigen ist, nicht erfüllen kann, es sei denn, daß Chlor verwendet wird. Chlor ist nun aber eines ber schäblichsten Mittel für bie Wäsche, benn es zerstört bie Faser. Will man sich überzeugen, ob bie Wäsche gechlort ist, braucht man nur mit bem Finger über bas Wäschestück zu reiben. Bleiben an bem Finger kleine Fäserchen hängen, bann hat man ben untrüglichen Beweis, daß Chlor zur Verwendung kam.
Die Behandlung bes Fensterleders.
Gute Fensterleder kosten viel Gelb. Bei sorgfältiger Behandlung halten sie aber ziemlich lange. N ich jedem Gebrauch müssen sie in kaltem Wasser gut durchgewaschen und sofort getrocknet werden und zwar an ber Lust, nicht über bem Herb ober am Ofen. Don Zeit zu Zeit nimmt man auch mit bem Fensterleder eine ©cneralreini- gung vor, indem man «s in einer leichte* Seifen- und Sodalösung kurze Zeit liegen läßt, bis ber ganze Schmutz entfernt ist. Dann wirb es in klarem Wasser mehrfach gespült unb gut getrocknet. Ein öfteres Durchreiben bes trockenen Leders erhält feine Geschmeidigkeit.
Sartoffelroaffer als Fensterpuhmittel.
Das beim Reiben roher Kartoffeln oft anfallende Wasser, das man meist ungenutzt weggießt, hat sich als vorzügliches Mittel zum Reinigen stark verschmutzter Fenster bewährt. Man muß bann nur mit klarem Wasser nachwaschen.